Ein Vergleich verschiedener Ideen zum Horsemanship …oder führen etwa doch alle Wege zum Pferd? 

Die einen schwingen das Rope, die anderen streicheln, die dritten geben Leckerli, die vierten finden Leckerli doof, die nächsten „pieksen wie ein Stachelschwein“ und wieder andere treiben das Pferd gerne 10 oder 20 Schritte Rückwärts.

Dann gibt es Menschen, die ständig und immer wieder sieben verschiedene Spiele spielen. Die nächsten setzen auf Druck, Druck und noch mehr Druck. Ab der ersten Minute. Manche widersprechen dem und finden, dass der Druck in mehreren Stufen aufgebaut werden muss. Einig ist man sich, dass nach dem „pressure“ auch der „release“ kommen muss. …wie auch immer „pressure“ und „release“ dann aussehen. Auch da scheiden sich die Geister.

Dann gibt es die, die finden, dass Horsemanship nur eine Frage der richtigen Kommunikation ist. Körpersprache, sonst nichts. Bitte kein Druck oder nur ganz wenig! Es gibt verschiedene Trainer, es gibt verschiedene Namen von Parelli Horsemanship über Connected Horsemanship bis zu Natural Horsemanship.

Horsemanship einfach

Kurz: Es gibt viele Varianten dessen, was wir gerne Horsemanship nennen. 

Aber was ist Horsemanship eigentlich? Ich werde dir ein paar Ansätze zeigen und erklären, welche Gedanken und Haltungen ursprünglich dahinter steckten, damit du dir dann ein eigenes Bild machen kannst für dich und dein Pferd.

Frage: Vielleicht kennst du noch mehr Methoden oder arbeitest schon nach einer der Trainingsideen oder du hast Fragen dazu? Dann schreib mir einfach einen Kommentar! 

Horsemanship: Was ist das eigentlich? 

Frei übersetzen könnte man „Horsemanship“ mit „Pferdemenschen“-Umgang oder auch „Pferdemenschen“-Kunst. Manchmal wird dann noch ein kleines „natural“ davor gesetzt. Also natürliches Pferdemenschen-Training. Oder „connected“, also verbundenes Pferdemenschen-Training. Aha! Möchte man dann sagen. Und jetzt? Was ist denn gutes oder richtiges Horsemanship? Die Bandbreite ist groß. Es gibt Trainer, die mit Druck und Dominanz arbeiten, Trainer die irgendwo dazwischen stehen und Trainer die nur mit Körpersprache und leiser Kommunikation arbeiten wollen. Es gibt aber noch tausende weitere Ansätze. Vermutlich so viele, wie es Trainer gibt. Ich werde versuchen dir die groben Grundsätze dessen im Artikel zu zeigen und zu erklären.

Das wichtigste Merkmal für gutes Horsemanship ist, dass die Trainingsmethode oder der Trainer Kommunikation nicht als Einbahnstrasse begreift, sondern auch den Pferden zugehört wird.

Horsemanship einfach

Nehmen wir zum Beispiel Jean Claude Dysli*. Er ist einer der Urväter des Westernreitens in Europa. Für ihn ist Horsemanship Wissen, Timing und Gefühl. Horsemanship in seinem Sinne bedeutet zu lernen, die Pferde lesen zu können und ihnen zu antworten in einer Sprache, die sie verstehen. Das ist aus meiner Sicht eine der schönsten Definitionen und Ansichten über Horsemanship.

Ein Beispiel der Pferdesprache: Wie erkennst du, dass ein Pferd dir zuhört? Schau auf seine Ohren! Dort wo sie sind, ist in aller Regel auch die Aufmerksamkeit:liberty

Das Rezept wäre dann also: Körpersprache gepaart mit Konsequenz, Konsistenz und klaren Signalen. Dazu kommt Verständnis für die Bedürfnisse der Pferde.

Außerdem müssen wir den Pferden beweisen, dass wir sie vor Gefahren schützen können. Wie beweisen wir das? In dem wir Führungskompetenzen zeigen. Wie zeigen wir sie?

  • Indem wir uns nicht herumschubsen lassen, indem wir nicht heute etwas „bestrafen“, das wir gestern erlaubt haben, indem wir ihre Körpersprache lesen und auf ihre momentanen Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Indem wir fair, freundlich, klar und konsistent bleiben.
  • Es bedeutet auch, dass wir die Pferde nicht vermenschlichen, dass wir auf ihre Mimik achten und eine Form der Kommunikation wählen, die sie verstehen, weil sie auf ihren natürlichen Verhaltensweisen beruhen.

Jean Claude Dysli nannte seine Form des Horsemanship und Pferdetrainings „Balance, Feeling, Timing“*. Basierend auf der altcalifornischen Reitweise und Pferdeausbildung. Damit beweisen wir durch das richtige Timing und die richtige Balance im Training unsere Führungskompetenz. Ein wunderbarer Ansatz.

Seine Tochter, Kenzie Dysli*, verfolgt bei der Bodenarbeit und Freiheitsdressur einen ähnlichen Ansatz. Sie würde ein Pferd zum Beispiel niemals als Strafe 10 Schritte rückwärts schicken, hat sie mir im Interview erzählt – weil das unfair und unlogisch ist und das Pferd entweder verärgert oder verschreckt.

