Du willst ein schwungvolles Pferd. Ein Pferd, das von der Hinterhand durch den Rücken bis in Hals und Nacken durchlässig ist und entspannt in Stellung und Biegung laufen kann? Dann musst du mit deinem Pferd arbeiten – am Boden und an der Hand. Das ist der erste Schritt zur Versammlung. Du brauchst dafür nur ein bisschen Geduld, feine kleine Schritte und einen Kappzaum.

Nehmen wir mein Pferd als Beispiel: Meine Stute ist noch jung. Sie ist fast vier Jahre alt. In Pferdejahren bedeutet das, dass sie ein Teenager ist. Deswegen bildet meine Trainerin sie zusammen mit mir in vielen kleinen Schritten aus. Wir trainieren gerade die ersten Schritt nach der akademischen Bodenarbeit.

Bent Branderup hat sie geprägt und das Beste aus dem für seine Trainingsmethode herausgenommen, was die alten Meister schon vor Jahrhunderten gepredigt haben. Es geht letztlich um die hohe Schule der Dressur, aber nicht um der Optik Willen, sondern zur Gesunderhaltung des Pferdes. Du brauchst dafür nur ein bisschen Geduld und einen Kappzaum.

Kappzaum Sabro

Das ist richtige Puzzlearbeit. Aber sie lohnt sich!

Genau wie Führtraining und Kommunikation am Boden. Ich mische da basierend auf dem Unterricht meiner Trainerin Sabine Wendland Elemente des Horsemanship mit Freiarbeit und akademischer Bodenarbeit. Es erscheint mir logisch erst das Vertrauen zu fördern, eine Bindung aufzubauen, um dann über Bodenarbeit die Hilfengebung und Gymnastizierung zu erarbeiten.

Kappzaum Sabro

HIER beschreibe ich zum Beispiel die Zügelhilfen am Boden

HIER und HIER beschreibe ich mehr über die Kommunikation und Basics aus dem Horsemanship

Das ist die Basis. Jedes Pferd braucht dieses Basis, um ein gelassenes und gesundes Reitpferd zu sein. Es ist immer gut diese Basis zu wiederholen, darauf aufzubauen und sie dem Pferd in Erinnerung zu rufen. Egal welchen Entwicklungsstand dein Pferd hat.

Kappzaum Sabro

Die Bodenarbeit ist der Anfang, die Mitte und das Ende

Das klingt jetzt vielleicht Philosophisch-esoterisch, aber es umschreibt das Ganze sehr gut. Bodenarbeit ist wichtig, weil sie die Kommunikation fördert, das Vertrauen und weil du dein Pferd ganz entspannt von unten gymnastizieren und vorbereiten kannst, ohne es zusätzlich mit deinem Reitergewicht auf dem Rücken zu belasten.

Wir gehen die Bodenarbeit sehr langsam und in kleinen Schritten an, weil meine Stute noch jung ist. Ich werde dir nach und nach die Schritte beschreiben und warum sie sinnvoll sind für die Ausbildung des Pferdes.

Jetzt fragst du dich vielleicht, warum du das alles mit deinem Pferd auch machen sollst. Es ist doch schon 15 Jahre alt oder älter. Es kann doch schon Schritt, Trab und Galopp und lenken lässt es sich auch. Aber hat es diese Grundausbildung bekommen? Hat es die Basics wirklich gelernt und verinnerlicht?

Das ist so wie beim Menschen auch: Kannst du noch die Bruchrechnung oder die chemische Formel für Photosynthese? Ich nicht! Und ich habe das Zeug mal auswendig gelernt und perfekt beherrscht. Warum kann ich es nicht mehr? Weil ich es nie geübt habe. Ganz einfach.

Deswegen schnapp dir einen Kappzaum oder kauf dir einen, falls du noch keinen hast und leg los mit der Gymnastizierung am Boden.

Kappzaum an der Nase

Mein Kappzaum ist übrigens von Sabro. HIER kommst du zur Webseite der Firma. Das ist ein kleiner, aber sehr feiner Betrieb, der für Hunde und Pferde hochwertige Ausrüstung herstellt. Vielen Dank an dieser Stelle für den tollen Kappzaum – ich bin begeistert und mein Stall ist neidisch.

