Kräuter werden in der Pferdefütterung immer beliebter. In beinahe jedem Mischfutter sind diverse Kräuter enthalten, die den Pferdekörper durch ihre Wirkstoffe positiv beeinflussen sollen. Back to Basic: Der Trend geht noch weiter. Wir wollen weg von melassierten, im Geschmack verstärkten Futtermitteln, hin zu möglichst natürlicher Pferdeernährung. Pferde sind Natur, also muss “Natur” fürs Pferd gesund sein. Kräuter können eine tolle Sachen sein, aber die richtige Fütterung ist gar nicht so einfach. Du musst wissen, wie du sie anwendest und wie Kräuter wirken. Dann können sie super für dein Pferd und seine Gesundheit sein. 

Ein Gastartikel von Tash Horse Experience

Ist Getreide gut fürs Pferd?

Die Zeichen stehen auf Futter, das kein Getreide enthält. Grundsätzlich ist das gut und wichtig, jedoch ist nicht jedes Getreide per se schlecht fürs Pferd.

Es gibt ein paar No-Gos:

  • Weizen
  • Roggen
  • Triticale

Diese Getreidesorten enthalten so genannte Kleber-Eiweiße, die vom Pferd wenig bis gar nicht verwertet werden können. Statt dessen lagert der Körper die Eiweiße ab und reichert sie im Körper an. Deshalb ist es auch nicht ratsam, Brot an Pferde zu verfüttern.

  • Mais

Mais ist als „Fettmacher“ bekannt und wird an schwerfuttrige Pferde sehr gerne gefüttert. Auch hier sind schwer verdauliche Eiweiße enthalten. Ist der Mais dann noch, wie so oft, thermisch aufgeschlossen (Maisflocken, Popmais), liefert er sehr schnell Energie, die der Stoffwechsel nicht gut genug verarbeitet und dann fälschlicher Weise zu Milchsäurebakterien umwandelt.

Grundsätzlich kann man wohl sagen: Getreide ja, wenn dann aber bitte Hafer oder Gerste. Und die Fütterung sollte vor der Arbeit stattfinden, nicht danach – um die gewonnene Energie auch umsetzen zu können.

Hier ein LESEtipp zum Thema*

 

 

Getreidefreies Futter anstatt Hafer oder Gerste?

Auch hier gilt der Grundsatzgedanke: Ein Freizeitpferd ist kein Schwerstarbeiter.

Die Frage sollte also erst lauten: Benötigt mein Pferd Zusatzfutter?

Ein Pferd, das nur leicht bewegt wird, dabei gut mit Heu und Futterstroh versorgt ist, benötigt im Grunde kein Kraftfutter. Da der Mensch aber gerne füttert, soll es ein passendes Futter sein.

Leider konnte ich bisher am Markt keine wirklich guten, hochwertigen getreidefreien Futtermittel finden. Die Beipackzettel oder Inhaltsverzeichnisse zeigen diverse Trebersorten, Grünmehle, Melasse und Emulgatoren. Ob diese Zusätze wirklich besser sind als Getreide, wage ich zu bezweifeln.

Ich habe vor kurzem ein Futter gesehen, das kurze Strohstängel enthält. Sogar das ist fragwürdig, obwohl es super schön aussieht. Die kurzen Stängel werden oftmals zu wenig durchgekaut und lagern sich dann im Darm ab, weil sie dort ungenügend zersetzt werden.

Kräuter fürs Pferd

Kräuter in der Pferdefütterung

Kräuter kann man jedem Futter beimengen. Egal, ob man sich nun für Hafer oder getreidefreies Futter entscheidet. Man kann Kräuter auch über die Heuration streuen und sie dem Pferdeorganismus so zuführen.

Ich habe mich hier tatsächlich für die Aufwertung des Heus entschieden. Die tägliche Ration an Kräutern streue ich über die abendliche Heuportion. So wird sie über einen längeren Zeitraum aufgenommen und die Pferde können unerwünschte Partikel einfach aussortieren.

