Artikel aktualisiert am 16.11.2017

Stell dir vor, du isst jeden Morgen erstmal eine fette Tafel Schokolade. Dann gibt’s zwischendurch feines Obst und Gemüse, leichte Kost. Mittags dann wieder fettiger süßer Kram, wie Chips mit Aroma, vielleicht noch Butterschokokekse und als Dessert eine Riesenportion Fertigpudding. Dein Magen grummelt und rumort. Das ganze süße fettige Zeug tut so gar nicht gut zwischen dem leichten und gesunden Obst- und Gemüse. Warum ich dir das erzähle? Was für dich Schokolade und Chips sind für dein Pferd im Grunde die ganzen aromatisierten Müslis, die mit Melasse aufgemotzten Mashs und die putzigen Leckerli mit Papaya-Geschmack. Dein Pferd braucht vor allem eines…

Gesundes Müsli fürs Pferd - Müslirezept

Kurz gesagt: Täglich Ballasstoffe, Raufaser und natürliche Kräuter. Aus denen zieht der Pferdekörper die Mineralstoffe und Spurenelemente, die er braucht um gesund zu bleiben. Im Artikel erkläre ich dir die Basis der Ernährung und gebe dir einen Rezepte-Tipp, damit du dir ein natürliches Müsli einfach selber mischen kannst. Du brauchst dafür nur ein paar Zutaten und dein Pferd wird es lieben.

Übrigens: Hier gibt es die Ernährungspyramide auch als PDF für dich als kostenloser Download – dann kannst du sie dir ausdrucken und an die Stallwand hängen, wenn du möchtest – einfach HIER KLICKEN und herunterladen

Ernährungs Pyramide Pferd

Die Ernährungspyramide der Pferde – nochmal ausführlich erklärt

  • Die Basis von allem ist: Heu, Heu und Heu. Gras du Heu. Heu und Steppengras sind im Grunde die Haferflocken im täglichen gesunden Müsli deines Pferdes
  • Bitte weniger, aber immer noch toll: Dazu verschiedene Kräuter – immer den Jahreszeiten und Bedürfnissen deines Pferdes angepasst und je nach Menge auch nur Kurweise. Ab und an ein paar Beeren und eine Karotte oder ein Apfel oder eine Birne. Rinden und Samen, wie Schwarzkümmel zum Beispiel oder Hanfsamen (du bekommst sie HIER in Speisequalität*). Gemüse und Obst sind wie bei uns Menschen auch – gesunde Vitamin-Lieferanten. Aber zuviel davon ist auch nicht gut, denn der Pferdemagen ist nun einmal vor allem auf Rauhfutter von der Natur ausgelegt
  • Noch weniger: Getreide! Das ist vergleichbar mit Käse oder Butter – ab und an ist das schon in Ordnung, aber im Übermaß ist es ungesund
  • Sehr wenig bis gar nicht: Öle. Es gibt Pferdeexperten, die komplett gegen Ölfütterung sind. Ich denke, dass man von Fall zu Fall unterscheiden muss. Zu medizinischen Zwecken in Form von 1 EL am Tag und Kurweise nutze ich es schon ab und an. Stichwort: Schwarzkümmelöl im Frühling. Aber immer wenn es geht ersetze ich das entsprechende Öl lieber durch die passenden Samen. Also Leinsaat statt Leinöl oder Schwarzkümmel statt Schwarzkümmelöl usw.
  • Bitte gar nicht: Zucker, Melasse, Zuckerrübensirup, Konservierungsstoffe, Aromen. Das alles tut dem Pferd nicht gut und verwirrt nur den Organismus

Ganz kurz zusammengefasst: Pferde sind Spitzenverwerter. Ihr Körper ist es gewohnt alles rauszuholen. Also holt er aus einer Karotte auch einiges raus.

Gleichzeitig gilt: Umso rauer die Nahrung, umso mehr muss dein Pferd kauen, umso mehr es kaut, umso mehr speichelt es die Nahrung ein, umso besser kann es der Magen dann verdauen. Umso besser der Magen verdaut, umso besser kann der Darm arbeiten – und du ahnst es vielleicht schon: Umso besser wird es deinem Pferd auch gehen.

HIER habe ich schon einmal ausführlich über die Verdauung geschrieben und wie der Heuhalm vom Pferdemaul in den Pferdemagen und Darm kommt

Was sollst du jetzt aber mit all den Infos anfangen? …fragst du dich vielleicht.