Sabro

Der Kappzaum

Er ist an Nacken und Nase gepolstert ist mit einem weichen Leder. Dadurch sind die empfindlicheren Körperteile am Kopf (da wo die Nerven sitzen) weich abgestützt. Ich habe das Modell „light“ – ohne Naseneisen. Meine Stute reagiert meist sehr fein. Wenn sie das nicht tut, gehe ich lieber einen Schritt zurück, als mehr Druck auszuüben. Mir ist das sympathischer.

Kappzaum Sabro

Aber kommen wir zurück zur Bodenarbeit. Wir machen die Gymnastizierung im Stil der akademischen Reitkunst.

HIER kannst du mehr darüber erfahren*

 

Wir nehmen seit kurzem zusätzlich Unterricht bei der wunderbaren Gerlinde Schnapperelle, die uns die ersten Schritte mit dem Kappzaum auch im Training und als Hausaufgabe mitgegeben hat. Ich fasse dir die Hausaufgaben gleich noch zusammen.

Infos zum Kappzaum

Ein großer Diskussionspunkt ist die Frage, wie der Kappzaum verschnallt wird. Die einen sagen: fest und hoch. Die anderen tiefer und locker. Ich denke, dass es darauf ankommt, wie das Pferd ist und was man damit macht. Bei vielen Trainern der akademischen Reitweise wird der Kappzaum bei der Handarbeit offenbar gerne etwas lockerer verschnallt, als man das sonst vielleicht kennt. Ich persönlich mag diese Form der Verschnallung, weil ich merke, dass meine Stute das begeistert annimmt.

  • Sie ist ein Pferd, das aufmerksam dabei bleibt und nicht bockig wird oder wegspringt.
  • Und ich longiere sie so nicht, sondern arbeite in kleinen Schritten an der Hand.

Warum das wichtige Eckpunkte sind? Das erkläre ich dir jetzt genauer:

ACHTUNG: Solange ein Pferd also kontrollierbar ist, ist es auch okay für mich den Kappzaum locker an der Nase zu verschnallen. Ist ein Pferd nicht kontrollierbar, würde ich ehrlich gesagt aber auch in der Bodenarbeit einen Schritt zurück gehen und erst einmal an einem Knotenhalfter Führtraining machen und die Basis-Kommunikation erarbeiten.

Der Kappzaum hat eine gewisse Zugwirkung, die sich vor allem punktuell und fein auf die Genickstellung auswirkt. Dadurch kannst du den Kopf des Pferdes bei der Arbeit sehr fein positionieren. Ein Halfter oder Knotenhalfter ist da deutlich schwammiger und nicht für die Hand- oder Longenarbeit zu empfehlen. Deswegen ist ein Kappzaum so toll, um Stellung und Biegung damit zu erarbeiten.

Die Kehrseite der Medaille ist aber auch der Druck. Denn wenn bei einem locker verschnallten Kappzaum der Zug auf den untersten Nasenknorpel und feinen Nasenknochen kommt, kann das dem Pferd sogar die Nase brechen. Dieser Knochen ist wahnsinnig dünn und fein. Solltest du also irgendwann auch mit dem Kappzaum longieren wollen, musst du ihn auf jeden Fall fester schnallen, als ich das hier auf den Fotos gemacht habe.

HIER bei TASH gibts noch mehr Infos zum Thema Biomechanik und Kappzaum

Kurz gesagt: Mit einem guten Kappzaum kannst du dein Pferd sehr viel besser gymnastizieren als mit jedem anderen Kopfstück, Halfter, Zaumzeug.

So passe ich den Kappzaum an:

  • Erst einmal ziehst du deinem Pferd den Kappzaum über Kopf und Öhrchen. Ich persönlich öffne ihn komplett, damit ich die Ohren nicht „klemmen muss“.
  • Dann stellst du die richtige Höhe des Kappzaumes ein.
  • Das Nasenteil des Kappzaumes soll etwa 2 Finger breit unterhalb des Jochbeinknochens deines Pferdes sein – nicht höher bitte, weil da die zwei großen Gesichtsnerven rechts und links entlangwandern. Beim Longieren auch nicht tiefer, weil der Kappzaum dann gut sitzen muss und du sonst deinem Pferd die Atmung erschweren kannst. (wie gesagt bei der Handarbeit sitzt er bei mir etwas tiefer und lockerer – aber wir arbeiten in Ruhe und Gelassenheit in so kleinen Schritten, dass ich meinem Pferd diese Lockerheit geben kann)
  • Bevor du loslegst: Immer nochmal checken, ob der Kappzaum auch nicht verrutschen kann. Wenn der Backenriemen (also der große seitliche Riemen) ins Auge rutschen kann, kann das deinem Pferd im schlimmsten Fall Verletzungen am Auge zufügen.