Kräuter fürs Pferd

Was wir bei der Fütterung von Kräutern beachten sollten:

  • Kräuter werden immer nur kurweise gefüttert.
  • Eine Dauergabe ist nur in Ausnahmefällen, nach Rücksprache mit einem Tierarzt sinnvoll.
  • Eine Kur dauert maximal 4 – 6 Wochen.
  • Danach sollte eine Fütterungspause von mindestens 2 Wochen eingehalten werden.

Kräuter können Wechselwirkungen haben. Vor der Gabe mehrerer Kräuter sollte also geklärt werden, wie sich die gemischten Kräuter gegenseitig beeinflussen oder beeinträchtigen.

Kräuter fürs Pferd

Die Menge ist oft ausschlaggebend. Nicht alle Kräuter werden in gleicher Form bzw. in gleicher Menge verabreicht. Es gibt Heilkräuter, die in geringen Mengen gesundheitsfördernd wirken. In größeren Mengen aber können sie dem Organismus schaden.

Kräuter fürs Pferd

Nicht jedes Kraut ist für Pferde gemacht. Pferde sind sehr empfindlich auf Pflanzengifte. Vor der Gabe muss also sicher gestellt sein, dass das Pferd dieses Kraut auch verträgt.

Kräuter fürs Pferd

Zu viel des Guten ist nicht immer besser – Luzerne in der Pferdefütterung:

An dieser Stelle möchte ich bezüglich der Luzernefütterung zum Nachdenken anregen. Ich selbst füttere sie nicht, weil kein Bedarf besteht. Oftmals liest man aber Empfehlungen, auch von Fachleuten, Luzerne sogar als Heu-Ersatz zu füttern, was mich nachdenklich stimmt. Kräuter beeinflussen den Organismus. Luzerne ist ein Heilkraut.

Hier ein kurzer Steckbrief der Pflanze:

INFO: Luzerne (auch Alfalfa genannt) unterstützt die Leber, lindert allergische Beschwerden, fördert die Fettverwertung aus der Nahrung. Außerdem wirkt sie entsäuernd und hilft bei der Blutgerinnung. Die Luzerne enthält viel Calcium und Vitamin K (dieses wird eigentlich von der Darmflora des Pferdes selbst produziert, bei gestörter Darmfunktion allerdings, kann Bedarf bestehen, Vitamin K zuzuführen).

Man sieht also, die Luzerne beeinflusst einige körperliche Vorgänge. Außerdem werden derzeit Stimmen laut, dass sie eventuell den Pferdemagen reizen könnte oder generell zu Unwohlsein führen kann.

Kräuter fürs Pferd, die wir alle kennen und was sie können:

Alle Kräuter dieser Welt hier aufzulisten, würde einer Lebensaufgabe nahe kommen. Also stellvertretend dafür die vier folgenden Kräuter.

Kräuter fürs Pferd

Brennnesseln fürs Pferd

Die Brennnessel kennen wir vor allem deswegen, weil sie juckende, brennende Ausschläge verursacht, wenn wir sie versehentlich berühren. Diese wehrhafte Pflanze kann aber viel mehr, als nur das.

Besonders interessant ist ihre Eigenschaft Allergiesymptome abzuschwächen. Die in der Brennnessel enthaltenen Flavonide wirken antihistamin, reduzieren also die Menge an Histaminen, die bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet werden. Zudem wirkt die Brennnessel harntreibend und kann das Immunsystem stärken.

Zum Trocknen geerntet wird immer nur das junge Kraut. Mit zunehmendem Alter wird die Brennnessel giftig und soll demnach nicht verfüttert werden.

Die tägliche (kurweise) Fütterung von Brennnessel soll 40 g nicht übersteigen. Wie erwähnt, streue ich das getrocknete Kraut gerne über das Heu der Pferde. Man kann es aber auch ins Futter mischen oder als Tee (Achtung: Nicht zu heiss anbieten!) verabreichen.

ACHTUNG: Bei der Fütterung von Brennnessel kann das Pferd einen erhöhten Bedarf an Trinkwasser haben. Es ist also sicher zu stellen, dass immer genug Zugang zu Wasser gewährleistet ist!

