Artikel aktualisiert am 20.02.2017

QS steht für Quantum Savvy. “Quantum, what??!?” fragst du dich vielleicht. Das ist eine Natural Horsemanship Methode aus Australien. Die Methode ist eine Mischung aus Bodenarbeit, Liberty und Arbeit vom Sattel, wobei viel Wert auf gute Kommunikation und ein gutes Verständnis für das Pferd gelegt wird. Die Begründer nennen sie auch connected Horsemanship. Dieses Training kann alles zwischen dir und deinem Pferd verändern.

Das Ziel von QS: Respekt, Liebe, Timing und Körpersprache trainieren! Das sind aus Sicht von Meredith und Shane Ransley die Hilfsmittel um die Pferde besser zu verstehen!

QS als Video – So ticken die beiden Pferdetrainer, die Quantum Savvy erfunden haben:

Gefunden habe ich die Methode über Verena Debnar, die auf ihrer Webseite über Natural Horsemanship über die Spezial-Methode schreibt. Sie selbst hat mit ihrer Stute nach QS gearbeitet. Die Bindung sei stärker geworden, die Stute ruhiger und gelassener und die Zusammenarbeit viel vertrauensvoller und harmonischer.

2005 war Verena für ein Jahr in Australien. Da man in Australien via „Work & Travel“ sehr leicht Arbeit gegen Kost und Logis tauschen kann, ist Verena als Working Student zu den beiden Erfindern der Quantum Savvy Methode gekommen. Eigentlich für zwei Wochen, aber geblieben ist sie fast fünf Monate. Dort hat sie die Methode gelernt und trägt sie jetzt nach Deutschland, weil sie überzeugt davon ist.

So sieht QS dann in der Praxis aus

Es steckt viel in der Methode, das auch andere Pferdetrainer wie Sandra Schneider* oder Bernd Hackl* oder auch Mark Rashid* lehren: Die ruhige und klare Haltung dem Pferd gegenüber.

  • Außerdem die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd, die als Dialog geführt wird und nicht als Monolog
  • Verschiedene Übungen und Spiele, die das Team Pferd-Mensch immer feiner und besser werden lassen.

QS haben zwei australische Pferdetrainer entwickelt. Die Methode kann über Kurse gelernt werden, über Lehr-DVDs und jeder Teilnehmer kann über das Internet und Online-Foren Fragen stellen, wenn er Fragezeichen im Kopf hat. Die Trainer analysieren auch Videos auf Wunsch.

Das alles kostet natürlich etwas und natürlich ist ein Trainer vor Ort sicher besser, als die reine Videoanalyse. Aber nicht überall gibt es gute Trainer und nicht jeder kann sich wöchentliche Trainerstunden leisten.

Interview über Quantum Savvy mit Verena von „Natural Horsemanship Deutschland“

Pferdeflüsterei: „Quantum Savvy“ – Ist das eine Form der Freiheitsdressur oder wie würdest du die Methode in wenigen Sätzen zusammengefasst beschreiben?

Verena und RondaVerena: Bei Quantum Savvy (oder kurz QS) geht es darum, wie wir effektiv mit Pferden kommunizieren können – und beide dabei Spaß haben! Dazu ist es wichtig, dass ich mein Pferd besser kennenlerne und herausfinde, wie es „tickt“. Wie kommunizieren Pferde untereinander? Wie verhalten sie sich instinktiv? Was „bewegt“ sie – im wahrsten Sinne des Wortes? Wichtige Fragen, die uns ein ganzes Stück weiterbringen, wenn wir unsere vierbeinigen Freunde besser verstehen wollen.

QS vermittelt in genauen Schritten und Anleitungen alle dazu nötigen Grundlagen. Die Basis wird in der Bodenarbeit gelegt, später übertragen wir die Arbeit in den Sattel. Die Freiheits-Dressur, wir nennen es Liberty, ist dabei einer der Bestandteile der Bodenarbeit.

Das QS Programm ist damit an erster Stelle ein „Menschen-Training“, damit wir selber lernen, unsere Pferde besser zu verstehen und uns besser mitzuteilen. Das kann man in verschiedenen Disziplinen anwenden, egal ob man aus dem Dressur-Bereich kommt, dem Springen, Westernreiten… Das Tolle bei der QS Methode ist, dass man sie durch die Online-Module und das Online-Coaching auch in Eigenregie erlernen kann, egal, ob man jetzt in Australien ist oder in Deutschland.

Pferdeflüsterei: Wobei ein Trainer, der daneben steht, wahrscheinlich schon noch etwas besser ist. Aber ich kann mir vorstellen, dass das eine Spitzenunterstützung für das Training darstellt, selbst mit Online-Kurs. Wie unterscheidet sich denn „Quantum Savvy“ von anderen Methoden, wie „Pat Parelli*“ oder klassischer Arbeit an der Longe zum Beispiel?

Verena: Da ich kein Experte in den anderen Methoden bin, tue ich mir schwer die Unterschiede zu beschreiben. Ich kann allerdings sagen, was für mich das Besondere an QS ist und was mir auf meinem Weg weitergeholfen hat:

Zum einen die Struktur des Basis-Programms mit seinen genauen Anleitungen in den einzelnen Lektionen. Dann der Fokus auf „Hilfe zur Selbsthilfe“, dass ich also gelernt habe, wie ich bei Problemen Lösungen finde. Weitergeholfen hat mir auch der enge Kontakt mit Gleichgesinnten, sowohl praktisch bei Playdays und Seminaren, als auch online im QS Forum.

Es war für mich sehr wichtig, dass ich mich mit anderen austauschen konnte, nach ihren Ideen fragen konnte, wenn ich ein wenig ratlos war und nicht so recht weiterwusste. Ein Instructor oder selbst Shane und Meredith waren dabei immer schnell mir einer Antwort oder inspirierenden Gegenfrage bei der Hand.

Pferdeflüsterei: Damit hat man ja dann doch so eine Art Ansprechpartner oder Trainer für Fragen. Aber wie sehen die Übungen aus? Kannst du da ein paar praktische Beispiele nennen, damit ich mir das vorstellen kann…

Verena: Es gibt Übungen am Boden, wo beispielsweise das Pferd mit „beängstigenden“ Gegenständen wie Regenschirmen, Plastiktüten, Rasseln etc bekannt gemacht wird. Oder wir sagen unserem Pferd in der Bodenarbeit durch Berührung, dass es eine Vorderhandwendung ausführen soll. Oder wir kommunizieren durch unsere Körpersprache und Körperenergie, damit es eine Hinterhandwendung ausführt, ohne Berührung.

Oder Seitwärtsgänge vom Sattel aus… Sprich, alles Übungen, die man auch anderen Disziplinen kennt – nur die Art der Kommunikation unterscheidet sich.

Pferdeflüsterei: In der Pferdewelt gibt es viele Gurus. Nicht immer sind das die besten Pferdetrainer, manchmal sind sie einfach nur prominent und haben deswegen Erfolg. Du hast die Methode an Deiner eigenen Stute getestet und mit ihr trainiert – wie hat sich Euer Verhältnis durch die Übungen verändert?

Verena: Es hat sich nicht nur unser Verhältnis verändert, auch ich habe mich verändert. Ich habe durch Ronda viele Dinge gelernt: Besser zuhören. Beobachten. Offener sein. Und ich habe ein immer tieferes Verständnis dafür entwickelt, was gegenseitiger Respekt tatsächlich bedeutet. Je mehr ich mich selber verändert habe, mehr auf Ronda eingegangen bin, umso vertrauensvoller wurde unser Verhältnis. Und mein Pferd, das sehr zurückgezogen und in seiner eigenen Welt war, sich nicht einmal mit anderen Pferden richtig wohlfühlte, wurde immer interessiert, wacher, lebendiger.

Genau das ist es, was mich so an dieser Arbeit fasziniert: Diese Veränderungen erleben, in Mensch und Pferd! Und das Spannende dabei: wenn wir uns darauf einlassen, werden sich uns auf diesem Weg immer neue und überraschende Perspektiven eröffnen.

Pferdeflüsterei: Wie lief das Training zwischen euch beiden ab?

Verena: Ich bin mit Ronda der Struktur und den einzelnen Lektionen des QS Basis-Programms gefolgt. Zunächst haben wir unsere Kommunikation in der Bodenarbeit aufeinander abgestimmt, später dann im Sattel.

Der Aufbau des Programms mit den Übungskarten und den Aufgabenkarten hat mir dabei unendliche Dienste erwiesen. Und natürlich auch ganz besonders mein Online-Coaching, bei dem ich Ronda und mich bei den einzelnen Übungen gefilmt habe und dann das Feedback von meinem Coach dazu bekam.

Petra von der Pferdeflüsterei: War es schwierig, die Methoden-Übungen via Online in der Praxis umzusetzen?

Verena: Die genauen Anleitungen im Booklet und den Videos der einzelnen Lektionen haben die Übungen sehr klar erläutert. Als ich die Übungen mit meinem Pferd ausprobiert habe, hatte ich trotzdem oft sehr schnell viele Fragezeichen im Gesicht.

Dann hieß es nochmal genauer nachlesen bzw. mir die Videos ansehen, was meist schon zur Lösung des Problems führte. Sehr hilfreich war auch das Forum, wo ich immer sehr schnell Antworten und hilfreiche Ideen bekommen habe. Oder aber ich habe einfach die Aufgabe mit Ronda gefilmt und meinem Coach geschickt, der mir dann sehr schnell Feedback dazu gegeben hat.

Pferdeflüsterei: Mir geht es vor allem und hauptsächlich um Pferdefreundliche Methoden. Ich glaube aber auch, dass man nicht jede Methode eins zu eins auf jedes Pferd übertragen sollte – bietet Quantum Savvy Möglichkeiten individuell auf das Pferd einzugehen?

Verena: Deine Frage trifft genau den Punkt, der mir sehr sehr wichtig ist. Jeder ist anders, jedes Pferd unterscheidet sich vom anderen. Nach meinem Verständnis geht es genau darum: zuzuhören, offen zu sein, den anderen verstehen wollen und immer weiter lernen.

  • Was braucht mein Pferd?
  • Wie kann ich mich selber besser ausdrücken, damit es mich versteht?

Und weil jede Pferde-Mensch Kombination einzigartig ist, werden die Antworten auf diese Fragen auch oft sehr unterschiedlich ausfallen.

Pferdeflüsterei: Ich glaube, dass die Zusammenarbeit mit dem Pferd ohne Druck funktioniert, wenn man den Pferden vermitteln kann, dass sie Vertrauen haben können und das Zusammensein auch Spaß macht – geht das Natural Horsemanship von Quantum Savvy in die gleiche Richtung?

Verena: Ganz genau. Es geht darum gemeinsam Dinge zu tun, die beiden Freude machen! Ich selber mag auch nicht mit Leuten zusammen sein, die ständig Druck auf mich ausüben. Sondern ich möchte Leute um mich haben, die Spaß machen, die mich verstehen wollen und die mich inspirieren. Und bei Pferden ist es meiner Erfahrung nach nicht anders.

Petra von der Pferdeflüsterei: Wie sieht denn gute Pferd-Mensch-Kommunikation aus Deiner Sicht aus?

Verena: Gute Kommunikation zwischen Mensch und Pferd baut auf Respekt, Verständnis, Offenheit und immer weiter lernen wollen. Wenn ich als Mensch diese Attribute mitbringe und meinem Pferd dadurch zeige, dass ich ein guter Leader, eine gute Führungspersönlichkeit bin, dann wird es mir vertrauensvoll folgen wollen.

Petra von der Pferdeflüsterei: Gibt es Grundregeln, die die Macher von Quantum Savvy lehren, in der Pferd-Mensch-Kommunikation?

Verena: Das Herzstück von QS bilden die 3 Grundprinzipien: Pferde sollten immer Wahlmöglichkeiten haben. Pferde wollen sich gut fühlen. Und sie lernen durch ein progressives Programm. Deswegen liegt der Fokus auf dem sogenannten „Release“:

Die Einstellung, dass ich in dem Augenblick, wenn das Pferd mir die „richtige Antwort gibt“, sofort meinen Impuls, meine Aufforderung stoppe. Dadurch wird die Kommunikation immer leichter und feiner. Absolut faszinierend!

Petra von der Pferdeflüsterei: Es geht darum Miteinander zu arbeiten – es geht auch darum ohne Zwänge, Ausbinder und Co auszukommen. So fasse ich das alles zusammen. Was halten die Macher von Gebissen? Das ist ja schon so eine Frage, die oft Pro und Contra auslöst…

Verena: Diese Frage kann ich mit einem Paradox beantworten: Wer ein Gebiss braucht, um sein Pferd zu kontrollieren, der sollte keins in die Hand bekommen! Ein Gebiss darf nicht als grobes Machtinstrument verwendet werden, das dem Pferd Schmerzen verursacht, um es „gefügig“ zu machen. Das funktioniert zwar zunächst – leider! – doch wie lange und um welchen Preis?

Ein Gebiss ist zur Verfeinerung gedacht und soll uns in der Kommunikation unterstützen. Erst, wenn man es nicht mehr „braucht“ – etwa zum Anhalten – sollte man es einsetzen. Oder aber man merkt, dass man es tatsächlich gar nicht mehr benötigt.

Mir ist es wichtig, dass die Leute nachdenken, WARUM sie die Dinge tun, die sie tun. Und diese auch hinterfragen: „Macht das Sinn“ ein Gebiss ins Maul zu legen oder einen Sperrriemen darum herum zu binden? Wieso eigentlich? Was ist der Hintergrund? Brauche ich das und will ich das? Erst dann sind wir offen für Neues und machen Raum für positive Veränderung.

Pferdeflüsterei: Was ist Deine Sicht zu der immer wieder gestellten Dominanz-Frage? Ich persönlich glaube, dass es nicht um Dominanz geht, sondern um Klarheit und Konsequenz. Wie geht Quantum Savvy damit um?

Verena: Meiner Meinung nach geht es weniger um Dominanz, denn in meinem Verständnis hat Dominanz den Fokus darauf, Druck auszuüben. Bei Quantum Savvy geht es vielmehr um Leadership. Darum, ein gutes Leittier für das Pferd zu sein. Wege zu finden, dass es unseren Anfragen und Vorschlägen gerne folgt. Es geht darum, Angebote zu machen und diese so attraktiv zu gestalten, dass unsere Pferde quasi nicht Nein sagen wollen.

Pferdeflüsterei: Last, but not least: Reden wir mal über das Unangenehme – diese Methoden zu erlernen, braucht Zeit, Trainings und Kurse, ist es teuer?

Verena: Es gibt viele verschiedene Formate und für jeden Geldbeutel ist was dabei. Es gibt auch viele kostenlose Möglichkeiten QS kennenzulernen, wie etwa das Booklet der Lektion Eins, das ich übersetzt habe. Oder das kostenlose Release Focus Training-Buch, dass es als Download gibt.

Oder die Schnuppermitgliedschaft, mit der man das gesamte Quantum Savvy Angebot inklusive dem Online Coaching für 30 Tage kostenlos ausprobieren kann. Es gibt Online-Module. Außerdem gibt es noch Seminare, teilweise direkt mit Shane und Meredith als Instructor.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview und die Einblicke in die Methode!

INFO: Wer jetzt gerne noch mehr Infos hätte, der kann auf der Webseite von Verena „Natural Horsemanship Deutschland“ surfen. Zum Beispiel darüber, warum aus Sicht der QS-Gründerin Meredith die Pferde der Spiegel unserer Seele sind. (Hier geht’s lang: „Natural Horsemanship Deutschland“ )

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4 Kommentare zu “Quantum Savvy! Eine bessere Verbindung mit australischem Horsemanship

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    von dieser Trainingsmethode habe ich noch nie gehört. Danke für das Vorstellen. :)

    In letzter Zeit begegnet mir eine Sache immer wieder, über die ich nachdenken muss. Das Konzept sich nur das beste aus einer Methode rauszunehmen.
    Prinzipiell finde ich es wichtig auf das eigene Pferd zu achten und zu schauen was dieses gut findet. Ebenso muss ich selber schauen womit ich mich wohlfühle.
    Ich glaube aber auch, dass man verschiedene Trainingsmethoden, wenn sie auf unterschiedlichen Grundsätzen beruhen nicht miteinander mischen sollte vielleicht auch nicht kann.
    Okay ich bin grad sehr abstrakt, ich glaube ich versuch es mal an Beispielen.
    Ich selber habe für mein Pony und mich den Weg der positiven Bestärkung gewählt. Diesen Weg habe ich gewählt, nachdem ich mich sehr intensiv damit und den Alternativen (Horsemanship z.B.) beschäftigt habe. Das ist für mich der Grundpfeiler in meinem Umgang mit meinem Pony (wobei ich mittlerweile insgesamt auf dieses Konzept setze). Mit diesem Grundpfeiler habe ich aber ganz klar eine Entscheidung getroffen, nämlich die, nicht mit negativer Verstärkung zu arbeiten (so gut das eben geht, man kommt ja immer mal wieder in die Situation, dass man etwas Druck anwendet). Für mich sind diese zwei Konzepte nicht mischbar, denn wenn ich mit positiver Verstärkung arbeite, dann vergifte ich mir meine Übungen, wenn ich doch mit negativer Verstärkung komme und genau das versuche ich zu vermeiden. Damit fallen für mich als grundsätzliche Trainingsmethoden alle Methoden weg, die nach dem Prinzip der negativen Verstärkung arbeiten.
    Ich sehe oft wie Menschen zwischen diesen beiden Dingen hin und herspringen. Mit dem Resultat allerings meiner Ansicht nach, dass beides eben nicht funktioniert und das Pferd völlig verwirrt ist bzw. die Motivation verliert.
    Gleichzeitig finde ich aber auch, dass man überall etwas lernen kann. So habe ich z.B. aus meiner Zeit mit Horsemanshiptrainingsmethoden gelernt wie wichtig die Körpersprache ist. Hier wird beim Clickertraining meiner Ansicht nach viel zu wenig darauf geachtet. Nur setze ich meine Körpersprache nicht mehr ein um Druck zu machen, aber durchaus zur Kommunikation.
    Für mich der wichtigste Punkt ist, dass ich auf mein Pony achte. Dank des Clickertrainings besitzt er eine ganze Menge Selbstbewusstsein und weiß genau was ihm passt und was nicht. Er ist mit eigenen Ideen ausgestattet und traut sich diese in unser Zusammensein einzubringen. Ich befürchte aus diesem Grund wäre er sowieso nicht mehr geeignet ohne ihn wirklich zu brechen auf einen anderen Weg zu gehen.
    Ich bin durchaus dafür von verschiedenen Methoden zu lernen und werde mich jetzt auch noch etwas näher mit dem Quantum Savy beschäftigen, aber ich glaube in manchen Dingen sollte ich mich grundsätzlich entscheiden und auch bei Schwierigkeiten dabei bleiben damit ich auch für mein Pferd klar bin. Denn wenn ich überall rumhüpfe, dann habe ich keine klare Linie die mein Pferd einschätzen kann.
    Das war jetzt alles gar nicht so auf dich direkt bezogen sondern eher allgemeiner.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Hi Miriam, erst einmal entschuldige bitte die lange Antwortzeit, ich lese immer gleich und begeistert, komme manchmal aber nicht gleich dazu zu antworten. Wenn, dann will ich auch die Ruhe und Zeit haben, weil Du Dir ja auch so viel Zeit für Deinen spannenden Kommentar genommen hast. Ich hab die Methode sehr gerne vorgestellt – ich kannte sie auch nicht, bis ich zufällig darauf gestossen bin. Verena hat selbst mit der Methode den perfekten Zugang zu ihrer Stute gefunden, die wohl vorher mit keiner Methode so richtig zu begeistern war. Die beiden sind wohl durch die Aufgaben zu einem harmonischen Team geworden. Ich weiß was Du meinst mit der Kritik am "Werkzeugkasten" und ich denke auch, dass es schwierig ist, zwei sehr unterschiedliche Methoden zu vermischen – wenn die eine mit Druck arbeitet und die andere komplett ohne. Wie soll das Pferd das dann verstehen? Das scheint mir auch absolut unlogisch und dann fehlt die berühmte Klarheit und Konsequenz für das Pferdchen. Aber ich mag die Idee nicht sklavisch einem Namen oder einer Methode zu folgen, sondern alles zu hinterfragen, verschiedenes Kennenzulernen und dann je nach Pferd und Charakter aus dem Werkzeugkasten das passende für jede Situation herauszusuchen. Genau wie Du schreibst, man muss vermutlich eine klare Linie finden und bei der dann bleiben. Welchen "Trick" man sich dann aus den dazu passenden Methoden schnappt, kann man je nach Situation entscheiden. Ich glaube, dass ich so vorgehen würde. Aber da spreche ich jetzt wirklich aus der Theorie. Ich finde vor allem sehr schön bei Dir zu lesen, wie gut Du und Dein Pony sich verstehen und wie sehr Du auf sein Glück und sein Wohlbefinden achtest. Das ist es doch worauf es ankommt und ich bin schon so gespannt, wie ich dann mit meiner Kleinen trainieren werde. Ich freue mich über jede Geschichte von Deinem Pony, die ich hier lese. Ich will deswegen so viele Methoden wie möglich kennenlernen, damit ich dann schon eine kleine Trickkiste habe, wenn sie da ist. Alles Liebe und bis bald, Petra

  2. Verena sagt:

    Liebe Miriam,

    danke für deinen wichtigen Impuls.
    Genau deine Frage habe ich mir auch immer wieder gestellt. Macht es Sinn, sich nur "das Beste" aus einer Methode herauszuholen – und dann weiter zu fischen, in neuen Teichen, neuen Ansätzen? Oder bringe ich dann mich und mein Pferd komplett durcheinander, werde unglaubwürdig und un-verständlich für mein Pferd?
    Jede Pferd – Mensch Kombination ist einzigartig – und meine Erfahrung ist, dass ich deshalb auch nicht starr irgendwelche Regeln oder Methoden in meiner Kommunikation mit Pferden anwenden kann. Die Antwort, die bei einem Pferd stimmt, mag für ein anderes Pferd in einer vergleichbaren Situation komplett anders ausfallen.
    Für mich persönlich geht es darum, mein Pferd immer besser zu „lesen“ und zu verstehen. Und mich ihm selber immer besser mitteilen zu können.
    Dabei lasse ich mich von meinem Gefühl leiten, was im jeweiligen Moment das richtige Mittel dafür ist.
    Dieses innere Gefühl kommt für mich vor jeder Methode – wird aber paradoxerweise durch methodisches Vorgehen trainiert und immer feiner abgestimmt. Sprich: Durch Versuch und Irrtum mache ich meine Erfahrungen und finde (mehr oder weniger schnell) heraus, was wirkt.
    Und warum nicht die Erfahrungen anderer nutzen, die auf einem ähnlichen Weg sind wie ich? Persönlich habe ich in der Philosophie von Quantum Savvy einen Ansatz gefunden, der meinen Fortschritt sehr stark beschleunigt hat.
    Für mich macht es – wie so oft im Leben – die Balance: Einerseits meinem Pferd eine kontinuierliche Basis zu bieten, indem ich bei einer Sprache bleibe, die es versteht. Und gleichzeitig offen zu sein für neue Impulse und Ideen von außen. Genau deshalb finde ich es so unheimlich wertvoll, dass Petra auf ihrer Seite unterschiedliche Ansätze vorstellt, damit jeder das passende System für sich und sein Pferd entdecken kann.

  3. Sarah sagt:

    Liebe Petra, ich habe vor ca. 10 Jahren das letzte mal auf (m)einem Pferd gesessen. Seit ein paar Wochen denke ich wieder darüber nach mit dem reiten anzufangen.. ich kann auch nicht wirklich sagen warum ich aufgehört habe, vielleicht Studium..Kinder. Aber vor ein paar Tagen habe ich deinen Blog entdeckt und ich bin einfach total begeistert! ich kann gar nicht aufhören zu lesen..habe tausend tabs geöffnet und eines ist mir klar: ich muss wieder anfangen mit dem reiten..oder sagen wir mit der Beziehung zum Pferd! Danke❤ liebe Grüße, Sarah

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