Der Magen und der Darm sind ein ganz fein aufeinander abgestimmtes System. Beide arbeiten 24 Stunden durch – deswegen ist es auch so unglaublich wichtig, dass wir unsere Pferde richtig füttern. Wenn nicht, können Magengeschwüre entstehen oder Koliken.

Bevor ich dir Magen und Darm in der Pferdeanatomie genauer erkläre, erst einmal ein paar Sätze zur Verdauung. Denn das ist ja erstmal das Wichtigste im Alltag – Antworten auf die Frage: Wie füttere ich mein Pferd richtig? Wenn du weißt wie die Verdauung funktioniert, weißt du auch besser, wie du dein Pferd im Idealfall fütterst.

Wie funktioniert die Verdauung beim Pferd

Soviel vorab: Ohne Raufutter geht gar nichts in der Pferdeverdauung. Und alles was ich hier schreibe entspricht meinen Recherchen, Erfahrungen und meiner persönlichen Meinung. Es sind Richtwerte und Ideen bei den Tipps zur Fütterung. Jedes Pferd ist ein Individuum – und deswegen muss auch die Fütterung individuell betrachtet werden. Ich bin natürlich keine Tierärztin – freue mich also unbedingt, wenn du noch mehr weißt und dein Wissen in einem Kommentar ergänzen willst.

Der Weg einer Karotte vom Pferdemaul bis zum Pferdeapfel

Der Anfang von allem sind die Zähne – damit mahlt das Pferd im Grunde die Karotte, zerkleinert sie langsam und speichelt sie feucht ein. Bei Mash zum Beispiel muss das Pferd gar nichts mehr zermahlen und wird es deswegen natürlich auch nicht richtig einspeicheln. Warum das doof sein kann wirst du noch merken. Es ist wichtig für die Verdauung, dass das Futter schön eingespeichelt ist. Das bedeutet also nicht, dass Mash immer eine doofe Idee ist, es ist nur wichtig zu wissen, wie die Verdauung funktioniert, damit du weißt von welchem Futter du deinem Pferd welche Menge fütterst.

Das Pferd und der Verdauungstrakt

Das führt uns alles immer wieder auf das gute Raufutter zurück – das Heu. Das ist im Grunde am besten vergleichbar mit dem Steppengras, das Wildpferde vor allem gefressen haben und auf das Magen, Darm und die Verdauung des Pferdes am meisten abgestimmt sind.

Pferde futtern

Warum der Speichel für die Pferde Verdauung so wichtig ist

Dein Pferd kaut und mahlt also fröhlich an der Karotte herum. Dadurch entsteht ein Brei im Pferdemaul aus Karotte und Bikarbonaten und Natriumchlorid. Die braucht dein Pferd auch, damit sie die Säure im Magen ausgleichen. Der produziert 24 Stunden täglich sauren Magensaft. Landet also kein Fressen im Magen deines Pferdes wird die Säure nicht abgebaut und dadurch wird sie irgendwann nach und nach auch den Magen deines Pferdes angreifen.

Der PH-Wert soll in einigen Bereichen des Pferdemagens sogar nur bei 2-3 liegen. Das variiert aber je nach Magenbereich. Das ist richtig sauer. Dadurch sollen Bakterien abgetötet werden, was super funktioniert. Aber eben nur solange wie immer wieder schön eingespeichelter basischer Speisebrei in den Magen fließt.

ACHTUNG: Länger kauen bedeutet mehr Speichel = besser für die Pferdeverdauung

Vom Magen in den Darm

Die Karotte macht es sich jetzt im Magen gemütlich und liegt da etwa 1-5 Stunden herum, bis es dann weitergeht in Richtung Darm. Der Weg führt sie über den Dünndarm in den Dickdarm.

Wie lange ist der Darm des Pferdes?

Der hat eine unglaubliche Länge von etwa 30 Metern – je nach Pferdegröße und Pferderasse. Damit sind Dünndarm und Dickdarm zusammen gemeint. Der Dünndarm hat etwa 20 Meter, der Dickdarm 8-10m. Da sitzen schon ganz viele Mikroorganismen bereit, die es kaum abwarten können, bis der Speisebrei aus dem Magen bei ihnen landet. Die holen dann noch alle Vitamine raus und Nährstoffe für den Pferdeorganismus.

