Anatomie vom Pferd! Alle Basics von Kopf bis Huf

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Dein Pferd hat einen hübschen Kopf, vier Beine mit Hufen und einen schicken Körper. Klar. Aber dahinter steckt ein superkomplexes Wesen mit einem ausgeklügelten und genialen Körper. Jetzt sind wir bei dem Thema dieses Artikels angekommen: die Anatomie vom Pferd. Die Natur hat dein Pferd ziemlich genial gebaut und ist ist superwichtig, dass wir Reiter einigermaßen Bescheid wissen, um unsere Pferde gesund und artgerecht reiten und füttern zu können. Ich werde dir die wichtigsten Anatomie-Parts erklären. Und natürlich alle Basis-Facts zusammenfassen, die du wissen musst um dein Pferd besser verstehen sowie gesünder reiten und trainieren zu können.

SO EIN KRASSES VIDEO – schau es dir unbedingt an

Exterieur des Pferdes

Wir gehen im Artikel das Pferde Exterieur und die Anatomie vom Pferd einmal durch, wobei du direkt den ersten Fakt serviert bekommst: Denn das Exterieur fällt bei den unterschiedlichen Pferderassen auch unterschiedlich aus. Denn der Mensch hat das Pferd nach der Domestizierung durch die verschiedenen Züchtungen schwer beeinflusst. Ein Kaltblut hat ein anderes Exterieur als ein Lusitano, ein Isländer oder Araber ist wieder anders und und und. Außerdem klären wir die Begrifflichkeiten – denn Exterieur ist nicht gleich Körperbau ist nicht gleich Anatomie.

Hier habe ich für den Einstieg eine Grafik mit den wichtigsten Körperpunkten für dich – damit du dich orientieren kannst oder schnell mal checken kannst, wo der Ellbogen des Pferdes liegt oder was mit Kruppe oder Kinngrube. gemeint ist.

Anatomie vom Pferd

Pferderassen und die Anatomie Vom Pferd

Die einzelnen Rassen haben in unterschiedliches Exterieur. Der Haflinger ist anders gebaut als das Vollblut und der Schwarzwälder Fuchs anders als der Araber. Das liegt schlicht und einfach daran, dass sie vom Menschen für unterschiedliche Zwecke gezüchtet wurden. Bei jeder einzelnen Rasse ins Detail zu gehen, würde den Artikel sprengen. Und wir wollen uns hier und jetzt mit der grundlegenden Anatomie des Pferdes beschäftigen. Deswegen gehen wir gleich zusammen die einzelnen Anatomie-„Bauteile“ deines Pferdes Schritt für Schritt durch, damit du den perfekten Überblick bekommst. 

Mehr zu den einzelnen Pferderassen erfährst du gerne HIER – in unserem Rasselexikon. Da stellen wir dir alle Pferderassen einzeln von A bis Z und hübsch sortiert vor und du kannst bei all den Rassen, die dich interessieren ganz genau nachlesen, was das Besondere an deren „Exterieur“ und „Interieur“ ist. 

Anatomie vom Pferd! Alle Basics von Kopf bis Huf 1

Außerdem habe ich coole Videos für dich recherchiert und Lesetipps, damit du jeweils tiefer einsteigen kannst in die wunderbare und geniale Anatomie deines Pferdes. Denn nur, wenn wir wissen, wie das Pferd „gebaut ist“ und wie Pferde ticken, können wir sie verstehen, eine feine Verbindung aufbauen sowie fair und gerecht trainieren. 

Mehr zur Pferdeseele erfährst du übrigens HIER in unserer Serie „Eins werden mit dem Pferd“ von der Pferdetrainerin und Expertin in Pferdepsychologie – Herdis Hiller

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Evolution – Die Entwicklung des Pferdes und seiner Anatomie

Das Ursprungs-Pferdchen war nicht größer als ein Hund. Es hatte übrigens noch Klauen. Daraus ist dann nach und nach das Pferd entstanden, wie wir es heute kennen. Es gab letztlich vier verschiedenen Urtypen mit unterschiedlichem Körperbau. Daraus hat der Mensch wiederum mit der Zucht verschiedenste Pferde und Rassen entwickelt – je nachdem wofür die Pferde gebraucht wurden. 

Die Anatomie des Pferdes unterscheidet sich bei den verschiedenen Rassen viel mehr durch die Größe und Form der unterschiedlichen Gliedmaßen. Einen Kopf, Hals, vier beine, Hufe, Schweif, Mähne und eine Hinterhand haben sie alle.