Den größten und besten Tipp, den ich dir geben kann ist das „Weniger ist mehr“ – überlege dir einfach bei allem, was du deinem Pferd gibst, welche Inhaltsstoffe drin sind, ob dein Pferd das alles wirklich braucht, welche Mengen an Möhre oder Apfel es wirklich braucht und wie du seine Nahrung so natürlich wie möglich und so abwechslungsreich wie möglich gestalten kannst.

Natürliches Pferde Müsli

Ein Beispiel – Der Speiseplan meines Pferdes:

  1. Heu satt – nie eine Fresspause über 3 Stunden
  2. Grasen auf der Koppel mit Bäumen und Büschen zum knabbern und Blätter suchen
  3. Einmal am Tag ein natürliches Kräuter-Müsli, das ich selbst zusammenmische und das auch mal leicht variiert in den Zutaten – das aktuelle Rezept findest du gleich 3 Zeilen weiter
  4. Wenn Leckerli (die wir täglich im Einsatz haben), dann gesunde Leckerlis ohne Zucker oder Getreide. Zum Beispiel die Biostickies mit Süßholzwurzeln (die liebt Carey besonders – die Leckerli bekommst du HIER) oder die Apfelleckerli aus 100% Apfel mit Thymian (auf die fährt mein Pferd auch ab – gibts HIER) – wobei jedes Pferd da einen anderen Geschmack hat, weshalb es verschiedene Sorten gibt

Biostickies Leckerlis mit Kräutern

MY PferdeMÜSLI – Müsli fürs Pferd einfach selber machen

Jetzt verrate ich dir das aktuelle Rezept. Es ist sozusagen MY persönliches PferdeMÜSLI – das ich je nach Jahreszeit unterschiedlich mische:

Rezept für mein natürliches Pferdemüsli

  1. Basis sind immer Kräuter für jeden Tag – unsere Vierjahreszeiten-Kräuter der Krauterie. Gerade sind es die Winterkräuter (Du bekommst die Kräuter HIER)
  2. Dazu kommt eine Handvoll getrocknete Hagebutten (Hagebutten gibt es HIER)
  3. Und eine kleine Handvoll Schwarzkümmelsamen (Schwarzkümmel gibt es HIER)
  4. Dazu schnibble ich eine Karotte oder einen Apfel – am besten Bio, weil ungespritzt
  5. Und ab und an bekommt sie 1-2 Apfelfasertaler (Die Apfelfasertaler gibt es HIER) daruntergemischt – die enthaltenen Rohfasern sind gut für den Magen und Darm und die Verdauung. Aber Achtung: Sie sind energiereich und deswegen nichts für leichtfuttrige Pferde.

Fertig ist das natürliche Pferdemüsli. Nur mit Rohfasern, Vitaminen, Kräutern und Samen – ohne jedes künstliche Aroma oder Konservierungsstoffe. Die Pferde lieben das in aller Regel.

Natürliches Pferde Müsli

Manchmal werfe ich noch frische Brennessel mit rein, wenn ich sie finde oder Haselnussblätter oder Brombeer-Blätter. Je nachdem wonach sie mit ihrer Nase gerade sucht.

TIPP: Falls du dein Pferd umstellen möchtest und es bisher eher die aromatisierten Melassen-Müslis gewohnt ist, kann es sein, dass es die gesunden Kräuter erst einmal nicht annimmt. Dann kannst du ihm das Kräutermüsli erstmal unter sein gewohntes Müsli Schrittweise untermischen und nach und nach immer weniger der Industrienahrung in den Trog werfen.

Und noch ein Hinweis: In aller Regel haben Pferde sehr gute Instinkte. Vor allem dann, wenn sie natürlich ernährt werden. Wenn du also ein Pferd hast, dessen Instinkte gut funktionieren und du ihm etwas Neues anbietest und es das nicht fressen will, hat es unter Umständen einen guten Grund. Dann würde ich einfach verschiedene Sorten und Varianten ausprobieren und mit den Zutaten experimentieren.

Natürliches Pferde Müsli nah

HIER gibt es den Artikel zum Thema „Angebot und Nachfrage“ in der Pferdefütterung, in dem ich das ausführlicher beschreibe

HIER findest du einen Artikel der zum Beispiel die Vor- und Nachteile der Karotte in der Pferdefütterung auflistet

FAZIT: Thema Ernährung

Das war nur ein kurzer Text – zum Thema Ernährung könnte man ganze Abhandlungen schreiben. Ich wollte dir einfach mal schildern, wie unser Alltag aussieht, als ein Beispiel.