Und auch hier kommt das Raufutter wieder ins Spiel. Denn das brauchen die Mikroorganismen für ihre Arbeit. Zuviel Getreide zum Beispiel bringt zuviel Stärke in den Darm und das können sie nicht richtig bearbeiten. Das kann dann zu Blähungen oder Übersäuerung führen und sogar zu Koliken oder Hufrehe.

Hier siehst du mal eine Futterpyramide – was wie viel in der Pferdefütterung ausmachen sollte:

Ernährungs Pyramide Pferd

Zusammengefasst: Dein Pferd braucht vor allem Raufutter. Eine Faustregel besagt, dass du mit durchschnittlich 1,5 Kilo Raufutter pro 100 Kg Gewicht deines Pferdes rechnen musst. (das ist zumindest der Wert, den ich gehört habe – scheinbar ist mittlerweile sogar von 2-2,5 Kilo die Rede – je nach Jahreszeit). Im Winter brauchen Pferde zum Beispiel mehr Heu als im Sommer, weil sie sich durch den Stoffwechsel aus dem, was sie fressen, innerlich heizen. Magen und Darm und die Verdauung, wird dann sozusagen so eine Art Heizung.

Dazu dann gesunde Kräuter – angepasst an die individuellen Bedürfnisse deines Pferdes. Zum Beispiel mal für Magen- und Darm oder nach Jahreszeiten sortiert. Sie dienen der Entgiftung und helfen dem Pferdeorganismus fit zu bleiben.

Verschiedene Kräutermischungen findest du HIER

Ein bisschen Frischfleisch in Form von Karotten oder Äpfel – aber nicht zu viel weil das frische Obst- und Gemüsezeug einfach verdammt viel Zucker hat. Stell dir einfach die Frage, wie oft so ein Wildpferd mal an einen frischen Apfel gekommen ist. Du kannst auch Obstfasern nehmen – also Fasern, die vom Saft getrennt sind.

Wie zum Beispiel die Apfelfasertaler HIER – die sind Zuckerfrei und Pektinreich

Apfelfasertaler Apuna

Dann kannst du noch Ölfrüchte beimischen, aber davon sehr wenig. Zum Beispiel Sonnenblumenkerne oder Leinsamen oder Schwarzkümmel – nur sollten die Ölmengen nicht über 10% des Gesamtfutteranteils rutschen. Weil der Dickdarm sonst nicht mehr richtig hinterherkommt. Es gibt sogar Experten, die ganz gegen Ölfütterung sind. Ich persönlich denke, dass es einfach Abwägungssache ist und man nur sehr vorsichtig mit der Menge des Öls sein sollte.

Hauptsache Zucker- und Getreidefrei

Du siehst also, dass ein gesundes Kräuter- und Raufaserbasiertes Müsli mit ein bisschen frischem Zeug wie Karotte oder Apfel und ein paar Samen die beste Ergänzung zu einem dicken fetten Haufen Heu ist. Am besten sollte dein Pferd mindestens alle 4 Stunden ein bisschen was zum kauen bekommen. Wenn es nicht zu leichtfuttrig ist, kannst du auch einfach 24 Stunden täglich Heu zur Verfügung stellen.

HIER ist noch ein Artikel über ein getreidefreies Pferdemüsli, das nahezu alle Pferde lieben – denn unsere Pferde sind ganz schön clever und wissen meist selbst ganz gut, was sie eigentlich brauchen und in dem Müsli steckt alles drin

Die Wildpferde waren und sind ja Dauerfresser – immer laufen, immer futtern. Deswegen hat die Natur einen Dauermagensaft eingerichtet und die Verdauung arbeitet rund um die Uhr.

