Monty Roberts

Monty Roberts ist umstritten. Er hat eine große Fangemeinde und Menschen, die nach seinen Methoden arbeiten. Zum Beispiel das sogenannte Join Up, das er groß promoted.

Join Up meint sich mit dem Pferd zusammenzuschließen durch das Wegtreiben und anschließende „Einladen“. Eine Methode, die auch andere Trainer nutzen und die es schon vor Monty Roberts gegeben haben soll. Er soll diese Methode allerdings bekannt gemacht haben durch seine Marketingstrategien.

Unser eigenes Bild von Monty Roberts’ Show

Ich selbst wollte mir ein eigenes Bild machen. Da es auch viele Kritiker gibt, die Monty Roberts vorwerfen, dass er die Pferde in seinen Vorführungen brechen würde zugunsten der Eintrittsgelder und der Show. Wir waren also bei einer Show von Monty Roberts und ich werde alleine bei dem Gedanken daran wieder wütend.

Mein Eindruck war, dass sich eine riesige Masse von Menschen versammelt hat, um einen Mann dabei zu beobachten, wie er Pferde im Kreis treibt. Der parallel die Masse mit Witz und Humor belustigt. Mein Eindruck war, dass da Pferde geängstigt wurden, die ohnehin schon vor Panik zum Teil nicht geradeaus sehen können.

Die Pferde wurden Monty als Problempferde von ihren Besitzern gebracht. Dann sah ich Pferde die in eine Halle gebracht wurden voller Menschen, die mehr als gespannt auf dieses Problemtier warteten. Pferde sind so sensibel für Stimmungen. Die Show dürfte also ein großer Stress für diese Tiere gewesen sein, denn die Spannung im Zelt war förmlich zu greifen.

Monty hat die Pferde dann erst einmal so lange im Kreis getrieben und immer wieder getrieben, bis sie nicht mehr konnten. So kam es mir zumindest vor. Normalerweise „fragt“ ein Pferd an, ob es sich dem Menschen anschließen darf. Das passiert oft recht schnell, weil Pferde sich gerne anschließen. Vor allem in einer ruhigen und vertrauensvollen Atmosphäre. Die war aus unserer Sicht gar nicht gegeben.

Ich persönlich hatte mehrfach den Wunsch einfach aufzustehen und zu gehen, so wütend bin ich beim Anblick dieser verängstigt scheinenden Pferde geworden. Am schlimmsten fand ich persönlich den Anblick eines Jungpferdes, das scheinbar im Hauruck-Verfahren zugeritten werden sollte. Dieses Pferd hatte laut Monty Roberts noch nie Kontakt mit einem Reiter.

Es wurde erstmal getrieben, bis es vollkommen müde war, mit schweißnassem Fell und Schaum im Mund. Dann wurden dem (nach unserem Eindruck) panischen Tier ein Sattel und eine Puppe aufgeschnallt. Allein das dauerte ewig, weil das Pferd solche Angst zu haben schien, dass es niemanden an sich ranlassen wollte. Das Spiel wurde so lange getrieben (immer wieder ergänzt von lustigen Kommentaren von Monty Roberts), bis das Pferd zitternd einen kleinen Reiter für 2 Sekunden auf seinem Rücken duldete.

Was hat dieses Pferd gelernt???

Da frage ich mich persönlich: Was hat dieses Pferd gelernt?

Vertrauen? Geduld? Liebe? Respekt?

Ich denke: Nein! Das war für mich der Moment an dem ich spätestens am liebsten in die Halle gerannt wäre und laut gerufen hätte: Was zur Hölle macht ihr denn da?

Und ich bereue bis heute, dass ich nicht den Mumm hatte es wirklich zu tun. Ich für mich persönlich kann nur sagen, dass ich nie wieder in meinem Leben zu Monty Roberts gehen würde. Ich kann mit dieser auf Druck basierenden Methode nichts anfangen. Es ist vielleicht nicht unbedingt körperlicher Druck in Form von Schlägen, aber seelischer. Und das ist mindestens genauso schlimm. So habe ich diese Show wahrgenommen.

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25 Kommentare zu “Monty Roberts

  1. Pferdefreunde sagt:

    Liebe Petra,

    ich durfte im Frühjahr Monty Roberts und seine Instructors ebenfalls persönlich kennenlernen. Ich war allerdings nicht bei der Show direkt, sondern bei der Auswahl der Pferde für die Show. Dabei hatte ich die Chance, mich mit dem "Pferdeflüsterer" und einem seiner Instructors auch länger zu unterhalten.

