Willst du wirklich wissen wie Pferde denken und fühlen? Willst du mehr erfahren über Pferdeverhalten und wie du lernen kannst ein bisschen mehr in ihre Köpfe zu schauen? Dann ist diese Serie hier genau das Richtige für dich.

Alle zwei Wochen wird die Pferdetrainerin und Kräuterexpertin Herdis Hiller hier in einer Gast-Serie über das „Eins werden mit dem Pferd“ schreiben. Sie ist studierte Pferdepsychologin und Pferdeverhaltenstherapeutin und hat sich dem sanften Weg der Pferd-Mensch-Kommunikation verschrieben.

Logo Herdis Hiller

Teil 1 der Serie “Eins werden mit dem Pferd” von Herdis Hiller:

Für die einen war es der Grund, mit dem Reiten überhaupt anzufangen. In anderen steigt dieser Wunsch irgendwann auf. Mitten auf dem Weg, im Training oder dann, wenn wir eines der seltenen Paare erleben dürfen, für die dieser Traum bereits wahr geworden ist:

Ich spreche vom größten aller Ziele: Eins zu werden mit dem Pferd.

Sich harmonisch zu bewegen wie ein einziges Wesen. Präzise zu kommunizieren ohne Worte. Sich über Kontinente hinweg nah zu sein. Höchstleistungen zu vollbringen mit Leichtigkeit, mit Freiheit und Freude. Ohne Hilfsmittel, ohne Druck, ohne Zwang, sondern einfach nur, weil zwei Lebewesen ein tiefes Band der Freundschaft miteinander verbindet.

Pferd und Frau

Dieser Traum ist so universell, wie jeder einzelne Mensch individuell ist in seiner Art mit dem Pferd zusammen zu sein. Die einen betreiben gemeinsam Leistungssport, die anderen haben sich Zirkuslektionen, Bodenarbeit oder Horsemanship verschrieben. Manche fahren. Manche reiten durch den Wald. Englisch, Spanisch, Western, Klassisch.

Die einen möchten sich beweisen. Andere möchten sich beim Pferd erholen, den Alltag vergessen. Es gibt tausend Gründe ein Pferd zu haben. Aber für jeden Menschen wird irgendwann klar, dass alles sehr viel leichter und schöner wäre, wenn man eins wäre mit dem Pferd.

Pferd und Frau rennen

Zusammenfinden mit dem eigenen Pferd

Wenn wir uns in unseren Ställen umsehen, sehen wir so selten Paare, die dieses Ziel erreicht haben, dass wir es für unrealistisch halten. Schnell gewöhnen wir uns an die kleinen, alltäglichen Unstimmigkeiten und halten sie für normal. Das „Getrennt-sein“, die große Kluft zwischen zwei unterschiedlichen Spezies ist das, was vertraut ist – Alltag. Die meisten Menschen arrangieren sich damit. Sie geben den Traum auf oder vergraben ihn ganz tief in sich.

Echte Übereinstimmung mit dem Pferd

Und viele wissen gar nicht, wonach sie suchen sollen. Denn wer nie erfahren durfte, wie sich echte Übereinstimmung anfühlt, hat kein klares Ziel, auf das er oder sie zusteuern kann. So kommt es, dass manche denken, erlernte Bewegungsabläufe und konditioniertes Verhalten sei die Einheit, von der ich spreche. Doch Einheit ist nicht das Beherrschen von Lektionen, die Reaktion auf Kommandos oder konditionierte Reize. Einheit beschränkt sich nicht auf die Trainingszeit. Einheit herrscht immer. Auf der Weide, auf dem Putzplatz, beim Verladen, im Stall, beim Führen, beim Tierarzt- oder Schmiedbesuch und so weiter.

Der Weg zum Pferd

Ich selbst bin einen langen und anstrengenden Weg gegangen, bis ich dieses Ziel nahezu erreicht hatte. Meine Lehrmeister waren die Wissenschaft, die Erfahrung und (vor allem anderen) die Pferde. Ich hatte das große Glück, auf meinem Weg „Way of Life“ zu treffen. Eine Stute, die dem Menschen absolut kompromisslos den Kampf angesagt hatte. In meiner Arbeit mit ihr musste ich verdammt schnell lernen, wenn ich weder „unter die Räder“ kommen noch aufgeben wollte. Und das war das größte Geschenk meines Lebens. Denn niemals wieder habe ich so komprimiert, so exzessiv und schnell gelernt wie in dieser Zeit. (Mehr zu meinem Weg könnt ihr hier auf HERDIS HILLER.DE nachlesen).

