Gebisslos / Gebisslose Zäumungen

Sanft, fein und ohne jeden Druck im Pferdemaul: Das ist zumindest das Klischee von der Gebisslosen Zäumung.  Aber bei dem großen Lob auf die gebisslosen Zäumungen vergessen viele, dass auch gebisslose Zäumungen mit Druck arbeiten – statt im Pferdemaul eben an der Pferdenase und im Pferdegenick. Soviel vorweg: auch ich reite Gebisslos und erklären gerne gleich, wieso das für mich die beste Alternative ist. Welche Gebisslosen Zäumungen es gibt, wie sie wirken und wie man mit ihnen reitet, erklärt der Artikel Schritt für Schritt.

SLIDER-Bilder-gebisslos

Das wichtigste ist ohnehin, dass wir auf unsere Pferde hören. Wenn das Pferd gelernt hat, dass es eine Meinung haben darf und dass du ihm zuhörst, wird es dir auch sagen, ob es die aktuelle Zäumung mag oder nicht. Meine Erfahrung ist bislang, das viele Pferde die gebisslosen Zäumungen wie ein Sidepull oder das Bosal deutlich lieber mögen als das Gebiss, aber manche mögen es eben auch nicht.

Hier die Fakten

Fragen, die immer wieder auftauchen sobald es um gebisslose Zäumungen geht:

  • Was passiert eigentlich im Pferdemaul, wenn keine Trense an der Zäumung hängt?
  • Wie wirkt ein Bosal und wie ein Sidepull?
  • Funktionieren Stellung, Biegung und die Versammlung richtig beim Gebisslosen Reiten?
  • Sind die Gebisslosen Varianten wirklich so viel sanfter als das Gebiss?

Die Antworten sind so vielfältig wie die Zäumungen. Denn es gibt verschiedene Gebisslose Zäumungen. Vom mechanischen Hackamore bis zum klassischen Kappzaum. Erstere kann ganz schön scharf sein, letztere ist ein Supertool für die Bodenarbeit und auch zum Reiten ganz gut.

Egal welche Zäumung: Die richtige für dein Pferd und dich findest du, wenn du dein Pferd fragst. Das hängt nämlich ein bisschen davon ab, was dein Pferd mag und was du magst.

Harmonie und Partnerschaft! Das sind die Emotionen nach denen wir uns sehnen, wenn wir mit unseren Pferden zusammen sind. Da scheint es unschön ihnen einfach ein Gebiss ins Maul zu stopfen und dann am Maul zu ziehen. Der Gipfel dieser Sehnsucht ist das Reiten mit dem Halsring. Das geht, wenn dein Sitz und deine Gewichtshilfen so gut funktionieren, dass das Pferd dich trotzdem versteht. Denn – egal wie sanft wir am Zügel sind, hat das Zaumzeug doch eine Einwirkung und damit eine klare Hilfengebung.

Dafür braucht es aber nicht unbedingt ein Gebiss. Das geht auch Gebisslos. Aber das Geländereiten ohne Notbremse im Pferdemaul klingt für viele erst einmal so beängstigend, dass sie sich nicht ranwagen wollen. Manchmal ist es vielleicht auch Gewohnheit, die einem beim Gebiss bleiben lässt.

Ich habe immer wieder festgestellt, dass die meisten Pferde das Gebisslose Reiten sehr mögen, wenn der Reiter erst einmal bereit ist, sich darauf einzulassen. Und dass alle Pferde, die ich bislang geritten habe, auch ohne Gebiss nicht abgedampft sind im Gelände. Im Gegenteil es wurde meist viel entspannter als mit einem Gebiss oder gar der Kandare, die viele gerne im Gelände ihren Pferde aus (vermeintlichen) Sicherheitsgründen einschnallen.

INFO: Gebisslose Zäumungen wirken auf Nase und Genick ein. Es ist also nicht so, dass Gebisslose Zäumungen komplett ohne Druck funktionieren. Der Druck landet einfach nur an einem anderen Punkt.

Was ist gebissloses Reiten

Warum Gebisslos Reiten?

