Ein Pferdeschweif ist nicht nur hübsch anzusehen, er spricht auch eine ganz eigene Sprache. Über die Gesundheit deines Pferdes und über die Stimmungen deines Pferdes. Was er dir alles erzählen kann und wie du ihn richtig liest und pflegst erkläre ich dir in dem Artikel.

schweif Pferd Bild

Der Schweif und seine Struktur

Wenn der Schweif deines Pferdes dünn oder trocken und vielleicht sogar voller Scheuerflecken ist, dann deutet das auf einen schlechten Stoffwechsel deines Pferdes hin. Die Haare sind so eine Art Indikator für die Pferdegesundheit. Wenn die Schweifhaare schön glänzen und gesund sind, dann stimmt alles in Sachen Proteine, Aminosäuren und Vitamine im Haushalt deines Pferdes. Du kannst das Wachstum des Schweifes ein bisschen stimulieren, in dem du die Schweifrübe mit einer sanften weichen Bürste massierst. Das wird dein Pferd lieben.

Der Schweif ist ein Zeichen für den Gesundheitszustand deines Pferdes. Du kannst ihn dir jeden Tag anschauen und daraus etwas ablesen. Wenn er dicht und lang und glänzend ist, ist das ein gutes Zeichen. Das Gegenteil ist eher ein schlechtes Zeichen. Verliert Dein Pferd zum Beispiel Schweif-Haare weil es sich stark schubbert, dann hat es möglicherweise einen Juckreiz. Das kann auf ein Ekzem hindeuten oder Milben, Bakterien oder einen Hautpilz. In jedem dieser Fälle solltest du den Tierarzt rufen.

HIER findest du Infos zur natürlichen Fellpflege, mit der du auch den Schweif deines Pferdes auf pflanzlicher Basis super pflegen kannst

Schumacher vegane Pflege Pferd

Die Schweifrübe

Die Schweifrübe ist auch so ein cooles Ding. Sie ist beweglich dank ihrer 15 bis 21 Wirbel. Im Grunde ist sie das Ende der Wirbelsäule. Und sie ist Kommunikationswerkzeug, weil der dazugehörige Muskel den Schweif bewegt und das wiederum ist ein Teil der Sprache deines Pferdes.

Wenn der Schweif wild schlägt ist dein Pferd hektisch, aufgeregt oder aggressiv. Pendelt er ruhig ist das Pferd entspannt und losgelassen. Ist er waagrecht oder sogar senkrecht ist das Pferd auf Adrenalin. Es sei denn du hast einen Araber 😉 da gehört das irgendwie dazu.

Anatomie-Pferd Schweif

Die Schweifpflege – so geht’s richtig

Du solltest den Pferdeschweif nicht bürsten sondern verlesen. Beim Bürsten kann es sein, dass du zu viele Haare ausreißt. Dein Pferd braucht seinen Schweif aber für die Kommunikation mit dir und anderen Pferden und als Insektenabwehrmittel.

Noch mehr Fellpflege gibt es HIER

Du kannst den Schweif auch waschen – einfach in dem du ihn in einen Eimer mit lauwarmem Wasser und ein bisschen natürlichem Shampoo tunkst. Kurz einweichen lassen und dann auswaschen. So ersparst du deinem Pferd den unangenehmen Wasserverlauf auf seiner Hinterhand und kannst den Schweif bequem waschen und trocknen lassen. Dann kannst du ich sorgfältig verlesen und  mit deinem Kamm auszupfeln.

Eventuell kannst Du mit ein bisschen pflanzlichem Pflegespray nachsprühen um den Schweif so locker zu halten.

Wenn schon bürsten, dann richtig: Am Besten wickelst du den Schweif um deine Hand. Du fängst bei den Spitzen an und arbeitest dich dann langsam hoch. Dann bürstest du vorsichtig die Spitzen.

Der Schweif und die Anatomie

Dass der Schweif an der Schweifrübe hängt, die wiederum an der Wirbelsäule hängt, habe ich dir ja schon weiter oben beschrieben. Dazu gehört dann noch ein Muskel der den Schweif bewegt. Wenn die Muskeln deines Pferdes gut entwickelt sind und es losgelassen unter dir laufen kann, die Bauch-, Rücken- und Hinterhandmuskeln also in Bewegung sind, dann kann auch der Schweif locker mitschwingen. Pendeln nennt man das in der Reitersprache. Ist der Rücken dagegen fest, was langfristig zu schmerzhaften Verspannungen führen kann, kann sich der Schweif auch nicht locker bewegen sondern pinselt und schlägt unruhig in der Gegend herum.

Dann ist das Pferd unter Umständen sogar im Genick verworfen, das Maul ist in Bewegung und der Rücken ist weggestreckt. Dann solltest du dringend an eurer Losgelassenheit arbeiten.

Trägt dein Pferd seinen Schweif nicht gerade, kann das ein Hinweis auf Verspannungen und Blockaden im Rücken sein. Dann solltest du unbedingt den Osteopathen rufen.

HIER habe ich in einem Artikel die Schweifpflege genauer beschrieben und wie du dein Pferd gut und glücklich putzen kannst

Der Schweif und die Gefühle

Außerdem zeigt das Pferd dir mit seinem Schweif auch Teile seiner Gefühlswelt. Wenn dein Pferd sich unwohl fühlt wird es den Schweif entweder einklemmen oder damit schlagen. Im schlimmsten Fall dreht es ihn wie einen Propeller. Dann solltest du schnellstens absteigen und etwas an deinem Verhalten ändern.

Ist es zufrieden, wird der Schweif entspannt pendeln. Wobei es auch Pferde gibt, die das im unentspannten Zustand tun. Du kannst also nicht alleine am Schweif eine sichere Aussage treffen. Kommen angelegte Ohren, eine verspannte Lippe und ein angespanntes Gesicht dazu, ist wirklich kurz vor Schluss.

Schweif-Massage

Auch das ist ein kleines Highlight aus Pferdesicht. Du kannst die Schweifrübe dehnen und strecken und massieren. Am besten stellst du dich immer seitlich – oder du kennst dein Pferd so gut, dass du weißt, dass es nicht ausschlagen wird. Du kannst in kreisenden Bewegung die Hinterhand entlang gehen und dann die Schweifrübe dazu nehmen.

Du kannst dich auch hinter das Pferd stellen (wie gesagt, wenn du weißt, dass es nicht ausschlagen wird) und dann den Schweif direkt am Ende des Schweifansatzes mit beiden Händen nehmen und dich leicht nach hinten lehnen. So dehnst du die kleinen Muskeln an der Wirbelsäule. So bleibst du dann etwa 30 Sekunden. Aber nur solange, wie dein Pferd entspannt da steht. Dann gehst du langsam mit deinem Gewicht wieder nach vorne und entlastest die Schweifrübe.

Du kannst dir auch die Schweifrübe schnappen und kleine kreisende Bewegungen mit beiden Händen machen. Das löst Verspannungen. Viele Pferde mögen das. Erst kreist du im Uhrzeigersinn, dann dagegen. Erst kleine Kreise, wenn dein Pferd entspannt und es mag, kannst du die Kreise leicht vergrößern.

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