Wir nehmen vieles zu selbstverständlich. Egal ob es um die Hufe geht oder das Führen, das Stillstehen oder das Verlassen der Herde oder den Ausritt im Gelände. Das alles kostet das Pferd Mut, Überwindung und Vertrauen. Aber wir können dem Pferd helfen und damit auch uns. Ein entspanntes Pferd, das vieles kennt, wird nach und nach zu dem größten Verlasspferd werden, das es werden kann. Auch im Gelände. Spaziergänge sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Dafür musst du deinem Pferd erstmal kurz in seinen hübschen Kopf schauen.

Was das Pferd denkt…

Du denkst: Was für ein wunderschöner Tag! Die Sonne scheint zwischen den Blättern durch und glitzert in der Luft, der Wind weht sanft über das Gras, die Herbstblätter fallen leise raschelnd auf den Boden. Wie schön so ein Spaziergang sein kann. Und dann trage ich auch noch meine hübsche neue Reithose* … Passt so perfekt zur Fellfarbe von meinem Pferd…Oh, da ist ja eine Pfütze – naja, laufen wir schnell durch, ist ja nicht tief.

Dein Pferd denkt: Da flimmert was hinter diesem Baum. Ist das etwa ein Löwe, der sich anschleicht? Hinter jedem Busch könnte ein Löwe lauern… Was mache ich denn jetzt? Wenn da wirklich ein Löwe ist, könnte mich das mein Leben kosten. Ein enger Gang zwischen den Bäumen? Was wäre, wenn sich jetzt ein Jaguar in den Büschen versteckt… Was macht die da neben mir eigentlich gerade, bemerkt sie den Jaguar etwa gar nicht? Und: Was ist denn das? Ein tiefes glitzerndes Loch? Wenn ich jetzt da reintrete und mir das Bein breche, dann kann ich vor dem Jaguar ja gar nicht mehr fliehen, der sich da zwischen den Büschen versteckt. Also vielleicht.

An diesem Punkt entscheidet sich daran wie du reagierst, was als nächstes passiert. Bleibst du entspannt und läufst weiter als ob da gar nichts sein kann und sagst deinem Pferd damit, dass da kein Jaguar ist und läufst du durch die Pfütze und zeigst deinem Pferd damit, dass sie ganz flach ist, dann wird es sehr wahrscheinlich entspannen und dir folgen. Kein Pferd wird freiwillig die sichere Herde verlassen, wenn es keinen Anlass dazu hat. Dafür muss die Herde dem Pferd aber auch vertraut sein und ein sicheres Gefühl geben.

Spaziergang mit dem Pferd im Wald

HIER sind ein paar Buchtipps, die dir weiterhelfen können, damit du so eine sichere Herde für dein Pferd werden kannst*

Wie Spaziergänge dir und deinem Pferd helfen können

Spaziergänge können dir und deinem Pferd weiterhelfen als Duo. Egal ob es sich um ein Jungpferd handelt, wie bei mir, oder ein älteres Semester. Ihr besteht gemeinsam am Boden das Abenteuer des Waldes und des Geländes. Mit jedem Spaziergang, in dem du gelassen bleibst, wird dein Pferd mehr entspannen.

ACHTUNG: Mache erst Spaziergänge mit deinem Pferd, wenn die Basis stimmt und ein gewisses Grundvertrauen da ist. Geh lieber den Weg der kleinen Schritte und warte noch ein bisschen, wenn ihr euch noch nicht gut genug kennt oder dein Pferd im Training auf dem PLatz zeigt, dass es sich noch nicht sicher fühlt in deiner Gegenwart. Fang lieber mit kleinen Runden an und erweitere sie dann. Wenn ihr soweit seid und du dich gut fühlst mit deinem Pferd, dann sind Spaziergänge eine tolle Sache im Pferdetraining.

Sie sind der Anfang von allem auf dem Weg zu einem Verlasspferd. Wenn du und dein Pferd entspannt zusammen spazieren gehen könnt, könnt ihr im nächsten Schritt auch entspannt zusammen ausreiten. Jede Aufgabe ist für das Pferd größer, schwieriger und aufregender, wenn du auf seinem Rücken sitzt.

Deswegen gehören Spaziergänge zu unserem Trainingstagebuch dazu. Inklusive der vielen kleinen Übungen, um den gemeinsamen Weg spannend und abwechslungsreich zu gestalten.

Hier findest du noch mehr Schritte im Trainingstagebuch – von hilfreichen Tier”versuchen” bis zu den ersten Schritten im Klassenzimmer in der Pferdegrundschule

Kleiner Tipp: Wenn du deinem Pferd zwischendurch erlaubst zu grasen (ich mache das in dem ich meiner Stute mit einer Handbewegung Richtung Gras zeige, dass sie jetzt darf) – kannst du feststellen ob dein Pferd schon entspannt ist. Denn Fresshaltung bedeutet schließlich, dass der Kopf Richtung Boden gehen muss. Das wiederum heißt, dass dein Pferd sich nicht immer umsehen kann, ob da etwas sein könnte. Frisst es also beim Spaziergang entspannt, weißt du, dass es dir schon so weit vertraut, dass es dir die Lagebeobachtung zufrieden überlässt.

Fressen erlauben

Fressen erlauben - Reithose: Signorinetta

Fressen erlauben - Strick: Herr Pferd

Fressen erlauben

Must Have – Spaziergang mit dem Pferd!

Plötzlich hat es keine Herde mehr neben sich. Keinen Referenzpunkt an dem es sich orientieren kann. Es kann deine Körpersprache nicht mehr sehen und lesen. Du sitzt ja auf dem Pferd, vielleicht sogar noch in seinem blinden Feld. Das alles macht es noch schwieriger für dein Pferd seinen Instinkten zur Flucht zu widerstehen, wenn es sich vor irgendetwas erschreckt.

Wenn du aber erst einmal neben deinem Pferd als sein Beschützer und Herdenmitglied mitläufst und all die kleinen und großen Abenteuer bestehst, die da vermeintlich hinter den Büschen lauern, wirst du viel mehr für entspannte zukünftige Ausritte tun, als mit stundenlangem longieren auf dem Platz. Oder mit der fünften und sechsten Galopprunde auf dem Platz oder mit dem siebten und achten Wedeln von Plastikplanen. Das gehört alles dazu, aber der Spaziergang kann dir und deinem Pferd auch sehr gut weiterhelfen in eurer Beziehung.

"Richtig Verladen" - der Online Kurs mit Sandra Schneider

Deswegen gehören Spaziergänge zu meinem Alltag genauso dazu, wie die Gymnastizierende Bodenarbeit und das Auskratzen der Hufe. Du kannst die Spaziergänge dann auch nach und nach spannend gestalten.

Training im Gelände mit dem Pferd

TIPPS für den Spaziergang – so machst du daraus eine kleine Trainingsrunde

  • Zum Beispiel in dem du ab und an Übergänge übst:

Vom Schritt in den Trab, wieder in den Schritt, stehen bleiben, dann antraben, dann wieder stehen bleiben, dann Schritt, dann Trab und vielleicht ein kurzer Galopp (wenn du schnell genug bist), dann wieder Schritt usw.

Dabei immer darauf achten, dass die Übergänge immer weicher und feiner werden.

Nicht die ganze Zeit diese Übergänge machen, sondern immer wieder einbauen. Mir hilft super, wenn ich mir im Wald einen Baum als Startpunkt nehme und einen weiteren als Endpunkt.

Ich trabe also zusammen mit dem Pferd an Baum 1 an und stoppe an Baum 2 wieder oder versuche den weichen Übergang in den Schritt.

Trainieren im Gelände in Signorinetta Reithosen

Trainieren im Gelände in Signorinetta Reithosen

Trainieren im Gelände in Signorinetta Reithosen

Du kannst auch Seitenwechsel einbauen:

  • Immer mal wieder lasse ich das Pferd die Seite wechseln während wir laufen.
  • Ich drehe mich langsam ein, bis ich rückwärts laufe, mit dem Blick zum Pferd.
  • Dann bitte ich das Pferd auf die andere Seite zu wechseln und drehe mich wieder.
  • Das schult beide Seiten deines Pferdes und die Beweglichkeit.

Pferde haben nur eine winzige Verbindung zwischen ihren Gehirnhälften – deswegen trainierst du auch diese Verbindung und damit die Gelassenheit deines Pferdes, wenn du immer alles auch von beiden Seiten trainierst.

HIER kannst du mehr dazu erfahren im Interview mit Michael Geitner (Erfinder der Dualaktivierung) darüber wie wichtig es ist dein Pferd immer auf beiden Seiten zu trainieren und warum

Wenden des Pferdes - Führtraining

Wenden des Pferdes - Führtraining

Wenden des Pferdes - Führtraining

Wenden des Pferdes - Führtraining

Rückwärts und Stop – können sehr gut beim Spaziergang geübt werden:

Stoppe dein Pferd, zum Beispiel in dem du ein Wort oder ein Signal etablierst und übe das dann im Wald immer mal wieder.

Spaziergang Stehen bleiben

Spaziergang Stehen bleiben

ACHTUNG:Je nachdem wie wohl sich dein Pferd schon mit dir im Wald fühlt ist das „Stop“ vielleicht eine kleine Herausforderung für dein Pferd.

 

Genau wie das Rückwärts. Es reicht, wenn dein Pferd ein oder zwei Schritte rückwärts geht im Wald auf dein Signal hin. Und bitte es erst darum, wenn es sich wirklich wohl fühlt mit dir im Wald und entspannt ist. Das Rückwärts ist ebenso wie das „Stop“ eine Vertrauenssache.

Spaziergang Rückwärts

Biegen und Wenden:

Vor kurzem sind wir in den Wald hinein, zwischen kleinen Bäumen durch, über die raschelnden Blätterhaufen:

Ich bin gelaufen wie ich laufen wollte und meine Stute musste mir gut zuhören und aufpassen, um mitzukommen.

Gleichzeitig musste sie sich ein bisschen biegen hier und da, um zwischen den Stämmen durchzukommen. Ein Trick meiner Trainerin, Sabine Wendland, die uns beide auf solchen Spaziergängen trainiert.

Das erfordert natürlich schon viel Gelassenheit und eine entspannte Stimmung zwischen dir und deinem Pferd. Aber wenn dein Pferd dir neugierig und vertrauensvoll folgt, dann kann das ein nettes Spiel beim Spaziergang sein.

Du kannst auch immer mal wieder über Äste und Baumstämme steigen mit deinem Pferd, das trainiert die Muskeln und ist auch eine Abwechslung.

DAS WICHTIGSTE NIE VERGESSEN: Loben! Immer wieder Loben! Streicheln, Stimmlob und manchmal auch ein Leckerli bei großen Herausforderungen und tollen Momenten

Spaziergang Stehen bleiben

Nochmal Zusammengefasst: Warum also Spazieren gehen mit dem Pferd?

  • Spaziergänge machen Spaß
  • Sie bringen Abwechslung in den Trainingsalltag
  • Sie fördern die Bindung und das Vertrauen, weil du und dein Pferd gemeinsam Abenteuer besteht
  • Sie werden dir bei Ausritten helfen und dein Pferd verlässlicher machen. Frei nach dem Motto: wenn es am Boden klappt, wird es im Sattel einfacher

Ein Beispiel: Mein erster Spaziergang

Bei meiner Stute konnte ich wirklich beobachten, wie sie mit jedem Spaziergang gelassener mit mir durch den Wald stapft. Beim ersten Mal konnte sie kaum stehenbleiben. Mittlerweile können wir auch anhalten mitten im Wald. Es ist ein Prozess. Natürlich sind wir erst nach ein paar Wochen zum ersten Mal Spazierengegangen, nachdem ich sie am Platz kennengelernt habe und einschätzen konnte, wie sie reagiert, wenn sie sich erschreckt.

Es ist auch immer wichtig auf die Sicherheit zu achten. Erst wenn dein Pferd auf dem Platz entspannt ist mit dir, macht es Sinn sich in das Abenteuer „Spaziergang“ zu wagen. Du kannst mit klitzekleinen Runden anfangen und sie nach und nach größer werden lassen. Alles immer in dem Tempo, das für dein Pferd und dich das Richtige ist. Dann wird jeder Spaziergang dein Pferd und dich ein kleines Stückchen weiterbringen.