Wichtig ist einfach nur, dass wir unsere Pferde nicht vermenschlichen und zuviel des Guten in sie hineinstopfen. Weil Pferde auf Raufutter ausgerichtet sind von der Natur, sind sie unglaublich gute Futterverwerter. Sonst könnten sie von dem bisschen Steppengras und Kräutern und Beeren ja gar nicht ihren riesigen Körper in Schuss halten. Wenn also das Gras zum Beispiel fett und fruktanhaltig ist – was auf deutschen Wiesen oft der Fall ist – dann kann auch zuviel Gras zuviel des Guten sein.

HIER findest du ein Spitzenbuch zu dem Thema – ich liebe es! Pferde fit füttern: Wie ich mein Pferd artgerecht ernähre*

Egal was ich füttere, ich stelle mir immer wieder die Frage, wie ich an dieses ursprüngliche Leben möglichst nah rankommen kann. Wir reden hier natürlich immer von gesunden Pferden.

Exkurs: Medizin und Fütterung

Hat dein Pferd eine Krankheit und braucht etwas für seine Medizin, dann muss der gesunde Menschenverstand sich einschalten und man muss vielleicht auch Kompromisse eingehen.

Meine Stute zum Beispiel hat aufgrund unserer anderen Weide-Struktur einen Zinkmangel. Sie ist jetzt seit einem Jahr in Deutschland und ich habe ein Blutbild von einem Tierarzt machen lassen, der auch mit Phytotherapie (also Pflanzenheilkunde) arbeitet.

ACHTUNG: Blutbilder sind immer wieder umstritten, weil man sich nicht einig ist, was man alles exakt ablesen kann und Pferde sehr unterschiedliche Verwerter sind und Bedürfnisse haben – aber ich persönlich denke, dass sie eine Richtung zeigen können.

Offenbar gibt es einen Mangel an Zink bei meiner Stute. Das Zinkpulver – das rein Kräuterbasiert ist – möchte sie nicht fressen. Also beisse ich in den sauren Apfel und mische es unter ein Mash. Etwas, das sonst nicht in ihren Futtertrog käme.

Ich mische zum Beispiel das schweren Herzens gekaufte Getreide-Mash mit meinen Apfelfasertalern (HIER bekommst du alle Infos dazu), um den Getreideanteil möglichst gering zu halten.

Apfelfasertaler Apuna

In Zukunft werde ich dem aber entgegenwirken, in dem ich versuche in der allgemeinen Kräuterfütterung auf Zinkhaltige Kräuter zu achten – damit ich Pulver und Mash nicht mehr brauche.

TIPP: Die werde ich mir dann bei der Krauterie.de besorgen. Dort gibt es viele Kräuter in Arzneibuchqualität und Herdis Hiller mischt auf Wunsch auch individuelle Mischungen passend zu den Bedürfnissen. Das liebe ich!

Ich kann dir nur meine persönlichen Gedanken zu dem Thema mitteilen und wie ich es handhabe – aber ich persönlich denke, dass Pferde Naturwesen sind und es deswegen meine Verantwortung als Pferdemensch ist, dem Pferd soviel von dieser Natur zu geben wie irgend möglich. Deswegen finde ich es immer wieder hochspannend zu lesen, wie sich Wildpferde ernähren, wie sie leben und wie weit diese Form des Lebens und der Ernährung entfernt ist von unseren domestizierten Pferden.

Frage: Wie fütterst du denn aktuell dein Pferd? hast du noch Zutatentipps zum perfekten Pferdemüsli? Schreib mir gerne einen Kommentar! Ich freue mich auf deine Meinung zum Thema

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24 Kommentare zu “MY PferdeMÜSLI! Warum Gräser die Haferflocken der Pferde sind

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    die Fütterung ist ja so eine Sache.
    Bei uns ist weniger mehr. Müsli bekommt er überhaupt keines genauso wenig wie irgendwelche "fertigen" Leckerchen.
    Für’s Training bekommt er Karotten, rote Beete und Petersilie (er hat einen Eisenmangel und deshalb rote Beete und Petersilie, weil mir das lieber ist wie irgendein Pulver). Das frisst er gerne. Hagebutten mag er zum Beispiel überhaupt nicht, weder frisch noch getrocknet.
    Einmal die Woche bekommt er 1 1/2 EL Leinsamen, wegen dem Selengehalt.
    Einmal die Woche bekommt er etwas Moor, wobei er das mal frißt und mal nicht.
    Täglich bekommt er abwechselnd verschiedene Kräuter für die Leber.
    Ansonsten ganz viel Heu und sehr wenig Gras. Damit fahren wir nun richtig gut und wir haben seine Werte gut im Griff.
    Liebe Grüße
    Miriam