Ihr aber müsst das Rad nicht noch einmal neu erfinden. Ihr müsst Euch auch nicht in Gefahr begeben, um zu lernen. Wenn Ihr wollt, steigt auf meine Schultern und ich helfe Euch, das Ziel schneller, gradliniger, sicherer und leichter zu erreichen.

Pferdepsychologin

Wie ihr eins werdet mit eurem Pferd

Das, was ich Euch zeigen will, hat nichts mit bestimmten Disziplinen und Lektionen zu tun. Es ist völlig egal, ob Ihr Dressur reitet oder Springen, ob ihr Bodenarbeit macht oder Clickertraining, ob Ihr dieses oder jenes Equipment benutzt oder eine bestimmte Leistungsklasse erreicht habt oder nicht. Nichts davon führt zum Ziel, wenn Ihr das Wesen der Übereinstimmung nicht findet. Fast alles kann zum Ziel führen, wenn ihr wisst, worauf es wirklich ankommt und die Grundregeln der Partnerschaft respektiert.

Die Einheit zu unserem Pferd zu suchen, macht uns alle gleich!

Doch was ist der Schlüssel zum Erfolg? Ganz einfach: Ihr selbst!

Denn es sind nicht die Pferde, die etwas lernen müssen. Wir Menschen müssen lernen. Und wer das akzeptiert, wirklich bereit ist, Zeit, Übung, Selbstreflexion und Aufmerksamkeit zu investieren. Wer offen ist, für das, was die Pferde uns sagen. Wer den starken Willen hat, dieses Ziel der Einheit zu erreichen. Der wird es erreichen.

Fohlen schnuppert

Nun fragen mich oft Leute, die ganz am Anfang stehen: Wie lange dauert es denn, bis ich all das kann, was ich brauche, damit mein Pferd und ich eine solche Einheit werden?

Ich antworte dann gern: „Eine Minute oder mehr als ein ganzes Leben. Es liegt ganz bei Dir!“

Denn der Weg zur Einheit ist genau so lang, wie Ihr braucht, um ein guter Pferdepartner zu werden.

Aber: Gebt Euch Zeit! Nehmt Euch die Zeit, die es eben braucht. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und alle neuen Dinge müssen erlebt, verinnerlicht und eingeübt werden. Das hier ist nichts anderes.

Das Großartige an diesem Weg ist: Ihr werdet schon bald fühlen, dass es in die richtige Richtung führt! Ihr werdet nach ein paar Wochen begreifen, dass das, was Ihr auf diesem Weg lernt, weit über die Beziehung zu Eurem Pferd hinausgeht: dass es Euer ganzes Leben positiv verändert. Und irgendwann ist der Weg an sich schon so schön, dass es egal ist, ob es ein Ziel gibt oder ob der Weg das Ziel ist. Es kommen zwischen Euch und Eurem Pferd Momente so voller Zauber, dass es Euer Herz öffnet und Ihr das Gefühl habt, noch nie so etwas Tolles empfunden zu haben. Und dann beginnt es immer leichter zu werden. Plötzlich atmet Ihr tief ein und stellt fest, wie einfach alles geworden ist. Nur Friede, Freiheit und Leichtigkeit.

Und so kann der Weg zur Einheit aussehen:

Da wir Menschen sehr kopfgesteuert sind, finde ich es wichtig, den Kopf als Erstes anzusprechen. Ich möchte, dass er ganz genau versteht, wie ein Pferd „funktioniert“ und wer genau Euer Pferd ist. Damit Ihr Euch in diese andere Spezies, in dieses Individuum hinein denken (und anschließend fühlen) können. Denn nur wenn wir wissen, wie Pferde wahrnehmen und kommunizieren, wie sie lernen, was sie prägt und was sie brauchen, können wir ihnen nah kommen. Außerdem werden nur so die elementarsten Missverständnisse und Konfliktpunkte vermieden. Und nur dann entsteht echtes Vertrauen und wirkliche Kommunikation.

  • Darum werden sich die ersten Folgen dieser Serie mit Inhalten wie Informationsverarbeitung, Sinnesleistungen des Pferdes, Lernverhalten etc. befassen.
  • Anschließend finden wir zusammen heraus, was für einen Menschen ein Pferd braucht. Was wir also ganz unabhängig vom Pferd lernen müssen, um ein guter Pferdepartner zu werden, um Einheit überhaupt erst möglich zu machen und welche Grundlagen hier zu beachten sind.
  • Wie werden menschliche Methoden und pferdische Methoden im Kontrast beleuchten. Dann werden wir uns bestimmten Schwierigkeiten auf dem Weg widmen, die auftreten können, und uns letztlich mit der artgerechten Ausbildung / Korrektur des Pferdes beschäftigen.

