Horsemanship bedeutet wörtlich übersetzt: Pferde-Menschen-Kunst. Es ist eigentlich die Übersetzung für den fairen Umgang zwischen Mensch und Pferd und beschreibt eine innere Haltung dem Pferd gegenüber. Nämlich der pferdefreundliche, respektvolle und kenntnisreiche Umgang mit dem Pferd. Es geht um gegenseitiges Vertrauen und Respekt.

Gleichzeitig hat sich über Pferdetrainer wie Pat Parelli und andere eine Trainingsform namens „Natural Horsemanship“ bei uns in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet. Das wird gerne in einen Topf geworfen und hat hier und da auch einige Schnittmengen. Aber im Grunde ist Horsemanship erst einmal die Idee, zu lernen wie Pferde kommunizieren und diese spezielle Form des „Wer bewegt wen“ in der Pferdeherde zu adaptieren für das Training.

Pferde verstehen lernen

Was ist Horsemanship aus meiner Sicht?

Der Gedanke: Wer diese Tiere versteht, sie lesen und einschätzen kann, der ist ein wahrer Horseman. Ein Pferdemensch. Es geht darum die Pferde zu respektieren und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, um im Gegenzug das Vertrauen und den Respekt der Pferde zu bekommen.

Vertrauen Pferd

Man muss nur unterscheiden zwischen:

Definition 1: Dem Gedanken, der Haltung und der Arbeit am eigenen Ich

und

Definition 2: Der mechanischen Trainingsmethode über Druck, Stick und Knotenhalfter

Mehr zu dem Thema findest du HIER im Artikel „WAS IST GUTES HORSEMANSHIP“

Nur weil wir ein Seil in der Hand halten und es fröhlich schwingen, sind wir nach Definition Nummer 1 noch lange keine Horsemen. Es geht um Gefühl, Timing und Balance im Einklang mit dem Pferd. Das ist die Form des Horsemanship, die mir näher liegt – als das reine Training, das Vorwärts, Seitwärts oder Rückwärts schicken des Pferdes mit Kraft und dem Schwingen eines Seils.

Meist wird darunter aber auch Bodenarbeit verstanden und die Kommunikation mit dem Pferd. Also Training basierend auf Körpersprache. Ziel der Arbeit ist das harmonische Miteinander zwischen Pferd und Mensch. Dabei muss der Mensch im Grunde lernen die Signale der Pferde zu lesen und erkennen, um zu verstehen, was sie brauchen.

Horsemanship hat also eine weitere Bedeutung, im Sinne von Führtraining und Bodenarbeit-Basics. Dafür brauchst du eigentlich nur ein Knotenhalfter, ein Rope und ein bisschen Wissen über die Gedankenwelt der Pferde.

  • Dabei sollte die Qualität deines Zubehörs stimmen. Ein gutes Knotenhalfter ist nicht zu dick und nicht zu dünn, es ist nicht weich und nachgiebig, aber anschmiegsam und bequem für das Pferd.
  • Du musst es richtig Knoten, damit du weder die empfindlichen Gesichtsnerven, noch den empfindlichen Nasenrücken damit tangierst.

BA-LROP-PS370 Sanftes Lead Rope Brockamp

Das erkläre ich dir zum Beispiel HIER in einem ausführlichen Artikel – inklusive Erklärvideo

Dann brauchst du ein Arbeitsseil – ein sogenanntes Rope. Ich persönlich mag die LÄnge von knapp 4m am liebsten, weil es einerseits Spielraum gibt und andererseits kein ewig langer Kabelsalat in deinen Händen ist. Im Idealfall haben gute Ropes einen festen Kern, damit sie gut in der Hand liegen, sind nicht rau und nahezu immer haben sie eine Lederklatsche. Die ist mir persönlich etwas zu „hart“ in der Wirkung, deswegen habe ich extra für mich ein Rope mit Puschel statt mit Lederklatsche entwickeln lassen.

Das sanfte Rope bekommst du HIER

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Noch mehr Artikel zum Thema: Ein Cowboy der klassischen Schule von Buck Brannaman bis Ray Hunt erzählt, wie er Horsemanship sieht – einfach HIER klicken und das Interview lesen

Horsemanship-Training – die Grundlagen

Dass die Pferde unsere Sprache nicht lernen können ist klar, zumindest nicht so detailliert, wie wir es für eine feine Kommunikation bräuchten. Also ist es Ziel im Horsemanship den Pferden über Körpersprache und feine Signale verständlich zu vermitteln, was der Mensch eigentlich gerade möchte. Das gilt für die Bodenarbeit und für das Reiten.

Es sollen keinerlei Hilfsmittel genutzt werden, die dem Pferd in irgendeiner Form Druck, Schmerz oder Angst zufügen oder die das Pferd überfordern. Der Horseman oder die Horsewoman sollte die Körpersprache des Pferdes deuten können und dann darauf reagieren.

