Dickes Pferd - Dicke Carey

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt

⏱️

Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Ist dein Pferd mehr Tonne als Pony? Oder hat es vielleicht nur ein paar Gramm zuviel auf den Rippen? Verzweifelst du langsam, weil dein Pferd einfach viel zu dick ist und du nicht weißt, was du tun sollst? Dicke Pferde sind keine Seltenheit und weißt du was? Auch meine Stute war im letzten Jahr viel zu dick. Ich bin fast verzweifelt daran und war extrem gefrustet. Im Artikel beschreibe ich dir meine Versuche den Speck loszuwerden, was funktioniert hat und was nicht und was letztlich vermutlich das einzige ist, was wirklich hilft. 

Dickes Pferd

Ich weiß, dass du vor allem hier bist, um eine Lösung für das Gewichtsproblem deines Pferdes zu finden und du bekommst von mir auch noch ganz praktische Ideen und Hinweise. Aber vorab will ich dir kurz meine Geschichte beschreiben, damit du nicht die gleichen Fehler machst, wie ich. Ich musste nämlich durch einige Monate „Trial and Error“ lernen, was gegen den Speck hilft und was nicht und wieso es gar nicht hilfreich ist, sich nur auf die überflüssigen Pfunde zu konzentrieren. 

Ich kann dich auch ein bisschen trösten – du bist nicht alleine. Du ahnst gar nicht, wie viele Nachrichten und Fragen ich bekommen habe, nachdem man auf den Fotos gesehen hat, wie meine Stute zugenommen hat. Das Problem haben ganz ganz viele Menschen.

Wie ich mein Pferd wieder schlank bekommen habe

Meine Stute war nie zu dick. Sie war und ist ein kompakter Quarter und sicher nicht das leichtfuttrigste aller Pferde, aber sie war auch immer in einem gesunden und guten Mittelmaß. Auch mit ganz normalen Freizeitpferdetraining und ganz ohne Reiten. Denn mit dem Reiten hatte ich erst in dem Jahr angefangen, in dem sie auch zu dick wurde. 

Sprich: Ich hatte ein schlankes und normales Pferd nur mit Bodenarbeit und normaler Heufütterung. Normal heißt: Keine Futterpausen über 3-4 Stunden und klassisches Pferdeheu vom Bauern. Kein Kuhwiesenheu.

Carey - Quarterhorse

Dann mussten wir umziehen, weil der damalige Stallbesitzer anfing Heulage zu füttern und mein Pferd: 

  1. Ein bisschen dicker wurde
  2. Magenprobleme bekommen hat

In dem Stall, in dem wir letztlich gelandet sind, gab es 24/7 Heu und einen großen Laufstall mit Offenstallbereich. Prinzipiell hatte jedes Pferd genug Platz, aber es gab zwei große Probleme, die dafür gesorgt haben, dass fast alle Pferde in diesem Stall innerhalb weniger Monate zu dick geworden sind: 

  1. Es gab keine Bewegungsanreize im Stallalltag
  2. Das Heu wurde leider recht spontan organisiert und kam ohne konkrete Qualitätskontrolle, Energiewert-Informationen und natürlich auch von wechselnden Herstellern

Meine Stute ist innerhalb weniger Wochen regelrecht “explodiert” und ich bekam den Speck einfach nicht weg.

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 2
DAs war das Ergebnis nach 6 Monaten diesem Stall

Das Spannende war: Egal wie viel die betroffenen Pferdebesitzer trainiert haben – ich inklusive – die Pferde wurden nicht wirklich dünner. Mittlerweile steht meine Stute nicht mehr in diesem Stall und hat innerhalb weniger Wochen bei weniger langen Trainingseinheiten ganz entspannt abgenommen. Aktuell steht sie bei Hero Merkel – einer Freundin, Trainerin und Bereiterin – zum Übergang und für ein Reitttraining bis sie zur Koppelsaison in ihren neuen Stall kann – ein Aktivstall mit Paddocktrail.

