Du willst mal wieder Futter bestellen? Oder du bist im Reitbedarf und da lachen dich verschiedenste Futterpackungen an. Deine Stallbetreiberin schwört auf Müslis? Aber die Boxnachbarin hält Müslis für das große Grauen. Die eine will nur Heu ad libitum*, der andere findet dass zu viel Hafer schadet. Wie geht zu Beginn der Sommersaison das Anweiden richtig? Welche Kräuter braucht dein Pferd?

Wusstest du zum Beispiel schon, dass Pferde permanent fressen müssen, weil sie sonst Magengeschwüre bekommen können? Viele Probleme können durch schlechtes Futter ausgelöst und über gutes Futter gelöst werden. Aber was ist gutes und was ist schlechtes Futter?

Die Futterexpertin Herdis Hiller von Krauterie.de hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sie wird übrigens auch bei dem Pferdeevent PFERNETZT 2017 ein Seminar über richtige Pferdefütterung und Kräuterkunde halten.

INFO:

PFERNETZT ist der Pferdeevent für Pferdemenschen – am 06. und 07. Mai 2017 im Seminarhotel Fohlenweide bei FULDA.

2 Tage geballtes Pferdewissen, 22 pferdefreundliche Speaker, 26 spannende Vorträge für 200 gleichgesinnte Pferdemenschen.

In spannenden Workshops, Vorträgen und Vorführungen bekommst Du Einblicke in die Arbeit von bekannten Pferdetrainern wie Arien Aguilar und Babette Teschen und in die unterschiedlichsten Trainingsmethoden und Themen rund ums Pferd.

Hier findest Du das Programm und HIER kannst Du Tickets kaufen.

In drei verschiedenen Räumen auf der Fohlenweide wird es Vorträge geben zu Themen von feinem Reiten und vertrauensvoller Bodenarbeit über Kräuterfütterung bis zu Pferdeanatomie. Die Trainer werden dir nach den Seminaren für deine Fragen zur Verfügung stehen und wir alle freuen uns darauf, uns mit dir und den Trainern auszutauschen. Ich werde auch da sein und würde mich freuen dich dort zu treffen.

Do’s und Dont’s beim Füttern

So viele Fragen schwirren im Kopf herum. Was darfst du deinem Pferd geben und was nicht. Pferde sind ausgeklügelte Organismen. Wenn du fütterst greifst du in diesen Organismus ein. Falsches Futter kann Koliken oder Hufrehe auslösen. Gutes Futter kann dein Pferd vor Parasiten und Krankheiten schützen. Aber was ist gutes Futter und artgerechte Fütterung?

Mittagessen

Bist du verwirrt? Das muss nicht sein. Deswegen habe ich für dich ein Interview mit der Futterfachfrau Herdis Hiller geführt.

Ein Interview über Pferdefutter, Kräuter und die größten Futterfehler mit Herdis Hiller, Futterexpertin von der Krauterie.de – unserem Kräuterdealer des Herzens:

Pferdeflüsterei: In vielen Ställen sieht Fütterung wie folgt aus: Eine Raufe Heu in die Box, dazu eine Schippe Getreide und ein bisschen ÖL fürs Fell und den Glanz. Wenn man aber weiß, dass Pferde zu Magengeschwüren neigen, wenn sie nicht permanent kleine Mengen fressen und vor allem Raufutter für ihre komplizierte Magenanatomie brauchen, scheint das nicht der richtige Weg zu sein. Kann man sein Pferd mit der falschen Fütterung wirklich schnell krank füttern?

Herdis (Krauterie): Ganz klar: Ja! Die Nahrung ist die Grundlage der Gesundheit – wie bei uns Menschen ja auch. Fütterungsbedingte Schäden kann kaum eine Medizin langfristig ausbügeln. Und die Palette an Krankheiten, die durch falsche Fütterung ausgelöst werden, ist sehr viel länger als sich die meisten Pferdehalter vorstellen können.

Meiner Erfahrung nach ist sogar die Portion Heu nicht selbstverständlich. Viele Ställe füttern lieber Heulage oder Silage, da diese leichter zu produzieren und zu lagern ist.  Oder das Thema „Stroh“. Als Liegegrundlage finde ich es gut. Als Futter finde ich es nicht geeignet – höchstens zum „Verlängern“ von zu energiereichem Heu, aber da gilt auch immer Vorsicht vor Verstopfung.

Pferdeflüsterei: Aber fangen wir dann mal ganz einfach an – wie sieht gute Pferde-Fütterung für dich aus?

Herdis (Krauterie): Die Natur des Pferdes gibt den Weg ganz klar vor. Wer wissen möchte, was gute Pferdefütterung ist, muss sich nur die Natur zum Vorbild nehmen. Im Grunde ist unser heutiges domestiziertes Pferd immer noch das Wildpferd von einst. Auch was die Verdauungsphysiologie betrifft. Was ein Wildpferd frisst und wie es frisst, ist artgerecht – für genau dieses Futter und diese Art der Nahrungsaufnahme wurde der Pferdekörper konzipiert und darauf hat es sich spezialisiert. Logisch also, dass ein davon abweichendes Futter krank machen muss.

Pferdeflüsterei: Woraus besteht denn das Wildpferde-Futter?

Herdis (Krauterie): Die Wildpferdenahrung besteht zu einem großen Teil aus Gräsern, die sehr reich sind an Rohfaser (Zellulose), aber sehr arm an Energie (Protein, Fruktan etc). Zusätzlich nimmt das Pferd einen kleineren Anteil an Kräutern auf: Blätter, Wurzeln, Blüten, Stängel, Samen und Rinden. Die Futteraufnahme passiert nahezu ständig, während langsamer Fortbewegung und mit gesenktem Kopf.

Pferdeflüsterei: Heißt für uns als Pferdebesitzer?

Herdis (Krauterie): Kurz gesagt? Nach der Blüte geschnittenes Heu von energiearmen, rohfaserreichen Gräsern (keine Kuhweiden) entweder zur freien Verfügung (24 Stunden am Tag) oder mit Futterpausen von maximal 4 Stunden.

Dazu ein wechselndes Angebot an Kräutern passend zur Jahreszeit und zum Individuum. Und je nach Bodenbeschaffenheit und Nährstoffen in den Grundfuttermitteln eventuell auch noch ein sehr hochwertiges Mineralfutter.

Pferdeflüsterei: Was heißt für dich „hochwertiges Mineralfutter?