Spitzwegerich fürs Pferd

Jedem von uns ist Spitzwegerich schon begegnet. Er wächst auf Wiesen und Wegrändern. Der Saft der frischen Blätter eignet sich wunderbar zur Desinfektion von Wunden (falls sich euer Pferd oder ihr bei einem Ausritt aufschürft oder Ähnliches) und beruhigt auch juckende Insektenstiche.

Innerlich wirkt der Spitzwegerich schleimlösend und auswurffördernd, was seinen Einsatz bei Atemwegserkrankungen erklärt.

ACHTUNG: Hier kam mir zu Ohren, dass der Spitzwegerich Allergien auslösen kann!

Beim Trocknen ist darauf zu achten, dass der Vorgang nicht allzu lange dauert. Bilden die getrockneten Blätter schwarze Flecken aus, muss diese Ration sofort entsorgt werden und darf nicht mehr als Futter in den Trog wandern. Am besten fädelt man die Blätter an einer Schnur nebeneinander auf und trocknet sie im hängenden Zustand.

Basilikum fürs Pferd

Basilikum wertet Tomate-Mozarella-Gerichte unheimlich auf. Dazu riecht er sehr appetitlich und sieht schön aus. Aber wusstet ihr auch um seine appetit- und verdauungsanregende Wirkung? Basilkum kann sogar antifungal (gegen Pilzinfektionen) wirken und Schlafstörungen lindern.

Zum trocknen wird das Kraut bodennah abgeschnitten und anschließend in Bündeln an schattigen, trockenen und warmen Stellen aufgehängt. Nach dem Trocknen, bewahrt man den Basilikum am besten luftdicht auf, um das Aroma zu erhalten.

Die Fütterungsempfehlung beläuft sich auf eine ganz kleine Menge Trockenkraut täglich (1 Teelöffel), maximal wieder als Kur von 4 – 6 Wochen.

Ingwer fürs Pferd

Diese scharfe, wärmende Zauberwurzel ist uns allen schon begegnet. Ob im Tee, oder als Gewürz in diversen Speisen. Ingwer gibt es in beinahe jedem Supermarkt zu kaufen und sollte viel öfter zum Einsatz kommen.

Auch Pferde können vom Ingwer profitieren, aber Vorsicht, Magen-Darm empfindlichen Tieren, sollte er nicht gefüttert werden!

Ingwer wirkt erwärmend und entzündungshemmend. Dazu steigert er Speichelfluss und wirkt appetitanregend. Außerdem punktet Ingwer mit seiner schleimlösenden, keimabtötenden Wirkung.

 

TIPP: Pferde sollten langsam an den Ingwer herangeführt werden, da der scharfe Geschmack oftmals nicht gleich angenommen wird. Die maximale Tagesdosis an Ingwerpulver sollte 1-2 g pro 100 kg Körpergewicht nicht übersteigen. Dies wieder nur kurweise, also maximal 4 – 6 Wochen durchgehend mit anschließender Fütterungspause von mindestens 2 Wochen.

 

Kräuter dürfen bitte nie unbedacht ans Pferd verfüttert werden.

Ist euer Pferd krank und ihr wollt es mit der Fütterung von Kräutern und Wurzeln unterstützen, sprecht dies immer vorher mit eurem Tierarzt oder Heilpraktiker ab.

Kräuter können helfen, keine Frage, manchmal können sie aber auch schaden und das wollen wir ja nicht!

Kräuter fürs Pferd

Zum Weiterlesen – noch mehr Heilkräuter fürs Pferd und ihre Wirkung:

 