  • Aber ein Quarter hat beispielsweise eher einen kompakten Körperbau mit einer ausgeprägten Hinterhand.
  • Der Araber hat eher zierliche und feine Gliedmaßen und einen schlanken Körperbau.
  • Das Warmblut hat dagegen sehr lange Beine und einen längeren Hals.

So könnte ich dir für jede Rasse ein paar Unterschiede nennen. Aber dafür gibt es ja unser Rasselexikon. Kommen wir deswegen zu den wichtigsten Basics, die du wissen musst, um dein Pferd gesund und gut trainieren zu können.

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Die Anatomie des Pferdes – alle Fakten

Jedes Pferd ist ein Säugetier, es ist ein Einhufer und Zehengänger und Pflanzenfresser. 

Fakt 1 der Anatomie vom Pferd: Körperbau oder Gebäude ist nicht gleich Anatomie

Damit es nicht zur Verwirrung kommt, habe ich hier für den Einstieg eine kleine Begriffsdefinition für dich: 

  • Anatomie = das gesamte Pferd und all seine Organe, Skelett, Sehnen, Bänder usw. 
  • Körperbau = Gebäude des Pferdes in der Fachsprache
  • Exterieur = Äußeres Erscheinungsbild des Pferdes

Wenn wir von der Anatomie des Pferdes sprechen, meinen wir nicht nur den Körperbau. Sondern den kompletten und ganzen Körper des Pferdes. Dazu gehören dann auch die Sehnen, Bänder, Gelenke, Organe, Faszien, Haut, Sinnesorgane, Muskeln und das Skelett. 

  • Die Vorderbeine deines Pferdes sind im Grunde die knöchernen Säulen, die das Gewicht tragen und für Balance, Wendungen und Bremsen zuständig sind.
  • Die Hinterbeine sind über das Becken deines Pferdes und weitere Gelenke mit der Wirbelsäule verbunden.
  • Die ganze Hinterhand soll den Schub erzeugen und dient für Geschwindigkeit und das Vorwärts deines Pferdes. 

Je nachdem wie die Knochen gewinkelt sind und wie lang sie sind hat dein Pferd mehr oder weniger Beweglichkeit, Schub und den berühmten Raumgriff. 

Die Faustregel ist: je stärker die Winkelung, desto mehr Beugung, desto besser wird das Pferd vermutlich Springen und Dressurlektionen ausführen können. 

Deswegen sagt man auch gerne, dass die Lenkung vorne passiert und der Motor des Pferdes hinten ist. 

Die wichtigsten Zahlen und Fakten der Anatomie vom Pferd

Ich fasse dir hier die wichtigsten Zahlen und Fakten zusammen. Zu fast jedem Punkt gibt es einen Extra-Artikel auf der Pferdeflüsterei. Du kannst also bei jedem Fakt, das dich interessiert tiefer einsteigen und dir den dazugehörigen Artikel in aller Ruhe durchlesen.

Aber bleib unbedingt erstmal bei diesem Artikel und schmökere ihn einmal für deinen Überblick komplett durch. Deswegen habe ich dir die Links auch so eingerichtet, dass sie sich in einem neuen Tab öffnen. So kannst du dir alles öffnen, was dich interessiert und hast es parat liegen, wenn du mit diesem Artikel fertig bist. 

Fakt 2 der Anatomie vom Pferd: Die Größe des Pferdes

Machen wir mit der Größe des Pferdes weiter. Du hast den Begriff „Stockmaß“ bestimmt schon gehört. Danach wird die Größe der Pferde gemessen. Das Stockmaß ist aber nicht Kopf bis Huf, sondern vom Boden bis zum Widerrist. 

Bis ca. 1.43 m redet man von einem Pony – danach sind wir beim Pferd. Wobei das nicht bedeutet, dass Ponys nur für kleine und leichte Menschen sind und jedes Pferd Erwachsene. Tragen kann. Das ist dann wiederum die berühmte „Tragfähigkeit“ des Pferdes. Ob ein Pferd Gewicht tragen kann, hängt von seinem gesamten Körperbau ab. 

Also von der Bemuskelung des Rückens, dem Knochengerüsts und der Gesamtkonstitution des Pferdes. Ein stabiler und gut trainierter Quarter oder Haflinger oder ein kleines Kaltblut mit gutem Rücken, kann mehr Gewicht tragen als ein zierlicher Araber oder Vollblut – bei gleicher Größe oder sogar wenn es kleiner ist. 