Viele Pferden mögen es einfach lieber. Das ist schon der dickste Grund. Außerdem:

  • Du kannst ein junges Pferd schonend gebisslos anreiten – da seine Zähne und der Kiefer vielleicht noch in der Entwicklung sind
  • Der Durschschnittsmensch neigt dazu zu nutzen, was er hat. Man neigt also oft leider viel mehr dazu die Zügel zu nutzen, wenn am anderen Ende ein Gebiss hängt – pure Psychologie
  • Pferde können auch mit einer gebisslosen Zäumung muskulär locker und nachgiebig sein
  • Wenn ein Pferd Zahnprobleme hat oder im Zahnwechsel ist, ist eine Gebisslose Zäumung eine gute Idee
  • Es dient auch zur Korrektur von Pferden, die unter Vertrauensverlust leiden weil sie von ihrem Vorbesitzer schlecht behandelt wurden – zum Beispiel, weil er eine Zäumung mit Gebiss verwendet hat
  • Es gibt diverse Studien die zeigen, dass die Anatomie der Pferde nicht für Gebisse gemacht ist – im Maul ist schlicht zu wenig Platz dafür

Gebisslos Reiten und die Wissenschaft

Kommen wir doch direkt zu den besagten Studien.

Für erste Zweifel an den Gebissen sorgte vor über zehn Jahren der amerikanische Uni Professor Professor Doktor Robert Cook. Er hat eine Studie zur Auswirkung des Gebisses auf das Pferdemaul durchgeführt. Dafür hat er drei Jahre lang über 100 Pferde untersucht um festzustellen wie die Gebisse auf das Pferdemaul wirken. Sein Ergebnis war vernichtend.

Das Ergebnis seiner Studie: Fremdkörper im Maul lösen im Pferd den Reflex zur Nahrungsaufnahme aus. Das Pferd wird also speicheln sobald es ein Gebiss im Maul hat. Da Pferde entweder fressen oder Atmen können aufgrund ihrer Anatomie, wird der SChluckreflex den Atemreflex stören. Gerade unter der Belastung bei einem Galopp oder Trab, also einer schnellen Gangart, kann das die Atmung so stark einschränken, dass das Pferd tatsächlich kurzzeitig gar nicht atmen kann. Das wiederum löst Ängste im Pferd aus. Die bloße Anwesenheit eines Gebisses im Pferdemaul reicht also nach Robert Cook schon, um das Pferd zu behindern.

Seine Studie hat für Furore gesorgt, weil er das Gebiss für zahlreiche Verhaltensstörungen verantwortlich macht, wie koppen oder weben oder auch Veränderungen der Kieferknochen.

Gleichzeitig hat die tierärztliche Hochschule Hannover nachgewiesen dass in der Mundhöhle des Pferdes gar kein Platz für ein Gebiss ist. Diese Studie wurde tatsächlich von einem Gebiss-Hersteller in Auftrag gegeben. Durch die jahrelange Veredelung in der Zucht ist das Pferdemaul on top in den letzten Jahrhunderten immer kleiner geworden, so die Studie aus Hannover außerdem. Deswegen hat das Gebiss im Pferdemaul heutzutage erst Recht keinen Platz mehr.

Soweit die wissenschaftlichen Fakten.

Hier findest du einen Artikel mit der Erfinderin des LG Zaum ist Monika Lehmkühler darüber warum für sie Gebisslosreiten die einzig wirkliche Alternative ist

Notbremse Gebiss im Gelände

Viele Reiter haben Angst ihr Pferd ohne Gebiss im Gelände zu reiten. Denn es könnte ja sein, dass das Pferd einfach beschließt abzudampfen und man dann keine richtige Notbremse hat. Das Gebiss gibt den Reitern also das gute Gefühl über Schmerz letztlich auch auf ein fluchtbereites Pferd einwirken zu können.

Grundsätzlich stimmt das auch irgendwie. Mit einem Gebiss hast du deutlich mehr Wirkung als ohne. Nämlich Schmerz als Wirkung! Neben der Tatsache, dass das nicht besonders schön und pferdefreundlich ist, wirst du aber ein fluchtbereites Pferd auch mit Schmerz nicht wirklich zurückhalten können. Es gibt sogar Experten die glauben, dass der Schmerz das Pferd eher noch in seinem Fluchtreflex beflügen könnte.

Wenn du das Gebiss nicht fein reitest, keine ruhigen Hände hast und zuviel Zug ausübst – was ganz schnell passieren kann – dann löst du ja erst Schmerzen aus. Auch das kann übrigens manchmal das Gegenteil von dem bewirken, was wir mit dem Gebiss eigentlich erreichen wollen.

Es gibt so viele Berichte von Pferden die mit Gebiss geritten immer kurz vor dem Durchgehen waren, aber plötzlich lammfromm mit Sidepull oder LG Zaum durch das Gelände laufen.

Der richtige Sitz – Gebisslose Zäumung

Gebisslose Zäumungen sollten sehr gut am Pferdekopf sitzen, damit die Hilfen nicht schwammig werden. Wie bei allen Zäumungen gilt, dass sie nicht zu dicht am PFerdeauge sein darf, damit sie nicht verrutschen und ins Auge gelangen kann. Außerdem sollte sie nicht auf dem Nasenrücken nach oben rutschen können in Richtung Jochbein. Da sitzt ein sehr empfindlicher und großer Nerv. Die Gebisslose Zäumung darf natürlich nicht scheuern oder irgendwelche scharfen Kanten haben.

Deine Hilfen müssen schön fein und punktuell ankommen können. Das funktioniert bei Gebisslosen Zäumungen über das Neckreining (also die Zügelhilfen am Hals), Nasenrücken und Genick. Unterstützt durch Gewichts- und Schenkelhilfen.

Die häufigsten gebisslosen Zäumungen

  1. Der Kappzaum: Wird gerne in der Bodenarbeit verwendet oder zum Longieren oder beim Training junger Pferde. Ist auch eine Super Zäumung für gebisslose Sessions am Platz. Er liegt sehr eng am Kopf – enger zum Beispiel als das Knotenhalfter – gleichzeitig hat er drei mögliche Hakenpunkte am Nasenriemen. Rechts, Links und in der Mitte. An diesen drei Ringen kann man die Longe befestigen und hat so eine sehr genaue Einwirkung auf die Genickstellung des Pferdes. Gleichzeitig wird Druck auf das Nasenbein ausgeübt. Das Pferd lernt so fein auf die Hilfen des Reiters zu reagieren. Du kannst aber auch in die Ringe rechts und links deine Zügel einschnallen und damit Gebisslos reiten. So mache ich das gerne. Erst Bodenarbeit, dann umschnallen und reiten.
  2. LG-Zaum: Die ehemalige Dressurreiterin Monika Lehmenkühler hat den LG-Zaum erfunden. Sie hatte ein Pferd mit einem kranken Kieferknochen und deswegen nach einer idealen gebisslosen Zäumung gesucht. Gefunden hat sie keine, aso hat sie einfach selbst eine entwickelt. Der LG Zaum ist im Grunde ein sechsspuriges Rädchen, das über Nase, Genick und Kinnriemen wirkt. Es wird an den drei Stellschrauben an der Zäumung befestigt. Je nachdem wo der Reiter die Zügel einschnallt, wirkt das Glücksrad mehr oder weniger stark in seiner Hebelwirkung. Das ist auch das einzig relevante Stichwort an dieser Stelle: Der LG-Zaum hat genau wie die mechanische Hackamore eine ganz schön scharfe Einwirkung. Deswegen muss man sehr sanft und bewusst damit umgehen.
  3. Sidepull: Im Grunde ist das Sidepull eine Art Halfter – allerdings mit einem verstärkten Nasenriemen, der meistens aus Rohhaut oder Leder ist. Es liegt sehr locker am Pferdekopf und wirkt vor allem auf die Nase ein. So ein Sidepull ist super um ins Gelände zu reiten oder entspannte Gangartenwechsel zu machen oder Zügelhilfen zu üben. Ansonsten ist es für Dressurlektionen eher nicht geeignet weil die Hilfen viel zu schwammig ankommen.
  4. Bitless Bridle: Professor Robert Cook hat das Bittless Bridle erfunden. Direkt nachdem er seine Studie durchgeführt hat. Das Bittless Bridle wirkt im Grunde auf den Nasenrücken und auf das Kinn. Durch die “Schlaufwirkung” kann es bei Zug eine starke Hebelwirkung entwickeln. Deswegen muss man auch das Bitless Bridle sehr bewusst nutzen. Es ist nicht sanft, nur weil es gebisslos ist. Die Züge am Bitless Bridle laufen über das Genickstück unter den Gamaschen und führen dann durch seitliche Ringe am Nasenbein entlang. Es hat im Grunde zwei Riemen die sich unter dem Pferdemaul (Kehlriemen) kreuzen.
  5. Kalifornische Hackamore: Ist ein anderer Begriff für eine Zäumung mit Bosal. Das Bosal kommt aus der Altkalifornischen Reitweise. Die Kalifornische Hackamore besteht aus dem Bosal und der Mecate. Letztere ist in aller Regel aus Pferdehaar oder Lamahaar. Die Mecate ist am Bosal befestigt. Das Bosal hat eine Wirkung auf die Pferdenase, den Nasenrücken und die Außenseite der Nase. Deinem Pferd sagst du über die Rotation des Bosals , in welche Richtung es gehen soll. Gleichzeitig kitzelt die Mecate durch das Anlegen am Pferdehals und verstärkt so das Signal.
  6. Mechanische Hackamore: Die Kalifornische Hackamore ist im Gegensatz zur mechanischen Hackamore eine feine und sanfte Zäumung. Das mechanischen Hackamore wird sehr kritisiert als die schärfster alle gebisslosen Zäumungen. In die Zäume sind zwei Metallteile rechts und links eingebunden. Sie haben eine extreme mechanische Wirkung durch den Zügel. Dadurch wird der empfindliche Kinnnerv unter Druck gesetzt. Plus Nasenbein und Genick. Das kann sehr unangenehm bis schmerzhaft für das Pferd sein. Im Grunde ist die mechanischen Hackamore vergleichbar mit der Kandare.
Frage: Das waren alle gebisslosen Zäumungen, die mir eingefallen sind – wenn du noch mehr weißt, dann gib mir gerne Bescheid und schreibe einen Kommentar.

 

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27 Kommentare zu “Gebisslos

  1. Julia sagt:

    Das Bosal ist eine Hackamore, eine Hackamore aber kein Bosal ;) Das Bosal (kalifornische Hackamore) ist meines Wissens eine Art von Hackamore, und da gibt es auch noch sehr viele andere, wie die Blumen-, oder die englische Hackamore.

    • Petra Haubner sagt:

      Das stimmt – Ich habe noch das kleine Wörtchen "Kalifornische" Hackamore ergänzt – jetzt ist es wirklich doppelt und dreifach klar. Aber das Bosal ist eine Hackamore. Das was du meinst ist die mechanische Hackamore. DIe gibt es in verschiedenen Formen und wird im Artikel auch beschrieben :-) Viele liebe Grüße, Petra

    • Janet sagt:

      Ich danke dir sehr für den Bericht! Er bestätigt mich doch sehr in meinem empfinden heute! Ich habe keine Pferdeerfahrung und bin plötzlich Ponybesitzerin und lerne grade durch ihn unheimlich viel. Man schenkte mir heute ein Zaumzeug mit Gebiss und uch sollte es gleich testen. Seine Augen sagten alles, seine Energie veränderte sich, er ging in den Wiederstand. Das habe ich mir einen normalen Halfter und Strick noch nie erlebt. Dabei werden wir auch erst einmal bleiben und uns etwas gutes ohne Gebiss suchen.

  2. Lüdi Milena sagt:

    Hallo ich lese in der letzten Zeit viel über Gebisslose Zäumung. Mir fehlt jedoch jedesmal das Knotenhalfter. Ich reite jetzt schon lange mit dem Knotenhalfter und bin sehr fän davon. Aber in jedem Artikel den ich lese über gebisslose Zäumung fehlt es. Würde mich freuen dazu etwas zu hören. Auch Kritische Stimmen.
    Glg Milena Lüdi

  3. Anja sagt:

    Juhu, ich bin auf der Suche nach Schärfe und Pferdefreundlichkeitsbewertung der verschiedenen Micklem Gebisslosen Varianten. Besonders interessiert bin ich an der Medium Version. Gibt es hierfür auc einen Fundus?

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Anja, ohje – da ich die Micklem-Zäumung noch nicht getestet habe, kann ich dir leider gar nichts dazu sagen. Aber vielleicht meldet sich noch jemand, der sie schon kennt und kann dir da weiterhelfen. Ganz liebe Grüße auf jeden Fall, Petra

  4. Anna sagt:

    Ich stöber grad schon die ganze Zeit durchs Internet auf der Suche nach genau solchen Seiten ;)! Meine Stute verliert bei Zügelaufnahme ihre Nickbewegung komplett und jetzt wollen meine Trainerin und ich versuchen sie gebisslos zu reiten um sie von den schlechten Erinnerungen mit Gebiss weg zu bekommen. Grad ein Hackamore mit kurzen Anzügen bestellt 😊

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Anna, dann drücke ich dir die Daumen. den Ansatz ein neues Gebiss zu versuchen, finde ich schon mal super. Nur noch ein Gedanke: Das Hackamore ist ziemlich "scharf" – es ist sozusagen die Kandare unter den Gebisslosen Zäumungen. Ich würde erst einmal mit einem Sidepull starten. Aber das ist nur ein Gedanke von mir :-) Auf jeden Fall viele liebe Grüße, Petra

  5. Dörte Kohlstock sagt:

    Ich durfte vor kurzem das Lindel testen. Erst war ich begeistert, wie ruhig und ausgeglichen mein Pferd damit läuft.Nach der Probestunde aber sah ich,dass der Nasenrücken leicht aufgescheuert war. Nun lass ich lieber die Finger davon, überlege aber auch, was ich evtl.falsch gemacht haben könnte.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Dörte, ehrlich gesagt habe ich das Lindel noch nicht getestet. Wenn du einen aufgescheuerten Nasenrücken hast, dann war es aber vielleicht nicht die richtige gebisslose Zäumung für euch. Und du kannst es noch mit einer anderen probieren – ein Sidepull beispielsweise. Wir haben ein gut sitzendes im Shop – von Hillbury. Oder du schnappst dir ein anderes. Dein Pferd scheint ja grundsätzlich zufrieden zu sein mit dem Gebisslosen :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  6. Kati sagt:

    Hallo
    Ich möchte es bei mein Pferd gern mal testen.
    Er hat ein Riesen Problem ans Gebiss ran zu treten. Läuft nur ganz schwer durchs Genick und wenn ich versuche ihn zu arbeiten und die Zügel aufnehme wird er böse und will sich entziehen.
    Ich möchte gern herausfinden ob er ohne Gebiss besser läuft anders läuft oder überhaupt läuft.
    Gesundheitlich ist alles abgecheckt und nichts auffällig.
    Er ist erst 9 und ein ehemaliger Springer in seinen jungen Jahren muss er schon viel mitgemacht haben.
    Hat du einen Tipp für mich womit ich anfangen kann.
    Ich muss allerdings auch gestehen das ich den Gedanken des Kontrollverlust ohne Gebiss auch habe. Bin aber offen und neugierig.
    Gib mir einen Tipp
    Liebe grüße

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Kati, das kann ich gut verstehen – ihr könnt ja auf dem Platz unter Anleitung starten :-) Für den Einstieg könntest du einen LG-Zaum nehmen (da hast du durchaus Hebelwirkung, kannst aber auch sehr feine klare Hilfen geben) – oder ein klassisches Sidepull. Das ist aber supersoft. Was toll ist – aber vielleicht gibt es dir kein so gutes Gefühl für den Anfang und letztlich reagieren die Pferde ja auch auf unser Gefühl. Alles LIebe, Petra

  7. Ulli sagt:

    Reite ich mit Gebissloserzäumung genauso wie mit Gebiss) man treibt das Pferd ja an das Gebiss heran um die Anlehnung zu erreichen. Treibe ich mein Pferd also vorwärts und halte einfach leicht Zügelkontakt? Mit Gebiss klappte das immer gut. Aber mein 6jähriger mag seit einiger Zeit kein Gebiss mehr. Zähne wurden behandelt und sind aktuell ohne Befund. Da ich mich wahnsinnig getestet habe an Gebissen, reite ich nun ohne. gefällt ihm auch gut, die Streßfalten am Maul und Auge sind weg. Ich erreiche nur keine Anlehnung und alles was mit dran hängt nicht. Bei mir im Umkreis reitet niemand Gebisslos und kann es mir zeigen. Bin also etwas auf mich gestellt. Lg

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Ulli, hui – da zu wurden ganze Bücher geschrieben :-) für das gebisslose Reiten im "Dressurstil" gibt es zum Beispiel den LG-Zaum. Er hat durchaus Wirkung, aber du kannst und sollst ihn ja fein nutzen. Schau mal – da gibt es HIER ein Interview mit der Erfinderin (https://www.pferdefluesterei.de/warum-gebisslos-die-einzige-alternative-ist-monika-lehmenkuehler-im-interview/), da erklärt sie auch, ob man etwas anders machen muss. Ich "schicke" dich rüber zum Interview, dann kannst du in aller Ruhe lesen :-) Ganz liebe Grüße, Petra

    • Elke sagt:

      Hallo,
      Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, mein Pferd gebisslos zu reiten, da ich alles an Gebissen bisher ausprobiert habe. Leider hatte ich stets das Gefühl, dass ihm das Gebiss sehr unbehaglich ist. Schon beim Anblick der Trense dreht er den Kopf weg, reißt das Maul auf und verrenkt den Kiefer! Ich kenne mich aber so gar nicht aus, bin daher froh, diese Seite gefunden zu haben und wüsste gern, wie und womit fange ich an? Ich möchte auf keinen Fall etwas aus Unwissenheit falsch machen!
      LG Elke

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Elke, das klingt tatsächlich so, als ob dein Pferd das Gebiss nicht ganz toll findet. Ich denke, dass du einfach schauen musst, welche Gebisslose Zäumung für euch die richtige ist. LG-Zaum, Sidepull oder vielleicht das Bosal oder oder. Das geht über Trial and Error – jede Zäumung hat das eine oder andere Extra in der Anwendung. Deswegen ist es schwer dir jetzt einen Grundsatztipp zu geben. Ich persönlich fand es gut mit einem Sidepull zu starten, aber das war mein Ansatz. Ich kenne dich und dein Pferd und eure Wünsche nicht. Deswegen: Ich kann dir folgendes Buch für den Einstieg empfehlen: “Reiten ohne Gebiss”

      Ganz liebe Grüße,

      Petra

  8. Claudia sagt:

    Hallo Pferdefreunde,
    egal ob mit oder ohne Gebiss, es ist immer auch eine Frage der Reiterhand ob es dem Schmerzen bereitet.
    Denn auch eine gebisslose Zäumung kann sehr viel Schmerz verursachen. Immerhin ist der Nasenrücken mit vielen Nerven besetzt und auch wenig "bemuskelt", genau wie unser Nasebrücken. Viele , aber recht kompakte Informationen, gibt es im Spezialheft "Gebissfrei Reiten" von NaturalHorse. Da sind auch mal die Kräfte, die wirken, aufgeführt. das hat mir auch eine andere Sicht auf gebissfrei ermöglicht, mich aber auch bestätigt, dass der LG-Zaum eine gute Sache ist.
    Liebe Grüße Claudia

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Claudia, da hast du absolut Recht – die Reiterhand macht immer aus, wie gut oder schlecht ein Ausrüstungsgegenstand ist. Natürlich gibt es "schärfere" und weniger scharfe Ausrüstungsdinge – bei denen dann eben entsprechend schneller etwas schief laufen kann. Aber prinzipiell ist auch das Gebisslose Reiten nur dann sanft, wenn der Reiter sanft ist. Letztlich kommt da eben noch das Thema "Was im Maul" zu haben dazu und die Frage ob dafür eigentlich Platz im Pferdemaul ist und für Gebissfans die Frage inwieweit sie den gleichen Einfluss auf Kiefer und Co haben können. Ganz liebe Grüße, Petra

  9. Hannah sagt:

    Hallo,
    ich habe mein Pferd jetzt seit 3 Jahren und bin hauptsächlich in der Dressur unterwegs. Leider habe ich die doofe Angewohnheit viel zu viel über das Gebiss zu "arbeiten". Ich reite zwischendurch mit einem Lederhalfter, allerdings ist das nicht ganz optimal, da dies nach oben verrutscht, wenn etwas Druck drauf kommt. Ich überlege jetzt mir eine Gebisslosetrense zu kaufen. Bin da aber echt verunsichert, was gut ist und was nicht….
    Mein Vollblutwallach ist sensibel und schnell verunsichert. Er rennt gerne gegen das Gebiss und hatte auch leider schon Probleme am Unterkiefer. Am besten wäre glaub ich etwas, das nicht punktuell wirkt, sondern verteilt.
    Hättest du eventuell eine Empfehlung für mich?

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Hannah, probiere es doch mal mit einem Kappzaum mit 5 Ringen – den kannst du fein und sanft verschnallen, hast aber nicht – wie bei einem Sidepull – ein zu lockeres Nasenteil, was deinen Wallach vielleicht verunsichern könnte. Ich kann dir auch das Contour Physio in Kombi mit dem Shape it Soft Nasenteil empfehlen. Auch das liegt fein und gut um die Nase, ermöglicht dir klare Hilfen, aber ohne Gebiss. Ich drücke dir die Daumen, dass das passende dabei ist und schicke liebe Grüße, Petra

    • Hannah sagt:

      Danke für die schnelle Antwort. Ich werde mal schauen, ob ich mir einen Kappzaum leihen kann und probiere das mal aus.
      Ein Glücksrad würdest du nicht empfehlen? Hörte einiges darüber… gutes und schlechtes.
      Die Kombi hört sich sehr interessant an, ich werde mich da hin gehend mal informieren, danke:)

    • Petra sagt:

      Huhu – ich habe selbst ein Glücksrad – allerdings finde ich es recht groß – das stört mich ein bisschen um das Pferdemaul herum. Aber prinzipiell finde ich es auch nicht schlecht – je nach Verschnallung hat es aber natürlich auch eine große oder kleinere Hebelwirkung derer man sich bewusst sein muss :-) Liebe Grüße, Petra

  10. Kirsten sagt:

    Hallo,
    Ich reite nun seit gut 4 Jahren gebisslos und haben eigentlich schon recht viel durch. Meist nutze ich ein sidepull oder für gemütliche Ausritte ein Knotenhalfter. Ich muss zugeben ich bin ein reiner Wald und Wiesen Dümpler. Ich habe jetzt angefangen wieder mit meinem reitstunden zu nehmen. Leider fangen wir ganz von vorne an weil es einfach an der Basis fehlt. Mir fällt jetzt mit meinem sidepull auf, wie auch im Artikel beschrieben das meine Hilfen vorne recht schwammig ankommen. Mein Bein wird auch ziemlich ignoriert. Was kann ich denn nutzen um bisschen präziser einzuwirken. Hackamore wäre jetzt weniger mein Wunsch. Glücksrad kommen wir auch nicht zurecht. Gibt es vielleicht einen Tipp was noch eine Alternative wäre? Liebe Grüße Kirsten

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Kirsten, du könntest es noch mit einem gut sitzenden Kappzaum mit 5 Ringen probieren – da ist dann der Sitz einfach besser als beim lockeren Sidepull. Oder du probierst es mit Bosal. Auch eine Variante :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  11. Kirsten sagt:

    Lieben Dank kappzaum hatte das selbe Ergebnis leider. Und bosal? Hm ich reite gewöhnlich nur mit Knotenhalfter aus und und Knoten unten ein langes führseil ähnlich wie beim bosal. Zum Ausreiten klappt es aber allgemein weiß ich nicht ob ich mein Pony vom neck reining überzeugen kann. Aber danke für deine Antwort
    Liebe Grüße Kirsten

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