Dazu kommt noch, dass der Pferdemagen einfach dicht macht, wenn er voll ist. Pferde können nicht kotzen. Wirklich, das ist kein Witz. Sie können immer nur dann Futter nachschieben in den Magen, wenn das vorhandene schon verdaut und in den Darm weitergeschoben wurde. Wenn es aber weiterfrisst, weil es gierig ist. Weil es den ganzen Tag noch nichts bekommen hat, kann das zu Fehlgärungen oder Verstopfungen führen.

160x600 gesund fütternWie lange dauert die Verdauung beim Pferd?

Im Grunde hängt das auch ein bisschen davon ab, was dein Pferd gefressen hat. Erstmal produziert es ja Speichel beim Kauen. Bis zu 40 Liter täglich sagen Studien und das hängt wiederum von der Anzahl der Kaubewegungen ab. Bei Heu sollen es zum Beispiel etwa 80 mal Kauen pro Minute bei Hafer deutlich weniger sein.

Ein Vergleich: Für 1 kg Heu braucht dein Pferd wohl durchschnittlich etwa 40 Minuten – bei 1 kg Hafer sind es nur knapp 10 Minuten.

Es gibt viele verschiedene Zahlen zu dem Thema. Im Magen liegen die Nahrungsmittel zum Beispiel zwischen 1 und 5 Stunden – je nachdem, um was es da geht. Es gibt die Zahl, dass Futter im Durchschnitt etwa 3 Tage braucht vom Maul bis zum Pferdeapfel. Ob das stimmt kann ich dir nicht sicher sagen. Aber es könnte schon sein.

Jetzt weißt du wie die Verdauung funktioniert. Jetzt gehen wir mal einzeln durch die verschiedenen Verdauungs-Organe zwischen Magen und Darm durch und beantworten ein paar Fragen rund um die Pferdeverdauung.

Hitlist der Verdauungsorgane und wieviel reingeht – durchschnittlich:

  1. Der Dünndarm kann über 60 Liter aufnehmen
  2. Der Dickdarm schafft bis zu 100 Liter
  3. Der Blinddarm hat auch ein bisschen Platz – knapp 30 Liter

Pferde Magen – wie ist er aufgebaut?

Der Pferdemagen ist unterm Strich sauer. Damit sollen Keime und Bakterien getötet werden – im Grunde dient es der Pferdegesundheit. Das Futter bleibt zwischen einer und fünf Stunden im Magen – vor allem Getreide und Müslis oder Mash und natürlich auch das ganze Frischfutter bleibt etwas länger. Raufaser wie Heu wird schnell weitergeschoben.

Eigentlich ist es besser, wenn das Futter schneller weitergeschoben wird, liegt es zu lange fängt es zu gären an. Und das wiederum kann für Magengeschwüre sorgen. Deswegen sollte der Heuanteil so hoch sein. Je besser das ganze Futter eingespeichelt wurde im Maul, desto besser kann es im Magen verarbeitet werden, desto gesünder wird dein Pferd sein. Und auch hier kommt das Heu und die Kräuter und das Steppengras wieder ins Spiel – denn die muss dein Pferd ja schön lange mahlen und kauen.

Pferde Darm – wie ist er aufgebaut?

Der Pferdedarm besteht im Grunde aus Dünndarm, Dickdarm und Blinddarm.

Der Pferde Dünndarm

Aus dem Magen landet der Speisebrei im Dünndarm. Der leitet die Raufaser ziemlich rasant weiter an den Dickdarm. Also Heu und Stroh zum Beispiel. Ansonsten legen im Dünndarm dann die ganzen Enzyme los. Das ganze Kraftfutter wird schnell verdaut, während es weiterfließt in Richtung Dickdarm.

Fette und solche Sachen werden auch im Dünndarm angegangen. Im Dünndarm finden über 60 Liter Platz und er braucht etwa 1,5 Stunden bis das Futter einmal durchgeflossen ist. Das ist also ziemlich schnell.