Frage: Wie war euer erster Spaziergang? Oder bist du erst jetzt zum ersten Mal Spazieren gegangen mit deinem Pferd? Wie hat sich das angefühlt? Schreib mir gerne. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Entspannt im Gelände mit dem Pferd

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84 Kommentare zu “Raus zu den Löwen? Wie Spaziergänge das Pferdetraining bereichern können

  1. Katrin sagt:

    Hallo,
    als ich meine Stute im Frühjahr gekauft hatte, war sie noch ganz roh. Ich bin nach einiger Zeit auch mit ihr spazieren gegangen und das bis zu 3 Stunden lang. Mittlerweile ist sie mit ihren 4 Jahren viel mutiger als die "alten" Pferde meiner Reitkollegen. Sie läuft bei allem vorbei was uns bei den Ausritten begegnet. Vor ein paar Wochen sogar bei einem Mähdrescher in Action 😉
    Liebe Grüße
    Katrin

    • Petra sagt:

      Hallo Katrin, genau das ist auch meine Erfahrung. Meine Jungstute ist mit jedem Spaziergang entspannter geworden. Sie ist eines der coolsten Pferde im Stal – wobei ich fairerweise sagen muss, dass wir eigentlich nur sehr gelassene Pferde haben. Was am Umgang und an der Haltung liegt 🙂 wir standen diese Woche zum ersten Mal unter einer Unterführung mit donnernden Lastwägen über uns – kein Problem 🙂 Deswegen bin ich so überzeugt davon, dass Spaziergänge nicht nur Spaß, sondern auch sinnvolles Training sind. Liebe Grüße an deine Stute und dich, Petra

  2. Claudi sagt:

    Hi Petra,

    der Artikel trifft einen guten Nerv finde ich! Wie oft wird man belächelt, wenn man einfach losmaschiert und spazieren geht. Auch von Spaziergängern selbst… Ich werde eigentlich fast immer gefragt, warum ich nicht reite…

    Ich habe ein 21 jähriges Pony, der nicht sehr selbstsicher ist. Die ersten Spaziergänge waren dementsprechend auch recht stressig. So ist er zwar theoretisch straßensicher, aber am Anfang mit mir war jeder Hund, jeder Mensch auf dem Fahrrad, Autos auf nassen (!) Straßen und Mülltonnen/gelbe Säcke (im Frühling sogar Schneeglöckchen ;)) ein Problem. Er ist glücklicherweise so, dass er einfach stehen bleibt und sich weigert, weiterzugehen. Aber manchmal ist auch das nicht ungefährlich, wenn er dann lieber rückwärts rennt (z.B. an der Straße).
    Mit vielen vielen vielen Spaziergängen haben wir nun viele seiner Ängste gut im Griff. Ich hab ihm immer wieder die Mülltonnen gezeigt (gerne mit Leckerlie drauf). Hunde und Fahrradfahrer wurden von mir einfach ignoriert, was er in der Zwischenzeit auch macht und auch weitere Gespenster darf er sich immer(!) anschauen und dann geht es ganz enstpannt daran vorbei. Natürlich ist seitdem auch Zeit vergangen (etwa 2 Jahre) und wir kennen uns nun auch ganz gut und er vertraut mir.
    Aber Pfützen sind immer noch eine riesengroße Herausforderung und er will dort einfach partout nicht durch.
    Leider ist er trotz der Spaziergänge kein entspanntes Ausreitpferd. So bald man oben drauf sitzt, hat er völlig vergessen wie nett ein gesenkter Kopf mit weichem Unterhals ist und das man auch im Schritt sehr nette Ausritte haben kann.

    Liebe Grüße,
    Claudi

    • Petra sagt:

      Liebe Claudi, vielen dank für deinen Kommentar. Du und dein Pony geht ja wirklich einen langen Weg zusammen. Ich habe von meiner Trainerin auch gelernt und abgeschaut, dass Schreckgespenster gerne mal zum "Leckerliautomaten" werden. Das nimmt den Dingen oft schnell den Schrecken 🙂 Ein schöner Trick, finde ich. Ich glaube ja, dass Spaziergänge ein erster Schritt sind. Sie machen es dem Pferd leichter, weil wir neben ihm gehen und es Rückmeldungen einholen kann plus wir sitzen dann nicht im blinden Punkt auf dem Rücken. Aber natürlich kann aus einem schreckhaften Pferd nicht nur durch Spaziergänge ein gechillter Dude werden. Das denke ich, denkst du auch gar nicht 🙂 Ich schreibe es nur, damit man mich nicht missversteht. Es ist ein Hilfsmittel zu mehr Gelassenheit im Gelände, aber eben dem Pferd entsprechend 🙂 Ich glaube schon, dass dein Pony durch die Spaziergänge auch beim Reiten entspannter ist, als er wäre, wenn du nie spazieren gegangen bist. Mit Mensch auf dem Rücken ist das ja nochmal eine ganz andere Herausforderung. Aber auch da denke ich, dass es mit jedem Mal ein klein bisschen besser werden kann. Ich drücke euch die Daumen und schicke liebe Grüße, Petra

  3. Sandy Hergenhan sagt:

    Aaron, mein Pony kam aus schlechter Haltung und wurde auch misshandelt. Er ist am Anfang sehr schreckhaft gewesen und hat mir deutlich gezeigt wie er behandelt werden wollte. Ja, unser erster Spaziergang… oh je! Ich bin mit ihm mitten durch den Wald und musste einen steilen Hang runter um wieder auf den normalen Weg zu kommen. Ich war mir beim runterlaufen richtig unsicher da ich mal eine Patellaluxation hatte und ein recht schwaches Knie habe. Ich hatte Angst das mein Pony nicht genug Abstand zu mir hält und in mich reinläuft also habe ich den Strick meinem Lebensgefährten übergeben. Auch so wenn Radfahrer angeschossen kamen warf ich förmlich den Führstrick meinem Partner zu. Ich habe ganz viel Bodenarbeit mit meinem Pony gemacht, sauge wirklich alles wissenswerte auf um unsere Bindung noch mehr zu stärken. Mittlerweile laufe ich steile enge Hänge mit ihm hoch und runter als hätten wir nie was anderes gemacht. Und ich muss dazu sagen, nur ein Jahr liegt dazwischen. Einfach der Wahnsinn wie stark unser Vertrauen schon zueinander ist. Ich liebe es mit meinem Pony ins Gelände zu gehen denn man entdeckt auch viel neues und kann ungestört trainieren.

    • Petra sagt:

      Liebe Sandy, das freut mich ja wahnsinnig zu lesen. Wie schön, dass du auch den Mut gefunden hast deinem Pony nach und nach zu vertrauen und umgekehrt dein Pony dir. Ihr seid innerhalb eines Jahres ja wahnsinnig weit gekommen. Das ist so toll! Ganz liebe Grüße an Dein Pony und Dich, Petra

  4. D. Engel sagt:

    Meine Erfahrung ist ähnlich. Ich habe für meinen 10 jährigen Quarter Wallach eine Sattelodyssee durchlebt und sein Vertrauen war nicht da.
    Da dachte ich, okay wenn ich keinen Sattel habe, gehe ich halt spazieren. Vorher hatte ich zuerst Roundpen Training gemacht. Dies half mir ein Teil seines Vertrauens zu bekommen. Vor dem ersten Spaziergang war ich sehr aufgeregt. Er auch, er wieherte und kackte und war nervös. Aber von Spaziergang zu Spaziergang wurde es besser. Es hat unserer Beziehung auf jeden Fall gut getan und ich w werde es beibehalten.
    Liebe grüße Jac und Damaris

    • Petra sagt:

      Hallo ihr zwei, manchmal zwingt einen der Zufall 🙂 Ich war auch aufgeregt beim ersten Spaziergang. Bei jedem weniger. Man weiß ja nie, wie das Pferd wirklich reagiert, wenn man sich noch nicht ewig kennt oder wenn man etwas neues macht. Aber so geht es auch dem Pferd, denke ich mir dann immer. Ich merke aber auch, wenn ich tief durchatme und entspanne, bekomme ich auch mehr Entspannung zurück. Ich glaube auch fest daran, dass die Beziehung besser wird mit Spaziergängen – Schritt für Schritt. Schön, dass es euch auch so geht. Ich hoffe, dass eure Sattelodyssee mittlerweile ein Ende hat und schicke liebe Grüße, Petra

  5. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    beim Thema Spazieren gehen muss ich immer wieder daran denken wir vor Jahren als ich mit meinem ersten Pferd spazieren gegangen bin die Leute angehalten haben und gefragt haben, ob das Pferd krank ist. Damals hat man aber auch selten Menschen neben dem Pferd gesehen.
    Heute empfinde ich das zum Glück anders.
    Ich selber finde es schön mit meinem Pony durch den Wald zu ziehen. Unser allererster Spaziergang war total unaufregend. Zu dieser Zeit stand er leider in einem Stall in dem es ihm nicht wirklich gut ging und er schien regelrecht froh zu sein von dort wegzukommen. So sind wir natürlich nur eine Minirunde (er war zu dem Zeitpunkt gerade mal ein halbes Jahr alt) gelaufen, aber er ist ganz fröhlich und entspannt mitgekommen.
    Später wurde es problematischer. Ich habe den Stall gewechselt. Er fühlt sich dort in seiner Herde wohl und damit wollte er auch nicht mehr vom Stall weg.
    Er hatte plötzlich Angst beim Spazieren gehen. Diese Angst hat sich in stehenbleiben und hinterher schleichen geäußert. Ich habe leider etwas gebraucht um das zu erkennen. Dann haben wir in ganz kleinen Schritten daran gearbeitet und mittlerweile geht er gerne und auch größere Runden mit mir.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, verrückt oder? Wie sehr sich die Zeiten verändert haben. Die Reaktionen auf diesen Artikel lassen vermuten, dass es mittlerweile sehr viele Menschen gibt, die mit ihren Pferden spazieren gehen. Das ist so eine positive Wandlung zu den Zeiten, in denen du gefragt wurdest, ob dein Pferd krank sei. Ich hoffe sehr, dass die Wandlung weitergeht in diese Richtung 🙂 Ganz liebe Grüße an dein Pony und dich, Petra

  6. Saskia von PferdeSpiegel sagt:

    Hallo Petra,

    dass ist ein Artikel nach meinem Geschmack. 😉 Ich liebe Spaziergänge mit Pferden, schon immer. Schon als Kind bin ich mit "meinem" Pony spazieren gegangen. Ich finde, dass hat sowas von "ebenbürtig" sein, wenn Du weißt, was ich meine. Ich lasse mich nicht durch den Wald tragen, sondern man geht mit seinem Partner Wort wörtlich auf Augenhöhe.

    Ich bin am Anfang mit Wingardio zusammen mit noch einem anderen Pferd-Mensch-Paar losgezogen und war dann an einem der ersten schönen Frühlingstage zum ersten Mal alleine mit ihm draußen. Da war ich ganz schön aufgeregt, aber es war herrlich. Er kannte ja nicht viel bevor ich ihn gekauft habe und gerade auch die Zeit draußen hat ihn selbstbewusster werden lassen, er hat mehr Vertrauen in sich und in uns bekommen. Wir haben auch einige Hügel in der Gegend, die wir hochkraxeln…unser gemeinsames Bauch-Bein-Po-Training sozusagen 🙂

    Viel Spaß weiterhin beim Welterkunden! Liebe Grüße, Saskia

    • Petra sagt:

      Hallo Saskia, da sind wir komplett auf einer Linie 😉 ich liebe das Spazieren gehen auch sehr. Es tut mir gut, es macht Spaß – auf Augenhöhe zu sein. Genau wie du schreibst. Es ist einfach schön gemeinsam zu gehen. Ich mag auch den direkten Kontakt und die gemeinsame Abenteuerzeit mit meiner Stute sehr daran. Noch reiten wir nicht, aber selbst wenn wir das auch tun, werde ich weiterhin mit Begeisterung Spazieren gehen. Bauch-Beine-Po-Training ist eine schöne Sache 🙂 Pferde sind nicht nur Glücksquellen, flauschig und duften so gut, sie sind auch noch Fitmacher – sie bereichern einfach unser Leben. Da finde ich auch schön, wenn wir die gemeinsame Zeit auch bereichern können mit Spaß und Abenteuern, wie dem Spaziergang. Euch zwei Hübschen auch viel Spaß beim Welterkunden. Liebe Grüße, Petra