Angrasen Carey

Fakt 3 der Anatomie vom Pferd: Der Pferde Rücken und das Reiten 

Es ist ein Irrglauben, dass der Rückenmuskel dich trägt – du sitzt viel mehr auf dem langen Nacken-Rücken-Band. Die Bauchmuskeln müssen aktiv werden, damit der Rücken so gehoben wird, dass dein Pferd sein Rückenband nicht überlastet. Der Rückenmuskel wiederum zieht sich im Wechsel zusammen und dehnt sich dann wieder.

Wenn du reitest ist – neben deinem Sitz – superwichtig, dass du dein Pferd nicht einrollst und es „hinter der Senkrechten“ läuft. Das passiert besonders extrem bei der berühmten „Rollkur“ und ist auf Dauer schmerzhaft für dein Pferd. Denn es kann dadurch nicht locker und Schwungvoll laufen, kommt in Krampfhaltungen und bekommt so Verspannungen, die zu Schmerzen führen. 

Was dir das sagt? Wenn dein Pferd den Hals nach vorne dehnt, übt der Nackenstrang am Hals eine Zugwirkung aus – die Dornfortsätze der einzelnen Wirbel am Widerriet richten sich auf und gleichzeitig kommt die Zugwirkung auch auf das Nacken-Rückenband (was die Fortsetzung des Nackenstranges ist) und alle Dornfortsätze der Rückenwirbel richten sich auch auf, der Rücken wird angehoben und kann dich besser tragen. Ergänzt wird das durch starke Bauchmuskeln, die als Gegenspieler den Rückenmuskel unterstützen. 

Dazu findest du HIER noch mehr ausführliche Informationen

Was braucht es für eine gute Tragfähigkeit?

  • Stabile Knochen
  • Ein nicht zu langer Rücken
  • Ein gut gebauter Rücken 
  • Eine gute und gut trainierte Muskulatur
  • Starke Gliedmaßen 
  • Starke Gelenke

Du siehst also, dass du die Tragfähigkeit auch gut durch dein Training beeinflussen kannst. Deswegen ist es so wichtig, dass wir unsere Pferde gut gymnastizieren und so trainieren, dass der Körperbau, die Muskeln – also die Anatomie vom Pferd – so gut trainiert sind, dass dein Pferd dich und dein Reitergewicht gesund, gut und schmerzfrei tragen kann. 

Welche Bereiche der Anatomie vom Pferd sind dabei besonders wichtig

Wir wollen, dass die Pferde schwungvoll laufen, richtig? 

Dafür brauchst du: 

  1. eine aktive und gut trainierte Hinterhand, damit dein Pferd die Kraft aus dem Popo nimmt und die Vorhand entlastet werden kann
  2. Einen lockeren und gut trainierten Rücken sowie Bauchmuskeln – damit die Bauchmuskeln den Rücken heben und dich sozusagen mittragen können
  3. Insgesamt ein gut trainiertes, lockeres, durchlässiges und korrekt bemuskeltes Pferd, das von hinten nach vorne schwingen kann
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Fakt 4 der Anatomie vom Pferd: Weitere Basics der Anatomie

Neben all dem, was wir schon besprochen haben, gibt es noch die Sehnen und Bänder im Körper des Pferdes. Die Sehnen verbinden die Skelettmuskeln des Pferdes mit seinen Knochen und die Bänder verbinden die verschiedenen Knochen über die Gelenke miteinander. 

Dazu kommen noch die ganzen Organe deines Pferdes und die Sinnesorgane – also Magen, Darm, Leber, Niere, Lunge PLUS Augen, Nase, Ohren. 

Du siehst also, dass dein Pferd ein ziemlich ausgeklügeltes Ding ist. Es sollte durch eine artgerechte Haltung, natürliches Futter und gutes Training möglichst in Balance sein, damit alle Muskeln, Kochen, Sehnen und Bänder gut zusammenspielen können. 

Deswegen ist es wichtig, dass dein Pferd sich vorwärts-abwärts dehnen kann, dass es Kraft aufbauen kann, um dann locker, schwungvoll und mit guter Tragkraft unter dem Reiter zu laufen. 