Der Pferde Dickdarm

Er ist der fette Part am Darm – das verrät ja schon der Name. Er ist um die 8 Meter lang – je nach Pferdegröße und Pferderasse und kann locker mal 100 Liter und mehr fassen. Dazu gehört auch der Blinddarm und das Kolon – das sind Gärkammern. Das Pferd hat ein Kolon mit aufsteigendem und absteigendem Teil. Da werden die ganzen Raufaserteile zersetzt. Wie Heu, Stroh, Gras, Laub oder auch Karotten. Die kleinen Mikroorganismen arbeiten das alles durch – dafür brauchen sie rund 2 Tage.

Die Vitamine und Fettsäuren landen dann im Pferdekörper und liefern die Energie um dein Pferd gesund und fit zu halten. Das ist ganz speziell für Pferde. Einerseits wird wie bei Hunden und Menschen und Katzen im Magen mittels Enzymen verdaut – andererseits hat dein Pferd noch die super-duper Mikroorganismen in seinem Dickdarm, die aus dem Rest auch noch Energie machen können.

Heu fressenAnatomie Pferd

Pferde Blinddarm – Wo sitzt der Blinddarm?

Der Blinddarm sitzt hinten Rechts bei deinem Pferd – hinter den Rippen. Ist er gereizt, dann wird das Pferd ausweichen, wenn du an diese Stelle drückst. Wenn du es gymnastizierst, wird es sich nicht so gerne nach rechts biegen und lieber die Hinterhand nach hinten links rauswerfen als unterzutreten.

Wenn dir das immer wieder bei deinem Pferd auffällt – macht es Sinn mal nach dem Blinddarm zu schauen.

Was tun, wenn das Pferd Verdauungsprobleme hat

Wichtig ist, dass Magen und Darm gut in Schuss sind, dass dein Pferd genug Bewegung bekommt und gesundes, getreidearmes natürliches Futter mit einem hohen Raufaseranteil. Wenn das alles nichts hilft, kann es sinnvoll sein eine Kotprobe zu entnehmen. Vielleicht hat dein Pferd Parasiten oder andere Krankheiten. Ich würde da nie lange überlegen, sondern immer zuerst den Tierarzt rufen, um alles abzuklären.

Zu wenig Bewegung kann auch Verdauungsprobleme auslösen oder zuviel Kraftfutter und qualitativ schlechtes Raufutter. Oder wenn das Futter zu abrupt umgestellt wird. Deswegen solltest du dein Pferd auch immer langsam angrasen.

Am besten überprüfst du mal den Speiseplan. Du kannst mit einem Getreidearmen Futter gegensteuern – ohne Aromen oder andere Zusatzstoffe. 100% natürliches Futter und viel Raufaser können helfen. Dann kannst du mit speziellen Kräuterkuren weiterhelfen – zum Beispiel von der Krauterie.de.

Mehr zum Thema „Kolik“ findest du HIER – da habe ich alle wichtigen Infos in einem Artikel zusammengefasst

Kotwasser beim Pferd

Jeder Pferdebesitzer kennt es vermutlich: Kotwasser. Wenn die Hinterbeine deines Pferdes eingesaut sind und immer wieder auch Darmwasser mit den Pferdeäpfeln hinten rauskommt. Das ist auf Dauer natürlich nicht gesund. Die blöde Nachricht ist, dass es tausend verschiedene Gründe geben kann für das Kotwasser.

  • Viele Pferde vertragen keine Silage oder Heulage. Deswegen würde ich das immer als erstes absetzen, Falls du es fütterst.
  • Es kann auch eine Mangelernährung sein.
  • Zuviel Gras oder Zuckerhaltiges Futter oder zu viel Kraftfutter zum Beispiel.
  • Vielleicht müsstest du den Stoffwechsel deines Pferdes auch mal mit einer Kräuterkur anregen.
  • Und vielleicht funktioniert die Leber nicht so perfekt oder dein Pferd hat ein Magengeschwür.

Wenn dein Pferd an Kotwasser leidet, ist es immer auch sinnvoll den Tierarzt zu rufen und dein Pferd durchchecken zu lassen. Da sollte man sich einfach nie zuviel Zeit lassen – lieber einmal zu viel als zu wenig gefragt.