Herdis (Krauterie): Mineralfuttermittel müssen aus hochwertigen Quellen kommen und gut bioverfügbar sein. Beispiel Magnesium: Es gibt das billige Magnesiumcitrat, das nicht sonderlich gut bioverfügbar ist und es gibt Magnesiumfumarat, das deutlich besser ist aber eben auch viel teurer. Insofern muss man in diesem Fall tatsächlich sagen: Nicht jedes teure Mineralfutter muss gut sein, aber ein günstiges kann gar keine sehr hohe Qualität haben. Leider. Noch ein Hinweis: Algen sind natürlich auch eine Alternative zu Mineralfutter, zumindest wenn keine Mangelerscheinungen vorhanden sind.

Pferdeflüsterei: Jedes Pferd ist anders, richtig? Von welchen Parametern machst du deine Fütterungsempfehlungen abhängig?

Herdis (Krauterie): Absolut! Es gibt viele wichtige Kriterien wie zum Beispiel Rasse, Alter, Körpergewicht, körperliche Schwachstellen, Temperament & Psyche, Haltung, die Menge an körperlicher und geistiger Arbeit, Allergien, Unverträglichkeiten, Beschaffenheit der Futtermittel und so weiter…

Pferdeflüsterei: Was gehört in jeden Stall oder in jede Weide – vom Salzleckstein bis zum Kräuterheu aus deiner Sicht?

Herdis (Krauterie): Energiearmes, rohfaserreiches Heu oder Gras, Kräuter, ein Salzleckstein oder ein sehr hochwertiges Mineralfutter.

In Ruhe kauen

Pferdeflüsterei: Stichwort Heu – das sollte ja einen Großteil der Pferdefütterung ausmachen: Gute Qualität soll es sein. Was macht denn gute Qualität aus bei Heu? Also: Worauf sollte ich als Pferdebesitzer achten?

Herdis (Krauterie): Gute Qualität beginnt bereits bei der Saat: Es sollte Heu von einer Weide sein, die nicht aus fetten Kuhgräser besteht, sondern auch energiearmen Sorten.

  • Dann entscheidet der Schnittzeitpunkt darüber, was gute Qualität ausmacht: Das Gras sollte so hoch gewachsen sein, dass es bereits umkippt. Außerdem sollte es bereits geblüht haben, bevor es geschnitten wird.
  • Das Heu sollte gut abtrocknen, nicht zu fest gewickelt werden und anschließend absolut trocken und gerne auch staubarm gelagert werden.
  • Am besten kauft man bei einem Lieferanten, von dem man weiß, dass diese Bedingungen gegeben sind.

Darüber hinaus erkennt man gute Qualität auch einem hohen Anteil langer Stängel, einer grünen Farbe und wenig Staub.

Pferdeflüsterei: Wie viel Heu braucht ein Pferd pro Tag?

Herdis (Krauterie): Das kommt darauf an, wie Ernährungszustand, Energieverbrauch und Pferdetyp sind. Schwerfuttrige, alte oder kranke Pferde aber auch Jungpferde im Wachstum sollten 24 Stunden freien Zugang zu hochwertigem Heu haben. Bei leichtfuttrigen, übergewichtigen Pferden empfehlen Ernährungsforscher etwa 1,2 kg Heu auf 100 kg Körpergewicht pro Tag. Bei Offenstallhaltung muss natürlich unbedingt auch die tägliche Grasmenge vom Heubedarf abgezogen werden.

Pferdeflüsterei: Es gibt ja immer wieder die Diskussionen ob Heu „ad libitum“ oder nicht – wie siehst du das?

Herdis (Krauterie): Das bedarf meiner Ansicht nach keiner Diskussion, denn jeder Pferdehalter muss zwischen zwei Polen einen individuellen Kompromiss finden:

  • Pferde sollten keine Futterpausen über 4 Stunden haben, weil die Magensäure sonst die Magenschleimhäute anzugreifen beginnt und der Stoffwechsel aus dem Tritt kommt.
  • Pferde sollten normalgewichtig sein.

Wenn Pferde also bei „ad libitum“-Fütterung Normalgewicht halten können, ist doch alles super. Wenn sie dann zu dick werden, muss man sich innerhalb der Rahmenbedingungen artgerechter Haltung und Fütterung einen Kompromiss überlegen. Hier spielt zum Beispiel auch die Heuqualität wieder eine große Rolle: Je energieärmer das Heu ist, desto mehr kann auch ein leichtfuttriges Pferd davon bekommen. Zugangsbeschränkungen können die Aufnahme verlangsamen und somit die Gesamtfuttermenge minimieren. Und natürlich spielt auch immer die Bewegung eine Rolle.

Pferdeflüsterei: Welche Kräuter sollten öfter mal auf den Pferdespeiseplan und warum? Sollte man das auch immer individuell sehen?

Herdis (Krauterie): Ja, grundsätzlich ist immer das Individuum zu betrachten. Es ist allerdings sinnvoll dem Rhythmus der Natur auch mit Kräutern zu folgen, also zum Beispiel im Frühjahr und im Sommer zur Fellwechselzeit eine Entgiftungs- und Stoffwechselkur zu machen, im Spätherbst dann eventuell eine Kur zur Stärkung des Immunsystems und ab und an auch eine Darmsanierung. Wenn das nötig sein sollte.

Pferd Wiese

Getreide und andere Futterdinge

Pferdeflüsterei: Getreidefreies Futter ist ja in aller Munde – ist Getreide wirklich so böse?

Herdis (Krauterie): Grundsätzlich ist Getreide kein artgerechtes Futtermittel, da es das Gegenteil von „wenig Energie und viel Rohfaser“ ist: nämlich ein konzentriertes Futtermittel mit viel Energie auf wenig Rohfaser und Futtermasse. Ob es „böse“ ist, hängt aber sehr von der Art des Getreides ab: Hafer ist vertretbar, wenn er richtig behandelt und gefüttert wird. Auch wenn die „zusätzliche Energie“ eher eine Vermenschlichung ist und die meisten Pferde ohne sehr gut auskommen. Andere Getreidesorten wie zum Beispiel Weizen sind sogar schädlich für den Pferdekörper.

Pferdeflüsterei: Dann gibt’s ja die tausend Müslis und Futterzusätze, die die Industrie anbietet. Was denkst du darüber – Kann das also vielleicht sogar Krankheiten auslösen?

Herdis (Krauterie): Viele Müslisorten und Zusätze können tatsächlich zum Gesundheitsrisiko werden – zumindest wenn man größere Mengen davon füttert. Oft ist ein Großteil der Inhaltsstoffe nicht artgerecht. Ich bezeichne sie gerne als „Fast Food“ für Pferde: es macht süchtig, ist aber ungesund. Sehr wichtig ist vor dem Kauf immer ein Blick auf die Inhaltsstoffe – und das Wissen über artgerechte und nicht-artgerechte Futtermittel.