(Reklame)

HIER kannst du dir das Interview mit Kenzie Dysli über Pferde, wie sie denken, fühlen und was sie von uns brauchen in Ruhe durchlesen

Und hier im Video alle Antworten ansehen:

Kenzie trainiert im Grunde auch ein Stückweit nach den Methoden der alten Horsemen. Sie arbeitet viel mit Pferdepsychologie und Körpersprache, wie du im Video auch gesehen hast.

Bernd Hackl ist übrigens ein deutscher Trainer, der auch viel nach den Methoden der alten Horsemen trainiert. In seinen Büchern kannst du mehr dazu nachlesen.

Zum Beispiel hat Bernd HIER über die ersten Schritte mit Pferden geschrieben*. Es ist zwar tendenziell für junge Pferde und deren Ausbildung geschrieben, lässt sich aber super auch auf die Basisarbeit mit älteren Pferden anwenden, die Horsemanship noch nicht kennen.

HIER und HIER haben wir ihn auf der Pferdeflüsterei auch schon interviewt. Spannend! Auch was er über Gebissloses Reiten und das Bosal denkt.

Pferdeflüsterei.de befragt Bernd Hackl

Andrea und Markus Eschbach haben auch eine Form des Horsemanship entwickelt, die auf Vertrauen statt auf Dominanz setzt. Sie haben all ihr Wissen und ihre Erfahrung zusammengeworfen, dazu verschiedene Trainingsmethoden ins Körbchen gepackt, die sanft und bestimmt sind und daraus ihre Form des Horsemanship entwickelt. Mehr hat mir Andrea Eschbach dazu am Rande eines Kurses im Interview erzählt. Das kannst du HIER im Artikel „VERTRAUEN STATT DOMINANZ“ auf der Pferdeflüsterei nachlesen.

Andrea Eschbach und Alfonso Aguilar

Die andere Seite: Horsemanship

Auf der anderen Seite des Pendels stehen die Trainer im Horsemanship, die davon ausgehen, dass wir die Pferde dominieren müssen. Diese Trainer schicken zum Beispiel das Pferd erst einmal mit viel Druck 10 oder 20 Schritte rückwärts. Die Kommunikation startet mit Druck und deutlichen Signalen. So wollen sie Kompetenz beweisen. Führungsqualität, Rangfolgen gleich von Anfang an festlegen und dem Pferd so Sicherheit bieten. Die Sicherheit zu wissen, woran es ist bei seinem Menschen und die Sicherheit zu wissen, dass der Mensch genau weiß, wie er sie bewegen kann.

Die Idee dahinter: Das Pferd wird sich gerne anschließen, weil es ab der ersten Sekunde klare Ansagen und einen Fels in der Brandung bekommt. Mir persönlich fehlen – und das meine ich gar nicht so kitschig wie es klingt – die Liebe, die Idee der kleinen Schritte und das Wohlwollen bei diesem Ansatz. Es ist natürlich auch Typenfrage. Welchen Charakter hat das Pferd, welchen der Mensch. Wie funktioniert das Team miteinander. Der Ansatz muss nicht schlecht sein. Ich persönlich mag lieber Lob und den freundlichen Einstieg in die Kommunikation.

Aus meiner Sicht kommt mir das erste „Hallo“ dadurch zu unfreundlich und unhöflich vor. Ich hätte auch Bedenken, dass das Pferd die Flucht nach innen antritt, wenn es keine Mitspracherechte hat und keine Wahl. Je nach Pferd, kann die erste Reaktion dann auch „Fight or Flight“ sein. Also Flucht oder Angriff. Lob, Zuwendung, die Augen des Pferdes sehen und nachfragen, wie es sich damit fühlt ist mir persönlich genauso wichtig, wie der Respekt und der höfliche Umgang des Pferdes mit mir.

Bei Monty Roberts (HIER kannst du mehr über seine Methode erfahren* beispielsweise und auch bei einigen seiner Instruktoren habe ich immer wieder sehr großen Druck ab der ersten Sekunde beobachtet. Das ist eine Form des Horsemanship, die aus meiner Sicht Führungskompetenz eher mit Dominanz und Unterdrückung gleichsetzt. Das Ergebnis sind vermutlich auch Pferde, die aufgeben und für die Dauer des Trainings ihre Persönlichkeit abschalten. Das Buch an sich ist ganz passabel geschrieben, aber die Umsetzung in der Praxis hat mir gar nicht gefallen.

Woher kommt die Idee des Horsemanship?

In einem Wort: Herdenverhalten. Ganz vereinfacht gesagt. Pferdemenschen haben beobachtet, wie die Pferde untereinander agieren und darauf ihre Trainingsmethoden aufgebaut.

