„Du willst eine bessere Kommunikation mit Deinem Pferd? Rede mit ihm.“ (Meredith Ransley)

…so einfach kann es sein und gleichzeitig so schwer. Ich treffe die australischen Pferdetrainer Shane und Meredith Ransley in Südaustralien. Im Outback. Wir sind weit gefahren, um die beiden zu treffen. Aber in den nächsten Tagen wird sich zeigen, dass es jeden einzelnen Kilometer wert war. Wir sitzen stundenlang zusammen und reden über Pferde, Pferdehaltung, ihre Trainingsmethoden und über all das, was falsch läuft in der Pferdewelt.

Quantum Savvy Horsemanship

Quantum Savvy – Sanftes Horsemanship

„Quantum Savvy“ heißt das australische Horsemanship. Weil das Kind einen Namen braucht. Und weil Shane und Meredith eine Botschaft haben, die ihnen wichtig ist.

Quantum steht für „das kleine bisschen mehr“.

Savvy bedeutet sanft und schlau.

Quantum Savvy Horsemanship

Ihr System kann jeder lernen, der will. Quantum Savvy Horsemanship besteht aus verschiedenen Onlinekursen, Videos der beiden und Kursen, die die beiden überall geben. Es dreht sich alles um Horsemanship, um ein besseres Verständnis für das Pferd und um die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Es gibt diverse Online-Foren, in denen andere Schüler und die Trainer weltweit agieren. Deutsche Trainer gibt es auch.

HIER zum Beispiel hat mir Verena schon einmal ein Interview zu dem sanften australischen Horsemanship gegeben.

Die Idee dahinter: Wenn also jemand eine Frage hat, wird sich immer jemand finden, der entweder als Trainer kompetent antwortet oder als Schüler das Problem schon kennt, selbst gelöst hat oder eine Idee hat. Es geht darum, dass Pferdemenschen sich gegenseitig helfen. Vorurteilsfrei.

Quantum Savvy Horsemanship

Wir haben uns die beiden geschnappt und mit ihnen ein Video für euch gedreht. Darin erzählen sie, wie der perfekte Horseman aus ihrer Sicht aussieht, was Pferde brauchen und was sie immer wieder aufregt.

Wenn Du magst, kannst Du einfach rechts unten im Video die Untertitel einschalten – wir haben alles für Dich übersetzt: 

Shane und Meredith fahren im Trailer durch Australien und Europa und unterrichten Menschen, helfen ihnen dabei ihre Pferde besser zu verstehen. Es geht nicht darum die Pferde zu trainieren, sagt Meredith. Es geht darum den Menschen zu helfen, die Pferde besser zu verstehen.

Quantum Savvy Horsemanship

Wissen ist alles im Pferdetraining

Zuviel läuft falsch in der Pferdewelt, aber wir müssen den Menschen zeigen, wie sie einen besseren Umgang mit den Tieren finden. Pferde geben uns so viel, wir sollten anfangen ihnen auch ein bisschen zurückzugeben. Respekt, zum Beispiel. Oder Verständnis. Wissen über ihre Instinkte, ihre Verhaltensweisen und die idealen Haltungsbedingungen. Nur dann können wir ihnen die Partner sein, die sie brauchen. Das alles schwingt bei jedem Wort der beiden Trainer mit. Ich freue mich, dass ich ein paar Tage mit ihnen trainieren darf.

Meredith ist mit Pferden groß geworden. Shane hat die Pferde mit knapp 30 entdeckt. Beide leben und arbeiten mit den Tieren nun schon seit Jahrzehnten und haben über die Jahre ihr eigenes Trainingssystem entwickelt. Die Pferde sind ihr Leben. Das sagen beide und zeigen es jeden Tag neu.

Quantum Savvy Horsemanship

Alles hat bei Pferden eine Bedeutung

Alles hat eine Bedeutung bei Pferden – sagt Meredith als erstes. Egal was wir tun, was wir nicht tun, was wir zu früh oder zu spät tun. Alles hat eine Bedeutung für Pferde. Das erste „Hallo“ auf der Koppel ist genauso wichtig, wie die Reitlektion in der Halle.

Viele vernachlässigen diesen Teil der Zusammenarbeit. Sie rennen zu ihrem Pferd, holen es von der Koppel, kümmern sich nicht ob das Pferd vor oder hinter ihnen läuft, ob es rempelt oder mit leerem Blick gezogen wird, werfen das Halfter über den Kopf, putzen in aller Eile, damit sie endlich in den Sattel können.

Das alles sagt dem Pferd etwas:

  • Es sagt ihm, dass wir es nicht respektieren. Wie können wir dann Respekt erwarten?
  • Es sagt ihm, dass wir unhöflich sind und nicht nachfragen, wie es ihm heute geht. Wie können wir dann erwarten, dass das Pferd sich darum kümmert, wie es uns geht?
  • Es sagt ihm, dass wir uns nicht um die Regeln dieser kleinen Zweierherde kümmern.
  • Und es sagt ihm, dass wir weder auf unsere Herde noch auf unsere Umgebung achten.

Wie können wir dann erwarten, dass es sich an die Regeln hält sobald wir im Sattel sitzen? Oder uns vertraut, wenn sich scheinbare Monster und Gefahren auftun in der Umgebung?

Quantum Savvy Horsemanship

Was wir falsch sagen

Wir schwingen uns auf den Rücken und nehmen den Kopf mit gestrafften Zügeln tief. Das sagt dem Pferd, dass wir ihm nicht erlauben Entspannung zu finden, sich nicht umzusehen. Dinge, die es als Fluchttier dringend müsste, um uns dann auch zuhören zu können, wenn wir mit ihm reden. Das alles sagt dem Pferd letztendlich: „Du bist mir egal!“ Dabei wollen wir dem Pferd doch sagen: „Du bist mir wichtig!“

Wir müssen lernen mit den Pferden zu reden. Wir sollten lernen, wie wir sie fragen müssen, damit sie uns verstehen und wie sie uns antworten. Es ist wichtig, dass wir den Pferden zuhören, um ein verlässlicher Partner für sie zu werden. Es ist wichtig, dass wir aufhören die Pferde als Sportgeräte zu betrachten oder als Freizeitausgleich, der unsere Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen hat.

Es ist unsere Pflicht als Reiter und Pferdemensch zu lernen, was die Pferde von uns brauchen, damit sie artgerecht und zufrieden gehalten werden können. Wir wollen zu viel und geben zu wenig.

Quantum Savvy Horsemanship

Ich frage Meredith zum Beispiel, was sie sich wünschen würde von dieser Pferde- und Reiterwelt. Sie antwortet schlicht, dass die Menschen endlich aufhören sollen das Falsche zu tun.

Jeder, der mit Pferden arbeitet solle versuchen, die Welt aus der Perspektive der Pferde zu betrachten nicht mit der rosaroten Brille seiner Wünsche.

  • Wollen Pferde in der Box stehen oder will der Mensch das so haben?
  • Wollen Pferde Müslis fressen oder will der Mensch „nur das Beste“?
  • Was brauchen sie wirklich?
  • Wollen Pferde scharfe Gebisse und den gebogenen Hals oder will der Mensch das, weil er sich dann einreden kann diese großen Tiere unter Kontrolle zu haben?

Es sollte nicht darum gehen, wie wir die Pferde haben wollen, sondern darum wie wir sein müssen, damit die Pferde gerne mit uns zusammen sind. Ich darf an diesem ersten Tag den beiden beim Training zusehen und es gibt nichts, was Meredith oder Shane brachial einfordern. Ihre Pferde werden immer wieder gefragt.

Quantum Savvy Horsemanship

Fragen, die wir uns immer wieder in der Zusammenarbeit mit Pferden stellen können:

  • Willst Du Dich mir zuwenden? Wenn nein, was muss ich tun, damit ich für Dich interessant werde?
  • Willst Du mit mir arbeiten? Wenn nein, was muss ich tun, damit es Dir Spaß macht?

Ich mag es, dass die beiden nachfragen und ihren Pferden Zeit lassen. Sie haben einen eigenen Kopf und kommen doch gerne zu den beiden Trainern. In ihren Augen steckt Leben, man merkt, dass sie Pferde sein dürfen. Gleichzeitig gibt es klare Regeln, ruhige Konsequenz, Gelassenheit und einen Rahmen innerhalb dessen gearbeitet wird. Keines der Pferde ist unhöflich, ungezügelt oder schreckhaft. Weil sie zu wissen scheinen, dass sie in Shane und Meredith verlässliche Partner gefunden haben denen sie vertrauen können. Wenn Meredith ruhig bleibt, bleibt auch das Pferd ruhig. So einfach ist das und doch so schwer.

Frage: Nach welcher Trainingsmethode arbeitest Du? Oder hast du deine eigene? Schreib mir deine Geschichte in einem Kommentar. Ich freue mich darauf!

Teil 2: Die Freiarbeit fängt mit dem ersten Hallo an – nächsten Donnerstag

Autor: Petra

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

8 Kommentare zu “Mit australischem Horsemanship zu mehr Vertrauen und Gelassenheit

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich mag die Einstellung der Beiden. Was ich hier lese gefällt mir gut.
    Ich sehe es wie die Beiden. Oft sind es nicht die großen Dinge, die falsch laufen. Die wenigsten Pferdemenschen sind wirklich so, dass sie ihr Pferd verprügeln oder so mit dem Pferd umgehen, dass man auf den ersten Blick sieht, dass das Pferd misshandelt wird. Das ist zum Glück eher die Ausnahme meiner Erfahrung nach.
    Aber es sind die kleinen Dinge.
    Ein Beispiel was sich so letzte Woche bei uns im Stall abgespielt hat, was aber so oft zu sehen ist.
    Der Hufschmied war bei einem der Pferde. Es handelt sich um ein Jungpferd, was noch kaum Gleichgewicht gelernt hat. Das Pferd macht seiner Besitzerin beim Hufeauskratzen immer wieder Schwierigkeiten, weil es die Balance nicht findet auf drei Beinen und deshalb dann seinen Huf wieder haben will. Die Besitzerin wertet das als Ungehorsam und Angriff ihrer Position. „Der kann das, der will nur nicht“ ist die Aussage der Besitzerin. Nun war eben bei diesem Pferd der Schmied da und das Pferd stand relativ ruhig da. Mit der Zeit wurde es für das Pferd schwierig und es hat angefangen den Huf wegziehen zu wollen. In dem Moment nimmt der Schmied die Feile und rammt sie kurz in den Bauch des Pferdes. Reaktion der Besitzerin „So lernt er es vielleicht mal, dass er nicht zappeln darf“. Das ist etwas was ich den Jahren in denen ich schon mit Pferden zu tun habe, sehr oft gesehen habe.
    Wäre das mein Pferd gewesen, wäre dieser Hufschmied das letzte Mal in die Nähe meines Ponys gekommen. Ich erlaube niemandem mein Pferd zu schlagen. Und ja das ist Gewalt. Das Pferd wurde nicht stundenlang geschlagen, es war „nur eine Korrektur“, aber die hat mit Gewalt stattgefunden. Statt dem Pferd mit Übungen zu helfen sein Gleichgewicht besser zu finden und anzuerkennen, dass es sich Mühe gibt. Dass es den Menschen sein wichtiges Bein überlässt und sich damit wehrlos macht zu übersehen und statt dessen gewalttätig zu werden ist für mich kein Weg.
    Das ist keine Dominanzfrage, wenn es solche überhaupt gibt, denn schaut man genauer hin, habe ich für mich solch eine Frage noch nicht gefunden, sondern einfach ein Pferd was noch nicht gelernt hat wie es kräftesparend und im Gleichgewicht auf drei Beinen stehen kann. Und so wird es irgenwann einfach zu wacklig und müde.
    Leider hat meine Anmerkung hier nichts bewirkt. Ich bekam als Antwort ich würde mein Pony sowieso zu sehr verhätscheln und ein Pferd müsse auch wissen wo es lang geht. Ich frage mich, ob das Pferd das jetzt weiß. Was hat das Pferd denn gelernt? Meiner Meinung nach nur, dass Menschen unberechenbar und ungerecht sind.
    Und solche Dinge finden so oft im Alltag statt. Weil man lieber gleich reagiert als erst Mal nachzuschauen was los ist. Was verliert man denn, wenn man den Huf runter lässt und sich überlegt, warum das Pferd diesen nicht gibt? Scheinbare Kontrolle und nicht mehr. Meiner Meinung nach muss man nicht ständig und immer beweisen, dass man sich durchsetzen kann. Es gibt immer einen Grund warum ein Pferd so handelt wie es handelt und diesen rauszufinden, das macht für mich eine echte Partnerschaft aus. Und das ist es was ich mit meinem Pony erleben möchte.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, genau das sind die Momente, um die es Shane und Meredith geht, das kann ich mit Sicherheit sagen. Ich finde das erschreckend und traurig, dass die Besitzerin so reagiert hat und sehr mutig und toll von dir, dass du etwas sagst, wenn du so etwas siehst. Wenn mein Schmied Carey die Feile in den Bauch rammen würde, hätte er sie zum letzten Mal bearbeitet. Ich würde genau wie du handeln. Das geht einfach nicht. Ich mag keine Gewalt und man kann die Dinge auch immer anders lösen. Carey mochte Hufe geben zum Beispiel auch nicht, wir haben so lange trainiert, bis es für sie in Ordnung war – in vielen kleinen Schritten. Wichtig ist auch immer die Intention. Hat das Pferd Angst? Hat es keine Balance? Kann es das noch nicht? Dann muss man an der Balance arbeiten. Ist es unwillig, weil es keine Lust hat? Dann muss man dem Pferd aus meiner Sicht – sanft und freundlich – zeigen, dass es sich nicht unbedingt entziehen kann, aber das es eben auch gar nicht so blöd ist, wie es glaubt. Carey neigt manchmal dazu, nicht weil sie keine Balance hat, sondern weil sie keinen Bock hat. Das sieht man wirklich auch an ihrem Gesichtsausdruck. Denn sie kann es definitiv. Das hat sie oft bewiesen. Dann droht sie auch mal. Das wird aber nicht mit Schlägen bestraft, sondern ich überlege zusammen mit Sabine, wie ich um das Problem herumarbeiten kann, ohne Gewalt anwenden zu müssen. Mittlerweile gibt sie mir oft schon den nächsten Huf, wenn ich nur antippe und hinlaufe. Weil sie gelernt hat, dass es sich lohnt, wenn sie lieb mitarbeitet.

      Der einzige Punkt, der für mich nicht geht, ist wenn ein Pferd beisst oder tritt. Das ist Respektlos vom Pferd. Natürlich ist es auch wichtig, dass der Mensch das Pferd nicht in eine ausweglose Situation bringt und schon vorher zuhört (denn meistens kündigt sich das ja an), aber trotzdem ist es nicht erlaubt. Da geht es um Sicherheit für mich. Carey und ich arbeiten zum Beispiel gerade immer wieder an der Futterhöflichkeit. Sie wird eher sehr aufgeregt und fordernd, wenn ich leckerli einsetze. Weil ich sie aber trotzdem dezent nutzen will, muss sie jetzt lernen, dass es 1. erst was gibt, wenn sie ruhig ist und nicht fordert und 2. danach schnappen oder mich bedrängen, wenn ich die Hand in die Tasche nehme, ist nicht erlaubt. Und da „schnappe“ ich eben auch mal mit der Hand zurück, wenn sie das tut. Aber nicht brutal oder fies, sondern im gleichen leichten Tonfall, den sie auch benutzt. Das ist für mich in Ordnung, sie dann in die Schranken zu weisen. Das interessante ist, dass sie das total entspannt akzeptiert und beruhigt, wenn ich mich nicht schubsen lasse. Denn das versucht sie immer mal wieder. Es gibt ihr offenbar das Gefühl, sich auf mich und mein Urteil verlassen zu können. Aber vermutlich auch, weil ich versuche dabei nie ungerecht zu werden. Sie bekommt 90 % Lob und Lachen und Leckerli und 10% „nein“ – immer passend zu ihrem Tonfall. Das ist eine Kommunikation, die sie voll akzeptiert. Im Grunde sehe ich das genau wie du. Es macht keinen Sinn sauer zu werden, wenn das Pferd etwas nicht tut und es macht auch nicht immer Sinn dann darauf zu bestehen. Es ist für mich absolut wichtig, immer erst einmal nachzufragen, wo das Problem liegen könnte und dann daran zu arbeiten. Das macht echte Partnerschaft aus – da hast du Recht. Ich möchte auch keinen Freund an meiner Seite haben, der mich plötzlich schlägt, weil ich etwas nicht kann oder mir nicht zutraue. Ich möchte aber auch einen Freund an meiner Seite haben, der immer ehrlich ist und mir auch sagt, wenn er etwas nicht mag. Der mir zeigt, dass er mich mag und mir auch sagt, wenn ich etwas toll mache. Viele Menschen müssten sich einfach mal überlegen, wie sie sich selbst fühlen würden und was sie sich als ihr Pferd wünschen würden. So wie du das mit deinem Ponymann machst. Dann wäre einiges anders. Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  2. Raimund Kniffki sagt:

    Hallo Petra,

    Ich bin mit 39 Jahren vom Pferdevirus infiziert worden. Nach 9 Monaten nach meiner ersten Reitstunde habe ich mir ein Pferde gekauft, eine Stute, die verritten war und kein Gebiss akzeptiert hat. Also war der Schwerpunkt auf gebisslosem Reiten und Bodenarbeit.
    Dieser Stute verdanke ich einen Großteil von dem Wissen, was ich heute habe.
    Über Urlaub bei Fam. Marlie in Scharbeutz, Fam. Eschbach auf Teneriffa, Fam. Dysli, Hacienda Buena Suerte, in Andalusien und vielen Stunden im RoundPen habe ich mir mittlerweile ein gewisses eigenes „System“ angeeignet.

    Nachdem ich dann 2010 meinen Spanier gekauft habe und mir ein geeigneter Trainer begegnete lernte ich die Doppellonge, den langen und kurzen Zügel kennen. Ich lernte auf einem dünnen verängstigten Spanier das „Jungpferdereiten“ kennen, nach dem ich Ihn fast 6 Monate nicht geritten habe.
    Der kleine Spanier war durch einen Händler aus dem Allgäu völlig verängstigt und konnte von Männern schwer eingefangen werden. er hat mir das zuhören beigebracht. Heute kuschelt er gerne und Vertraut nahezu jedem Menschen! Ok – ein kleines bisschen verwöhnt ist er auch! 😉

    Aber aus allen sogenannten Systemen habe ich mir mein eigenen Baukasten zusammengestellt und ich finde das sollte jedermann und -frau so machen! Nur so ist eine persönliche Authentizität möglich!
    Egal welches System ich versucht oder auch nur (via Video) gesehen habe. Jedes hatte für mich gefühlte Lücken oder hat einfach nicht zu meinem Gefühl gepasst und bisher habe ich damit gute Erfolge feststellen dürfen!
    Kritsch sein und die bekannten Systeme kritisch Hinterfragen und auf das eigene Gefühl achten! Dann entscheiden, ob die gesehene Technik in das eigene Repertoire übernommen wird oder nicht.

    Der Hinweis „rede mit deinem Pferd“ ist aber gut und wichtig! Das Reden mit dem Pferd erzeugt beim Menschen Bilder im Kopf und fokussiert auf das gewünschte Ergebnis. Das ist meiner Erfahrung nach zwingende Voraussetzung für diese Art von Arbeit mit dem Pferd!

    • Petra sagt:

      Lieber Raimund, das sind wirklich wichtige Worte. Jeder sollte seinen eigenen Baukasten finden. Dafür muss man sich so viel wie möglich ansehen und Wissen sammeln, um dann das passende Wissen herauszusuchen. Ich denke auch, dass das der Weg ist. Die Bandbreite ist groß und je nach Pferd und Mensch ist das eine passender als das andere. Mir geht es auch so, dass ich bei nahezu allen Trainingsmethoden etwas mag und etwas nicht mag. Deswegen sind das keine guten oder schlechten Trainingsmethoden, es passt nur eben nicht einfach alles zu 100% zu der Persönlichkeit meines Pferdes und zu meiner. Ich entdecke nach und nach eine Richtung, wie so eine Art vage Erkenntnis am Horizont, aber bin noch lange nicht am Ende meiner Suche für den richtigen Weg angelangt, werde es vielleicht auch nie sein. Aber das ist in Ordnung: Der Weg ist das Ziel, heißt es doch. Und da ist für mich viel Wahres dran. Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, Petra

  3. Sarah sagt:

    Hallo Petra…ich schon wieder =)
    Danke für das Interview. Ich kannte die beiden noch nicht. Sie sprechen natürlich von den selben „Dingen“ wie Mark Rashid, Ray Hunt, Tom Dorrance, Buck Brannaman…usw…
    Und das ist gut so! Man kann es gar nicht oft genug in die Welt tragen.
    Mark Rashid sagte mal:
    Softness kommt aus dem Inneren unserer Herzen. Durch Training bezwecken wir Leichtigkeit. Diese Leichtigkeit ist solange abrufbar, wie die Begebenheiten drumherum sich nicht ändern. Quasi- man „trainiert“ dass das Pferd brav hinter einem läuft und es „funktioniet“. Ist man aber mit einmal in einer anderen, fremden Umgebung, z.B. auf einem Kurs in einem anderen Stall, kann man die Leichtigkeit nicht mehr abrufen und es geht „schief“.
    Softness hingegen ist immer da.
    Wir nehmen dem Pferd die softness und verbringen dann den Rest unseres Lebens, sie wieder ins Pferd zu kriegen.
    Wenn wir nur mal verstehen könnten, dass wir dem Pferd nichts antrainieren müssen, sondern sie nur unseren Spiegel darstellen.
    Wie Meredith gesagt hat, wir brauchen niemanden, der unsere Pferde „korrigiert“, wir sollten mal bei uns anfangen. Beziehungsweise einfach mal unseren Pferden zuhören.

    Wiedermal ein schöner Artikel. <3

    • Petra sagt:

      Liebe Sarah, danke für deinen Kommentar. Ich bin auch Fan der beiden, weil sie viel wahres sagen und echte Pferdemenschen sind. Die Tage mit ihnen in Australien waren spannend und haben mir viel Spaß gemacht, weil man den beiden im Umgang mit ihren Pferden die Freundschaft und den Respekt in jeder Sekunde anmerkt. Leichtigkeit oder Softness sollte immer von innen kommen, das sehe ich wie du. Damit ist viel gewonnen. Ein bisschen Konditionierung gehört auch dazu, aber eben mit Geduld und Klarheit und nicht in rasender Eile mit viel Druck. Das wird zu oft falsch gemacht. Ich würde die Menschen gerne schütteln, die ihr Pferd „nur“ trainieren, ohne zuzuhören und auch die Persönlichkeit und die Seele des Tieres zu sehen. Sie nehmen ihren Pferden und sich selbst so viel damit. Vielleicht ändert sich das ja irgendwann. Liebe Grüße, Petra P.S.: Die beiden haben ganz schöne Video-Trainingsserien auf ihrer Seite – die sind wirklich empfehlenswert 🙂

  4. dodenhof matthias sagt:

    hey an alle die sich angesprochen fühlen!!
    ich bin matthias habe mit meiner frau zusammen 3 pferde!!
    2 wallache mo 11und ivenhoe 5 u 1stute olympia fast4!!alle 3 auf ihre art einzigartig!! wir haben uns alle innnerhalb knapp eines jahres zu gelegt als letztes ivenhoe im januar 2016!!
    ich bin fussball-trainer und habe mit pferden nichts zu tun gehabt bis letztes jahr ende april!da kam meine frau mit der stute hat null ausbildung genossen und meine frau und die züchterin wollten sie dann jetzt ausbilden!!
    ich bin blutiger anfänger habe mir eine dvd vonbuck brannaman gekauft und komme von dem horseman chip nicht mehr los!!
    mir als neuling können die so genannten profis viel erzählen!!
    mir wird auch gesagt ich bin zu lieb muss mehr dominanz verbreiten!!denke immer mit geduld und viel gefühl schaff ich das auch!! passt nur nicht in die allgemeine gesellschaft!!
    kann mir einer helfen wie ich meinen wunsch horseman zu werden näher komme und es bezahlbar ist??

    gruss matthias

    diese seite ist toll!!
    nur lesen und nicht wissen wie mach ich das ist schwierig für mich da ich praktiker u kein theoretiker bin

    • Petra sagt:

      Lieber Matthias, wir hatten ja schon gemailt und ich freue mich, dass du andere und sanfte Wege gehen willst. Aber ich fürchte ohne ein bisschen Wissen, Theorie und Info wird es schwierig. Du findest in den Links, die ich dir geschickt hatte auch einige Praxistipps und Bascics für den Start. Ich freue mich auch sehr, dass dir die Seite so gut gefällt. Aber wenn du nicht so der Theoretiker bist, dann brauchst du einen Trainer an deiner Seite. Und wenn es nur einmal pro Monat ist. Ich würde mir an deiner Stelle einen guten und sanften Bodenarbeitsexperten suchen und mir dann eben alles in der Praxis zeigen lassen. Das kostet ein bisschen, aber das sollten uns die Pferde wert sein. Ganz liebe Grüße und viel Spaß bei deinem Weg! Lass dich von der sanften Richtung nicht abbringen, Petra

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