Dabei werdet Ihr feststellen, dass Themen ineinander fließen und sich immer wieder auch überschneiden. Das hat den Vorteil der Wiederholung, vor allem aber zeigt es, dass kein Thema isoliert betrachtet werden darf, sondern immer nur im Kontext. Jedes Thema ist ein Baustein auf dem Weg zur Einheit.

Fehlt ein Baustein, wird das Ziel schwerer zu erreichen sein.

Natürlich kann diese Serie nur eine Einführung, ein Vorgeschmack sein. Wer auf dem gemeinsamen Weg schon weit gekommen ist, wird vielleicht nur noch diese Impulse benötigen, um das Ziel allein zu erreichen.

INFO: Wer noch am Anfang steht, wird vielleicht zusätzlich noch ein Training oder ein Coaching benötigen, damit das Gefühl für den Weg und das Ziel in Fleisch und Blut übergehen. Unter www.herdishiller.de könnt ihr mehr darüber erfahren, wie ihr meine Dienste in Anspruch nehmen könnt, wenn ihr sie über diese Artikel hinaus benötigen solltet.

Startschuss!

Pferd rufen

Richtlinien to go

Es ist schlau, ein paar Grundlagen und Regeln zu beherzigen, wenn Ihr Euch auf den Weg macht:

  1. Es gibt kein Schema F
    Jede Regel ist absolut situationsabhängig. Es gibt kein Schema, dass sich über jedes Individuum (ob Mensch oder Pferd) legen lässt. Es ist immer wichtig, dass Ihr bei allem was Ihr lernt – immer differenziert und individualisiert vorgeht.
  2. Sicherheit geht vor.
    Nichts ist wichtiger als Eure Sicherheit! Wenn Ihr befürchtet, in Gefahr zu geraten, dann trainiert mit einem Profi vor Ort und probiert nichts allein aus.
  3. Die Gesundheit und das Wohlbefinden Eures Pferdes haben Priorität
    Oftmals sind Schmerzen Ursache für Verhaltensstörungen oder Probleme im Umgang und beim Reiten. Bevor man sich dem Verhalten zuwendet, müssen alle etwaigen körperlichen Ursachen ausgeschlossen sein.
  4. Echte Verhaltensstörungen gehören in die Hände eines Profis
    In meiner Arbeit unterteilt die Wissenschaft in „echte Verhaltensstörungen“ und „unerwünschtes Verhalten“. „Echte Verhaltensstörungen“ sind solche, die das Pferd normalerweise in der Natur nicht zeigt. Dazu gehören z.B. Koppen, Weben, Boxen- oder Zaunlaufen, Zungenspiel, Selbstverletzung usw. „Unerwünschtes Verhalten“ ist solches, das uns Menschen zwar Probleme macht, aber zum natürlichen Verhaltensrepertoire des Pferdes gehört wie z.B. Buckeln, Steigen, Durchgehen etc.

„Echte Verhaltensstörungen“ müssen so schnell wie möglich von einem Profi analysiert und behandelt werden, da sich der krankhafte Zustand sonst dauerhaft in Nerven und Gehirn einbrennt. Hier also bitte keine Experimente oder Selbstversuche. (Was getan werden kann, damit Pferde erst gar keine Verhaltensstörung entwickeln, erfahrt Ihr in dieser Serie.)

Status quo herausfinden

Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir erst einmal ziemlich genau wissen, wo wir stehen. Um diesen Status quo zu ermitteln, könnt ihr folgende Übungen probieren:

Für alle Übungen solltet ihr Euch einen eckigen, umzäunten Platz suchen (z.B. eine Halle, ein Paddock oder etwas ähnliches – kein Roundpen!), Euer Pferd dort hinführen, den Ausgang schließen und alles Equipment abnehmen (auch Halfter, Strick).

Horsemanship einfach

Übung 1: Für Wallache

Die meisten Wallache spielen gern. Sie nehmen das Leben nicht so ernst wie Stuten. Eure Aufgabe ist ganz einfach: Animiert Euren Wallach auf Pferdeart zu einem lustigen Spiel und spielt zusammen mindestens 5 Minuten. Welches Spiel? Fragt Euer Pferd. Womit? Mit Eurem Körper.

