Explosives Pferd

Wie eine Colaflasche! Was du mit deinem explosiven Pferd tun kannst

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Wenn das Pferd scheinbar grundlos explodiert. Es buckelt auf dem Weg zur Koppel an der Hand. Es rast auf dem Longierzirkel im Kreis. Es steigt und erschreckt sich wegen der Kleinigkeit auf dem Weg zum Reitplatz. Du hast (gerade) ein explosives Pferd an deiner Seite? Dann ist der Tipp, den ich dir im Artikel gebe vielleicht genau das, was du gerade brauchst.

explosives Pferd

Stell dir vor, du hast eine Colaflasche. Sie ist frisch geschüttelt. So richtig durchgeschüttelt. Jetzt kommt der Moment, um den es geht: Du öffnest sie mit einem Ruck und reisst den Deckel auf. Was passiert?

Sie explodiert. Alles spritzt raus, die ganze Energie entweicht mit einer klebrigen Explosion.

Genau so geht es deinem Pferd vielleicht, wenn es gerade explosiver ist. Es hat zu viel Energie in sich, die entweichen muss. Gerade Jungpferde, die im Winter zu wenig Bewegung haben, aufgrund zu kleiner Paddocks oder sehr extrovertierte Pferde denen die Bewegung fehlt oder Pferde in der Krankenbox, die sich nicht bewegen sollen oder Pferde die grundsätzlich zuviel in der Box und zu wenig auf der Koppel in der Herde stehen, Pferde die endlich aufs Frühlingsgras dürfen nach einem langen Winter mit Grasentzug, neigen dazu zu einer Colaflasche zu werden.

Unterforderung – egal ob es emotional, körperlich oder mental ist – kann aus deinem Pferd eine Colaflasche machen. Überforderung – egal ob es emotional, körperlich oder mental ist – kann manchmal auch dazu führen. Meist ist es aber irgendeine Form der Unterforderung. Da ist schlicht und einfach meist zuviel Energie im Pferdekörper.

ACHTUNG: Was du nie vernachlässigen darfst ist der Blick auf die Gesundheit deines Pferdes und auf euer Miteinander. Buckeln, Steigen, Angst, Durchgehen sind alles auch Verhaltensweisen die durch Schmerz entstehen können. Wenn also die Ausrüstung nicht passt oder dein Pferd (noch) unentdecket Krankheiten oder körperliche Probleme hat, der Reitersitz Schmerzen verursacht oder das Training überfordert und deswegen Schmerzhaft ist, kann es auch sein, dass die Pferde zur “Colaflasche” werden. Manchmal haben sie einfach nur Angst – auch das sollten wir registrieren und ihnen dabei helfen die Angst zu nehmen. Dann müssen wir über Embodiment, Gelassenheitstraining, unsere Mentalkraft und bessere Vernetzung der Gehirnhälften nachdenken. Es ist immer wichtig, diese körperliche Komponente auszuschliessen und damit auch Schmerz auszuschliessen, bevor wir an die weitere Analyse der Colaflaschen-Momente gehen. Gehen wir aber jetzt einmal davon aus, dass dein Pferd keinerlei körperliche Schmerzen hat, die Ausrüstung sitzt, eure Beziehung meistens fein ist und du ein netter Reiter bist.

Wenn so etwas auftaucht und dein Pferd plötzlich explosiver ist, ist der erste Schritt natürlich das Problem in der Situation lösen zu können. Dafür habe ich gleich ein paar simple Tipps. Danach kommt der zweite Schritt: Ursachenforschung und Lösung. Alles andere ist Blödsinn, denn du willst ja nicht jeden Tag mit einer spritzenden explodierenden Colaflasche an der Hand durch die Gegend laufen und vor allem hoffe ich, dass du ein glückliches und entspanntes Pferd an deiner Seite haben willst. Dann bist du hier richtig.

Explosives Pferd an deiner Hand? Der erste Schritt: Entschärfe die Colaflasche.

Wie wäre es denn damit, dass du nicht mit einem Ratsch öffnest, sondern die explosive Luft nach und nach mit vielen kleinen Zischern entweichen lässt? So kann die überschüssige Energie langsam abgebaut werden und es kommt nicht zur grossen Explosion. Bestrafe die Colaflasche nicht dafür, dass sie vorher gut durchgeschüttelt wurde, sondern hilf ihr die überschüssige Energie wieder sanft loszuwerden.

Wenn der Platz frei ist, starte mit Freiarbeit und gib deinem Pferd den Raum seine Energie erst einmal im freien Spiel in der Halle loszuwerden, bevor du mit dem Training startest.

DER KOPF

Beschäftige den Kopf schon mit ersten Tricks auf der Koppel oder in der Box. Wir können unsere Pferde auch im Kopf müde machen.

INPUT

Du kannst weitere Aufgaben auf dem Weg einbauen, mit denen du den Kopf beschäftigst: Rückwärts, Handarbeit, Schritt-Trabwechsel, Volten und kleine Kreise um dich herum. Kreise haben einen entspannende Wirkung.

AUFGABEN

Auf dem Weg planst du permanent Tempiwechsel im Schritt ein. Mit Aufgaben geben wir ihrem Kopf etwas zu tun und die Konzentration darauf beschäftigt sie positiv, gibt ihrer Energie einen Kanal.

Mit jeder kleinen Aufgabe lässt du einen Zischer Luft aus der Colaflasche. Pferde machen das alles nicht um uns zu ärgern, sondern aus Selbstfürsorge. Sei es, weil sie Verspannungen im Winter haben weil sie ihre Muskeln auch für ihre Thermoregulation nutzen, sei es weil sie jung sind und zu wenig Spielkumpels haben oder das Paddock zu klein ist, sei es weil das Frühlingsgras so krass gut ist, dass sie alles vergessen – es gibt einen Grund. Wenn du ihrer Energie einen guten Kanal gibst, hast du ganz schnell wieder eine entspannte coole Colaflasche an deiner Seite.

Wie eine Colaflasche! Was du mit deinem explosiven Pferd tun kannst 1

Stell dir vor, dass du nach 6 Monaten Diät mit Salat eine riesengrosse Schüssel Cookie Dough Eiscreme vor die Nase gestellt bekommst. Vielleicht hattest du auch noch kein Frühstück. Und dann sagt dir dein Kumpel, dass du jetzt bitte eine halbe Stunde ruhig und entspannt um diese Schüssel herum Joggen sollst. Ich glaube nicht, dass du maximal motiviert und mit guter Laune um das Eis herumturnen würdest.

Wenn wir laut oder unfreundlich werden, unterdrücken wir die Energie und laufen weiter mit einer explosionsbereiten mit Energie aufgefüllten angespannten Colaflasche herum, die jederzeit platzen könnte.

Das bringt mich zum zweiten Schritt: Wir müssen die Ursache finden und lösen.

Sofern wir das können. Denn es gibt Dinge, dir wir schlecht ändern können. Wenn also dein Pferd zur Colaflasche wird, weil es zu wenig Bewegung hat, das Winterpaddock zu klein ist oder die Herde überhaupt nicht zusammenpasst, hast du die Wahl.

Du lässt alles wie es ist, gehst damit um und akzeptierst, dass es für dein Pferd auch nicht perfekt ist (manchmal geht es leider nicht anders, weil es leider nicht endlos gute Reitställe gibt und du schon den Besten von allen herausgepickt hast) – oder du ziehst um und versuchst entspannt ein Setting zu finden, dass eventuell besser zu deinem Pferd passen könnte.

Ich kenne das Dilemma – glaub mir – bevor wir unseren eigenen Stall am Haus hatten, bin ich 4 mal umgezogen. Weder den Stall, noch die anderen Pferde in der Herde, noch die Miteinsteller lassen sich immer verändern. Hier und da können wir als Einsteller kreativ werden, aber mehr auch nicht. Wir müssen also gut abwägen, ob wir Pest gegen Cholera tauschen und ob wirklich etwas besser wird, wenn wir umziehen.

Was du immer aktiv ändern kannst ist die Art deines Trainings. Idealerweise passt das Training zur Persönlichkeit, zum Ausbildungsstand und zur aktuellen körperlichen Kraft des Pferdes. Da überschätzen oder unterschätzen wir uns Pferde oft. Ich sehe beides bei den Pferdemenschen. Es lohnt sich immer zu überprüfen, ob wir unser Pferd gerade über- oder unterfordern. Das können wir herausfinden, indem wir das Training entsprechend anpassen und dann sehen ob sich etwas dadurch zum positiven oder eher zum negativen verändert.

Manchmal wächst sich das alles auch aus. Gerade bei Jungpferden sind einfach mehr Colaflaschen-Momente mit eingepreist, weil sie mental noch nicht stabil sind, ihr Körper sich ständig entwickelt und sie deswegen immer wieder aus der Balance fallen und weil sie grundsätzlich energetischer sind als ältere Pferde.

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