Carey - Quarterhorse

Nehmen wir den Join Up a la Monty Roberts als Beispiel: Das Pferd wird geschickt und bewegt, damit der Mensch dadurch Führungskompetenz beweist. Diese Trainingsmethode baut also, genau wie die anderen Formen des Horsemanship, auf der Idee auf, dass in der Pferdeherde derjenige das Sagen hat der die anderen Pferde bewegen kann. Sie vernachlässigt jedoch die Tatsache, dass Pferde sich gegenseitig in der Herde nur soviel bewegen wie nötig, um sich Respekt zu verschaffen. Kein Pferd wird ein anderes aus dem Nichts heraus einmal quer über die Weide jagen und beißen, ohne dass das andere ihm vorher etwas getan hat.

Die Instruktoren und auch Monty selbst habe ich bei der Arbeit gesehen. Sie schicken sofort los. Gerne als Einstieg mehrere Schritte Rückwärts, ziemlich zackig. Fast noch vor dem „Hallo“. Natürlich schicken auch Pferde sich in der Herde einen Schritt rückwärts. Aber tatsächlich erst dann, wenn das andere Pferd frech oder unverschämt war und immer nur mit soviel Energie wie nötig.

Eine echte Partnerschaft mit dem Pferd durch Horsemanship

Eine echte Partnerschaft lässt sich aus meiner Sicht nicht auf Unterdrückung und Dominanz aufbauen. Pferde sind sehr sozial. Sie wollen sich aufgrund ihrer Sozialstrukturen in der Herde grundsätzlich gerne anschließen. Dann wenn wir Menschen es schaffen, ihnen Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. Das ist etwas, was du aus gutem Horsemanship lernen kannst. Pferde und ihre Körpersprache zu verstehen und am Boden Vertrauen aufzubauen, auf das du dann auch im Sattel setzen kannst. Zum Beispiel durch das Friendly Game von Pat Parelli.

Horsemanship einfach

Horsemanship einfach

Horsemanship einfach

Darauf baut einer meiner Lieblingstrainer auf. Alfonso Aguilar. Der amerikanische Pferdetrainer Alfonso Aguilar ist im Umgang mit Pferden klar und bestimmt – aber auch freundlich.

Alfonso Aguilar Horsemanship einfach

Alfonso berücksichtigt, genau wie Pat Parelli, dass Pferde in der Herde in verschiedenen Druckstufen miteinander kommunizieren und wählt immer erst einen sehr sanften Einstieg, lobt viel, arbeitet mit der Körpersprache und aufgrund seiner fachlichen Kenntnisse als gelernter Tierarzt auch mit der Anatomie und Verhaltenspsychologie der Pferde.

Rope

HIER im Artikel „PFERDETRAINING A LA ALFONSO AGUILAR: WIE KANN ICH MEIN PFERD MOTIVIEREN?“ habe ich ihn interviewt und HIER im Artikel „RELAX! ALFONSO AGUILAR ZEIGT WIE KOMMUNIKATION RICHTIG FUNKTIONIERT“ findest du einen Kursbericht von einem Bodenarbeitskurs bei Alfonso Aguilar.

Alfonso Aguilar Horsemanship einfach

Alfonso Aguilar Horsemanship einfach

Die Druckstufen in der Pferdeherde

Viele Trainer im Horsemanship arbeiten mit Druckstufen. Auch Alfonso.

Zum Beispiel bei Alfonso Aguilar:

  • Stufe 1 ist Energie
  • Stufe 2 ist ein leises Tippen
  • Stufe 3 ist ein festeres Tippen
  • Stufe 4 ist ein klares leichtes Pieksen
  • Stufe 5 ist ein deutliches festes Pieksen

Ein inneres Bild dafür: Erst schickst du Energie, dann berührst du das Fell, dann die Haut, dann das Fleisch, dann die Knochen.

Letzeres habe ich noch nie gebraucht, weil die Pferde aufgrund ihres Harmonie-Wunsches in aller Regel schon vorher anerkennen, dass du weißt, was du tust. Das entspricht aus meiner Sicht dem natürlichen Herdenverhalten ein Stück weit. Dürfte also eine Sprache sein, die die Pferde verstehen. Dazu gehört übrigens nicht nur Druck. Das wird gerne so gesehen. Dazu gehören auch Respekt, Höflichkeit, Zuhören und Sozialpflege. Positive Verstärkung, Lob, Fellpflege, Qualitätszeit, Körpersprache und Achtsamkeit. Auch das zeigen Pferde untereinander. Wenn du das vernachlässigst und dazu immer gleich mit Stufe 3, 4 oder 5 einsteigst – bist du unfair und nicht lesbar für das Pferd. Aus seiner Sicht hast du zu früh zu viel gemacht und bist außerdem nicht besonders sympathisch.

Ein Beispiel: Kein Pferd wird in der Herde sofort steigen oder beißen. Wenn sich ein Pferd dem anderen ungefragt annähert, wird es immer erst einmal leicht die Ohren anlegen, dann mit dem Kopf anzeigen, dass es Abstand will, dann vielleicht treten oder beißen, dann erst steigen. Es wird damit sofort aufhören, wenn das andere Pferd einen Schritt beiseite macht. Es passt den Druck also an und fordert nicht mehr als nötig, um die Situation aufzulösen.
HIER* kannst du in seinen Büchern mehr über seine Trainingsmethoden erfahren. Sie sind meine persönlichen Bibeln.