Nicht-artgerecht sind aus meiner Sicht alle Inhaltsstoffe, die viel Energie auf wenig Rohfaser enthalten sowie solche, die die Darmflora verschieben oder den Verdauungstrakt verkleben. Dazu gehören unter anderem: Melasse, Mais, Apfeltrester, Zuckerrüben, Bananen, Johannisbrot, Soja, Weizen, Erbsen, Reis(kleie), Hirse, Roggen und silierte Futtermittel.

TIPP! HIER gibt es einen Artikel über ein selbstgemachtes gesundes Müsli fürs Pferd – mit allen Zutaten auf der Müsli-Rezept-Liste

Pferdeflüsterei: Gute Müslis, schlechte Müslis: Bist du ganz gegen Zusatzfutter oder gibt es auch pferdegerechtes Zusatzfutter

Herdis (Krauterie): Und als Grundlage zur Untermischung eines Mineralfutters oder von speziellen Kräutern finde ich Zusatzfutter schon praktisch. Nur artgerecht muss es eben sein. Unter der Prämisse wird das Futtermittelangebot dann plötzlich auch sehr übersichtlich.

Pferdeflüsterei: Bierhefe zum Beispiel? Oder Algen? Dinge, die das Pferd in der Natur ja so nicht findet, oder? Oder Öle?

Herdis (Krauterie): Da gelten die gleichen Maßstäbe. Ist es artgerecht? Bierhefe ist nicht artgerecht, denn es ist ein konzentriertes Futtermittel mit relativ viel Energie und kaum Rohfaser. Dennoch kann es Pferde geben, bei denen Bierhefe phasenweise eine gute Idee sein kann.

Algen gehören durchaus zu einer artgerechten Ernährung zum Beispiel für Rassen wie die Isländer. Darüber hinaus enthalten Algen sehr viele Nährstoffe.

Der Samen, aus dem ein Öl gepresst wird, gehört durchaus zu einer artgerechten Fütterung dazu. Das Öl in kleinen Mengen also ganz klar auch. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Pferde keine großen Mengen Fett aufschließen können und dass es nicht auf einmal gegeben werden sollte.

Pferdeflüsterei: Was hältst du von industriell hergestellten Vitaminen – schaden sie mehr als zu nützen? Und können wir das alles unseren Pferden auch aus Kräutern beschaffen?

Herdis (Krauterie): Bei einer artgerechten Haltung und Fütterung sowie gesunden Pferden sollte eine Zufütterung von Vitaminen in der Regel nicht nötig sein. Im Krankheitsfall sollte wenn nötig nur sehr gezielt zugefüttert werden und auf Grundlage eines Untersuchungsergebnissen wie zum Beispiel eines Blutbildes.

Ideal sind industriell hergestellte Vitamine natürlich nicht – keine Frage. Sie sind auch nicht sonderlich gut verfügbar für den Körper. Wobei auch hier Wissen über einzelne Vitamine Grundlage der Überlegungen sein sollte. So reichern sich zum Beispiel manche Vitamine im Körper an, andere werden wieder ausgeschieden, wenn sie nicht gebraucht werden.

Da die gezielte Fütterung von natürlichen Vitaminen im Sinne einer artgerechten Pferdeernährung nicht einfach ist, ist es mir in manchen Fällen sogar lieber, Pferdeleute füttern künstliche Vitamine, als dass sie zum Beispiel Zitrusfrüchte füttern, die die Darmflora erheblich in Mitleidenschaft ziehen.

„Hausmittel und Futterfehler“

Pferdeflüsterei: Gibt es gängige Futterfehler, die dir immer wieder begegnen und die du gerne ausmerzen würdest?

Herdis (Krauterie): Ja. Ich sehe täglich, wie viel Schaden Heulage und Silage anrichten und wie viel Genesung passiert, wenn Pferdehalter auf Heu umstellen. Ich würde mich freuen, wenn immer mehr Pferdehalter, aber auch und vor allem Stallbesitzer in Sachen in artgerechtes Raufutter umdenken.

Pferdeflüsterei: Ich habe mal gelesen, dass eine Apfelessigkur, einmal im Jahr, über ein paar Wochen, dem Darm helfen kann, wieder etwas fitter zu werden. Als Kur – stimmt das?

Herdis (Krauterie): Nein. Dieser Mythos ist ein gutes Beispiel dafür, dass oft menschliche Behandlungsmethoden und Hausmittel auf Pferde übertragen werden, obwohl sich die menschliche Verdauung sehr stark von der des Pferdes unterscheidet. Äußerlich finde ich hochwertigen Apfelessig gut. Sehr kurzzeitig eingesetzt ist er bei spezieller Indikation okay.

Aber innerlich angewendet senkt er den pH-Wert im Verdauungstrakt. Macht also auf Dauer zu sauer, was für die Verdauungsenzyme, die in einem engen pH-Bereich wirksam sind, und somit für die gesamte Verdauung ungünstig ist. Denn der ph-Wert (und die unterschiedlichen ph-Wert-Zonen im Verdauungstrakt) ist wesentlich dafür verantwortlich, dass die Flora gesund ist und dass die Verdauung überhaupt nach Plan funktioniert. Gerät beides aus dem Gleichgewicht können Verdauungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen, Leaky Gut Syndrom usw. die Folge sein.

Pferdeflüsterei: Und gibt es da andere „Hausmittel“, die wir in das Pferdefutter integrieren können für die Pferdegesundheit?

Herdis (Krauterie): Ich finde nicht.

Pferdeflüsterei: Es gibt ja auch die Lager, die sagen: Bitte keine Gewohnheiten bei der Futtervergabe, sonst werden die Pferde fordernd und unruhig. Andere die sagen: Pferde brauchen klare Futtergewohnheiten, weil sich Darm und Magen und der ganze Organismus auf die Zeiten einstellen – wie siehst du das?

Herdis (Krauterie): Pferde, die während oder vor der Fütterung unruhig werden und scharren, gegen die Boxentüren schlagen usw. wurden zu genau diesem Verhalten erzogen. Natürlich nicht mit Absicht, aber durch positive Verstärkung, indem sie für ihr Verhalten Bestätigung bekamen in Form von Futter. Natürlich tritt das verstärkt auf, wenn nur zwei oder drei Mahlzeiten gefüttert werden und lange Futterpausen bestehen.

Davon abgesehen, sind Routinen für Pferde grundsätzlich sehr wichtig, um den Stresslevel so gering wie möglich zu halten. Permanenter Stress macht krank und führt zu Verhaltensauffälligkeiten. Das Pferd versucht damit, das eigentliche Problem zu kompensieren.