Und bevor du jetzt geschockt bist, weil du liest, was da alles mit einem Kappzaum passieren kann – das gilt natürlich auch für alle anderen Zäumungen. Wenn sie gut sitzen und schön passen, kann beim Training nichts schief gehen. Also alles gut, so ein Kappzaum ist ein sanfter Ausrüstungsgegenstand, der eigentlich in jede Sattelkammer gehört – genau wie das Halfter, der Führstrick und der Putzkasten.

Die ersten Schritte am Kappzaum

Schritt 1: Stehen bleiben!

Dafür brauchst du noch keinen Kappzaum, das geht auch mit jedem Hafter. Das ist doch total easy, denkst du jetzt vielleicht. Ist es für viele Pferde aber nicht. Vor allem für junge Pferde. Sie müssen das erst lernen. Kannst du mit deinem Pferd am Platz oder in der Halle 5 Minuten einfach stehen? Ohne, dass es unruhig wird, anfängt zu scharren, sich umzuschauen, zu trippeln oder zu drängeln, nach Aufmerksamkeit zu fordern? Super! Dann kannst du gleich weiter zu Schritt zwei.

Kappzaum Bodenarbeit

Schritt 2: Abwärts lösen!

Es ist wichtig, dass das Pferd lernt sich abwärts zu lösen. Sich fallen zu lassen und locker zu werden im Nacken. Nur dann kannst du an der Stellung arbeiten und irgendwann auch an Schwung und Versammlung. Wenn das Pferd nicht versteht, dass es deiner Hand weich folgen und sich lösen soll, wird es nie durchlässig genug sein um von hinten (also der Hinterhand) über den Rücken nach vorne zu schwingen. Das wiederum bedeutet aber, dass es nicht richtig untertreten wird mit der Hinterhand, es wird also im Rücken fest bleiben und dann kann es dich nicht richtig tragen auf seinen Rückenmuskeln.

Du musst dir das vorstellen wie einen in sich geschlossenen Kreislauf. Nur wenn das Pferd von hinten nach vorne und umgekehrt durchlässig ist, wird es sich Stellen und Biegen können. Das Pferd ist ein einziger großer Kreislauf. Alle Muskeln sind in irgendeiner Form mit anderen Muskeln verbunden. Die Sehnen, die Muskeln und letztlich auf die Faszien halten das Knochengerüst zusammen. Denn die lange große Wirbelsäule wird nur durch wenige Knochen im Körper gestützt. Der ganze Rücken wird nur von den Muskeln dort zusammengehalten.

Kurz gesagt: Wenn du also die Muskeln nicht komplett trainierst und dafür sorgst, dass dein Pferd durchlässig ist und sich Abwärts lösen kann, wirst du nie einen schwingenden lockeren Rücken bekommen.

So, kommen wir wieder zurück zu Schritt 2: Abwärts lösen

Du stellst dich frontal vor dein Pferd, schnallst den Strick in der Mitte am Kappzaum ein und zuppelst leicht Richtung Vorwärts Abwärts. Also zu dir hin und nach unten gerichtet.

ACHTUNG: Nicht ziehen und zerren. Nicht viel Druck verwenden. Leicht und sanft zupfeln! Mehr nicht. Spür in deine Finger, damit du sofort merkst, wenn dein Pferd nachgibt und du dann auch sofort aufhörst zu zupfeln. Das ist sehr wichtig! Damit dein Pferd versteht, was du von ihm möchest und diese Übung nicht als Druck empfindet.

Sobald dein Pferd nachgibt, hörst du kurz auf und lobst es ausgiebig. Dann zuppelst du weiter. Lobst wieder sobald es aufhört. Sobald es den Kopf etwas tiefer hat, keinen Gegendruck gibt und entspannt dort bleibt, lässt du sanft los und lobst dein Pferd als ob du verrückt werden würdest vor Glück.

Kappzaum Bodenarbeit

Kappzaum Bodenarbeit

Kappzaum Bodenarbeit

Kappzaum Bodenarbeit

Auf den Fotos siehst du, dass Carey noch nicht ganz perfekt ist. Aber wir fangen ja erst damit an. Wenn du das jetzt jeden Tag nur ein oder zwei Minuten übst, wird es besser und besser und besser werden.