Und hier Nummer 2*

Connected Horsemanship

Mit dieser Form der Kommunikation und Körpersprache arbeitet auch das „connected Horsemanship“, das die zwei Pferdetrainer Shane und Meredith Ransley aus Australien mit ihrer Methode „Quantum Savvy“ lehren. Dazu kommt aber, dass die beiden viel Wert auf die innere Haltung des Menschen legen. Sie arbeiten mehr mit den Menschen als mit den Pferden.

Diese Form des Horsemanship beschäftigt sich mit den Ideen und Wünschen des Pferdes. Es sollte nicht darum gehen, wie wir die Pferde haben wollen, sondern darum wie wir sein müssen, damit die Pferde gerne mit uns zusammen sind.

 

Horsemanship einfach

HIER habe ich auf der Pferdeflüsterei schon einmal eine deutsche Trainerin interviewt – da erfährst du mehr über die Methode

Beim Connected Horsemanship werden die Pferde mit einbezogen und immer wieder gefragt, ob sie mitarbeiten wollen. Gleichzeitig gelten aber die Regeln der Höflichkeit und des Respekts für beide Seiten.

Ein Beispiel: Annähern auf der Koppel heißt in dieser Form des Horsemanship, dass der Mensch immer wartet, bis das Pferd dem Menschen mindestens sein Ohr zuwendet. Dann geht der Mensch seitlich auf das Pferd zu. Aber nur solange das Pferde-Ohr dem Menschen weiterhin signalisiert, dass er das auch darf. Dann begrüßt der Mensch das Pferd, indem er ihm die Hand hinhält. Das Pferd darf schnuppern und wird dann erst einmal kurz gestreichelt. Sobald das Pferd sich dem Menschen zuwendet, darf er es aufhalftern. Wenn das Pferd bei einem dieser Schritte Unwillen zeigt oder sich abwendet, muss der Mensch sich erneut annähern.

Horsemanship einfach

Horsemanship einfach

Es ist eine Form des Horsemanship, die auf Kommunikation und Verbindung setzt. Horsemanship bedeutet in diesem Fall die Pferde zu lesen, sie zu verstehen und so zu handeln, dass sie auch den Menschen verstehen können. Viel mehr als eine Trainingsmethode ist „Connected Horsemanship“ also eine innere Einstellung.

Knotenhalfter

Die verschiedenen Trainingsschritte basieren wie auch die meisten anderen Trainingsmethoden des Horsemanship auf dem natürlichen Verhalten der Pferde in der Herde. Von Pat Parelli über Alfonso Aguilar oder Shane und Meredith Ransley bis zu den Pferdeflüsterern, wie Buck Brannaman, Tom Dorrance oder Ray Hunt. Nur haben sie alle unterschiedliche Interpretationen und Trainingsmethoden daraus entwickelt. Je nach Pferd und Mensch mag die eine Trainingsmethode besser sein oder die andere.

Auf den Punkt gebracht: Es gibt eine große Bandbreite im Horsemanship. Von den Formen, die predigen, dass wir am Rope ziehen, die unbedingten Gehorsam verlangen oder mit Druck ab der ersten Sekunde arbeiten. Bis zu den Formen, die lehren mit den Pferden langsam, geduldig und ruhig zu arbeiten. Die klare Linien haben, aber den Pferden auch zuhören und kleine Schritte gehen. Je nach Pferd und Mensch mag das eine oder das andere besser funktionieren.

Ich persönlich bin ein Freund der leisen sanften Töne und kleinen Schritte. Aber auch der klaren Signale und des gegenseitigen Respekts. Achtsamkeit gilt für beide Seiten. Du kannst sie dir auch einfordern, wenn das Pferd unhöflich oder unachtsam wird. Im Gegenzug werde ich auch nicht unhöflich, bleibe achtsam und höre meinem Pferd zu, wenn es mir sagen will, dass es meinen Tonfall nicht mag oder meine Bitte unmöglich findet.

Horsemanship einfach

Horsemanship einfach

Aber eines gilt für jede Form des Horsemanship und der Pferdearbeit: Am Ende ist immer der Mensch der Grund dafür, ob eine Trainingsmethode sanft oder brutal und ob sie richtig oder falsch ist. Jedes Seil, jede Gerte und jedes Knotenhalfter kann ein Hilfsmittel oder eine Qual sein – je nachdem, wie es der Mensch am anderen Ende anwendet.

Welche Ausrüstung brauche ich für Horsemanship?

Kommen wir zum Schluss noch zu der Ausrüstung. Es gibt natürlich auch eine große Masse dessen, was dir angeboten wird, wenn du nach Horsemanship-Ausrüstung suchst. Es liegt ein bisschen auch an dir und dem was du machen willst, was du wirklich brauchst. Ein großer Teil dessen, was üblicherweise zum Horsemanship gezählt wird, ist die Bodenarbeit. Der Rest ist innere Einstellung. Du brauchst also vor allem viel Selbstreflexion und eine gute Körpersprache. Die kannst du dir nach und nach erarbeiten, indem du auf die Reaktionen deines Pferdes schaust.