Autor: Gastautor / Gastautorin

8 Kommentare zu “Kräuter fürs Pferd: Was du bei der Pferdefütterung beachten solltest

  1. Katrin Skaletz says:

    Hallo Petra, Hallo Tanja!
    Ich weiss ehrlich gesagt nicht wo ich anfangen soll! Kurz gesagt: Ich bin sehr enttäuscht von diesem Artikel und frage mich ernsthaft welche Quellen hier verwendet wurden!?
    1. Weizen, Roggen und Triticale: Das Hauptproblem des Glutens (Klebereiweiss) ist beim Pferd, dass sie es nur sehr schlecht vertragen, heisst im Klartext, das Gluten verklebt die Darmzotten und führt bereits in geringen Mengen zu Magen-Darmentzündungen, weil das Immunsystem beginnt die eigene Darmschleimhaut anzugreifen. Dies äussert sich zum Beispiel in Koliken.
    2. Mais: Der Stoffwechsel ist nicht in der Lage etwas in Milchsäurebakterien umzuwandeln!!! Beim thermisch aufgeschlossenem Mais kommt es zu einem unsauberen Stoffwechsel bei dem Milchsäure entsteht. Die meisten kennen das auch von Sportlern, deren Lactatwerte kontrolliert werden (Lactat=Milchsäure). Diese Milchsäure wird im Gewebe eingelagert und vom Körper mit Wasser verdünnt, damit dieses nicht übersäuert. Die Pferde sehen dick aus, sind aber letztlich nur aufgeschwemmt.
    3. Mal ganz abgesehen davon, dass ich ein bisschen traurig darüber bin, dass ihr offensichtlich nicht zufrieden mit meinem Futter seid und nichts gesagt habt, kann und sollte man Kräuter immer zufüttern. Ergänzt werden sollte, dass eine THERAPEUTISCHE Dosis nur kurweise gefüttert werden sollte. Kräuter gehören definitiv und immer auf den Speiseplan, die Abwechslung und Vielfalt ist entscheidend!
    4. Luzerne: Luzerne ist ein Heilkraut? Aha?! Jede Pflanze nimmt Einfluss auf den Organismus, die einen mehr, die anderen weniger. Luzerne ist sehr proteinreich und entsprechend sicher nicht als Heuersatz geeignet, aber als Kraftfutterersatz und zur Aufwertung des Kraftfutters sicherlich eine tolle Pflanze!
    5. Die Angaben über die Dosierungen von den Kräutern sollten dringend überarbeitet werden. Ingwer zum Beispiel hat bei einer Dosierung von 1-2g pro 100kg so gut wie keine Wirkung. Da kann man ihn auch gleich weg lassen. Zudem wird ingwer häufig bei chronischen Gelenkentzündungen gefüttert und hier kommt nur eine Dauergabe in Frage. Nach 4-6 Wochen zu pausieren macht es nur schlimmer! Bei der Brennnessel ist ebenso die Angabe zu gering!

    Ich würde euch bitten, solche Texte den Leuten zu überlassen, die mehr Ahnung haben und sich mehr mit solchen Themen befassen. Es gibt genug beschissen recherchierte Artikel zu diesen Themen im Netz und da wollt ihr sicher nicht dazu gehören!!! Denn das hat nichts mit freier Meinung o.ä. zu tun, hier geht es um wissenschaftliche Fakten!

    • Petra says:

      Liebe Kathrin, die inhaltlichen Fragen werde ich Tanja überlassen. Da der Gastartikel von ihr ist. Allerdings wollte ich schon kurz schreiben, dass ich deine Haltung nicht ganz nachvollziehen kann. Einiges in dem Artikel entspricht dem, was du schreibst – nur ohne die Fachausdrücke. Dazu musst du nur genau lesen. Ihr widersprecht euch gar nicht überall. Zu dem Rest wird vielleicht Tanja noch etwas schreiben. Mir ist aber wichtig, dass es nicht nur die wissenschaftlichen Fakten gibt, die du kennst. Zu jeder Studie gibt es eine Gegenstudie. Zu jeder Meinung eine Gegenmeinung. Pferdefütterung ist ein ganz schwieriges Thema. Und um es so klar als Fakt bezeichnen zu können, wie du, bräuchte es vermutlich quantitative Langzeitstudien über Jahrzehnte an verschiedensten Rassen, in verschiedensten Ländern und Lebensbedingungen. Wirkung von Heilpflanzen und Kräutern kann auch homöopathisch sein. Wenn ich deiner Argumentation folge, würde die ganze Homöopathie keine Wirkung zeigen – dabei gibt es auch da diverse Studien, die das Gegenteil beweisen. Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Du kannst anderer Meinung sein und alle Futterexperten da draussen können gerne über die Fakten diskutieren. Das finde ich super und wichtig. Aber bitte wertschätzend dem Wissen gegenüber, dass Tanja hat. Nur weil du anderer Meinung bist, hast du nicht automatisch Recht und musst sie nicht diskreditieren. Ich finde die Psychologie deiner Formulierungen zum Teil unfair und respektlos. Das ist schade. Denn wir alle sollten doch wissen, dass es viele Wege nach Rom gibt, jedes Pferd ist anders. Da kann es nicht den einen Weg für alle Pferde geben. Auch nicht bei der Fütterung. Bestes Beispiel ist die von dir angesprochene Luzerne. Mein Pferd hatte Bauchschmerzen – also habe ich Tierarzt und Pferdephysio gerufen (letztere ist auch Pferdeheilpraktikerin) – eine Frage, die sie mir stellte, war ob mein Pferd mit Luzerne gefüttert würde. Wir haben auf der Verpackung nachgesehen und siehe da: Es war Luzerne drin. Dann habe ich das Kräuterfutter ein paar Tage weggelassen und die Bauchschmerzen sind mittlerweile wieder weg. Das bedeutet nicht, dass die Kräuter schlecht sind, sondern einfach nur, dass mein Pferd Luzerne offenbar im Übermaß auf längere Dauer nicht vertragen hat. Und meine Heilpraktikerin meinte, dass sie das immer wieder erlebt mit einzelnen Kräutern – wie zum Beispiel Luzerne. So – jetzt höre ich aber auf und schicke viele Grüße, Petra

