Baumloser Sattel Barefoot

Baumloser Sattel

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Baumloser Sattel

Ein baumloser Sattel ist, wie der Name schon sagt, ein Sattel ohne Sattelbaum. Bevor ich dir noch mehr über die Vor- und Nachteile eines baumlosen Sattel erzähle und wie ein baumloser Sattel auf dem Rücken deines Pferdes wirkt, erkläre ich dir noch kurz, was es mit dem Sattelbaum auf sich hat und wie ein Sattel grundsätzlich aufgebaut ist.

Was heißt das? Der Sattelbaum ist eine Stütze aus Holz, die sich im Sattel befindet. Das ist wie Brücke, die unter dem Sattel angebracht ist und die Belastung auf dem Pferderücken mehr verteilen soll. Das musst du dir fast wie so eine Art „Holzbrett“ vorstellen – es verteilt das Reitergewicht gleichmäßig auf dem Rücken des Pferdes.

Gleichzeitig ist der Bewegungsapparat des Pferdes eine komplizierte Sache:

  • Schultern bewegen sich
  • Muskeln bewegen sich
  • Kruppe und Rückenmuskeln müssen sich bewegen
  • Die Wirbelsäule darf nicht unter Druck geraten, denn das schadet dem Rücken des Pferdes langfristig

Deswegen ist es einerseits wichtig, dass ein Sattel perfekt an den Rücken und Körper des Pferdes angepasst ist, damit dein Pferd sich frei bewegen kann unter dem Sattel. Andererseits aber auch die Wirbelsäule freiliegt und dein Gewicht schön verteilt wird.

Jetzt gehe ich die verschiedenen grundlegenden Modelle einmal mit dir durch und dann bekommst du noch alle wichtigen Infos zum baumlosen Sattel.

1. Fester Sattelbaum – gängig in vielen Western- oder Dressursätteln

In einem klassischen Sattel – egal ob Dressur oder Westernsattel ist immer ein Sattelbaum. Er befindet sich im Inneren des Sattels und soll den Rücken des Pferdes vor punktueller Belastung durch den Reiter und durch die Steigbügelaufhängung schützen. Da er dein Gewicht und den Druck über den kompletten Rücken verteilt. Du musst dir das vorstellen wie eine Art Holzkreis, der einmal im Sattelinneren um den Sattel herum geht. Darauf ist das ganze Leder aufgebaut. Da Holz 0% flexibel ist, muss so ein Baum absolut perfekt passen, damit dein Pferd noch Bewegungsfreiheit seiner Muskeln und Knochen hat.

2. Flexible Sattelbäume

Es gibt auch Bäume aus Leder oder Polycarbonat (also Plastik), sogenannte flexible Sattelbäume. Diese Flexibilität kommt im Sattel durch die Biegsamkeit von Leder bei einem Lederbaum oder die Silikone beziehungsweise kleinen Einsätze bei den Sattelbäumen aus Plastikmaterial. So ein flexibler Sattel bietet dem Pferdekörper etwas mehr Spielraum, muss aber natürlich trotzdem gute Qualität haben und auch angepasst werden. Denn er hat ja „nur“ flexible Stellschrauben. Grundsätzlich sind übrigens nahezu alle Sättel immer aus Leder gefertigt.

3. Reitpads oder auch Bareback Pads

Es gibt mittlerweile auch Filzsättel oder die sogenannten Bareback Pads zum Reiten ohne Sattel, auch da greift dann die gleiche Thematik wie bei einem baumlosen Sattel. Die Rückenstütze für den Pferderücken ist weniger vorhanden im Vergleich zu einem Sattel mit Baum. Trotzdem ist so ein Reitpad eine schöne Alternative für kurze Trainingsrunden oder dein Einstieg mit einem Jungpferd. Du kannst fühlen lernen und dein Pferd kann sich komplett frei bewegen und hast trotzdem einen größeren Schutz für den Rücken, als beim Reiten ohne Sattel.

Reitpad guter Sitz

HIER gibt es einen ausführlichen Artikel über Reitpads – wie du ein gutes Reitpad erkennst, wann du es nutzen kannst und wann besser nicht und wie es dir bei deinem Sitz weiterhelfen kann

Nur soviel vorab – es gibt gute und schlechte Reitpads und es ist wichtig Wert auf Qualität und Druckschutz zu legen.

Hier ist zum Beispiel das Reitpad, das ich selbst nutze – das gibt es auch HIER

Fellsattel Iberica Christ braun Natur total

Der Baumlose Sattel

Ein baumloser Sattel kann eine Alternative zu einem „normalen“ Sattel sein. Wenn er bestimmte Kriterien erfüllt und natürlich muss auch ein guter Baumloser Sattel angepasst werden an den Pferderücken. Aber er hat auch Nachteile. Das Modell, das ich beispielsweise getestet habe – das sehr guten Druckschutz bietet – polstert aber durch so viele Schichten ab, dass feine Gewichtshilfen im Grunde nicht mehr zum Pferd durchkommen und du sehr weit vom Pferd weg sitzt.

Bernd Hackl Buch

Das Sitzgefühl war sehr schwammig und du sitzt ziemlich weit weg vom Pferd. Das hat weder bei mir noch bei meinem Pferd für Zufriedenheit gesorgt. Natürlich sind wir nicht Jahrelang damit geritten, kann also sein, dass der Sattel sich noch mehr gesetzt hätte. Aber unterm Strich wiegt bei dem getesteten Modell die versprochene maximale Bewegungsfreiheit für das Pferd, nicht die schwammige Hilfengebung auf.

Das muss man mögen und das Pferd auch. Es hängt also von dir und deinem Pferd ab, was du möchtest. Für ein junges Pferd würde ich das entsprechende Modell nicht wählen, weil gerade junge Pferde sehr schnell verwirrt und gestresst sind, wenn die Hilfengebung zu schwammig ist. Je weniger Erfahrung ein Pferd mit dem Reiten hat und je feiner das Pferd auf Gewichtshilfen und Sitzeinwirkung geeicht ist, desto unzufriedener wird es vermutlich mit dem Reitgefühl auf seinem Rücken sein, wenn du so einen baumlosen Sattel nutzt.

Gleichzeitig – das will ich dir auch sagen – gibt es sehr viele sehr zufriedene Pferdemenschen und Reiter, die mit den baumlosen Sätteln reiten. Das ist also erst einmal meine individuelle Meinung und die meines Pferdes.

Deswegen will ich dir einfach noch kurz die Argumente auflisten – dann kannst du dir ein eigenes Bild machen.

Baumloser Sattel – was sagen die Kritiker?

  • Baumlose Sättel verteilen den Druck des Reitergewichts auf dem Rücken des Pferdes zu wenig, was das Pferd wiederum einseitig belastet. Das kann der Wirbelsäule des Pferdes schaden.
  • Wenn einerseits punktueller Druck durch die Steigbügelaufhängung und Sitzbeinhöcker des Reiters ausgeübt wird und der Reiter unter Umständen zu sehr auf der Wirbelsäule des Pferdes sitzt, statt auf dem langen Rückenmuskel. Zum Beispiel durch die Knochen des sitzenden Reiters.
  • Das Pferd erlange zwar kurzfristig eine Erleichterung durch die Schulterfreiheit, aber langfristig leide der Rücken durch die Steigbügelaufhängung, die an den falschen Stellen Druckspitzen erzeugt.

Baumloser Sattel – was sagen die Befürworter?

  • Natürlich muss man Studien mit Vorsicht genießen, die von einer Firma in Auftrag gegeben wurden. Aber die Firma Deuber & Partner hat zusammen mit der Uni Zürich Satteldruckmessungen mit verschiedenen baumlosen Sätteln und Sätteln mit Baum durchgeführt. Das Ergebnis war, dass zum Beispiel das hochpreisige Modell der Firma Deuber (Startrekk), keine erhöhten Druckwerte im Bereich der Steigbügelaufhängung hatte.
  • Auch die Firma Barefoot hat verschiedene Studien durchgeführt, inklusive Wärmebild-Kameras und kommt zu dem Ergebnis, dass ein guter baumloser Sattel keine vermehrten Druckspitzen erzeugt
  • Baumlos heißt auch, dass kein Holzbaum auf die Schulter drücken kann. Die Pferde haben mehr Schulterfreiheit und es kommt nicht zu Muskelatrophien
  • Ein Baum muss perfekt passen, damit er nicht die Bewegungsfreiheit der Muskeln und des Bewegungsapparates des Pferdes einschränkt – welcher Sattelbaum (wenn er nicht nach Maß gefertigt wurde) kann das für ein Pferd gewährleisten? Ein Baumloser Sattel passt sich dem Bewegungsapparates des Pferdes an.