Horsemanship einfach

Ein gutes Buch für die ersten Schritte Bodenarbeit ist das „Übungsbuch Bodenarbeit“ von Susanne Kreuer mit den ersten Schritten am Boden. HIER findest du auf der Pferdeflüsterei eine ausführliche Rezension und Beschreibung und einen Link, um es zu bestellen, wenn es dir gefällt. 

Also Annäherung, erste Kommunikation, das „Schicken“ (bewegen) am Seil, Wendungen (das Bewegen der Hinterhand und Vorhand), Führtrainings in allen Gangarten usw.

Meine persönliche „Horsemanship“-Ausrüstungsliste: 

  • Eine leichte Gerte* (HIER findest du die Gerte, die ich benutze*), um deinem Pferd ganz präzise sagen zu können, welchen Körperteil du ansprechen willst
  • Ein paar gesunde Leckerli, um das Pferd für gute Leistungen besonders zu loben und zu motivieren (aber Achtung: Leckerlibelohnung bedarf eines guten Timings und du musst deinem Pferd vorher die Leckerli-Höfichkeit beibringen. Klar gesagt: wenn es drängelt oder schubst, bekommt es nichts. Wenn es ruhig abwartet, gibt es was – auch das muss trainiert werden) – Gesunde Leckerli sind zum Beispiel Karottenstückchen oder getrocknete Hagebutten oder Leinpress-Pellets.
  • Ein hochwertiges Knotenhalfter (Es sollte aus einem festen Strick sein, der aber nicht hart, sondern weich und beweglich ist, damit es nicht zu scharf wirkt – außerdem sollten die Stricke nicht zu dünn sein, weil das Seil umso schärfer wirkt, umso dünner die Stricke sind. Zu dicke Stricke sind aber auch nicht gut, weil du dann keine feinen Signale senden kannst.) – die Knotenhalfter von Brockamp sind sehr gut.
    Du kannst sie zum Beispiel HIER bei uns im Shop bekommen
  • Ein gutes Rope (am besten ein 4 Meter Rope mit ein bisschen Gewicht im Seil, damit du deinem Pferd auch Signale übermitteln kannst und ihr auch Raum habt und an unterschiedlichen Übungen zu arbeiten. So ein Rope liegt gut in der Hand, sollte aus meiner Sicht fest sein, aber aus weicher Qualität. Ich mag zum Beispiel Ropes aus Baumwolle, nicht aus Kunstfaser. Gerne mit einem kleinen Kern für das Gewicht.
    Auch das bekommst du HIER bei uns im Shop

Der wichtigste Ausrüstungs“gegenstand“ beim Horsemanship:

Jetzt verrate ich dir noch den allerwichtigsten Ausrüstungsgegenstand.Da musst du besonders viel Wert auf Qualität, Know How und Hochwertigkeit legen. Alles andere ist nebensächlich im Vergleich dazu.

Der wichtigste Ausrüstungs“ Gegenstand“ bist du, deine innere Haltung und deine Körpersprache

Das Schöne daran: Es kostet dich nur Engagement und Zeit. Mehr nicht. Es liegt alleine in dir.