  2. Sabine sagt:

    Hallo Petra,
    du schreibst hier etwas von Getreide Mash. Ich füttere unserem Pferd auch kein Getreide und möchte dies auch so beibehalten. Aber von AGROBS gibt es ein Almkräuter Mash ohne Getreide und frei von Melasse. Das bekommt unser Pferd und es schmeckt ihr vorzüglich. Von AGROBS gibt es auch Getreidefreies Mineralfutter. Ich weiß nicht, ob du diese zwei kennst und falls ja, könntest du mir vielleicht sagen ob es gut für Pferd ist oder eher nicht. Ich verlasse mich immer auf die Inhaltsauflistung.

    • Petra sagt:

      Hallo Sabine, ich schreibe nur, dass ich ausnahmsweise das Getreide-Mash untermische unter das natürliche Mash aus Apfelfasertalern für meine Stute, weil sie nur darin ihr Zinkpulver zu sich nimmt – aber mehr als Zähneknirschend ;-) Da ist mir aber wichtiger, dass sie das Zinkpulver irgendwie bekommt und ich beiße sozusagen in den sauren Apfel. Normalerweise halte ich von solchen Mashs gar nichts.

      Agrobs hat viele tolle Produkte. Das ist sicher eine tolle Sache. Soweit ich das sehe, sind nur nette Sachen drin. Nur mit diesen PRENATURA-Fasern kann ich nicht zu 100% etwas anfangen. ICh kenne sie einfach nicht. Es steht in der Beschreibung, dass sie "vorwiegend" aus Kräutern, Samen und Heufasern wären. Und das klingt doch auch gut. Ich kann dir jetzt keine 100%-Ernährungsberatungs-Garantie geben ;-) Aber ich finde, dass das Mash ganz gut klingt.

      Bei dem Mineralfutter bin ich ohnehin niemand, der das permanent füttert – siehe meine Antwort ein paar Kommentare weiter oben :-) Das von Agrobs hat auch Apfelsirup – das wäre für mich ein Ausschlusskriterium. Aber ich bin da sehr sehr streng ;-) Ich schreibe ja auch immer nur meine persönliche Meinung – das muss nicht heißen, dass das absolut richtig und wahr ist. Es ist nur meine Meinung – also lass dich von mr da nicht beeindrucken.

      Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Lara sagt:

    Toller Beitrag, das lässt mich nochmal ein bisschen überdenken. Futter ist echt ein schwieriges Thema. Was hältst du von Mineralfutter? sinnvoll oder nicht?

    Sammy bekommt morgens um fünf Uhr Heu. Dann um sechs Uhr gibt es Mineralfutter (kein Müsli, wirklich nur Mineralfutter) und einen Apfel oder eine Birne dazu. Dann geht es raus auf die Koppel, sobald das Heu aufgefressen ist. Sammy steht auf der Koppel, bis ich so um vier Uhr zum Reiten komme, dann geht es danach noch ungefähr eine Stunde mit wenig Heu aufs Paddock, bis die Pferde um sieben wieder in die Box kommen und Sammy sich erstmal in Richtung Futtertrog dreht, wo ihre Kräuter aus dem Kräuterabo von Deganius warten. Außerdem gibt es wieder ein bisschen Obst oder Gemüse dazu. Dann bekommt sie ihr Heu, das schon so in der Box liegt, und nachts zwischen elf und zwei Uhr gibt es ein Heunetz, das der Stallbesitzer füttert, wenn er in die Arbeit fährt, denn er arbeitet nachts bei der Post.

    • Petra sagt:

      Liebe Lara, erstmal vielen Dank für deinen lieben Kommentar – ich freue mich, dass dir der Artikel gefällt. Mineralfutter ist eine wirklich schwierige Frage und ich bin für mich selbst noch nicht abschließend zu einer Meinung gekommen. Einerseits scheint es mir nicht falsch immer mal wieder Kurweise Mineralstoff zu füttern und ich kenne viele Tierärzte (gute Tierärzte), die das auch empfehlen. Es gibt aber auch wieder tierärzte, die davon abraten, weil du eventuell von etwas zuviel fütterst, was dein Pferd gar nicht braucht. DEswegen habe ich für mich persönlich eine Entscheidung getroffen, die muss aber nicht richtig sein und nicht für immer gelten. Aber aktuell erscheint es mir für mich persönlich zuviel des Guten 365 Tage im Jahr Mineralfutter zu füttern. Ich mache jetzt einmal im Jahr einen großen Bluttest mit verschiedenen Parametern, um daraus zumindest eine Grundtendenz abzulesen und ansonsten füttere ich lieber Kräuter nach Bedarf. Wie zum Beispiel aktuell unsere Herbstkräuter und Zink, weil sie laut Bluttest eben einen Zinkmangel hatte. Sprich: Carey bekommt kein Mineralfutter. Ansonsten halte ich es wie Du – Ost und Gemüse in kleinen Mengen, viel Heu und Kräutermischungen mit Beeren. Ich hoffe, dass meine ANtwort dir ein wenig weitergeholfen hat und schicke euch liebe Grüße, Petra