TIPP: Viele Firmen bieten auch die Möglichkeit an den Sattel ein paar Wochen gegen Gebühr zu testen. Dann bist du auf der sicheren Seite, wenn die PRO-Argumente dich eher überzeugen.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

 

Also: Baumlos – ja oder nein?

Baumlos kann schon Sinn machen. Wenn du und dein Pferd das Reitgefühl mögt und wenn es ein guter baumloser Sattel ist. Das gilt für Sättel genau wie auch für jedes andere Zubehör. Es muss passen und die Qualität muss stimmen.

Deuber, Sommer oder Barefoot beispielsweise stellen baumlose Sattel her. Sehr bekannt sind auch die Sättel von Barefoot – einer der ersten Firmen auf dem deutschen Markt mit baumlosen Sätteln – also mit viel Erfahrung. Die ersten Modelle von Barefoot würde ich selbst nicht für längere Ritte nutzen, da mir da die Stütze für den Pferderücken fehlt. Die neueren Modelle besitzen ein integriertes Stützsystem. Das aber wiederum kaum Bewegungsgefühl durchlässt und Reiter und Pferd eher ein schwammiges Gefühl vermittelt beim Reiten. Wie bei allem im Leben, hat auch der baumlose Sattel Vor- und Nachteile.

HIER erfährst du noch mehr über die Frage: Baumlos, ja oder nein?

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Nochmal zusammengefasst: Baumloser Sattel – Und jetzt?

Natürlich muss auch jeder Pferdemensch für sich und sein Pferd entscheiden welches Zubehör das Richtige ist. Ein allgemeingültiges Ja oder Nein zum Thema Baumlos ist zu pauschal. Für mein Pferd und mich war das Modell nicht das Richtige, weil unsere Kommunikation durch die vielen Schichten nicht funktioniert hat. Aber das gilt nur für uns – für dich kann es wieder ganz anders sein.

Es gibt also Vor- und Nachteile. Am Ende ist es wichtig, das eigene Pferd mitentscheiden zu lassen. Läuft es rund mit dem Sattel? Ist es zufrieden, locker und gelöst? Wenn ja, dann ist der Sattel genau richtig – egal ob baumlos oder nicht.

Einzige Einschränkung: Ich wäre vorsichtig bei Distanz- oder Wanderritten. Dazu gibt es noch keine öffentlichen Studien. Schadet es dem Pferderücken oder nicht über Stunden mit einem Baumlosen Sattel geritten zu werden? Das muss erst noch untersucht und bewiesen werden.

Der Reiter sitzt nicht so fest auf dem Pferderücken, die Schwankungen bergauf und bergab werden also an das Pferd weitergegeben, ein baumloser Sattel hat weniger Stütze für den Rücken – natürlich, er ist ja baumlos. Das könnte sich vielleicht über große Distanzen auswirken. Das Pferd könnte einseitig belastet werden.

  • Das Pferd sollte gut trainiert sein und versammelt mit einer aktiven Hinterhand und damit rückenschonend laufen können
  • Der Reiter muss einen lockeren unabhängigen Sitz haben, damit er die Stütze des Sattels mit Baum nicht unbedingt braucht

Vorteile:

  • Ein baumloser Sattel passt sich ein Stückweit an den Pferderücken an
  • er muss nicht regelmäßig angepasst werden
  • der baumlose Sattel schwingt mehr mit dem Pferderücken mit, da er kein starres Holzelement hat – insofern hat der Rückenmuskel mehr Bewegungsfreiheit.
  • Der Pferderücken verändert sich immer wieder, je nach Jahreszeit und Trainingsstand. Es ist also logisch, dass ein Sattel mit starrem Baum diese Veränderungen nicht so gut mitmacht ohne ständig Nachjustierung

ABER: Bei Pferden mit Rückenproblemen oder schwachen Muskeln ist der baumlose Sattel je nach Struktur und Qualität nicht immer geeignet.

Wichtig ist einen baumlosen Sattel mit sogenannten „Panels“ und Stützsystemen zu kaufen, die dafür sorgen, dass die Dornfortsätze (der Wirbelsäule) frei bleiben. Das richtige Zubehör zum Sattel gehört also auch dazu.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Baumlose Sättel: Wie sie funktionieren und was sie für den Rücken des Pferdes tun können – HIER gibt es noch mehr Infos zum Thema

Welchen Mehrwert bieten baumlose Sättel?

Ein Sattelbaum ist unflexibel. Klar, er ist ja auch aus Holz. Wenn er also nicht perfekt an das Pferd angepasst ist, kann er gegen Muskeln drückt und so für eine Absenkung am Widerrist oder Rücken sorgen. Die Muskeln verfestigen sich und können dem Pferd langfristig Schmerzen verursachen.

Muskelatrophie nennt sich dieses Phänomen. Das wird dann gerne über einen engeren Baum kompensiert, der wiederum erneut den Abbau der Muskeln und die Absenkung befördert und so weiter. Dadurch kann ein negativer Teufelskreis entstehen.

Sättel müssen deswegen immer angepasst werden, damit keine Druckstellen entstehen.

Das gilt natürlich auch für baumlose Sättel. Allerdings können sie Veränderungen am Pferdekörper durch Wachstum oder Muskelaufbau besser ausgleichen als ein Sattel mit Baum, und müssen deswegen meist nicht so oft gewechselt werden.

Der Sattel mit Baum dagegen liefert mehr Druckschutz, wenn er richtig gut sitzt und unterstützt den Rücken deines Pferdes mehr. Du hast auch mehr Nähe zum Pferd – je nachdem welche Marke oder Modell du wählst.

Baumlos = Günstiger?

So ein Sattel muss nicht Maßgefertigt werden und kann bei guter Qualität eine günstige und gute Alternative zu einem herkömmlichen Westernsattel oder Dressursattel sein. Die kosten gerne mal mehrere tausend Euro. Wenn sie perfekt passen sollen, also Maßgefertigt sind, kosten sie oft noch deutlich mehr.

Nicht jeder kann sich einen so teuren Sattel leisten. Dann lieber einen guten baumlosen, als einen schlechten mit festem Holzbaum.

Sind sie wirklich gesund für das Pferd? HIER gibt es einen Artikel zum Thema PLUS alle Infos, die du haben musst, um entscheiden zu können, was das Richtige für dich und dein Pferd ist

Nichts destotrotz gilt: Auch Baumlose Sättel sollten in regelmäßigem Abstand vom Profi überprüft werden, damit der Reiter den Rücken seines Pferdes nicht an den falschen Stellen oder zuviel belastet. Immerhin wiegen wir Reiter ein bisschen und das muss das Pferd auf einem Rücken tragen, der eigentlich nicht fürs reiten gedacht war von der Natur. Deswegen ist es unsere Pflicht als Reiter an unserer Reitkunst zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass das Zubehör perfekt passt.

Zum Schluss noch Infos zu weiteren Sattelmodellen:

Der Lederbaum

Eine häufig verwendete Variante ist der Lederbaum. Wie der Name hier schon sagt ist der Baum dann aus Leder gefertigt. Ein Lederbaum bietet eine deutlich größere Flexibilität als ein Holzbaum. Leder ist als Material natürlich sehr flexibel. Der Sattel muss eingeritten werden, weil sich der Lederbaum durch Schweiß und Wärme in der Bewegung an den Rücken des Pferdes anpassen soll. Egal ob das Pferd an Muskeln und Gewicht zunimmt oder abnimmt, der Sattel und der Lederbaum passen sich dem Rücken immer wieder an. Das ist die Idee dahinter.

Ich persönlich habe noch keine Erfahrungen mit einem Lederbaum gemacht, habe allerdings immer wieder gehört, dass der Lederbaum langfristig sehr nachgeben kann, was wiederum den Sattel langfristig die gewünschte Stütze nimmt, die der Lederbaum eigentlich bieten soll. Die Sättel mit Lederbaum würden quasi am Widerrist einsinken und an Struktur verlieren durch Nutzung und Reitergewicht.