Seid kreativ und achtet auf die Sprache Eures Pferdes.

Wenn Ihr 5 Minuten oder sogar länger zusammen spielen könnt, seid Ihr schon ein ziemlich gutes Team. Wenn nicht: Kein Problem! Nicht traurig sein! Ihr werdet es lernen 🙂

Übung 2: Für Jungpferde bis 3,5 Jahre

Eure Aufgabe: Haltet die Aufmerksamkeit Eures Schützlings mindestens 5 Minuten lang – ohne Unterbrechung. Junge Pferde sind schnell abgelenkt, haben es schwer, sich zu konzentrieren. Wenn Du es schaffst, Die Augen und Ohren Deiner Pferdes 5 Minuten auf Dir zu haben: Chapeau! Wenn es Dir nicht gelingt: Macht nichts! Bald kannst Du es! 🙂

Übung 3: für Stuten

Gleiche Location wie immer. Deine Stute steht „ohne alles“ auf dem Paddock (nicht in der Box oder auf dem Putzplatz!). Dein Job: Bringe Dein Pferd dazu, mit Dir zu „sprechen“. Dazu kraulst Du Deine Stute auf Pferdeart (nur Deine Hände, kein Putzzeug) und achtest die ganze Zeit auf ihre Mimik und Körpersprache. Das Ziel: Wenn Du den ganzen Körper durchgekrault hast, hat Dir dein Pferd unmissverständlich klar gemacht, welche Körperstellen es liebt, wo es verspannt ist, wo es Schmerzen hat, wo es kitzlig ist, wo es Berührung einfach nicht mag und in welcher Intensität es super ist. Anschließend solltest Du haarklein erzählen können, was Deine Stute von Deinem Kraulen an allen unterschiedlichen Körperbereichen hält.

Hat geklappt? Dann bedeutet das, dass deine Stute weiß, dass sie mit dir sprechen kann und du sie verstehst.

Du hast nur wenig oder gar keine Rückmeldung bekommen, oder Dein Pferd ist weggegangen? Dann hat Deine Stute die Kommunikation mit Dir eingestellt. Du wirst lernen, sie wieder zu aktivieren! Nur Mut!

Übung 4: für alle

Bewege Dein Pferd auf Pferdeart mindestens 10 Minuten lang – mit nichts als Deiner Körpersprache. (Alle möglichen (menschlichen) Hilfsmittel wie Halfter, Strick, in die Mähne fassen, Gerte, Halsring, Clicker, Leckerli, Stimmkommandos o.ä. sind nicht erlaubt). Bestimme auf den Meter genau wo Du hinwillst, und dann bringe Dein Pferd dazu genau dorthin zu gehen, zu halten, die Gangart zu wechseln usw. Gehe auch Figuren, über Hindernisse, parke rückwärts ein, richte seitwärts, schicke Dein Pferd an einen Platz von Dir fort und hole es wieder ran, ohne Dich selbst vom Fleck zu bewegen usw.

Hat alles reibungslos funktioniert und Du hast das Ende des Spiels bestimmt? Dann seid Ihr schon am Ziel.

Ergebnis ist ausbaufähig? Wunderbar. Darum geht es hier.

Frage: Schreibt mir, wie die Übungen geklappt haben oder wenn ihr Fragen habt. Wir freuen uns auf eure Kommentare!

21 Kommentare zu “Eins werden mit dem Pferd: Was ist der Schlüssel zum Erfolg?

    • Petra sagt:

      Die werden super – soviel kann ich jetzt schon versprechen 🙂 Danke für deinen lieben Kommentar. LG, Petra

  1. Sternchen sagt:

    Das klingt ja interessant! Die Übungen werde ich bald mal ausprobieren. Mal sehen ob es klappt. Freue mich schon auf die Fortsetzung.
    LG, Sternchen

    • Petra sagt:

      Wir freuen uns auch schon – jeder Teil der Serie wird sehr spannend, das kann ich versprechen 🙂 Viel Spaß mit den Übungen, ich bin gespannt, wie Sternchen und du sie meistern werdet. Liebe Grüße an Euch, Petra

  2. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich bin auch schon gespannt auf die Fortsetzung.
    Neue Anregungen und Ideen sind immer willkommen :).