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Die Krauterie – Kräuter für Mensch & Tier

Pferdeflüsterei: Kommen wir noch zur Krauterie – da teilst du dein ganzes Expertenwissen ja mit deinen Kunden. Worauf achtetest du beim Einkauf deiner Kräuter und bei der Herstellung deiner Kräutermischungen und worin unterscheidest du dich vielleicht auch von vielen anderen Futterherstellern?

Herdis (Krauterie): Ich habe die Krauterie ins Leben gerufen, weil ich Tiere und Kräuter liebe. Darum steht Qualität für mich an höchster Stelle. Genauso wichtig ist mir Ehrlichkeit. Ich würde niemals etwas verkaufen, um des Verkaufens willen, wenn ich davon nicht überzeugt wäre oder wenn ich sogar wüsste, dass es sich dabei um ein nicht-artgerechtes Futtermittel handelt. Solche Dinge wie Rübenschnitzel, melassehaltige Futtermittel, Mais, Bananenchips wird es darum bei uns niemals geben.

Pferdeflüsterei: Du legst Wert auf gute Qualität, sagst du – was bedeutet das für dich?

Herdis (Krauterie): Hochwertige Kräuter-Qualität bedeutet für mich vor allem eins: Arzneibuch-Qualität. Nur diese Qualitätsstufe stellt sicher, dass ein Mindestwirkstoffgehalt im Kraut vorhanden ist. Selbst Bio tut das leider nicht. Außerdem stellt Arzneibuch-Qualität eine Reinheit von mind. 98 % sicher. Aber das ist aufwendig und teuer.

Als Beispiel: Wir lassen unsere Königskerzenblüten von unserem Lieferanten bereits in mehrfacher Hinweise auf Reinheit überprüfen – zusätzlich sortieren wir die Blüten im Anschluss noch einmal selbst von Hand. Das kostet viel Geld, Zeit und Personal.

Man könnte auch einfach das Kraut klein schneiden oder mahlen oder als Extrakt verarbeiten. Dann könnte der Kunde den Grad der Reinheit nicht mehr erkennen. Und es eliminiert das Risiko, dass Fremdbestandteile in Pflanzen erkannt werden.

Ich habe mich bewusst gegen solche Maßnahmen entschieden, auch wenn das für uns einen deutlich höheren finanziellen Einsatz bedeutet. Denn ich möchte, dass das Kraut so wirksam wie möglich ist und das ist es vor allem, wenn es so wenig wie möglich weiterverarbeitet wurde. Und ich möchte außerdem, dass die Menschen das Kraut erkennen können – ich möchte transparent sein.

Pferdeflüsterei: Wieso Kräuter, also wieso bist Du so überzeugt davon?

Herdis (Krauterie): Ich gehe den Weg der Naturheilkunde schon lange und nie hat mich der Effekt bei Pferden so sehr umgehauen wie bei Kräutern. Als meine eigene Stute, die wegen schwerer Arthrosen und Sehnenproblemen kaum mehr laufen konnte, nach einer Kräuterkur wie eine 4Jährige über die Weide hüpfte, wusste ich, dass Kräuter ein Segen sind für Pferde – und ich gründete die Krauterie. Seitdem bekomme ich täglich Rückmeldungen von Pferdeleuten, die von so großartigen und tiefgreifenden Erfolgen berichten, dass es mir immer wieder warm ums Herz wird! Das ist der Grund, warum es die Krauterie gibt.

Pferdeflüsterei: Bei euch gibt es nur spezifische Mischungen und Kuren. Es gibt ja durchaus auch Hersteller, die die gleichen Mischungen für das ganze Jahr anbieten – ihr macht das ganz bewusst nicht – warum?

Herdis (Krauterie): Weil es meiner Meinung nach sowohl der Natur als auch den Prinzipien der Naturheilkunde widerspricht. Pferde durchstreifen unterschiedliche Gebiete. Gleichzeitig wachsen zu unterschiedliche Jahreszeiten unterschiedliche Pflanzen. Pferde fressen also niemals das ganze Jahr das ganze Kraut.

Dann gibt es den Effekt der „Adaption“: Anpassung. Diesen Effekt hat die Natur eingeführt, damit wir unsere Lebensenergie nicht in unnötigen Reaktionen verschwenden. Zum Beispiel: damit sich ein Tier nicht sein ganzes Leben lang jeden Tag wieder vor dem gleichen Stein erschreckt, und dadurch wertvolle Lebensenergie verpulvert, gewöhnt es sich einfach irgendwann an den Stein und registriert ihn nicht mehr.

Diesen Gewöhnungseffekt macht sich auch der Körper zunutze. Wir selbst kennen das: Lebensmittel, die für uns als Kind noch viel zu intensiv im Geschmack waren sind im Erwachsenenalter plötzlich lecker. Oder: der erste Kaffee führt zu Herzrasen und Zittrigkeit, der 100. tangiert uns überhaupt nicht mehr.

Die Naturheilkunde weiß das schon lange und empfiehlt Kräuter darum nur kurweise. Dafür gibt es noch einen zweiten Grund: Wirkstoffe haben erwünschte Wirkungen und unerwünschte. Je länger wir einen Kraut zu uns nehmen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns die unerwünschten Wirkungen irgendwann Ärger machen.

Pferdeflüsterei: Deswegen die Kräuter immer kurweise – also über ein paar Wochen, richtig?

Herdis (Krauterie): Ganz genau. Im Durchschnitt liegt eine Kur zwischen 4 bis 6 Wochen.

Pferdeflüsterei: Kann man da auch zuviel machen – also immer wieder Sachen reinzustopfen ins Pferd?

Herdis (Krauterie): Die Menge macht das Gift. Immer, und egal, worum es geht. Selbst zu viel Wasser kann tödlich sein. Darum sollte man nicht zu viele Kräuter auf einmal geben und diese auch nicht höher dosiert als wissenschaftlich empfohlen.

Pferdeflüsterei: Fassen wir mal die Futterfrage zusammen – ein gesundes Pferd: Was braucht das Pferd aus deiner Sicht wirklich?

Herdis (Krauterie): Wenn der Nährstoffgehalt von Böden & Pflanzen in der Region gut ist, nur zwei Dinge: Heu und Kräuter.

Pferdeflüsterei: Vielen Lieben Dank für die Infos und das Interview!

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Autor: Petra

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

34 Kommentare zu “Richtige Pferdefütterung: Wie du dein Pferd einfach gut füttern kannst

  1. Bärbel sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel. Ich füttere schon die Saisonkräuter u das empfohlene selbtgemischte Müsli. Nur beim Mineralfutter bin ich noch auf der Suche. Könnt Ihr mir ein gutes empfehlen, das sich auch mit den Kräutern gut verträgt ?

