Artikel aktualisiert am 02.03.2017

Kolik ist ein echtes Angstwort. Du kennst sicher auch jemanden, der jemanden kennt, dessen Pferd an einer Kolik gestorben ist. Das Wort klingt grauenvoll und löst sofort einen Schauder aus. Aber trotzdem wissen viele gar nicht was eine Kolik genau ist und was sie eigentlich für das Pferd bedeutet. Dabei kannst du einiges tun, um deinem Pferd im Fall einer Kolik zu helfen, damit es die Krankheit gesund übersteht und du kannst vorbeugen, damit sie gar nicht erst ausgelöst wird. Eine Kolik muss also kein Todesurteil sein, wenn du weiß wie du deinem Pferd helfen kannst.

Angstthema: Kolik Pferd

Vor kurzem hatten wir bei uns am Stall ein Pferd mit Kolik. Das war erschreckend, auch wenn alles gut gegangen ist und ich habe beschlossen, mehr über diese Pferdekrankheit zu erfahren, damit ich im Ernstfall Bescheid weiß und meinem Pferd helfen kann. Im Artikel findest du die wichtigsten Infos aus meiner Recherche für dich zusammengefasst.

respekt

Fakt ist: Kolik ist leider eine der häufigsten Pferdekrankheiten. Man sagt, dass fast jedes Pferd mindestens einmal in seinem Leben an einer Kolik leidet. Meist geht es gut aus, manchmal leider nicht. Die Kolik ist eine der häufigsten Todesursachen. Deswegen ist es wichtig zu wissen, was dahinter steckt, um die Anzeichen zu erkennen, sie bestmöglich zu vermeiden und im Idealfall gut vorzubeugen.

Hier zeigen die “Pferdeärzte.de” mit einer Animation, was bei einer Kolik im Pferd passiert:

Was tun bei Kolik?

Aufgrund der Häufigkeit ist es aber wichtig zu wissen, was man dann besser tun sollte und was nicht, wenn das eigene Pferd eine Kolik hat. Ich versuche für dich alle wichtigen Infos zum Thema Kolik zusammenzusuchen. Trotzdem kann ich dir nicht garantieren, dass der Artikel vollständig ist, da ich keine Tierärztin bin. Wenn du also auch Wissen und Informationen hast oder dir am Artikel etwas auffällt, dann schreib mir gerne einen Kommentar.

Es kursieren verschiedene Theorien, was die beste Behandlung im Fall einer Kolik ist – zumindest bis der Tierarzt kommt.

  • Führen sagen die einen
  • Führen ist grauenvoll für den Kreislauf rufen die anderen.
  • Dann steht da noch die Frage im Raum: Wälzen lassen oder nicht?

Die Antwort: Das musst du im Grunde von Fall zu Fall unterscheiden.

  • Wie steht es um den Kreislauf des Pferdes?
  • Macht er ein herumführen überhaupt mit?
  • Lässt sich das Pferd vom Wälzen abhalten, ja oder nein? Manchmal kann das Wälzen auch gut tun, weil es helfen kann die Krämpfe zu lösen. Manchmal kann es dem Pferd auch schaden.

Du musst da also leider spontan entscheiden und auch sehen, zu was du dein Pferd überhaupt überreden kannst.

Also: Erstmal den Puls überprüfen und mitschreiben. Du kannst ihn super unterhalb der Ganaschen fühlen. Irgendwas zwischen 30 und 40 Schlägen pro Minute sind wohl ein ganz guter Mittelwert. Ist der Puls deutlich höher (laut der Gesellschaft für Pferdemedizin bei 60 und aufwärts), wird der Kreislauf des Pferdes das Herumführen vermutlich nicht mehr mitmachen. Das könnte zu einem Kreislaufkollaps führen.

Wenn es gehen sollte, weil der Kreislauf es zulässt, bitte im langsamen Schritt führen. Nicht im Galopp oder Trab hetzen. Und: Ruhig bleiben. Einem unruhigen Pferd hilft ein hektischer Mensch nicht wirklich weiter. Dein Pferd braucht in so einem Fall einen gelassenen Menschen an seiner Seite.

Dann gibt es noch ein paar Dinge, die man tun kann, bis der Tierarzt kommt.

Bevor ich dir aber in aller Ruhe nochmal die einzelnen Schritte erkläre die du vorbeugend machen kannst, damit dein Pferd gar nicht erst eine Kolik bekommt und wie du im Ernstfall vorgehen kannst, erstmal noch ein paar Informationen zur Kolik an sich.

Horsemanship einfach

Was ist die Kolik?

Das Wort steht eher für eine allgemeine Fehlfunktion von Magen und / oder Darm und nicht für eine bestimmte Krankheit. Hinter dem Wort versteckt sich also einiges, das aber alles mit Magen- und Darmerkrankungen zu tun hat. Also mit Bauchschmerzen beim Pferd. Das kann alles sein von der kleinen Blähung bis zum verknoteten Darm. Letzteres kann lebensgefährlich werden.

Da gilt: Je schneller das Pferd behandelt wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Egal wie, treten Anzeichen einer Kolik auf, muss der Mensch schnell handeln. Denn umso schneller das Problem angegangen wird, desto größer sind die Heilungschancen. Also: Nicht einfach selbst behandeln sondern sofort den Tierarzt rufen.

Ursachen der Kolik

Der Magen-Darm-Trakt der Pferde ist mehr als kompliziert und er sollte eigentlich wie ein Uhrwerk laufen. Tut er aber nicht immer. Zum Teil auch weil wir falsch füttern (zu viel Getreide, zu viel Zucker und Mash und zu wenig Raufutter), zum Teil weil nicht alle Pferde immer frisches Wasser zur Verfügung haben, zum Teil weil zu viele Pferde zu lange am Tag in Boxen herumstehen und nicht genug Bewegung bekommen.