    Die Arbeit mit den Pferden, dieses "Join-Up", fand ich fürchterlich und ich wäre am liebsten rausgegangen. Ich hatte einen richtigen Kloß im Hals. Die Pferdebesitzer, die ihre Tiere zur Verfügung gestellt haben, fanden es aber überhaupt nicht schlimm…

    Als ich mich dann aber mit Monty Roberts und anschließend mit seinem Instructor unterhalten habe, konnte ich aber absolut nachvollziehen, warum die Pferde sich ihnen "anschließen". Beide haben eine wahnsinnige Ruhe ausgestrahlt und ich, die auch immer sehr aufgeregt ist, hab mich sicher und aufgehoben gefühlt.

    Ich bin am Ende mit einem ganz zwigespaltenen Gefühl nach Hause gefahren. Während ich das WIE und WAS furchtbar fand, konnte ich doch irgendwie verstehen, warum ein Pferd sich dem "Pferdeflüsterer" anschließt.

    Und eine andere Sache lässt mich auch grübeln: Mit einer Pferdebesitzerin, deren Pferd vor der Show nur voll sediert und mit Hilfe vieler Leute auf den Hänger ging, hab ich auch nach der Show noch Kontakt gehabt. Ihr Pferd ging nach der Show problemlos auf den Hänger und bis heute ist das Problem (auch bei ihr) nicht mehr wiedergekehrt.

    Ich würde mein Pferd auch niemals so trainieren und arbeiten wollen und mein Eindruck war ganz ähnlich wie deiner. Aber ein paar Punkte stimmen mich halt trotzdem immer wieder nachdenklich…

    • Petra sagt:

      Liebe Karo,

      das ist interessant. Weil ich auch einen Instructor kennengelernt habe vor wenigen Tagen, der nicht so rabiat war wie Monty Roberts aus meinem Eindruck. Aber trotzdem war es für mich Arbeit mit viel Druck und wenig Gefühl. Es war fast mechanisch, wie jedes Pferd auf die gleiche Art sofort rückwärts gerichtet und dann getrieben wurde, bis es kam. Auch dieser Trainer war in sich sehr gelassen und natürlich wissen Pferde das zu schätzen. Aber gleichzeitig frage ich mich ernsthaft ob die Pferde nun Vertrauensvoll folgen, nach so einem "Monty-Join Up" oder ob sie "aufgeben" damit der Druck endet. Das kommt mir eher Chancenlos als vertrauensfördernd vor. Ich glaube schon, dass das "wer bewegt wen" im Alltag eine Rolle spielt und spielen sollte, weil das nun einmal eine Kommunikationsform der Pferde ist. Aber weder der Druck noch die Energie haben mir gefallen. Ich würde mein Pferd keinem Monty-Instructor in die Hände geben und das sagt mir schon alles. Aber das kann man sicherlich unterschiedlich sehen. Auf jeden Fall freue ich mich über deinen Kommentar und darüber, dass wir gemeinsam nachdenken über dieses Thema. Liebe Grüße und bis bald, Petra

  2. Vivi sagt:

    Ein Pferd für Winky ist ein absolut süßer Film, nicht nur für Kinder, schau ihn dir unbedingt an, wenn dir langweilig ist :)
    Die Fortsetzung kenn ich allerdings nicht.
    Phar Lap – Legende einer Nation ist auch noch ein schöner Rennpferd-Film, wenn man über das Rennpferde-Business der 20er und 30er Jahre hinwegsehen kann.
    Der rote Blitz hat in deiner Wunderpferde-Reihe noch gefehlt ;)

    • Petra sagt:

      Hallo Vivi, stimmt – der rote Blitz – da klingelt was bei mir. Aber da muss ich nochmal nachsehen . Könnte auch der Name meiner Stute sein ;-) Phar Lab habe ich schon von gehört, aber selbst noch nicht gesehen. Vermutlich wird es mir da ähnlich wie auch bei den anderen Rennfilmen gehen – der Umgang im Profisport ist nicht mal im Film immer leicht zu ertragen, vermutlich weil man weiß, wie schlimm es im realen Leben oft zugeht. Wenn mir mal wieder langweilig ist, werde ich mich dann also zuerst an Winky wagen ;-) Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Fritz Röttger sagt:

    Diegroße show eines MR finde ich auch nicht so toll, aber ich bin als Biologe und Verhaltens"forscher" von einigen Sachen sehr beeindruckt und halte sie für durchaus richtig.
    Es ist einfach wichtig im Umgang mit den Pferden, dass ich meinem Pferd zeigen muss, dass ich das Leittier bin, dann fühlt es sich sicher und wird mir folgen. Ich habe einen Norweger geerbt, der sich nicht mal das Halfter anlegen ließ. eine kleine MR-Einheit (5min auf der Weide) und er
    akzeptierte mich als Leittier bis heute. Das war vor 6 Jahren. Durch meine Körpersprache kann ich meinen Pferden mit ganz minimalen Gesten mitteilen, folge mir einfach, du brauchst keine Angst zu haben, ich pass auf dich auf… Ich muss als Mensch die Verantwortung für mein Tier übernehmen.
    Ich hätte eine lange Geschichte zu erzählen – hier nicht, nur das Echo meiner Mitreiter: "Das sind ja brave Pferde"
    MR ist eben nicht ein einziges event sondern die tägliche Kommunikation und Beobachtung der Pferde, erkennen von Stimmungen, Gefahren, Angst, Schmerzen, Übermut, Frechsein …alles ist täglich neu :)

    • Petra sagt:

      Hallo lieber Fritz, ich schwanke ja immer ein bisschen. Aber glaube letztlich auch, dass die Pferde SIcherheit von uns brauchen. Allerdings war das, was ich von Monty Roberts Trainer und ihm selbst gesehen habe bislang ziemlich alternativlos für die Pferde und zum Teil auch Stress und nicht besonders schön. Die Show war grauenvoll und ehrlich gesagt macht es den Trainer für mich nicht sympathischer, egal ob er zuhause anders arbeitet. Ich glaube an Führungsqualitäten und nicht an Leittierdenken. Das ist zwar ähnlich, macht ber für mich einen UNterschied. Das gelingt mir in der richtigen Balance auch nicht immer perfekt – aber ich gebe mir zumindest Mühe jeden Tag so fein und sanft wie möglich zu sein. Ich respektiere mein Pferd und will in erster Linie, dass es ihm gut geht – wie du sicherlich auch. Monty ging es – so wie ich es wahr genommen habe – in der Show und in seinen Videos um Kontrolle und den eigenen Ehrgeiz. Das Join up ist im Round Pen auch nicht besonders sanft. Du siehst – ich bin nicht so begeistert. Aber das macht nichts – letztlich kommt es ja auch imemr darauf an, wie der einzelne Trainingsideen für sich interpretiert und umsetzt :-) Viele liebe Grüße, Petra

  4. Milli sagt:

    Hallo liebe Petra,
    ich war ebenfalls auf einer Show von ihm und kann deine Gedanken verstehen…
    Allerdings würde ich dir gerne meine Sichtweise erzählen:
    Wenn Pferde ihre Rangordnung in der Herde klären, dann passiert das meist nicht sehr nett… es wird getreten (10 mal stärker als von Menschen) und gebissen… in der Wildnis treibt die Leitstute freche Junghengste oft kilometerweit weg um sie zu erziehen… Werden Pferde aus der Herde ausgeschlossen geht es um Leben und Tod, da ein Pferd alleine verloren ist. Erst wenn das Pferd die Zeichen gibt, auf die auch Monty wartet, darf es zurück kommen und schließt sich dann an…
    Wenn beim Join Up das Pferd davon geschickt wird, dauert das nicht immer so lange bis es nass geschwitzt ist. Ist das Pferd weniger dominant und schließt sich schneller an, dauert es oft auch nur 5 Minuten. Ist das Pferd dominanter entscheidet es sich selbst dafür lieber länger zu laufen statt den Chefsessel abzugeben. Pferde sind zäh und nicht aus Zucker und schaffen diese Anstrengung locker. Lieber einmal etwas mehr anstrengen und Stress und dafür ein leben lang eine Partnerschaft… ich mache Join Up regelmäßig mit meinen Pferden wenn sie mal richtig respektlos wurden und sie lieben es… Sie haben dabei keinerlei Angst und kommen dann so gerne zu mir… Wir reden kurz und die Sache ist geklärt. Ohne Gewalt ohne Berühren. Seit dem vertraut mir das Pferd und geht sogar alleine ausreiten was vorher nie ging. Ich beobachte Montys Methoden und seine Biografie seit 12 Jahren und konnte noch nichts schlechtes daran finden. Auch bei der Live Show war er die Ruhe selbst und gab den Pferden die Zeit die sie brauchten… eins dauerte auch tatsächlich etwas länger… dafür hatte es danach seine Angst vor Reitern überwunden. Wir rutschen manchmal darein, Pferde wie zarte Menschen zu behandeln, doch es sind 600 kg die wir unter Kontrolle haben müssen sonst wirds auch mal gefährlich. Und was gibt es besseres als ohne Gewalt und in ihrer Sprache. Wenn du Pferde beobachtest, siehst du ja, sie reden genau so.
    Hoffe das hilft dir weiter in deiner Sichtweise über ihn.
    Liebe Grüße,
    Milli

    • Petra sagt:

      Liebe Millie, danke für deine Gedanken und ich kann dir an manchen Punkten gar nicht widersprechen. Ich weiß wie Herdenkommunikation funktioniert und ich weiß auch, dass Pferde miteinander nicht unbedingt zimperlich sind. Aber in aller Regel sind sie auch fair und nutzen ihre Machtposition nicht aus. DIe haben wir Menschen aber im Roundpen – ziemlich stark. Allein dadurch, dass es keine Ecken hat, gibt es keinen Ausweg und die Energie die wir schicken ist ziemlich schnell ziemlich hoch für das Pferd. Zudem haben wir eine andere Körpersprache und Mimik – wir sind eher Raubtiere durch unsere Augenstellung, unsere Gesichtsmimik und unsere Körperlichkeit – auch das fällt für mich ins Gewicht. Die Pferde haben wenig Ausweg im Roundpen mit uns. Das ist Fakt. Sie sind sehr kooperationswillig – auch das ist Fakt für mich. Und das sollten wir mitbedenken, wenn wir mit ihnen arbeiten. Ich bin nicht komplett gegen den Join Up, aber so wie ich ihn oft sehe und auch bei Monty bei jedem einzelnem Pferd gesehen habe, ist er für mich weder besonders sanft, noch kommunikativ noch fein noch pferdefreundlich durchgeführt worden. Das hat auch nichts mit "vermenschlichen" oder "verzärteln" zu tun, sondern ganz viel mit Empathie und dem Bewusstsein darüber, dass allein unsere Gedanken und Emotionen und unsere Haltung schon eine Energie für Pferde ausstrahlen, deren sich viele Menschen gar nicht so bewusst sind und die auch schon eine Form von Druck sein können. Ich will mein Pferd auch nicht "unter Kontrolle" haben, sondern eine vertrauensvolle Beziehung – die auf gegenseitigem Respekt beruht. So wie ich will, dass mein Pferd mich respektiert, respektiere ich aber auch mein Pferd und sehe deswegen andere Wege, die zu einem Geländesicheren Ausritt führen können als das Join up. Dein Kommentar ist spannend und ich kann deine Gedanken auch nachvollziehen und kann mir vorstellen, dass du einen guten Weg mit deinem Pferd gefunden hast, der zu euch passt – aber meine Meinung über den Stress, den Druck und die Panik, die ich bei dem Event gesehen habe – die Respektlosigkeit diesen Gefühlen der Pferde gegenüber durch Monty für die Show – wird es nicht ändern. Denn ich bin mir all dieser Fakten, Ansätze und Ideen hinter dem Join-Up sehr bewusst, die du geschildert hast. Ich glaube nur, dass es einen Weg zwischen der "Dominanz" und dem "Vermenschlichen" gibt. Ganz liebe Grüße, Petra

  5. Guido Krämer sagt:

    Och möchte gerne wissen, wer den Artikel verfasst hat.

    Wer sind "ich" und "unser eigenes Bild" ?

    Herzliche und ehrlich interessierte Grüße aus Saarbrücken

    • Petra sagt:

      Hallo Guido, "ich" bin ich, die Autorin des Beitrags :-) und mein eigenes Bild ist das persönliche Bild das ich mir nach dieser Vorführung gemacht habe. Das muss ja jeder selbst sehen und wissen, außerdem will ich meine Meinung nicht zum Fakt machen. Deswegen schreibe ich, dass es um das geht, was ich persönlich gedacht und wahrgenomen habe. Viele liebe Grüße, Petra

  6. Katrin sagt:

    Liebe Petra,
    eben bin ich über Deinen Bericht gestolpert und nun bin ich neugierig: Darf ich fragen, wann und wo Du Monty live gesehen hast? Es ist schade, dass Du auf dieser Veranstaltung solch einen negativen Eindruck von seinem Trainingskonzepten gewonnen hast. Wenn ich weiß, von welcher "Show" wir sprechen, kann ich es vermutlich eher nachvollziehen. Viele Grüße! Ich bin gespannt! Katrin

    • Petra sagt:

      Liebe Katrin, klar darfst du fragen. Ich fürchte, dass ich dir das Datum gar nicht mehr so genau sagen kann. Das war in Zweibrücken in einer großen Halle, meine ich und muss im Jahr 2013 oder 2014 gewesen sein. Sorry, aber das ist schon lange her – deswegen kann ich dir das nicht mehr richtig rekonstruieren. Viele liebe Grüße, Petra

    • Katrin sagt:

      Liebe Petra,
      6. April 2014 in Zweibrücken. Ich habe mir schon gedacht, dass es sich um den Sonderfall "Quilan" handelt. Es gab auf Facebook sogar ein offizielles Statement von Monty zu diesem Pferd und dieser Session. Denn dieser Wallach war KEIN gewöhnliches rohes Pferd und unter anderen Umständen hätte Monty ihn niemals für solch eine Vorführung ausgewählt.
      Es ist wirklich schade, dass Du Dich als Journalistin nach der Veranstaltung nicht erstmal an den Veranstalter oder an Montys Management gewandt hast. Und es ist extrem schade, dass Du bis heute offensichtlich keine Gelegenheit hattest, Montys Arbeit wirklich kennen zu lernen und mit ihm über Quilan zu sprechen. Diese Gelegenheit hättest Du nämlich längst erhalten, wenn wir nur von Dir gewusst hätten.
      Manchmal ist es aber auch so, dass Menschen einfach lieber gerne glauben WOLLEN, dass der weltweite Erfolg eines Monty Roberts darauf beruht, dass er schwitzende Pferde im Kreis scheucht und ihnen Angst macht… Dann muss man diesen Menschen ihren Glauben und ihre Feindbilder wohl lassen. ;-) Liebe Grüße! Katrin

    • Petra sagt:

      Liebe Katrin, das kann sehr gut sein. Vom Datum könnte es gut hinkommen. Wobei ich deinen Argumenten trotzdem nicht ganz folgen kann. Erst einmal faktisch: Was ich gesehen habe war ein Pferd in Angst, bei dem das Training immer weiter getrieben wurde anstatt Stopp zu sagen. Von einem Pferdeexperten erwarte ich, dass er das sieht und das Pferd wichtiger ist als die Show oder die Vorführung. Egal ob das Pferd seiner "normalen" Vorauswahl entspricht oder nicht. Dafür ist er ja Experte, dass er die Pferde lesen und darauf reagieren kann.

      Ich habe auch schon Pferdetrainer erlebt die ihre gestellte Aufgabe nicht durchgeführt haben in Kursen und Shows, weil sie gesehen haben, dass das Pferd das Gewünschte gar nicht leisten kann und gerade etwas anderes braucht. Und natürlich kann es sein, dass das Pferd kein gewöhnliches rohes Pferd war, wie du geschrieben hast, aber wieso hat Monty Roberts dann sein Programm durchgezogen und weitergemacht? Wieso hat er nicht abgebrochen oder einen anderen Weg für dieses Pferd gewählt? Und genau das dem Publikum erklärt.

      Mir haben aber auch die anderen Pferde und ihr Training nicht allzugut gefallen, es war mir zu hart und zu sehr auf die Unterhaltung des Publikums ausgelegt – durch die Art des Handlings, aber auch durch die "Synchronisationen" von Monty Roberts, der ja durch flapsige Bemerkungen versucht hat zu erklären, was die Pferde gerade fühlen. Da fehlte mir die Sanftmut, die Liebe und der Respekt dem Pferd und seinem Stolz gegenüber. Aber das ist letztlich Geschmackssache, wenn das Training an sich sanft und wohlwollend verläuft, kann man auch mal Witze machen – wenn man denn unbedingt will. Mein Weg wäre es nicht. Worte haben Macht – auf unser Verhalten, auf unsere Körpersprache und auf unseren Umgang miteinander. Und ich würde mir wünschen, dass Experten und Profis eher ein Gefühl der Achtsamkeit und des Mitgefühls den Tieren gegenüber erzeugen in ihrem Publikum als Witze über die Gefühlswelt der Tiere zu machen.

      Nun aber zu den Worten zwischen deinen Zeilen ;-) Ich WILL NICHT glauben, dass Monty Roberts Erfolg "darauf beruht, dass er schwitzende Pferde im Kreis scheucht und ihnen Angst macht" – das war schlicht und einfach das, was ich an diesem Tag gesehen habe. Ich war ja zu einem Kursbericht dort und bin offen hingegangen. Ich versuche immer offen zu sein, aber selbst wenn ich schon eine Meinung habe, schaue ich mir das, was ich sehe, so neutral wie irgendmöglich an. So ist es schon passiert, dass ich eher kritisch war als ich irgendwohin bin und danach begeistert gegangen bin oder voller Vorfreude Trainer besucht habe und danach enttäuscht war vom Pferdeumgang. Du siehst also, dass ich nicht irgendetwas "GLAUBEN WILL" und finde es auch schwierig mir das zu unterstellen. Ich habe kein Feindbild. Auch das ist eine Unterstellung und nicht besonders wertschätzend oder respektvoll meiner Meinung gegenüber, die ich ja haben darf. Vielmehr bist du nicht neutral und "WILLST GLAUBEN", dass Monty Roberts immer alles richtig macht und unterstellst mir deswegen Emotionen, die ich gar nicht habe – wenn ich deine Argumentationskette nehmen würde. Viele Grüße, Petra

  7. Kati sagt:

    Hey,
    ich habe mir vor einer Woche auch eine Vorführung von Monty Roberts in Fulda angesehen. Mit etwa 10 Jahren habe ich sein erstes Buch gelesen, seitdem war ich fasziniert, ich hätte nie gedacht ihn mal live zu erleben. Dann war da diese Anzeige für die Tour 2018 in Deutschland, und ich dachte noch: ist er nicht schon älter (83J), er macht noch Vorführungen? Ok, also online eingelesen, u. a. über deinen Artikel gestolpert – was war ich da enttäuscht, Vorfreude erstmal dahin. Was soll´s, Traum gegen Meinung der anderen, ich bin hingefahren. Und da war sie wieder, diese Faszination – ich meine, da steht jemand mit 80 Jahren Pferdeerfahrung, mit absoluter Präsenz und Ausstrahlung, dieser angenehmen Stimme und einem Blick drauf, erzählt und erklärt und witzelt – bin so froh dass ich dabei war! Und er sieht klischeemäßig echt so aus wie auf den Fotos. Es wurde deutlich, dass er bis heute dazu lernt und an seinem System arbeitet. Die Pferde sind ihm wichtig und ein großer Teil seines Lebens. Er weiß aber was er nicht mehr kann und arbeitet mit Reitern und Co-Trainern zusammen. Die Pferde haben sich unterschiedlich verhalten, sahen aber nicht verängstigt oder stark gestresst aus, die Join Ups wurden auf ein Minimum beschränkt, eine Steigerung von Druck in Intensitätsstufen angepasst an das jeweilige Pferdeverhalten war immer zu beobachten – bei einem Pferd wurde dann auch mal am Halfter geruckt. Kein Scheuchen den ganzen Abend, nur Vorwärts. Das Anfragen des Pferdes vom Ohren drehen über Kopf senken und Kauen war gut sichtbar, dennoch hat er extra darauf hingewiesen und dann das Pferd zu sich eingeladen. Gesamt 5 Pferde, je 1 zu: Demonstration eines Join Ups, Jungpferd mit erstem Reiter, buckelndes Pferd mit Puppe und anschließend Reiter, Pferd mit Panik vor Plastik (das stand dann zu Beginn gegen das Halfter vorm Plastik und konnte sich nicht rühren, Rest cool und schnell beruhigt), Verladeprobleme (letzteres steht im Stall vor Ort). Insgesamt eine Begegnung die ich nicht missen möchte. Blöd war einzig die Bestuhlung im Innenraum zwecks Sichtverhältnissen, und Zuschauer die sich nicht an Vorgaben halten oder denen andere Zuschauer scheinbar egal sind und sich entsprechend verhalten…
    Das war meine Erfahrung  ich könnte auch einen ausführlichen Bericht schreiben, aber das wird dann doch zu viel. Wenn Fragen kommen, dann gerne mehr dazu.
    LG

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Kati, ich freue mich, dass du nicht enttäuscht wurdest. Letztlich ist es vermutlich immer eine Frage der Perspektive und vielleicht auch der Tagesform des Trainers. Wer weiß. Ich war entsetzt und würde mein Pferd nie in seine Hände geben – aber das ist nur meine Meinung. Es ist doch schön, dass es so viele verschiedene Wege und Meinungen gibt und jeder seinen Weg gehen kann :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  8. Susanne sagt:

    Hallo Petra,

    ich kann Deine Empfindungen sehr gut verstehen. Mir gehr es nämlich ähnlich. Ich war zwar noch nie bei einer "live" Vorführung oder einem Seminar von Monty Roberts dabei. Aber ich habe ein Video gesehen von seiner Arbeit mit einem Jungpferd bei der Spanischen Hofreitschule und das fand ich – offen gestanden – furchtbar.

    Tut mir leid – es mag sein, dass die Ergebnisse seiner Arbeit faszinierend sind. Aber ich selbst ticke anders und würde meinem Pferd solch ein Training nicht zumuten. Für meinen Geschmack ist viel zu viel Druck im Spiel und auch wenn es vielleicht stimmen mag, dass Pferde untereinander in der Herde auch nicht zimperlich miteinander umgehen. Die Situation im Roundpen zwischen Mensch und Pferd hat damit doch einmal überhaupt nichts zu tun. Erstens glaube ich nicht an diese Idee, dass man mit dem Pferd umgehen muss wie wenn man ein anderes Pferd wäre. Pferde sind nicht blöd und kapieren sehr wohl, dass ihr Gegenüber kein Pferd ist. Zum anderen hat ein Roundpen auch nichts mit der Situation in einer Herde zu tun. Im Roundpen hat das Pferd keinerlei Ausweichmöglichkeit und nirgendwo kommt körperlicher und psychischer Druck so stark an wie in diesem eng umgrenzten Raum. Der Vergleich mit dem Verhalten von Pferden untereinander in einer Herde hinkt also in jeder Hinsicht.

    Feststellungen wie zu Monty Roberts gelten für mich im Übrigen auch in gleicher Weise für die Methoden von Parelli. Wir hatten ein einzige Mal eine Parelli Trainerin bei unseren beiden Jungs und das war so ziemlich das Schlimmste, was ich bis jetzt erlebt habe. Und im Nachhinein ärgere ich mich sehr über mich selbst, dass wir dieses "Training" nicht viel früher abgebrochen haben, sondern unter dem Einfluss der Trainerin Dinge mit unseren Pferden haben geschehen lassen, die völlig inakzeptabel waren. Die Einheit endete damit, dass unser damals vierjähriger Quarterwallach vor lauter Panik vor dieser Frau fast über die Umzäunung des Roundpens gesprungen ist, nachdem er zuvor 10-15 Stresshäufchen abgesetzt hatte.

    Für mich reduziert sich die Frage des "finde ich das join up gut oder nicht" auf die Überlegung, wie will ich das Lernen meines Pferdes gestalten. Will ich es brechen (und damit zum willenlosen Mitspieler machen) oder will ich ein eigenständig denkendes Pferd haben, das auch dann noch Glanz in seinen Augen hat, wenn ich mit ihm arbeite? Ich möchte ganz klar das Letztere und mir liegen dementsprechend Ideen der "passiven Leadership" (wie z.B. Mark Rashid) viel mehr als Roberts, Parelli & Co. Mag sein, dass es dann sehr viel länger dauert, bis ich bestimmte Ziele mit meinem Pferd erreiche – aber das nehme ich gerne in Kauf.

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Susanne, ich danke dir für deinen Kommentar und deine Gedanken – ich hatte schon das Gefühl, dass ich fast verteidigen musste, dass ich Montys Roberts Methode nicht positiv wahrgenommen hatte in den anderen Kommentaren unter dem Artikel – wobei die meisten von Monty Roberts Trainer waren ;-) Insofern liegt es wohl in der Natur der Sache, dass sie seine Methode vertreten und verteidigen. Ganz liebe Grüße an dich und danke für deine Gedanken zum Thema, Petra

  9. N.Nordmann sagt:

    Liebe Petra,

    dass es sich hierbei um sog. Problempferde handelt impliziert das viele Methoden, Trainer und Ressourcen bereits verbraucht wurden, ohne nennenswerte befriedigende Ziele erreicht zu haben. Was dir widerrum implizieren sollte das man mit, dir ,als "normal" geltenden Maßnahmen keinen Erfolg verbuchen wird können. Für mich liest sich dein Bericht wie so viele Berichte von Frauen die in ihrer eigenen romantisierenden Geltungssucht die eigene Inkompetenz völlig ausblenden und mit windelweichen Argumenten auf reiner "Gefühlsebene" daherkommen, profane Phrasen die auch nur bei anderen weiblichen Ohren auf Ressonanz stoßen können. Wir sehen dies in jedem Feld der Dressur und Konditionierung, Artenübergreifend. Ich könnte deinen emotional kindischen Artikel näher beleuchten, möchte deine Zeit aber nicht weiter rauben und verbleibe mit der Frage, warum haben wir euch eigentlich das Wahlrecht zugesprochen?? LG Nordmann

    • Claudia sagt:

      Hallo Nordmann,
      uiii, da hat wohl jemand Probleme mit Frauen. Beleidigungen müssen hier nicht sein.
      Vielleicht hast du noch keine Momente mit Pferden gehabt die vom "Gefühlsebene-Umgang" einem geschenkt werden. Und was sind "nennenswerte befriedigende Ziele"? Für jeden etwas anderes, aber nicht immer zum Wohl des Pferdes. Warum wohl haben soviele Pferde gesundheitliche Probleme?
      Ich finde es eher inkompetent, wenn die Pferde, wie so oft in der Sportreiterei, aber auch im Freizeitbereich falsch gehalten, falsch gefüttert, zu schnell und mit allen abartigen Hilfsmitteln ausgebildet werden. Warum müssen wir all dies den Pferden zumuten – Geld, Geltungssucht, Eitelkeiten, Unwissenheit?
      Wenn du mit einer anderen Art des Umgangs mit Pferden / Lebewesen nichts anfangen kannst, dann ist es so Kritik sollte ein anderes Niveauhaben.
      Claudia

    • Petra sagt:

      Danke liebe Claudia, genau das war in etwa auch mein erster Gedanke. Zumal es in dem Artikel nicht nur um Problempferde geht, sondern auch um ein Jungpferd das in dieser Show ziemlich grauenvolle erste Erfahrungen mit dem Reiter machen musste. Insofern hat Nordmann nicht nur ein Problem mit Frauen und einer achtsamen und liebevollen Umgangsweise mit Tieren, sondern on Top den Artikel gar nicht ganz gelesen ;-) Ganz liebe Grüße, Petra

    • Petra sagt:

      Lieber Nordmann, tatsächlich stelle ich mir kurz die Frage: was soll ich auf einen Kommentar noch antworten, der das Wahlrecht für Frauen anzweifelt.. Aber ich will es trotzdem versichen Problempferde sind in aller Regel Problempferde geworden, weil man eben nicht auf ihre Seelenleben geachtet hat. Umso problematischer finde ich es, wenn du Maßnahmen vorschlägst, die "nicht als normal" gelten. Gerade Pferde mit problematischen Erfahrungen verdienen besonders viel Zeit, Verständnis udn Geduld, um Traumata überwinden und wieder Vertrauen fassen zu können. Ich würde dir also in diesem Punkt schon einmal widersprechen.

      Dann geht es in dem Artikel nicht nur um Problempferde – was mir sagt, dass du ihn nicht ganz gelesen hast – sondern zum Beispiel auch um die ersten Erfahrungen eines Jungpferdes mit dem Reiter. Wer das in einer Show auf die Art und Weise durchführt, wie Monty Roberts, ist für mich kein Pferdeflüsterer in dem Sinne, wie ich es verstehe. Das war schrecklich anzusehen und hatte rein gar nichts mit sanftem oder artgerechtem Pferdetraining zu tun – aus meiner Sicht. Ich selbst bin ein Mensch, der Wert darauf legt, dass die Tiere und Menschen in meinem Leben auch zufrieden sind mit meinem Umgang mit ihnen. Wenn das "romantisierend" ist aus deiner Sicht, dann möchte ich nicht wissen, wie du mit deinen Lieben umgehst. Geltungssucht ist ein starkes Wort, das ich vielmehr dem Showmaster des Events oder Menschen zuschreiben würde, die andere offenbar klein machen müssen um sich selbst und ihre Trainingsideen intolerant als das einzig Wahrte betrachten zu können. Das ist sehr schade, denn ich denke, dass Meinungsaustausch und Vielfalt nur entstehen kann, wenn wir respektvoll miteinander umgehen und kritische Äußerungen sachlich austauschen und nicht auf eine beleidigende oder herabwürdigende Art und Weise. Aber letztlich musst du selbst wissen, wie du durchs Leben gehen möchtest. Ich schicke dir viele Grüße und ein dickes fettes inneres Ommmh, Petra

  10. Sabine sagt:

    Oh, jetzt bin ich völlig verunsichert…. bis vor Kurzem war Monty Roberts so etwas wie ein Gott in meinen Augen…. Nach aufmerksamem Lesen der Erfahrungsberichte hab ich eher den Eindruck als handele es sich um ein Monster ….

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Sabine – von einem "Monster" würde ich nicht sprechen – das finde ich zu krass. Aber ganz grundsätzlich :-) Aber ich fand ihn tatsächlich erschreckend gefühllos und hart mit den Pferden. Und seine Umsetzung seiner Methode ziemlich radikal und gar nicht fein oder pferdeflüsternd. Das ist zumindest meine persönliche Meinung. Ganz liebe Grüße, Petra

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