  4. Pferdenärrin sagt:

    Ein sehr wichtiges Thema was sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. Die meisten wissen gar nicht wie ihr Pferd aussehen soll, rein gewichtstechnisch. Und was gute alternativen sind zur Möhre ins dicke Pony.und natürlich die Versorgung mit allen wichtigen Stoffen und Elementen. Aber das ist auch echt schwer bei den ganzen Futtermittelanbietern den Überblick zu behalten.

    • Lena sagt:

      Schwer ist es eigentlich nur, wenn man sich nicht (oder zu wenig) mit der Verdauungs-Anatomie des Pferdes beschäftigt und dazu noch möglichst bequem ist – sprich: "Mein Stall bietet Rundumversorgung mit Kraftfutter und Heu, also ist das Pferd bestens versorgt" ;-) Eben nicht, denn meistens ist das angebotene Kraftfutter in Reitställen zusammengepanschter Mist. Da sollte man als Pferdebesitzer ruhig mal analysieren, sich die Inhaltsstoffe zeigen lassen und schauen, was diese im Pferd anrichten.

      Diese Bequemlichkeit wird von der Futtermittelindustrie natürlich genutzt, denn ein Müsli (klingt gesund, muss gut sein!) z. B. speziell für Ekzemer macht das Pony wieder gesund, steht ja drauf. Und der böse Hafer ist auch nicht drin, also ruhig die doppelte Menge füttern, viel hilft ja bekanntlich viel. Falsch!

      Somit fallen schonmal gut 80 % der angebotenen Futtermittel weg, da sie Melasse, Getreide, Kleie oder sonstigen Blödsinn enthalten. Die restlichen 20 % (gereide-, zucker- und melassefrei, am liebsten natürlich Bio) sind recht schnell verglichen und – wenn alle Kriterien passen – ausprobiert ;-) Da muss der Pferdebesitzer mit dem Pferd zusammen rausfinden, was wie wo die beste Kombi ist.
      Man sieht: So schwer ist das alles gar nicht, wenn man mit ein bisschen System an die Sache rangeht :-)

      Petra schreibt es schon richtig: jedes Tier ist individuell, und da sollte jeder Pferdebesitzer regelmäßig schauen, was sein Tierchen braucht. Ob übers Blut oder auf andere Art und Weise ist egal, Hauptsache, es wird geschaut. Denn auch ein Organismus, der möglichst richtig ernährt wird, verändert sich und braucht dann eben unterschiedliche Stoffe.

      Der Ponymann und ich stehen derzeit vor genau diesem Problem, nämlich: Wie stelle ich ein Futter zusammen, dass seinen Ekzemer-Bedürfnissen gerecht wird und ihn trotzdem nicht abnehmen lässt? Nur Heu und Kräuter funktioniert leider nicht, Pony fällt in sich zusammen wie ein Soufflé :-( Mängel sind laut Blutbild nicht da, also tippe ich auf mehr Grundumsatz (vielleicht durch das Ekzem/ die Juckerei) = mehr Energiebedarf. Also ausprobieren, welche Kräuter und welche "Zusätze" wie z. B. die Apfeltaler in welcher Menge helfen. Wir werden die richtige Kombi finden, nur eben nicht gestern ;-)

  5. Janinne sagt:

    Hallo. Ich habe seit 2 Wochen einen gesunden 12 Jährigen Wallach ( Holländisches Warmblut). Er steht im Sommer 24/7 auf der Weide. Er wird regelmäsig geritten. Ich Frage mich nun ob und was ich ihm zusätzlich als Futter geben sollte. Er ist immer lernwillig und motiviert und fühlt sich schnell gelangweilt wenn man nichts mit ihm macht oder er mal 2 Tage Pause hat. Ein Blutbild hat soweit gezeigt das es ihm an nichts fehlt.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Janinne, dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Pferd. Wie schön, dass es ihm so gut geht und er gesund und munter ist. Ich persönlich würde ja sagen, wenn es ihm so gut geht und sein Blutbild auch so gut ist und Fell und Hufe und alles gesund sind – warum solltest du ihm dann zusätzlich etwas geben. Klar, du kannst zum Beispiel die Vierjahreszeitenkräuter als Basismüsli füttern. Aber ganz ehrlich – wenn er alles hat, was sein Organismus braucht und er putzmunter und total gesund ist, dann würde ich es genauso weitermachen und einfach nur regelmäßig seine Werte checken. Dann kannst du ja immer noch auf Bedarf reagieren. Viele liebe Grüße auf jeden Fall, Petra

  6. Steffi sagt:

    Toller informativer Bericht! Gerade beim Auffüttern habe ich die Erfahrung gemacht: Am besten Heu, Heu und Heu! Gerade alte Pferde werden oft mit zu viel verdauungsbelastendem Getreide gefüttert, die dann aber trotzdem nicht genügend zunehmen oder sogar steifer werden. Gutes Heu 24h am Tag wirkt da wahre Wunder! Auch bei dem oft unentdeckten Gendefekt PSSM (bei z.B. vielen, vielen Kaltblütern; Noriker über 50%!) ist eine Getreide und zuckerfrei Fütterung strengstens einzuhalten. Grobes Heu (nur erster später Schnitt) ist da einfach das Beste!
    Ich verfüttere auch kein Getreide, daher gibt’s bei mir auch kein Mash. Stattdessen verwende ich aufgeweichte Heucobs, wenn ich mal was "drunter schummeln" will. Dieses ist auch länger lagerfähig als Mash. Du schreibst, dass du vorzugsweise Bio-Karotten verfütterst. Es ist nur schade, dass alles andere von z.B. Krauterie nicht Bio ist, denn gerade bei Äpfeln wird viel gespritzt und auch bei Kräutern werden oft Herbizide und Fungizide eingesetzt. Es wäre schön, wenn man bei dem "Hauptanteil" auch auf Bio achten könnte, denn sonst macht das Scheibchen "Konventionell-Karotte" auch keinen Unterschied mehr…

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Steffi, danke für deinen Kommentar. Ich finde deine Art der Fütterung genau richtig und handhabe es im Grunde auch so :-) Es könnte so einfach sein. Zu der Krauterie: Die Kräuter sind in Arzneibuchqualität – leider gibt es das nicht immer in Bio. Du rauchst aber die Arzneibuchqualität und eine Wirkung der Kräuter auch gewährleisten zu können. Da finde ich den Kompromiss okay, dass Herdis nur da Bio verwendet wo sie auch Arzneibuchqualität bekommt. Trotzdem wird natürlich auf Qualität der Hersteller geachtet und nicht gespritztes Billigzeug verwendet – im Gegenteil, wenn es Arzneibuchquität hat, muss auch der ANbau hochwertig und schonend sein. Ganz liebe Grüße auf jeden Fall und bis ganz bald, Petra

  7. Tanja sagt:

    Hallo,
    ich habe seid knapp 4 Wochen eine 16 jährige Westfalenstute :) soweit ist sie sehr aktiv, agil und fit, sehr motiviert bei der Arbeit (Sie wird jeden Tag unterschiedlich gearbeitet, mal Longe, Doppellonge, mal "nur" Spazierengehen, Bodenarbeit und mal dressurmäßig auf dem Platz geritten.
    Ich mache mir jetzt um das Futter etwas Gedanken. Sie steht 24/7 draußen auf der wiese, durch die Trockenzeit (die die letzten Woche geherrscht hat) steht in den Wiesen nicht mehr viel drin, (die Stallbesitzerin sieht leider nicht ein Heu zuzufüttern, da es sonst für den Winter nicht reichen würde :( ) Nun denke ich mir, ich fütter sie etwas zu, grade weil die Wiese fast leer ist und sie täglich gearbeitet wird.
    Nun mein "Problem": Pia ist es vom Vorbesitzer so gewohnt, täglich Getreidemüsli zu bekommen, das habe ich erstmal beibehalten, da ich mich jetzt genauer informieren möchte.
    Ich dachte mir, dass ich ihr getreidefreies, zuckerfreies und melassefreies Müsli füttern könnte, mit Kräutern.
    Was und wie viel könntest du empfehlen?
    Es gibt ja mehre Müsli-Sorten die unter den oben genannten Vorraussetzungen in Frage kommen würden, sind die alle "gleich" gut, muss ich da was beachten, bio ist mir klar :) oder einfach ausprobieren?

    LG Tanja

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Tanja, erstmal finde ich deinen Ansatz super auf getreidefreies, melassefreies und Zuckerfreies Futterzeug zu setzen. Allerdings landest du dann immer bei Kräutermüslis – was grundsätzlich super ist – aber wenig Energie liefert. Wenn deine Kleine aber zu wenig zu futtern hat, dann fehlt ihr ja unter Umständen die Energie. Raufutter sollte immer die Basis sein. Du kannst ja am Besten beobachten, ob sie abnimmt und ihr schlicht und einfach Energie fehlt. Wenn ja, dann geht einfach kein Weg an Heu vorbei. Ansonsten kann ich dir diverse Kräutermüslis empfehlen – wir haben zum Beispiel die Vierjahreszeitenkräuter zusammen mit der Krauterie entwickelt und bei uns im Shop – da gibts dann immer passend zur Jahreszeit die richtigen Kräuter und Samen. Dann gibts natürlich auch Basis-Müslis oder du mischst mit Hanfsamen zum Beispiel, die super Powerbooster sind. Du siehst also: So pauschal kann ich dir das gar nicht beantworten. Es hängt einfach von deinem Pferd und seinen Bedürfnissen ab. Ich bin auch keine Tierärztin und kann dir nur individuelle Erfahrungen weitergeben. Aktuell bekommt meine Kleine zum Beispiel Hanfsamen, Schwarzkümmelsamen und Hagebutten, kombiniert mit einem Basis-Kräutermüsli. Das ändert sich aber immer wieder. Ich hoffe, dass ich dir damit ein kleines bisschen weiterhelfen konnte und schicke viele liebe Grüße, Petra

  8. Christine sagt:

    Hallo Petra,
    dann kann man also davon ausgehen das gutes Heu normalerweise alles abdeckt, was ein Freizeitpferd braucht.
    Ich lebe in Südamerika und mein Pferd (Azteka) steht bei meiner Freundin/Tierärztin in Pension. Alle Pferde bekommen 2x am Tag Kraftfutter und Heu ( im Fellwechsel auch Mineralien +zusätzliche Vitamine), leider fällt die Futterpause ab Mittag bis zum Abend öfter etwas länger aus. Manchmal haben sie Heu gg 15 Uhr auf dem Paddock, manchmal nicht. Deswegen war ich gerade am recherchieren was ich ihm zumindest an den 3-4 Tagen, die ich dort bin zusätzlich geben kann. Americo sollte mehr Muskulatur aufbauen. Deinem Bericht nach wäre es am Besten ihm dann zusätzlich Heu zu geben., oder ?
    Liebe Grüße Christine

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Christine, Heu ist einfach das A und O und natürlichtickende Futterexperten gehen sogar davon aus, dass es nichts anderes braucht. Natürlich kenne ich das Heu bei euch vor Ort nicht und auch die Konstitution deines Pferdes, aber du könntest dein Pferd natürlich noch mit Hanfsamen beispielsweise unterstützen. Die haben viel gesundes und gutes Eiweiß und das ist ja wiederum super für den Muskelaufbau. Und sie haben noch andere tolle Wirkungsweisen. Wir haben auch einen dicken Artikel dazu auf der Pferdeflüsterei – da kannst du mehr dazu lesen :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  9. Svea sagt:

    Hallo Petra, mit großem Interesse habe ich deinen tollen Bericht gelesen. Ich bin absolut verunsichert und schon etwas verzweifelt, wie ich meinen 21 jährigen Trakehnersenior füttern soll. Er ist zu dünn, hatte in der Vergangenheit auch einige mängel (u.a. Zink), sollte laut THP entgiftet werden (mit zeolith), hat im letzten sommer auf den trockenen wiesen zu wenig Futter bekommen etc etc….
    Der Tierarzt sagt ich muss ihm 4kg Kraftfutter geben. Hafer, zuckerrübenschnitzel etc.
    Jetzt schlägst du sicher die hände über dem kopf zusammen….
    Zur zeit bekommt er folgendes (ich habe ihn in einem stall untergestellt und kann nicht 100% füttern wie ich es für richtig halte)
    3x am tag Heu
    1x am tag heucobs
    2x am tag kraftfutter plus mineralien
    Das kraftfutter setzt sich zur zeit so zusammen:
    Maisflocken (noch restbestände weil es mir vor monaten empfohlen wurde) gemischt mit
    Getreidefreies Strukturmüsli von eggersmann.
    Jetzt weiß ich nicht wie es weitergehen soll. Er soll ja zunehmen. Heu ad lib wird leider nicht ermöglicht. Dafür bekommt er immerhin zu 3x heu noch 1x heucobs. Ich überlege nun 1. Ob ich melassefreie zuckerrübenschnitzel zufüttern soll und 2. Was ich statt des müslis geben soll, damit er runder wird. Ich dachte an ein getreidefreies müsli, habe aber auch gelesen, dass pferde zum dicker werden ruhig getreide bekommen sollen. Wenn ja. Welches? Oder was würdest du empfehlen?
    Ich wäre dir über eine zeitnahe Antwort wirklich sehr dankbar.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Svea, tatsächlich scheint mir die Menge an Kraftfutter ganz schön extrem. Aber das ist nur mein Gedanke aus der Ferne. Ich denke, dass du mit Hafer durchaus ein bisschen "gesündere" Energie zufüttern kannst – 2 Mal pro Woche ein natürliches Mash zum Auffüttern ist auch okay. Ansonsten wäre mein Vorschlag tatsächlich ihn auch mit Heucobs ergänzend noch zu füttern und vielleicht Hanfsamen dazu. Hilft dir das ein bisschen weiter? Ganz liebe Grüße, Petra

  10. Kati sagt:

    Hey Svea,
    bei meinen Senior-Shettys (Ü30) hat zum auffüttern morgens Zuckerrübenschnitzel und Olio Vivo Futteröl und abends Mühldorfer Mash Sensitive prebiotic geholfen, jeweils unter die Heucobs oder Agrobs Wiesenflakes. Ein Josera Mineralleckstein ist immer zugänglich. Über ab und zu (ggf. gerieben) Äpfel, Birnen, Rote Beete und frische Zuckerrüben haben sie sich auch gefreut – aber in deinem Müsli ist ja schon ein Teil Apfel drin. Zum weiterlesen ist für dich sicher mal DressurStudien Heft 4/2016 Pferde richtig füttern und Heft 3/2018 Ältere Pferde hilfreich.
    LG

    • Petra sagt:

      Hallo ihr Lieben, wobei ich bei den Zuckerrübenschnitzeln sehr vorsichtig wäre. Auch Öl ist sehr umstritten in der Pferdefütterung – genau wie Fertig-Mashs und Birnen. Das sollte man nicht täglich füttern und beim Mash genau schauen, welche Inhaltsstoffe drin sind. Das nur als kleiner Hinweis aus dem Off :-) Viele liebe Grüße, Petra

  11. Svea sagt:

    Vielen Dank für eure Antworten.

    Was haltet ihr von den melassefreien Rübenschnitzeln? Die habe ich jetzt besorgt.
    Außerdem das getreidefreie agrobs Alpengrün müsli. Ich hoffe, dass das gut ist.
    Petra, würdest du mir denn empfehlen etwas getreide, zB Hafer, zuzufüttern um ihn runder zu bekommen?
    Und wenn ich zum alpengrün müsli noch hafer gebe, macht so ein getreidefreies müsli eigentlich sinn? Habe halt schon das gefühl, dass dieses müsli etwas natürlicher und gesünder ist als manch anderes…
    Heucobs gebe ich ja sowieso. Hanfsamen könnte ich nochmal holen. Hatte ich vor einem halben jahr auch schon mal besorgt.

    Oder ein müsli wirklich selber mixen? Müsste ich aber immer für mehrere wochen mischen…

    • Petra sagt:

      Liebe Svea, die Zutatenlisten zu deinen Produkte und die fremden Produkte kenne ich nicht auswendig, deswegen kann ich dir dazu nichts sagen. Da kannst du einfach die Zutaten checken und schauen, was sich richtig, gesund und natürlich für dich anfühlt. Getreidefreies Essen macht schon Sinn, weil es immer wieder die Info gibt, dass Pferde auf zuviel Getreide zum Beispiel mit Mauke reagieren und es eben einfach grundsätzlich in Massen nicht so gut verstoffwechseln können wie zum Beispiel Gräser und Co. Es ist also eine Abwägungsfrage: Muss dein Pferd deicker werden? Wie sehr? Wie schnell? Und wie kannst du das schaffen.. Und: Was verträgt es und womit ist es am gesündesten und zufriedensten. Und dann heißt es testen. Ich speziell pflege das "Weniger ist mehr" beim Pferd. Weniger Saftfutter, weniger Getreide, kein Zucker, wenige Kräuter aber die ausgewählt und das einzige von dem es viel gibt ist Heu :-) Vielleicht hilft dir das ein bisschen weiter. Ganz liebe Grüße, Petra

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