Der nächste Grund liegt in der Anatomie der Pferde. Sie haben einfach einen verdammt langen Darm (locker 30 Meter), der nicht besonders fest aufgehängt ist im Pferdebauch. Dann ist der Pferdemagen relativ klein. Das was da drin ist, muss also schnell weiter. Ist da zu schnell zu viel von oben reingestopft worden, kann es zu einer Magenüberladung kommen. Auch ein Kolik-Auslöser.

Pferde können sich nicht übergeben. Das verhindern die sehr starken Schließmuskeln an beiden Magenausgängen und die Muskeln der Speiseröhre. Alles im Pferd zeigt vom Maul, Richtung Ausgang (Pferdepopo). Warum macht die Natur so etwas? Pferde sind Fluchttiere, sie müssen jederzeit schnell losrennen können, um vor der Gefahr erfolgreich zu fliehen. Durch die lange Speiseröhre und den kleinen Magen und den langen Darm ist ihnen das leichter möglich, weil das Futter auf langen Strecken gut verteilt werden kann.

HIER habe ich einen Buchtipp für dich über die Pferdeanatomie*

Mehr zu den Ursachen und erste Hilfe Maßnahmen erkläre ich dir gleich. Aber vorher noch ein bisschen Hintergrundinformationen zum Fressverhalten der Pferde und warum es so wichtig ist regelmäßig das Richtige zu füttern und Pferden auf der Weide Bewegung zu bieten, um Koliken zu vermeiden.

Carey - Quarterhorse

Viel Heu ist gut

Pferde sind früher gelaufen und gelaufen und gelaufen. Dabei haben sie die ganze Zeit gefuttert und sich so ständig mit Rauhfaserreichem Futter versorgt. 15 Stunden pro Tag und mehr.  Heute bekommen die Pferde zum Teil anderes Futter und bewegen sich weniger. Um also einer Kolik vorzubeugen müssen Pferde den ganzen Tag immer wieder ein bisschen Heu fressen.

TIPP: Heunetze können hilfreich sein, wenn du einen Stall hast, in dem das Heu nicht ständig aufgefüllt wird oder ein sehr sehr gutes Futterverwerter-Tier. Weil das Pferd länger braucht, um an die Heuhalme zu kommen. So bekommen die Pferde ständig Futter und können gleichzeitig nicht zu viel reindreschen.

Das Heunetz wenn es geht eher niedrig aufhängen. Zu hoch aufgehängte Heunetze können zu Verspannungen der Muskulatur führen, weil Pferde eigentlich von Natur aus die meiste Zeit mit tiefem Kopf fressen. Klar, sie haben ja die Pferdenase im Gras stecken.

Hier auf dem Foto hängt es zu Beispiel ganz passabel, aber eigentlich immer noch zu hoch. Das war in der ersten Woche nach der Ankunft meiner Stute. Mittlerweile hängt es noch tiefer in der Box, es hat ein bisschen gedauert, bis ich den richtigen Ort und eine passende Aufhängung gefunden habe.

Heu fressen

Der Pferdemagen sollte nicht länger als 4 Stunden am Stück ohne Futter sein, weil es sonst zu einer Übersäuerung im Magen kommen und die Magensäure dem Magen schaden kann. Auch das kann langfristig eine Kolik auslösen.

Zuviel Getreide ist schlecht

Zuviel Getreide am Stück kann auch schädlich sein. Denn der Pferdemagen ist nicht auf so große Getreidemengen ausgelegt. Auch wenn Müslihersteller sich gerne mal andere Mengen empfehlen, sollte man diese Getreidemüslis sehr vorsichtig und bewusst in kleinen Mengen oder gar nicht füttern. Zucker oder Melasse ganz weglassen, genau wie Molkenpulver (ein anderes Wort für Milchzucker). Im Pferdemagen verschiebt sich sonst unter Umständen der pH-Wert. Das wiederum beeinflusst natürlich die komplette Verdauung, bis in den Darm und da wären wir wieder beim Thema Kolik angelangt. Übrigens: das kann auch andere Krankheiten auslösen, wie zum Beispiel Hufrehe oder Kotwasser. Klassische Stoffwechselkrankheiten.

Dieses Buch hier* ist auch hilfreich für das Thema “richtige Pferdefütterung”, wenn du etwas tiefer in die Materie einsteigen willst

HIER findest du einen Artikel über Kräuter und ihre Wirkung in der Pferdefütterung.

Und HIER findest du noch ein ausführliches Interview zum Thema gute Pferdefütterung mit einer Kräuterexpertin

Anweiden und Kolik

Thema „Anweiden“: Auch da bitte langsam anweiden und langsam umstellen vom Heu auf das fette und fruchtige Gras. Auch das kann unter Umständen sonst eine Kolik auslösen. Frisches Gras bläht im Magen einfach mehr als das trockene Heu. Das ist im Grunde wie in der freien Wildbahn. Der Frühling kommt ja auch nicht von heute auf Morgen, sondern es sprießt und blüht immer mehr und mehr und mehr. Wenn wir aber die Pferde von der Winterkoppel auf die Wiese stellen, bekommen sie quasi von Null auf Hundert Gras. Das kann den Pferdemagen schon mal überfordern. Deswegen: Nach und Nach Anweiden.

ACHTUNG: Beim Heu immer darauf achten, dass es nicht im Dreck herumliegt und staubarm ist. Damit beim Fressen nicht zuviel Sand mitgefressen wird.