Autor: Petra

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

18 Kommentare zu “Was ist gutes Horsemanship?

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich stehe der Horsemanship-Idee ja nun eher kritisch gegenüber.
    Sinnvoll finde ich es auf Körpersprache zu achten. Hier habe ich manchmal noch so meine Defizite. Obwohl ich es gelernt habe, vergess ich es mittlerweile immer mal wieder und mache es meinem Ponymann und mir schwerer als nötig dadurch. Das ist mit ein Grund, warum ich hier so gerne lese, weil es mich immer wieder daran erinnert diesem Thema mehr Beachtung zu schenken. 🙂
    Was mir nicht gefällt ist die Idee, Druck aufzubauen, wenn das Pferd nicht tut was ich möchte. Einmal mag ich die Idee, dass mein Pferd ein Mitspracherecht hat und möchte es deshalb auch nicht zwingen und außerdem möchte ich nicht, dass mein Pferd Dinge tut, weil es sonst unangenehm wird. Ich möchte gerne, dass mein Pferd freudig und motiviert mitarbeitet, sich traut Fehler zu machen und eigene Ideen entwickelt. Mir sagt, wenn er etwas nicht kann oder nicht möchte und sich freut und stolz ist, wenn es gelingt.
    Natürlich treiben Pferde sich gegenseitig z.B. auch mal von der Heuraufe weg. Aber da ist es dem Pferd ja auch egal wie sich das andere Pferd dabei fühlt. Es geht ihm selber darum ans Heu zu kommen, ob das andere Pferd sich nun nicht so gut fühlt, ist ihm doch in dem Moment egal. Für mein Training mit meinem Pony ist mir das aber nicht egal. Mir geht es nicht um Ressourcen die ich gerne haben möchte, sondern um eine Zusammenarbeit.
    Für mich persönlich ist Pferdetraining in erster Linie Persönlichkeitstraining. Das hast du ja auch geschrieben. Für mich geht es darum mit Selbstvertrauen, ohne Ängste, Kontrollsüchte, Machtausübung in mir Ruhend und dem Pferd vertrauend mit den Pferden umzugehen und dann muss ich in der Regel auch keine Dominanz zeigen. Das ist natürlich Arbeit an mir selber. Ich muss ehrlich zu mir sein und auch unangenehme Dinge bei mir wahrnehmen und daran arbeiten. Da ist es einfacher das Pferd im Kreis zu schicken, aber für mich ist der Weg, der mich auch persönlich weiter bringt der, an mir zu arbeiten. Ich bin hier noch lange nicht am Ziel, falls es ein solches überhaupt gibt und ich falle immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Versuche Situationen unter Kontrolle zu halten, vertraue mir und meinem Vorgehen nicht usw. Aber im Großen und Ganzen mache ich mit meiner Art des Umgangs positive Erfahrungen.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, das kann ich sogar verstehen – vieles, was ich da sehe gefällt mir auch nicht. Dieses Rückwärtsschicken durch das schleudern mit dem Seil zum Beispiel. Was man da sieht, sind Pferde die den Kopf hochreissen. Ich mag den Ausdruck dahinter nicht und finde es nicht nachvollziehbar auf diese Weise etwas zu verlangen. Überhaupt das krasse schlackern und Wedeln mit dem Seil oder eben die Formen von Horsemanship die auf Druck setzen. Ich loebe viel, ich versuche zuzuhören und sie zu verstehen und respektvoll und achtsam zu sein. Was mir daran gefällt ist das Herdenverhalten zu kennen und zu überlegen, ob darin eine Kommunikationsform liegen kann, die die Pferde verstehen. Genau wie die Idee ein sicherer Ort zu sein, weil auch die Leitstute sich durch Ruhe, innere Stärke und Verantwortugsbewusstsein auszeichnet. Vertrauen schaffen durch Klarheit. Aber eben freundlich und respektvoll. Ich glaube, darauf kann ich mich einlassen 🙂 Mit all den Nuancen und Zwischentönen, die gerne vergessen werden vor lauter Technik und Kontrollsucht. Am wichtigsten ist wirklich, wie du schreibst, an sich selbst zu arbeiten, um gelassen und klar zu sein. Ich versuche auch nicht dominant zu sein. Bestimmt: ja. Dominant: nein. Das ist mir zu ausschließlich und unterdrückend. So bin ich im echten Leben nicht und will es auch nicht mit meinem Pferd sein. Sie soll ihren Willen und ihren Ausdruck bewahren können. Ich mag aber auch sehr, wie du mit deinem Ponymann umgehst – ihr habt so einen schönen Weg miteinander gefunden. Ich freue mich auch immer wieder sehr über deine Kommentare. Sie regen mich immer wieder dazu an nachzudenken. Danke dafür!!! Und alles liebe und bis bald, Petra

  2. Ilona Ackermann sagt:

    Jeder hat so seinen eigenen Stil und seine eigenen Methode.
    Doch die beste ist für mich zu fühlen wie sie. Sie sprichwörtlich mit den Herzen sehen und sie so zu behandeln wie man selbst als Pferd behandelt werden möchte.
    Achtung, Respekt ,Vertrauen und Verständnis brauchen und verdienen Sie genau wie wir.
    Und unsere Pferde folgen mir ohne irgendwelche Trainings Methoden, einfach nur weil ich zu ihrer Familie gehöre.

    • Petra sagt:

      Liebe Ilona, so sollte es wirklich sein – ich danke für deinen wunderbaren Kommentar – alles Liebe an dich und deine Pferde, Petra

  3. Katrin sagt:

    Liebe Petra,
    danke für die gute Übersicht über die verschiedenen Methoden. Einen aus meiner Sicht sehr guten Horseman hättest du gern noch erwähnen dürfen, finde ich ;-). Und das ist Mark Rashid. Seine Idee des „passive leadership“, des „sanften Führens“, finde ich wirklich toll und dürfte deinen Vorlieben auch nahe kommen. Denn es geht darum, jemand zu sein, der durch Fairness, Freundlichkeit, Klarheit und Ruhe führt und dem sich die Pferde deshalb gern anschließen – und nicht, weil sie Angst haben und sich unterlegen fühlen.
    Ich versuche das umzusetzen, finde es aber oft schwer, meine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Ich sehe es auch so wie du und Miriam: Die Arbeit mit dem Pferd heißt in erster Linie, an sich selbst zu arbeiten und negative Emotionen raus zu halten. Das ist für mich noch ein langer Weg. Aber die tollen Artikel in deinem Blog zeigen mir immer wieder, dass es der Weg ist, den ich unbedingt gehen möchte.

    • Petra sagt:

      Liebe Katrin, du hast so recht! Mark Rashid! Natürlich 🙂 Ich liebe seine Bücher und habe ihn auch schon mal bei einem Kurs erlebt – er ist toll und verkörpert mit seinen Texten und Ideen genau das, was ich spannend finde. Ich habe ihn auch oft im Hinterkopf und denke mir immer wieder, dass es ein langer Weg ist, aber jede kleine Schritt macht Spaß 🙂 Liebe Grüße an dich, Petra

  4. Melanie sagt:

    Liebe Petra,

    das ist ein toller Artikel 🙂 ich stehe mit meinen Eselchen noch am Anfang des Horsemanship und gerade dann wird man ja von so vielen Eindrücken überrollt. Den richtigen Weg suchen wir noch und dein Artikel ist sehr hilfreich dabei. Deine Zeilen machen Lust darauf, sich weiter zu informieren und Neues kennen zu lernen. Klar ist für mich aber, dass es nicht der Weg des ständigen Drucks werden wird. Meine Esel sind sehr sensibel und wenn zu viel Druck auf sie einwirkt, möchten sie nicht mehr mitarbeiten. Das nehmen sie mir dann auch übel. Begeistert bin ich von Bernd Hackl und seinen Methoden. Als Zuschauer war ich mal auf einem Kurs dabei. Er arbeitet nicht nach Schema F, sondern geht auf jedes Tier und seine Persönlichkeit ein. Zwar setzt er auch hier und da Druck ein, lässt diesen aber auch sofort wieder los oder passt ihn an. Da macht sogar das Zusehen Spaß!

    Eselige Grüße aus Südhessen,
    Melanie und ihre Langohren

    • Petra sagt:

      Liebe Melanie, da geht es dir wie mir. Ich mag Lob und Lachen und Leckerli – eine Trainingsmethode, die nur auf Druck basiert wäre nichts für mich und ich glaube letztlich, dass die Tiere das auch nicht mögen. Bernd mag ich sehr gerne und auch seine Art zu arbeiten. Ich habe ihn auch schon mal für die Pferdeflüsterei auf seinem damaligen Hof besucht und interviewt und teile zwar nicht alle seine Ansichten, aber die meisten schon 🙂 Aber darum geht es ja letztlich: Jeder muss einen eigenen Weg finden, zusammen mit dem Tier. Ich werde mir deine Seite gleich mal ansehen und schicke Dir und deinen Eselchen liebe Grüße, Petra

    • Melanie Prunzel sagt:

      Ich denke, wenn sich jeder aus dem großen Angebot der unterschiedlichen Methoden die ein oder andere Übung heraus greift, bekommt man eine passende Mischung für sich und seinen Vierbeiner. 🙂
      Liebe Grüße, Melanie

    • Petra sagt:

      Das sehe ich auch so, liebe Melanie. Sozusagen der eigene Werkzeugkasten 🙂 Liebe Grüße, Petra

  5. Thomas Uplegger sagt:

    Liebe Petra,
    das ist der bislang beste Artikel, den ich auf eurer Seite gelesen habe. Kann mich hier nur dem anschließen was alles gesagt wurde. Bin hier auch ein eher harmoniebedürftiger Mensch und daheraus auch bestrebt das mit meinem Partner, Pferd oder Mensch spielt dabei keine Rolle, zu erreichen. Hier muss man seinen eigenen ganz persönlichen Weg finden.

    Zum Thema Druck – hier ist zu überlegen, was man unter Druck verstehen möchte. Das Wort ansich ist sehr oft schon negativ vorbelegt. Wenn man jemanden anschaut, in seiner Nähe steht oder gar nur anwesend ist, kann das auch schon als Druck empfunden werden. Je nach persönlicher Erfahrung ist hier die Bandbreite der Empfindung ziemlich breit gefächert. Motivation – darf ich das mal als positiven Druck bezeichnen – als Mittel zum Ausdruck zu bringen was ich mit einem Partner zusammen tun möchte, ist hier nicht abzulehnen. Es fällt mir schwer das Wort „Druck“ hier richtig einzuordnen. Lehnt man Druck im Sinne dieser Beschreibung ab, dann ist man komplett handlungsunfähig.

    • Petra sagt:

      Lieber Thomas, danke – das freut mich. Der Artikel ist relativ aktuell, insofern spiegelt er meinen Wissensstand der Dinge wider. Ich persönlich meide das Wort „Druck“ im positiven Sinne, weil es oft missverstanden wird. Von den Menschen, die jede Form von Druck als schlimm empfinden – und wie du schreibst – kann ja auch Druck schon sein, den Körper in Richtung Pferd zu lehnen – oder die Energie, die ein Mensch hat, wenn er den Platz betritt. Oder das Wort wird missverstanden von Menschen, die Druck mit Gerte und körperlichen Signalen gleichsetzen. Diese möchte ich nicht ermuntern, denn aus Druck sollte nie Gewalt werden. Die ja auch in 1000 Facetten existiert. Es ist grundsätzlich schwer das Wort Druck richtig zu definieren. Den für jeden bedeutet es etwas anderes und auch für jedes Pferd. Meine Stute zum Beispiel kann sehr fein sein, da ist manchmal schon zuviel Druck, wenn ich zweimal schnalze statt einmal oder eine Gerte in der Hand habe die schwerer ist als die Gerte des Vortages. DAnn reagiert sie ganz anders. Allein das Gewicht der Gerte (und damit meine ich nicht. dass ich sie damit berühre, sondern sie nur nutze, um in eine Richtung zu zeigen, als 1 Meter Abstand habe) kann den Druck verändern. Du siehst, auch bei mir spielt „Druck“ eine Rolle. Nur mag ich ihn nicht, wenn er zu stark oder zu körperlich wird. Liebe Grüße, Petra