Druck versus Leckerli beim Horsemanship

Im Horsemanship geht man davon aus, dass Pferde über Rangordnung miteinander in Verbindung stehen und kommunizieren. Wenn also der Mensch mit dem Pferd unterwegs ist, soll er die Rolle des Ranghöheren Mitglieds in der Herde zwischen Pferd und Mensch einnehmen. Geklärt wird der Rang durch die Grundregel des „Wer bewegt Wen“ – in der Pferdeherde bewegen sich Pferde gegenseitig.

Ranghöher ist, wer den anderen wegbewegen kann. Der Mensch soll über negative Verstärkung dem Pferd unangenehm machen, was unerwünscht ist und durch Lob dem Pferd angenehm machen, was erwünscht ist. Das größte Lob aus Sicht des Horsemanship ist die Pause, danach kommen Stimm- oder Streichellob.

Pferde verstehen lernen

  • Wichtig ist dabei auch immer, dass Druck sofort nachlässt und Lob folgt, sobald das Pferd einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.
  • Es geht um Führungskompetenz durch klare Signale und konsequente aber faire und gerechte Hilfen – am Boden und auch beim Reiten.
  • So soll das Pferd lernen sich am Boden und im Sattel in die „Mensch-Pferd-Herde“ einzugliedern und dem Menschen vertrauensvoll zu folgen.
  • Viele Horseman lehnen Leckerli ab.
    Ihre Begründung: Pferde würden sich auch nicht gegenseitig füttern.

Bernd Hackl zum Beispiel – HIER im Interview erklärt er warum er das so sieht

Ich halte das ehrlich gesagt für Quatsch, auch wenn ich sonst die Trainingsideen von Bernd sehr mag und ihn als Trainer schätze – denn Futter ist ein großer Motivator und Pferde verstehen durchaus, wie das Futterlob gemeint ist, wenn es mit dem richtigen Timing gegeben wird.

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HIER erfährst du meine Gedanken dazu in einem ausführlichen Artikel: Umstrittenes Futterlob: Leckerli, ja oder nein?

Pat Parelli und das Natural Horsemanship

Der amerikanische Pferdetrainer hat das Natural Horsemanship durch seine Trainingsmethoden und Parelli Horsemanship in Deutschland bekannt gemacht. Er hat sich sieben aufeinanderfolgende Schritte überlegt, mittels derer man sich die Harmonie und Teamarbeit mit dem Pferd im Round Pen erarbeiten kann.

Seven Games – sieben Spiele

Ein sehr bekannte Methode aus dem Trainingsbereich Natural Horsemanship sind die Seven Games von Pat Parelli. Die sieben Spiele sind verschiedene an die Natur der Pferde angelehnte Trainingsmethoden.

  • Der Vorteil liegt darin, dass es klare Handlungsanweisungen gibt
  • Der Nachteil liegt darin, dass Gymnastizierung und letztlich auch ein Stückweit die Seele beim Training der sieben Spiele verloren gehen

Denn viel zu viele Menschen spielen sie mechanisch durch, schicken ihr Pferd Seitwärts, Vorwärts oder Rückwärts ohne auf den Charakter oder die aktuelle Befindlichkeit des Pferdes Rücksicht zu nehmen. Oft mit zu viel Druck. Nicht böswillig, sondern weil die Seven Games von Parelli suggerieren, dass es alleine reicht sie zu spielen für eine gute Beziehung zum Pferd.

Das ganze Equipment bekommst du direkt hier im Shop – vom Rope in Trainerqualität bis zum sanften Knotenhalfter:

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FAZIT: Das Wichtigste beim Horsemanship

Horsemanship ist für viele eine Trainingsmethode, es ist aber auch für viele Menschen eine Lebenseinstellung. Egal ob es sich um Connected Horsemanship handelt, Natural Horsemanship, Parelli Horsemanship, Quantum Savvy Horsemanship oder eine der viele anderen Bezeichnungen für die Kommunikation mit dem Pferd am Boden und auch im Sattel – das wichtigste am Horsemanship ist das Gefühl, die Ehrlichkeit mit sich selbst und das Wissen darum wie Pferde kommunizieren.

Damit einher geht die Bereitschaft ihnen zuhören zu wollen und mit Respekt, Höflichkeit und Achtsamkeit mit den Pferden umzugehen.

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Autor: Petra Haubner

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

2 Kommentare zu “Horsemanship

  1. Manuel sagt:

    Hallo,
    diese Methode ist wirklich sehr interessant. Es ist wichtig sein Pferd zu verstehen lernen und zu respektieren. Wer den richtigen Umgang mit seinem Pferd lernt, wird so eine sehr harmonische Beziehung aufbauen können.

    LG Manuel

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