Falls du jetzt aber denkst, dass Hero stundenlang mit ihr trainiert hat für das Ergebnis liegst du falsch. Sie hat fein, dosiert und eher in 20-40 Minuten Einheiten den einstieg ins Reiten mit ihr trainiert. Weit entfernt von Hochleistungssport, sondern feines, kurzes und schönes Training mit viel Pause und Motivationsspielraum für das Pferd.

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 3

Das hat mir vor allem eines gezeigt: Wenn die Futterqualität nicht stimmt sowie Futtermenge und der Spurenelementebedarf nicht mit dem Grundbedarf deines Pferdes übereinstimmen, kannst du als Pferdebesitzer Sporteln mit deinem Pferd, wie du willst – du hast fast keine Chance.

Ich hab also ein paar Punkte aus dieser Odyssee gelernt und genau diese Punkte will ich dir schildern. 

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 4
Nach etwa 1-2 Monaten bei guter Heuqualität und sanftem Training waren wir wieder bei diesem Gewicht gelandet – mittlerweile ist sie sogar noch ein bisschen schlanker geworden
P.s.: Der Coole Zaum mit Zügeln ist unser Balancio aus dem Shop mit den Filogran-Baumwollzügeln – du kannst ihn dir HIER genauer anschauen
P.s. 2 ;-) : Den Reithelm bekommst du auch bei uns im Shop – wir. haben ihn in vier verschiedenen Farben

Dickes Pferd erkennen

Letztlich sind es nur ein paar große Faktoren, die das Gewicht beeinflussen und sie liegen so ziemlich auf der Hand: 

  1. Du bist, was du isst
  2. Bewegung ist alles

Dazu kommt, dass der Stoffwechsel einigermaßen in Schuss sein muss, die Entgiftungsorgane gut arbeiten müssen und auch Hufe und Bewegungsanreize in Ordnung sein müssen.

Aber vor allem ist es das Heu und die Heuqualität. Je nach Pferd auch die Heumenge. Denn wenn das Futter zu hochkalorisch ist und die Bewegungsanreize im Alltag fehlen, kannst du zwar versuchen dir an den Tagen, die du bei deinem Pferd bist, den Wolf zu trainieren. Wenn du aber nicht 5 Stunden täglich Geländeritte, viele ausdauernde Trabstrecken und hochintensives Sportpferdetraining startest, WIRD DEIN PFERD NICHT easypeasy ZUR ELFE. 

Trotz allem kannst du natürlich einiges tun, um die Situation zu ändern. Ich beschreibe dir gleich meinen Weg, der Stück für Stück aus dem Moppeldasein wieder herausgeführt hat. Vorher noch ein paar kurze Fakten für dich.

Die PUNKTE FÜR ZU DICKE PFERDE, DIE AUSSCHLAGGEBEND SIND

Dazu kommen noch die individuellen Faktoren: 

  1. Natürlich haben unterschiedliche Pferdetypen einen unterschiedlichen Grundumsatz, werten Kalorien unterschiedlich gut oder schlecht aus und setzen deswegen schneller oder weniger schnell Fett an
  2. Was das eine Pferd also wegstecken kann oder sogar braucht, kann bei einer anderen Rasse zu EMS, Hufrehe oder anderen Stoffwechselerkrankungen führen
  3. Jedes Pferd hat auch andere Bedürfnisse in Sachen Mineralstoffhaushalt 
  4. Pferde haben unterschiedliche optimale Funktion ihrer Engiftungsorgane 
  5. Es gibt gute und schlechte Heuqualität

Dann gibt es noch die allgemeinen Faktoren, die letztlich für alle Pferde gelten. Denn Magen und Darm des Pferdes hat spezielle Funktionsweisen, die auf eine bestimmte Art der Fütterung angewiesen ist, damit dein Pferd keine Magenprobleme bekommt – zu Magen und Darm des Pferdes kannst du HIER mehr lesen, da beschreibe ich dir alles ausführlich.