  7. Tatjana Beutel sagt:

    Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Als ich meine Traberstute vor gut einem Jahr bekam, wusste ich rein gar nichts über sie. Ich merkte schnell, das Vertrauensaufbau eine große Aufgabe wird. Sie mochte nicht am Kopf berührt werden, Führen ging Anfangs tatsächlich nur mit zwei Personen von zwei Seiten. Sie stürmte voran, seitwärts, es war wirklich sehr sehr schwer.
    Nun nach einem guten Jahr, folgt sie mir überall hin. Auch ich bin erst spazieren gegangen, natürlich geht das mittlerweile ohne zweite Person 😉
    Dann an einem schönen Tag, ich wollte einfach nur die Zweisamkeit mit meinem Pferd, habe ich gesattelt und bin losgeritten. Wir waren zuvor immer in Gesellschaft ausgeritten, nie allein. An diesem Tag aber wußte ich, das die zeit jetzt gekommen war.
    Sie hat mich über alles und durch alles hinweg getragen. Ich hab gemerkt, das einige Dinge sie Überwindung gekostet haben. Aber dennoch, ist unser vertrauen nun so groß, das wir entspannt allein ausreiten können. Das war mein einziges Ziel. Mehr möchte ich gar nicht 🙂

    • Petra sagt:

      Liebe Tatjana, was für ein happy end für deine Stute. Ich bewundere, dass du dich ihr gewidmet und an eurem Vertrauen mit so viel Mut gearbeitet hast. Ich denke oft, dass gerade Tiere, deren Vertrauen wir uns besonders erarbeiten mussten, uns das am Ende auch besonders stark danken. Ich wünsche euch beiden weiterhin so viel Geduld und Freude miteinander und füreinander. Danke für deinen schönen Kommentar und liebe Grüße, Petra

  8. Petra sagt:

    Huhu!
    Ich liebe Spaziergänge mit meinem Pferd. Dabei entscheide ich aus dem Bauch heraus ob wir ins Gelände gehen oder vielleicht auch mal durch das nahe gelegene Wohngebiet. Heute haben wir den Radweg genutzt um uns an den Verkehr zu gewöhnen. Danach ging es in den Wald und da am liebsten auch mal kreuz und quer, bergauf und bergab. Ich möchte das mein Pferd soviele positive Eindrücke wie möglich sammelt bevor ich im Sattel mich diesen alltäglichen Situationen stelle.
    Es macht einfach viel Spaß und stärkt das Vertrauen ungemein.
    Viele liebe Grüße Petra

    • Petra sagt:

      Hallo Petra, das fühlt sich an, als ob ich mir selbst schreibe 😉 Mir geht es wie dir – heute hatten wir zum Beispiel unsere erste Straßenüberquerung. Ich freue mich, dass wir das alles am Boden üben, bevor wir in den Sattel steigen. ich mache genau die gleiche Erfahrung, dass das Vertrauen – das gegenseitige Vertrauen – mit jeder Situation wächst. Das ist ein wunderschönes Gefühl. Ich wünsche euch beiden weiterhin so viel Spaß und Freude miteinander und schicke dir liebe Grüße, Petra

  9. simone zahn sagt:

    Hallo,
    sehr schöner Beitrag. Die Reithose steht Dir super – übrigens. Ich finde es darüberhinaus sehr schön, Kopftraining ganz bewusst draußen einzubauen – eben nicht nur spazierengehen. Man kann draußen einfach alles machen. Wie oft bin ich früher einfach nur mit Pferd durch die Gegend getinkelt. Die Natur bietet so viele Trainingsmöglichkeiten und zwingt uns, den Alltag für das Pferd hinter uns zu lassen.

    • Petra sagt:

      Hallo Simone, wie schön – das freut mich. Ich LIEBE die Hose wirklich sehr. Sie ist nicht nur saubequem, sondern dazu auch schick. Der halbe Stall hat mich schon darauf angesprochen. Danke auch für deinen schönen Satz, er trifft es auf den Punkt. "Die Natur bietet so viele Trainingsmöglichkeiten" – Ganz liebe Grüße und danke dir, Petra

  10. Carmen sagt:

    Mein aller, aller, aller erster Spaziergang mit Every war als ich ihn mit 8 Monaten gekauft hatte am 2. Tag als ich ihm den Hof gezeigt habe. Er war noch so klein und so frisch. Mit riesen großen Augen hat er die Welt in sich auf gesaugt und sich hinter mich gestellt ‘du als meine Mama beschützt mich nun’. Mittlerweile mit 2.5 gehen wir sehr oft spazieren. Ich trabe mit ihm, das gehört dazu und gefällt ihm super. Unseren ersten Galopp hatten wir auch schon. Jeden Tag gibt es etwas neues zu sehen und erleben. Einfach toll und ich kann mir momentan nichts besseres vorstellen!

    • Petra sagt:

      Liebe Carmen, wie schön von euch hier zu lesen. Ich bin fast ein bisschen neidisch, ihr galoppiert schon? Wie toll! Das machen wir noch nicht. Kleine Trabrunden bauen wir aber auch immer wieder ein. Ich kann mir richtig vorstellen, wie er mit großen Augen um sich geschaut hat. Sehr süß! Ganz liebe Grüße an Every und dich, Petra

    • Carmen sagt:

      Bis jetzt erst 2 mal Galopp, aber die 2 mal waren großartig <3
      Ich kann mir momentan nichts schöneres vorstellen als mit ihm durch die Welt zu ziehen und alles mit ihm zu entdecken. <3

  11. Regina sagt:

    hallo! Finde ich wirklich gut! Vielleicht als Hinweis: Spazierengehen am besten mit Knotenhalfter und 4 m Seil und mit Handschuhen. Dann bist du gut gerüstet, falls dein Pferd erschrecken sollte :-)(

    • Petra sagt:

      Liebe Regina, das freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Ich persönlich gehe auch mit Stallhalfter und Fohlenstrick spazieren – auch ohne Handschuhe. Weil ich erst rausgehe, wenn mein Pferd sich so wohl fühlt mit mir, dass die Gefahr minimiert ist, dass sie sich erschrecken und davon stürmen sollte. Aber wer gerne Handschuhe und Knotenhafter nehmen möchte, soll auch das natürlich tun. Es geht immer darum, dass wir uns wohlfühlen bei dem was wir tun. Liebe Grüße, Petra

  12. Manu sagt:

    Hallo,
    zwar nicht mein erster Spaziergang mit meiner 5 Jährigen Stute, aber mein erster Nachtgang mit ihr.
    Meine Stute ist noch roh und ich sehr unerfahren. Ich mache viel Bodenarbeit mit ihr und longiere sie. Eingeritten wird sie jetzt im Winter.
    Gestern auf jeden Fall stand sie noch spät am Abend auf der Weide und ich musste sie und noch eine andere Stute holen. Dazu muss man sagen, dass der Weg zur Weide nicht beleuchtet ist und es wirklich stockdunkel war.
    Naja, nützt ja nichts, dachte ich mir und nahm noch ein anderes Stallmädchen mit.
    Ich war sehr aufgeregt und hatte echt Angst, weil ich überhaupt nicht wusste, was jetzt auf mich zukommt. Wir haben unsere Handytaschenlampen angemacht, mussten aber aufpassen, dass das Licht nicht so fällt, dass es zu große Schatten wirft.
    Meine Stute kam mir auf der Weide schon entgegen und wir waren beide sehr aufgeregt. Gutes Zureden hat uns beiden ein wenig geholfen und wir wurden von Schritt zu Schritt ruhiger, allerdings gab es ein zwei Situationen, in der sie sich erschrocken hat und ich fast gestürzt wäre.
    Der Marsch dauerte ca. 15 min. (vielleicht kam es mir auch nur so lang vor, aber bestimmt 10 min.)
    Als wir dann im Stall ankamen, hab ich sie erst einmal ausgiebig gelobt und sie in ihre Box gebracht, damit wir beide uns beruhigen konnten. Als ich nach 10 min. wieder zu ihr kam, stand sie schon an ihrer Box und kam mir sofort entgegen, als ich sie raus holte……. beim anschließenden putzen und vorbereiten für ein wenig longieren, war sie so entspannt, dass ich das Gefühl hatte, sie war genau so froh wie ich, dass wir zwei das heil überstanden haben.
    Ich glaube, dass hat das gegenseitige Vertrauen noch einmal ein wenig gestärkt.
    Liebe Grüße, Manu

    • Petra sagt:

      Liebe Manu, da habt ihr ja einen wirklichen Geister- und Gefahrengang hinter euch gebracht und das erfolgreich. Ich finde immer wieder schön, wenn man solche Momente zusammen durchsteht. Ich habe das Gefühl, dass das zusammenschweißt. Genau wie du schreibst. Ganz liebe Grüße an deine Stute und an dich 🙂
      Petra

  13. Deni + Loki sagt:

    Hallo,
    Auch ich melde mich mal wieder zu Wort :-). Unser erster Spaziergang war ganz ok er war zwar hoch nervös aber ging mit, bei uns war auch ein zweites Mensch-Pferdpaar dabei weil ich dachte das es so vl. Angenehmer für ihn ist. Die nächsten Runde die wir gingen waren schrecklich er war am Anfang schon am buckeln….ich dachte mir vl. Freut er sich ja und als wir auf dem Weg waren wurde es schlimmer mit treten und steigen usw…..es ging so weit das ich mich nicht mehr traute mit ihm zu gehen, also bat ich einen Pferdemenschen um Hilfe. Wir gingen mit ihm alleine spazieren er führte ihn und ich ging voran mit ungutem Gefühl das er mir ins Genick springt sah ich immer zurück, er war nervös aber brav, aber man sah auch das er zornig war und die Wut warum auch imner sich sammelte…wir gingen eine kleine Runde und auf dem Heimweg hat er gezeigt was er macht wenn es ihm so richtig anstinkt es war ein Kampf mit steigen usw….ich verstand es nicht lies ihn darauf 1 monat in ruhe….kam schon ab und an auf besuch nahm ihn aber nie raus. Kurze Zeit später haben wir den Stall gewechselt und er war wie ein anderes Pferd….als er auf die Sommerwiese kam dort mussten wir die pferde zu Fuß durch den Wald hinbringen, ich hatte etwas Angst er würde sich nicht benehmen aber ich hatte auch mehr vertrauen zu ihm aufgebaut da er sich im neuen Stall ganz toll benahm. Es war wunderbar und ich dachte wow wer bist du? Auch jetzt letzte woche beim runter holen von der weide ein traum…. Einmal kurz merkte ich er wird wütend ich habs gleich unterbunden und ruhe war…wir sind sogar unter einen umgefallenen baum durch und nach einigem überreden durchs wasser 🙂 happy ? bin.

    • Petra sagt:

      Oh wie cool – das freut mich. Eine Geschichte mit Happy end 🙂 manchmal glaube ich, dass die Pferde wirklich alles spüren. Der richtige Stall mit der richtigen Stimmung, viel Weidegang und Herdenhaltung machen schon einmal eine Menge aus. Wenn der mensch dann noch Vertrauen hat und dem Pferd durch seine Sicherheit auch Sicherheit zurückspiegelt, wird es immer besser. Ich stand am Anfang in der Box mit meiner Kleinen. Sie war etwas dominanter und hat immer wieder versucht die Menschen zu schubsen, als sie ankam. Ich war deswegen die ersten Tage immer auf "Hab acht"-Stellung in der Box. Dann hat sie einmal einfach nur mit dem Huf eine Fliege verjagt als ich gerade hinter ihr vorbeiging und ich habe gemerkt, wie ich kurz zusammengezuckt bin. Das war der Moment, wo ich über mich selbst lachen musste, meine Stute angesehen, mich mitten in die Box gesetzt habe und zu ihr gesagt habe: Weißt du was? Ich beschließe ab jetzt dir zu vertrauen. Das habe ich seit dem immer wieder zurückbekommen als Geschenk. Manchmal steckt auch ein bisschen in unserer inneren Einstellung – wenn de äußeren Umstände stimmen. Bei Loki stimmten wohl anfangs auch die äußeren Umstände nicht, so wie du das beschrieben hast 🙂 Das Ende deiner Geschichte klingt auf jeden Fall sehr schön und vielversprechend – ich freue mich für euch!! Ganz liebe Grüße, Petra

  14. Deni +Loki sagt:

    Hi, haha ich weiß mein Kommentar ist mehr eine Geschichte gewesen als ein Kommentar ?. Ja ich bin auch sehr froh das es nun so ist wir fühlen uns jetzt beide wohl und angekommen….auch wenn eine Strecke ein Weg in den Stall leider 50 km sind. Haha ja das gegenseitige Vertrauen ist nicht immer so leicht aber es wächst mit der Zeit ?. Ich freue mich auf deine weiteren Ausbildungsschritte.