Eine Kolik kann mehrere Ursachen haben:

  • Krämpfe der Darmmuskulatur (oft durch Parasiten verursacht)
  • Verstopfungskolik – sie kann durch falsche Fütterung oder zu schlechtes zerkauen der Nahrung ausgelöst werden (zuviel Getreide, schlechte Heuqualität, zuviel Stroh, Sand)
  • Kolik durch Blähung: Wenn das Pferd im Darm zuviel Gas entwickelt, zum Beispiel, weil das Gras frisch gemäht wurde auf der Weide oder zuviele Äpfel gefüttert wurden oder das Kraftfutter zu plötzlich verändert wurde und Magen und Darm sich noch nicht darauf einstellen konnten.
  • Magengeschwüre und Verletzungen der Magenschleimhaut
  • Eine Zuviel im Magen (wenn er also überladen ist)
  • Der Darm kann sich verlegen – sozusagen verknoten. Der Pferdedarm ist nämlich sehr beweglich und die Befestigung des Darms im Pferd ist relativ lang. Dadurch ist es relativ üblich, dass Pferde sich den Darm leicht verdrehen können.
  • Infektionen im Magen und Darm
  • Thrombosen im Darmgewebe können auch Koliken auslösen
  • Durch die Geburt kann es bei der Stute etwas verschieben.

HIER gibt es ein interessantes Youtube-Video zum Thema. Aber Achtung! Nichts für zarte Seelen – da werden auch Gedärme und Innereien gezeigt:

 

Du siehst also, dass es unglaublich viele verschiedene Ursachen für eine Kolik geben kann. Oft wird die Kolik durch falschen Umgang mit Futter ausgelöst. Überfrisst sich zum Beispiel ein Pferd und „überlädt“ damit den Magen, überdehnt sich der und das Pferd bekommt Schmerzen.

Nebenbei kann der Dickdarm (direkt nach dem Magen) mit Gas aufblähen. Das ist dann eine Gaskolik. Da kann der Darm letztendlich sogar reissen.

Stress kann übrigens auch Kolik auslösen. Wenn das Pferd zuviel und zu oft bei Transporten gestresst wird, wenn es den Stall zu oft wechseln muss oder zuviel Stress beim Training gar. Dann können als eine Folge des ganzen Stress die Bauchmuskeln verkrampfen und das wiederum kann richtig schmerzhaft werden für das Pferd.

Ein weiterer Faktor für so eine sogenannte Krampfkolik kann übrigens das Wetter sein. Wenn es plötzlich von warm zu kalt wechselt oder umgekehrt. Sprich: Bei plötzlichem Wetterwechsel. Das belastet den Kreislauf der Pferde und das wiederum belastet die Verdauung. Magen und Co arbeiten nicht mehr so fleißig und das kann zu einer Verstopfung führen.

Die Schlimmste Form der Kolik

Und dann gibt’s noch die Kolik, die ausgelöst wird dadurch, dass sich der Dünndarm verdreht. Das ist wirklich fies. Denn da MUSS in aller Regel operiert und sogar ein Stück des Darms abgetrennt werden. Dass das langfristig das Pferd belasten kann, ist klar.

Woran eine Kolik erkennen?

Eine leichte Kolik zeigt sich zum Beispiel darin, dass das Pferd hibbelig ist und mit dem Kopf immer wieder Richtung Bauch schlägt. Manche Pferde versuchen dann auch mit den Hinterbeinen Richtung Bauch zu treten. Pferde scharren dann auch gerne mit den Hufen oder Flehmen immer wieder. Meist wollen Pferde kein Futter oder Wasser und wollen sich immer wieder hinlegen oder wälzen. Mehrfach hintereinander. Ständig Äpfeln und ein aufgeblähter Bauch können auch Anzeichen sein.

Wenn es sich um eine schwere Kolik handelt zeigt das Pferd alle Symptome PLUS die typischen Anzeichen von Schmerzen, wie weit aufgerissene Augen, hoher Puls und unruhige Atmung. Dazu kommen dann Schweißausbrüche und manche Pferde versuchen sich wirklich hinzusetzen. Wie eine Katze oder ein Hund.

Dann gibt es Pferde, bei denen sich die Pferdeäpfel in Farbe und Form verändern. Statt der typischen Apfelform und dem „normalen“ Geruch, riecht der Kot unangenehm und ist weicher oder fester. Auch das können Anzeichen sein. Generell für Krankheiten, aber auch für eine Kolik. Manche Pferde rülpsen mehr. Klar, sie haben ja (je nach Kolik) Gase im Körper, die sie loswerden wollen.

So oder so: Bitte SOFORT den Tierarzt rufen und nicht einfach Medikamente geben, auch keine Wurmkur. Sondern warten, was der Tierarzt sagt.

Was tun bei Kolik?

  1. Erstmal Futter und Stroh wegpacken (durch Holzspäne ersetzen, falls vorhanden) und dem Pferd nur noch frisches Wasser geben
  2. Dann immer wieder in kurzem Abstand (alle halbe Stunde) ein paar Minuten im Schritt herumführen, denn das Bewegen im Schritt fördert die Darmtätigkeit.
  3. Und Puls und Atemfrequenz messen.
  4. Vorsichtig: Kolik-Pferde wollen sich gerne hinlegen. Es kann auch sein, dass der Kreislauf schon so schwach ist, dass das Pferd einfach nicht mehr aufstehen kann. Dann sollte man es natürlich nicht zwingen.
  5. Sofort den Tierarzt rufen! Immer! Der untersucht das Pferd dann fachgerecht. Temperatur, Pferdepuls und den Atem, dann gibt’s vielleicht ein Beruhigungsmittel und auf jeden Fall etwas Krampflösendes.

Was der Tierarzt bei einem Kolikfall wissen will – eine Checkliste

Der Tierarzt wird wissen wollen, was das Pferd gefressen hat, wieviel es bewegt wurde in den Tagen vor der Kolik.

Außerdem wird er den Puls und die Temperatur und auch die Atemfrequenz der letzten Stunden wissen wollen.