  2. Tanja says:

    Liebe Katrin!

    Auch ich würde mir einen schöneren Umgangston wünschen. Es tut mir leid, wenn der Artikel nicht deinen Wünschen entspricht. Da er aber kein “Fachgremium” anspricht, sondern Menschen, die sich nicht seit Jahrzehnten mit Futterfragen und Futtermittel beschäftigen, wollte ich mich für jeden verständlich ausdrücken. Man kann es nicht jedem recht machen, das ist nun mal so. Was deine Kritik meiner Aussage zu den Kräutern und der Kurweise Fütterung angeht, kann ich dir einfach nicht beipflichten. Ich füttere Kräuter immer dann, wenn welche gebraucht werden und in diesen Fällen dann eben passende Kräuter. Dass nicht jedes Heu so vielseitig ist, wie unseres hier, und anderswo eine vermehrte Kräuterfütterung angebracht ist, will ich damit nicht verneinen. Ich kann nur nicht in einem allgemein gehaltenen Artikel auf jedes einzelne Problem auf dieser Welt eingehen.

    Was die Menge der Kräuter angeht, bin ich ausserdem ganz klar der Meinung, dass man nicht von vorne weg mit der größtmöglichen “Dosis” ankommen muss, weil oftmals eben doch eine kleine Menge reicht. Studien hin oder her, man muss immer individuell auf die Situation des Pferdes, dessen Umwelt, dessen Gesundheitszustand eingehen. Mein Anliegen ist es, dass achtsam mit der gesamten Fütterung umgegangen wird und sich eine gewisse Sensibilität entwickelt, nicht alles einfach so, weil jemand sag das ist gut, ins Pferd zu stopfen. Das soll der Artikel transportieren. Ich will damit keine Futterexperten beeindrucken, sondern Pferdemenschen dafür sensibilisieren, dass nicht alles gut ist, was gut aussieht oder empfohlen wird. Liebe Grüße von der Ponygang!

  3. Katrin Skaletz says:

    Hallo Petra, Hallo Tanja!