    Wir haben mal die Übungen 1-3 gemacht auch wenn er keine Stute ist ;).
    Die Übungen haben gut geklappt und waren keine wirkliche Herausforderung für uns, da sie unser tägliches Miteinander sind.
    Die letzte Übung hab ich nicht gemacht. Einmal weil sie nicht funktionieren wird und als zweites weil sie auch nicht meiner Art von Zusammenarbeit mit meinem Pony entspricht. Ich habe für uns gar nicht den Wunsch, dass ich irgendwo stehe und mein Pony durch die Gegend schicke. Das wäre für mich nicht die Art und Weise wie ich mit meinem Pony Zeit verbringen will. Das hat für mich so was von ich sage was du tun sollst und du machst. Das mag ich nicht und das mag mein Pony nicht.
    Wir machen Übungen und Spiele lieber gemeinsam. Bei uns läuft das eher so in dem Stil ab:
    Miriam: "Pony was hälst du davon im Slalom um die Pylonen zu gehen?"
    Pony: "Okay, können wir machen."
    Pony: "Ich hab heute soviel Energie, was hälst du von traben?"
    Miriam: "In Ordnung, dann lass uns zusammen traben. Aber halte bitte etwas Abstand, sonst hab ich Angst um meine Füße"
    Pony: "Ist in Ordnung. Schau mal wie schnell ich traben kann."
    Miriam: "Wow toll, kannst du auch ganz langsam traben?"
    Pony: "Oh je, das ist aber anstrengend."
    Miriam: "Du machst das ganz toll, streng dich noch etwas an"
    Pony: "Boah jetzt muss ich nochmal kurz schnell, das war anstrengend"
    Miriam: "Ist okay, schau mal wie schnell ich bin. Bitte bleib im Trab und galoppier nicht an"
    Pony: "Puh, kraulst du mir jetzt den Hintern?"
    Miriam: "Sehr gerne mein kleiner Schatz."
    So auf diese Art laufen unsere Trainingseinheiten. Wir sind beide mit vollem Einsatz dabei und keiner steht da und der andere führt aus was derjenige will.
    Liebe Grüße
    Miriam

  3. Anna sagt:

    Ich bin 12 und habe einen Isländer (und ein shetty).Meine Stute leidet unter starkem Sommerekzem😢😠
    Ich wohne auf einem Bauernhof und denke das sie es bei mir gut hat,trotzdem sind wir nicht direkt auf einer Wellenlänge, ich weiß alles über sie (wo sie sich am liebsten kraulen lässt,was sie beim hufauskratzen nicht mag,usw.)
    Das Ausreiten funktioniert meistens reibungslos,aber ich reite mit leichtem gebiss doch wenn ich bei ihr die zügel etwas länger lasse meins so gleich wieder sie kann fressen. Ich will sie aber nicht so hart ans maul nehmen da ich immer Angst habe dass ich ihr weh tu.Das ist auch der Grund wesswegen ich nicht gebiss los reiten kann. Du denkst jetz bestimmt ich bin so eine kleine hilfsloseq reiterin, aber glaub mir meine Maus hat schon oft einen richtige klaps aus maul bekommen aber sie juckt es einfach nicht.Aber sind sind wir eigentlich ein gutes Team.Ich wede es jetzt auch mit deinen Sachen probieren und immer deinen Blog lesen.

    • Petra sagt:

      Hallo Anna, erstmal finde ich ganz toll, dass du dir so viele Gedanken um deine kleine Maus machst und versuchst einen sanften und freundlichen Weg zu gehen. Manche Pferde sind einfach verfressen. Meine Kleine bleibt auch gerne an jedem Grashalm stehen 😉 Wir gehen viel Spazieren, weil ich dann ein Halfter (ohne Gebiss) habe und sie mit der Gerte leicht hinten antippen kann (so wie die Mutterstute es auch mit ihrem Fohlen machen würde) und dann entschlossen weiterlaufe – so dass sie lernt, dass Grasen einfach kein Thema ist. Vielleicht hilft dir das auch weiter. Du kannst auch immer anfangen kleine Aufgaben von ihr zu verlangen, wenn sie Grasen will. Dann wird das Grasen "anstrengender" als das gemütliche weiterlaufen. Das sind jetzt mal zwei Gedanken von mir. Aber vielleicht hat Herdis (die den Artikel hier als Gastautorin geschrieben hat) auch eine Idee für euch zwei. Lass dich auf jeden Fall nicht beirren und geh weiter deinen Weg – es ist schön, wenn es so pferdefreundliche Mädchen wie dich da draussen gibt. Ganz liebe Grüße, Petra