Er wird das Pferd in seiner Box beobachten wollen. Manche Pferde benehmen sich natürlicher in der Box als beim Herumführen.

Wie der Tierarzt behandelt bei einer Kolik

Von Außen: Der Tierarzt hat im Ideallfall Ultraschall. Auf jeden Fall das Stetoskop, um zu hören wo es im Pferdebauch gerade abgeht. Dann kann der Tierarzt zum Beispiel Gase ausweichen lassen durch eine Sonde, die über die Nase eingeführt wird. Pferde können sich aufgrund ihrer Anatomie nicht übergeben. Alles was oben reinkommt, muss unten rauskommen. Kann es das nicht, wegen einer Kolik, muss der Tierarzt eben so weiterhelfen.

Rektal: Dann muss der Tierarzt mit der Hand in den Pferdepopo um zu fühlen, wo die Probleme im Darm liegen könnten. Je nachdem wo die Kolik zugeschlagen hat, kann der Tierarzt das Problem so auch ohne OP lösen. 30 – 40 % des Darms sind vom Pferdehintern aus ertastbar für den Tierarzt.

Blut: Blutabnahme kann auch eine Untersuchungsmethode sein, um zu checken wie stark das Pferd vielleicht schon ausgetrocknet ist. Im Schlimmsten Fall muss das Pferd in die Klinik. Deswegen sollte immer ein Pferdetransporter zur Verfügung stehen.

Medikamente: Bei Koliken, die mit Gasen und Krämpfen zu tun haben, können Medikamente sehr gut weiterhelfen. Auch bei der sogenannten Anschoppungskolik. Da haben sich im Darm Futtermengen „angeschoppt“. Die Pferde bekommen Schmerzmittel und krampflösende Mittel und abführende Mittel. Je nachdem wie fit der Kreislauf des Pferdes ist, kann es auch sein, dass es ein Kreislaufmittel bekommt. Dazu danach eine Diät, die dem Pferd hilft Magen und Darm leer zu bekommen und dann mit Kuren die Darmflora wieder aufzubauen. Da lässt sich super auf Kräuter setzen.

Die Kolik-OP

Es gibt natürlich auch Koliken – wie die Verdrehung des Darms oder der Darmverschluss – die einfach in der Anatomie der Pferde liegen. Da kann der Mensch leider im Vorfeld nicht so viel machen. Da ist eine OP leider die einzige Möglichkeit, dem Pferd zu helfen. Die Tierärzte wissen meist vorher nicht, wie stark der Darm beeinträchtigt ist. Je nachdem wie sehr, kann es auch sein, dass das Pferd während oder nach der OP eingeschläfert werden muss. Dann wenn zum Beispiel zuviel des Darms abgestorben ist und das Pferd nach der OP nicht überleben könnte.

Solltest du operieren müssen, ist die Nachsorge sehr wichtig und die Tage nach der Operation sind entscheidend. Der Darm ist ein Stückchen kleiner, deswegen zeigt sich in den ersten Tagen, ob der Darm wieder anfängt zu arbeiten und das gut genug, damit das Pferd überleben kann. Je früher das Pferd operiert wurde, desto größer sind meist auch die Chancen, weil ja weniger Darm beeinträchtigt wurde.

Aber es gibt auch viele Formen der Kolik, die durch die richtige Haltung vermieden werden können.

Pferd Kolik – Richtig vorbeugen

Die Basics um einer Kolik vorzubeugen – einmal kurz zusammengefasst:

  • Viel Rauhfutter, wenig Getreide
  • Wenig energiereiches Futter wie Gemüse oder Brot (bitte kein altes Brot immer ins Pferd reinstopfen)
  • Ist das Pferd ein Fresssack kann es helfen das Stroh gegen Späne zu tauschen. Stroh als Futter kann Koliken auslösen
  • Immer frisches Wasser
  • Viel Bewegung
  • Entwurmung, damit der Darm Parasitenfrei ist (aber Achtung: Auch eine Wurmkur kann den Magen-Darm-Trakt angreifen und macht auf Dauer auch die Parasiten widerstandsfähiger, also nicht übertreiben damit)
  • Weiden schön abäpfeln, damit sich die Parasiten nicht ausbreiten können
  • Gutes Einstreu – trocken und absolut Schimmelfrei bitte
  • Ständige Futtergabe
  • Viel Heu!
  • Kein gehäckseltes Stroh oder Heu füttern
  • Kontinuierlich die Zähne checken lassen! (Nur ein Pferd, das gut kauen kann, kann auch gut einspeicheln und verdauen)

Es gibt auch Ansätze, die davon ausgehen, dass Allergien Kolikauslöser sein können. „Reiten-weltweit“ hat HIER die wichtigsten Facts zum Thema „Allergien bei Pferden“ zusammengefasst.

Pferd Kolik – Überlebenschance – bis zu 90 %!

Der Pferdedarm ist lang. Richtig lang. Der kann sich schon mal verlegen oder drehen an einzelnen Punkten. Das ist eigentlich die fieseste Form der Kolik.

Die galt früher nahezu auch als Todesurteil. Das ist heute wohl nicht mehr so. Klar, es ist ein Risiko und je nach Situation und Pferd müssen die Überlebenschancen eingeschätzt und mit den Schmerzen, dem Stress und der Nachsorge abgewogen werden. Kurz: Schadet man dem Pferd mehr, als ihm zu nützen mit der Kolik-OP ist es auch die bittere Verantwortung des Menschen über das Pferdeleben zu entscheiden. Ich hoffe, dass ich niemals in diese Lage komme und wünsche das niemandem.

Mittlerweile ist aber – je nach Pferd – von einer Überlebenschance von bis zu 90% die Rede. Das macht auf jeden Fall Mut.

Das alles hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vom Pferdealter, vom Gesundheitszustand des Pferdes, von der Frage wann die Kolik entdeckt wurde und der OP selbst.

Aber Achtung: So eine Kolik-OP ist richtig teuer. 4000 Euro und mehr kann die locker mal kosten. Eine OP-Versicherung kann durchaus Sinn machen. Nicht nur deswegen, ganz grundsätzlich.

HIER gibt es einen spannenden Erfahrungsbericht zum Thema “Kolik OP und Versicherungen” von JC-Sattel “Kostenfalle Kolik OP” – gruselig, was man da alles falsch machen kann

Dann kommt noch die Nachsorge: Die Pferde dürfen danach ein paar Wochen nur in der Box stehen, dmait die Wunde richtig heilen kann, dann brachen sie Mineralstoffe und die Darmflora muss auch wieder auf Vordermann gebracht werden, Dann muss das Pferd nach und nach wieder traiiert werden und kann sich so vielleicht sogar wieder komplett erholen oder zumindest als Freizeitpferd entspannt mitlaufen. Nicht alle Pferde können zum Beispiel nach einer Kolik wieder Turniere gehen. Und die Fütterung sollte danach ziemlich ideal ablaufen.

HIER* nochmal der Buchttipp zum Thema Pferdefütterung

 

Kolik beim Pferd mit Homöopathie behandeln?

Klingt eklig – aber die Basis von allem ist der Darm. Er muss darf nicht verstopft werden, es muss immer Futter nachgeschoben werden und er muss gut genug funktionieren, damit der Kot im Darm immer schon weitergeschoben wird. Was oben reingeht, muss unten raus. Ganz einfach eigentlich.

Die Homöopathie kann immer eine Ergänzung zur Schulmedizin sein. Aber mehr zur Vorsorge für einen gesunden Darm oder zur Nachsorge, falls die Kolik eingetreten ist.

HIER findest du genaue Infos zum Thema von einer Heilpraktikerin geschrieben

Bei ernsthaften Erkrankungen sollte man nicht nur darauf setzen. Je nach Erkrankung kann die Homöopathie aber auch eine gute Alternative sein. Da muss man immer von Fall zu Fall unterscheiden. Aber grundsätzlich denke ich: Pferde sind „Natur“, warum sollte also „Natur“ nicht auch bei Krankheiten helfen. Egal ob es um Homöopathie oder Heilkräuter geht. Trotzdem sollte man den Einsatz immer mit dem Tierarzt absprechen, um Nebenwirkungen und Verbindungen der Medikamente auszuschließen und nicht auf eine falsche Weise einzugreifen. Die hier genannten Medikamente sollen nur als Inspiration dienen, um dann alles weitere mit dem behandelnden Tierarzt abzusprechen.

Homöopathie im Fall der Kolik?

  • Bei einer sehr schweren Kolik kann Belladonna helfen. Die Tollkirsche. Sie soll gegen wellenförmige Kolikartige Beschwerden helfen. Die Pflanze ist zwar giftig, aber nur in einer zu hohen Dosis. In einer geringen Dosierung kann sie gegen verschiedene Krankheiten helfen. Auch bei Magen-Darm-Erkrankungen.
  • Wenn die Kolik zum Beispiel bei einem Futterwechsel ausgelöst wurde, könnte Nux Vomica weiterhelfen. Nux Vomica heißt auch Brechnuss. Sie wächst als Baum, der Strychnin enthält. Das, weißt du vielleicht, in zu hoher Dosierung giftig ist. Wenn es aber sehr niedrig dosiert wird, wirkt es einerseits harntreibend, ist aber auch gut für die Verdauung. Es kann auch gegen Übelkeit helfen.
  • Dann bei Globuli: Bryonia (=Zaunrübe), Colocynthis (= Bittergurke), sollen bei Koliken, Übelkeit, Krämpfen helfen.
  • In Sachen Heilkräuter ist Anis ganz weit vorne. Das Kraut hat eine krampflösende Wirkung und kann bei Kolik-Pferden im Vorfeld entkrampfend wirken.

Heilkräuter haben eine Wirkung und können als Dauergabe wiederum Organe wie die Leber belasten. Deswegen nicht permanent, sondern kurweise füttern.

Kolik – die wichtigsten Facts auf einen Blick

Symptome: Unruhiges Pferd, dass scharrt, flehmt und mit Kopf oder Hinterbeinen Richtung Bauch schlägt. Je nach Stärke der Schmerzen will es nicht mehr aufstehen, schwitzt stark und hat erhöhten Puls. Augen sind weit aufgerissen wegen der Schmerzen und die Schleimhaut des Maules kann trocken sein. Das Pferd will nicht fressen und trinken. Nicht bei jedem Pferd gibt es alle Anzeichen. Auch einzelne Anzeichen können reichen, um den Tierarzt zu rufen.

Folgen: Durch den schwachen Kreislauf kann das Pferd letztlich auch sterben.

Ursachen: Darmverschluss, Verspannungen, Kärpmfe oder verdrehter Darm. Gase oder Magenüberladung oder großer psychischer Stress, der zu Reizungen führen kann. Auch Parasiten können Koliken auslösen, weil der Darm nicht so funktioniert wie er soll.

Was tun bei Kolik? Pferd alle paar Minuten kurz im Schritt herumführen, um den Darm anzuregen. Wenn es eine leichte Kolik hat. Hat es eine schwere Kolik, kann es sein, dass der Kreislauf das herumführen nicht mitmachen würde. Dann dem Pferd das Liegen lieber erlauben. Stroh und Fressen raus aus der Box und den Tierarzt rufen. Der kann dann alles abhören und krampflösende Medikamente geben. Im schlimmsten Fall muss das Pferd in die Kolik-OP. Aber: Heute redet man von einer bis zu 90% Heilungschance.