Stichwort Druckspitzen bei einem Lederbaum

Andererseits gibt es auch Studien, die besagen, dass sowohl die Druckspitzen als auch die gesamte Rückenbelastung unproblematisch seien. Grundsätzlich gilt aber auch da, dass die Qualität stimmen muss und von Pferd zu Pferd entschieden werden muss. Es gibt Lederbäume sowohl als Dressursattel als auch als Westernsattel.

400x300 Fein Reiten

Fellsattel

Eine weitere baumlose Alternative sind Fellsattel und Barebackpads. Von Barefoot gibt es mittlerweile auch einen Fellsattel mit integriertem Stützsystem. Normale „Fellsättel“ haben in aller Regel keine Stütze eingebaut. Deswegen sind sie trotzdem eine schöne Alternative für kurze Trainingseinheiten oder leichte Reiter, aber du musst dabei immer bedenken, dass du ohne jede Stütze auf dem Rücken des Pferdes reitest.

Ich persönlich würde einen Fellsattel, genau wie mein Barebackpad, nur für kurze Trainingseinheiten nutzen, da es im Grunde für das Pferd wie das Reiten ohne Sattel ist. Generell gehören an solche Sattelalternativen wie den Fellsattel keine Steigbügel, weil die Druckspitzen im Pferderücken ohne jede Stütze zu stark sind, wenn der Reiter sein Gewicht in die Steigbügel setzt.

Das Barebackpad von Barefoot mit Schafwollaufsatz nutze ich persönlich sehr gerne – du kannst HIER mehr darüber erfahren

Barefoot Schafwollsitz BF-BPSW-BRXX mit Pad

Hier gibt es noch mehr zum Thema: Kleine Sattelkunde: Wie funktionieren Sättel und welche Varianten gibt es

TESTBERICHT ZUM BAUMLOSEN SATTEL: WAS ER KANN UND WAS NICHT

 Suchst du immer noch einen Sattel, der deinem Pferd endlich passt? Hast du vielleicht ein junges Pferd, das noch wächst und sich entwickelt und willst nicht alle 3 Monate einen neuen Sattel kaufen? Hast du auch irgendwann verzweifelt die Haare gerauft? Der Eine schreit: „Nur Lederbäume!“ – der Andere brüllt: „Ohne Holzbaum schadest du deinem Pferd“ – der Dritte ruft: „Fieberglas! Nichts anderes als Fieberglas!“

Die Auswahl ist riesig und die Masse der Möglichkeiten innerhalb der Auswahl ist noch größer. Es gibt diverse Sattelmarken, es gibt billige Sättel von der Stange und deutlich teurere vom Sattler. Es gibt Maßanfertigungen und gebrauchte Sättel und am Ende stehst du da und weißt immer noch nicht, welcher Sattel der Richtige für dein Pferd ist. Das ist auch eine individuelle Entscheidung. Der Sattel muss deinem Pferd und dir passen.

Ich habe mich nach langer Recherche erst einmal für einen baumlosen Sattel entschieden, weil mich das Thema in der Theorie überzeugt hat. Wie mein Fazit nach den ersten Testrunden ausfällt und ob es beim baumlosen geblieben ist, verrate ich dir im Artikel. Und ich beschreibe dir die Technik, sowie Vor- und Nachteile des Sattels. Damit du selbst entscheiden kannst, ob das zu dir passt oder nicht.

 

WELCHER SATTEL FÜRS PFERD?

Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als das Thema Reiten langsam dringlicher bei uns wurde. Mein Pferd wurde ohne Sattel angeritten und ich habe die ersten Runden einfach meinen Filzsattel und meinen Lammfellsattel genutzt. Aber irgendwann soll einfach auch ein Sattel her, den ich mit Steigbügeln und für längere Runden nutzen kann. Also ist die Recherche gestartet.

 

SIND BAUMLOSE SÄTTEL WIRKLICH GESUND FÜR DEN RÜCKEN DEINES PFERDES?

Nach der ersten und zweiten Recherche war ich nicht wirklich schlauer, weil alle Sattler und Sattelmarken gute Argumente haben. Letztlich bin ich auf die Marke Barefoot gestossen. Die Firma bietet seit einigen Jahren baumlose Sättel an und mich hat die Theorie und der technische Aufbau der Sättel auf den ersten Blick überzeugt. Ich finde die Idee logisch, dass auf ein junges, sich körperlich noch entwickelndes Pferd ein flexibler Sattel gesetzt wird.

Dann begann eine längere Geschichte mit diesem SAttel, meinem Pferd und mir.

Kurz zusammengefasst: Ich habe erst ein Modell ausprobiert, das hat sich nicht schnell genug gesetzt. Dann habe ich ein anderes Modell getestet, das sich eeetwas mehr gesetzt hat, aber auch nicht genug. Beide Modelle habe ich erst von einer Freundin, dann von meinem Holzpferd und dann von einer Miteinstellerin mitreiten lassen – alle haben nach ein paar Wochen aufgegeben.

Ich habe meinen Lazy Mountain dann auf meinem Pferd nach dem ersten Reitjahr mit kürzeren Einheiten und Filzsattel genutzt. Aber happy waren wir beide nicht. Warum ich nicht happy war, ob ich die Sättel für Jungpferde empfehlen würde und warum ich die Marke Barefoot trotzdem liebe und die Sättel grundsätzlich von der Idee her gut finde, erfährst du im Artikel.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd
Baumloser Sattel Barefoot Pferd

 

BAREFOOT SADDLE = BAUMLOS

Barefoot stellen unter anderem Barebackpads und baumlose Sättel her. Wenn du nach „baumlose Sättel“ googelst, wirst du viel Begeisterung und viel Kritik finden. Lass dich davon nicht entmutigen, sondern überlege dir, was individuell für dich und dein Pferd das Beste ist.

Ich persönlich stehe hinter vielen Produkten der Marke, deshalb haben wir auch ausgewählte Produkte von Barefoot bei uns im Shop. Alles, was du bei uns im Shop von Barefoot findest, habe ich selbst getestet und für gut befunden. Beispielsweise nutze ich das Zaumzeug Oaklet (hier kannst du es dir genauer ansehen) für mein Glücksrad oder bin begeisterte Nutzerin des Amber-Halsrings (Hier kannst du ihn dir anschauen) und anderer Produkte.

Alles zu Barefoot findest du HIER bei uns im Shop

Aber jetzt weiter im Text: Der Lazy Mountain und ich. Eine längere Geschichte. Denn ob ein Sattel zu dir und deinem Pferd passt, ist höchstindividuell. Und egal, zu welchem, Fazit ich am Ende komme – du musst ganz persönlich entscheiden, ob ein baumloser Sattel der Richtige für dich und dein Pferd ist oder ein anderes Modell.

 

7 FRAGEN, MIT DENEN DU HERAUSFINDEN KANNST, OB EIN BAUMLOSER SATTEL ZU DIR PASSEN KÖNNTE

Wenn du einige davon mit JA beantworten kannst, ist es den Versuch auf jeden Fall wert:

  1. Hat es eine schwierige Sattellage?
  2. Ist es noch jung und wird sich stark weiterentwickeln?
  3. Hat es vielleicht schon Stellen von Satteldruck oder läuft nicht entspannt unterm Sattel?
  4. Hast du nicht genug Geld für einen 3000 oder 4000 Euro teuren Maßsattel?
  5. Bist du nicht unter den Springreitern auf Profiniveau?
  6. Reitest du gerne auch mal ohne Sattel oder magst du das Gefühl nah an deinem Pferd zu sein?
  7. Willst du einen passenden Sattel, der keinen Druck erzeugt und soll dein Pferd maximale Bewegungsfreiheit haben?

Wenn du dir einige dieser Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, dann könntest du vermutlich ein Kandidat für einen baumlosen Sattel, einen Sattel mit Lederbaum oder einen Lammfellsattel sein. Es gibt noch viele weitere Gründe für einen Baumlosen Sattel.

Aber auch ein Sattel mit Baum kann in Ordnung sein – dann wenn er perfekt passt.

So mache ich das: Für kurze Runden nehme ich gerne meinen Lammfellsattel und meinen Filzsattel, weil beide so schön leicht und gemütlich sind. Dank Filz und Verbundschaumeinlagen, haben beide Modelle maximalen Druckschutz für ein Reitpad und erlauben gleichjzeitig maxmale Flexibilität für mein junges Pferd.

Gleichzeitig geben sie alle Hilfen von mir schön weiter, aber eben auch meine Fehler und mein Reitergewicht. Deswegen sind sie nichts für lange erste Ausritte und lange Trainingsrunden.

Deswegen hatte ich mich auch auf die Suche nach einem Sattel begeben.

HIER im ersten und HIER im zweiten Teil meiner Sattelserie findest du noch mehr Infos zum Thema Baumlos oder mit Baum und Pferdeanatomie.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Weiter gehts in meinem Erfahrungsbericht für dich:

Ich hatte mich nach meiner Recherche also erstmal für einen baumlosen Sattel von Barefoot entschieden. Ein Westernmodell. Allerdings haben wir nach einigen Wochen noch einmal getauscht. Er wollte und wollte sich einfach nicht richtig “setzen” und das wollte ich wiederum meinem jungen Pferd nicht zumuten.

Meine persönlichen Gründe:

  • Meine Stute ist noch jung, sie wird sich noch entwickeln
  • Ich möchte, dass mein Pferd freie Schultern und eine bewegliche freie Wirbelsäule hat.

Das alles haben Barefoot-Sättel mit der neuen Sattelgeneration prinzipiell durch ein Schutzsystem, das eingebaut ist.

 

WEITERE FACTS IN SACHEN “BAUMLOSER SATTEL”

VPS heisst das Wirbelsäulen-Schutz-System von Barefoot. Das sind im Grunde mehrere Schichten aus verschiedenen Kunststoffen in unterschiedlicher Festigkeit. Sie stützen an der Steigbügelaufhängung und natürlich dort, wo der Reiter sitzt – im Schwerpunkt des Pferdes. Das System lässt nach Angaben von Barefoot trotzdem an den Rändern Flexibilität und damit Schulterfreiheit.

vps_System
Grafik von Barefoot

Falls du trotzdem einen möchtest und das Konzept dich überzeugt, solltest du noch wissen, dass die baumlosen von Barefoot eingeritten werden und sich setzen müssen. Laut Hersteller dauert das einige Wochen. Laut meiner Erfahrung und der anderer Miteinsteller dauert es eher locker mal ein Jahr. Das ist gerade bei einem jungen Pferd eher schwierig, weil das ja gute Erfahrungen mit einem gut sitzenden Sattel machen sollte und nicht mit eine schwankenden Schiffchen auf dem Rücken.

 

JUNGPFERD MEETS BAUMLOSEN SATTEL: JA ODER NEIN?

Durch die vielen Schaumstoffschichten dieses Schutzsystems sitzt du deutlicher weiter weg vom Pferd als bei anderen baumlosen Sätteln und bei deinem Sattel mit Holzbaum. Das ist durchaus eine Umstellung im Sitzgefühl. Es ist aber auch eine Umstellung für das Pferd.

Letztlich war das auch der Grund weshalb ich mich wieder gegen den Barefoot entschieden habe. Mein Pferd wird mit Gewichtshilfen geritten und fand jedesmal verwirrend, dass es nichts mehr von mir gespürt hat.

Eigentlich muss ich nur ausatmen – wenn ich mit Filzsattel reite – und meine Stute bleibt stehen. Ich blicke dorthin, wo ich hinwill und meine Stute läuft in aller Regel genau dorthin. Sie ist sehr fein und braucht wenig Energie, um meine Bitten zu spüren.

Bei dem Barefoot war sie jedesmal verwirrt und hat auf kein Einsitzen, kein Ausatmen oder andere Gewichtshilfen reagiert – im Gegenteil: Sie wurde unwillig, weil ich zu viel Zügel und Stimme einsetzen musste, um den Halt zu kommunizieren. Ähnlich auch beim Lenken. Da der Unterschied zwischen Reiten mit dem Barefoot und Reiten mit dem Filzsattel wie Tag und Nacht war, habe ich mich wieder von meinem Barefoot getrennt. Das Modell hat für mein Pferd und mich einfach nicht funktioniert. Deswegen geht die Sattelsuche weiter.

Dann muss sich der Sattel erst einmal setzen – das habe ich dir ja schon ein paar Mal geschrieben. Das ist gerade bei einem jungen Pferd eher schwierig, weil das ja gute Erfahrungen mit einem gut sitzenden Sattel machen sollte und nicht mit eine schwankenden Schiffchen auf dem Rücken.

Außerdem kommen die Hilfen deutlich schwammiger durch als bei anderen Sätteln, die ich kenne – auch das ist schwierig, weil du ja (bei jedem Pferd, aber gerade be einem jungen Pferd) ja von Anfang an eigentlich mit Gewichtshilfen und sensiblen Hilfen ausbilden willst.

Deswegen würde ich dir bei einem jungen Pferd mittlerweile eher dazu raten dir einen anderen Sattel oder einen gut eingerittenen gebrauchten Barefoot zu schnappen. Dann ist er schon maximal “gesetzt” und muss nur noch über das Sattelpad an den Rücken deines Pferdes angepasst werden.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Allerdings bleibt das Thema mit den Hilfen, die meiner Erfahrung nach deutlich schwammiger beim Pferd ankommen. Da hängt es einfach davon ab, was für einen Pferdecharakter du hast, wie du reitest und was du mit dem Sattel erreichen willst.

 

INTERVIEW MIT BAREFOOT ÜBER IHRE BAUMLOSEN SÄTTEL, WIE SIE FUNKTIONIEREN UND WIE PFERDEGERECHT SIE WIRKLICH SIND

Jetzt habe ich aber endlich das Interview mit der Pferdephysiotherapeutin von Barefoot für dich. Daniela Müller ist Pferdephysiotherapeutin und Sattelberaterin bei Barefoot und hat alle meine Fragen beantwortet

Knotenhalfter Pferd

Pferdeflüsterei: Baumlos steht gerne in der Kritik den Rücken der Pferde nicht genug zu schonen. In den neuen Barefootsätteln steckt ein Spezialsystem “VPS” – das soll ja im Grunde der Baumersatz sein – was macht dieses System und wie ist es aufgebaut?

Daniela: Das System ist so etwas wie ein flexibler Baum. Eine Stabilisierung im Sattel und vor allem im Bereich der Steigbügelaufhängung absolut notwendig. Die ersten Barefootsättel hatten das so noch nicht und waren etwas flexibler, seit 2008 haben die Sättel das VPS-System. Das sind mehrere Schichten aus unterschiedlichen Materialien. Festere und weichere Schichten, die sich entsprechend an den Pferderücken anpassen und besonders bei der Steigbügelaufhängung druckverteilend wirken. Eine Reitergewichtsbeschränkung haben wir nicht beim Barefoot-Sattel.

Pferdeflüsterei: Das System steckt also wie ein Baum im Sattel drin?

Daniela: Genau, im Sattel. Da ist das VPS-System verbaut. Die verschiedenen Schichten sind so aufgebaut, dass sie flexibel genug sind, um sich dem Pferderücken in der Bewegung anzupassen, aber eben trotzdem so stabil wie nötig, dass wirklich keine Druckspitzen entstehen. Und zum Sattelsystem gehören dann noch eine polsterbare Sattelunterlage und ein austauschbarer Vordereinsatz.

Zwiesel Sattel
Pferderücken

Pferdeflüsterei: Du meintest gerade, dass der neue Barefoot vergleichbar ist mit einem flexiblen Baumsattel. Ist er wirklich so fest, wie ein Lederbaum oder Fieberglasbaum? 

Daniela: Nein, nicht ganz. Es ist vergleichbar. Der Sattel ist aber flexibler. Die meisten Lederbäume oder die flexiblen Bäume sind schon starrer als der Barefoot. Ein Beispiel: Selbst wenn du als Reiter im Barefoot sitzt, kannst du nach hinten unter den Sattel greifen und den Sattel zu dir heranziehen. Das geht mit einem Baumsattel nicht. Da ist bei unserem Sattel mehr Beweglichkeit drin. Das System soll ja so flexibel sein, dass der Sattel das Pferd in der Bewegung wirklich nicht einschränkt.

Pferdeflüsterei: So ein baumloser Sattel kann also nicht auf die Muskeln drücken?

Daniela: Doch, wenn er falsch angepasst ist, natürlich. Es kann sogar mit einem Fellsattel zu Satteldruck kommen. Es kann also auch Satteldruck mit einem Baumlosen Sattel entstehen. Das muss man schon so deutlich sagen und der Reiter darf nicht denken: Ich nehme jetzt einen baumlosen Sattel und schade meinem Pferd nie damit.

Pferdeflüsterei: Und lege den auf das erste Pferd und dann das andere Pferd und dann das dritte Pferd, egal wie…

Daniela: Das ist wirklich ein grober Fehler. Das müssen die Leute auch wissen, weil oft noch so gedacht wird. Nein, der Sattel muss in der Regel individuell an jedes Pferd angepasst werden.

Pferdeflüsterei: Wenn man jetzt davon überzeugt ist und einen Sattel von euch möchte, wie kann ich denn gewährleisten, dass der Sattel sitzt?

Daniela: Über den auswechselbaren Vordereinsatz und über die verschiedenen Polstermöglichkeiten in der Sattelunterlage. Vor allem Kunden, die bei uns nach längerer Sattelodyssee landen, die haben oft Pferde mit einer schwierigen Sattellage. Die Pferde haben zum Teil schon ganz massive Muskel-Atrophien durch unpassende Sättel. Und da kann man nicht einfach sagen, ich lege jetzt einen Barefoot drauf und dann läuft das Pferd ohne Probleme. Wenn ich als Mensch Rückenschmerzen habe und vielleicht sogar schon Fehlstellungen an der Wirbelsäule, dann kann ich mir zwar eine neue gute Matratze kaufen. Und damit schlafe ich dann vielleicht auch besser, aber meine Schmerzen sind deswegen nicht einfach weg. Sondern ich muss zusätzlich in die Physiotherapie und Übungen machen, um gezielt Muskulatur aufzubauen und der Fehlstellung entgegenzuwirken. Das ist bei Pferden ja nicht anders. Du kannst nicht einfach einen Barefoot kaufen, auf das schwach bemuskelte Pferd legen und dann baut sich von alleine Muskulatur auf. Das funktioniert nicht ganz so einfach. Der Sattel muss korrekt angepasst werden und das Pferd sollte korrekt gymnastiziert werden.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wenn er aber passt – das Pferd trainiert ist – dann übt er keinen Druck auf die Muskeln auf, sagt ihr? Weil, als ich mit der Hand zwischen Sattel und Pferdeschulter durchgefahren bin, saß der schon fest auf den Muskeln…

Daniela: Der Sattel sitzt nah am Pferd, ja. Aber auch der Vorderzwiesel ist nicht ganz starr sondern bewegt sich mit. Der Einsatz ist aus PU-Material, das nachgibt und im inneren eine Art federnde Verstärkung hat. Im Vergleich zu einem Kopfeisen, das deutlich starrer ist. Es gibt auch einen ganz weichen Softeinsatz, den man als Vorderzwiesel nutzen kann. Je nachdem wie die Rückenlinie des Pferdes aussieht, kann man auch damit arbeiten. Gerade wenn wenig Muskulatur im Bereich des Trapezmuskels vorhanden ist oder das Pferd empfindlich ist, arbeite ich oft gerne damit. Dann ist wirklich nichts Starres im Sattel, was drücken könnte. Aber auch mit dem festen Vordereinsatz ummantelt der Sattel flexibel die Schulter, damit die freie Schultertätigkeit möglich ist. Wir haben zum Beispiel viele Reiter mit Isländern, die unter einem Baumsattel nicht tölten. Unter dem Barefootsattel den Tölt aber anbieten, weil sie im Bereich der Schulter dann den Raum dafür haben.

Pferdeflüsterei: Ihr sagt ja die ganze Zeit, dass der Druck schön verteilt wird, keine Druckspitzen mehr, Schulterfreiheit usw. Aber wie könnt ihr das denn wirklich gewährleisten? Habt ihr das mit Studien untersucht?

Daniela: Das haben wir unter anderem in verschiedenen Druckmessungen getestet. Da kann man wirklich sehen, dass keine Druckspitzen entstehen. Das wurde von unabhängigen Testern mit verschiedenen Techniken getestet. Zum Beispiel mit Wärmebildkameras, mit Druckpolstern darunter und so weiter.

Druckmessungen
Bild von Barefoot

Pferdeflüsterei: Das ist ja gut und schön, aber wie lange liefen denn diese Tests? Denn die Bedenken bei baumlosen Sätteln sind ja vor allem, dass die punktuelle Belastung zu groß wird auf Dauer – im vergleich zu Sätteln mit Baum? Ein 20 Minuten Test bringt da ja noch nicht so viel..

Daniela: Das ist richtig, ja. Zum Beispiel hat Frau Laun, eine Pferde-Osteopathin, mit der Firma Medilogic eine Druckmessung unter dem Barefoot in allen Gangarten durchgeführt, das kann man bei uns auf der Webseite bei den Experten nachlesen. Wir haben dort auch andere Berichte von unabhängigen Pferde-Experten oder auch Endkunden stehen die das Sattelsystem selbst nutzen und auf langen Ritten getestet haben, das kann man auch auf unserer Webseite nachlesen. Zum Beispiel eine Autorin und Distanzreiterin aus Schottland, die dort im Barefoot-Sattel mit ihren Highlandponys über die Bergwege reitet. Dann gibt es in Südafrika ein Paar, die ein Pferdehilfsprojekt gestartet haben. Sie wollten auf eine Pferdekrankheit in Südafrika aufmerksam machen und sind dafür durch das Land geritten. Sie haben mit normalen Baumsätteln angefangen und hatten wirklich Probleme die Sättel für die verschiedenen Pferde passend zu bekommen. Sie haben nach Alternativen gesucht, im Internet Barefoot gefunden und bei uns angefragt, ob wir sie unterstützen würden. Wir haben ihnen dann zwei Barefoot-Sättel nach Südafrika geschickt. Die Pferde sind mit dem Barefoot problemlos gelaufen, keines hatte Satteldruck, sie konnten auch ohne Probleme auf die verschiedenen Pferde wechseln und den Sattel schnell anpassen. Sie haben sogar ein Buch über diesen Ritt geschrieben: „Südafrika vom Sattel aus“* Es ist auch für uns immer schön, so tolles Feedback zu bekommen. Eben auch über längere Strecken im Barefoot.

Testbericht zum baumlosen Sattel: Was er kann und was nicht 1

Pferdeflüsterei: Das gilt aber nur für das neue VPS-System – also diese Langzeittests?

Daniela: Genau. Das war mit dem VPS-System. Das hatten die ersten Barefoot-Sättel noch nicht. Wir haben Anfang 2008 auf VPS umgerüstet. Man kann den Unterschied schon sehen am alten Modell im Vergleich zu dem neuen Barefoot. Das alte Model ist vom Aufbau her niedriger und man sitzt näher am Pferd. So niedrig wird der VPS-Sattel auch nach der Einreitephase nicht werden. Der Barefoot ohne VPS ist deutlich flexibler und weicher. Für leichte Reiter und wenn man nicht so viel im Steigbügel steht ist das kein Problem. Aber für stärkere Belastungen wie Wanderritte, Distanzritte oder eben schwere Reiter haben wir den Sattel weiterentwickelt.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wie habt ihr da die Pferdeanatomie einbezogen? Also Punkte wie: Wirbelsäule liegt frei oder den Muskelaufbau der Pferde?

Daniela: Ursprünglich sind die Barefoots ja entstanden, weil Sabine Ullman (die Firmen-Gründerin) eine Stute hatte, der einfach kein Baumsattel passte. Sie hatte eine schwierige Sattellage, war empfindlich und hat sofort rückgemeldet, wenn irgendwas nicht gepasst hat. Frau Ullmann hat keinen Sattel für ihr Pferd gefunden, bei dem die Stute nicht verspannt war oder etwas drückte. Alle Sattler, die am Hof zum Anpassen der Sättel waren, konnten ihr eben nicht plausibel erklären, wie man einen starren Sattel so an das Pferd anpassen kann, dass er wirklich jederzeit passt. Ein Pferd verändert sich immer wieder, auch jahreszeitlich bedingt. Es steckt ständig Bewegung im Rückenmuskel – da konnte kein Sattler wirklich erklären, wie das funktionieren soll. Das alles fand sie so unbefriedigend, dass sie eine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin gemacht hat. Einfach weil sie mehr über die Anatomie der Pferde wissen wollte und hatte aber danach noch viel mehr Fragezeichen im Kopf. Je mehr sie über die Anatomie des Pferdes wusste, desto unlogischer war ihr der Aufbau mit den starren Sattelbäumen, die den Bewegungsablauf des Pferdes stören. Die herkömmlichen Baumsättel stammen ja eher noch aus den Kriegszeiten.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Barefoot war tatsächlich der erste Baumlose Sattel?

Daniela: Genau, das war der erste baumlose Sattel auf dem Markt. Die ersten Modelle waren, wie gesagt, auch flexibler und weniger stabil. Dann haben wir aber gemerkt, dass wir noch nachbessern können, zum Beispiel wenn man länger im Sattel reitet. Dann braucht man eben doch mehr Stabilität. Also haben wir den Sattel weiterentwickelt bis zum VPS-System.

Pferdeflüsterei: So, wenn man sich mit Anatomie beschäftigt – und sich die Frage stellt: welcher Sattel tut meinem Pferd gut – dann ist natürlich auch wichtig, dass der Sattel stützt und die Wirbelsäule freilässt, damit sich das Pferd gut bewegen kann. Beim Barefoot ist der Kanal sehr schmal – warum?

Daniela: Das hat etwas mit der Beweglichkeit zu tun. Die Wirbelsäulenfreiheit ist sehr wichtig, das stimmt. Die Sättel mit Baum haben einen deutlich breiteren Kanal. Den brauchen sie auch, weil der Sattel starr im Aufbau ist. Wenn sich das Pferd bewegt oder in die Biegung geht, müssen die Dornfortsätze einen Spielraum haben. Der Barefoot hat einen schmaleren Kanal, einfach weil er sich an die Bewegung anpassen kann. Er ummantelt die Dornfortsätze ganz weich und schränkt nichts ein. Den Wirbelkanal müssen wir also nicht so breit machen wie bei einem herkömmlichen Sattel. Man kann das auch immer schön am Schweißbild sehen, dass die Wirbelsäule komplett frei bleibt. Dort wo die Dornfortsätze liegen – das ist ja ein paar Zentimeter breites Areal – bleibt es frei.

Pferdeflüsterei: Der Barefoot soll auch weiter vorne liegen, als die klassischen Sättel mit Baum. Warum ist das so?

Daniela: Er kann und darf weiter vorne liegen. Direkt hinter dem Widerrist würde man auch sitzen, wenn man ohne Sattel reitet.

Pferderücken

Pferdeflüsterei: Genau, da sitzt man ja eher immer ein bisschen weiter vorne als in üblichen Sätteln..

Daniela: …dann sucht man sich ja auch immer diesen Bereich und das ist von der Anatomie her auch der Schwerpunkt des Pferdes. Wenn ich als Reiter also im Schwerpunkt des Pferdes sitze, kann mich das Pferd besser ausbalancieren. Dadurch, dass der Barefoot flexibel ist, schränkt er die Schulterbewegung nicht ein. Man darf ihn also auf der Schulter satteln und die Schulter bleibt trotzdem frei unter dem Sattel.

Pferdeflüsterei: Der Barefoot bewegt sich ja mit – besteht denn die Gefahr, dass es zu Reibeflächen und ähnlichen Problemen kommen kann durch die Bewegungen?

Daniela: Das kann beim Winterfell schon mal passieren, dass ein bisschen Haarbruch im hinteren Bereich unter dem Sattel entsteht. Weil einfach die Gleitfähigkeit vom Winterfell weniger gut ist als beim kurzem und glatten Sommerfell. Der Barefoot-Sattel bewegt sich ja mehr mit der Bewegung des Pferdes mit. Aber da kann man abhelfen, indem man ein bisschen Mähnenspray auf den hinteren Bereich des Fells unter die Sattelauflage macht, dadurch kann die Bewegung besser auf dem Fell abgleiten. Das ist also kein Satteldruck, sondern einfach Haarbruch durch die rechts-links Bewegung des Sattels. Sieht nicht so hübsch aus, ist aber für das Pferd kein Problem.

Pferdeflüsterei: Hat denn ein Barefoot Sattel auch Nachteile? Nehmen wir erstmal den Reiter – so ein baumloser Sattel fühlt sich ja auch – dezent gesagt – ein bisschen anders an..

Daniela: Naja, wenn der Sattel neu ist, liegt er erstmal etwas thronartig auf dem Pferd auf. Der Sattel braucht eine Einreitephase. Wir können den Sattel ja leider nicht eingeritten verkaufen. Der Sattel passt sich erst mit der Nutzung an die Rückenlinie des Pferdes an. Das soll er ja auch, das ist ja einer der Hauptvorteile des Barefoots. Er braucht einfach etwas Zeit um sich anzupassen, weil er trotzdem eine Stabilität mitbringen muss. Dem Sattel bitte einfach etwas Zeit geben am Anfang, das Leder wird durch die Nutzung geschmeidiger und der Sitz formt sich aus. Wenn der Sattel ganz neu ist geht aufsteigen vom Boden aus daher oft noch nicht, weil der Sattel sonst verrutscht. Da braucht man am Anfang eine Aufsteigehilfe (die sowieso gesünder für das Pferd ist).

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wie lange dauert das ungefähr?

Daniela: Naja, man kann ungefähr sagen, nach fünfmal reiten – da reichen eigentlich auch reine Schrittrunden aus – sieht man schon eine deutliche Veränderung, dass sich der Sattel gesetzt hat. Der Sitz wird tiefer, formt sich aus. Das ist erst ein kleiner Nachteil, der aber eigentlich ein Vorteil ist. Dann sitzt man im Barefoot auch etwas breiter, als in Baumsätteln. Die Baumsättel geben den schmalen Sitz durch die Form des Baumes vor und das hat man im Barefoot nicht. Menschen mit Hüftproblemen zum Beispiel, die können im Barefoot manchmal nicht reiten, weil sie nicht mehr so breit sitzen können. Auch das Reitgefühl ist anfangs ein bisschen anders. Manche Dressurreiter haben Anpassungsschwierigkeiten, weil sie gewohnt sind in den schmalen Sätteln zu sitzen. Die müssen oft ihren Sitz neu suchen, weil sie breiter gesetzt werden und mehr Bewegung des Pferdes spüren. Und im Barefoot auch einen etwas unabhängigen Sitzes erlernen können. Die Pferde reagieren oft von Anfang an gut auf den Sattel. Was dann den Reiter überzeugt dabei zu bleiben. Wenn man sich an das neue Sitzgefühl gewöhnt hat, dann ist auch das kein Problem mehr.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Verstehe ich dich richtig, dass der Barefoot einen auch in Richtung eines unabhängigen Sitzes schubst?

Daniela: Er schult absolut den Sitz. Für Reitanfänger super oder für Fortgeschrittene, die sich bisher von Pauschen sehr stark haben rahmen lassen oder dazu neigen mit den Knien zu klemmen. Das geht im Barefoot nicht so. Auch weil das Pferd viel mehr von den Gewichts- und Schenkelhilfen spürt, schult es einen dazu unabhängig zu sitzen.

 

Pferdeflüsterei: Das waren die Punkte, die die Reiter betreffen. Gibt es denn Pferde, die nicht mit einem Barefoot geritten werden können oder Nachteile für die Pferde mit dem Sattel?

Daniela: Eigentlich nicht. Eine Einschränkung ist Springreiten auf hohem Niveau. Da ist der baumlose Sattel nicht geeignet. Normale Hindernisse gehen mit dem Modell “Notting Hill” zum Beispiel aber schon. Aber richtig hohe Hindernisse sind nicht möglich mit einem Barefoot. Und eine Einschränkung ist vielleicht noch, das Reiten bei sehr schlecht bemuskelten Pferden. Da kann ich nicht einfach einen Barefoot drauflegen und sagen: So, der wird es schon richten. Das geht nicht.

Pferdeflüsterei: Aber das ist ja wieder ein anderes Thema. Das hat was mit guter Bodenarbeit und Gymnastizierendem Training zu tun. Beziehungsweise damit, dass das Pferd nicht korrekt trainiert wurde.

Daniela: Ja, aber das ist oft das Problem. Die Pferde sind falsch gymnastiziert, sie werden falsch geritten, haben vielleicht noch einen unpassenden Sattel, die Muskelfasern sind über Jahre regelrecht verklebt. So kann sich keine Muskulatur aufbauen. Und ich empfehle in der Beratung dann erstmal: Bitte macht Gymnastizierung und Training nur vom Boden aus, ohne Reitergewicht. Das Pferd ist aus meiner Sicht nicht reitbar. Erst dann, wenn sich wieder etwas Muskulatur aufgebaut hat und die schmerzhaften Verspannungen und entzündlichen Veränderungen auskuriert sind, können wir mit einem Barefoot beginnen. Es gibt wirklich schlecht bemuskelte Pferde, die offensichtliche Probleme haben – da lehne ich dann eine Sattelberatung ab und möchte auch keinen Barefoot verkaufen. Das ist nicht das wofür wir stehen. Wir wollen ja pferdegerecht sein. Ich kann auch einen Barefootsattel nicht guten Gewissens auf ein Pferd legen, das nur unter Schmerzen geritten werden kann.

Pferdeflüsterei: Da gilt dann aber auch der Punkt, dass auf solche Pferde gar keine Sättel gehören.

Daniela: Genau, da sage ich als Pferdephysiotherapeutin, dass auch ein Barefootsattel das nicht alleine richten wird. Da muss erstmal der Pferdebesitzer ran. Ich würde aber sagen: Der Barefoot passt auf jedes reitbare Pferd.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wie passe ich den Sattel denn Schritt für Schritt an mein Pferd an?

Daniela: Erstmal macht es Sinn, dass der Reiter bei Barefoot eine Sattelberatung macht, zum Beispiel über unsere Onlineberatung über Fotos des Pferdes. So wie du sie auch gemacht hast, bevor wir dir dann zu deinem Sattelmodell geraten haben. Oder durch unsere Vertriebspartner, die vor Ort in den Stall kommen und den Sattel am Pferd anpassen. Durch die Flexibilität des Sattels reicht oft eine Online-Beratung aus. Das Sattelsystem ist so konzipiert, dass du das mit wenigen Handgriffen selbst anpassen kannst, wenn du verstanden hast, auf was du bei deinem Pferd achten musst.

Pferdeflüsterei: Worauf muss ich denn da achten?

Daniela: Es gibt zwei Komponenten mit denen du den Sattel für jedes Pferd anpassen solltest. Das ist einmal der auswechselbare Vordereinsatz, den es in verschiedenen Größen und Materialien gibt. Und es gibt verschiedene Sattelunterlagen mit unterschiedlichen Polstermöglichkeiten. So kannst du den Sattel individuell anpassen und wenn du das beachtest, funktioniert auch das Sattelsystem. Deswegen ist es schon wichtig, sich vor dem Kauf beraten zu lassen. Damit du weißt, welchen Sattel, welche Satteleinlagen und welches Polster brauche ich für mein Pferd. Die Online-Beratung bei uns direkt ist kostenlos und unverbindlich. Die Händler handhaben es zum Teil so, dass sie die Vorort-Beratung dann beim späteren Sattelkauf auf den Sattel anrechnen.

Pferdeflüsterei: Wenn ich jetzt mit dir eine Onlineberatung mache und dann passt es doch nicht oder mein Pferd braucht was anderes, was dann?

Daniela: Wir beraten auch nach dem Sattelkauf natürlich weiter. Innerhalb von 14 Tagen kann der Reiter aber den Sattel samt Zubehör wieder zurückgeben oder umtauschen. Der Sattel darf in dieser Zeit dreimal ausgiebig geritten werden in allen Gangarten. Wenn der Reiter dann nicht zufrieden ist, kann er ihn entweder umtauschen oder ihn komplett zurück geben und muss nur die Portogebühren bezahlen, sozusagen als Nutzungsgebühr für den Sattel. P

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview. 

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Kommentare (21)

Hey Petra, vielen Dank für diesen wahnsinnig informativen Artikel.
Mein Pony ist bereits 21 und ziemlich schlecht bemuskelt, ich möchte ihn dennoch wieder reiten, damit er Muskulatur aufbauen kann, da ihn Bodenarbeit nicht auslastet.
Er wurde fast sein ganzes Leben lang mit einem baumlosen Westernsattel geritten, den ich aber nicht übernommen habe, er gefiel mir nicht, passte irgendwie nicht wirklich und war zu groß…
Ich bin nun am überlegen, ob ein Sattel mit oder ohne Baum für uns besser wäre. Ich persönlich bevorzuge baumlose Sättel wegen der Flexibilität und der Nähe zum Pferd und denke, dass meinem Pony ein Holzbrett auf dem Rücken nicht sonderlich angenehm wäre (nicht zuletzt wegen des unpassenden Westernsattels zuvor…). Trotzdem meintest du, dass ein baumloser Sattel für Pferde mit Rückenproblemen oder schlechter Muskulatur eher nicht geeignet ist, gleichzeitig geben sie aber mehr Spielraum für die Rückenmuskulatur.
Was ist deine Empfehlung dazu?
Ganz liebe Grüße, Toni und Bolero

Hallo liebe Toni, schwere Frage. Nicht jeder baumlose Sattel passt auf jedes Pferd. Ich denke, dass du zwei Möglichkeiten hast: Baumlose Sättel von einer Marke wie Barefoot oder einen Lederbaumsattel – auch sehr flexibel, aber näher am Pferd. Letztlich kannst du nur dein Pferd fragen und ausprobieren. Denn auch baumlose Sättel müssen gut angepasst werden. Zum Beispiel über ein Kopfeisen, die klettbaren Lederkissen oder anpassbare Sattelpads. Ich denke aber auch: Je empfindlicher der Rücken eines Pferdes ist, desto eher muss man nach etwas festerem schauen. Das muss dann aber PERFEKT sitzen, damit nichts drückt. Bei empfindlicheren Schultern ist dann zum Beipsiel die flexiblere Variante vielleicht besser für das MEHR an Bewegungsfreiheit. Wobei man das alles auch nicht so pauschal sagen kann. Ein flexibler Baum kann ja auch durch einen falschen Sitz auf die Schultern drücken und ein fester Baum in den Rücken. Sprich: Ich würde mir gebrauchte Modelle kaufen, mit meiner Pferdeosteo oder Physio anpassen und dann ausprobieren, womit mein Pferd am zufriedensten läuft. Ich hoffe, dass dir das ein bisschen weiterhilft und schicke dir ganz liebe Grüße, Petra

Hallo liebe Petra, ich glaube ich habe jetzt alle deine Artikel zum Thema Sattel gelesen :) Mein Pony und ich haben in den letzten 10 Monaten 6(!) verschiedene Sättel genutzt und jetzt reicht es mir. Keiner hat optimal gepasst, vom letzten hat er eine schiefe Wirbelsäule bekommen, die eingerenkt wurde und jetzt trainieren wir die völlig schiefe Muskulatur weg. Ich bin verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Sattel auf das Thema baumlos gestoßen. Tatsächlich haben wir schon das Barefoot Physiopad im Schrank und er liebt es! Nie läuft er lockerer als unter dem Pad. Nun wiege ich knapp 60kg und möchte auch mal einen längeren Ausritt machen (2-3 Stunden, aber ganz entspannt). Dafür ist mir das Pad nichts. Twix ist eine Mischung aus Quarter und Vollblut, also schmal aber nach gutem Training schön bemuskelt.
Hast du Erfahrungen mit den Grandeur Fellsätteln gemacht? Ich finde sie vom Aufbau her etwas besser als die Christ Sättel. Barefoot ist toll, überschreitet aber mein Studentenbudget :( Hast du aktuell noch einen baumlosen Sattel? Wie kommst du mit dem Anpassen klar? Kann man das mit etwas Übung und Lernwille auch selbst?
Mit ganz lieben Grüßen
Nele und Twix :)

Hallo liebe Nele, also tatsächlich habe ich meinen baumlosen Sattel wieder abgegeben, weil er mir udn meinem Pferd einfach zu thronig war. Ich habe noch das Thema "Lederbaum" getestet, da kommt man auch mal an ein günstiges gebrauchtes Modell ran. Wenn es eine gute Marke ist, könnte das auch eine gute Alternative sein. Bei mir kommt jetzt ein Maßsattel ins Haus. Ich bin gespannt und werde berichten. Ich mag die Grandeur Fellsättel auch, aber bin einfach ein großer Christ-Fan aufgrund der Hochwertigkeit. Wir haben noch die Fellsättel von Engel im Shop, weil da Preis-Leistung auch ziemlich gut ist. Bei 2-3 Stunden-Ausritten würde ich einfach nur sehr achtsam und vorsichtig reiten und das Pferd immer wieder fragen, ob das für seinen Rücken noch in Ordnung ist. Ganz liebe Grüße, Petra

Hallo ich reite seit 12Jahren mit Barefoot Sattel…davor bin ich 20Jahre mit Dressur und Springsättel geritten….am Anfang ist es eine große Umstellung weil man weiter weg sitzt….empfehle aber wirklich das physiopad…wegen der Wirbelsäulenfreiheit…..man gewöhnt sich aber sehr schnell an dieses Gefühl….Ich persönlich finde die Sattel super….und habe super lockere Pferde mit schöner Rückenmuskulatur…

Hallo liebe Romy, das freut mich sehr für dich. Ich denke, dass es auch Geschmackssache ist. Weder mein Pferd noch ich waren happy damit. Aber das muss ja nicht heißen, dass es für andere nicht funktionieren kann. Ganz liebe Grüße, Petra

Meine Stute hat eine ziemlich schwierige Sattellage. Zur Zeit reite ich mit einem maßgefertigten Westernsattel. Aber sie bekommt Schmerzen davon. Ich hätte gerne einen leichten, flexiblen Sattel für sie. Welche Hersteller kannst du mir da empfehlen? Ich bin schon am verzweifeln!

Danke im Voraus!

Hallo liebe Daniela, das ist so schwer. Ich habe viel gutes von Maxflex gehört, finde die Hidalgo Lederbaumsättel spannend, kenne Fans der Sommer Sättel und werde mir selbst ziemlich sicher einen Sattel von Signum holen – da wird der Baum exakt auf den RÜcken angepasst und frisch gegossen und ist damit wirklich Maßgefertigt. Meist sind die Bäume ja "nur" angepasst. Ich weiß nicht, ob dir das weiterhilft, aber ich kann dir da keinen genauen Tipp geben, weil jedes Pferd anders ist und du einfach testen musst. Ganz liebe Grüße, Petra

Huhu, ein sehr guter und informativer Beitrag. Ich würde gerne wissen, ob es für einen Baumlosen Sattel als Beispiel von Barefoot nötig ist ein Physiopad zu kaufen. Ich würde den Sattel nämlich ganz normal mit einer Schabracke und einem Lammfellpad polstern, da es ja eigentlich verspricht, dass es ja auch ohne Pad viel Rückenfreiheit biete und die Druckpunkte gleichmäßig aufgeteilt werden. Bin ich da im Irrtum ? Würde mich sehr über eine Antwort freuen und wünsche einen schönen Tag ! Liebe Grüße

Hey liebe Vanessa, tatsächlich habe ich ihn ohne Physiopad genutzt, weil mir der Aufbau sonst noch mehr zu hoch war. Wobei der Hersteller ja empfiehlt, dass man ihn nur mit Physiopad nutzt um den optimalen Druckschutz zu gewährleisten. Sprich: Da musst du auf dein Gefühl, dein Pferd und das hören, was es dir über das Reiten und den Rücken sagt. Ganz liebe Grüße, Petra

Hey,
ich denke das ist die Gewöhnung. Der baumlose Sattel gibt doch viel mehr weiter als einer mit Baum, auch die Anspannung. Und in der Dressurstunde arbeitet ihr sicher mehr als sonst, die Wechselwirkungen zwischen Pferd und dir in Bezug auf Anspannung und Entspannung der Muskulatur machen sich dann eher bemerkbar. Ist zumindest meine Erfahrung. Vielleicht ist das bei einem Lederbaum nochmal verstärkt hinsichtlich Anpassung und Steif zu Beginn, der Hersteller weist auch auf Einreiten von 20 bis 30 Einheiten hin.
Schaden kannst du ihm auf jeden Fall dann, wenn zu viel oder punktueller Druck den Pferderücken erreicht, also hier zB wenn das Pad/die Einlagen ungeeignet oder zerdrückt sind. Ggf. auch dann, wenn du mit dem Sattel nicht klar kommst und dein Sitz negativ beeinflusst wird. Oder wenn der Sattel nicht zu deinem Pferd passt. LG

Hallo ihr Lieben, ich haber mir vor Kurzem einen Hidalgo Nevada Sattel geleitstet da mein Quarter mit dem Deuber und Partner Startrekk nach längeren Wanderritten total empflindlich am Rücken danach war. Auch hatte ich das Gefühl das die Muskulatur am Widerrist nicht mehr sondern auch weniger wurde,..die Vorbesitzer hatte immer einen normalen Westernsattel auf ihm. Bin beim Ausreiten bis jetzt super zufrieden er rutscht auch überhaupt nicht. Jetzt hatte ich meine erste Dressurstunde mit dem Sattel und kam mir vor wie der erste Mensch. Bin total schwer zum Sitzen gekommen und konnte so meinem Pferd nicht die richtige Stütze geben und dadurch ist er auch total zappelig gegangen. Muss aber dazu noch sagen, dass wir beide nur hin und wieder Dressurstunden nehmen und deshalb beide nicht routiniert sind. Hatte die letzten Stunden aber einen Vielseitigkeitssattel mit Baum ausgeborgt und da hat das super geklappt. Ist das mit dem baumlosen Sattel einfach nur eine Übungssache oder kann ich ihn damit schaden? Muss ich irgendetwas ändern? Freu mich schon auf eure Antwort. LG Dani

Hallo liebe Dani, ein bisschen ist es sicher gewöhnungssache und natürlich muss auch ein baumloser Sattel gut sitzen und für Reiter und Pferd bequem sein. Das wird gerne vernachlässigt. Vielleicht passt er also nicht perfekt oder es ist nicht der Richtige für dich oder er muss noch angepasst werden. Auf jeden Fall würde ich checken, ob ihr euch weiterhin so unwohl fühlt und dann auf dein Bauchgefühl hören und nochmal mit dem Sattler reden, was man anpassen kann. Ganz liebe Grüße, Petra

Hallo Petra!
Schöner Beitrag!
Aber ich möchte noch den Torsion Sattel erwähnen.Für mich DER baumlose Sattel schlechthin.
Liebe Grüße,
Bettina

Hallo liebe Bettina, immer gerne :-) Wir freuen uns über Tipps. Ganz liebe Grüße, Petra

Hallo Petra
Ich bin auf der Suche nach einem baumlosen sattel für mein Süddeutsches kaltblut. Gibt es da einen in der Größe? Und wie finde ich heraus ob es einen Sattler in meiner Nähe gibt hab schon alles durchsucht aber leider nichts gefunden.
LG anna

Hallo liebe Anna, ein bisschen kommt es darauf an, was du möchtest. Barefoot hat ganz gute Baumlose Sättel – ich weiß nur nicht ob sie auch Kaltblutgöße haben. Da könntest du mal anfragen. Ansonsten gibt es so viele Marken und Unterschiede, dass ich da gar nicht so konkret werden kann. Tut mir sehr leid. Es hängt ja ein bisschen davon ab, was ihr wollt – wie baumlos er sein soll. Was du damit machen willst usw. Ganz liebe Grüße, Petra

Der Artikel ist sehr Informativ ich habe sehr viel noch zu meinem wissen dazu gelernt. Ich reite selber mein Pferd auch mit einem Baumlosen Sattel und muss sagen das ich sehr zufrieden bin. Ich War am Anfang auch nicht für Baumlos aber nach einem ritt auf einem Baumlosen War ich begeistert. Allerdings ist es bei mir so das nach dem reiten die Haare bei meinem Pferd anfangen abzubrechen das ist da wo der Sattel aufhört ich mache mir langsam Gedanken … Es ist ein Sattel von Barefoot.

Hallo liebe Theresa, das freut mich sehr, dass du den Artikel informativ findest. Wir haben auf der Seite auch ein Interview mit der Pferdephysio von Barefoot, die genau das benennt, was du beschreibst. Es kann wohl passieren, dass Haare abbrechen, weil der Barefoot sich mehr mitbewegt – speziell beim Winterfell. Das ist aber unproblematisch laut der Pferdephysio. Schau mal – hier im Interview findest du die Antwort: https://www.pferdefluesterei.de/baumlose-saettel-pferdegerecht/ Liebe Grüße, Petra

Vielen dank für den interessanten Artikel. Er hat mir nochmal ein paar weitere Aspekte zum Baumlosen Sattel näher gebracht. Allerdings muss ich sagen, dass ich andere Sättel vorziehe, weil sich mir das Sitzen in einem Baumlosen Sattel zu wacklig anfühlt.

Sehr gerne – das ist einfach auch Geschmackssache – man muss es ausprobieren. Ich finde ihn sehr bequem und wenn er sich gesetzt hat, ist er eigentlich gar nicht mehr wackelig – vielleicht hast du dem Baumlosen Sattel einfach nicht genug Zeit gegeben? so oder so – liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, Petra

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