    • Petra sagt:

      🙂 Aber das ist ja toll – ich freue mich immer, wenn ich von euch höre – ganz liebe Grüße, Petra

  15. Maria sagt:

    Wow! Ich habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Meine Tochter fing mit 2 1/2 an , beim Bauern neben an auf den shettys auszureiten. Sie machte das, als ob die auf nem Pferd geboren ist. Ich habe bisher eher weniger mit Pferden zu tun gehabt, fand sie aber schon immer sehr interessant und anziehend. Seit drei Monaten, jetzt ist meine Tochter sechs, gehen wir dort den Stall ausmisten und selber mit dem shettys spazieren. Es ist allerdings ein sehr eigenwilliges shettys das gerne mal scheut. Meine Tochter hat sich immer gehalten. Die letzten Spaziergänge wurde es besser. Das Pony hat sich sehr oft mit dem Kopf an mich gekuschelt. Den Kontakt zu mir Gesucht. Es wurde ruhiger. Ich war blutiger Anfänger, das Pony 8jahre alt, und wir hatten beide keine Ahnung von dem anderen. Zu mir hiess es nur: nimm das Zaumzeug, dann kannst du dich besser rein hängen, wenn sie durchgeht…. Das habe ich einmal Getan, und ich habe in dem Moment mit dem Pony gelitten. Ich habe mich informiert und finde die knotenhalfter so toll. Ich habe seitdem kein Zaumzeug mehr angelegt. Wir gehen mit dem Halfter spazieren… Und üben uns im longieren….alles nur mit Halfter. Ich werde mehr mit ihr üben, Vertrauen aufbauen . Damit ich meine Tochter drauf setzen kann, ohne Zaumzeug und weiss dass das Pony sie an meiner Seite in aller Ruhe und mit viel Spass trägt. Vielen Dank!

    • Petra sagt:

      Liebe Maria, oooch – so würde ich das nicht sagen. Bestimmt hast du nämlich auch viel richtig gemacht. In den Momenten, in denen du auf dein Bauchgefühl gehört hast zum Beispiel. Oder weil du versuchst das Vertrauen des Pferdes mit der Bodenarbeit zu gewinnen. Ich denke, dass Sicherheit immer vorgeht – gerade wenn Kinder im Spiel sind – und natürlich hat eine Trense eine stärkere Wirkung als ein Knotenhalfter. Ponys können auch mal stur sein. Ich persönlich würde – genau wie du es ja gerade planst – erst einmal mit dem Pony auf dem Platz so lange üben, auch mit Tochter, bis es so ruhig und sicher an eurer Seite bleibt, dass du deine Tochter guten Gewissens und sicher mit ins Gelände nehmen kannst. Longieren würde ich übrigens nicht mit einem Halfter, sondern – wenn – mit einem Kappzaum. Das Halfter kann sich verdrehen, weil es nicht richtig sitzt und dem Pferd schaden und du hst keinerlei richtige Einwirkung und Ausgleich für Nase und Genick. Longiert wird oft zum "Müde" machen oder als "Bodenarbeit" – das ist aber eine Form des Longierens, die man eigentlich nur als "Schleudergang" bezeichnen kann, weil das Pferd ohne Rücksicht auf die Biomechanik im Kreis getrieben wird. Eigentlich geht es bei der Longenarbeit um Biegung, Stellung und Balance des Pferdes. Denn das "im Kreis laufen" ist gar nicht so einfach für ein Pferd. Wenn das Pferd aber im Schleudergang ohne Biegung und Stellung die Hinterhand "rausschiebt" um irgendwie das Gleichgewicht in der "Kreisschleuder" zu halten, ist das eher schädlich für die Pferdeanatomie. Super ist dagegen zum Beispiel die "Dualaktivierung" nach Michael Geitner (HIER gibts Artikel auf der Pferdeflüsterei dazu, damit du dich reinlesen kannst). Er hat auch Bücher dazu geschrieben mit Schritt für Schritt Anleitungen. Oder der Longenkurs von "Wege zum Pferd". Auf jeden Fall ganz viele liebe Grüße und ich freue mich, dass du dir so viele Gedanken um die Gefühle des Pferdes machst. Das ist so wichtig und wird doch unter dem Nutzgedanken leider zu oft vergessen, Petra

  16. Nadine sagt:

    Hallo Petra! Ich habe seit kurzem eine Reitbeteiligung!
    Ich war bisher zweimal unter Beobachtung reiten und jetzt bin ich sozusagen auf mich allein gestellt..
    Da wir keine Reithalle haben und der Platz derzeit nicht zum Reiten geeignet ist, weil er zu nass ist und ich mir leider auch noch nicht zutraue auszureiten, würde ich ja wenigstens gern mal spazieren gehen,damit sie bewegt wird! Auf der Koppel ist rennen ja auch grad nicht möglich und ich habe das Gefühl dass sie nicht ausgelastet ist! Leider kenne ich die Stute so wenig, dass ich sehr viel Respekt davor habe,mit ihr spazieren zu gehen! Hast du ein paar Tipps für mich?
    Danke im Voraus!
    Liebe Grüße, Nadine

    • Petra sagt:

      Hallo Nadine, erstmal: wie schön, dass du jetzt regelmäßig ein Pferd in deinem Leben hast. Das macht sicher viel Spaß. Ich bin ehrlich gesagt mit meiner Jungstute erst nach ein paar Wochen gemeinsamer Zeit ins Gelände zum Spaziergang. Sprich: Sie kannte mich, hat mich 7 mal pro Woche gesehen, wir haben auf dem Platz schon ein bisschen Bodenarbeit gemacht – und sind dann ins Gelände. Kannst du denn auf dem Platz Bodenarbeit machen? Dann würde ich das Vertrauen erst einmal über Bodenarbeit aufbauen. Auch das bewegt und beschäftigt sie ja. Und ich würde die Besitzerin fragen, wie die Stute im Gelände und bei Spaziergängen ist. Wenn Vertrauen und Basis stimmen und du ein besseres Gefühl für das Pferd hast, könnte dann der erste Spaziergang kommen. Dann würde ich beim ersten Spaziergang die Besitzerin mitnehmen. Und nach und nach größere Wegstrecken gehen. Also erst klein anfangen. Das Pferd kennt dich noch nicht und du kennst das Pferd auch nicht. Sprich: Für dich wäre es sicher schön durch die Bodenarbeit erst einmal ein bisschen mehr über die Gefühlslage, den Charakter und die Reaktionen des Pferdes zu lernen, um sie dann besser einschätzen zu können. Und für das Pferd wäre es sicher auch beruhigender mit dir rauszugehen, wenn es dich besser kennt und schon eine Idee davon hat, dass es dir seine Sicherheit anvertrauen kann. So würde ich es angehen. Ich würde auch einfach mal die Besitzerin fragen: Wenn die Reitbeteiligung ein alter Hase ist, wahnsinnig entspannt und supersicher im Gelände, braucht es vielleicht weniger gemeinsame Zeit, als bei einem unruhigen oder schreckhaften Pferd. Mehr kann ich dir aus der Ferne gar nicht sagen, ich hoffe, dass dir das trotzdem schon ein bisschen weitergeholfen hat und schicke liebe Grüße, Petra

    • Nadine sagt:

      Danke Petra!
      Das Problem ist dass die Besitzerin derzeit außer Landes ist! Das ging alles recht schnell für alle Beteiligten! Ich fühle mich jetzt der Stute gegenüber verpflichtet dass alles durchzuziehen, sie hat ja sonst niemanden..
      Der Restplatz ist nicht eingezäunt, aber bodenarbeit geht ja auch an der Longe oder? Der führstrick ist ja zu kurz

    • Petra sagt:

      Hallo Nadine, das sind natürlich erschwerte Bedingungen 😉 Nein, aber natürlich geht Bodenarbeit auch mit Longe – und wenn dir das zu fuddelig ist mit der langen Leine, kannst du dir auch ein kurzes Rope besorgen (3,70 m – 4 m) eine super Länge für Bodenarbeit. Longieren – falls du das im Plan hast – da kann ich dir Dualaktivierung oder den Longenkurs von "Wege zum Pferd.de" empfehlen – da geht es um "anatomisch korrektes" Longieren, das sinnvoll ist – statt das "im kreis schleudern", was ja gerne mal beim Longieren gemacht wird 🙂 Auf jeden Fall finde ich toll, wie sehr du dich für das Pferd ins Zeug legst. Ganz liebe Grüße, Petra

  17. Nadine sagt:

    Ich bin’s wieder!:)
    Ich war heut zum ersten Mal spazieren! Und wir Beide haben das sehr gut gemeistert, denke ich!:) bellende Hunde, fahrende Autos, alles hat gut geklappt!:) ich denke wir bauen langsam vertrauen auf und deine Seite hat mir da super geholfen!
    Mach weiter so, danke!
    Nadine

    • Petra sagt:

      Hallo Nadine, wie schön!! Ich freue mich total für euch – das ist ja toll. Dann war ich zu vorsichtig und du hast offenbar ein sehr mutiges und cooles Pferd an deiner Seite – das ist super!! Ganz liebe Grüße und ich freue mich für euch zwei, Petra

  18. Dani sagt:

    Hallo,
    ich bin seit gut zwei Wochen nun stolze Pferdebesitzerin und zum ersten Mal spazieren (allerdings in Begleitung eines anderen Pferdes + Besitzerin) waren wir nach 1ner Woche.
    Gestern dann ein erstes kurzes Stück (ca 10 Minuten) alleine was auch schon sehr gut geklappt hat. Meine Stute ist neugierig auf die neue Umgebung und ziemlich cool in der Hinsicht würd ich sagen. Die ersten Schritte gab es allerdings ein paar Wieherer in Richtung der zurückgelassenen Stallgenossinen 😉
    LG

    • Petra sagt:

      Hallo Dani, wie schön, dass ihr zwei schon so cool seid im Gelände – ich nehme stark an, dass du auch immer versuchst entspannt zu sein oder vielleicht auch bist – das wird deiner Stute vermutlich auch noch mehr Sicherheit geben. Bei meiner Kleinen gab es bei den ersten ein oder zwei Spaziergängen auch Anfangs ein kurzes Wiehern für die Herde. Ist ja auch merkwürdig sie nicht mitzunehmen 😉 Liebe Grüße an euch zwei, Petra

  19. Svea sagt:

    Hallo Petra, meine Aufgabe ist es eine 7jährige Friesenstute an ein Leben außerhalb ihres kleinen Stalles zu zeigen. Sie kennt den kleinen Sandplatz und die anliegende Koppel wo sie mit ihrem Shettykollegen wohnt. Alles was mit der Stute gemacht worden ist, passierte auf dem Sandplatz. Die ersten Versuche sie außerhalb des Stalles zu putzen, waren extrem gestresst. Sehr ängstlicher Besitzer, sehr nervöses, gefährliches Pferd. Traurig das der Besitzer seit !Jahren! einen Horsemanship-Trainer hat, dieser aber nicht auf die Idee kam ein Jungpferd an die Außenreize zu gewöhnen. Stattdessen hat sie VH weichen und HH weichen bis zur Perfektion gebracht. Aber auch ein Antraben auf Distanz zeigte schon deutliche Abwehrreaktionen. Jetzt fangen wir wieder bei der Jungpferdausbildung an, denn alles andere wäre zu gefährlich. Als erstes bauen wir kleine Episoden rund um ihren Stall (keine großen Entfernungen, 10-15 Meter max) und Arbeitseinheiten, Führtraining, Bodenarbeit auf der Weide (weil eingezäunt) neben dem Platz ein,. Es tut mir leid für den Besitzer, der hoffnungsvoll nach jahrelangem Training, sich in diesem Jahr durch die Gegend reiten sah. Aus diesem Grund war ich gekommen, aber vorgefunden, habe ich ein leider sehr unberechenbares Pferd, was erst erzogen werden muss und Vertrauen genug aufbauen sollte, um das mit einem Menschen zu überstehen.. Daher bin ich ein Verfechter des Spazierengehens, wenn das Pferd noch jung ist. Es bietet soviel Möglichkeiten etwas gemeinsam zu erleben, die Beziehung zu stärken , Vertrauen und vor allem Selbstvertrauen zu entwickeln. Starke selbstbewusste Pferde und ihre vertrauensvollen Menschen sind die Basis für alles was man zusammen erreichen möchte. Und wenn es ans Anreiten geht, darf man diese wichtigen Schritte nicht einfach überspringen. Danke für diesen Artikel!