    Gerade weil dieser Artikel keine Fachleute anspricht, sondern Pferdebesitzer, die sich mit diesen Themen wenig bis gar nicht auskennen, sollte doch der Anspruch sein, korrekte Informationen zur Verfügung zu stellen. Ich kann nur noch einmal betonen, dass es sich hier nicht um freie Meinungsäußerung handelt oder Erfahrungen wie man es beispielsweise beim Thema Training zur Verfügung stellen kann. Das Argument es würde zu jeder Studie eine Gegenstudie geben hinkt doch sehr stark. Denn das trifft bei den hier angesprochenen Punkten nicht zu. Zumal Frau Dr. Fritz in Ihrem Buch, welches ihr hier als Lesetipp empfehlt, das sehr genau beleuchtet und es korrekt darstellt, wie auch andere Ihrer Kollegen.
    Ebenso fragwürdig ist das Argument, man solle Pferden im Winter keine/weniger Kräuter füttern, weil sie diese in der Natur auch nicht finden würden. Die Fähigkeit den Stoffwechsel in den Wintermonaten zu verlangsamen ist nur noch bei einigen wenigen Ponyrassen (GfE 2014) gegeben. Wir erwarten im Winter von unseren Pferden fast die selbe Leistung wie im Sommer also müssen sie auch im Winter mit allem versorgt werden. Die Vielfalt ist entscheidend, ebenso wie bei uns Menschen. Oder esst ihr im Winter deutlich weniger und Mikronährstoffärmer als im Sommer nur weil unsere Vorfahren auch kein frisches Gemüse und Obst zur Verfügung hatten?
    Hinzu kommt der Umstand, dass das Heu durch Licht und Sauerstoff mit zunehmender Lagerdauer mehr und mehr Mikronährstoffe verliert, umso wichtiger ist es doch auch im Winter auf eine ausreichende Versorgung zu achten!
    Auch in kurz gehaltenen Artikeln sollte man nicht gänzlich andere Möglichkeiten ausschließen und zumindest eine “von bis … Angabe” machen. Hier wird eine MAXIMALE Menge festgelegt und diese ist (hier spreche ich mal aus Erfahrung) definitiv bei einigen Erkrankungen, die unterstützend mit Kräutern behandelt werden sollen, schlicht und ergreifend nicht ausreichend. Hier fehlt auf jeden Fall der Hinweis, dass die richtige Dosierung unbedingt mit einem Fachmann/Fachfrau besprochen werden sollte. Kräuter enthalten eine ganz bestimmte Menge Wirkstoffe, die erst ab einer gewissen Dosis Wirkung auf den Organismus haben, deshalb ist es grundsätzlich falsch jedes Kraut was zugefüttert wird als Heilkraut darzustellen. Zum Heilkraut wird eine Pflanze immer erst dann, wenn auch die entsprechende wirksame Menge gefüttert wird. Kräuter waren und sind ein fixer Bestandteil des natürlichen Nahrungsspektrums unserer Pferde und sollten nicht in ein falsches Licht gerückt werden. Wenn ich täglich eine Tasse Fencheltee trinke, habe ich noch keine Schleimlösende Wirkung, aber mein Körper profitiert von den enthaltenen Mikronährstoffen. (Nur mal so als Denkanstoß).
    Alle anderen Fehlinformationen habe ich ja bereits im ersten Kommentar korrigiert. Deshalb werde ich nun nichts weiter dazu sagen.

    LG

  4. Iso010717 says:

    Ich habe die Fütterung meiner beiden Pferde komplett auf Kräuter umgestellt und muss dementsprechend diesem Artikel ebenfalls widersprechen . Neben dem Heu bekommen meine Pferde nur noch Kräuter in den Futtertrog. Die Firma PerNaturam zb. bietet spezielle Mischungen zur Grundversorgung für den täglichen(!) Bedarf. Zusätzlich mische ich abwechselnd Einzelkräuter & Beeren unter um eine möglichst große Abwechslung zu bieten, so wie es die Natur einst auch angeboten hat und wie es auf den heutigen gezüchteten giftgrünen Wiesen leider fehlt. Wenn ich ein gesundheitliches Problem in den Griff bekommen möchte, kann eine Kur in entsprechend für die Therapie vorgesehener Dosierung durchaus helfen (wobei dies für mich kein Ersatz, sondern eher eine Unterstützung zu einer tierärztlichen Behandlung ist). Kräuter also rein medizinisch oder wohltuend für Kuren zu betrachten ist falsch. Sie sind und bleiben das natürlichste Futter, das wir unseren Pferden geben können!

    • Petra says:

      Hallo liebe Iso, jetzt antworte ich mal – obwohl der Artikel nicht von mir ist – vielleicht hata uch Tanja (die Autorin) etwas zu schreiben dazu. Aber ich denke, dass es sicher ein Ansatz ist permanent Kräuter zu verfüttern, wenn du ständig mischst und die Kräuter anpasst – so wie du beschreibst. Sprich: wenn du deinem Pferd immer genau die Kräuter anbietest, die es zu diesem Zeitpunkt in der Natur finden würde – in so kleinen Mengen, wie es sie dein Pferd in etwa finden würde. Das mag sicher sehr natürlich sein. Aber Kräuter in Arzneibuchqualität permanent zu füttern und auch immer nahezu die gleichen Mischungen, halte ich ehrlich gesagt für schwierig und würde sie immer nur Kurweise einsetzen, so wie ich als Mensch ja auch nur Kurweise homöpathisches und Kräuterkuren zu mir nehmen. Ausnahmen bestätigen sicher die Regel und ich würde nie etwas schwarz-weiß sehen – aber zumindest mit Vorsicht und Bedacht. Denn in der freien Wildbahn würden Pferde auch nicht 365 Tage im Jahr die immer gleichen Kräuter in höchster Qualität in rauhen Mengen vorfinden. Und im Grunde ist aus meiner Sicht eine Fütterung gut, die versucht das wilde Leben so gut wie möglich zu imitieren. So eine Mischung zur Grundversorgung für den täglichen Bedarf ist sicher keine schlechte Idee – wir werden so etwas auch bei uns im Shop irgendwann anbieten (ist schon in Planung) – aber das werden angepasste Mischungen sein. Am Ende gilt aber für mich sowieso immer: das Pferd entscheidet 🙂 Wenn es deinen Pferden gut damit geht, dann ist das doch perfekt 🙂 Meine Stute beispielsweise (der ich anfangs auch tojour die immer gleiche Basis-Kräutermischung gegeben hatte) hat darauf reagiert – was mich erst dazu gebracht hat nachzudenken darüber, ob es sinnvoll sein kann die 100% gleiche Mischung hochwertiger und konzentrierter Kräuter über das Jahr zu geben. Ich denke, dass es kein richtig und falsch gibt – Pferd und Erfahrungen und individuelle Wiesensituation und und und zeigen was in der Situation für dieses Pferd richtig oder falsch ist 🙂 Liebe Grüße, Petra

  5. Iso010717 says:

    Hallo Petra,
    es stimmt natürlich, dass man die Fütterung grundsätzlich ganz individuell betrachten muss und ich würde wie du auch davon abraten, jeden Tag das gleiche Kraut in großer Menge füttern – das ist aber auch nicht der Gedanke der naturbelassenen Fütterung. Kleine Mengen in großer Abwechslung, die den Grundbedarf decken – und dieser ist da, denn auf unseren Weiden findet sich nicht mehr viel, was von unseren Pferden wirklich benötigt wird. Es ist ein großer Unterschied ob ich ein Freizeitpferd füttern möchte oder einen Leistungssportler auf vier Hufen. Die Getreidefütterung hat ihren Ursprung in der Zeit, in der die Pferde von Sonnenauf- bis Untergang auf den Feldern arbeiten mussten. In keinster Weise mehr zu vergleichen mit dem heutigen “Hobby”-Pferd. Eigentlich völlig logisch, dass man dann auch die Fütterung nicht vergleichen sollte.
    Übrigens lassen meine Pferde die Kräuter auch hin und wieder liegen. Ich denke, dass dann in dem Moment der Bedarf gedeckt ist. Dann lege ich auch mal eine Pause ein. Diese Beobachtung habe ich persönlich bei Getreide und Müsli noch nicht gemacht .. klar, schmeckt ja auch zu gut und ist ähnlich wie die Packung Schoki, die mir jemand vor die Nase setzt ..
    Zu Kräutern zähle ich übrigens auch Blätter, Rinden, Früchte und Beeren – eine abwechslungsreichere Ernährung als jede Getreide oder Müsli Mischung. Ich möchte nur sagen, dass es möglich ist, sein Pferd grundsätzlich natürlich zur ernähren – die Natur hat die Möglichkeit unsere Pferde optimal zu versorgen und ist dazu noch viel freundlicher zum Verdauungsapparat! Wenn man sich dazu entscheidet, muss man sich vorab informieren und man muss auch bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen – denn wie im menschlichen Leben, ist Gesund teurer als Ungesund!

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