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 5

Auch alle Facts zu artgerechter und gesünder Fütterung hier unterzubringen würde den Rahmen des Artikels sprengen, deswegen verlinke ich dir da auch ein paar Artikel. 

Dickes Pferd füttern

Zu den Pferdetypen und guter Fütterung kannst du mehr und ausführlicher in folgenden Artikeln weiterlesen: 

  1. Artgerechte Pferdefütterung – ein Interview mit der Kräuterexpertin Herdis Hiller
  2. Die größten Futtermythen – ein Beitrag von Janet Metz
  3. Futterberatung für dein Pferdwie du den Mineralstoffhaushalt deines Pferdes richtig einstellen kannst

Schwarz-weiß gesprochen: Du müsstest also im Idealfall dafür sorgen, dass dein Pferd gutes und karges Pferdeheu bekommt und das mit täglicher Bewegung und einer Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining kombinieren. 

Kommen wir also damit wieder zurück zu der Diät-Frage und wie du deinem Pferd beim abnehmen helfen kannst, wenn es zu dick ist. 

Dickes Pferd? So geht das Abnehmen 

Übersetzen wir das alles mal in die Menschenwelt:

  • Wenn du den ganzen Tag Schokolade isst und im Bürostuhl sitzt, kannst du nicht erwarten, dass du von einer Stunde Walken am Abend abnimmst. 
  • Wenn du aber Obst und Gemüse isst, viel Salat und gesunde Vollkornprodukte – Biofleisch und alles, auf was dein Körper ausgelegt ist von der Natur und dazu eine Stunde am Tag Sport machst, wird es dir supergut gehen.  

Genau so ist es auch für unsere Pferde. Das was sie Fressen, muss in einem Gleichgewicht sehen zu dem, was sie verbrauchen. Und der Inhalt des Futters muss stimmen.

Den Verbrauch kannst du durch Konditions- und Ausdauertraining erhöhen und durch eine gesunden und gute Muskelmasse. Aber natürlich kannst du alleine mit den wenigen Stunden, die du pro Tag bei deinem Pferd verbringst, nicht komplett ausgleichen,  wenn Bewegung und Fütterung am Stall nicht stimmen. Das musste ich selbst leidvoll erfahren. 

Denn so einfach das gesagt ist, so schwer ist das im Stallalltag manchmal umzusetzen. Der Stallbesitzer sorgt für das Heu – und da ist HEU NICHT GLEICH HEU. Das mag von außen für uns immer gleich trocken und karg aussehen. 

Aber beim Heu gibt es alles – von Knäckebrot-Niveau bis Sahnetorten-Faktor. Denn je nachdem von welchen Wiesen es stammt, wann es geschnitten und wie gelagert wurde, kann es einen immens hohen Zuckergehalt haben. 

Stallwechsel Pferd Carey Fohlenhof Heutoy Heufresser

Dann kannst du mit Training kämpfen, wie du willst – du wirst nicht viel ausrichten können. Ich selbst habe zum Beispiel den Trainingsplan extrem erhöht, nachdem meine Stute so krass zugenommen hatte, habe ihn täglich durchgezogen und gekämpft, um sie wieder schlanker zu trainieren. 

Das Ergebnis nach einigen Wochen mit täglichem konzentriertem und straffem Training? 1 Gürttelloch weniger am Sattelgurt und ein extrem lustloses Pferd, das mir gezeigt hat, dass die Leichtigkeit zwischen uns kurz mal verloren gegangen war unter dem Gewichtskampf. 

Da das auch nicht sein kann, habe ich mein Pferd schweren Herzens noch einmal umgezogen in einen Stall mit langfristig organisiertem Heu und Bewegungsanreizen. 

Das Ergebnis nach einigen Wochen mit entspanntem und kurzem Training und Pause-Kuscheltagen? 1 schlankes und sportliches Pferd ohne Bauch oder Speckpolster. 

Jetzt sitzt du vermutlich da und fragst dich gefrustet, was du tun sollst. Damit ich dich nicht so ratlos zurücklasse, will ich dir ein paar Tipps an die Hand geben und dir erste Schritte sagen, die du unternehmen kannst. 

Dickes Pferd Trainieren: Dein Abnehm-Plan mit dem dicken Pferd

Wir haben jetzt also festgestellt, dass Futterqualität und Bewegung die zwei ganz großen Parameter sind, die dafür sorgen können, ob dein Pferd zu dick ist oder nicht, richtig?

Das sind letztlich deine Stellschrauben und an denen drehen wir jetzt gemeinsam und schauen, wohin du mit deinem Pferd so kommst. Denn Pferde sind ja individuell, Ställe und Haltungsformen auch und damit kannst du arbeiten: 

  1. Schritt: Du checkst die Heuqualität in Absprache mit deinem Stallbesitzer – vielleicht wollen andere aus dem Stall auch gerne mitmachen. Du kannst das in ein entsprechendes Labor einsenden und prüfen lassen, wie hoch der Zuckergehalt, die Energie im Heu und die Mineralstoffdichte sind. Dann könnt ihr damit arbeiten und darauf reagieren. Zum Beispiel indem ihr neue Heulieferanten sucht oder bei Fütterung, die nicht 24/7 ist die Mengen angleicht, wenn das irgendwie im Alltag machbar ist
  2. Schritt: Du kannst ein Blutbild machen lassen und zusammen mit der Heuanalyse zum Beispiel eine Futterberatung machen lassen (HIER habe ich dir meine eigene beschrieben, die ich habe machen lassen, als meine Stute zu dick wurde), denn manchmal FRESSEN und FRESSEN die Pferde auch deswegen, weil sie Mangel haben und IRGENDWIE diesen Mangel ausgleichen wollen – wenn du Glück hast, ist das bei deinem Pferd der Fall und du kannst über gezielte Spurenelemente-Zufütterung und Mineralstoff-Zufütterung dafür sorgen, dass dein Pferd seine Fressimpulse wieder auf ein Normalmaß herunterschrauben kann
  3. Schritt: Du kannst im Kleinen Bewegungsanreize im Stall schaffen. Zum Beispiel über Heubälle (HIER hat TEAM Shettysport dazu einen schönen Bericht geschrieben) oder durch das Aufstellen verschiedener Raufen an verschiedenen Spots im Offenstall. Oder du versuchst sogar im Großen etwas zu ändern, durch einen Paddocktrail, wenn es das Gelände hergibt und der Stallbesitzer mitmachen möchte (HIER beschreibe ich dir das Konzept)
  4. Schritt: Du baust dein Training etwas aus – soweit es geht, ohne die Beziehung zu deinem Pferd zu gefährden – dazu schreibe ich dir gleich noch meinen Trainingsplan auf, der immerhin zu einem Gürtelloch weniger geführt hat bei extrem schwierigen Bedingungen.
  5. Schritt: Wenn alles nichts hilft, der Stallbesitzer nichts ändern will, das Training nicht fruchtet und die Heuqualität gleichbleibend schlecht ist, dann bleibt letztlich vermutlich nur der Umzug. Zumindest, wenn dein Pferd akut EMS-Gefährdet oder so deutlich zu dick ist, wie es meine Stute am Ende war. Bei ein paar Kilo zuviel auf den Rippen würde ich mir da keinen Stress machen, wenn das Pferd in der Herde glücklich ist. So ein Umzug ist ein RIESENSTRESS für dein Pferd und ich würde es ihm immer nur zumuten wenn es nicht anders geht – dazu HIER noch ein paar Infos in meinem Artikel 

Bevor du aber über einen Umzug nachdenkst, würde ich erst einmal alle Parameter abklopfen und schauen, ob Veränderungen auch das Gewicht deines Pferdes beeinflussen können. 