      P.S.: Was bei mir ganz gut geholfen hat, als die Diagnose Sommerekzem im Raum stand: Ich habe meiner Stute Schwarzkümmelsamen gefüttert (ab März/April – bis jetzt im September) – die sollen eine Antihistamine Wirkung haben und können das Immunsystem von Innen raus stützen, so dass der Juchreiz weniger wird) – Parallel habe ich sie jeden Tag mit einem Gemisch aus Schwarzkümmelöl und Wasser eingesprüht – weil die Kriebelmücken den Geruch nicht so mögen sollen. Das hat super geholfen 🙂

    • Uli sagt:

      Bei Sommerexzem hat meinem Pferd eine Hirsekur geholen.Dabei 14 Tage lang ein halbes kleines Kaffeehåferl Hirse kochen u geben.Mein Pferd hat die Hirse mit etwas Salz lieber.Ausprobieren!Das hat sich auch gut bewåhrt wenn manche Pferde im Frühjahr beim Fellwechsel glatzig werden.Nach der Kur war das Exzem weg!

    • Petra sagt:

      Hallo ihr Lieben, Hirse ist glutenfrei und vitalstoffreich – deswegen kann ich mir schon vorstellen, dass es dem Fell und der Haut ganz gut tun kann. Verblüffend fände ich, wenn 2 WOchen Hirse reichen um ein Ekzem komplett zu heilen. Aber es wäre ja toll. Soweit ich weiß ist Hirse gut für das Fell – auch wegen der enthaltenen INhaltsstoffe, wie Kieselsäure. Dann steckt noch Magnesium und Eisen drin, soweit ich weiß. Plus: Omega-3 und Omega-6 – ein Mangel daran kann ja zu Harausfall und Juckreiz führen. Insofern glaube ich eher, dass du – Uli – den Mangel mit der Hirsefütterung vielleicht ausgeglichen hast? Ganz wichtig ist, dass die Hirse gekocht ist – roh enthält sie Stoffe, die wiederum die Mineralstoffaufnahme im Körper hemmen können und das ist ja kontraproduktiv. Soweit meine Infos zum Thema Hirse 🙂 Viele liebe Grüße auf jeden Fall, Petra

  4. Aika sagt:

    hallo!
    ich habe selber leider kein Pferd(bin auch erst 13), denn ich hätte die Übungen sehr gerne geübt. Aber meine beste Freundin hat 3 Pferde, dort sind wir wirklich sehr,sehr,sehr,sehr oft und haben auch einmal die Woche unterricht. Mich interessiert die ,,Pferdesprache" sehr (mein Traumberuf ist Pferdeflüsterer) . Ich fande deinen Artikel sehr interessant und er hat mir weitergeholfen.

    AIKA:-)

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Aika, da wird sich Herdis sehr freuen – sie hat den Artikel für uns geschrieben. Ich mag die ganze Serie von ihr auch sehr sehr gerne. Ich fide übrigens sehr schön, dass du dir so viele Gedanken machst und selbst wenn du nur alle paar Tage beim Pferd bist, kannst du es dem Schulpferd doch schon so viel schöner machen, wenn du ein bisschen mit ihm flüsterst und immer wieder versuchst dich in das Pferd hineinzuversetzen. Pferde freuen sich über Achtsamkeit, Liebe und Geduld sehr. Ganz liebe Grüße an dich und mach weiter so, Petra

  5. Gina sagt:

    Hallo Petra ,
    leider hab ich noch kein eigenes Pferd nur ne Reitbeteiligung und ich wollte Sie fragen ob das dann alles auch geht . Außerdem habe ich das Gefühl das mir mein Pferd einfach nicht vertraut egal was ich mache . Es ist eine Norwegerstute . Was Sie da geschrieben haben hört sich teilweise ganz verständlich an andereseits verstehe ich manche Sachen auch gar nicht. Zum Beispiel wie schicke ich mein Pferd nur mit der Körpersprache weg 😐?Generell habe ich die Körpersprache noch nicht ganz drauf ich habe schon versucht mir die Körpersprache von den Pferden abzuschauen oder mich übers Internet zu informieren doch leider will das nicht so funktionieren. Ich weiß einfach nicht mehr was ich versuchen könnte. Haben Sie da eventuell einen Rat für mich .