Weder sollte das Pferd beim Reiten den Rücken durchstrecken und sich fest machen – denn das überlastet das Rückenband und sorgt für eine verkrampfte und verspannte Haltung, die langfristig zu Schmerzen führt. Genauso wenig ist es aber sinnvoll, wenn einfach nur der Kopf runtergezogen wird. Wie oft hört man in Reithallen „Kopf tiiief“ und dann wird vorne gezogen und vielleicht sogar gehalten und hinten getrieben. Das ist komplett falsch, denn das wiederum sorgt für eine zusammengezogene Haltung, in der das Pferd garantiert keinen Schwung entwickeln und die ganzen Muskeln und Bänder nicht zusammenarbeiten können. 

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Pferdekauf – Tipps zur Anatomie vom Pferd

Wenn du überlegst, dir ein Pferd zu kaufen und nicht schon alle Herzchen in deinen Augen blinken, dann habe ich hier ein paar Fakten für dich, auf die du beim Kauf achten kannst. 

Das Pferd sollte keine Stellungsfehler haben oder stark überbaut sein. Dabei reden wir aber von einem ausgewachsenen Pferd. Jungpferde sind gerne mal überbaut – zeitweise. Weil sie nicht gleichmäßig wachsen, sondern mal einen Schub vorne und dann wieder einen Schub hinten haben. 

Wichtig ist auch, dass die Fessel deines Pferdes nicht zu weich sind, damit es nicht auf Dauer zu starken Überlastungen der Sehnen und Bänder kommen kann. Grundsätzlich wäre es fein, wenn e einen lockeren Rücken hat, keinen zu krass hohen Widerrist und grundsätzlich einen harmonischen Körperbau. 

Je nachdem, was du mit dem Pferd vorhast, kommen dann verschiedenen Faktoren dazu. 

Ein Beispiel: Meine Quarterstute hat einen recht hohen Muskeltonus, einen kurzen Hals und eine ausgeprägte Hinterhand. Das ist super, wenn man in der Arbeitsreitweise trainieren möchte. Für die hohen Dressurlektionen ist das schwieriger, weil sie sich mit biegen, Dehnen und den Anforderungen an den Körper dabei schwer tut. 

Deswegen macht es absolut Sinn, sich vor dem Kauf ein bisschen schlau zu machen in Sachen Pferdeanatomie. Sie sollte erstens zu deinen Reitvorstellungen passen und zweitens keine grundsätzlichen größeren Baustellen aufweisen, die zu späteren gesundheitlichen Problemen führen. Weil: Wenn du dein Pferd erst einmal hast, ist es ein Partner und Familienmitglied und dann heißt es „durch dick und dünn“ miteinander zu gehen. Deswegen solltest du dir vorher alle Gedanken machen, falls du bestimmte Vorstellungen oder Wünsche hast. 

Falls du schon schwer verknallt bist oder ein anatomisches „Problempferd“ hast, dann kannst du aber mit Training und passender Haltung und Fütterung sehr viel lösen. Du kannst dein Pferd fördern, trainieren und ihm durch die passende Trainingsmethode und feines und faires Aufbautraining dabei helfen gesund und anatomisch fein mit dir durchs Leben zu gehen. 

Natürlich kannst du auch unglaublich viel mit Bodenarbeit und den verschiedenen Reitweisen lösen. Es gibt auch immer mehr Trainer, die mit bemalten Pferden arbeiten – um deutlich zu machen, was wo und wann im Pferd passiert. Das ist unfassbar faszinierend. Die bekannteste ist Gillian Higgins – zu ihrer Arbeit findest du HIER einen Artikel

Lesetipps zur Anatomie vom Pferd

Zum Schluss habe ich jetzt noch die passenden Lesetipps für dich – Bücher über die Pferdeanatomie, die genial gut sind: 

  1. Pferde in Bewegung – Alles über die Anatomie und die Gangarten kannst du HIER. nachlesen
  1. Equiclassics – Das Buch von Michael Geitner über Handarbeit und feine Gymnastizierung kannst du hier stöbern
  2. Equikinetic – Auch ein Geitner-Werk über Longenarbeit mit Fitness-Faktor, mit der du dein Pferd mittels Intervalltraining supergut fit trainieren kannst
  3. Schöne Pferde durch Training – das ist ein Rundumschlag von der zauberhaften Lisa Kittler über die Pferdeanatomie, feines Training, Biomechanik und die Pferdeseele
  4. Kreative Stangenarbeit – Stangen sind der KNALLER für die Pferdeanatomie. Warum? Weil sie helfen die Bauchmuskulatur zu trainieren, den Rücken zu lockern und deinem Pferd beibringen die Beine zu heben – HIER kannst du dir das Lieblingsbuch dazu anschauen

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