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22 Kommentare zu “Kolik beim Pferd! Alle wichtigen Facts auf einen Blick

  1. Raimund Kniffki sagt:

    Hallo Petra,
    zur Vorbeugung finde ich persönlich es enorm wichtig, dass sich ein Pferd verladen lässt. Weiß ich, dass ich im Notfall das Pferd auf den Hänger führen und in die Klinik fahren kann, ist das eine deutlich andere Situation, als wenn mir sofort der Gedanke "Oh Gott, das Pferd geht nicht auf den Hänger!". Das ist ein Stressfaktor der vermeidbar ist!
    Bei Unerfahrenen Pferdebesitzern oder grundsätzlich aufgeregten Menschen, sollten vielleicht (sofern vorhanden) neutrale Personen zu Hilfe gerufen werden. Ich meine, lieber einen unbekannten entspannten Menschen am Pferd, als den hyperventilierenden Besitzer!
    LG Raimund

    • Petra sagt:

      Hallo Raimund, das ist eine super Ergänzung. Ja, Verladen ist ein wichtiges Thema. Ich selbst muss es mit meiner Stute auch noch üben. Man "schiebt" es immer so gerne, wenn es nicht nötig ist. Ruhe ist immer einer der wichtigsten Faktoren, glaube ich. Wenn man selbst nicht ruhig bleiben kann, macht es sicher Sinn einen anderen gelasseneren Menschen dazu zu holen. Danke dir für deine Ideen und liebe Grüße, Petra

  2. Nadine sagt:

    Sehr schöner Artikel, danke dafür!
    Ich habe mir im November eine 13 jährige Stute gekauft und noch keine OP- Kosten- Versicherung.
    Könntest Du mir vielleicht eine gute empfehlen?

    • Marcus sagt:

      Es gibt nur 3 Gesellschaften, die so etwas anbieten. In Deinem Fall solltest Du dir die Allianz anschauen, da diese zu 100% bis 10.000 Euro abdeckt. Die Uelzener übernimmt nur 80% und die R+V nur bis 3.000 Euro.

      Wir hatten selber mal einen schweren Kolikfall (inkl Reinfall mit dem Tierarzt) und haben dies auf unserem Blog jc-sattel.de beschrieben.

      Viele Grüße,

      Marcus

    • Petra sagt:

      Supertipp! Die habe ich auch schon im Blick – und wirklich interessanter Beitrag zu dem Thema. Da habt ihr ja echt was mitgemacht. Liebe Grüße euch, Petra

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Nadine, ich selbst bin noch in der Recherchephase. Meine kleine Madame ist seit Sommer bei mir – also eigentlich genug Zeit ;-) aber so wie es aussieht, scheint es sich bei mir zwischen der Allianz und Horse-Life zu entscheiden. Wie immer haben die Versicherungen Vor- und Nachteile, aber die beiden kristallisieren sich als ganz gut heraus. Wobei für dich vielleicht die Allianz die bessere Variante ist, weil bei der Horse-Life Pferde, die älter als 11 Jahre sind beim Eintritt in die Versicherung nur noch mit 80% Anteil unterstützt werden. So oder so würde ich persönlich immer das Premium (das bestmögliche Paket) wählen, weil nur da die relevanten Punkte gegeben sind. Tierarztverordnung 2, 10 Tage Nachsorge inklusive usw. Das sind aber meine Gedanken zum Thema. Ein ausführlicher Artikel wird folgen, wenn meine Recherche auch für mich abgeschlossen ist und ich weiß welche ich nehme :-) Aber ich wollte dich schon einmal an meinen Gedanken teilhaben lassen. Am Ende entscheidet sich ja leider immer erst im Ernstfall, wie gut eine Versicherung wirklich ist. Ganz liebe Grüße, Petra

    • Conni sagt:

      Ich bin bei der Uelzener und habe sie auch vor Jahren mit meinem ersten Pferd zweimal innerhalb 2 Jahren für eine Arthroskopie und die Entfernung eines Auges beanspruchen müssen. Reibungslose Abwicklung, wenn man mit denen alles abspricht, prompte Erstattung der Kosten.
      Es stimmt allerdings, dass die Uelzener bei Pferden älter als 11 Jahre nicht mehr 100 % erstattet. Da ich mein jetziges Pferd mit 6 gekauft habe, spielte das aber keine Rolle.

  3. Laura sagt:

    Hallo :)
    Ein interessanter Artikel!

    Ich habe vor einigen Wochen mein Pony durch eine Kolik verloren.
    Der Dünndarm hatte sich verdreht und die einzige Option war ihn operieren zu lassen, aber auf Grund seiner schlechten Verfassung wollte ich ihm den Transport ersparen..(er hat das Verladen nie gut gefunden)

    Ich habe jetzt davon gehört, dass einige Besitzer ihren Pferden einen Schluck Kräuterlikör geben bei ersten Anzeichen einer Kolik, hast du davon auch schon gehört? Was hälst du davon?

    LG
    Laura

    • Petra sagt:

      Liebe Laura, das tut mir sehr leid, es gibt vermutlich nicht die passenden Wort dafür. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Was deine Frage betrifft: Bei einer Kolik wie der deines Ponys glaube ich nicht, dass Kräuterlikör auch nur irgendeine Wirkung haben kann. Es ist ja eine anatomische Problematik, die sich durch Kräuter nicht ändern wird. Da bleibt im Grunde nur die OP. Bei einer Gaskolik zum Beispiel oder anderen Problemen des Magen-Darm-Bereiches mag es ein Ansatz sein, weil ja Magenfreundliche und beruhigende Kräuter drin sein sollen. Ich habe auch schon davon gehört, es aber bewusst nicht in den Artikel aufgenommen. Weil: ich persönlich würde es nicht machen. Erstens: weil alkohol drin ist, der dem Pferdeorganismus sicher nicht total entspricht. UNd Zweitens: Weil ich immer einen Tierarzt rufen würde, der dann die entsprechenden Medikamente bereit hat und nicht selbst mit Medikamenten loslegen würde im Ernstfall. Ich schicke dir viele gute Gedanken und ganz liebe Grüße, Petra

  4. Esther sagt:

    Liebe Petra,
    danke für den sorgfältig recherchierten Artikel.
    Nachdem mein Pferd vor drei Jahren kolikoperiert wurde, habe ich meine Einstellung zu diesem Symptom (denn das ist es) und zum Thema OP gründlich überdacht.