Du kannst deinem Pferd zusätzlich helfen seine Verdauung anzuregen. Zum Beispiel mit gerbstoffhaltigen Pflanzen – sie helfen der Schleimhaut des Darmes. Blätter der Walnuss zum Beispiel oder auch Eichenblätter und Eichenrinde – wenn dein Pferd also beim Spaziergang gerne zugreifen will, dann lass es ruhig zu – es will sich selbst damit heilen.

Ich biete meinem Pferd auch hier und da mal Eicheln im Herbst an Wenn es sie braucht, wird es gerne zugreifen. Eicheln enthalten viele Gerbsäuren – das ist im Übermaß natürlich nicht gesund – deswegen solltest du sie nicht haufenweise oder zwangsweise in dein Pferd stopfen. Aber wenn es mal unbedingt zugreifen will, dann lasse ich meine Stute zum Beispiel schon eine Eichel fressen. Ich weiß, dass das heiß diskutiert wird – aber soweit ich weiß, sind Eicheln nicht giftig – wenn sie nicht im Übermaß gefressen werden.

pferdefütterung gesund

Tipps zur Fütterung bei Kotwasser:

Und zum Schluss noch ein super Video über die Pferdeverdauung – eine Computeranimation:

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18 Kommentare zu “Pferdeanatomie erklärt! Magen, Darm und die Verdauung beim Pferd

  1. S. Schwager sagt:

    Guter Blog! Allerdings wurde die allgemeine Empfehlung von den Fachleuten von 1,5 auf mind 2Kg Raufutter / 100 Kg Körpergewicht angehoben. Nur in Fällen von Übergewicht/Stoffwechselstörung wie bei EMS oder Hufrehe sollte eher die 1,5Kg/100Kg KGW Regel angewendet werden. Im Gegensatz dazu, braucht ein Pferd im Winter insbesondere bei Offenstallhaltung deutlich mehr. Je nach Tempertur liegt der Verbrauch dann bei 2,5-3 Kg/100Kg KGW. Das ist wichtig weil der Pferdedarm eine wichtige Rolle in der Thermoregulierung einnimmt. Es fungiert qausi als Heizkessel.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe S. – danke für den Hinweis – das wusste ich noch gar nicht. Ich füttere ja ein Stückweit nach Verbrauch – also: wenn Madame mehr frisst, braucht sie vermutlich mehr. Aber die Erhöhung ist spannend. Weißt du welche Falchleute das waren und wie sie darauf gekommen sind? Das würde mich interessieren. Mit dem Winterthema hast du Recht. Das habe ich gleich noch im Artikel ergänzt – ich hatte nicht daran gedacht beim Schreiben. Aber natürlich heizen Pferde sich selbst mit der Verdauung und dem Darm. Liebe Grüße und danke dir, Petra

  2. Lena sagt:

    Huhu Petra,

    sehr interessanter Artikel, vielen lieben Dank dafür!

    Eine Frage habe ich allerdings dazu: Mir wurde immer erklärt, dass Eicheln höchst giftig für Pferde sind, da sie Blausäure enthalten. Weißt Du etwas darüber, bzw. gibt es ja anscheinend Empfehlungen, Pferden Eicheln anzubieten? Das verunsichert mich jetzt doch etwas…
    Anbieten und auf den Instinkt des Pferdes verlassen ist zwar in der Regel eine gute Sache, aber ich kenne auch durchaus Fellnasen, die Salami vom Brot futtern. Das KANN nicht gesund sein und sollte auch in keinen Pferdebauch. Meine Vermutung ist bei diesen Vertretern, dass sie einen Mangel haben und deshalb die Salami als "wichtig" empfinden.

    Noch etwas interessiert mich, was aber nur bedingt mit diesem Artikel zu tun hat: Die APUNA Apfelfaser-Taler habe ich jetzt für meinen Ponymann bestellt – er liebt sie! Als Mash finde ich es eine prima Alternative zum Getreidemash. Allerdings steht auf der Packung, dass man die Dinger durchaus auch trocken verfüttern kann (nach Eingewöhnungszeit!). Aber ich habe beim Mash gesehen, wie viel Wasser die Taler saugen – besteht da wirklich keine Gefahr? Ich frage deshalb, weil meine Überlegung war, das Alpengrün-Müsli (getreidefrei) mit den Apfeltalern zu spicken, um etwas Abwechslung und Energie hineinzubekommen. Mit dem Apfelmash vermischen ist selbstverständlich auch möglich, trotzdem würde mich da Deine Erfahrung interessieren.