  20. Sabine sagt:

    Hallo Petra, über Deinen Text zum Spazierengehen hab ich mich sehr gefreut. Auch ich bin eine überzeugte und fleißige Spaziergängerin. Zuweilen werden ganze Wanderungen aus unseren Ausflügen. Ich finde, dass sich Pferde beim spazierengehen häufig besser entspannen. Die Bewegung im Schritt ohne Reitergewicht ist zudem die natürlichste Bewegung, die man einem Pferd bieten kann. Ich glaube fest daran, dass sich Spaziergänge sehr positiv auf die Hufgesundheit auswirken. Und das Becken beweglich machen – nach 2 Stunden Spaziergang tritt mein Pferd manchmal ganze drei Hufbreit über! Das schaffe ich auf dem Reitplatz nicht.

    Zu Anfang meiner Spaziergängerkarriere war mein Ziel vor allem die Vertrauensbildung – heute viel um Erholung und Gesundheit zu fördern. Mein (damaliges) Pflegepferd war recht ängstlich und an einen Ausritt ohne Begleitung war nicht zu denken. Also ging es zu Fuß ins Gelände. Regelrechte Wanderungen haben wir unternommen – bis zu 5 Stunden durch den Wald. Bergauf-Bergab. Über Bäche und Brücken. Zwischendurch, wenn ein Berg zu steil und ich zu faul war, bin ich auf den Rücken meines Riesenrosses geklettert und bin hoch geritten. Zum Schluss war auch ein vollständiger Ausritt allein kein Problem mehr. Später habe ich durch Spaziergänge (und Wanderungen) meinem Jungpferd die Welt gezeigt. Auch er geht heute ohne Probleme allein ins Gelände. Spaziergänge haben bei uns einen festen Platz im Trainingsplan als aktive Erholung zwischen den "Arbeitstagen". Und so kommt auch der Hund auf seine Kosten. Bei Ausritten laufe ich häufig die erste Strecke neben dem Pferd und steige erst im Wald auf. So kommt man viel lockerer in den Sattel. Die Strecke zu Fuß neben dem Pferd bringt den Reiter mal wieder auf Augenhöhe mit seinem Tier. Neben dem Pferd merkt man schneller, wie das Pferd heute gestimmt ist, ob es müde oder bewegungsfreudig ist. Und seien wir ehrlich: ein bisschen Bewegung tut vielen Reitern gut. Auch wenn auch mich andere Spaziergänger immer wieder fragen: "Warum reiten Sie denn nicht?" Ich freue mich auf weitere so schöne Artikel von Euch! Sabine

    • Petra sagt:

      Hallo Sabine, es geht mir genau wie dir – ich mag das Spazierengehen mit meinem Pferd sehr gerne. Momentan sind es eher noch kurze Runden 20 – 30 Minuten, weil Madame ja noch so jung ist und erst seit wenigen Monaten bei mir – aber ich freue mich schon in diesem Jahr längere Runden einzubauen. Fünf Stunden finde ich schon beachtlich und sehr toll, das ist unser langfristiges Ziel 🙂 Der Hinweis mit den Hufen ist richtig, den habe ich gar nicht in meinem Artikel drin, aber ich denke genau wie du, dass das sehr gut für die Hufe ist. Ich nehme an, dass dein Pferd auch Barhufer ist? Dann ist so ein Spaziergang ja das natürlichste Richtung Hufpflege, was es gibt. Wenn die Wege schön abwechslungsreich sind. Ich bin übrigens auch schon gefragt worden, warum ich nicht reite oder dann doch einen Hund nehme statt eines Pferdes *hihi* – verrückt, dass Pferde in den Köpfen vieler Menschen "nur" Reittiere sind. Ganz liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, Petra

  21. Marion sagt:

    Liebe Petra!
    Mir hat dein Artikel richtig gut gefallen und Denkanstöße für die Zukunft gegeben. 🙂
    Ich habe seit etwa 2 Monaten einen 13jährigen Haflingerwallach namens Vilmos, der mehr oder weniger aus schlechter Haltung ist. Die Vorvorbesitzerin hat ihn aus Ungarn "gerettet", war aber danach mit ihm überfordert. Er kam dann in meinen Stall, wo man ein bisschen mit ihm trainiert hat, sodass er sich wieder am Kopf angreifen lässt. Beim Reiten meint er, dass nur Galopp die richtige Gangart ist und daher hat er gelernt, wenn jemand oben sitzt, muss er Gas geben. Ich trainiere jetzt seit ca. 2 Monaten Bodenarbeit mit ihm, nebenbei wird er von meiner Trainerin beritten. Er macht super Fortschritte in beiden Fällen. Wir haben natürlich bis jetzt nur im Roundpen bzw. im Viereck geübt. Draußen war ich bis jetzt noch nicht mit ihm, aber ich habe es vor, sobald es wieder schön ist. Ich freue mich schon richtig darauf, obwohl ich natürlich schon beim Gedanken daran aufgeregt bin. Aber grundsätzlich denke ich, dass wir beide das schaffen werden. 🙂 Ich werde natürlich beim ersten Spaziergang nicht alleine unterwegs sein. Als Ziel für dieses Jahr würde ich mir wünschen, dass ich im Sommer mit Pferd und Hund lange Spaziergänge unternehmen kann. Sollten wir länger brauchen, ist das aber auch kein Problem, da wir überhaupt keinen Stress haben. 🙂

    • Petra sagt:

      Liebe Marion, vielen Dank für deinen wunderschönen Kommentar. Mir geht ja immer das Herz auf, wenn ich lese, dass Menschen vor allem eine schöne Zeit mit ihrem Pferd haben wollen – egal ob am Boden oder im Sattel – und auch so, dass das Pferd die Zeit als schön empfindet. Ich finde toll, dass du deinem kleinen Kerl die Zeit lässt anzukommen und neu startest mit ihm. Gerade wenn er so viel Seelengepäck mit sich bringt, wird er dir wahrscheinlich um so dankbarer sein, dass du ihn nicht überforderst. Ich bin mir sicher, dass ihr zwei das schaffen werdet – in eurem Tempo, so wie es für euch beide passt. Deine Ziele teile ich übrigens für diesen Sommer. Bei mir steht: "Noch längere Spaziergänge mit dem Pferd" auf meiner inneren Liste. Ganz liebe Grüße, Petra

  22. Nortrud sagt:

    Hallo, Petra, seit ca einem halben Jahr habe ich meinen fast 7jährigen Wusel-Willi. Nachdem ich ihn 1Monat hatte, ritt ich mit ihm aus mal mit 1-2 Pferden und oft allein. Beim letzten Ausritt waren wir alleine fast 1 1/2 Std. unterwegs und im Schritt Ri Stall. das raste mein Willi wie von der Tarantel gestochen im gestreckten Galopp durch den Wald. Es gab 2Möglichkeiten: entweder mit dem Kopf gegen einen Baum oder runter, da kurz danach die Straße mit Ampel kam. Ich entschied mich fürs Runterfallen, und mein Willi raste alleine zum Stall. Zum Glück ist alles gut gegangen. Seither traue ich mich nicht mehr auszureiten. Ich habe von einer Reiterfreundin von deinem Forum erfahren. Sie hat mir bereits empfohlen kleine Spaziergänge zu machen, was ich gerade anfange. Ich möchte natürlich wieder ausreiten, was für das Pferd auch Abwechslung ist. Ich hoffe mit deiner Hilfe weiter zu kommen und danke dir jetzt schon für deine interessanten Infos.

    • Petra sagt:

      Hallo Nortrud, Wusel-Willi ist ja mal ein herziger Name. Ich nehme an, dass das "Wusel" ein Spitzname daran ist? Da hast du mit Wusel-Willi ja wirklich eine kleine Gecshichte hinter dir. Du Arme! Aber wie gut, dass euch nichts passiert ist und du hast ja super reagiert. Ich kann verstehen, dass man da Ängste entwickelt – das würde jedem so gehen. Aber ich glaube auch, dass die Spaziergänge ein guter Schritt in Richtung Vertrauen sein können. Und dann Bodenarbeit und Führtraining und all diese vielen Kleinigkeiten, die eure Kommunikation fördern. Ich drücke dir die DAumen, dass du und Willi da einen schönen Weg zusammen findet, glaube es aber ganz sicher. Ganz liebe Grüße an euch zwei und bis bald, Petra

  23. Melanie Bienek sagt:

    Hallo Petra
    erst im vergangenen November, habe ich mir meinen sechs jährigen, Württemberger Wallach gekauft.
    Anfangs war eigentlich alles ein Problem. Er war sehr guckig,ist vor allem erschrocken was sich bewegt hat…. oder sich eben NICHT bewegt hat. Gleich an einem der ersten Tage,sprang er vor Schreck seitlich in mich hinein. Dementsprechend verliefen auch die ersten Spaziergänge,welche ich mir ohne Begleitpony,überhaupt nicht getraut hätte.
    Irgendwann ging er zwar allein mit mir,allerdings war ich (und dadurch auch er)so unsicher,das es wegen einer Katze,die hinter einem Busch heraus geschossen kam,fast ein Unglück gegeben hätte.
    Ich beschloss dann für’s erste unsere Arbeit auf dem Reitplatz zu verlagern,um dort erstmal (Selbst)vertrauen aufzubauen. Führtraining…Bodenarbeit… Schrecktraining
    Nun sind wir soweit,das ich mich mit ihm auf dem Reitplatz bewege,als hätte es nie etwas anderes gegeben 🙂 Zwischenzeitlich waren wir immer wieder mit Begleitpony im Gelände,und ich merkte das sich bei uns beiden langsam aber sicher Vertrauen entwickelt. Angespornt durch deinen Beitrag werde ich unsere Spaziergänge nun wieder langsam ausbauen.

    • Petra sagt:

      Hallo Melanie, wow – da hast du dir ja wirklich viel erarbeitet in so kurzer Zeit. Ich finde toll, dass ihr wieder einen Schritt zurück gegangen seid und euch eure Zeit und euer Timing gegönnt habt. Ich drücke die Daumen, dass die ersten gemeinsamen Spaziergänge auch so entspannt und schön verlaufen und ihr viele Abenteuer im Gelände zusammen sicher bestehen werdet. Ganz liebe Grüße und danke für deinen spannenden Kommentar, Petra

    • Melanie sagt:

      Hallo liebe Petra,
      nun wollte ich doch noch einmal über unsere Spaziergänge berichten 🙂
      Wir haben tolle Fortschritte gemacht 🙂 und ich merke doch immer wieder,wie er sich mehr und mehr an mir orientiert.. Richte ich mich auf und gehe mutig und straight voran,überlässt er sich mir. Einmal in der Woche haben wir Bodenarbeitsstunde bei meiner Reitlehrerin,dafür müssen wir aber erstmal knapp 1km den Berg hinauf in die Reithalle laufen. Bisher hat uns das Pony begleitet,neulich jedoch ging das nicht, und wir haben uns dann einfach allein auf den Weg gemacht… eher mit dem Gedanken "lass es uns versuchen"…und ich war selbst von den Socken als wir oben angekommen waren 😀 und hab dafür so viel Lob von unserer Trainerin geerntet…. (das tut gut)Ich spreche mit ihm,wenn z.B ein Traktor kommt sage ich "ach,das ist nur ein Traktor.. na der macht uns ja nichts… ich passe ja auf dich auf".. und siehe da,er geht weiter ruhig neben mir her. Da wir nun ja auch schon am Anweiden sind,geht er umso lieber mit mir hinaus. Beim ersten mal schaute er beim grasen noch sehr viel hoch…mittlerweile überlässt er den Beobachtungsposten mir 🙂 Vor einpaar Tagen hat es ihn "in den Hufen gejuckt" und ich hatte eher ein Känguru neben mir als ein Pferd 😉 doch ich konnte es recht gelassen nehmen.
      Wir sind also im wahrsten Sinne des Wortes "auf dem Weg"…. 🙂
      Liebe Grüße Melanie

    • Petra sagt:

      Liebe Melanie, wie schön zu lesen, das ist ja so toll – ich freue mich richtig für euch zwei 🙂 Ganz großen Glükwunsch zu den schönen Schritten auf eurem Weg. Ich stelle auch immer wieder fest, dass die die eigene Gelassenheit ganz eng mit der meines Pferdes verknüpft ist. Eigentlich ist es ja logisch: Wie sollen sie uns vertrauen, wenn wir das selbst nicht tun? Ganz liebe Grüße an dein kleines Känguruh und dich und bis bald, Petra