    Zuerst: Eine Kolik-OP mit etwa 10 Tagen Klinikaufenthalt (das ist etwas länger als der Standard) kostet nicht 4000 Euro sondern eher das doppelte – das macht eine OP-Versicherung umso wichtiger!! Mein nächstes Pferd wird zuallererst OP-versichert. Die Wartezeit (bis die Versicherung zahlt) beträgt bei Koliken i.d.R. nur wenige Monate. Auf der Website der Pferdeklinik Müggenhausen gibt es einen guten Versicherungsvergleich.

    Mein Pferd hatte eine Verengung der Passage im Dünndarm durch eine Bride, einen sog. Bridenileus. Dieser Auslöser von Koliksymptomen fällt unter persönliches Pech und kann jedem Pferd in jedem Trainings- und Gesundheitszustand und in jeder Haltung passieren… Diese Kolik war bis heute die erste und einzige, die mein Pferd hatte. Das zeigt noch einmal die Wichtigkeit einer solchen Versicherung. Außerdem hat es mich gelehrt, dass es sich als Pferdebesitzer lohnt, sich ein paar Fragen zu stellen und sie für sich zu beantworten, BEVOR die Stresssituation eintritt.
    1. Will ich dem Pferd die OP zumuten? Dieser Eingriff ist nicht zu unterschätzen, auch was die Spätfolgen für den gesamten Organismus angeht. Kann ich Nachsorge und Reha-Zeit leisten? Bis das Pferd wieder voll einsatzfähig ist, dauert es ca 1 Jahr.
    2. Wenn eine OP stattfindet – bin ich bereit, während der OP zu entscheiden, was weiter passieren soll? Will ich, dass Teile des Darms entfernt werden, wenn ja, wieviel? Ich hatte schon vorher beschlossen, dass mein Pferd im Falle einer Resektion nicht wieder aufstehen wird. Die Darmnarbe bleibt in den meisten Fällen eine Sollbruchstelle und kann immer wieder Probleme verursachen. Mein Pferd war nie ein Koliker und das sollte auch so bleiben.
    3. Wo ist die nächstgelegene Klinik mit einer Kolikambulanz? Ich habe Glück, dass zwei Pferdekliniken in 20 min Entfernung erreichbar sind. Ist das nicht der Fall: Lieber einmal zu viel als zu wenig aufladen und hinfahren. Bei einer Kolik, bei der der Grund nicht sofort erkennbar ist, zählt jede Stunde! Mein Tierarzt hat im Stall genau einmal konventionell behandelt und mein Pferd nach einer halben Stunde, die keine Besserung brachte, in die Klinik überwiesen. Es gibt Tierärzte, die da länger warten.

    Außerdem:
    Verladetraining ist – wie Raimund schon schreibt – lebenswichtig!!
    Auch Pferde, die komplett apathisch sind, können schlimme Koliken haben! Meines hat sich einfach platt auf die Seite gelegt und gewartet bis ihm jemand hilft. In diesem Falle lohnt es sich, das Bauchgefühl anzuschalten.

    Das war doch mehr als ich eigentlich schreiben wollte… Aber vielleicht hilft es jemandem. Diese Erfahrung wünsche ich keinem und vor allem keinem Pferd.

    Viele Grüße,
    Esther

    • Petra sagt:

      Liebe Esther, vielen Dank für deine Gedanken und Informationen – diese Fragen sind sehr wichtig, die du aufgeschrieben hast und eine gute Ergänzung. Neben den praktischen Fragen, auch die Antwort darauf zu finden was man eigentlich für das eigene Pferd möchte. Gerade bei einer OP – wobei die Preise etwas variieren. Du hast aber Recht, dass die ganze Geschichte mit Nachsorge noch deutlich teurer werden kann. Am Ende wird man immer aus dem Moment heraus entscheiden müssen, aber in einem guten Moment mit klarem Kopf schon einmal nachzudenken ist sicher sehr hilfreich für den Ernstfall. Den ich niemandem wünsche. Ich freue mich sehr, dass es deinem Pferd gut geht und es die Kolik überstanden hat. Ganz liebe Grüße an dein Pferd und dich und danke für deinen Kommentar, Petra

  5. Hannah sagt:

    Mein Pony hatte im letzten Jahr 3 Koliken.
    Eine im Frühjahr und zwei im Herbst, im Abstand von 3 Tagen.
    Er hatte nicht die typischen Symptome.
    Die erste Kolik habe ich bemerkt, weil er mir komisch vor kam. Ich wusste nicht genau was nicht stimmt aber das etwas nicht stimmt hab ich gemerkt. Nach ein paar Stunden hat er sich dann einfach hingeschmissen und da hab ich dann den TA gerufen. Er hatte eine Verstopfungskolik und steht jetzt auf Spänen. Da er eh im Offenstall steht hat er immer genügend Bewegung. Getreide fütter ich gar nicht. Die zweite Kolik hab ich bemerkt, weil er nicht so motiviert war wie sonst. Er hat zwar alles mitgemacht aber war etwas langsam in allem. Auch hier hat er sich dann einfach irgendwann hingeschmissen und war kauf davon abzubringen. Das war eine Gaskolik. 3 Tage später hat er mehrfach am Stück gegähnt und als ich seinen Bauch abgedrückt hab, hat er nach Meister Hand getreten und mit dem Schweif geschöagen, wie nach einer Fliege. Er ist auch beim Spazierengehen etwa steif gegangen und der Bauch war nicht entspannt beim laufen, er hat nicht mitgeschwungen wie sonst. Nur ein bisschen. Andere hätten die Kolik bei ihm nicht bemerkt, ich hab nur auf mein Bauchgegühl gehört was mir gesagt hat: "Hey du, da stimmt was nicht !!!" Das war eine Krampfkolik.
    Dazu muss ich noch anmerken, dass Kolik keine Krankheit ist sondern nur ein Symptom. Sie kann auch durch Schnerzen ausgelöst werden oder durch andere Krankheiten, die das Pferd hat. Jedes Pferd zeigt andere Koliksymptome und die auch verschieden stark oder schwach.
    Liebe Grüße Hannah ☺️