  6. Thomas Uplegger sagt:

    Hallo Petra,
    das sind wir gleicher Ansicht. Druck sollte spätestens dann aufhören, wenn mit Motivation nichts mehr zu erreichen ist. Gewalt ist niemals eine Option.
    Nochmals Danke für die tollen Beiträge. Viele liebe Grüße Thomas

    • Petra sagt:

      Hallo Thomas, danke für deine Kommentare – ich freue mich über jeden einzelnen. Ich denke, dass es wichtig ist, sich Gedanken um „Druck“ und „Gegendruck“ zu machen. Ich für meinen Teil, bin jemand, der es schon als viel empfindet, wenn ich sehr wenig Druck mache. Gleichzeitig muss ich auch an mir arbeiten, nicht „immer ein bisschen“ zu machen. Da hat jeder seine Baustellen. Zuviel Druck ist etwas, das mir eher nicht passiert, weil ich lieber Lobe als zu kritisieren und lieber positiv mitfreue anstatt zu meckern. Egal ob im Job oder beimm Pferd. Kurz: Meine Definition von „Druck“ ist sehr sanft und eher eine Leitlinie, ein Rahmen. Denn ich denke, dass es immer auch mit wenig Druck geht. Vielleicht auch gar keiner. Da bin ich selbst noch auf der Suche nach den richtigen Antworten. Das Leben ist eben einfach eine Reise 😉 Liebe Grüße, Petra

  7. Ralf Modes sagt:

    Hallo, mein Name ist Ralf und bei uns nennt man mich auch der Pferdeflüsterer ich arbeite nicht nach Methoden weil Pferde einfach viel zu verschieden sind. Ich denk eigentlich gar nicht groß nach, sondern lass mir einfach von dem Pferd Zeigen wo seine Probleme sind und arbeite daran. Aber es ist eigentlich nie das was die meisten bei dem Pferd sehen sondern das was das Pferd versucht zu verbergen. Zum Beispiel sind extrem Aggressive Pferde oft eigentlich nur unsicher oder haben angst oder wollen andere oder sich selbst nur schützen oder mehreres zusammen. Ich Könnt einen riesigen Roman schreiben und befürchte ich immer noch nicht alles über Pferde gesagt. Ich freu mich über jeden der dafür Interesse zeigt aber es sind immer Zuwenig.

    • Petra sagt:

      Hallo Ralf, wie schön! Noch ein Pferdeflüsterer 🙂 Ich denke, dass es wichtig ist viele verschiedene Methoden und Trainingsansätze und Gedanken zu kennen, um dann in der jeweiligen Situation in den Werkzeugkasten zu greifen und dem Pferd das bestmögliche anzubieten. Deine Erweiterung finde ich super. Du hast Recht, Aggression kommt oft auch durch Angst oder Unsicherheit zustande oder schlechte Erfahrungen. So oder so, sollte man dem Pferd dann zuhören. Ganz liebe Grüße und danke für die „Kurzgeschichte“ – „Romane“ sind aber auch immer herzlich willkommen, Petra

  8. Petra Harink sagt:

    Hallo Petra! Mir gefällt Dein Artikel sehr gut. Ich bin erst am Anfang von natural Horsemanship und habe eher mit älteren Pferden zu tun. Der Begriff Dominanz wird aus meiner Sicht oft falsch gebraucht oder auch falsch verstanden. Beispiel: wenn mein Pferd vor etwas Angst hatte, das hatte er selten, hat er sich sehr an mir orientiert. Erhat geschaut wie ich stehe, er ist mit mir zum furchterregenden Gegenstand gegangen, er hat den Gegenstand angeschnaubt und immer wieder zu mir geschaut, er ist nie weggesprungen.Wenn ich ihn mit meiner Hand gestreichlt, und dann meine Hand auf den furchterregenden Gegenstand gelegt habe, hat er seine Nase auf meine Hand gelegt, immer wieder mit einem kurzen Seitenblick auf mich und meine Körperhaltung. Naja, so standen wir dann eine ganze Weile. Würde er mich nicht als dominant akzeptieren, und würde er mir nicht vertrauen wäre oben beschriebenes nicht passiert. Dominaz und Vertrauen gehören zusammmen. Es sind keine Gegensätze. Ein Pferd orienteirt sich nur an mir wenn ich als vertrauenswürdiger und dominanter Partner akzeptiert werde. Dominanz heisst nicht Druck und schon gar nicht Unterdrückung. Mir gefällt der Weg der klaren Signale, kleinen Schritte, mit viel Lob und Pausen und dem Blick darauf: verstehe ich das Pferd und versteht das Pferd mich, am besten.

    • Petra sagt:

      Liebe Petra, der Weg den du beschreibst, gefällt mir auch. Ich persönlich mag das Wort Dominanz nicht so gerne, weil es oft missbraucht wird und so viel negativen Interpretationsspielraum hat. Ich mag Wörter wie Respekt, Vertrauen, Leitlinien oder Höflichkeit lieber, weil mehr positives mitschwingt. Aber am Ende meinen wir das Gleiche damit. Eine vertrauenserweckende starke Person an der Seite des Pferdes zu sein. SO deute ich deinen Kommentar zumindest 🙂 Ganz liebe Grüße auf jeden Fall und bis bald, Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *