Richtig füttern dank einer Futterberatung fürs Pferd?

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Pferde brauchen Futter. Da sind wir uns einig, oder? Pferde brauchen vor allem Raufutter und sie haben ein ziemlich ausgeklügelten Verdauungsapparat. Auch da würde mir vermutlich jeder Pferdebesitzer zustimmen, richtig? Das sind zwei eindeutige und ziemlich klare Punkte in der Pferdefütterung. Aber dann hört es auch schon auf mit der Einigkeit und Klarheit in Punkto Pferdefutter.

Die verschiedenen Läden und Futtermittelanbieter haben einen unfassbar großen Dschungel an Möglichkeiten und Futtervarianten, Für scheinbar jedes Zipperlein, Pferdetyp und Futterproblem scheint es eine Lösung zu geben. Aber warum sind dann immer mehr Pferde dick? Warum gibt es immer mehr Pferde mit Stoffwechselproblemen und wieso unterscheiden sich die Futterangebote einerseits so stark und sind andererseits trotzdem laut Hersteller so universell einsetzbar?

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Pferdefutter ist individuell

Weil ein Punkt gerne unter den Tisch gekehrt wird: Pferdefutter ist eine zutiefst individuelle Angelegenheiten. Punkt. Das würde ich mittlerweile ziemlich sicher behaupten. Kein Pferd braucht nur dies oder nur das oder sollte auf Verdacht mit tausend verschiedenen Futtersachen vollgestopft werden. 

Gleichzeitig ist es höchst verwirrend in dieser Masse der Angebote das perfekte Futter für das eigene Pferde zu finden. Natürlich gibt es ein paar Basics der DOs und DONTs in der Pferdefütterung, die ich dir gleich noch auflisten möchte. Außerdem beschreibe ich dir auch als Inspiration, was meine Stute aktuell nach einer Futterberatung in ihren Futtertopf bekommt. 

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Aber es gibt eben auch so viele verschiedene individuelle Faktoren, die die Fütterung beeinflussen sollten:

  • Von der Haltung und dem Training
  • über die Heuqualität
  • bis zur Rasse des Pferdes
  • der Jahreszeit in der wir uns befinden
  • aktuellen gesundheitlichen Themen des Pferdes
  • und der grundsätzlichen gesundheitlichen Lebensgeschichte des Tieres

Deswegen lasse ich beispielsweise einmal im Jahr ein großes Blutbild machen. Natürlich ist auch das nur eine Momentaufnahme und kann manche Mängel oder Überschüsse nicht perfekt anzeigen. Aber zumindest erkenne ich grobe Thematiken und einen Verlauf über die Jahre und kann bei großen eklatanten Auffälligkeiten schneller eingreifen. 

My Pferdemüsli – was bei meinem Pferd in den Futtertrog kommt

Bevor ich dir eine genaue Auflistung mache, was sie aktuell bekommt, schreibe ich dir noch kurz ein paar allgemeine Basics aus der Futterschüssel auf. Denn Fütterung ist bei uns immer ein aktueller Stand. Was meine Stute bekommt variiert immer wieder und wird ein Stückweit sogar von ihr mitbestimmt. 

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  • Mal mische ich unser Vierjahreszeiten-Basis-Kräutermüsli dazu – kannst du dir HIER genauer ansehen
  • Mal Hagebutten oder Schwarzkümmelsamen – je nach Jahreszeit und Interesse meines Pferdes – kannst du dir HIER anschauen
  • Mal biete ich ihr als Leckerli Rote Bete Chips an, mal Omega 3 Pellets aus Hanf und Leinsamen, mal Biostickies… – kannst du alles HIER finden
  • Mal darf sie beim Spazieren an der natürliche „Kräuter“-Bar und hier und da naschen. Je nach Jahreszeit sind Brombeerblätter, Apfelbaumrinden, Haselnussblätter oder Walnussblätter ihre Favoriten. Manchmal futtert sie auch Brennnesseln oder andere Kräuter, die am Wegesrand stehen. 
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Du siehst also, dass meine Stute durch ihr Futterinteresse und ich persönlich durch meine Grundhaltung – dass Abwechslung immer gut tut – den Futterplan regelmäßig verändern. 

Weil ich es aber genau wissen wollte und zusätzlich zu unserem Basis-Futter eine Beratung in Sachen Mineralstoffe und Spurenelemente wollte, gerne bei Janet Metz lese, die ein Futterblog und eine unabhängige Futterberatung hat, habe ich Janet gebeten eine Futterberatung für Carey zu machen.

Zum einen fand ich spannend, was dabei herauskommt, zum anderen tut es immer gut einen Blick von außen auf das eigene Pferd zu bekommen. Damit du das Ganze verfolgen kannst, veröffentliche ich meine Gedanken zur Futterberatung natürlich gleich noch hier im Artikel. 

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Aber vorher bekommst du kurz mein Basisfutter: 

  1. Hanfsamen – BIO – von Hanfino: 2 Handvoll für Muskeln und Vitalstoffe und weil mein Pferd sie abgöttisch liebt – du kannst sie dir HIER genauer anschauen
  2. Hanf Pur von Chillax – CBD Power gegen kleinere Entzündungen, für weniger feste Muskeln und mehr Nervenpower: 2 kleine Messlöffel –du kannst sie dir HIER genauer anschauen
  3. 1 kleine Biokarotte – warum Bio? Weil ich meinem Pferd weitere Chemie, Spritzmittel und Dünger ersparen will

Darauf baue ich dann auf Bedarf verschiedenes auf und mische mal dies und mal das unter – nie gleichzeitig, sondern immer abwechselnd und mit Pausen dazwischen: 

  • Im Frühjahr und Sommer gibt es beispielsweise Schwarzkümmelsamen
  • Im Herbst gerne mal Hagebutten 
  • Immer mal wieder unsere Vierjahreszeitenkräuter  – du kannst sie dir HIER genauer ansehen
  • Auf Bedarf auch andere Kuren oder Futtermittel – aber dann natürlich eher einmalig und passend zum „Krankheits-Bild“

HIER findest du einen Gastartikel von Janet Metz zu einem Basisthema der Fütterung – die 5 größten Irrtümer in der Pferdefütterung

HIER gibt es einen Artikel von Herdis Hiller – ebenfalls Futterexpertin – zu grundlegendem Wissen in der Pferdefütterung

Futterberatung fürs Pferd – so läuft das

Kommen wir jetzt zu der Futterberatung. Das läuft bei jedem Anbieter sicher etwas anders ab. Für mich war es die erste richtige Futterberatung, da ich gerne viel selbst recherchiere oder meine liebsten Experten um mich herum, wie meine Tierheilpraktikerin, um Rat frage oder mit ihnen spreche und diskutiere. 

Ich finde Ernährung und Fütterung hochspannend – egal ob bei meinem Pferd oder bei mir selbst, denn ich glaube fest: DU BIST, WAS DU ISST! …bin ein Clean Eating Fan und Biomäuschen. Genau das versuche ich auch bei dem Pferd. 

Aber jetzt wollte ich mich auf das Experiment bei Janet einlassen und bin die Futterberatung mit ihr angegangen. Ich nehme dich einfach mit durch die Beratung und beschreibe dir, wie sie abgelaufen ist. Am Ende bekommst du auch die Ergebnisse von Janet zu meinem Pferd und kannst nachlesen, was sie empfehlen würde. 

Ihre Webseite findest du HIER – mit den Facts zur Futterberatung, aber auch Futterfacts in ihrem Blog

Wichtig finde ich nur, dass du ein bisschen Infos bekommst über Ausbildung des Beraters, seine Einstellung und dass er unabhängig ist. Heißt: Es ist nicht der Futterberater einer Firma oder handelt selbst mit verschiedenen Herstellern.

Denn du willst ja kein Verkaufsgespräch, sondern eine Futterberatung. Außerdem finde ich wichtig, dass wir unsere Pferde bei einer Futterumstellung immer beobachten und schauen, ob es sich zum besseren wendet.

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Futterberatung a la Janet

Nachdem ich meine Beratung bei Janet angemeldet habe, ist eine durchgeklügelte Schritt-für-Schritt-Mail bei mir eingetrudelt. Ich LIEBE so etwas ja, weil ich selbst ein Orgafreak bin. Darin stand, welche Infos Janet von mir braucht und bis wann ich ihr was liefern soll. 

Dazu gab es einen ausführlichen Anamnesebogen, den ich ausfüllen sollte. Wenn du Fragen hast, kannst du dich bei ihr melden – ansonsten kannst du aber auch einfach ausfüllen. Da ich keine Fragen hatte, habe ich den Bogen brav ausgefüllt, die Fotos gemacht und dann alles zusammen mit einem aktuellen Blutbild an Janet geschickt. 

Zu den Hausaufgaben gehörten beispielsweise:

  • ein paar Fotos, die ich in einem bestimmten Winkel aufnehmen sollte
  • verschiedene Messwerte am Körper meines Pferdes
  • Infos zu Haltung, Alter, Rasse, Fütterung, Trainingsplänen
  • Infos zu Krankheiten, Hautthemen usw. 
  • Ein aktuelles Blutbild – falls vorhanden

Ich hatte ihr alles aufgeschrieben: 

  • Meine Stute steht beispielsweise im Offenstall
  • Sie hat 24 Stunden Heu
  • Sie ist 7 Jahre alt und ein Quarter Horse
  • Sie neigt zu festen Muskeln, Verspannungen und auch mal Hautthemen. 

Das ist jetzt die ganz knappe Zusammenfassung für dich, damit du mit Janets Beratung vielleicht etwas mehr anfangen kannst. Der ganze Anamnesebogen ist mehrere Seiten lang. Du kannst dir also gut vorstellen, dass da noch ein paar mehr Infos dabei waren. 

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Futterberatung praktisch – so lief es ab

Was war dann: Wir hatten anschließend ein erstes ausführliches Telefonat über die Fakten – Janet wollte alles genauer und noch genauer wissen – und dann kam nach ein paar Tagen eine Futter- und Bedarfsberechnung plus ein Futterprotokoll. 

Darüber haben wir dann nochmal in einem zweiten Telefonat ausführlich besprochen. Außerdem durfte ich via WhatsApp zwischendurch immer wieder Fragen stellen. 

Die ganzen Unterlagen und das Protokoll veröffentliche ich dir jetzt nicht, damit niemand Janet ihr Wissen und ihre liebevoll gestalteten Anweisungen einfach so „klaut“. 

Ich veröffentliche dir nur gleich noch den Futterplan – dann siehst du, wie die Fütterung am Ende für Carey aussehen soll. 

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Hier Careys Futterplan a la Janet

Nur so viel: Alle Hinweise, Erklärblätter und der Anamnesebogen waren schön gestaltet, ausführlich und führen dich Schritt für Schritt durch deine Hausaufgaben und die anschließende Fütterungsempfehlung. Alles wird begründet und Janet nimmt sich viel Zeit. Ob es wirkt, wird die Zeit zeigen.

Ehrlich gesagt bin ich ja sehr „Back To Basic“ und „weniger ist mehr“ in der Fütterung und war erst einmal minimal geschockt als ich die „lange“ Liste gesehen habe. Im Beratungsgespräch konnte mir Janet aber genau begründen und erklären, warum sie den Spurenelementebedarf von Carey auffüllen und die verschiedenen Kuren ansetzen würde. 

Careys große Baustellen: 

  1. Ihr Übergewicht – Jaaaa, mein Pferd ist seit dem Sommer 2019 deutlich zu mopsig trotz Training
  2. Ihre Neigung zu verspannten Muskeln
  3. Ihre Hautproblemchen, die immer mal wieder auftauchen

Der Inhalt der Beratung von einigen PDF-Seiten kurz für dich zusammengefasst – Janet sagt: Ihre Muskelverspannungen, Hautprobleme und ein stückweit auch das Übergewicht sind zum Teil auch durch die Mängel mitverursacht, die Janet im Blutbild erkennen konnte. Viele – gerade dicke Pferde – fressen mehr Heu, um Mängel auszugleichen, schaffen es aber nicht, weil die entsprechenden Spurenelemente im Heu fehlen. 

Es erscheint mir logisch, dass unsere Pferde in einem Mangel sind mit dem heutigen Heu, das ja leider viel zu oft eher von Kuhweiden stammt als von Kräuterbestückten kargen Pferdeweiden. 

Deswegen lasse ich mich gerne auf das Experiment ein und werde dann nach einiger Zeit hier mit einem Update berichten, wie es sich ausgewirkt hat.

Hat dir dieser Artikel weitergeholfen? Oder findest du, dass ihn deine Pferdefreunde unbedingt lesen müssen?  

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Was denkst du über dieses Thema?

  • Deborah sagt:

    Hallo Petra,
    ich sehen das mit der Fütterung genauso wie du und ich bin auch ein "Bio- Mäuschen".
    Das Problem ist nur, dass meine dreijährige Islandstute das ein wenig anders sieht. Sie steht in einem Offenstall, bekommt 24 h Heu und Mineralfutter zum Lecken nach Bedarf ( sie ist nur in der Gruppe am rangniedrigsten und ich weiß nicht, ob sie immer dran kommt).
    Ich hab ihr schon versucht die Vierjahreszeitenkräuter zu geben, Hanfsamen, Schwarzkümmelöl…sie frisst es nicht. Jetzt hat sie leider durch das schrecklich nasse Wetter in den letzten Wochen Probleme mit der Haut und sich einen Pilz eingefangen. Also versuche ich ihr Immunsystem zu stärken. Habe eine Kräutermischung ( Brennessel, Hanfsamen, Leinöl, Schwarzkümmel, Taigawurzel, Hagebutte, rote Bete Chips) mit Heuflocken zusammen gestellt. Frisst sie nicht. Dann dachte ich mir okay, dann geht ich einen Kompromiss ein und mische es mit einer frischen Möhre und etwas Haferflocken (beides mag sie). Und mein kleiner schlauer Fuchst pickt nur die Karotten heraus. Habe es jetzt in verschiedensten Kombinationen versucht. Hast du vielleicht einen Tipp für mich?
    Viele Grüße
    Deborah

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Deborah, was du versuchen kannst ist, mit Prisen zu starten. Ich meine damit wirklich Prisen. So wie du eine Mini-Prise Salz in einen Kuchenteig gibst. Wenn dein Isi-Mäuschen gerne Karotten frisst, dann gepresste Karotten quellen lassen und die Prise druntermischen beispielsweise. Dann kannst du nach und nach "anfüttern". Ganz liebe Grüße, Petra