    • Petra sagt:

      Liebe Hannah, danke dir für deinen Kommentar. Ja, da hast du Recht – eine Kolik ist der Oberbegriff für alles im Magen-Darmbereich – so kann man es im Grunde zusammenfassen. Gerade das Thema: Aufpassen und auf das Bauchgefühl hören – ist ein ganz wichtiges. Daran immer wieder zu erinnern ud nachzufragen, was sein könnte finde ich ganz wichtig. Liebe Grüße an dein Pferd und dich und ganz lieben DAnk für deinen Kommentar, Petra

  6. Alexa sagt:

    Colosan von Schatte ist ein Mittel, was ein Pferdehalter als erste Hilfe bei Kolik im Schrank haben sollte.
    Hat schon manche Kolik beseitigt, kann und soll aber NIEMALS den Tierarzt ersetzen.
    Aber oft schon passiert: Kolik, TA angerufen, Colosan gegeben, Tierarzt fährt auf den Hof, Kolik vorbei, aber nochmal:
    TA muss sein!

    • Petra sagt:

      Liebe Alexa, danke für den Hinweis – es ist immer gut eine große Bandbreite zu kennen. Ganz liebe Grüße, Petra

  7. Denise sagt:

    Liebe Petra,
    danke für diesen super informativen Artikel – der beste, den ich bisher dazu gelesen habe! Ich HOFFE dass ich diese Infos niemals brauche und schwöre mir gerade innerlich in Zukunft noch besser auf Bewegung gesundes Futter etc. zu achten :) Einzige Sache die ich nicht ganz nachvollziehen kann: Warum Wurmkur? Ich bin da momentan eher auf dem alternativen Weg unterwegs, d.h. Entwurmen nur bei durch Kotprobe festgestelltem erhöhtem Wurmbefall. Ich glaube, dass Parasiten eine wichtige Rolle spielen, auch für ein gesundes Pferd, solange sie nicht Überhand nehmen. Daher würde ich nicht per se entwurmen mögen – ich habe auch noch nicht gehört, dass Würmer Koliken auslösen können? Anyway, super Artikel!
    Liebe Grüße, Denise

    • Petra sagt:

      Liebe Denise, danke dir – ich drücke dir und mir die Daumen, dass wir nie eine Kolik erleben müssen. Die Wurmkur war der Hinweis eines Tierarztes. Wenn ein Pferd zuviele Parasiten hat – im Darm – dann kann das natürlich langfristig Darm-Probleme auslösen. WObei du natürlich Recht damit hast, dass der Darm aus guten und "schlechten" Bakterien und Mikroorganismen besteht und man immer auch checken muss, wie das Gesamtmilieu ist. Je nach Gegend gibt es aber mehr Parasiten und wenn dann öfter Koliken auftreten, kann man auch darüber als eine Möglichkeit nachdenken. So würde ich das zusammenfassen :-) Ganz liebe Grüße, Petra

    • Petra sagt:

      Oh – super! Danke dir! Schreibfehler der Autovervollständigen Funktion :-) Schon ausgebessert. Ganz liebe Grüße, Petra

  8. Claudia Lèthi sagt:

    Unsere Stute hatte am anfang alle 2 Wochen eine Kolik. Wir habe dann herausgefunden, dass sie das Mischfutter, welches aber qualitativ hochstehend war nicht verträgt. Als wir auf Hafer umgestellt haben verschwanden die Koliken. Also auch bei qualitativ hochstehenden Müselimischungen wenn das Pferd immer wieder Koliken macht, mal ausprobieren ob es nicht besser ist auf Hafer umzustellen. Hafer ist leichter verdaulich und macht die meisten Pferde gar nicht wild.
    Grüsse Claudia

    • Petra sagt:

      Hallo Claudia, das ist ein guter Gedanke – auch Müslis sind nicht immer toll. Und dann stellt sich noch die Frage was "qualitativ hochwertig" bedeutet. Denn es kommt ja nicht nur auf die Qualität der Inhaltsstoffe an, sondern vor allem welche Inhaltsstoffe drin sind. zuviel Hafer ist normalerweise auch nicht gut. Nicht weil es die Pferde wild macht – Pferde, die viel draussen sind und laufen dürfen, werden von ein bisschen Hafer nicht wild. Aber zuviel Getreide und Hafer tut dem Stoffwechsel und Magen-Darm auch nicht gut. Insofern gilt es wahrscheinlich immer individuell zu entscheiden und die beste Form zu finden für das eigene Pferd. und wenn deine Stute nun Kolikfrei ist mit der Lösung, dann scheint das für euch ja der beste Weg zu sein. Das ist das Wichtigste. Ganz liebe Grüße, Petra

  9. Melina sagt:

    Hallo, ich habe mal gehört, das eine Kolik auch ansteckend für Menschen sein können, wie z.B. Magen-Darm oderso… Stimmt das? Würde mich sehr über eine Antwort freuen LG Melina

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