    • Petra sagt:

      Liebe Bärbel, da bist du ja schon ziemlich gut 🙂 Ich habe eine Zeitlang die Mineralpellets von Kräuterwiese gefüttert, als meine Madame Mineralstoffmangel hatte. Die sind auch Zucker- und Getreidefrei. Und demnächst werde ich mich mal an die Sachen von Agrobs wagen – auch für den Shop. Die sollen super sein. Vielleicht hat Herdis ja auch noch einen Tipp? Liebe Grüße, Petra

  2. Larissa sagt:

    Ein sehr toll geschriebener Artikel! Ich bin auch total begeistert von den Kräutern der Krauterie und der freundlichen und sehr kompetenten beratung!
    Die Produkte von Agrobs kann ich sehr empfehlen. Meine Stute bekommt täglich das Alpengrün Müsli, getreidefrei. Man sieht wirklich sehr schön die Inhaltstoffe und es riecht einfach auch sehr gut(nicht nach künstlichen zusatzstoffen).
    Leider ist die kleine durch den Umzug sehr abgemagert. Wenn ihr Tipps habt, was ich fütterungstechnisch noch geben kann würde ich mich sehr freuen.

    Danke für den wunderbaren Artikel!
    LG Larissa

    • Herdis Hiller sagt:

      Liebe Larissa,

      schön, dass Du die Krauterie so magst! Das freut mich sehr! 🙂

      Wenn Deine Stute 24 Stunden Heu zur Verfügung hat und durch die Aufregung des Umzugs zu abmagert, könntest Du zB beruhigende Kräuter füttern. Weniger Stress = weniger Energieverbrauch = mehr auf den Rippen 😉 Zusätzlich könntest Du größere Portionen Heucobs füttern und Spirulina Alge und Leinöl drunter mischen.

      Liebe Grüße!

      Herdis

  3. Lena sagt:

    Hallo Petra,
    das Interview ist super, danke dafür! Sollten sich viel viel mehr Pferdemenschen zu Gemüte führen….
    Aber was mich stutzig macht: Herdis schreibt, Apfeltrester ist nicht gut. Apuna bietet die Apfelfaser-Taler an, und Du fütterst die auch (ich übrigens auch – Ponymann liebt sein Apfelmash!). Aber die bestehen doch aus Apfeltrester?! Schadet es jetzt doch mehr, als dass es nützt? Oder habe ich was falsch verstanden?

    • Petra sagt:

      Hallo Lena, danke dir – ich finde Herdis Antworten auch klasse und kann alles nachvollziehen, was sie zum Thema FÜtterung zu sagen hat. Ich füttere die Apfelfasertaler ab und an und bleibe auch dabei. Apfeltrester an sich ist schon sehr energiereich und ja eher für schwerfuttrige Pferde und natürlich hat es immer noch einen natürlichen Zuckergehalt. Deswegen steht bei mir auch dabei, dass ich sie ab und an als Mash füttere. Auch zum Beispiel, wenn es um Medikamente geht. Oder wenn sie gegen Ende des Winters arg dünn wird. Aber bei mir gibt es dann immer nur einen Taler oder zwei und auch nicht durchgängig. Die Taler von Apuna werden zusützlich zur Trocknung und der vorherigen Entsaftung noch entpektarinisiert – haben also nochmal einen niedrigeren Fruchtzuckergehalt – deswegen habe ich mich dafür entschieden. Ich denke, dass sich in der Fütterung auch die Geister unterscheiden. Manche Experten sind total gegen Öl zum Beispiel, manche finden Öl kurweise in kleiner Menge okay – und und und. Am Ende muss man immer ein bisschen schauen, wie das Pferd damit umgeht und wie oft und wofür man es verwendet. Aber Herdis hat schon Recht, damit, dass sie natürlich etwas anderes sind als Heu zum Beispiel. Ich würde sagen, dass man sie nicht dauerhaft und in rauen Mengen verfüttern sollte – aber wenn schon Mash (wegen Zähne, Schwerfuttrigkeit, Medikamenten oder als Goodie ab und an) – dann lieber die Apferlfasertaler. Aber das ist jetzt meine persönliche Meinung 🙂 Sprich: ich füttere sie weiter ab und an. Viele liebe Grüße, Petra

    • Lena sagt:

      Hallo Petra,

      vielen Dank – dann behalten wir es so bei. Der Ponymann weiß recht gut, was er will und was nicht. Und als Mash hin und wieder (gerade bei den jetzigen Minusgraden) tut es ihm offensichtlich gut, er hört nur die Tüte knistern und steht sofort parat 😀
      Interessanterweise habe ich jetzt beobachtet, dass meine getreidefreien Leckerlis bei allen Pferden bei uns im Stall viiieeeel lieber gefuttert werden, als die gängigen. Seit ich Hagebutten und Karotinchen im Vorrat habe, kommt sogar der ganz schüchterne Wallach, der sonst immer alles aus 12 Metern Entfernung argwöhnisch beäugt, zu mir getappst und schaut, ob die Tante nicht doch eins von diesen leckeren Dingern in der Tasche hat… 😀 Unsere Fellnasen wissen also doch, was gut ist!
      Öl füttere ich nicht. Da finde ich Herdis‘ Ausführungen super, wie viel Öl der Körper eines Pferdes verwerten kann. Wenn es die Öl liefernde Pflanze auch als Samen gibt, ziehe ich das definitiv vor, da der Pferdeorganismus diese viel besser verstoffwechseln kann. Bisher hat der Ekzemer-Ponymann zum Glück kein Öl innerlich benötigt. Wir testen jetzt mal die Haut-Kräuter von der Krauterie, im Wechsel mit anderen Kräutern und den Jahreszeitenkräutern als Basis. Vielleicht hilft ihm das…
      Die Krauterie wird übrigens auch Lieferant für die Gastgeschenke bei unserer Hochzeit (Glückstee) 😉 Kann ich nur empfehlen!

  4. Herdis Hiller sagt:

    Liebe Bärbel,
    ich habe früher auch Agrobs gefüttert, die haben allerdings keine sehr hohe Bioverfügbarkeit (weil sie einfach für den schmalen Geldbeutel konzipiert sind). Wir sind in der Krauterie allerdings schon dabei, ein hochwertiges Mineralfutter zu konzipieren. Bis dahin kann ich z.B. "Alles fließt" von Dr. Weyrauch empfehlen. Sehr teuer, aber eben auch sehr gut.
    Liebe Grüße
    Herdis

    • Bärbel sagt:

      Liebe Herdis
      vielen Dank für Deinen Tip.
      Ich füttere derzeit Standfest. Ist das auch ok ?

      Dass Ihr ein hochwertiges Mineralfutter konzipiert, finde ich sehr interessant u ich werde auf Eurer Seit danach Ausschau halten.

      LG
      Bärbel 🙂

    • Petra sagt:

      Liebe Bärbel, dann bin ich mal gespannt, was Herdis antwortet. Auf jeden Fall werden wir das Mineralfutter der Krauterie auch sofort in den Shop aufnehmen, wenn es fertig und verfügbar ist, weil ich auch schon länger nach einem guten Mineralfutter für mein Pferd und für den Shop suche 🙂 Du wirst es also auch bei uns dann finden.

      Ganz liebe Grüße,

      Petra

    • Herdis Hiller sagt:

      Liebe Bärbel,

      Standfest ist für mich eher etwas zur Fütterung als Kur wegen enthaltener Kräuter wie Ginkgo, die nicht dauerhaft gefüttert werden sollten. Als Kur ist es aber sicherlich sehr wertvoll.

      Liebe Grüße

      Herdis

  5. Diana sagt:

    Hallo Bärbel und Petra.
    Für meinen Allergiker und Headshaker hat mir d. TA das Mineralfutter Orthosal von Navalis empfohlen. Es ist zwar teuer, aber melassefrei , vor allem organisch, d.h. wird auch im Körper aufgenommen, meiste Zutaten entspr. Arzneibuchqualität.
    Das Agrobs Kräutermash ist bei meinem Pferd angesagt wenn im Frühling die Pollen fliegen und die Sonne "komisch" steht und das Headshaking anfängt. Es wird mit Ingwer aus der Apotheke gemischt und kurmässig !gegeben. Im Herbst, wenn Weideschluß ist, nochmal bei Bedarf, auch nur kurmässig , wenn das Kotwasser, zum Glück nur wenig, wieder zuschlägt. Ansonsten bekommt mein Fiordvollblutmix mehrmals täglich Heu, ein paar Möhren und 1 od.2 Äpfel. Er ist weder zu dick noch zu dünn und es tut ihm gut. Ich finde diese Seiten hier sehr gut und hilfreich.
    Grüssle, Diana

    • Petra sagt:

      Liebe Diana, spannend – Orthosal hatte ich auch schon einmal in Sachen Zink von meinem Tierarzt für meine Stute. Sie mochte es nicht, aber die Zutaten sind absolut hochwertig – das stimmt. Pferde können ja so unterschiedlich sein 🙂 Deine Mischung klingt auf jeden Fall auch spannend und wenn sie dein Pferd so gesund und zufrieden futtern lässt, dann scheint sie perfekt für euch zu sein. Danke für deine Tipps und Gedanken zum Thema und liebe Grüße, Petra

  6. Marc Lubetzki | Tierfilmer sagt:

    Ein tolles Interview, das zeigt, dass es gar nicht so kompliziert sein muss Pferde natürlich zu halten. Auf dem Foto ist ein Kräutersack mit Herbstkräuter zu sehen. Den Ansatz die Fütterung den Jahreszeiten anzupassen finde ich sehr sinnvoll. Gibt es in der Krauterie eigentlich auch Kräutermischungen, die dem Lebensalter angepasst sind? Bei wilden Pferden kann ich immer wieder beobachten, dass gerade Jährlinge (Fohlen im ersten Winter) sich absondern, um Moose und Flechten zu fressen. Ich schau einfach mal im Shop. 😉

    • Herdis Hiller sagt:

      Lieber Marc,

      vielen Dank für deine tolle Anregung! Altersgerechte Mischungen habe ich in Planung in der Krauterie, werde dies aber erst Mitte / Ende des Jahres umsetzen können (momentan haben wir einfach zu viel zu tun). Ich beobachte auch schon länger, dass z.B. die 3 bis 4 Jährigen im Immunsystem noch einmal einen deutlichen Einbruch zeigen – in dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass Immunsystem zu unterstützen. All das möchte ich in den Mischungen berücksichtigen!

      Herzliche Grüße!

      Herdis

  7. Anja R.aus K. sagt:

    toller Artikel ; bestätigt sich in meiner Linie meinem "Tinkertier" mit Hang zu Mauke/Raspe auch auf natürlichem Weg zu helfen ! Und : es funzt !!! ich achte nebenbei seeehr darauf was die Lütte selster am Wegesrand interessant findet , und genau das bekommt sie dann von mir , gesammelt, manchmal getrocknet , zu Belohnung oder zum Gras-Mineralfutter dazu . sie zeigt mir sehr gut selber an WAS grad von Nöten ist ….. manchmal ists am 2. Tag schon "unineressant" OK , dann ist das so … Beobachtung und n bissi n Blick auf die Natur !!! hilft 😉 danke für die Tips nochmal ! habe nur einen ( zwar seltenen ) Punkt : die Banane gefunden , aber da sie keine Äpfel und Möhren bekommt ……… Banane ab und zu als Bonbon , so wie Eucalyptus 😉 wie verhält es sich mit roter Beete?

    • Herdis Hiller sagt:

      Liebe Anja,

      schön, dass Du Dich so für artgerechte Ernährung interessierst! 🙂

      Rote Beete haben tolle Nährstoffe, allerdings sollte man bedenken, dass der Zuckergehalt sogar fast doppelt so hoch ist wie bei Möhren. Bananen haben auch sehr viel Zucker. Zusätzlich verkleben sie die Wände im Verdauungssystem – sollten also lieber gar nicht gefüttert werden. Ein grüner Apfel ist da deutlich gesünder und schmeckt den Pferden ja auch sehr gut. 🙂 Eines der gesündesten Leckerli sind getrocknete Hagebutten. Da spalten sich allerdings die Pferdegeister: 50 % lieben sie, 50 % mögen sie nicht. Müsste man ausprobieren.

      Liebe Grüße!
      Herdis

  8. Nicole E. sagt:

    super interessantes Interview, auch die Idee mit dem eigenen Müsli finde ich klasse. Nur eine Frage stellt sich mir: wenn ich die Vierjahreszeitenkräuter als Basis des Müslis nehme, dann kann ich bei einem Fütterungsintervall von 6 Wochen ja insgesamt 24 Wochen mit allen vier Jahreszeitenkräutern überbrücken. Was für Kräuter nehme ich denn in den restlichen Wochen des Jahres?