Es ist es immer wert, erst einmal die Bewegung hochzufahren und das Futter anzupassen, soweit es geht. Ich weiß, dass es nicht immer einfach ist, weil es als Einsteller zu viele Faktoren gibt, die man nicht beeinflussen kann. 

Aber du kannst auch erst einmal die ersten 4 Schritte durchprobieren und den Trainingsplan versuchen und dann nach einigen Wochen oder Monaten checken und Bilanz ziehen. 

Damit du dich nicht nur auf dein Augenmaß verlassen musst, kannst du das Gewicht deines Pferdes vor Beginn der Veränderungen festhalten und dann nach 4 Wochen und nach weiteren 8 Wochen noch einmal. 

Dann hast du Fakten geschaffen und kannst prüfen, ob die Veränderungen des Futters oder der Bewegungsanreize ausreicht, um bei deinem Pferd etwas zu bewegen. 

So kannst du das Gewicht deines Pferdes bestimmen

Die klarste Möglichkeit ist, wenn du dir eine Pferdewaage an den Stall bestellst. Meist machen auch andere mit, weil es immer gut ist das aktuelle Gewicht des Pferdes zu kennen – für die Medikamentenvergabe oder die Fütterung zum Beispiel. 

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 6

Mit der Pferdewaage

Dazu findest du HIER mehr Informationen – das Team war einmal bei uns am Stall und das hat ganz gut funktioniert (https://www.die-pferdewaage.de/ueber-uns/)

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 7

Wenn dir das zu aufwendig oder zu teuer ist, kannst du auch selbst Hand anlegen und messen. 

Mit dem Body Condition Score (BCS)

Es wurde vor einiger Zeit der Body Condition Score entwickelt. Damit hast du einigermaßen gute Richtwerte für den Body deines Pferdes. Denn die Waage ist zwar ganz nett, aber jede Rasse hat eine ganz andere Konstitution und ein anderes Gebäude. Ein Araber hat auch ganz anderes Knochengewicht als beispielsweise ein Haflinger

Deswegen stellen sich viele Pferdebesitzer beim Gewicht ihres Pferdes tausend Fragen. Muss das Pferd zunehmen oder abnehmen? Wieviel Gewicht ist okay bei meinem Pferd? Wie sieht das Idealgewicht meines Pferdes aus?

Denn auch Alter, Geschlecht, Rasse und Gebäudestruktur des Pferdes spielen eine große Rolle bei der Einschätzung des richtigen Gewichts für ein Pferd. 

Der Body Condition Score (BCS) ist im Grunde das Verhältnis von Fett und Fettfreier Masse bei deinem Pferd. Du kannst ihn durch das Abtasten bestimmen Körperbereiche abschätzen und berechnen. Das ist aber nicht ganz simpel und du musst schon ziemlich genau wissen, wie du die einzelnen Bereiche gut einschätzen kannst. 

Mehr dazu kannst du HIER nachlesen – da hat eine Forscherin der Uni München den BCS genauer beschrieben und erklärt auf ihrer Website

Am Einfachsten Mit dem BCI – Body Condition Index

Deswegen hat ein internationaler Futtermittelhersteller vor ein paar Jahren den sogenannten Body Condition Index entwickelt (BCI). Der sich etwas einfacher berechnen und checken lässt. Dafür gibt es sogar ein Online-Tool, dass der Futtermittelhersteller zusammen mit der Uni in Melbourne vor einigen Jahren entwickelt hat. 

Dickes Pferd! Was du wirklich tun kannst damit dein Pferd abnimmt 8

HIER kommst du zu dem BCI-Berechner

Du brauchst dafür nur vier Körpermaße – Halsumfag, Gurtumfang, Bauchumfang und Stockmaß. 

Dann kannst du in dem Onlinetool alle Daten eingeben und bekommst dann einen ganz guten Wert raus, den du zur Einschätzung und für deine Faktenlage verwenden kannst. Wenn du da unsicher bist, kannst du dir ja deinen Tierarzt dazurufen und ihn bitten, dich zu unterstützen. Der wird vielleicht komisch schauen und natürlich wirst du ihm auch den Besuch bezahlen müssen, aber dann hast du eine Fachmeinung. 

So, wenn du jetzt einen Richtwert hast, dann schreibe ihn dir auf und halte den Startpunkt deiner Veränderungsphase damit fest. 

Du schraubst dann erst an den Futterkonditionen und der Heuqualität – soweit du das in den Händen hast und kannst dann nach 2-3 Wochen nochmal schauen, ob das schon etwas gebracht hat. 

Zusätzlich kannst du mit deinem Pferd ein intensiveres Training starten. Du kombinierst dafür Pausen mit Konditionstraining und Intervalltraining. 

Dickes Pferd – ein Trainingsplan

Da dein Pferd zu dick ist, darfst du nicht vergessen, dass du das Training aufbauen musst, langsam und Schritt für Schritt. Je nachdem wie dick dein Pferd ist, musst du dir mehr Zeit lassen und das Training in kleineren Schritten aufbauen, als bei einem Pferd das nur ein paar Kilo zuviel auf den Rippen hat. Denn die Kilos sind anstrengend und auch belastend für die Sehnen und Bänder und Gelenke deines Pferdes. Das musst du dir in den Kopf rufen. Wer mehr Kilo auf den Rippen herumtragen muss, hat mehr Verschleiß und braucht mehr Kraft um sie zu schleppen. 

Deswegen mache ich dir keine konkrete Liste mit Dauer und exakten Plänen, sondern fasse dir ohne Zeitangaben zusammen, was ich mit meinem Pferd gemacht habe, damit sie abnimmt. 

Da wir mit dem Reiten erst kurz vorher langsam gestartet hatten und ich auch denke, dass wir bei einem deutlich zu dicken Pferd nicht auch noch Gelenke und Bänder mit unserem Körpergewicht zusätzlich belasten sollten, ist das hier ein Bodenarbeits-Plan.

Natürlich kannst du das alles auch reiterlich umsetzen – wenn dein Pferd nicht so dick ist, dass es überhaupt erst einmal ein paar Kilo abnehmen muss, um dich mittragen zu können. Letztlich gilt sowieso immer: Frage einen Trainer und Tierarzt vor Ort, der dich unterstützt. Egal ob es um Trainingsthemen oder Gesundheitliches geht. Hier im Blog kann ich dir nur eine Inspiration geben, dir sagen, was ich gemacht habe und nicht individuelles für dich und dein Pferd schreiben. 

Dickes Pferd trainieren – ein 8 Wochen Plan

Woche 1: Aufbau von Kondition und Kraft durch längere Spaziergänge, Schritt-Trabwechsel, Tempi-Wechsel in den Gangarten, gymnastikzierende Handarbeit und Longentraining am Platz (falls du da noch Infos brauchst, findest du HIER einen Artikel über das biomechanisch korrekte Longieren)

Woche 2: Weiterer Aufbau von Kondition und Kraft mit den ähnlichen Trainingsideen, aber zusätzlich auch kurzen Galopp-Einheiten und Stangentraining

Woche 3 – 8: Fettabbau und Muskelaufbau, sowie Kondition durch Longenarbeit nach biomechanischen Grundsätzen, Training in allen drei Gangarten, Tempiwechsel innerhalb der Gangarten und dem Start in die Equikinetic nach Geitner (dazu kannst du HIER mehr nachlesen) – immer abwechselnd das Intervalltraining, ausgedehnte Spaziergänge, Longenarbeit und Pausen

Jetzt kann ich dich nur dazu motivieren loszulegen und dabei immer auch ganz genau auf dein Pferd zu achten und zu hören. Es wird dir im Idealfall sagen und zeigen, wenn du zu schnell vorgehst, wenn du zuviel willst oder das Training zu frustrierend ist und du einfach mehr Spaßtage zwischendurch einbauen musst. 

Je nachdem, wie sehr dein Pferd gewohnt ist mit dir zu reden, wird es das deutlicher oder versteckter machen. Du kannst natürlich auch deinen Tierarzt in den Abnahm-Prozess einbinden und dich begleiten lassen. 

Wichtig ist nur, dass du dich und dein Pferd nicht überforderst, dass ihr darauf achtet vor lauter Abnahm-Wahn nicht die Freude am Zusammensein zu verlieren und das ganze nicht mit Strenge, Ehrgeiz oder Frust betrachtet, sondern als coole gemeinsame Zeit. 

Hat dir dieser Artikel weitergeholfen? Oder findest du, dass ihn deine Pferdefreunde unbedingt lesen müssen?  

Teile ihn gerne weiter:

Was denkst du über dieses Thema?

  • Norma sagt:

    Und was ist das für ein toller Sattel auf deiner Stute???

    • Petra sagt:

      Hihihihihi – meinst du meinen schönen Signum-Sattel? Oder meinst du mein cooles Filzpad aus unserem Shop? :-))) Ich liebe beide :-)

  • Claudia sagt:

    Hallo Petra,
    mein Pferd ist komisch. Es ist überall schlank, nur der Bauch ist dick. Das war schon immer so (also seit ich ihn habe 10/2018), im Moment extrem, heute hat mich der Schlag getroffen. Mein Wallach sieht aus wie trächtig. Ok, er ist jetzt aufs Gras gekommen. Er steht ab Ende April 24/7 auf der Koppel. Und er hatte Husten und ich muss die Medikament in ihn hineinbekommen, mit Apfel, Banane und Karotte. Das muss ich noch 8 Tage durchziehen, ab dann kann ich da etwas reduzieren. Ab auf das Gras habe ich keinen Einfluss. Witzig (?) ist, wenn wir trainieren, lässt er Äppel und Luft ab, reckt sich und schlurft nicht, da sieht das gleich besser aus. Als Leckerli bekommt er nur die Biostickies. Viele sagen, er braucht einfach paar Bauchmuskeln, wenn er fertig beritten ist, sieht das auch wieder anders aus. Ich weiß aber, wenn er abnimmt, fällt er sofort hinten ein, und das ist auch blöd. Ich pendele also zwischen : Die Leute sagen: "Oh mein Gott , ist der eingefallen " und " haha, der ist trächtig". Suuper!?
    Der Wurmstatus wurde gecheckt, er bekommt eine minimal Portion getreidefreies und melassefreies Müsli und minimal Mineralfutter und Hanfsamen. Vermutlich brauche ich mal einen Ernährungsberater!
    Liebe Grüße von der etwas in die Sackgasse geratene Claudia (mit König Dickbauch (so nenne ich ihn) Levi)

    • Petra sagt:

      Hallo ihr Lieben, Claudia und König Dickbauch :-)))) das ist natürlich superschwer – gerade wenn man nicht sooo genau weiß, womit es zusammenhängt. Was du mal testen kannst – wenn du magst – ist unsere Futterkohle. Die haben wir ganz neu und sind superhappy, weil das ein uraltes Hausmittel für Magen und Darmsachen ist oder eben bei Stoffwechselthemen. Die Infos dazu stehen alle im Produkttext. Denn gerade, dass er Äpfel udn Luft bei Bewegung ablässt, zeigt ja, dass etwas in seinem Darm passiert, wenn Bewegung reinkommt. Würde ich tippen – aber nagle mich nicht darauf fest. Ich bin keine Tierärztin und kann dir nur schreiben, was ich machen würde. Auf jeden Fall ganz liebe Grüße an euch zwei, Petra