    Liebe Grüße!

    Lena

    • Petra sagt:

      Huhu Lena,

      natürlich bin ich keine Biologin oder Tierärztin, aber meines Wissens nach ist das eine Urban Legend, dass Eicheln Blausäure beinhalten. Sie enthalten Gerbstoffe und die sind im Übermaß nicht gut. Die können also – wie alle Säuren – auch schädigen, wenn das Pferd zuviel davon frisst oder sein Magen das nicht verträgt, deswegen würde ich niemals EIcheln zwangsweise ins Pferd stopfen. Keine Frage – aber ich persönlich denke mir nichts dabei, wenn meine Kleine mal eine Eichel aufsammelt und sie frisst, weil die Gerbstoffe zum Beispiel die Schleimhäute schützen sollen. Wenn es eben ab und an gefressen wird. Wenn also meine Stute regelrecht einen Zugzwang Richtung Eichel verspürt, dann biete ich ihr auch mal eine an. Ansonsten nicht. Ich kann aber nur sagen, wie ich es mache. Im Zweifelsfall würde ich immer einen guten Tierarzt fragen und dann schauen, was dein Bauchgefühl dir sagt.

      Zu den Talern 🙂 Ich finde schön, dass dein POnymann sie liebt. Meine Kleine frisst sie auch gerne. Ich gebe sie ihr auch ab und an trocken ins Müsli und habe gute ERfahrungen damit gemacht. Allerdings gebe ich ihr deutlich weniger als auf der Packung steht – 1-2 maximal und die zerbreche ich in kleine Stücke. Bislang hatten wir da keinerlei Probleme. Aber jeder Pferdemagen und Darm ist ja anders. Insofern musst du natürlich indivduell entscheiden. Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Karin-Kelly sagt:

    Hallo Petra,

    vielen Dank für diesen interessanten Artikel.

    Mein Wallach hat immer im Winter (wenn er kein Gras erhält) Probleme mit Kotwasser. Ich habe mit 2 Tierärzten und einer Tierheilpraktikerin in den letzten Jahren sämtliche Ursachenforschung betrieben, Blutbild, Kotuntersuchung, Futteroptimierung, Heuprüfung, etc. – ohne Erfolg. Sobald mein Wallach kein Gras mehr bekommt -im Winter halten sich die Pferde auf der mageren Winterweide auf-, rinnt das Kotwasser. Dabei bleiben die Pferdeäpfel relavit normal und nach dem Äppeln spritzt das Kotwasser hinterher. Qualitativ hochwertiges Heu steht den Pferden jederzeit zur Verfügung. Meine Liste der probierten Mittelchen ist bereits zwei Seiten lang (von Kräutern bis Hefe zu EM über Pektin, usw.). Mein Wallach ist ansonsten kerngesund, hat wunderbares Fell und zeigt auch keine "Krankheitszeichen" zwecks dem Kotwasserproblem. Hat Jemand das gleiche Thema, also dass das Kotwasser nur bei Raufutterfütterung auftritt und weiß einen Rat oder eine Erklärung. Ich wäre sehr dankbar.

    Herzliche Grüße. Karin

    • Petra sagt:

      Liebe Heidi, ich drücke dir beide Daumen, dass sich jemand meldet. Ich kenne das Problem leider nicht – bin aber sehr überzeugter Fan von Schwarzkümmel um Stoffwechsel und Immunsystem fit und ausgeglichen zu halten. Hast du das schon probiert? Nur so ein Gedanke – auch wenn das nicht Speziel "Magen-Darm" ist.

      Ganz liebe Grüße, Petra

  4. Peter Brack sagt:

    Super Artikel, übrigens gibt es total gesunde Produkte bei Pferdefutter. Damit klappt es eigentlich bei jedem Pferd…natürlich nur mit VIEL Rauhfutter und Futterstroh als Einstreu und 365 Tage Weidegang!
    Euer Peter Brack, Pferdetierarzt

    • Petra sagt:

      Lieber Peter, vielen Dank für deinen Kommentar – es freut mich, dass der Artikel einem Tierarzt gefällt. Das liest Frau gerne 😉 Ganz liebe Grüße, Petra

  5. Victor sagt:

    Vielen Dank fuer diesen guten und sehr verstaendlich geschriebenen Beitrag. Wir werden die Inhalte auf unseren Mitarbeiter-Meetings unserem Pferde-Team vermitteln. Gruesse aus der Mitte des Atlantiks, Victor

    • Petra sagt:

      Sehr gerne 🙂 Und danke auch für deinen Kommentar, ich freue mich, wenn das Wissen weitergegeben wird und gut ankommt. Ganz liebe Grüße, Petra

  6. Liz sagt:

    Was ist den besser vor dem reiten oder nach dem reiten füttern?Meiner steht im öffentlichen und kriegt nach der Arbeit sein getreidefreies Futter.

    • Petra sagt:

      Das hängt ein bisschen davon ab, wie viel du arbeiten willst und wie viel die Pferde sonst haben, würde ich sagen. Wenn es Hunger hat ist Arbeit genauso blöd, wie ein zu voller Bauch beim Arbeiten. Ich bin aber keine Tierärztin. Deswegen kann ich dir nur schreiben, wie ich es mache. Ich gebe meiner Kleinen immer eine kleine Portion Heu, während ich die Box miste. Dann bin ich warm 😉 und das Pferd hat auf jeden Fall ein bisschen was im Magen. Danach wird aufgewärmt und dann Bodengearbeitet. Wir reiten ja noch nicht. Hilft dir das irgendwie weiter? Ganz liebe Grüße, Petra

  7. Christina sagt:

    Hallo,
    ich bin mit etwas "Verspätung" über den Artikel gestolpert.
    Petra, welche Meinung hast du zur Fütterung von Heulage? Ich persönlich bin kein Fan, es würde mich interessieren, wie du das siehst und ggf. warum.
    Ich denke mir einfach, dass die Pferde in der freien Natur ja keine Heulage fressen, weil es sie nicht gibt.

    Zu der vorherigen Frage von Liz: es gibt wohl Untersuchungen/Erfahrungswerte, wonach es sinnvoll ist, dem Pferd nach der Arbeit erst Heu anzubieten und dann das "Kraftfutter", hat wohl irgendetwas mit Kau-Zeit, Verdauungsgeschwindigkeit und Blutzuckerspiegel zu tun, ich weiß es aber nicht (mehr) genau.

    • Petra sagt:

      Hallo Christina, mir geht es wie dir. Ich verzichte bewusst komplett auf Silage und Heulage. Durch das Angären hat es nunmal einen höeren Zuckergehalt und der leicht vorhandene Restalkohol gehört aus meienr SIcht auch nicht in den Pferdeorganismus. Und komischerweise haben die Pferde am Stall, die mit Heulage gefüttert werden eher mal Kotwasser. Meine Befürchtung wäre auch, dass langfristig Hufrehe und Co die Folge sein könnten. Du siehst also, ich bin für mich persönlich dagegen. Viele liebe Grüße, Petra

  8. Claudia sagt:

    Hallo Petra, schön geschrieben. Damit sollte sich jeder Pferdebesitzer auseinandersetzen.

    Schön wäre allerdings gewesen, wenn auch erwähnt worden wäre, wie klein ein Pferdemagen im Vergleich zum Pferd bzw. den Därmen eigentlich ist. Oft wird noch der Fehler gemacht, dass riesige Mengen an Kraftfutter auf einmal gegeben werden…..
    Viele Güße Claudia

    • Petra sagt:

      Hallo Claudia, vielen Dank für deinen lieben Kommentar und vor allem für deine Ergänzung. Das stimmt und ist ein guter Hinweis. Ganz liebe Grüße, Petra

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