    • Petra sagt:

      Liebe Nicole, das freut uns sehr. Herdis ist aber auch eine wunderbare Fachfrau – die ich selbst gerne um Rat bitte, wenn ich Fragen habe. Die Vierjahreszeitenkräuter sind eine kleine Ausnahme. Sie sind mit einem hohen Raufaseranteil aus Gräsern und dürfen deswegen länger als die üblichen 6-8 Wochen gefüttert werden, die bei einer Kräuterkur ansonsten empfohlen werden. Bei den medizinischen Kräuterkuren sind die Kräuter in einer hochdosierteren Mischung vorhanden.

      Viele liebe Grüße, Petra

  9. Luna&Sternchen sagt:

    Liebe Petra, Liebe Herdis,
    Danke für das lehrreiche Interview 🙂
    Sternchen bekommt im Sommer von mir nichts dazugefüttert, da sie 24h am Tag auf einer großen Wiese steht. Im Winter bin ich noch am suchen… Damals hatte sie ein Müsli mit Melasse von Krämer mit Heucobs. Dieses Jahr bekommt sie nur Heucobs und Leckerlis von Apuna mit Thymian gegen ihren Husten. Aber sobald die Tüte Heucobs leer ist werde ich hier die 4-Jahreszeiten Kräuter und Schwarzkümmelsamen bestellen und gucken wie sie das annimmt. Ist der Schwarzkümmel auch nur für Kuren geeignet oder auch für den Dauereinsatz? Als Belohnung wird sie dann weiterhin die Apuna Leckerlis bekommen.
    Liebe Grüße,
    Luna&Sternchen

    • Petra sagt:

      Liebe Luna, nun bin ich sehr gespannt, wie Herdis das sieht – aber ich gebe meiner Stute den Schwarzkümmelsamen nahezu komplett durch das Jahr. Also ab März bis Oktober auf jeden Fall, weil sie ja unter den Mücken und INsekten so leidet und ihre Haut so viel besser ist seitdem. Und im Winter dann, wenn ich das Gefühl habe, dass sie Stärkung für das Immunsystem braucht. Ganz liebe Grüße, Petra

    • Herdis Hiller sagt:

      Liebe Luna,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Die Gewöhnung und die unerwünschten Wirkungen sind natürlich bei jedem Kraut vorhanden – so auch bei Schwarzkümmel. Schwarzkümmel kann allerdings länger gegeben werden als viele andere Kräuter – ich empfehle Kuren von maximal 3 Monaten am Stück. Wenn man die möglichen negativen Auswirkungen auf dem Zettel hat, (die je nach Kraut sehr unterschiedlich stark sind), ist es natürlich jedem selbst überlassen, wie lange er ein Kraut füttern möchte. Bei gut verträglichen Kräutern wie Schwarzkümmel könnte man zB auch einfach so lange füttern, bis man feststellt, dass der Effekt nicht mehr so gut ist wie vorher oder wenn man Nebenwirkungen feststellt. Spätestens dann könnte man absetzen (setzt natürlich voraus, dass man die Nebenwirkungen als solche erkennt.) Tritt dann allerdings ein Fall ein, indem man die Heilwirkung der Pflanze dringend benötigt, kann man sie erst einmal nicht geben. Das ist der Grund, warum ich persönlich dieses Risiko nie eingehe, sondern einfach Pflanzen mit einem ähnlichen Effekt nach ein paar Wochen wechsle, wenn ich eine dauerhafte Unterstützung brauche.
      Aber wie gesagt: das muss jeder für sich selbst abwägen.

      Herzliche Grüße

      Herdis

  10. Carolin sagt:

    Hallo zusammen,
    danke für den interessanten Artikel.
    Es würde mich interessieren was ihr von rote Beete denkt.
    Ich "verstecke" sie als trocken Flocken im Müsli 1 Esslöffel pro Tag . Sollte ich sie weiter drunter mogeln oder es lieber akzeptieren das mein Pferd das nicht essen will? Es kann ja auch (neben dem Geschmack) andere Gründe geben das es ihm eventuell sogar schadet und er es deshalb ohne Tricks nicht essen mag.,…? Roh oder als größeres Stück will er das jedenfalls nicht essen :-/

    • Petra sagt:

      Hallo Carolin, ich persönlich finde Rote Bete super – sie hat viele tolle Inhaltsstoffe und ich mische sie meiner Kleinen auch ab und an mal unter ihre Kräuter. Allerdings biete ich immer zuerst an und schaue. Will sie sie – kommen sie ins Müsli. Will sie sie gerade nicht – lasse ich sie einfach weg. Also einfach mal die trockenen auf der Hand reichen und schauen was passiert – so würde ich es machen. Meist wissen die Pferde selbst ganz gut, was sie gerade brauchen. Viele liebe Grüße, Petra

  11. paulina sagt:

    Ich kann viele vom psychischen Standpunkt verstehen die gerne was in den Futtertrog werfen aber leider halt auch meistens das falsche. Meine sieben jährige Stute bekommt tatsächlich nur Heu und ne Handvoll Luzerne um es etwas aufzuwerten und nach bedarf Kräuter. Ich halte ihr gerne mal was unter die Nase und sie entscheidet welche Kräuter oder Kräutermischungen sie haben möchte. Ansont gibt es nur mal ab und zu einen Apfel oder Birne oder Karotte aber selbst das nicht täglich und Mineralien in Pulverform wobei sie dafür ein extra trog hat und sich in einem gewissen Rahmen selbst bedienen darf. Ich werde im Stall dafür einerseits bestaunt anderer Seits glaube ich auch belächelt 😅 aber wenn ich dann höre mein Pferd (überwiegend alte Pferde ) frisst nur Heulage oder nur Müsli bin ich so froh das ich es meiner nicht anerziehe nur Zucker zu fressen😂 reicht wenn ich es mache😅

    • Petra sagt:

      Liebe Paulina, bei uns ist es ähnlich. Heu, ab und an Kräuter und täglich einen Apfel oder eine Karotte. Paar Hagebutten und Beeren nach Bedarf und immer wieder Schwarzkümmelkuren. Das wars. Heulage mag ich gar nicht – leider bekommen unsere es ab und an in der Herde in Raufe – da muss ich mich der Mehrheit beugen – knirsche aber jedesmal mit den Zähnen. Ich kann dich also absolut verstehen – lass den Rest nur lächeln. Dein Pferd wird es dir danken!! Viele liebe Grüße, Petra

  12. Christina sagt:

    Hallo
    Ich finde den Artikel sehr interessant
    Ich habe selber in der pferd Fütterung einiges ausprobiert mein Isländer bekommt nur heu als leckerlie mal Hagebutten und kur kurweise 1 mal im Jahr mineralfutter was bei ihm völlig ausreicht.
    Das Problem ist der große er geht im Sport ist eher ein ruhiger Zeitgenosse lässt sich nicht stressen und zeigt auch wenn er nicht mehr will.
    Er nimmt zum Winter immer sehr stark ab friert schnell. Aber selbst im Sommer ist er immer rippig er könnte locker 100 kg mehr vertragen, wobei er trotzdem gut bemuskelt ist und leistungsstark.
    Er bekommt auch 24 Stunden heu zu dem einiges an Zusatz Futter
    Vieles von agrobs (müsli/heucobs/feturacobs)
    Aber auch zb von pavo die melasse freien rübenschnitzel und das rice up
    Die alles andere habe ich mittlerweile vom speiseplan gestrichen wobei ich mich nicht traue dies abzusetzen weil er wirklich schnell weiter abnimmt
    (Blut usw ist alles Bestens)
    Habt ihr nicht Ideen zur Fütterung ?
    Hatte evtl an spirulina gedacht ?
    Ich würde mich sehr über weitere Anregungen und Vorschläge freuen um die Fütterung weiter zu verbessern
    Vielen Dank liebe grüße Christina

    • Kati sagt:

      Hey,
      hast du es mal mit Malzbier versucht? Also nicht in großen Mengen, und erstmal probieren ob er es überhaupt mag, aber dann ab und zu so etwa eine halbe Flasche am Tag (bei einer Tinkerstute zum auffüttern war das die richtige Menge) – vielleicht auf mehrere Mahlzeiten aufteilen. Meiner Shetty-Stute habe ich das gefüttert als sie stark abgenommen hatte (Ü30), sie hat erst alle 1-2 Tage ne kleine Tasse voll auf Rübenschnitzel mit Haferflocken, dann in größeren Abständen bekommen – hat sehr gut geholfen, setzt eben an. Obwohl ich auch erst Bedenken hatte weil sie früher schon Hufrehe hatte und ich da mit Zucker und Eiweiß vorsichtig war. Aber gut dosiert ist´s echt ok. Und hilft. Und du könntest es mal mit ganzen Rüben anstelle von Rübenschnitzeln versuchen. Bekommt dein großer gar kein Mineralfutter? Salzleckstein oder guter Mineralleckstein (zB von Raiffeisen) ist immer empfehlenswert. Futteröl wäre auch noch eine Idee, Leinöl oder das Olio Vivo (bei Olewo erhältlich).

    • Petra sagt:

      LIebe Christina, bin gespannt, was Herdis sagt – wir haben Apfelfasertaler in einer Phase gefüttert, als Carey wegen Impfungen recht dünn war letzten Winter, die sind für schwerfuttrige Pferde und haben bei uns super als Mash funktioniert – die gibts HIER im Shop. Aber vielleicht hat Herdis auch noch einen guten Tipp 🙂 Viele liebe Grüße, Petra

    • Christina sagt:

      Danke Kati und Petra

      Salzleckstein bekommt er Kot Wasser von
      Und auf verschiedene mineralfutter wurde er blöd ( bocken usw) ohne nach ca 2 Wochen wieder gut. Haben dann aber auch ca 4 Wochen gefüttert gehabt ohne geewichtszunahme.
      Malzbier hatten wir auch schon jeden tag eine halbe Flasche oder alle 2 Tage 1 alles ohne Zunahme
      Er baut auch Muskeln auf und will arbeiten ist fitt hat auch Kondition aufgebaut aber die Rippen 😣
      Im Sommer hatte er mit koppel etwas mehr Masse war aber auch rippig
      Irgendwie finden wir einfach keine Lösung für ihn

    • Petra sagt:

      Liebe Christina, wie gesagt – ich würde es mal mit den Apfelfasertalern als reichhaötigem aber relativ natürlichem Mash probieren. Super Erfahrungen habe ich auch schon mit dem Tiermoor gemacht. Das Pulver liefert Mineralstoffe ohne den Organismus zu belasten. Dazu vielleicht ein Kräutermüsli für Magen und Darm – um eine kleine Sanierung anzuregen. Das wäre jetzt mal mein Weg. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen und schicke liebe Grüße, Petra

  13. Kati sagt:

    Hi Christina,
    iwie beschäftigt mich das noch mit deinem Großen…
    Bekommt/frisst/verträgt er denn Stroh? Oder gute Grassilage aus Rundballen? Weil 24h Heu gibt zwar Bauch, aber richtig ansetzen tut es eher nicht.
    Der Araber meiner Nachbarin bekommt zB wenig Heu und zusätzlich Stroh, dafür aber regelmäßig Hafer, einfach weil er es besser verträgt.
    Spirulina hab ich hier das erste Mal gehört, keine Ahnung ob das hilft.

    • Petra sagt:

      Hi Kati, auch wenn das an Christina geht – möchte ich mich kurz melden. Silage würde ich weiträumig meiden. Wegen Zucker-Energiegehalt und Gärungsprodukten. Ich halte sie für einen großen Fehler in der Pferdefütterung – zumindest aus meiner persönlichen Sicht 🙂 Ansonsten danke für deine UNterstützung und viele liebe Grüße, Petra

  14. Kati sagt:

    Hey Petra,
    bisschen schade dass du so gegen Silage bist – ich persönlich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht, auch bei schwerfuttrigen Pferden und solchen mit Husten. Man darf natürlich nicht vergessen dass die Qualität eine große Rolle spielt, und da ziehe ich gute Silage (trocken, duftend, hoher Rohfaseranteil) schlechtem Heu (staubig, kratzend, überlagert) einfach vor. Wir packen zB unser Rundballen-Heu ebenfalls in Folie, dadurch wird die Lagerung einfacher, es dringt kein Staub ein und es bleibt kaum bis gar kein Abfall. Natürlich wird für Silage das gemähte Gras mit einer leichten Feuchte gepresst und verpackt und gärt dann nach, sicher ist der Energiegehalt etwas höher (schwerfuttriges Pferdchen…?) Es kommt dann auch noch auf sehr viele andere Faktoren an, bei Heu und Silage: wo kaufst du, Wetterbedingungen im Erntejahr, Erntezeitpunkt, Höhe in der abgeschnitten wird, Mähwerksseitige Einstellung usw..
    Nachteil der Silage ist: ist der Rundballen aufgeschnitten, muss er auch ausgerollt werden und sollte zeitnah aufgebraucht werden, sonst kann es zu Wärmeentwicklungen und Folgegärungen kommen.
    Meine Ponies bekommen seit Jahren eher Silage als Heu, fressen diese bevorzugt und vertragen es sehr gut. Aber wenn du und Carey mit Heu glücklich seit 😉 …und Stallseitig bisschen Silage gefüttert wird 😉 LG

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