Das Ziel: Irgendwann „folgt“ das Pferd deiner Hand. Das ist richtig toll! Es zeigt, dass dein Pferd dir und deiner Hand vertraut. Das kannst du jetzt jeden Tag üben. Am Anfang machst du das und stellst dein Pferd wieder auf die Weide, sobald es einmal geklappt hat. Das gibt ihm das Gefühl, etwas richtig gut gemacht zu haben und die Motivation das nächste Mal sofort den Kopf zu lösen. Wenn das gut klappt, kannst du das immer mal wieder am Anfang vor eurer Trainingsstunde abfragen.

Demnächst erkläre ich euch Schritt drei – die Stellung links und rechts. Aber erstmal Schritt 2 üben. Und wenn ihr mögt, dann schreibt mir doch, ob das geklappt hat. Wie es bei euch lief oder ob eure Pferde das schon können? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Belohnung: Wälzen

Danach darf Madame sich immer wälzen – was sie auch sehr genüßlich tut. Das ist eine nette kleine Belohnung, die du deinem Pferd gönnen kannst nach der Arbeit.

Pferd Wälzen

Pferd Wälzen

Wie du dein Pferd dann zu dir holen kannst?

Körper leicht einladend eindrehen, rufen (bei mir ist es ihr Name und ein lockendes Geräusch) und dann warten.

Pferd rufen

Pferd rufen

Pferd rufen

Pferd rufen

Es ist natürlich hilfreich, wenn du viel Freiarbeit mit dem Pferd machst, dann kennt es das eine oder andere schon. Wie zum Beispiel die Körperbewegungen.

Wenn dein Pferd erstmal nicht kommt, kannst du versuchen tief auszuatmen und alle Energie rauszulassen, wieder warten. Wenn das alles nichts hilft, gehe deinem Pferd entgegen und lass es nur den letzten Schritt zu dir tun. Lob es dann ganz ausführlich. Es ist toll, wenn ein Pferd freiwillig zu dir kommt.

Autor: Petra Haubner

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

8 Kommentare zu “Bodenarbeit: Die ersten Schritte mit dem Kappzaum

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    für meinen Ponymann habe ich den Kappzaum von Geitner. Der ist ohne Naseneisen und man kann ihn bezahlbar auf die Größe des eigenen Pferdes anfertigen lassen. Da meinem Pony nichts von der Stange passt (er ist einfach zu klein und hat auch nicht den typischen Shettydickschädel), ist das für mich natürlich wichtig.

    Die Übung Stehen bleiben, erarbeiten wir uns gerade. Hier braucht es viel Geduld von mir, da er sie nicht hat. Stillstehen fällt ihm sooo schwer und er mag die Übung auch gar nicht gerne. Mittlerweile kann ich mich allerdings auch schon ein gutes Stück von ihm entfernen und er bleibt stehen. 🙂
    Die Übung Kopf tief kann er schon länger. Ich habe es ihm allerdings ohne Strick zuppeln beigebracht. Es reicht meiner Meinung nach bei den meisten Pferden aus sich klein zu machen, sie folgen dann mit dem Kopf um zu schauen, was man da gerade macht und schon kann man loben.
    Wir sind gerade dabei das Führen in Stellung zu erarbeiten. Ich nutze hier allerdings noch nicht den Kappzaum, sondern momentan machen wir das noch komplett frei. Er benutzt meine Hand als Target. Für mich ist das momentan die bessere Alternative, da er noch nicht so die Muskeln hat und schnell ermüdet. Mit dem Kappzaum käme ich unter Umständen in Versuchung ihn "festzuhalten", wenn er nicht mehr kann. Denn leider üersehe ich dann doch manchmal leichte Signale der Erschöpfung. Gerade wenn man alleine trainiert, sehe ich nicht immer jedes Detail meines Ponys. So kann er aber jederzeit den Hals einfach wegnehmen, wenn es zuviel wird. Dadurch, dass wir das Ganze mit Spaß machen, ist er trotzdem begeistert dabei und man sieht richtig, wie er sich anstrengt und ich sehe manchmal fast kleine Rauchwölkchen über dem Ponykopf. 🙂