    Liebe Grüße Gina.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Gina, der Artikel ist von Herdis Hiller – sie ist Pferdepsychologin. Es ist schwierig die Körperspache in weingen Sätzen zu erklären. Am Besten liest du dir die ganze Serie einmal durch und besuchst vielleicht auch mal ein oder zwei Kurse zum Thema "Bodenarbeit" – Führtraining und Co. Alfonso Aguilar kann ich da sehr empfehlen, wenn er mal in der Nähe sein sollte. Letztlich – um es kurz zu versuchen – funktionieren Pferde über Energie. Sie schicken sich gegenseitig Gedanken, Gefühle und natürlich auch kleinste bis große körperliche Signale. Aber der Anfang ist immer die innere Haltung, der Fokus und die Energie – daraus wird dann Körpersprache. Pferde spüren ob wir wirklich meinen, was wir sagen. Ob wir uns unseres Selbst sicher sind und damit selbstsicher genug, um ihnen Halt zu bieten. Dann schließen sie sich gerne an. Wenn ich nun in Körpersprache denke, dann bedeutet "wegschicken" zum Beispiel, dass ich mir bidlich vorstelle, wie mein Pferd vor mir weicht – ich mache mich langsam etwas größer, richte meinen Kröper auf. Gehe vielleicht einen Schritt auf das Pferd zu – Schnalze dann vielleicht – wedele vielleicht mit den Armen und so weiter. Aber ich fange immer mit dem Gedanken an und steigere dann langsam meine körperlichen Signale. SO, das war die Kurzkurzkurversion 😉 Zum Thema "Pferde verstehen" gibt es noch viele weitere Artikel hier auf der Pferdeflüsterei. Es ist ein Weg – zu uns selbst, zu einem selbstsicheren und klaren Ich und letztlich auch viel Beobachten der Pferde untereinander. Da geht es auch mit dem Gedanken los, dann folgt ein Augenblinzeln, dann das zuckende Ohr, dann vielleicht eine leichte Bewegung, dann ein Kopf wenden, dann ein Schnappen, dann irgendwann dreht das Pferd die Hinterhand zum anderen und wenn das alles nichts hilft, dann kommt der Huf. Viele liebe Grüße, Petra

  6. Désirée sagt:

    Ich bin eben mehr oder weniger zufällig auf den Artikel gestoßen und bin total angetan. Mal schauen ob das bei uns funktioniert.
    Ich habe meine Stute letztes Jahr aus dem Tierschutz bekommen, da hatte sie sich eigentlich schon selbst aufgegeben, das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mal Verhaltensmuster vergleiche und reflektiere. Sie ist schon relativ alt und hat praktisch ein ganzes Leben gelernt, dass Menschen unfair sind und sie für Fehler bestraft wird. Wir haben schon viel geschafft und die kleine Maus lässt sich nun wieder am Kopf anfassen, sucht teilweise sogar die Nähe und den Kontakt mit mir, klebt beim Putzen nicht mehr an der Wand, sie hat gelernt, dass sie jeden Tag auf die Wiese darf, regelmäßig Futter bekommt und ist nach etlichen Jahren ohne Herde super integriert. An manchen Tagen ist sie nun auch sehr "arbeitswillig" und motiviert bei der Sache, an anderen Tagen verweigert sie jedoch komplett, bleibt stehen und bewegt sich gar nicht oder steigt. Sie weigert sich dann schlicht, die Kommunikation überhaupt einzugehen und entzieht sich. Ich möchte ihr die Möglichkeit geben, zu lernen, dass sie mir vertrauen kann. Sie wird bei mir nie Gewalt erfahren und ich möchte lediglich etwas gymnastizierende Arbeit machen, sowohl an der Longe, bei der Bodenarbeit und beim Reiten, damit sie noch lange gesund bleibt. Ansonsten soll sie einfach Pferd sein dürfen.
    Ich glaube die Übungen, die in dem Artikel beschrieben wurden eignen sich hervorragend für uns und ich bin schon ganz gespannt, wie wir die Übungen annehmen und was sich in unserer Beziehung verändert.
    Gibt es vielleicht sonst noch ein paar Tipps, die ich beherzigen kann?
    LG 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Desiree, jetzt antworte ich erst einmal kurz – aber vermutlich wird sich Herdis auch noch melden – der Artikel ist von ihr. Ich finde toll, dass du ein Pferd aus dem Tierschutz übernommen hast und so auf deine Stute eingehst. Ich denke, dass sie neben all den Vertrauensbildenden Maßnahmen auch einfach Zeit und Verständnis braucht, bis sie lernt, dass der Mensch nicht nur Druck, Zwang und Schmerz bedeutet. Je nachdem woran sie Spaß hat – kannst du ja auch mal Agility versuchen (da müsst ihr gemeinsam einen hindernisparcour bewältigen – das fördert die Kommunikation und macht Spaß) und Spazieren gehen (an guten Tagen, damit sie dir nicht abhaut) kann auch das Vertrauen unglaublich fördern. Ansonsten drücke ich die Daumen, dass die Tipps von herdis gut bei euch funktionieren und schicke euch viele liebe Grüße, Petra

  7. Sarah sagt:

    Hallo! Also erstmal muss ich sagen das ich den Artikel sehr schön geschrieben finde! Ich würde dir gerne kurz von meiner Erfahrung bzw. kleinem Problem erzählen. Ich habe eine 18 jährige Stute als Reitbeteiligung seit ca 2 Jahren. Ich mache mit ihr viel Bodenarbeit, gehe spazieren oder mache Ausritte mit ihr. Mein Ziel bei der Zusammenarbeit mit ihr ist es aber schon die Freiarbeit auszubauen und zu verbessern. Wir können je nach Tagesform zusammen frei über den Platz laufen und sie ist auch schon mal um mich freu herumgetrabt 🙂 leider hab ich das Gefühl das wir nun auf der Stelle tappen da wir einfach nicht weiterkommen.. ich hab das Gefühl ich mach in der Körpersprache noch einiges falsch weil ziemlich oft passiert es das die Verbindung abbricht und sie sich einfach von mir abwendet und an den Rand des Platzes und Gras zu fressen ( am Rand des Platzes wächst Gras und das findet sie viel interessanter als mich..) ich weiß nicht wie ich sie genau verstehen soll und mit ihr "reden" kann.. ich denke da fehlt noch ein großer Schritt in die Richtung wo es hauptsächlich bei mir und bei ihr Klick macht und sie versteht was ich möchte und ich verstehe wie ich meine Körpersprache am besten einsetze.. also das eigentliche Problem ist das wir nicht ganz auf einer Wellenlänge sind was ich echt mega schade finde Weil es einfach mein größter Wunsch ist ohne Gewalt, Druck und Hilfsmittel zusammen zuarbeiten.. ich bin mir ziemlich sicher das es auch an mir liegt und nicht an ihr.. hast du einen Tipp was ich da machen kann? Ich bin absolut ratlos will aber die Freiarbeit und mein sehnlichsten Wunsch nach feiner Kommunikation nicht aufgeben.. ich wäre mega dankbar wenn du mir villeicht einen guten Rat geben könntest..
    liebe Grüße 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Sarah, erst einmal finde ich toll, dass du eine feine Kommunikation mit diner Reitbeteiligung aufbauen willst. Ich finde es immer schwer aus der Ferne zu urteilen. Aber vielleicht hat ja Herdis eine Idee – der Artikel ist nämlich von ihr. Sie ist Pferdepsychologin. Du kannst auch mal die ganze Serie von ihr durchlesen, da stehen immer wieder Tipps und Ideen und Hinweise für das Training drin. Vielleich kommt dir das eine oder andere ja entgegen und dein Gefühl sagt dir beim Lesen, dass das zu euch passen könnte. Ich drücke dir fest die Daumen und gib nicht auf. Eine feine Kommunikation ist möglich – da bin ich mir ganz sicher, Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hol dir unseren
Pferdeflüsterei
Newsletter
Ich bin dabei!
*Pflichtfelder
close-link
Mehr pferdefreundliche News
mit Bernd Hackl,
Sandra Schneider 
und vielen anderen tollen Pferdemenschen?
Hol dir den Pferdeflüsterei Newsletter
Ich bin dabei!
*Pflichtfeld
close-link
Hol ihn dir:
DEINEN
NEWSLETTER
Pferdefreundliches Know-how, Gedanken & Tipps
Ich bin dabei!
*Pflichtfeld
Pferde verstehen -
Vertrauen gewinnen

 
Mit unserem kostenlosen Pferdeflüsterei Newsletter lernst du Schritt für Schritt dein Pferd besser zu verstehen.
Willst Du mitmachen?
Ja, ich will!
Nein danke.

*Pflichtfeld
close-link
Pferde verstehen -
Vertrauen gewinnen

 
Mit unserem kostenlosen Pferdeflüsterei Newsletter lernst du Schritt für Schritt dein Pferd besser zu verstehen.
Willst Du mitmachen?
Ja, ich will!
close-link