  24. Nadine sagt:

    Hallo Petra!
    Habe seit Mitte Januar ein Pflegepferd. Bis letzte Woche haben wir uns regelmäßig in der Halle "beschnuppert" mit Longieren, Bodenarbeit, etc. und auch mit "ohne Strick und Halfter mitlaufen". Letzte Woche haben wir uns dann getraut eine kleine Runde spazieren zu gehen. Ich hab an ihm gemerkt, dass ich sehr aufgeregt war. Am Anfang ständiges Ohrenspiel, Kopf hoch und Umgebung gescannt. Ich hab dann tief durchgeatmet und er hat mich angestupst um mir wahrscheinlich zu sagen "he, ich bin hier schon öfter unterwegs gewesen. Keine Panik" 😉 und dann sind wir ganz relaxed weitergetrödelt.
    Liebe Grüße

    • Petra sagt:

      Hallo Nadine, so eine Situation kenne ich auch. Als ich das allererste mal mit einem Pferd spazieren gegangen bin – ein Schulpferd. War ich ein bisschen nervös – bis die Trainerin dann meinte "Lächle doch mal, macht doch Spaß" – ich lächle, muss über mich selbst lachen und was passiert? Pferd schnaubt und senkt entspannt den Kopf. Das war ein echtes AHA-Erlebnis 🙂 Pferde sind schon wunderbare Spiegel, gell? Liebe Grüße, Petra

  25. Leni sagt:

    Ein netter Beitrag, ausgedehnte Spaziergänge an der Hand wären auch immer mein Traum mit meinem Haflinger, leider ist das mit ihm noch immer nicht so problemlos möglich, wie ich es mir wünschen würde. Im Grundsatz ist er ein absolut zuverlässiges Reitpferd, schreckfrei und fleißig. Im Umgang ist er dominant und das zeigt sich letzlich auch bei der Bodenarbeit und beim Spazierengehen. Er geht brav mit mir raus, sollte ihn dann aber was verunsichern explodiert er von einer Sekunde auf die andere und will sich losreißen.

    Ich habe in all den Jahren nicht aufgegeben und gehe nun kleine Runden die schon sehr gut klappen. Wir intensivieren auch die Gymnastizierung unter dem Reiter und auch Bodenarbeit ist fixer Bestandteil des Trainings einmal in der Woche. Ich hoffe dass wir irgendwann auch mal eine große Runde drehen können. Ich hab jedenfalls den längeren Atmen ;).

    • Petra sagt:

      Liebe Leni, den längeren Atem zu haben ist immer super bei Pferden 😉 Geduldig und beharrlich, aber ohne Zwang – das ist der beste Weg – das denke ich immer mehr. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass sich eine Geduld bald auszahlt und schicke euch liebe Grüße – deinem Hafi und dir, Petra

  26. Magda sagt:

    Hallo liebe Petra,
    interessant, dass man immer zum richtigen Zeitpunkt über die richtigen Artikel stolpert.
    Ich versuche schon seit längerem mal mit der Kleinen, sie wird in einem Monat 2 Jahre, allein rauszugehen.
    Das aller erste mal war super, zwar etwas aufgeregt aber sie ist mitgekommen. Leider wurde es nur von mal zu mal schlechter. Stehen bleiben und nach links rumdrehen, sodass ich keine Chance mehr habe sie zu halten. 🙁
    Ich weiß nicht, ob sie einfach noch nicht bereit ist allein rauszugehen oder, ob meine Führungsqualitäten noch nicht gut genug für sie sind.
    Vorhin erst sind wir noch nicht einmal zum Tor rausgekommen. Also abgewendet und auf eine Wiese bei uns auf dem Grundstück gegangen, um wenigstens etwas gemeinsame Zeit zu verbringen.
    Mit einem zweiten Pferd dabei ist alles super, da machen die Spaziergänge auch richtig Spaß.
    Aber wir haben ja noch viel Zeit und vielleicht schenkt sie mir ja in einem halben Jahr oder in einem Jahr einen gemeinsamen Spaziergang allein. Das ist einer meiner größten Wünsche.
    Ich war sehr begeistert, wie gut das bei vielen Kommentarschreibern mit Jungpferd so prima lief beim ersten Mal.
    Liebe Grüße,
    Magda

    • Petra sagt:

      Liebe Magda, danke für deinen Kommentar – ich finde toll, dass du deiner Kleinen die Zeit gibst, die sie offenbar braucht. Junge Pferde sind ja oft noch unsicherer oder schreckhafter oder frecher ? sie haben einfach noch nicht die Ruhe und Erfahrung – wie bei uns Menschen auch – denke ich ganz oft. Ich würde meine Kleine auch zu nichts zwingen, vor dem sie Angst hat – ich würde den Ort und Gegenstand aber auch nicht meiden, sondern solange stehen bleiben – Schritt für Schritt, bis sie sich wieder einen Schritt nach vorne traut. Irgendwann kann man dann den ganzen Weg gehen ? Und ihr zwei könnt ja auch schon zu zweit rausgehen – ein Begleitpferd hat einfach etwas beruhigendes für ein Pferd, gerade wenn sie so jung sind. Das können dir sicher viele Jungpferdebesitzer bestätigen ? Ganz liebe Grüße an euch zwei und bis bald,
      Petra

  27. Michaela sagt:

    Halli hallo, ich bin ganz neu hier, ist mein erster Eintrag!
    Ich kann mich noch gut errinnern an meinen ersten Spaziergang mit unserer Stute .
    Ich ging mit ihr! sie war chef! hi hi
    Inzwischen hat sich der Wind gedreht!
    Wir vertrauen uns gegenseitig, respektieren uns und lieben uns!
    Gerade heute war ich wieder eine Runde spazieren, und sie läuft neben, hinter mir wie ein Hund! ???
    Einfach herrlich, dann bleiben wir wieder stehen, ich setz mich auf eine Bank und sie wartet inzwischen, gehen, traben, stehen bleiben , rückwärts gehen, usw.
    Es sind auch sehr viel Fußgänger und Radfahrer unterwegs, aber das stört sie gar nicht!
    Sie bleibt voll locker!
    Liebe Grüße Michaela

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Michaela, dann mal herzlich willkommen – ich freue mich, dass du da bist ? Und danke für die Geschichte mit deiner Stute. Süß finde ich die Wandelung, die ihr gemacht habt. Erst gehen die Pferde mit uns und irgendwann gehen wir mit den Pferden. Ich bin aber besonders beeindruckt von eurer Ruhe und Gelassenheit zusammen – dass du dich auf die Bank setzen kannst und sie wartet dann einfach ist toll. Wenn kein Gras in der Nähe ist, ist meine Madame noch zu ungeduldig dafür ? Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  28. Susanne sagt:

    Liebe Petra, gerade gestern, Pfingstmontag, bin ich das erste Mal mit Hündin und Stute spazieren gegangen. Bei uns in Nds ist für Hunde Leinenpflicht wg der Brut- und Setzzeit, deshalb war ich mir nicht sicher, ob es überhaupt klappt mit Hund an Leine und Pferd an Strick. Hatte extra einen Rucksack dabei für drei verschiedene Leinen ? . Ex war ein wunderbarer entspannter Spaziergang durch unseren riesengroßen Wald, fast 2 Stunden, weil ich mich natürlich etwas verlaufen habe…. Wir trafen eine am Weg ruhende Ricke, die aber weder Hündin noch Stute wahr nahmen ? und einige aufregende Holzstapel, die aber dann doch wider Erwarten keine Islandpferde fressen. Als ich nicht mehr weiter wusste und umdrehte, trafen wir auf das Rehrudel, das ich zwar nicht sehen konnte, das aber sicher da war – aber außer aufgeregtem Gucken bei Hündin und Schnauben bei Stute ging alles gut. Interessant war, dass meine Hündin gar nicht viel schnüffeln wollte sondern irgendwie “arbeitete”, sie lief brav an der Leine etwas vor uns – wie immer. Wie gut – so konnte weder meiner Stute noch mir was passieren ? Leider ist meine Hündin immer noch sehr am Jagen interessiert, daher ist ein Ausritt zusammen mit ihr nicht möglich, uns bleibt nur ein Spaziergang. Jetzt werden bald die Mücken im Walde überhand nehmen, dann sind Spaziergänge auch keine Freude mehr, aber der Herbst kommt ja sicher ? Liebe Grüße von Susanne

    • Petra sagt:

      Liebe Susanne, wie lustig – diese Holzstapel, die erst einmal wirklich böse und verfressen aussehen haben wir auch – wobei meine Stute sie als das sieht, was sie sind: Holzstapel. Dafür müssen wir uns regelmäßig davon überzeugen, dass Plastikplanen wirklich keine Quarter fressen ? Wie schön, dass ihr zwei schon so lange und entspannt miteinander im Wald laufen könnt und dass die Hündin ihren Job als Hütehund so ernst nimmt zu Fuß. Das war bestimmt ein schöner Tag – ich schicke euch ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  29. Lena sagt:

    Hallo Petra, ich lese deine Artikel immer gerne – schließlich bestreite ich ebenfalls gerade das Projekt Jungpferdeausbildung. Mein Paso Peruano Wallach ist jetzt 4 und als Spätentwicklerrasse jetzt langsam bereit für die ersten Schritte unterm Reiter. Seit 1,5 Jahren arbeite ich mit ihm – Bodenarbeit, Horsemanship, Anfänge des Longierens und natürlich immer wieder Spaziergänge. Ich merke, wie unser Vertrauensverhältnis wächst und wächst. Pacifico ist auf der einen Seite sehr neugierig und schaut sich unbekannte Dinge gerne an (ein großer Vorteil!), aber alles was sich schnell bewegt versetzt ihn doch auch schnell in Panik. Letztes Jahr freute sich eine Kälberherde, dass wir vorbeikamen, und trabte munter Richtung Zaun. Da gab es kein Halten mehr und Pacifico galoppierte alleine nach Hause (zum Glück ist nichts passiert). Ebenso erging es uns mit zwei Schäferhunden, die uns neben einem Fahrrad entgegen kamen. Seitdem traue ich mich nur noch kleine Runden rund um den Hof zu gehen, so dass der Weg nach Hause im Falle einer erneuten Panik kurz und relativ ungefährlich ist. Ich merke zwar, dass sein Vertrauen in mich inzwischen größer geworden ist, aber dennoch ist man ja nie davor gefeit, neue, dem Pferd angsteinflößende Situationen zu erleben. Bis wir uns etwas weiter weg vom Hof trauen, ist es noch ein weiter Weg, den ich dann später im Sattel auch nur in der Gruppe üben werden, um uns beiden mehr Sicherheit zu geben.
    Liebe Grüße
    Lena

    • Petra sagt:

      Liebe Lena, die Paso Peruana sind ja auch so hübsche Pferde und der Gangtrab fühlt sich später einmal bestimmt spannend unter dem Sattel an. Ich bin gespannt, was du dann berichtest. Wir gehen auch noch nicht vollkommen tiefenentspannt durch den Wald – jedes Pferd hat da wohl seine eigenen Gespenster. Gerade Plastik ist nicht Careys Ding. Aber daran kann man ja arbeiten ? Ich finde so wichtig, dass jeder sein eigenes Tempo einschlägt und genau richtig, dass du einen Schritt zurückgetreten bist und eben kleinere Runden drehst. Ich bin mir sicher, dass diese Runde später von alleine immer größer werden. Der kleine Kerl ist mit 4 ja auch noch jung – genau wie Carey. Ich denke, dass das alles Zeit braucht und wir haben ja noch so viel davon mit unseren Jungpferden. Die kann man sich ruhig gönnen ? Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  30. Fabienne sagt:

    Hallo Petra,

    Ich lese schon den ganzen Morgen deine Artikel, weil ich es endlich mal geschafft habe zur Ruhe zu kommen und mich zu konzentrieren. Als ich diesen Artikel gelesen habe, habe ich einfach gedacht: YES! Es ist nämlich so, dass ich vor drei Jahren einen Isländerwallach gekauft habe, der sonst zum "Wanderpokal" geworden wäre, weil niemand wirklich mit ihm zurecht kam. Er war asozial in der Herde und wurde deshalb mit anderen schlecht sozialisierten Pferden gehalten. Er hat sich sofort zurückgezogen, wenn man ihn holen wollte. Er war kopfscheu und hielt die Hufe schlecht auf und Reiten war Stress pur. Er ist nur gerannt, hatte vor vielem Angst und ist immer wieder kopflos durchgegangen. Am Anfang bin ich ihn circa 1-2 Monate so geritten, aber ich war verzweifelt, weil es nur Stress war und ich nicht wusste, was ich machen sollte, damit er lernt, dass Menschen nicht per se Ungemach und Schmerzen bringen. Da ich einen schweren Reitunfall mit Wirbelbruch hatte, war es mir auch beinahe unmöglich im Sattel zu entspannen, weil ich ein Trauma habe und somit hat sich das ganze immer verschlimert. Auch die vorherigen Besitzer konnten ihn im Gelände nicht reiten, weil er ständig umgedreht hat, losgeprescht ist, in den Wald gerannt ist. Aufsteigen im Gelände ging gar nicht. Wenn er denn mal still stand und man einen Fuss im Steigbügel hatte, ist er einfach losgeprescht und man musste versuchen irgendwie ganz in den Sattel zu kommen. Auf Hilfen hat er nicht reagiert, bremsen ging nur durch aufreiten auf ein sicheres Pferd, das kein Problem damit hat. Klar, es gibt schlimmeres, aber für mich war es die Hölle weil ich a) eben ein Reittrauma habe und b) ein sehr sensibles Gemüt habe und extrem darunter gelitten habe, dass er psychisch so schlecht dran war und ich ihm nicht helfen konnte.

    Irgendwann hab ich mir dann gesagt: Scheiss darauf was der Verkäufer mir gesagt hat, soll ich unbedingt mit ihm machen. Ich hab alle Meinungen von aussen ignoriert und beschlossen, meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Das hat nämlich ganz laut geschrien, dass ich zuerst mal mein Pferd und mich von unseren Traumata befreien muss, bevor wir wieder reiten können. Für das, was ich dann getan habe, wurde ich belächelt und verspottet und auch wenn ich inzwischen wieder öfter reite, wird immer noch darüber gespottet und gelacht, dass ich eine Weile lang nicht geritten bin. Ich bin mir aber vollkommen sicher, dass mein Pferd und ich es niemals geschaft hätten, wenn ich nach diesen 1-2 Monaten nicht beschlossen hätte, meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Fortan ging ich spazieren und versuchte herauszufinden, was mein vollkommen abgelöschtes und gestresstes und aggressives Pferd brauchte, damit es allen das Wesen zeigen konnte, was ich von Anfang an in ihm gesehen habe. Ich fand heraus, dass er für sein Leben gern spielt und dass er es liebt, Dinge zu entdecken. Das alles ging eine Weile, aber mit der Zeit und vielen Spaziergängen durch Felder, Wiesen und Wälder und über Stock und Stein, veränderte sich mein verstörtes Pferd komplett. Nach einem halben Jahr wo wir nur spazieren gingen und nur gespielt haben, hatte ich ein vollkommen anderes Pferd. Anstatt wegzurennen wen ich kam, kam er freudig zu mir, wenn er mich sah. Anstatt ständig zu beissen, war er viel anständiger und ruhiger geworden, anstatt sich ständig zu erschrecken, war er unglaublich neugierig und mutig geworden, anstatt nicht anzuhalten, hielt er nun aus jeder Gangart sofort an, wenn ich den Notbrems-Pfiff machte. Nach einem halben Jahr fing ich langsam an wieder zu reiten. Ich ignorierte alle Leute, die mir sagten, der Sattel müsse unbedingt einen Baum haben und ich würde mein Pferd zerstören, wenn ich baumlos ritt, und kaufte mir einen Fellsattel, weil ich schon beim Pferdekauf den Sattel, den ich dazukaufen musste, absolut furchtbar fand. Wir spazierten bis ins Gelände, dort stieg ich auf und ritt solange wir entspant waren, dann stieg ich ab und liess ihn grasen. So arbeiteten wir uns Schritt für Schritt zurück zum Reiten.

    Heute habe ich ein hochmotiviertes, sehr selbstbewusstes, intelligentes, witziges Pferd, das sofort kommt, wenn es mich sieht. Beim Spazieren kann ich ihn an sicheren Stellen vollkommen freilassen und er geht, trabt, galoppiert mir vollkommen frei nach, selbst dann, wenn rechts und links Weiden sind. Er geht unerschrocken an allem vorbei, er ist mutig und unglaublich neugierig. Reiten kann ich inzwischen auch vollkommen alleine im Gelände und er hält zuverlässig immer an. Da ich jedoch selbst noch immer ein Reittrauma habe, gibt es auch Zeiten so wie jetzt, wo ich kaum reite, weil ich nach jeder Zwangspause (Verletzung, Krankheit) wieder die Angst vor dem Reiten viel stärker spüre und ich dann versuche einen guten Mittelweg zwischen Reiten und Bodenarbeit zu finden, so das ich mich zwar meinen Ängsten stelle, aber ohne mich zu überfordern. Mein Pferd ist immer noch nicht sehr einfach zu reiten, weil er klare Vorstellungen davon hat, was er will ind was nicht und dann auch sehr vehement sein kann. Aber das nehme ich ihm nicht übel sondern sehe es als Herausforderung an mich, denn solange ich noch unsicher bin beim Reiten und viele Fehler mache, kann ich kein gut rittiges Pferd verlangen. Daher arbeite ich noch mehr an mir und habe zum Beispiel angefangen das Reiten nochmal von Grund auf zu lernen und zwar nach den Leitlinien der klassischen Reitkunst, was komplett anders ist, als alles, was ich je gelernt habe.

    Was ich mit meiner ewig langen Geschichte sagen will: Spaziergänge können so viel für die Beziehung zwischen Mensch und Pferd tun! Ignoriert einfach die Leute, die mit unnötigen Sprüchen kommen, weil ihr nicht reitet und die Autofahrer die hupen und aus dem Fenster schreien, Pferde seien keine Hunde! Vertraut eurem Bauchgefühl und versucht herauszufinden, was euer Pferd braucht, damit es sein wahres Wesen zeigen kann. So ist aus meinem verstörten, misstrauischen, aggressiven Pferd ein Partner fürs Leben geworden, der immer versucht mich zu verstehen und der mit Motivation und Freude dabei ist. Und das obwohl ich weder besonders gut reiten kann (aber daran arbeite ich) oder vom Boden aus speziellen Trainingssystemen gefolgt bin. Allem, was ich gefolgt bin, ist mein Herz und mein Gefühl und ich bin au h heute, nach drei Jahren trotz all des Spotts, den ich für meine Arbeit mit Pferden abbekommen habe und immer noch abbekomme, absolut überzeugt, dasses das Wichtigste ist, auf sein Bauchgefühl zu hören und sein Zusammnsein mit Pferden an Herz und Gefühl zu orientieren anstatt daran, was Gang und Gäbe ist und von einem Reiter erwartet wird. Ich schwimme lieber gegen den Strom und weiss dabei, dass ich für mein Pferd versuche das Beste zu tun und es zu verstehen, als dass ich unglücklich bin, weil ich Dingr tue, die zwar Gang und Gäbe sind, die aber weder mir noch meinem Pferd weiterhelfen. Lasst euch nicht in ein Schema pressen und seid mutig euren eigenen Weg zu finden.

    In diesem Sinn: Danke für all die tollen Beiträge, die du mit so viel Herzblut schreibst! Es ist schön Gleichgesinnte zu kennen und noch schöner ist, dass immr mehr Pferdeleute beginnen Alternativen zum Herkömmlichen zu suchen und genau für diese Leute braucht es auch solche Blogs wie deinen, damit sie sich an etwas orientieren können, wenn sie den Mut haben alte Muster aufzugeben und versuchen mehr darauf zu hören, was in ihnen und ihren Pferden vorgeht anstatt zu versuchen in irgend ein Schema zu passen! Danke, du bist eine grosse Inspirationsquelle für mich!

    (P.s. Entschuldige, dass dieser Text ein halbes Buch geworden ist!)

    • Petra sagt:

      Liebe Fabienne, wow – vielen Dank für deinen wunderschönen Kommentar, der immer gerne ein halbes Buch werden darf, vor allem wenn so viele inspirierende Gedanken darin stecken. Es freut mich sehr, dass du die Seite magst – sie ist tatsächlich ein Herzensprojekt und ich freue mich über jeden Pferdemenschen, der mir hier begegnet und die Welt und vor allem die Pferde mit warmen und liebevollen Augen sieht. You made my day! Danke für das Lächeln, dass mir dein Kommentar geschenkt hat und ganz liebe Grüße an dein Pferd und dich, Petra

    • Gunda sagt:

      Hallo Fabienne,
      deine Geschichte hat mich sehr bewegt. Ich finde es so toll, wie du dich durchkämpfst für dein Pferd und dich. Das zeugt von ganz viel Stärke und Kraft. In manchen Beschreibungen finde ich mich auch etwas wieder. Inzwischen habe ich auch aufgehört (hat aber etwas gedauert) immer in ein Schema passen zu wollen und den Ansprüchen anderer genügen zu wollen. Ich wünsche euch von Herzen weiterhin alles Gute und macht weiter so.

  31. Silke sagt:

    Liebe Petra,
    Es ist sehr schön zu lesen wieviel Spaziergänger es hier gibt. Ich versuche das immer noch alle 1-2 Wochen einzubauen. Shane ist nun 5,5 sein Thema sind Geräusche und Menschen. Unser weitester Spaziergang waren jetzt 2,5 Std. Durch Schrebergärten und durch den Ort etc. Seitdem ist er im Gelände deutlich gelassener: also wenn wir das überstanden haben, können uns die normalen Dinge nichts anhaben😊 . Ich habe ihm das Kommando ‘schau’s dir an’ beigebracht- zur Belohnung gibt’s dann was. Wenns vom Sattel dann doch mal zu viel für ihn wird, steige ich immer noch ab und wir spazieren gechillt daran vorbei, bzw sobald er beim Monster ruhig ist, steige ich dort auf. In dem Alter ist es noch ein langer Weg bis zum Verlasspferd aber ich versuche uns die Chance geben das in Ruhe zu werden.

    • Petra sagt:

      Liebe Silke, ich gehe aktuell leider gar nicht spazieren, weil wir unter der fiesesten Mücken- und Bremsenplage leiden und keinen Schritt gehen kann ohne geplagt zu werden. Ich freue mich richtig darauf, wenn ich in ein paar Wochen wieder regelmäßig losziehen kann. So wie ihr das macht, klingt das toll. Ich glaube ohnehin, dass es einfach dauern kann – je nach Pferd länger oder kürzer. Vertrauen muss wachsen und Verlässlichkeit entsteht nur aus Vertrauen. Das ist zumindest das, was ich glaube und denke. Aber das ist ja auch ein schöenr weg und eine Entwicklung, die man gemeinsam machen kann 🙂 Ganz liebe Grüße an euch zwei, Petra

    • Silke sagt:

      Jetzt ist doch tatsächlich ein Jahr vergangen. Wir hatten Hochs und auch ganz viele Tiefs. Durch persönliche Schicksalsschläge konnte ich Shane nicht den Fixpunkt geben den er brauchte und er richtete sich gegen mich. Er wurde mürrisch, hat mir nicht zugehört, und im Gelände unsicher. Bis er am Schluss sogar auf dem Platz expolodierte, mir die Zügel entriss und den Hintern hob. Dann hatten wir noch ein unschönes Erlebnis mit einem Hund und danach war es ganz aus. Seit 4 Monaten haben wir nun eine neue Trainerin. Sie hat quasi bei der Grundausbildung nochmal mit uns angefangen. Also alles auf Null zurück und langsam aufbauen. Kommunikation statt Kampf und ihm zeigen dass ich souverän bin. Seit 2 Wochen bauen wir nun wieder auch das Gelände in unser Programm ein, nachdem er sich nun wieder leicht führen lässt und mir zuhört. Im Moment plagen uns die Mücken und Bremsen und er ist doch sehr genervt und unruhig…Ich werde nun im September mir 4 Wochen nehmen an denen wir 4-5 Tage raus gehen. Spazieren oder reiten. Erst die einfachen Runden, dann immer etwas mehr. Wir geben nicht auf!!

    • Petra sagt:

      Liebe Silke, ich bewundere dich sehr – es ist schön, dass du für Shane und eure Beziehung kämpfst und bereit bist euch beiden Zeit zu geben. Wer weiß, vielleicht ist jetzt auch der richtige Weg für euch erreicht und vorher passten Training und Kommunikation nicht für ihn. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass es immer besser und näher und schöner wird zwischen euch, Petra

  32. Linda sagt:

    Hallo,
    Ich mache auch sehr viel Bodenarbeit mit meinem Pony. Ausritte mit anderen Pferden sind gar kein Problem. Eine kleine Runde um das Feld am Hof ist bereitet auch keine Schwierigkeiten. Wenn ich bei uns zum See gehe und sie plantschen lasse, ist es zunächst auch kein Problem. Sie kommt aus dem Wasser, ich lasse sie etwas grasen. Dann sieht sie etwas, wiehert und will panisch nur noch weg. Wenn ich dann zurück gehe, legt sich ihre Panik nach einiger Zeit wieder. In dem Moment schaffe ich es aber nicht mal Ihre eine Fliegendecke raufzutun. Der schöne Spaziergang artet dann in Stress aus :-/ habt ihr Tipps?

    • Petra sagt:

      Liebe Linda, das ist aus der Ferne einfach sehr schwer zu beantworten, weil ich so gar nicht einschätzen kann, was dein Pony in diesen Momenten bewegen könnte. Ich kann dir nur dazu raten, dir eine gute Trainerin oder einen guten Trainer zu suchen. Die euch in der SItuation Tipps geben kann. Ganz liebe Grüße und tut mir sehr leid, Petra

  33. Kiki1986 sagt:

    Hallo 😉
    Das hört sich alles alles super an und ich bin schon wieder sehr motiviert meine Kleine von der Weide reinzuholen und alles auszuprobieren 😄 Leider haben wir bei unserem letzten Spaziergang keine so tollen Erfahrungen gemacht, wir wollten nämlich an Kühen vorbei, und da hat sie so Angst bekommen dass sie abgehauen ist …. Gottseidank nicht sehr weit weggelaufen und auch keine Strasse in unmittelbarer Nähe, aber einen kleinen Schreck hatten wir wohl beide, ich und mein kleines ‘cowhorse’ ….

    • Petra sagt:

      Hallo Kiki, jaja – kühe können ganz grauenvolle Monster sein 😉 Aber jetzt bist du ja vorgewarnt und kannst bei der nächsten onsterbegegnung mit Ruhe und Stärke und Gelassenheit vorangehen – damit dein kleines Cowhorse nach und nach versteht, dass Kühe auch ganz lieb sind 🙂 Viele Grüße an euch zwei und bis bald, Petra

  34. Sofía sagt:

    Danke für deine lehrreichen Einträge. Ich habe eine Stute von 1,5 Jahren. Wir üben immer wieder das stehen bleiben auf dem Platz, am putzplatz oder auf dem weg dort hin. Es klappt immer gut und sie reagiert meistens sehr fein.. Allerdings überrollt sie mich quasi immer beim spazieren gehen. Da ist sie kaum zu stoppen. Hast du einen Tipp? Rückerstattung geht sie schon auch ohne viel Druck. Nr das stehen bleiben unterwegs ist unser Problem.

  35. Anna sagt:

    Hey Petra,
    ein sehr schöner Artikel!
    Aus genau diesem Grund möchte ich mit meinem Pferd auch gern spazieren gehen.
    Meine Stute ist seit 1,5 Jahren bei mir. Sie war 8 Jahre alt als ich sie gekauft habe und ich bin ihre (soweit bekannt) 8. Besitzerin.
    Dementsprechend hat sie große Schwierigkeiten Vertrauen zu fassen. Aus dem Grund wollte ich Spaziergänge mit ihr machen!… Und das ist gehörig in die Hose gegangen! Die ersten Meter sind immer recht ruhig und entspannt. Sobald aber irgendein Reiz (meist ein Pferd auf einer Koppel) da ist, wird sie unruhig, hibbelig und will dringend zurück zu ihrer Herde! Da kann ich als kleiner Mensch neben ihr machen was ich will! Wenn sie dann einen Moment ruhiger ist drehe ich um. Der Rückweg ist dann ein Graus! Sie ist unheimlich stark und schleift mich dann eher hinterher als das ich sie führen kann.
    Ich habe es 3x seitdem mit ihr versucht.. und nach solchen "Spaziergängen" war unser Verhältnis nicht das Beste!
    Wenn wir ausreiten (immer in Begleitung) ist sie das artigste Pferd, dass man sich wünschen kann! Völlig entspannt am langen Zügel! Es ist mir ein Rätsel, wieso das so ist! Nachdem ich den Beitrag gelesen habe, kann ich sie besser verstehen und es tut mir Leid, dass ich ihr soviel abverlangt habe!
    Ich denke, wir müssen noch ordentlich weiter arbeiten, bis ihr Vertrauen reicht, um eine kleine Runde mit mir zu spazieren! Aber wir schaffen das schon! 🙂
    Liebe Grüße, Anna

    • Petra sagt:

      Hey Anna, danke für deinen lieben Kommentar und dass du mir von euren Erlebnissen berichtet hast. Ich glaube ganz sicher, dass ihr auf einem tollen Weg seid und euch einfach alle Zeit der Welt lassen müsst – dann wird der Rest nach und nach kommen. Ihr schafft das ganz bestimmt! Ganz liebe Grüße, Petra

  36. Anne sagt:

    Hallöchen,
    ich bin jetzt seit nem dreiviertel Jahr bei meiner Reitbeteiligung, einer 17-jährigen, superlieben, ruhigen Stute und habe seit letzter Woche ‘ernsthaft’ angefangen mit ihr durch die Felder zu spazieren. Da sie sich mehrmals hintereinander an den Beinen verletzt hat und ich sie durch mein zusätzliches Rumgehampel obendrauf nicht extra belasten will, habe ich beschlossen jeden Tag mit ihr ins Gelände zu gehen, ganz entspannt ohne andere Pferde und zusätzlichen Druck von außen. Die eigentliche Besitzerin ist für fünf Wochen nicht da und so kümmere ich mich um die liebe Helia und kann ohne Stress mehrere Stunden in der Natur rumwandern oder einfach ein bisschen Bodenarbeit machen.

    Da ich – besonders im Bereich der Bodenarbeit – noch ein kleiner Neuling bin, lese ich seit Tagen deinen Block und klicke mich durch deine wunderbar inspirierenden Artikel um neue Ideen aufzusaugen und sie am nächsten Tag gleich ausprobieren zu können. Ich stehe wirklich vollständig hinter dem, was du sagst und schreibst, hinter deinen Ansichten und ich finde die Art, wie du deine Pferde trainierst und mit ihnen umgehst einfach klasse. So oft erwische ich mich bei Fehlern, die du hier auflistest 😉 Wirklich super, mit wie viel Herzblut du hier tätig bist – vielen Dank!

    Was ich aber eigentlich sagen wollte:
    Allein nach einer Woche kontinuierlichem Spazierengehen hat sich die Beziehung zu der Stute sehr verbessert, sie ist viel motivierter und wird von Tag zu Tag ruhiger wenn wir draußen sind. Obwohl sie schon von Anfang an ein sehr gelassenes Pferd war, merke ich wie sie mir täglich etwas mehr vertraut und wir uns immer mehr trauen können. Ich freue mich auch viel mehr mit ihr zu arbeiten oder einfach so bei ihr sein zu können 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo Anne, danke für deinen Kommentar. Ich finde auch immer wieder erstaunlich, wie viel das Spazierengehen für die Bindung tut. Das berichtet wirklich jeder Pferdemensch. Es ist wahrscheinlich das gemeinsame Abenteuer auf Augenhöhe, das man da Seite an Seite miteinander besteht. Schön, dass es bei euch auch so gut funktioniert. Und natürlich freue ich mich, dass du die Seite und die Artikel magst. Ich teile ja nur meine Erfahrungen und Gedanken. Aber es freut mich natürlich, wenn das auf Gleichgesinnte trifft. Ganz liebe Grüße, Petra

  37. Mona sagt:

    Hi Petra,

    sehr schöner Artikel :))
    Ich bin mit meinem jetzigen Pflegepferd noch kein einziges Mal außerhalb es Hofes gewesen. Sie steht an einem "Händler"-Stall und dort gibt es nur die Halle, ein Platz (nur bei super duper Wetter) und die Führanlage.
    Die Besitzerin kam lange zeit nicht und das Pferd wurde im Beritt…sagen wir mal….stiefmütterlich behandelt oder um es krasser auszudrücken: der Praktikanten-Einstellungstest. Sie hat oft gelernt, dass steigen und buckeln dazu führt, dass sie in die Box kommt…leider… nach einem Jahr kann ich sie nun reiten und wir vertrauen uns (glaube ich). In ein paar Tagen ziehen wir in einen Offenstall mit kleinem Platz, Ausreitgelände von über 20 km und einer 1km entfernten Halle. Ich bin so gespannt wie sie reagieren wird…ich hoffe sie wird, wie ihr alle beschreibt nach und nach mein Verlasspferd. Unerschrocken ist sie glaub ich 😉
    Ich glaube ich gehe die anfangszeit erstmal nur spazieren….um ihr das "neue" Leben zu zeigen. Es wird komplett anders und ich will sie nicht überfordern. Andererseits wird sie vor Freude durchdrehen …verständlicherweise. Nehme ich doch besser eine Trense + Longe mit? 😀

  38. Luna&Sternchen sagt:

    Liebe Petra,
    ich hatte vor ungefähr einer Woche ein erschreckendes ist zugleich berührendes Erlebnis. Sternchen und ich waren wieder spazieren und ich wollte die normale Waldrunde die mein Pony schon gut kennt etwas spannender gestalten. Am Ende des Weges grenzt eine kleine Stadt an und ich wollte versuchen mit dem Pony ein wenig in der Stadt zu spazieren. Als ich dann über die Straße ging merkte ich das Sternchen sehr unruhig wurde und ich wollte umdrehen. Leider war die Straße sehr stark befahren und mehrere LKW’s, ein Bus und viele Autos fuhren an Sternchen vorbei. Was mich sehr enttäuscht hat, war das keiner der Fahrer auch nur ein wenig Rücksicht auf mein Pony genommen hat. Als ich Sternchen dann ruhig über die Straße führen konnte, wollte ich den normalen Weg zurück gehen. Bloß war Sternchen damit garnicht einverstanden. Sie riss sich los umdrehen galoppierte weg. Ich bin sofort hinterhergerannt und habe Sternchen gerufen. Auf einmal ist sie dann auch in den Schritt gefallen und hat auf mich gewartet, was mich sehr berührt hat. Vielleicht hatte sie sich wieder beruhigt und konnte wieder "bemerken" das jemand fehlt. Vielleicht ist sie aber auch einfach auf das Seil getreten das sie zur Vernunft gebracht hat, da sie die Übung Notstop (also anhalten auf Zug am Halfter) sehr gut kennt. Auf jeden Fall hat mein Herzenspony wieder einmal bewiesen wie toll sie doch ist. 😉
    Liebe Grüße,
    Luna&Sternchen

    • Petra sagt:

      Liebe Luna, was für ein schönes Erlebnis und ein ganz großer Vertrauensbeweis. Sternchen hört auf dich – auch in einer Stresssituation. Das ist gar nicht selbstverständlich. Ich freue mich total mit euch beiden und schicke dir ganz liebe Grüße, Petra

  39. Marlene sagt:

    Erstmal – gratuliere zu dieser tollen Seite, stöbere schon eine Stunde rum und hole mir Inspirationen für mich und meinen jungen Wallach :). Ich habe ihn zwar schon seit er ein Jährling ist, mir war aber die artgerechte Haltung in der Gruppe mit gleichalten Pferden sehr wichtig, weswegen er nur mit Fohlen-ABC wieder aus der Aufzucht retour kam. Ich konnte ihn nur 1-2 mal im Monat besuchen, dennoch war ich begeistert wie souverän er in der Herdenzeit geworden ist! Er ist jetzt seit einem Monat in dem Reitstall untergebracht, indem auch mein bereits erwachsenes Pferd lebt und wird jetzt behutsam auf sein Leben als Reitpferd vorbereitet. Da er erst 3 Jahre jung ist, gehen wir es in ganz kleinen Schritten an. Führübungen am Platz, in der Halle, im Round Pen und erste Mini-Geländetouren haben wir auch schon bestanden. Ganz sicher ist er sich noch nicht, aber er ist ein großer Schatz und sehr artig. Ich werde sicher weiter hier schmökern und mir weitere Anregungen holen. Mach weiter so!

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