    Deine Carey ist ja schon ne Hübsche.
    Vielleicht darf ich sie ja mal persönlich kennen lernen.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, da hast du Recht – die Erschöpfung rechtzeitig zu erkennen, weil uns das noch nicht als viel erscheint, was die Pferde gerade für uns machen mussten, das ist wirklich ein Punkt. Ich finde beeindrucken, dass du das alles frei erarbeitest. Ich mag auch deine Idee von "Kopf tief", nur das klein machen funktioniert bei Carey einmal, vielleicht. Dann ignoriert sich mich, wenn sie gerade nicht mag. Und sie soll lernen der Hand zu folgen – auch seitlich und nach oben, deswegen zupfeln wir. Es ist ein bisschen mehr Druck als bei dir, aber immer ganz leicht und fein. Da arbeiten wir einfach ein klein bisschen anders als ihr. Aber ich finde toll, was du machst!!! Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Benni W. sagt:

    Sehr schöner Beitrag!
    Besonders, dass man die Zäume nicht so zuzieht finde ich wichtig. Das geht bei meinem Pferd nach einem Kieferbruch nämlich überhaupt nicht.
    Ich habe meinen Zaum bei Dauberg&Roth gekauft, da die Werbung damit machen, dass man deren Kappzaum kaum zuziehen muss, weil das Pferd ein lockeres Kiefergelenk braucht und abkauen können muss. Und siehe da: Es funktioniert trotz (superweich abgepolstertem) Naseneisen!

    Wir traben jetzt bereits in Stellung an und können zumindest auf der besseren Hand bereits einige Tritte Schulterherein im Trab. Mittlerweile macht mir das fast mehr Spaß als Reiten 🙂

    Liebe Grüße,
    Benni

    • Petra sagt:

      Hallo Benni, ja das geht mir genau wie dir mit den Kappzäumen – ich weiß, dass sie zum Longieren einigermaßen fest sitzen müssen, damit nichts ins Auge rutscht und die punktuelle Wirkung auch in der Fliehkraft in der Mitte verbleibt – sonst erreicht man ja das Gegenteil und das Pferd verwirft sich eher, wenn der Kappzaum verrutscht. Aber bei der reinen Handarbeit am Boden – bei der ich mitlaufe – ist das wirklich nicht so nötig aus meiner Sicht. Und wenn das Pferd zu wild werden würde, dann muss man eben die Lernschritte verkleinern und nicht den Zaum fester ziehen. Das ist ja schon toll, was ihr da erreicht – das ist gar nicht so einfach. Ich liebe die Bodenarbeit auch sehr und mag sie mittlerweile genau wie du, auch fast lieber als das Reiten 🙂 Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Aline sagt:

    Ja.. die Sache mit dem Kappzaum.
    Schön, dass Du auch darauf eingehst, dass der Nasenteil nicht zu fest sitzen sollte.
    Beim Sperrriemen beschweren sich alle, wenn er zu fest zu ist. Der Kappzaum wird häufig aber genauso fest zugezogen, was mindestens genauso schlecht ist wie beim Sperrriemen. Aber zieht man ihn nicht fest zu, dann rutschen sie ins Auge.
    Hab auch schon einige Kappzäume durch und bin jetzt bei dem von Dauberg & Roth hängen geblieben. Ich kann den Kappzaum locker verschnallen und problemlos damit longieren OHNE, dass er ins Auge rutscht. Meiner Meinung nach einer der besten Kappzäume aktuell auf dem Markt. Präzise einwirken bei lockerer Verschnallung ohne rutschen.
    Finde bei dem von Sabro auch schade, dass noch ein Kehlriemen vorhanden ist, den braucht man eigentlich beim Kappzaum nicht. Bin allgemein ein Fan davon nur so viel Leder wie nötig am Pferd zu haben.

    Aber wir haben seit dem neuen Kappzaum wieder richtig Spaß daran. Gab mal eine Zeit, da haben wir den Spaß an der Handarbeit echt verloren, weil die Kappzaumsuche sehr mühselig ist.
    Dabei bringt einem das so viele positive Dinge. Ich tu mittlerweile so ziemlich alle Lektionen am Boden (mit Kappzaum) vorbereiten ehe ich sie aus dem Sattel abrufe.
    Am Kappzaum kann man sein Pferd meiner Meinung nach so vielseitig und ausgiebig beschäftigen, dass man manchmal echt gar nicht mehr ans Reiten denkt.
    Mittlerweile sind wir schon bei etwas schwierigeren Lektionen am Kappzaum. Sowohl im Schritt als auch im Trab und Galopp. Das macht auch richtig Spaß und man findet immer etwas neues, was man noch machen kann. 🙂

    Liebe Grüße
    Aline

    • Petra sagt:

      Liebe Aline, das stimmt – da wird oft geschnürt als ob es kein Morgen gäbe. Beim Sabro-Model hast du Recht, der Kehlriemen stört mich auch ein bisschen und Madame Pferd findet auch, dass er wegkann. Aber ansonsten mag ich ihn auch sehr gerne. Wobei das Model von Dauberg & Roth auch sehr spannend aussieht. ICh habe ihn auch schon ein paar Mal ins Auge gefasst. Viele liebe Grüße an euch zwei und bis bald, Petra

  4. Lena sagt:

    Liebe Petra,

    auf der Suche nach Inspiration für einen Bodenarbeits-Trainingsplan bin ich nun über diesen Artikel gestolpert – wunderbar!
    Der Ponymann und ich nutzen den Kappzaum von Barefoot, also das Contour Physio-Kopfstück mit dem Shape It-Nasenteil. Der biegsame Draht im Nasenteil ermöglicht eine passgenaue Form und die Verschnallung kann so lose wie möglich erfolgen, ohne dass der Kappzaum verrutscht. Zum Longieren und Spazieren gehen einfach super!
    Für die Bodenarbeit habe ich bisher ein Knotenhalfter verwendet, aber war nie ganz zufrieden damit, hatte eher das Gefühl, dass meine Hilfen schwammig ankamen und der Ponymann nicht so recht wusste, was ich von ihm möchte. Nun probiere ich den Kappzaum mal aus, vielleicht hilft er ja 🙂
    Handarbeit wurde bisher immer mit der normalen Trense gemacht, das hat auch immer gut funktioniert. Aber mir gefällt der Gedanke, dass es auch ohne Gebiss geht – nämlich mit dem Kappzaum. Dieses neue Ziel wird jetzt verfolgt und probiert, ob der Ponymann das auch so sieht 😉

    Du schreibst in Deinem Artikel unter Schritt 1, dass ein Pferd auch mal 5 Minuten still stehen können sollte, ohne dass es sich umschaut. Hmm. Das sehe ich etwas anders, denn ein Fluchttier darf sich meiner Meinung nach immer umschauen, solange es trotzdem beim Herdenchef bleibt mit seiner Aufmerksamkeit und nicht abschaltet. 5 Minuten sind eine lange Zeit, und ich muss ehrlich sagen, auch ich hätte keine Geduld, mich "völlig sinnfrei" (wie es sich für ein Pferd anfühlen muss), in die Halle oder auf den Platz zu stellen. Selbstverständlich ist auch permanentes "Rumgehibbel" nicht gut, daran sollte man arbeiten.
    Gerne übe ich z. B. das ruhige Stehen im Gelände beim Spaziergang, indem ich den Ponymann duchpariere, lobe, tief durchatme, wieder lobe und weitergehe. Diese Phasen werden mal kürzer oder mal länger, damit sich keine Routine einstellt und Herr Pony anfängt mit "Ich weiß was jetzt kommt" und auf eigene Faust losläuft, sondern auf mein Kommando achten muss. So habe ich auch immer die Aufmerksamkeit. Wenn wir stehen, muss er aber nicht permanent mich fixieren, sondern darf sich umschauen – nur eben nicht loslaufen. Das klappt wirklich gut, nur das Stehen bleiben wenn ich weggehe müssen wir noch üben, da will er immer mit.

    Liebe Petra, Deine Beiträge sind soooo toll, und ich entdecke immer wieder neue, spannende Aspekte, die zum Nachdenken anregen. Weiter so! 🙂

    Liebe Grüße,

    Lena

    • Petra sagt:

      Liebe Lena, dann bin ich ja mal gespannt wie der Kappzaum für euch und die Bodenarbeit funktioniert. Ich bin Fan, weil es so präzise ist in der Signalgebung. Vielleicht sollte ich über meinen Text auch nochmal drübergehen. Ich meine mit "umschauen" nicht, dass das Pferd geradeaus starren muss 😉 Sondern mit seiner Aufmerksamkeit vor allem bei mir sein und nicht wild mit Kopf und Körper herumhibbeln soll. Eher als "gemeinsames" entspannen und nicht als starre Übung "stehend". Wenn das so noch nicht klar genug rübergekommen ist, dann muss ich da nochmal ran. Viele liebe Grüße an euch und bis bald, Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *