Pferde fressen auf grüner Weide durch die ein Fluss läuft

Richtige Pferdefütterung: Was dein Pferd wirklich braucht und was du sofort weglassen kannst

Du willst mal wieder Futter bestellen? Oder Du bist im Reitbedarf und da lachen Dich verschiedenste Futterpackungen an. Deine Stallbetreiberin schwört auf Müslis? Aber die Boxnachbarin hält Müslis für das große Grauen. Die eine will nur Heu ad libitum, der andere findet dass zu viel Hafer schadet. Wie geht zu…

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Du stehst im Futtermittelregal und weißt nicht mehr, was du deinem Pferd eigentlich geben sollst. Müsli, Mash, Mineralfutter, Kräuter, Hafer, Heulage. Jeder sagt etwas anderes. Und am Ende des Tages weißt du noch weniger als vorher.

Das ist nicht deine Schuld. Die Pferdefutterindustrie lebt davon, dass du verwirrt bist. Dabei ist die Antwort auf die Frage nach der richtigen Pferdefütterung eigentlich verblüffend einfach. Sie liegt nicht im Regal eines Reitbedarfsladens, sondern in der Natur. In diesem Artikel räume ich mit den größten Irrtümern auf und zeige dir, was dein Pferd wirklich braucht, was es krank macht, und wo du sofort etwas verändern kannst.

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Pferde sind Dauerfresser. Ihr Magen produziert kontinuierlich Säure, auch ohne Futter. Futterpausen über vier Stunden können ernsthafte Magenprobleme auslösen. Das wichtigste Grundfutter ist hochwertiges, rohfaserreiches Heu, kein Kuhwiesenheu, sondern nach der Blüte geschnittenes, staubarmes Heu. Getreide ist kein artgerechtes Futtermittel. Heulage klingt gesund, schadet aber auf Dauer dem Darm. Mineralfutter ist oft nötig, weil unsere Böden ausgelaugt sind. Und Kräuter wirken: kurweise und individuell, nicht pauschal das ganze Jahr.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr, in dem meine Stute Carey anfing, unruhig vor der Box zu werden, sobald die Futterzeit nahte. Ich dachte damals, das sei ein Verhaltensproblem. War es nicht. Es war ein Fütterungsproblem. Zu lange Fresspausen, zu wenig Raufutter, zu viele gut gemeinte Zusätze ohne echtes Konzept. Ich habe damals viel recherchiert, viel diskutiert und viel falsch gemacht, bevor ich verstanden habe: Pferdefütterung ist kein Rätsel. Sie folgt einer einfachen Logik. Der Logik der Natur.

Drei Pferde im Schnee fressen an Heuballen

Was die Natur uns über richtige Pferdefütterung lehrt

Das Pferd, das heute in deiner Box steht, ist in seiner Verdauungsphysiologie immer noch das Wildpferd von einst. Es hat sich nicht so schnell weiterentwickelt wie unsere Haltungsbedingungen und Futterangebote. Was ein Wildpferd in freier Natur frisst und wie es frisst, das ist artgerecht. Für genau dieses Futter und diese Art der Nahrungsaufnahme wurde der Pferdekörper konzipiert.

Und was frisst ein Wildpferd? Rohfaserreiches, energiearmes Gras. Gräser, die nicht auf fetten Kuhweiden gewachsen sind, sondern auf kargen, nährstoffarmen Flächen. Dazu einen kleinen Anteil an Kräutern, Blättern, Wurzeln, Blüten, Rinden und Samen. Und das alles in ständiger, langsamer Bewegung mit gesenktem Kopf. Kein Kraftfutter. Kein Müsli. Keine Heulage. Keine Mahlzeiten zweimal täglich.

Das klingt simpel. Ist es im Grunde auch. Aber genau hier liegt der erste große Knackpunkt: Unsere modernen Haltungssysteme sind von dieser Realität oft weit entfernt.

Warum dein Pferd permanent fressen muss

Hier ist etwas, das du dir wirklich einmal in Ruhe vorstellen sollst: Der Magen deines Pferdes arbeitet rund um die Uhr. Er produziert kontinuierlich Magensäure, egal ob dein Pferd gerade frisst oder nicht. Im Gegensatz zu unserem menschlichen Magen, der auf Bestellung Säure produziert, hat der Pferdekörper keinen Ausschaltknopf für diesen Prozess.

Die Magensäure wird durch Speichel abgepuffert. Speichel entsteht durch Kauen. Wenn dein Pferd also nicht frisst, produziert es keinen Speichel, der Magen bleibt sauer, und irgendwann beginnt die Säure, die Magenschleimhaut anzugreifen.

Das ist nicht Theorie. Das ist Anatomie.

Was passiert, wenn der Magen leer läuft

Futterpausen über vier Stunden sind für das Pferd kein Luxus, den man sich einfach mal gönnt, um die Futterkosten zu senken. Sie sind ein echtes gesundheitliches Risiko und richtige Pferdefütterung bedeutet auch keine zu langen Futterpausen einzubauen. Magenschleimhautentzündungen und im weiteren Verlauf Magengeschwüre sind schmerzhaft und können das gesamte Wohlbefinden deines Pferdes beeinflussen: schlechtere Trainingsbereitschaft, Verspannungen, Verhaltensveränderungen, Kotwasser, Koliken.

Das Wissen darüber, wie wichtig es ist, Fresspausen zu vermeiden, ist mittlerweile verbreitet. Die konsequente Umsetzung fehlt aber oft noch. Besonders in Pensionsställen solltest du nicht einfach auf Aussagen wie „die Pferde bekommen hier genug Heu“ vertrauen. Prüf das selbst nach, über mindestens einen kompletten Tag.

TIPP! HIER gibt es einen Artikel über mein selbstgemachtes gesundes Müsli fürs Pferd – mit allen Zutaten auf der Müsli-Rezept-Liste

Das perfekte Grundfutter: Heu, und warum du dabei so viel falsch machen kannst

Heu ist das Herzstück einer artgerechten Pferdefütterung. Nicht irgendein Heu. Gutes Heu. Und da liegt der erste große Unterschied, den viele Pferdebesitzer unterschätzen.

Gutes Heu beginnt bei der Saat: Es sollte von einer Weide kommen, die nicht aus energiereichen Kuhgräsern besteht, sondern aus rohfaserreichen, energiearmen Sorten. Das Gras sollte schon umgekippt und abgeblüht sein, bevor es gemäht wird. Es muss gut abtrocknen, trocken gelagert werden und möglichst staubarm sein. Ein Lieferant, dem du vertraust, der genau das sicherstellt, ist Gold wert.

Pferdeherde frisst Heu
Woran erkennst du gutes Heu?

Du erkennst qualitativ hochwertiges Heu an einem hohen Anteil langer Stängel, einer grünen Farbe und wenig Staub. Heu, das grau, kurz und staubig ist, war entweder schlecht gelagert oder zu früh gemäht. Und Vorsicht: Schimmel im Heu ist nicht immer sichtbar. Viele Verpilzungen und Verkeimungen erkennst du mit bloßem Auge gar nicht. Schlechtes Heu kann Leberprobleme, Kotwasser und Atemwegserkrankungen auslösen, auch wenn du es gut meinst und einfach großzügig fütterst.

Übrigens: Stroh als Grundfutter ist keine Lösung. Als Liegefläche gut, als Futtermittel allenfalls zur Verlängerung von zu energiereichem Heu geeignet, und auch dann mit Vorsicht vor Verstopfung.

Wie viel Heu braucht ein Pferd täglich?

Das hängt vom Pferd ab. Schwerfuttrige, kranke, alte oder wachsende Pferde sollten rund um die Uhr freien Zugang zu gutem Heu haben. Bei leichtfuttrigen oder übergewichtigen Pferden empfehlen Ernährungsforscher etwa 1,2 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht am Tag. Wenn dein Pferd auf der Weide ist, zählt das täglich gefressene Gras natürlich dazu.

Heu ad libitum: ja oder nein?

Meine klare Antwort: Es gibt keinen pauschalen Weg. Zwischen zwei Punkten muss jeder Pferdebesitzer seinen individuellen Kompromiss finden. Einerseits sollte kein Pferd länger als vier Stunden ohne Futter sein. Andererseits soll es ein gesundes Körpergewicht haben. Wenn dein Pferd bei freiem Heuzugang normalgewichtig bleibt, ist alles wunderbar. Wenn es dabei zu dick wird, brauchst du Lösungen: energieärmeres Heu, Zugangsbeschränkungen über langsam fressende Netze oder ähnliche Hilfsmittel. Und natürlich Bewegung.

Kräuter: Das unterschätzte Superfood für dein Pferd

Kräuter sind kein Wellness-Trend aus dem Pferdesalon. Sie sind ein fester Bestandteil der artgerechten Pferdeernährung. In freier Wildbahn nimmt das Pferd ständig einen kleineren Anteil an Kräutern auf, passend zu dem, was gerade wächst. Blätter, Wurzeln, Rinden, Blüten, Samen. Der Körper des Pferdes kennt diese Vielfalt und braucht sie.

Ich habe selbst erlebt, was gute Kräuterkuren mit Pferden machen können. Meine eigene Stute, die wegen schwerer Arthrosen und Sehnenproblemen kaum noch laufen konnte, hüpfte nach einer gezielten Kräuterkur wie eine Vierjährige über die Weide. Kräuter wirken. Wirklich. Aber sie sind kein Freifahrtschein und kein Allheilmittel, das man einfach das ganze Jahr bedenkenlos dazugibt.

Die wichtigsten Kräuterkuren nach Jahreszeit:

Im Frühjahr und Sommer zur Fellwechselzeit ist eine Entgiftungs- und Stoffwechselkur sinnvoll. Im Spätherbst dann eher eine Immunstärkung. Und ab und an eine gezielte Darmsanierung, wenn diese nötig ist.

Hast du Fragen zu deinem individuellen Futterplan oder möchtest du wissen, was ich meinen Pferden täglich füttere? Schreib mir auf www.pferdefluesterei.de/reico – ich berate dich kostenlos und unverbindlich. Schreib mir gerne auch in die Kommentare: Welcher dieser fünf Mythen hat dich am meisten überrascht?

Warum immer kurweise

Kräuter wirken. Und genau deshalb müssen sie kurweise gegeben werden, vier bis sechs Wochen in der Regel. Der Körper gewöhnt sich an Wirkstoffe und reagiert irgendwann nicht mehr auf sie. Gleichzeitig haben alle Wirkstoffe neben ihrer erwünschten Wirkung auch unerwünschte. Je länger ein Kraut gegeben wird, desto größer die Chance, dass die unerwünschte Seite irgendwann Ärger macht.

Noch ein wichtiger Hinweis zu Kräuterqualität: Nicht jedes Kraut im Reformhaus ist auch ein gutes Pferdekraut. Arzneibuchqualität ist hier der Maßstab. Nur diese Qualitätsstufe stellt sicher, dass ein Mindestwirkstoffgehalt vorhanden ist und eine Reinheit von mindestens 98 Prozent gewährleistet ist. Das ist aufwendiger und teurer, aber es lohnt sich.

Mineralfutter: Wann es wirklich nötig ist

Hier kommt ein unangenehmer Fakt über unsere deutschen Böden: Sie sind ausgelaugt. Die Milchindustrie hat die Wiesen jahrelang ausgebeutet. Die Turbogräser, die heute wachsen, haben zwar jede Menge Energie und Zucker, aber erschreckend wenig Mineralien und Spurenelemente. Schwefel, Selen, Jod, Zink, Kupfer, Mangan, all das findet sich in unseren Wiesengräsern oft nur noch in winzigen Mengen.

Das bedeutet: Bei einer artgerechten Haltung und Fütterung und einem gesunden Pferd braucht es nicht zwingend ein Mineralfutter. Aber in den meisten deutschen Alltagssituationen ist es sinnvoll.

Was du dabei wissen solltest: Nicht jedes teure Mineralfutter ist gut. Aber ein günstiges kann schlicht keine hohe Qualität haben. Das Beispiel Magnesium macht das deutlich: Magnesiumoxid ist billig und kaum bioverfügbar. Magnesiumcitrat ist teurer, aber der Körper des Pferdes kann es wirklich verwerten. Bei Mineralfutter gilt also: erst die Qualität der Inhaltsstoffe prüfen, dann den Preis.

Eine interessante Alternative, besonders wenn keine Mangelerscheinungen vorhanden sind: Algen wie Spirulina oder Grünlippmuschel. Sie decken einen breiten Mineralstoffbedarf auf natürliche Art und Weise.

Und ein Salzleckstein sollte in keiner Box und auf keiner Weide fehlen. Immer.

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6 grosse Futterirrtümer im Schnellcheck

Die Pferdefutterwelt ist voll von hartnäckigen Überzeugungen, die beim genauen Hinschauen nicht standhalten. Hier die wichtigsten, kurz und klar:

Mythos 1: Nur Heu reicht nicht. Falsch. Ein gesundes Pferd kann mit gutem Heu als Grundfutter gut trainiert und geritten werden. Es ist ein Spitzenverwerter und holt alles raus, was es braucht, wenn das Heu gut ist.

Mythos 2: Mash ist gesund. Mash ist ein Diätfuttermittel für Kranke oder für besondere Phasen. Es ist nicht als regelmäßiges Futtermittel geeignet.

Mythos 3: Leicht verdauliche Kohlenhydrate sind super. Das gilt für Menschen. Pferde haben einen Verdauungstrakt, der auf schwer verdauliches Futter ausgerichtet ist. Zu viel Zucker, Getreide oder proteinreiche Futtermittel wie Luzerne stören den Verdauungstrakt auf Dauer.

Mythos 4: Heulage ist toll, besonders für Allergiker. Das ist im Grunde falsch. Heulage ist säuernd. Der Darm braucht ein neutrales Milieu. Heulage stört dieses Milieu auf Dauer und belastet den Stoffwechsel. Ich sehe täglich, wie viel Schaden Heulage anrichtet und wie viel Genesung passiert, wenn Pferdehalter auf gutes Heu umstellen.

Mythos 5: Mineralfutter aus Kräutern ist ideal. Kräuter haben immer eine medizinische Wirkung. Wenn du Kräuter als Mineralfutterquelle nutzt, fütterst du gleichzeitig Wirkstoffe mit, die du vielleicht gar nicht brauchst und die auf Dauer Probleme machen können. Besser: Algen oder ein hochwertiges Mineralfutter.

Mythos 6: Zweimal täglich Futter reicht. Absolut nicht. Dein Pferd produziert ununterbrochen Magensäure. Wenn es morgens und abends sein Futter bekommt und dazwischen stundenlang leer steht, greift die Säure die Magenschleimhaut an.

Was deinen Pferdestoffwechsel stresst: Zeichen, die du kennen solltest

Der Stoffwechsel deines Pferdes ist ein komplexes, ineinandergreifendes System. Er wird von Enzymen gesteuert, die aus Aminosäuren gebildet werden und alle Körperzellen brauchen sie zum Leben. Jede Zelle betreibt Stoffwechsel. Und ein Teil dieses Stoffwechsels ist die Entgiftung. Die Entgiftungsorgane sind Leber, Nieren, Darm, Lunge und Haut.

Wenn eines dieser Organe überlastet ist, übernehmen die anderen mehr Arbeit. Das zeigt sich dann zum Beispiel als Kotwasser, Hautjucken oder chronischer Husten. Oft suchen wir nach lokalen Ursachen, obwohl das eigentliche Problem woanders liegt.

Symptome, die auf einen überlasteten Stoffwechsel hinweisen können: Neigung zu Augenenzündungen oder tränenden Augen, Gallen, angelaufene Beine, Gewichtsverlust, auffälliges Fellkleid, übermäßige Schreckhaftigkeit oder aber Lethargie. Auf der Darmseite: Koliken, Durchfall, Kotwasser, aufgegaster Bauch, stinkender Kot, häufiges Gähnen oder Flehmen. Und ein wichtiger Zusammenhang, den viele nicht kennen: Eine schwere Biegung auf der rechten Hand kann durch eine aufgeblähte Blinddarmfüllung entstehen, verursacht durch eine falsche Fütterung.

All das erinnert uns daran, dass Fütterung keine isolierte Frage ist. Sie beeinflusst alles, das Training, das Verhalten, die Gesundheit, die Beziehung zu deinem Pferd.

Pferdeherde

Fellwechsel und Futterumstellung: warum du das ernst nehmen solltest

Stell dir vor, du müsstest zweimal im Jahr alle Haare an deinem Körper auf einmal wechseln. Die alten fallen raus, die neuen wachsen nach. Gleichzeitig musst du deinen Darm von einem komplett anderen Futter auf ein neues umstellen. Und das in wenigen Wochen.

Das ist der Fellwechsel für dein Pferd.

Studien zufolge braucht das Pferd im Fellwechsel locker 30 Prozent mehr Energie als sonst. Haare bestehen aus Keratinen, und die brauchen Eiweiß. Gleichzeitig stellt sich der Darm von Heu auf Gras oder umgekehrt um. Das ist alles andere als trivial.

Was in dieser Zeit am meisten Arbeit hat: Magen, Darm, Immunsystem und alle Entgiftungsorgane. Genau hier macht es Sinn, mit einer gezielten Kräuterkur zu unterstützen. Entgiftende Kräuter für Leber und Niere, Immunstärkendes, etwas Magenunterstützendes. Das muss nicht kompliziert sein. Aber es sollte bewusst sein.

Pferdetypen und Fütterung: ein Pferd ist nicht wie das andere

Das ist einer der wichtigsten Punkte und einer der am meisten unterschätzten: Pferdefütterung ist keine Pauschalangelegenheit. Was für einen Warmblüter stimmt, kann für einen Isländer fatal sein.

Sehr grob lassen sich Pferde in zwei Typen unterscheiden: Nordpferde und Südpferde. Nordpferde, also leichtfuttrige, robuste Rassen wie Isländer, Fjordpferde oder Noriker, stammen aus kargen, kalten Gegenden. Sie sind exzellente Futterverwerter und kommen mit wenig aus. Im deutschen Heualltag werden sie schnell zu schwer. Südpferde dagegen, unsere Warmblüter und Vollblüter, sind schwerfuttriger und brauchen tatsächlich mehr.

Interessant ist aber: Auch Araber und spanische Pferde sind leichtfuttrige Typen, obwohl sie nicht aus dem Norden kommen. Die Einteilung hat also weniger mit Geografie zu tun als mit dem ursprünglichen Lebensraum und dem evolutionären Energiebedarf.

Für die Praxis bedeutet das: Bevor du irgendetwas in den Futtertrog wirfst, mach dir bewusst, welcher Grundtyp dein Pferd ist. Und passe die Fütterung daran an. In bunt gemischten Offenställen ist das die größte Herausforderung, weil alle Typen das gleiche Futter bekommen und das für die meisten schlicht nicht passt.

Noch ein weiterer Punkt, der gerne übersehen wird: Das Blutbild allein reicht nicht als Kontrolle. Der Körper kompensiert Mangelernährung oft sehr lange, bevor sie im Blut sichtbar wird. Das Pferd sieht also prima aus, und trotzdem kann es an bestimmten Spurenelementen mangeln. Deshalb lasse ich bei meinen Pferden einmal im Jahr ein großes Blutbild machen. Nicht als alleinige Kontrollinstanz, aber zumindest als Orientierung.

Mein persönlicher Futtertrog: Was bei Carey und Ninja reinkommt

Ich bin keine Tierärztin. Aber ich teile gerne, was ich über Jahre gelernt habe und was bei meinen eigenen Pferden funktioniert, weil ich denke, dass ein konkretes Beispiel mehr sagt als tausend Pauschalregeln.

Die Basis ist immer gutes Heu. Qualitativ hochwertiges, staubarmes, rohfaserreiches Heu von einer vernünftigen Wiese. Dazu ein hochwertiges Mineralfutter als Dauerbasis und etwas für den Darm. Weil richtige Pferdefütterung auch für einen gesunden Darm sorgen sollte.

Dann kommt es auf die Jahreszeit und das Individuum an. Hagebutten oder Schwarzkümmelsamen, je nach Jahreszeit und aktuellem Interesse meiner Pferde. Im Fellwechsel eine gezielte Kräuterkur mit entgiftenden Kräutern für Leber und Niere. Im Herbst etwas zur Immunstärkung. Zwischendurch darf Carey beim Spaziergang an der natürlichen Kräuterbar naschen.

Je nach Jahreszeit sind Brombeerblätter, Apfelbaumrinde, Haselnuss oder Brennnesseln ihre Favoriten. Manchmal futtert sie auch einfach das, was am Wegesrand steht, und ich lasse sie.

Das klingt nicht spektakulär. Das ist auch nicht spektakulär. Aber es funktioniert extrem gut, weil es Klarheit bringt für den Organismus und das sollte richtige Pferdefütterung tun.

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Stress und Fütterung: ein Zusammenhang, den du nicht vergessen darfst

Es gibt noch einen Faktor in der Pferdegesundheit, der mit der Fütterung eng verbunden ist, aber selten im gleichen Atemzug genannt wird: Stress. Stress schlägt Pferden immer sehr schnell auf den Magen. Konflikte in der Herde, Überforderung im Training, mangelnde Ruheflächen, Schmerzen die lange unentdeckt bleiben, gestresste Bezugspersonen, all das belastet das Nervensystem und damit den Verdauungstrakt.

Ein reibungslos funktionierendes Verdauungssystem ist auf ein ausgeglichenes Nervensystem angewiesen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn dein Pferd Magenprobleme hat und du schon das perfekte Futter gibst, lohnt es sich, auch auf das Training und die Haltungsbedingungen zu schauen. Manchmal liegt die Lösung nicht im Futtertrog.

FAQ: Die häufigsten Fragen zur richtigen Pferdefütterung

Wie lange darf mein Pferd ohne Futter sein? Maximal vier Stunden. Danach beginnt die Magensäure, die Schleimhäute anzugreifen.

Ist Heulage für Allergiker besser als Heu? Nein. Heulage ist säuernd und belastet auf Dauer den Darm und den Stoffwechsel. Staubfreies, gut gelagertes Heu oder angemässtes Heu ist die bessere Wahl.

Braucht jedes Pferd Mineralfutter? Nicht zwingend. Bei artgerechter Haltung und guter Futterbasis kann es unnötig sein. In der Praxis sind die meisten Pferde in Deutschland mit bestimmten Spurenelementen unterversorgt, weil unsere Böden ausgelaugt sind. Ein Blutbild und eine Futteranalyse geben Klarheit.

Ist Getreide schädlich? Grundsätzlich ist Getreide kein artgerechtes Futtermittel für Pferde. Hafer ist unter den Getreidesorten noch am verträglichsten, wenn er richtig behandelt und in kleinen Mengen gegeben wird. Weizen ist schädlich für den Pferdekörper.

Sind Kräuter sicher? Ja, wenn sie in der richtigen Qualität, der richtigen Menge und kurweise gegeben werden. Kräuter sind Heilmittel. Und Heilmittel brauchen immer eine klare Anwendung und eine Pause.

Was ist das Wichtigste bei der Pferdefütterung, wenn ich nur einen Satz merken soll? Heu in ausreichender Menge und bester Qualität, ohne lange Futterpausen. Alles andere ist Feintuning.

Kann schlechtes Futter das Training beeinflussen? Absolut. Ein Pferd mit Magenproblemen, Blinddarmproblemen oder Mineralstoffmangel kann sich nicht gut bewegen, kann sich nicht konzentrieren und wird im Training auffällig werden. Fütterung und Training sind untrennbar miteinander verbunden.

Und wenn du erst noch mehr Grundlagenwissen aufbauen möchtest, bevor du irgendwas bestellst: Ich habe einen kostenlosen Futterworkshop erstellt, in dem ich dir Schritt für Schritt zeige, wie du gute Futtermittel von schlechten unterscheidest, Zutatenlisten liest und den Futterdschungel endlich durchblickst. Den Link findest du ebenfalls auf www.pferdefluesterei.de/reico.

Wieso Kräuter so genial sind – Interview mit der Kräuterexpertin Herdis Hiller von der Krauterie

Pferdeflüsterei: Gibt es gängige Futterfehler, die dir immer wieder begegnen und die du gerne ausmerzen würdest?

Herdis (Krauterie): Ja. Ich sehe täglich, wie viel Schaden Heulage und Silage anrichten und wie viel Genesung passiert, wenn Pferdehalter auf Heu umstellen. Ich würde mich freuen, wenn immer mehr Pferdehalter, aber auch und vor allem Stallbesitzer in Sachen in artgerechtes Raufutter umdenken.

Pferdeflüsterei: Ich habe mal gelesen, dass eine Apfelessigkur, einmal im Jahr, über ein paar Wochen, dem Darm helfen kann, wieder etwas fitter zu werden. Als Kur – stimmt das?

Herdis (Krauterie): Nein. Dieser Mythos ist ein gutes Beispiel dafür, dass oft menschliche Behandlungsmethoden und Hausmittel auf Pferde übertragen werden, obwohl sich die menschliche Verdauung sehr stark von der des Pferdes unterscheidet. Äußerlich finde ich hochwertigen Apfelessig gut. Sehr kurzzeitig eingesetzt ist er bei spezieller Indikation okay.

Aber innerlich angewendet senkt er den pH-Wert im Verdauungstrakt. Macht also auf Dauer zu sauer, was für die Verdauungsenzyme, die in einem engen pH-Bereich wirksam sind, und somit für die gesamte Verdauung ungünstig ist. Denn der ph-Wert (und die unterschiedlichen ph-Wert-Zonen im Verdauungstrakt) ist wesentlich dafür verantwortlich, dass die Flora gesund ist und dass die Verdauung überhaupt nach Plan funktioniert. Gerät beides aus dem Gleichgewicht können Verdauungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen, Leaky Gut Syndrom usw. die Folge sein.

Pferdeflüsterei: Es gibt ja auch die Lager, die sagen: Bitte keine Gewohnheiten bei der Futtervergabe, sonst werden die Pferde fordernd und unruhig. Andere die sagen: Pferde brauchen klare Futtergewohnheiten, weil sich Darm und Magen und der ganze Organismus auf die Zeiten einstellen – wie siehst du das?

Herdis (Krauterie): Pferde, die während oder vor der Fütterung unruhig werden und scharren, gegen die Boxentüren schlagen usw. wurden zu genau diesem Verhalten erzogen. Natürlich nicht mit Absicht, aber durch positive Verstärkung, indem sie für ihr Verhalten Bestätigung bekamen in Form von Futter. Natürlich tritt das verstärkt auf, wenn nur zwei oder drei Mahlzeiten gefüttert werden und lange Futterpausen bestehen.

Davon abgesehen, sind Routinen für Pferde grundsätzlich sehr wichtig, um den Stresslevel so gering wie möglich zu halten. Permanenter Stress macht krank und führt zu Verhaltensauffälligkeiten. Das Pferd versucht damit, das eigentliche Problem zu kompensieren.

Pferdeflüsterei: Du legst Wert auf gute Qualität, sagst du – was bedeutet das für dich?

Herdis (Krauterie): Hochwertige Kräuter-Qualität bedeutet für mich vor allem eins: Arzneibuch-Qualität. Nur diese Qualitätsstufe stellt sicher, dass ein Mindestwirkstoffgehalt im Kraut vorhanden ist. Selbst Bio tut das leider nicht. Außerdem stellt Arzneibuch-Qualität eine Reinheit von mind. 98 % sicher. Aber das ist aufwendig und teuer.

Pferdeflüsterei: Wieso Kräuter, also wieso bist Du so überzeugt davon?

Herdis (Krauterie): Ich gehe den Weg der Naturheilkunde schon lange und nie hat mich der Effekt bei Pferden so sehr umgehauen wie bei Kräutern. Als meine eigene Stute, die wegen schwerer Arthrosen und Sehnenproblemen kaum mehr laufen konnte, nach einer Kräuterkur wie eine 4Jährige über die Weide hüpfte, wusste ich, dass Kräuter ein Segen sind für Pferde.

Pferdeflüsterei: Vielen Lieben Dank für die Infos und das Interview!

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56 Kommentare

  1. Luisa

    Hallo liebe Petra, ein toller Artikel! Super erklärt.
    Ich hätte noch eine Frage: Ich habe ein 18 jährige, leichtfuttrige Pony-Stute. Sie war auch eine Zeit lang übergewichtig, aber das haben wir jetzt ganz gut im Griff. Sie wird im Moment fast jeden Tag bewegt (also kleine Spaziergänge, manchmal Reiten) meistens Schritt und Trab.
    Ich bin mir etwas unsicher, was ich ihr füttern soll. Sie steht eigentlich 24/7 auf der Weide (im Winter auch eine Heuraufe mit Heunetz), nur wenn es kälter ist kommen die Pferde in den Stall und haben dort Heu. Ich bin am überlegen ob die Sasion Kräuter oder euer Basis-Müsli mehr Sinn machen würden. Oder würde deiner Meinung nach auch beides gehen? Und ob sie noch zusätzlich Mineralfutter benötigt?
    LG Luisa

    Antworten
    • Petra

      Hey liebe Luisa, habe dir eben auf deinen anderen Kommentar geantwortet. Ich finde toll, wie liebevoll du über dein Pferd sprichst. Richtig schön!! zu deiner Frage, ein bisschen ist es immer individuell und du darfst auch schauen, was ihr Allgemeinzustand und Blutbild sagen. Ich mixe die Saisonkräuter (eine Packung als Kur) immer mit unserem Basis-Müsli. Dazu noch ein paar andere Sachen und dann ergibt sich daraus ein Müsli für meine Beiden, das sie jeden Tag bekommen. Alles Liebe, Petra

  2. Julia

    Eine insgesamt sehr tolle Seite und grade dieser Beitrag ist richtig gut. Vielen Fragen die ich mir über die Jahre auch gestellt habe und immer wieder von Miteinstellern höre. Zusätzlich zu all dem muss ich sagen dass ich bei Pferd und Hund auf Schwarzkümmelöl schwöre. Grade in der Fellwechselzeit. Mein Pony sah immer aus wie ein gerupftes Huhn :) Und (mag Einbildung sein) aber seit ich regelmäßig das Öl hinzugebe, geht es irgendwie schneller von statten. Werde mir diesen Blog definitiv merken. Danke und LG

    Antworten
    • Petra

      Hallo liebe Julia, ja Schwarzkümmelöl ist klasse – wir haben dazu auch einen ausführlichen Artikel auf der Pferdeflüsterei und verkaufen es deswegen soso gerne bei uns im Shop. Es ist ein richtiges Naturwunder :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Laura

    Was fütter ich einer 5 jährigen Stute am besten bzw was ist empfehlenswert, sie hat sehr viel Energie und eine tolle Figur, wobei ihr ein paar Kilo mehr nicht schaden würden. Sie wird minimum 5 mal die Woche bewegt

    Dann gibt es da noch eine 28 jährige Stute, die recht dünn ist und etwas zunehmen müsste
    Zum Schluss gibt es noch eine 22 jährige Stute die leicht übergewichtig ist und daher einen Rehschub hatte.

    Alle drei bekommen morgens eine rießige Portion Heu (mit sehr guter Qualität), die ihnen bis zum Mittag reicht, dann kommen sie alle auf den Paddock wo sie freien Zugang zum Heu haben. Am Abend in der Box gibt es nochmals einen Büschel Heu. Bei Zusatzfutter hab ich bis jetzt (hab die drei seit 2 Wochen) nnoch nichts gemacht, da ich nichts „versauen“ wollte.
    Ich hab alle vom Schlachter gerettet und werde sie jetzt aufpeppeln und mit Hilfe eine Ausbilder ausbilden, also bitte nicht zu streng.

    Danke schon im Voraus,
    Laura

    Antworten
    • Petra

      hallo liebe Laura, individuelle Futterberatung aus der Ferne finde ich schwierig. Aber wenn die 5-jährige eine tolle Figur hat, fit und gesund ist, dann würde ich persönlich erst einmal einfach beim Heu bleiben. Wenn du eine Seniorin hast, kannst du ihr ergänzend 1-2 mal pro Woche ein gutes zuckerfreies Mash füttern, das kann ein paar Kilo bringen. Dazu vielleicht Hanfsamen, weil die viel Vitaminpower haben. Wir haben beides im Shop. Aber du bekommst es auch sonst in sehr gut sortierten Läden. Bei der übergewichtigen Stute würde ich alles weglassen bis auf das Heu und auch da nach Gewicht füttern und für maximal 2-3 stündige Futterpausen sorgen. Wenn du kannst, würde ich ihr in der Zeit in der Box weniger in einem Heunetz füttern oder in einem Heutoy (das habe ich), damit sie eher knabbern kann und was zu tun hat, aber nicht reindreschen kann. Ansonsten würde ich den Tierarzt an der Stelle befragen, weil Rehe ein sehr ernstzunehmendes Thema ist und dann schauen, welche Kräuter oder Kräuterkuren da passen könnten. Das ist jetzt alles sehr allgemein und pauschal. Aber ich denke – wenn das Pferd nichts hat und es ihm gut geht – dann reicht auch Heu. Wenn es spezifische Probleme hat, würde ich immer einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt vor Ort fragen. Ganz liebe Grüße, Petra

  4. Anja

    Moin, ich habe mir es sorgfältig durchgelesen und hätte noch ein paar Fragen.

    Ich habe einen 4 Jahre alten Englisches Vollblut. Das Problem ist er kommt aus einer schlechten Haltung. Dabei war er stark abgemagert. Ich habe ihn schon soweit, dass er wie ein Pferd aussieht. Nur das Problem ist er ist dauerhaft am koppen. Wenn viele Menschen da sind oder die bekommen fressen. Was kann ich tun?! Um ihn dabei zu helfen weniger zu koppen und bzw. Dass er mehr zunimmt an Muskulatur und nicht dass er im Wachstum beeinträchtigt wird.
    Ich weiß nicht was ich tun soll. Jeder sagt was anders. LG

    Antworten
    • Petra

      Hallo liebe Anja, ohje – das ist schwierig. Koppen ist – genau wie Weben – ein psychisches Thema und nicht zu unterschätzen. Wenn er das macht sobald es Futter gibt oder viele Menschen da sind heißt das, dass er dann Stress hat. Das Koppen ist eine Übersprungshandlung um Stress abzubauen. Du kannst erst einmal dafür sorgen, dass er immer immer Heu hat – wenn er ohnehin zu dünn ist, macht das ja nichts. Dann lernt er vielleicht mit der Zeit, dass Essen immer da ist und hat vielleicht weniger Stress, wenn es Futter gibt. Da er ja so abgemagert zu dir kam, heißt das, dass er unter Futtermangel gelitten hat. Also ist Futter einfach ein Stressfaktor vermutlich und er muss lernen, dass er jetzt nie mehr hungern muss. Ich würde ihm also immer 24/7 Heu zur Verfügung stellen. Bei den Menschen zeigt das ja auch, dass er mit den Menschen vermutlich nichts Gutes verbindet, vielleicht heilt die Zeit da die Wunden und er lernt, dass Menschen etwas Nettes und Tolles sein können. Ich würde ihm auf jeden Fall ganz viel Zeit geben, ihn wie ein Jungpferd behandeln und viel Vertrauenstraining, Spaziergänge, gemeinsame Zeit, Wellnesszeit und Liebe und Geduld schenken, so dass er nach und nach seinen inneren Stresslevel vielleicht wieder loswerden kann. Mehr kann ich dir aus der Ferne gar nicht sagen. In Sachen Futter: Ich mache sehr gute Erfahrungen mit Hanfsamen (haben Energie und gute Vitalstoffe) als Ergänzung. Ansonsten würde ich mal schauen, ob er mit den 24/7 Heu nicht nach und nach auch genug ansetzt, zumal wenn du ihn nicht zu sehr forderst und Zeit gibst beim Training. Wenn das nicht reicht – bei einem Vollblut – könntest du ja mit bisschen Saftfutter und Hafer als Kraftfutter ergänzen. Aber da würde ich dann nochmal mit Tierarzt und Futterexperte vor Ort sprechen, die dein Pferd ja auch sehen können. Auf jeden Fall drücke ich euch beide Daumen und schicke liebe Grüße, Petra

  5. Rebekka

    Hallo liebe Petra, vielen Dank für deine nette Antwort. Mein Pferd steht leider in Boxenhaltung allerdings mit täglichem Weide-/Paddockgang. Dass die dicken Beine daher rühren ist mir bewusst, allerdings muss ich das durch bestimmtes Futter, wie ich es momentan leider füttere ja nicht noch verstärken.
    Hanfsamen klingen sehr interessant, obwohl ich da vielleicht dann nochmal Leinsamen weiter füttern werde, die hatte er schonmal bekommen, die haben laut Internet wohl mehr/andere positive Effekte aber weniger negative. Auf Herdis Antwort wäre ich auch sehr gespannt.
    Liebe Grüße :)

    Antworten
    • Petra

      Hallo liebe Rebekka, ja leider wird die Haltung dann auch eine Rolle spielen. Ich warte jetzt auch gespannt auf Herdis Antwort – ihre Meinung ist immer sehr interessant – und schicke liebe Grüße, Petra

  6. Rebekka

    Was ich vergessen habe zu erwähnen: Wir möchten Muskeln aufbauen und sin duahc auf einem ziemlich gutem Weg, kann man da unterstützend was zufüttern? Im Stall wird gerade Reformat ausprobiert von einigen, weiß aber nicht ob ich davon so überzeugt bin..

    Antworten
    • Petra

      Ich mache sehr gute Erfahrungen mit Hanfsamen – aber vielleicht hat Herdis da auch noch Ideen. Das Reformat würde mir persönlich von der Zutatenliste her nicht gefallen. Weder füttere ich Luzerne, noch Melasse noch diffuse „Pflanzenöle“ – meins wäre es nicht. Ich weiß nicht, ob dir das weiterhilft, schicke aber auf jeden Fall liebe Grüße, Petra

  7. Rebekka

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den sehr informativen Beitrag!
    Ich habe allerdings noch eine Frage zur Fütterungsempfehlung: Mein Hannoveraner ist jetzt grade 19 geworden und wird fast täglich gearbeitet, meist mittlere bis schwere Arbeit. Als Kraftfutter bekommt er Heu und Pellets (vom Stall aus) und ich füttere Mais dazu, da er die letzten zwei Jahre sehr dünn war. Seit dem letzten Stallwechsel im November hat er deutloch zugenommen, weshalb ich den Mais ausschleichen lassen möchte. Heu ist so gut wie immer verfügbar für ihn. Leider koppt er sehr extrem und hat mit dicken Beinen zu tun.. Habt ihr was Futter/Kräuter angeht vielleicht die ein oder andere Empfehlung? Würde gerne so natürlich wie möglich füttern können irgendwann.
    Liebe Grüße im Voraus
    Rebekka

    Antworten
    • Claudia

      Wird das Lauftier Pferd in der Box gehalten, ist es oft zu beobachten, dass sie dicke Beine bekommen oder aus Langerweile Verhaltensaufflligkeiten ausbilden. Da hilft auch kein Kraut. Wir Menschen glauben, es besser als die Pferde zu wissen, was sie brauchen. Warum wohl gibt es das Pferd schon so lange? Erst wir haben dafür gesorgt, dass es „Zivilisationskrankheiten“ hat. Wir nehmen ihm die Möglichkeit, sich das Futter zu suchen, was es braucht. Mischen dann alles mögliche zusammen und es hat keine Chance zu wählen was es gerade wirklich braucht. Ich empfehle mal das Buch „Artgerechte Pferdefütterung“ von Maksida Vogt zu lesen.
      Viele Grüße

    • Petra

      Insgesamt bin ich ganz deiner Meinung .-) Wobei wir ja nicht wissen, wie Rebekkas Pferd gehalten wird. Maksida Vogt ist ja manchmal ganz extrem in ihrer Haltung. Mein persönliches Lieblingsbuch ist „Pferde fit füttern“ von Christina Fritz – kann ich auch sehr empfehlen. Liebe Grüße, Petra

    • Petra

      Hallo liebe Rebekka, da lasse ich gerne Herdis den Vortritt. Ich finde spezielle medizinische Fragen sehr schwer zu beantworten. Ich vermute, dass du den Tierarzt wegen der dicken Beine schon da hattest? Mais ist ja umstritten in der Fütterung und viele Futterexperten lehnen ihn ab, vielleicht entwickelt sich dein Pferdchen ja noch besser, wenn du ihn jetzt ausschleichst. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen und wünsche gute Besserung, Petra

  8. Sandra D

    Wow, ich dachte ich würde mich mit Futter gut auskennen aber da kennt sich Herdis wohl noch ein gutes STück mehr aus. Sehr Hilfreiches Interview. Weiter so :)

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  9. Sophie G

    Hallo und danke für diesen informativen Artikel. Ich plane gerade mit meiner Tochter, dass wir unser eigenes Pferd kaufen. Dabei muss man aber auf sehr vieles achten und ich glaube die Vorbereitungen für uns werden noch mindestens ein Jahr dauern. Mit Futter und Ergänzungsfutter, richtige Bewegung und Stall hat man noch viel zu recherchieren! Dabei sind solche Beiträge wie die sehr hilfreich!
    Viele Grüße, Sophie & Sandra

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    • Petra

      Hallo ihr Lieben, das freut uns sehr. Ganz liebe Grüße und viel Erfolg bei den Vorbereitungen, Petra

  10. Kati

    Hey Steffi,
    je nach Alter mag es bei der Belastung schon sein dass Heu satt und auf momentane Situation abgestimmte Kräuter reichen, aber spätestens wenn du erste Anzeichen bzgl. Fell oder Gewicht merkst oder er müde wirkt solltest du dazu füttern. Mineralfutter ist immer wichtig, sofern der Bedarf nicht über Heu und Kräuter gedeckt ist (s. auch Beitrag). Das Müsli von Agrobs ist gut. Du könntest auch einfach etwas Hafer unter das AlpenGrünMüsli mischen wenn du meinst dass er es braucht. Oder die Apfelfasertaler wie Petra weiter oben meinte. Meine Favoriten sind dann noch Karotten, Rote Bete und Öl.

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  11. Steffi

    Hallo,

    Ich beschäftige mich momentan auch viel mit dem Thema und habe dazu eine Frage.

    Reicht dieses „Heu satt und hier und da mal Kräuter“ auch wenn mein Pferd 5 x die Woche gearbeitet wird? Und das nicht nur leicht, mittlere Arbeit ist es auf jeden Fall. Dann fehlt dem Pferd doch etwas, oder nicht? Was füttere ich denn dann?

    Momentan gefällt mir Agrobs immer noch am besten. Allerdings glaube ich einfach, dass mein Pferd damit nicht zurecht kommt, wenn ich nur das AlpenGrün Müsli füttern würde. Das Kraftpaket von Agrobs klingt zwar gut aber mich stört der Mais da drin.

    Ich bin echt hin und her gerissen. Ich möchte auf der einen Seite natürlich füttern aber andererseits muss ich ihm doch auch irgendwie genügend Energie zuführen, damit er die Arbeit die wir machen, auch schafft?!

    Danke für Tipps :-)

    Antworten
  12. Kati

    Hey Petra,
    bisschen schade dass du so gegen Silage bist – ich persönlich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht, auch bei schwerfuttrigen Pferden und solchen mit Husten. Man darf natürlich nicht vergessen dass die Qualität eine große Rolle spielt, und da ziehe ich gute Silage (trocken, duftend, hoher Rohfaseranteil) schlechtem Heu (staubig, kratzend, überlagert) einfach vor. Wir packen zB unser Rundballen-Heu ebenfalls in Folie, dadurch wird die Lagerung einfacher, es dringt kein Staub ein und es bleibt kaum bis gar kein Abfall. Natürlich wird für Silage das gemähte Gras mit einer leichten Feuchte gepresst und verpackt und gärt dann nach, sicher ist der Energiegehalt etwas höher (schwerfuttriges Pferdchen…?) Es kommt dann auch noch auf sehr viele andere Faktoren an, bei Heu und Silage: wo kaufst du, Wetterbedingungen im Erntejahr, Erntezeitpunkt, Höhe in der abgeschnitten wird, Mähwerksseitige Einstellung usw..
    Nachteil der Silage ist: ist der Rundballen aufgeschnitten, muss er auch ausgerollt werden und sollte zeitnah aufgebraucht werden, sonst kann es zu Wärmeentwicklungen und Folgegärungen kommen.
    Meine Ponies bekommen seit Jahren eher Silage als Heu, fressen diese bevorzugt und vertragen es sehr gut. Aber wenn du und Carey mit Heu glücklich seit ;) …und Stallseitig bisschen Silage gefüttert wird ;) LG

    Antworten
    • Petra

      Hey Kati, letztlich ist es beim Futter ja auch eine Frage des Individuums und der eigenen Überzeugung. Wenn du gute Erfahrungen damit machst, dann ist es ja für euch offenbar das Richtige. Klar spielt die Qualität eine gute Rolle – wobei du ein bisschen Äpfel mit Birnen vergleichst. Natürlich ist hochwertigste Silage sicher nicht schlechter als schlechtes Heu. Aber genauso natürlich ist für mich gutes Heu besser als schlechte Silage ;-) oder auch gute Silage. Klar ist Silage bei einem Pferd mit Stauballergie oder Husten eine Möglicheit. Ich würde dann aber zum Beispiel lieber das Heu bedampfen oder befeuchten. Aber es ist eben einfach Geschmackssache. Wichtig ist, dass es den Pferden gut geht – ob mit Heu oder Silage. Wenn ja, dann ist ja alles gut :-) Viele liebe Grüße, Petra

  13. Kati

    Hi Christina,
    iwie beschäftigt mich das noch mit deinem Großen…
    Bekommt/frisst/verträgt er denn Stroh? Oder gute Grassilage aus Rundballen? Weil 24h Heu gibt zwar Bauch, aber richtig ansetzen tut es eher nicht.
    Der Araber meiner Nachbarin bekommt zB wenig Heu und zusätzlich Stroh, dafür aber regelmäßig Hafer, einfach weil er es besser verträgt.
    Spirulina hab ich hier das erste Mal gehört, keine Ahnung ob das hilft.

    Antworten
    • Petra

      Hi Kati, auch wenn das an Christina geht – möchte ich mich kurz melden. Silage würde ich weiträumig meiden. Wegen Zucker-Energiegehalt und Gärungsprodukten. Ich halte sie für einen großen Fehler in der Pferdefütterung – zumindest aus meiner persönlichen Sicht :-) Ansonsten danke für deine UNterstützung und viele liebe Grüße, Petra

  14. Christina

    Hallo
    Ich finde den Artikel sehr interessant
    Ich habe selber in der pferd Fütterung einiges ausprobiert mein Isländer bekommt nur heu als leckerlie mal Hagebutten und kur kurweise 1 mal im Jahr mineralfutter was bei ihm völlig ausreicht.
    Das Problem ist der große er geht im Sport ist eher ein ruhiger Zeitgenosse lässt sich nicht stressen und zeigt auch wenn er nicht mehr will.
    Er nimmt zum Winter immer sehr stark ab friert schnell. Aber selbst im Sommer ist er immer rippig er könnte locker 100 kg mehr vertragen, wobei er trotzdem gut bemuskelt ist und leistungsstark.
    Er bekommt auch 24 Stunden heu zu dem einiges an Zusatz Futter
    Vieles von agrobs (müsli/heucobs/feturacobs)
    Aber auch zb von pavo die melasse freien rübenschnitzel und das rice up
    Die alles andere habe ich mittlerweile vom speiseplan gestrichen wobei ich mich nicht traue dies abzusetzen weil er wirklich schnell weiter abnimmt
    (Blut usw ist alles Bestens)
    Habt ihr nicht Ideen zur Fütterung ?
    Hatte evtl an spirulina gedacht ?
    Ich würde mich sehr über weitere Anregungen und Vorschläge freuen um die Fütterung weiter zu verbessern
    Vielen Dank liebe grüße Christina

    Antworten
    • Kati

      Hey,
      hast du es mal mit Malzbier versucht? Also nicht in großen Mengen, und erstmal probieren ob er es überhaupt mag, aber dann ab und zu so etwa eine halbe Flasche am Tag (bei einer Tinkerstute zum auffüttern war das die richtige Menge) – vielleicht auf mehrere Mahlzeiten aufteilen. Meiner Shetty-Stute habe ich das gefüttert als sie stark abgenommen hatte (Ü30), sie hat erst alle 1-2 Tage ne kleine Tasse voll auf Rübenschnitzel mit Haferflocken, dann in größeren Abständen bekommen – hat sehr gut geholfen, setzt eben an. Obwohl ich auch erst Bedenken hatte weil sie früher schon Hufrehe hatte und ich da mit Zucker und Eiweiß vorsichtig war. Aber gut dosiert ist´s echt ok. Und hilft. Und du könntest es mal mit ganzen Rüben anstelle von Rübenschnitzeln versuchen. Bekommt dein großer gar kein Mineralfutter? Salzleckstein oder guter Mineralleckstein (zB von Raiffeisen) ist immer empfehlenswert. Futteröl wäre auch noch eine Idee, Leinöl oder das Olio Vivo (bei Olewo erhältlich).

    • Petra

      LIebe Christina, bin gespannt, was Herdis sagt – wir haben Apfelfasertaler in einer Phase gefüttert, als Carey wegen Impfungen recht dünn war letzten Winter, die sind für schwerfuttrige Pferde und haben bei uns super als Mash funktioniert – die gibts HIER im Shop. Aber vielleicht hat Herdis auch noch einen guten Tipp :-) Viele liebe Grüße, Petra

    • Christina

      Danke Kati und Petra

      Salzleckstein bekommt er Kot Wasser von
      Und auf verschiedene mineralfutter wurde er blöd ( bocken usw) ohne nach ca 2 Wochen wieder gut. Haben dann aber auch ca 4 Wochen gefüttert gehabt ohne geewichtszunahme.
      Malzbier hatten wir auch schon jeden tag eine halbe Flasche oder alle 2 Tage 1 alles ohne Zunahme
      Er baut auch Muskeln auf und will arbeiten ist fitt hat auch Kondition aufgebaut aber die Rippen ?
      Im Sommer hatte er mit koppel etwas mehr Masse war aber auch rippig
      Irgendwie finden wir einfach keine Lösung für ihn

    • Petra

      Liebe Christina, wie gesagt – ich würde es mal mit den Apfelfasertalern als reichhaötigem aber relativ natürlichem Mash probieren. Super Erfahrungen habe ich auch schon mit dem Tiermoor gemacht. Das Pulver liefert Mineralstoffe ohne den Organismus zu belasten. Dazu vielleicht ein Kräutermüsli für Magen und Darm – um eine kleine Sanierung anzuregen. Das wäre jetzt mal mein Weg. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen und schicke liebe Grüße, Petra

  15. paulina

    Ich kann viele vom psychischen Standpunkt verstehen die gerne was in den Futtertrog werfen aber leider halt auch meistens das falsche. Meine sieben jährige Stute bekommt tatsächlich nur Heu und ne Handvoll Luzerne um es etwas aufzuwerten und nach bedarf Kräuter. Ich halte ihr gerne mal was unter die Nase und sie entscheidet welche Kräuter oder Kräutermischungen sie haben möchte. Ansont gibt es nur mal ab und zu einen Apfel oder Birne oder Karotte aber selbst das nicht täglich und Mineralien in Pulverform wobei sie dafür ein extra trog hat und sich in einem gewissen Rahmen selbst bedienen darf. Ich werde im Stall dafür einerseits bestaunt anderer Seits glaube ich auch belächelt ? aber wenn ich dann höre mein Pferd (überwiegend alte Pferde ) frisst nur Heulage oder nur Müsli bin ich so froh das ich es meiner nicht anerziehe nur Zucker zu fressen? reicht wenn ich es mache?

    Antworten
    • Petra

      Liebe Paulina, bei uns ist es ähnlich. Heu, ab und an Kräuter und täglich einen Apfel oder eine Karotte. Paar Hagebutten und Beeren nach Bedarf und immer wieder Schwarzkümmelkuren. Das wars. Heulage mag ich gar nicht – leider bekommen unsere es ab und an in der Herde in Raufe – da muss ich mich der Mehrheit beugen – knirsche aber jedesmal mit den Zähnen. Ich kann dich also absolut verstehen – lass den Rest nur lächeln. Dein Pferd wird es dir danken!! Viele liebe Grüße, Petra

  16. Carolin

    Hallo zusammen,
    danke für den interessanten Artikel.
    Es würde mich interessieren was ihr von rote Beete denkt.
    Ich „verstecke“ sie als trocken Flocken im Müsli 1 Esslöffel pro Tag . Sollte ich sie weiter drunter mogeln oder es lieber akzeptieren das mein Pferd das nicht essen will? Es kann ja auch (neben dem Geschmack) andere Gründe geben das es ihm eventuell sogar schadet und er es deshalb ohne Tricks nicht essen mag.,…? Roh oder als größeres Stück will er das jedenfalls nicht essen :-/

    Antworten
    • Petra

      Hallo Carolin, ich persönlich finde Rote Bete super – sie hat viele tolle Inhaltsstoffe und ich mische sie meiner Kleinen auch ab und an mal unter ihre Kräuter. Allerdings biete ich immer zuerst an und schaue. Will sie sie – kommen sie ins Müsli. Will sie sie gerade nicht – lasse ich sie einfach weg. Also einfach mal die trockenen auf der Hand reichen und schauen was passiert – so würde ich es machen. Meist wissen die Pferde selbst ganz gut, was sie gerade brauchen. Viele liebe Grüße, Petra

  17. Luna&Sternchen

    Liebe Petra, Liebe Herdis,
    Danke für das lehrreiche Interview :)
    Sternchen bekommt im Sommer von mir nichts dazugefüttert, da sie 24h am Tag auf einer großen Wiese steht. Im Winter bin ich noch am suchen… Damals hatte sie ein Müsli mit Melasse von Krämer mit Heucobs. Dieses Jahr bekommt sie nur Heucobs und Leckerlis von Apuna mit Thymian gegen ihren Husten. Aber sobald die Tüte Heucobs leer ist werde ich hier die 4-Jahreszeiten Kräuter und Schwarzkümmelsamen bestellen und gucken wie sie das annimmt. Ist der Schwarzkümmel auch nur für Kuren geeignet oder auch für den Dauereinsatz? Als Belohnung wird sie dann weiterhin die Apuna Leckerlis bekommen.
    Liebe Grüße,
    Luna&Sternchen

    Antworten
    • Petra

      Liebe Luna, nun bin ich sehr gespannt, wie Herdis das sieht – aber ich gebe meiner Stute den Schwarzkümmelsamen nahezu komplett durch das Jahr. Also ab März bis Oktober auf jeden Fall, weil sie ja unter den Mücken und INsekten so leidet und ihre Haut so viel besser ist seitdem. Und im Winter dann, wenn ich das Gefühl habe, dass sie Stärkung für das Immunsystem braucht. Ganz liebe Grüße, Petra

    • Herdis Hiller

      Liebe Luna,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Die Gewöhnung und die unerwünschten Wirkungen sind natürlich bei jedem Kraut vorhanden – so auch bei Schwarzkümmel. Schwarzkümmel kann allerdings länger gegeben werden als viele andere Kräuter – ich empfehle Kuren von maximal 3 Monaten am Stück. Wenn man die möglichen negativen Auswirkungen auf dem Zettel hat, (die je nach Kraut sehr unterschiedlich stark sind), ist es natürlich jedem selbst überlassen, wie lange er ein Kraut füttern möchte. Bei gut verträglichen Kräutern wie Schwarzkümmel könnte man zB auch einfach so lange füttern, bis man feststellt, dass der Effekt nicht mehr so gut ist wie vorher oder wenn man Nebenwirkungen feststellt. Spätestens dann könnte man absetzen (setzt natürlich voraus, dass man die Nebenwirkungen als solche erkennt.) Tritt dann allerdings ein Fall ein, indem man die Heilwirkung der Pflanze dringend benötigt, kann man sie erst einmal nicht geben. Das ist der Grund, warum ich persönlich dieses Risiko nie eingehe, sondern einfach Pflanzen mit einem ähnlichen Effekt nach ein paar Wochen wechsle, wenn ich eine dauerhafte Unterstützung brauche.
      Aber wie gesagt: das muss jeder für sich selbst abwägen.

      Herzliche Grüße

      Herdis

  18. Nicole E.

    super interessantes Interview, auch die Idee mit dem eigenen Müsli finde ich klasse. Nur eine Frage stellt sich mir: wenn ich die Vierjahreszeitenkräuter als Basis des Müslis nehme, dann kann ich bei einem Fütterungsintervall von 6 Wochen ja insgesamt 24 Wochen mit allen vier Jahreszeitenkräutern überbrücken. Was für Kräuter nehme ich denn in den restlichen Wochen des Jahres?

    Antworten
    • Petra

      Liebe Nicole, das freut uns sehr. Herdis ist aber auch eine wunderbare Fachfrau – die ich selbst gerne um Rat bitte, wenn ich Fragen habe. Die Vierjahreszeitenkräuter sind eine kleine Ausnahme. Sie sind mit einem hohen Raufaseranteil aus Gräsern und dürfen deswegen länger als die üblichen 6-8 Wochen gefüttert werden, die bei einer Kräuterkur ansonsten empfohlen werden. Bei den medizinischen Kräuterkuren sind die Kräuter in einer hochdosierteren Mischung vorhanden.

      Viele liebe Grüße, Petra

  19. Anja R.aus K.

    toller Artikel ; bestätigt sich in meiner Linie meinem „Tinkertier“ mit Hang zu Mauke/Raspe auch auf natürlichem Weg zu helfen ! Und : es funzt !!! ich achte nebenbei seeehr darauf was die Lütte selster am Wegesrand interessant findet , und genau das bekommt sie dann von mir , gesammelt, manchmal getrocknet , zu Belohnung oder zum Gras-Mineralfutter dazu . sie zeigt mir sehr gut selber an WAS grad von Nöten ist ….. manchmal ists am 2. Tag schon „unineressant“ OK , dann ist das so … Beobachtung und n bissi n Blick auf die Natur !!! hilft ;-) danke für die Tips nochmal ! habe nur einen ( zwar seltenen ) Punkt : die Banane gefunden , aber da sie keine Äpfel und Möhren bekommt ……… Banane ab und zu als Bonbon , so wie Eucalyptus ;-) wie verhält es sich mit roter Beete?

    Antworten
    • Herdis Hiller

      Liebe Anja,

      schön, dass Du Dich so für artgerechte Ernährung interessierst! :)

      Rote Beete haben tolle Nährstoffe, allerdings sollte man bedenken, dass der Zuckergehalt sogar fast doppelt so hoch ist wie bei Möhren. Bananen haben auch sehr viel Zucker. Zusätzlich verkleben sie die Wände im Verdauungssystem – sollten also lieber gar nicht gefüttert werden. Ein grüner Apfel ist da deutlich gesünder und schmeckt den Pferden ja auch sehr gut. :) Eines der gesündesten Leckerli sind getrocknete Hagebutten. Da spalten sich allerdings die Pferdegeister: 50 % lieben sie, 50 % mögen sie nicht. Müsste man ausprobieren.

      Liebe Grüße!
      Herdis

  20. Marc Lubetzki | Tierfilmer

    Ein tolles Interview, das zeigt, dass es gar nicht so kompliziert sein muss Pferde natürlich zu halten. Auf dem Foto ist ein Kräutersack mit Herbstkräuter zu sehen. Den Ansatz die Fütterung den Jahreszeiten anzupassen finde ich sehr sinnvoll. Gibt es in der Krauterie eigentlich auch Kräutermischungen, die dem Lebensalter angepasst sind? Bei wilden Pferden kann ich immer wieder beobachten, dass gerade Jährlinge (Fohlen im ersten Winter) sich absondern, um Moose und Flechten zu fressen. Ich schau einfach mal im Shop. ;)

    Antworten
    • Herdis Hiller

      Lieber Marc,

      vielen Dank für deine tolle Anregung! Altersgerechte Mischungen habe ich in Planung in der Krauterie, werde dies aber erst Mitte / Ende des Jahres umsetzen können (momentan haben wir einfach zu viel zu tun). Ich beobachte auch schon länger, dass z.B. die 3 bis 4 Jährigen im Immunsystem noch einmal einen deutlichen Einbruch zeigen – in dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass Immunsystem zu unterstützen. All das möchte ich in den Mischungen berücksichtigen!

      Herzliche Grüße!

      Herdis

  21. Diana

    Hallo Bärbel und Petra.
    Für meinen Allergiker und Headshaker hat mir d. TA das Mineralfutter Orthosal von Navalis empfohlen. Es ist zwar teuer, aber melassefrei , vor allem organisch, d.h. wird auch im Körper aufgenommen, meiste Zutaten entspr. Arzneibuchqualität.
    Das Agrobs Kräutermash ist bei meinem Pferd angesagt wenn im Frühling die Pollen fliegen und die Sonne „komisch“ steht und das Headshaking anfängt. Es wird mit Ingwer aus der Apotheke gemischt und kurmässig !gegeben. Im Herbst, wenn Weideschluß ist, nochmal bei Bedarf, auch nur kurmässig , wenn das Kotwasser, zum Glück nur wenig, wieder zuschlägt. Ansonsten bekommt mein Fiordvollblutmix mehrmals täglich Heu, ein paar Möhren und 1 od.2 Äpfel. Er ist weder zu dick noch zu dünn und es tut ihm gut. Ich finde diese Seiten hier sehr gut und hilfreich.
    Grüssle, Diana

    Antworten
    • Petra

      Liebe Diana, spannend – Orthosal hatte ich auch schon einmal in Sachen Zink von meinem Tierarzt für meine Stute. Sie mochte es nicht, aber die Zutaten sind absolut hochwertig – das stimmt. Pferde können ja so unterschiedlich sein :-) Deine Mischung klingt auf jeden Fall auch spannend und wenn sie dein Pferd so gesund und zufrieden futtern lässt, dann scheint sie perfekt für euch zu sein. Danke für deine Tipps und Gedanken zum Thema und liebe Grüße, Petra

  22. Herdis Hiller

    Liebe Bärbel,
    ich habe früher auch Agrobs gefüttert, die haben allerdings keine sehr hohe Bioverfügbarkeit (weil sie einfach für den schmalen Geldbeutel konzipiert sind). Wir sind in der Krauterie allerdings schon dabei, ein hochwertiges Mineralfutter zu konzipieren. Bis dahin kann ich z.B. „Alles fließt“ von Dr. Weyrauch empfehlen. Sehr teuer, aber eben auch sehr gut.
    Liebe Grüße
    Herdis

    Antworten
    • Bärbel

      Liebe Herdis
      vielen Dank für Deinen Tip.
      Ich füttere derzeit Standfest. Ist das auch ok ?

      Dass Ihr ein hochwertiges Mineralfutter konzipiert, finde ich sehr interessant u ich werde auf Eurer Seit danach Ausschau halten.

      LG
      Bärbel :-)

    • Petra

      Liebe Bärbel, dann bin ich mal gespannt, was Herdis antwortet. Auf jeden Fall werden wir das Mineralfutter der Krauterie auch sofort in den Shop aufnehmen, wenn es fertig und verfügbar ist, weil ich auch schon länger nach einem guten Mineralfutter für mein Pferd und für den Shop suche :-) Du wirst es also auch bei uns dann finden.

      Ganz liebe Grüße,

      Petra

    • Herdis Hiller

      Liebe Bärbel,

      Standfest ist für mich eher etwas zur Fütterung als Kur wegen enthaltener Kräuter wie Ginkgo, die nicht dauerhaft gefüttert werden sollten. Als Kur ist es aber sicherlich sehr wertvoll.

      Liebe Grüße

      Herdis

  23. Lena

    Hallo Petra,
    das Interview ist super, danke dafür! Sollten sich viel viel mehr Pferdemenschen zu Gemüte führen….
    Aber was mich stutzig macht: Herdis schreibt, Apfeltrester ist nicht gut. Apuna bietet die Apfelfaser-Taler an, und Du fütterst die auch (ich übrigens auch – Ponymann liebt sein Apfelmash!). Aber die bestehen doch aus Apfeltrester?! Schadet es jetzt doch mehr, als dass es nützt? Oder habe ich was falsch verstanden?

    Antworten
    • Petra

      Hallo Lena, danke dir – ich finde Herdis Antworten auch klasse und kann alles nachvollziehen, was sie zum Thema FÜtterung zu sagen hat. Ich füttere die Apfelfasertaler ab und an und bleibe auch dabei. Apfeltrester an sich ist schon sehr energiereich und ja eher für schwerfuttrige Pferde und natürlich hat es immer noch einen natürlichen Zuckergehalt. Deswegen steht bei mir auch dabei, dass ich sie ab und an als Mash füttere. Auch zum Beispiel, wenn es um Medikamente geht. Oder wenn sie gegen Ende des Winters arg dünn wird. Aber bei mir gibt es dann immer nur einen Taler oder zwei und auch nicht durchgängig. Die Taler von Apuna werden zusützlich zur Trocknung und der vorherigen Entsaftung noch entpektarinisiert – haben also nochmal einen niedrigeren Fruchtzuckergehalt – deswegen habe ich mich dafür entschieden. Ich denke, dass sich in der Fütterung auch die Geister unterscheiden. Manche Experten sind total gegen Öl zum Beispiel, manche finden Öl kurweise in kleiner Menge okay – und und und. Am Ende muss man immer ein bisschen schauen, wie das Pferd damit umgeht und wie oft und wofür man es verwendet. Aber Herdis hat schon Recht, damit, dass sie natürlich etwas anderes sind als Heu zum Beispiel. Ich würde sagen, dass man sie nicht dauerhaft und in rauen Mengen verfüttern sollte – aber wenn schon Mash (wegen Zähne, Schwerfuttrigkeit, Medikamenten oder als Goodie ab und an) – dann lieber die Apferlfasertaler. Aber das ist jetzt meine persönliche Meinung :-) Sprich: ich füttere sie weiter ab und an. Viele liebe Grüße, Petra

    • Lena

      Hallo Petra,

      vielen Dank – dann behalten wir es so bei. Der Ponymann weiß recht gut, was er will und was nicht. Und als Mash hin und wieder (gerade bei den jetzigen Minusgraden) tut es ihm offensichtlich gut, er hört nur die Tüte knistern und steht sofort parat :-D
      Interessanterweise habe ich jetzt beobachtet, dass meine getreidefreien Leckerlis bei allen Pferden bei uns im Stall viiieeeel lieber gefuttert werden, als die gängigen. Seit ich Hagebutten und Karotinchen im Vorrat habe, kommt sogar der ganz schüchterne Wallach, der sonst immer alles aus 12 Metern Entfernung argwöhnisch beäugt, zu mir getappst und schaut, ob die Tante nicht doch eins von diesen leckeren Dingern in der Tasche hat… :-D Unsere Fellnasen wissen also doch, was gut ist!
      Öl füttere ich nicht. Da finde ich Herdis‘ Ausführungen super, wie viel Öl der Körper eines Pferdes verwerten kann. Wenn es die Öl liefernde Pflanze auch als Samen gibt, ziehe ich das definitiv vor, da der Pferdeorganismus diese viel besser verstoffwechseln kann. Bisher hat der Ekzemer-Ponymann zum Glück kein Öl innerlich benötigt. Wir testen jetzt mal die Haut-Kräuter von der Krauterie, im Wechsel mit anderen Kräutern und den Jahreszeitenkräutern als Basis. Vielleicht hilft ihm das…
      Die Krauterie wird übrigens auch Lieferant für die Gastgeschenke bei unserer Hochzeit (Glückstee) ;-) Kann ich nur empfehlen!

  24. Larissa

    Ein sehr toll geschriebener Artikel! Ich bin auch total begeistert von den Kräutern der Krauterie und der freundlichen und sehr kompetenten beratung!
    Die Produkte von Agrobs kann ich sehr empfehlen. Meine Stute bekommt täglich das Alpengrün Müsli, getreidefrei. Man sieht wirklich sehr schön die Inhaltstoffe und es riecht einfach auch sehr gut(nicht nach künstlichen zusatzstoffen).
    Leider ist die kleine durch den Umzug sehr abgemagert. Wenn ihr Tipps habt, was ich fütterungstechnisch noch geben kann würde ich mich sehr freuen.

    Danke für den wunderbaren Artikel!
    LG Larissa

    Antworten
    • Herdis Hiller

      Liebe Larissa,

      schön, dass Du die Krauterie so magst! Das freut mich sehr! :)

      Wenn Deine Stute 24 Stunden Heu zur Verfügung hat und durch die Aufregung des Umzugs zu abmagert, könntest Du zB beruhigende Kräuter füttern. Weniger Stress = weniger Energieverbrauch = mehr auf den Rippen ;) Zusätzlich könntest Du größere Portionen Heucobs füttern und Spirulina Alge und Leinöl drunter mischen.

      Liebe Grüße!

      Herdis

  25. Bärbel

    Ein sehr interessanter Artikel. Ich füttere schon die Saisonkräuter u das empfohlene selbtgemischte Müsli. Nur beim Mineralfutter bin ich noch auf der Suche. Könnt Ihr mir ein gutes empfehlen, das sich auch mit den Kräutern gut verträgt ?

    Antworten
    • Petra

      Liebe Bärbel, da bist du ja schon ziemlich gut :-) Ich habe eine Zeitlang die Mineralpellets von Kräuterwiese gefüttert, als meine Madame Mineralstoffmangel hatte. Die sind auch Zucker- und Getreidefrei. Und demnächst werde ich mich mal an die Sachen von Agrobs wagen – auch für den Shop. Die sollen super sein. Vielleicht hat Herdis ja auch noch einen Tipp? Liebe Grüße, Petra

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