Artikel aktualisiert am 23.10.2017

Prügeln geht gar nicht! Gewalt oder Schmerzen haben im Pferdetraining nichts zu suchen. Das ist für mich vollkommen klar. Auch wenn das in der Pferdewelt leider nicht überall so gesehen wird. Aber was bedeutet Gewalt? Wo fängt sie an und wie gewalttätig sind zum Beispiel Hilfsmittel wie Gerte oder Sporen? Bei jedem Hilfsmittel und Zubehör stellt sich ja schließlich die Frage, ob es pferdefreundlich ist oder nicht. Manches Zubehör wie Ausbinder oder Sperrriemen tragen ja fast schon einen gewissen Zwang in sich und gehören für mich persönlich zum Beispiel gar nicht ans Pferd. Bei anderen Ausrüstungsgegenständen ist das nicht so eindeutig. Zum Beispiel die Gerte. Aber letztlich gibt es auf die Frage, wie pferdefreundlich ein Trainingstool ist vor allem eine Antwort.

Jeder Ausrüstungsgegenstand ist im Grunde nur so pferdefreundlich wie der Mensch, der ihn nutzt. Ausgenommen natürlich Trainingsmethoden wie die Rollkur oder Zubehör wie Schlaufzügel oder Ausbinder. Es gibt aus meiner Sicht natürlich auch Zubehör, das einfach nichts am Pferd verloren hat – egal wie nett der Mensch am anderen Ende des Ausrüstungsgegenstandes ist.

  • Sperrriemen
  • Schlaufzügel
  • Trainingsmethoden wie Rollkur und Co
  • Ausbinder
  • Gewichte am Pferdehuf
  • usw

Es gibt in dieser Kategorie leider so viele, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Würde man sie alle in eine Kammer legen, würde man sich bei einigen Gegenständen an eine mittelalterliche Folterkammer erinnert fühlen. Das ist tragisch, traurig und es macht mich wütend, dass wir Menschen glauben das Recht zu besitzen den Tieren Schmerzen und Gewalt anzutun und das Ganze oft noch als “Training” verbuchen. Da frage ich mich tatsächlich, ob die Menschen, die mit solchen Tools arbeiten, sich die Welt schön reden, aber eigentlich ahnen, dass nicht gut ist was sie machen oder ob die festgefahrenen Lehren und Traditionen so fest sitzen, dass eigentlich empathische und nette Menschen einfach gar nicht sehen, was sie da machen.

Manchmal frage ich mich auch, warum bei Pferden so vollkommen in Ordnung scheint, was bei anderen Tieren als Tierquälerei eingestuft werden würde. Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich heute zum Thema Gerte und Sporen schreiben. Letztere würde ich selbst nicht nutzen. Genau wie Beispielsweise die Kandare. Dafür gibt es  gute Gründe. Warum ich aber trotzdem verstehen kann, weshalb sehr gut ausgebildete Reiter wie Anja Beran oder die Pferdetrainerin Hero Merkel die Sporen oder Kandare im Training nutzen, erkläre ich dir gleich. Erst einmal wollen wir kurz über die beiden Hilfsmittel reden.

Gerte und Sporen? Hilfsmittel: Ja oder nein? Gerte und Sporen können als Hilfsmittel dienen, sollten aber immer so genutzt werden, dass sie das Pferd auf keinen Fall ängstigen oder ihm Schmerz zufügen Sondern nur als Verlängerung des Reiterarmes oder Reiterbeines. Letztlich liegt es immer am Menschen, ob es ein Hilfsmittel ist oder nicht.

Die Gerte und ihre Wirkung

Ich persönlich nutze eine Gerte. Aber nicht um mein Pferd zu schlagen, sondern um sozusagen meine Arme zu verlängern. Sie sind einfach zu kurz um überallhin zu kommen. Die Gerte hilft mir meinem Pferd klarer zu sagen, worum es mir gerade geht.

Die Gerte kann also ein sehr gutes Hilfsmittel sein. Sie ist die Verlängerung deines Armes. Ein Hilfsmittel für Signalgebung, aber nie ein Werkzeug um dein Pferd zu schlagen. NIE!

Du kannst sie nehmen, um an die Hinterhand zu tippen, wenn das Pferd auf die Schenkelhilfe nicht reagieren will. Oder wenn du bei der Bodenarbeit einen äußeren Schenkel simulieren willst oder um deinem Pferd die Zügelhilfen zu verdeutlichen, weil du sie sanft am Hals anlegst. Als Ergänzung, aber eben nur das und nicht als Prügelhilfe. Letzteres ist schlimm, macht dein Pferd ängstlich oder wütend – je nach Pferdecharakter – und fördert auf keinen Fall eine schöne Beziehung.

Bodenarbeit mit der Gerte

Ich nutze sie gerne und viel. Zum Beispiel um bei der Bodenarbeit am Kruppeherein zu arbeiten oder die Seitengänge anzuzeigen oder mein Pferd zu bitten seine Hinterhand auf mich zu zubewegen. Sprich: Ich zeige meinem Pferd mit der Gerte, welchen Körperteil ich meine und das kann ich aus der Ferne und der Nähe tun.

Meine Gerte tippt manchmal, sie wedelt oder streift in der Luft – sie streichelt und berührt oder tickelt wie eine nervige Fliege. Aber sie fetzt nicht. Sie tut nicht weh und sie erhöht nicht den Druck bis zur Schmerzgrenze. Sie ist ein Freund.

Die Sporen und ihre Wirkung

Sporen sehen grauenvoll aus. Ich persönlich möchte sie nicht nutzen. Denn sie können am falschen Fuss eine scharfe Wirkung entfalten. Du brauchst ein ruhiges Bein und musst genau wissen, wie du sie anwendest. Das Wichtigste ist aber: Sporen sind NICHT zum Treiben da! Und: Sporen gehören NICHT an Anfängerfüße!

  • Wenn Du zart und ruhig damit umgehst, dann lassen sich deutlich feinere und sehr punktuellere Signale geben als mit dem ganzen Fuss.
  • Wenn du ein feiner Reiter bist, ein sehr ruhiges Bein hast und die ganz hohen Lektionen reiten willst, können Sporen hilfreich sein, weil du punktuelle feine Signale setzen kannst. Dein Pferd merkt dann also einen Unterschied in der Hilfe, allein weil du die Spore zwei Zentimeter weiter vor oder hinter der Gurtlage, weiter oben oder unten am Pferdebauch setzt. Das soll aber immer eine feine Hilfe sein, fast wie ein zartes Streicheln. Wenn du das nicht mit deinen Beinen leisten kannst, solltest du keine Sporen benutzen.

Das alles setzt voraus, dass du sie entsprechend sanft und vorsichtig einsetzt. Trotz allem bin ich persönlich kein Fan der Spore, denn sie kann viel anrichten und am Ende stellt sich immer die Frage, ob es nicht auch anders gehen kann.

Größe der Sporen

Wichtig: Die Größe der Sporen und ihre Wirkung. Viele denken: je so kleiner, desto zarter. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

  • Die kleinen Sporen sind schärfer als die Sporen mit einem großen Rädchen, weil sie viel schärfer einwirken. Das ist Physik.
  • Genauso wichtig ist, dass das Rädchen locker eingestellt ist, weil die Sporen dann sanft weiterrollen, statt einzuschneiden.
  • Du musst die Sporen mit Rädchen auch rollen, statt damit zu “drücken” – das ist ein oft gemachter Fehler. Durch den Druck entwickeln sie eine ganz andere Wirkung.

Du siehst also: Du musst genau wissen, was du tust, brauchst viel Erfahrung, ein ruhiges Bein und sie sind weder zum treiben noch zum bestrafen da.

 Wie ist das bei dir? Gerte oder Sporen? Wie handhabst du diese Mittel? Schreib mir, ich freue mich auf deinen Kommentar!

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18 Kommentare zu “Hilfsmittel und Zubehör: “Gerte und Sporen” – Fies oder Förderlich?

  1. Hannah sagt:

    Hi, das ist ein super Beitrag. Ich sehe, dass auch so, dass es Hilfsmittel für feinere Hilfen swin sollten und nicht um zu bestrafen.
    Ich persönlich reite nicht mit Spoewn, da ich da noch nicht so weit bin. Allerdings reite ich immer mal wieder mit Gerte. Einfach da ich ein sehr langsames Pferd habe und es mit Gerte einfacher ist als mit dauertreibenden Schenkel.
    Ich habe auch mal gelesen, dass Gerteb aus biomechanischer Sicht besser sind.

  2. Iris sagt:

    Hi,
    ich variiere. Je nach Tagesverfassung reite ich mal mit und mal ohne Sporen. Gerte, da ich Western reite, habe ich gar nicht im Gebrauch (nur bei der Bodenarbeit als Armverlängerung).
    Ich habe festgestellt, dass, wenn ich mit den Füßen/Schenkeln zu oft eine Anfrage wiederholen muss, es viel leichter ist, einen kleinen Impuls mit den Sporen zu geben (meistens wird die rechte Seite ignoriert, an dem "Warum" arbeiten wir noch). Wird dieser ignoriert, erfolgt nach einer gewissen Wartezeit, eine neuer Impuls, der etwas "stärker" ausfällt, aber von außen immer noch als "streicheln" (O-Ton eines Trainers) bezeichnet wurde.
    Ich halte sehr viel von Hilfsmitteln in homöopathischer Anwendung. Meistens muss sich der Reiter oder Mensch am Boden einfach nur "sortieren" sich selber klar sein, was er will und dann klappt es auch mit den Übungen. Wenn mein Pferd mir anders antwortet, als ich es "erwartet" habe, ist an mir, mich zu überprüfen und die Frage neu oder anders zu stellen. Mein Stütchen hat mir viel beigebracht.

    Als sie zu mir kam, hatte ich keinen Schimmer von der Westernreiterei (nur englisch und spanisch). Aber wir haben einen Weg gefunden, miteinander mit minimalen Signalen zu kommunizieren und es ist jedes Mal ein Highlight, wenn sie auf der Koppel in vollem Galopp auf mich zu kommt und sagt: Hallo 2-Beiner hier bin ich, lass uns gehen.

    • Petra sagt:

      Hi Iris, mit der Gerte halte ich es im Grunde wie du. Sie ist bei der Bodenarbeit die perfekte Verlängerung des Armes. Bei den Sporen bin ich mittlerweile an einem Punkt, an dem ich beschlossen habe sie tief in der Kiste vergraben zu lassen. Vielleicht werden sie auch nie mehr rausgeholt. Einfach weil ich glaube, dass man sehr sehr sehr ruhige Füße haben muss, damit die Sporen so eingesetzt werden können, wie du es tust. Als sanften Hinweis und im Grunde die Verlängerung des Beines. Wenn man das kann, kann es vielleicht sogar eine Erleichterung sein, weil die Hilfen feinstens ankommen können. So wie du es handzuhaben scheinst :-) Wenn die Sporen streicheln, dann ist das auf jeden Fall eine punktuelle Hilfe, die zart, aber genau ankommt. Was das sortieren betrifft, hast du so Recht. Man muss genau wissen was man will und das gelassen und gut sortiert angehen. Das ist nicht immer leicht, aber sicher einer der Schlüssel zu besserer Kommunikation mit dem Pferd. Ich übe mich immer wieder darin ;-) Und dann kommt meine Jungstute hoffentlich auch von der Koppel auf mich zugerannt. Wunderschön, dass ihr beide das schon habt :-) Liebe Grüße, Petra

  3. Sandy sagt:

    Also ich reite immer mit Gerte man braucht sie zwar nicht aber hat man sie nicht dabei hab ich keine Möglichkeit ihn hinten anzutippen wenn er faul wird. Ich treibe nie dauerhaft nur ein zwei mal und Dan gibt’s klaps damit er fein bleibt.
    Sonst gibt’s sicher keine Schläge und nur klaps wenn er z.b fressen gehen will. Was er mir nicht macht aber beim Mädchen.

    • Petra sagt:

      Liebe Sandy, so ähnlich nutze ich die Gerte auch. Nicht um zu strafen und nicht um ein Angstinstrument zu haben, sondern als verlängerter Arm. Es gibt viele Hilfsmittel, die ich nie verwenden würde – wie Ausbinder oder Sperrriemen. Aber die Gerte ist sinnvoll, wenn man sie fein und sachte nutzt. Da hast du schon Recht. Alles Liebe und danke für deinen Kommentar, Petra

  4. Paulina sagt:

    Hi mega toller Beitrag
    Ich finde auch das Gerte und Sporen keine Prügel- oder Folterinstrumente sind aber Hilfsmittel.
    Ich persönlich reite mit Gerte, bekomme oft vorgeworfen wie ich mein Pferd schlagen kann
    ( was ich natürlich nicht tu)
    Ich antworte dann meistens:" eine Gerte ist nicht zu schlagen da! Außerdem, glaubst du das Pferde in der Natur sich eine Problemkertze anzünden und einen kaktustee kochen und friedlich diskutieren wer der Chef ist?! "
    Mich regt sowas auf, Leute die keine Ahnung vom reiten oder vom Pferd haben. Und die dann gleich meinen nur weil Du eine Gerte besitzt das du dein Pferd quälst und schlägst.
    Für mich ist eine Gerte vollkommen okay solang sie als Hilfsmittel benutzt wird und nicht um sein Pferd zu schlagen das es Angs hat

    • Petra sagt:

      Liebe Paulina, Pferde sind in der Herde einerseits rabiater miteinander als wir Menschen mit ihnen, andererseits aber auch viel feiner und fairer. Sie werden nur deutlicher, wenn sie es müssen, weil das andere Pferd die Grenzen nicht akzeptiert. Davon könnten wir uns eine Scheibe abschneiden, denke ich oft. Und erst einmal leise anfrage und fein bitten. Dafür kann die Gerte hilfreich sein, das sehe ich auch so. Ich persönlich bin kein Fan von Sporen, ich denke nur wer gaaaanz ruhige Beine hat und sie gaaaanz fein einsetzen kann, kann sie überhaupt nur ansatzweise so nutzen, wie sie gedacht sind. Ich lasse sie lieber weg und lerne mit meinem Pferd auch ohne möglichst fein zu werden. Ganz liebe Grüße, Petra

  5. Ines sagt:

    Ich hab scho Bilder gesehen,da waten offene Stellen,wo die Sporen zum Einsatz kamen :( Die armen Pferde.. Ich als Neueinsteigerin würde nur Gerte nehmen,wenn überhaupt

    • Petra sagt:

      Liebe Ines, da hast du Recht – es läuft wirklich viel schief. Sporen gehören nicht an Anfängerfüsse, dafür braucht man auf jeden Fall einen sehr guten unabhängigen Sitz und sehr ruhige Beine. Sie dienen auch nur den feinen und punktuellen Hilfen in der hohen Schule der Dressur – egal in welcher Reitweise. Werden aber leider viel zu oft zum treiben genutzt. Das ist ganz tragisch und falsch. Insofern: Bleib dabei – ich finde toll, dass du dir diese Gedanken machst und als Neueinsteigerin keine Sporen nutzt. Ganz liebe Grüsse, Petra

  6. Susanne Meyer sagt:

    Früher alles benutzt, da es so vorgelebt wurde… Nachdem der Fokus sich änderte, abgerüstet und festgestellt, dass sie tatsächlich schon den Anflug einer Fliege bemerken… 😉 Heute beide Pferde ohne Motivationsverstärker… Geht wunderbar. Wenn sie nicht richtig reagieren, habe ich verkehrt gefragt, oder sie können es gerade körperlich nicht umsetzen wegen einer Blockade oder ähnlichem.

    • Angela sagt:

      Aber wenn das Bein komplett ignoriert wird wie bekommt man denn sein Pferd feiner an die Hilfen ohne das zusatzzubehör

    • Petra sagt:

      Wie spannend :-) und schön, dass du alles ohne machst. Ich nutze die Gerte ja auch selten als "Motivationsverstärker" sondern vielmehr als Verlängerung des Armes für präzisere Hilfen. Ganz liebe Grüße, Petra

  7. Nadine sagt:

    Hi. Toller Beitrag.
    Bei meinem Pflegeopi (Western) brauch ich gar keine Hilfsmittel weil er sehr fein reagiert (u.a. auch nur auf Stimme). Sporen kommen mir prinzipiell nicht an die Füße weil ich denke „ich spüre ja effektiv gar nicht, wo die gerade sind“ – also kann ich auch nicht zu 100% sagen was sie gerade am Pferd machen.

    Mittlerweile reite ich eine Friesendame. Im Gelände fast nicht zu halten, in der Halle eine Schlaftablette. Meist reicht es schon eine Gerte in der Hand zu halten, damit sie sie sieht 😊 allerdings versucht sie mich öfter mal zu veräppeln und wird immer langsamer (wenn man ihr normales Schritttempo kennt und dann in der Halle fast nicht vom Fleck kommt). Dann wird schon mal zusätzlich zur Schenkelhilfe mit der Gerte getippt oder über ne bestimmte Stelle gestreift um sie auf mich aufmerksam zu machen.

    Da ich aber prinzipiell kein Freund von Gerten und Co. bin, hatte ich anfangs echte Abneigungen überhaupt sowas in die Hand zu nehmen. Aber mit dem richtigen „Lehrer“ auf dem Boden und „Selbstübungen“ (wie fühlt sich das Tippen/Streichen/Klopfen etc auf meinem Bein an) kommen wir langsam der Sache näher.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Nadine, ich finde toll, dass du so achtsam damit umgehst. Selbstübungen sind ohnehin ganz klasse. Ich mache das auch gerne. Zum Beispiel bei den Arbeitsseilen – die Wirkung einer Lederklatsche ist schon heftig, je nachdem wie man das Seilchen schwingt. Es ist immer gut einmal an sich zu testen, wie sich Verhaltensweisen und Hilfsmittel anfühlen. Dann kann man deutlich feiner und besser damit umgehen im Anschluss. Aber auch wie sich unklare Hilfen anfühlen – das kann sehr verunsichern. Es ist immer eine Gradwanderung. Viele liebe Grüße, Petra

  8. Leni sagt:

    Gerten finde ich praktisch und ich nutze sie obwohl ich western reite.
    Die kiddis in meiner Reitgruppe wollen nun unbedingt mit Sporen reiten lernen, ich bin davon nicht ganz so begeistert, weil meine Fußhaltung so schon nicht perfekt ist.
    Aber eine Frage zur Gerte, ich reite meist einen zickigen Lewitzer und wenn die trödelnase nicht schneller geht soll ich auch mal doller hauen. Sie macht dann traditionsgemäß einen protesthüpfer, wird dann meist aber schneller. Was meinst du dazu? Wie kann ich sie anders schneller bekommen? Ich bin immer so leicht überfordert wenn was nicht so klappt wie ich es mir denke

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Leni, Gerte und Sporen sind aus meiner Sicht nicht wirklich zum treiben da, sondern als verlängerter Arm für eine feiere Hilfengebung bzw. für punktuelle Hilfen bei den Sporen. Leider werden sie oft anders genutzt – gerade die Sporen. Wenn du noch kein ruhiges Bein hast, würde ich persönlich auf keinen Fall Sporen nehmen und wie gesagt zum Treiben sind sie ohnehin nicht gedacht. Ich finde gut, dass du darüber nachdenkst und nicht mit der Masse schwimmst.

      Zu deiner Frage mit der Gerte: Es ist sehr schwer das zu beantworten, weil ich euch ja nicht sehen kann. Ich nehme an, dass das Pferd ein Schulpony ist und von vielen geritten wird. Leider ist es oft so, dass die Schulpferde zu oft eingesetzt werden und nicht Korrektur geritten werden, so dass sie einerseits abstumpfen und andererseits auch Vermeidungstaktiken anwenden, um Energie zu sparen. Was ich aus ihrer Sicht unglaublich gut verstehen kann. Es ist einfach anstrengend und oft nicht besonders schön ein Schulpferd zu sein. Viele Reitschulen wollen zu viel von den Pferden. Aber das ist ein grundsätzliches Problem, das in sehr vielen Reitschulen besteht – die ja auch davon leben müssen. Es ist ein Teufelskreis. Und das Pferdchen will einfach nur Energie sparen und seine Ruhe haben. Meist ist es zumindest so. Aber ich schweife ab, weil das alles ja Vermutungen sind und es so aus mir herausgeplatzt ist – entschuldige bitte. Ich fürchte, dass du nur über Korrekturberitt und sehr feine und punktuelle Hilfen etwas erreichen kannst und das ist ja Aufgabe der Reitschule. Du bist ja nur alle Paar Tage auf dem Pferd und kannst deswegen gar nicht so viel erreichen. DU kannst nur versuchen immer mit ganz feinen Hilfen zu starten und darauf achten, dass du an einem guten Sitz arbeitest, damit du das Pferdchen nicht mit deinem Sitz blockierst und versuchen so fair und freundlich wie nur irgendwie geht zu sein. Es tut mir leid, dass ich dir da gar nicht weiterhelfen kann aber aus der Ferne ist das sehr schwer. Viele Grüße und lass dir nicht einreden, dass man Pferde mit Gerte und Sporen zum funktionieren bringen kann. Das muss nicht so laufen, Petra

  9. Mareike sagt:

    Hallo,
    ich habe so ein bissen rum gelesen vor allem was das Thema Sporen betrifft. Der Grund hier für ist, dass meine Reitlehrerin entschieden hat das ich mal versuchen sollte mit Sporen zu reiten, da meine Hilfen sehr fein und weich kommen. Im ersten Moment war ich einfach nur geschockt was sie auch gemerkt hat. Da ich "nur" in einer Reitschule reit, zwar schon seit über 10 Jahren, aber da noch nie jemand mit Sporen reiten sehen habe. Was ich auch gut finde! Mein Bein ist in dieser Zeit auch echt ruhig geworden, allerdings wäre ich nie von selber auf die Idee gekommen. Bei meiner ersten Stunde mit Sporen war ich auch erstmal überforder.. aber meine Reitlehrerin hat mir da, Gott sei danke sehr geholfen, ich musste erst mal lernen mit denen umzugehen, wie benutze ich sie, was sollte ich auf keinen Fall tuen und vor allem meine Angst verlieren dem Pferd weh zutun wen ich ihn mit den Sporen, naja wie beschreibe ich das jetzt, es ist so eine Art ein Streicheln oder leicht über das Fell fahren wie mit einer Bürst.
    Ich reite jetzt schon rund 2 Monaten mit den Sporen und das reiten ist für mich und ich glaub auch für das Pferd einfacher geworden. Er versteht nun leichter was ich ihm sagen möchte und ich habe es viel leichter ihm zu erzählen was ich möchte und brauche dafür viel weniger "druck", sowie musste ich ihn vor den Sporen viel öfter mit der Gerte anticken um ihn aufmerksamer zu machen jetzt brauche ich sie gar nicht mehr.
    Ich glaube aber das man immer individuelle auf das Pferd und den Reiter entscheiden muss ob und welches Hilfsmittel man verwendet.

    • Petra sagt:

      Da hast du sehr Recht und wenn man die Sporen für punktuelle Hilfen nutzen kann, damit streichelt und keinen Druck macht, können sie die Hilfen sicher verfeinern. Nur die wenigsten haben so ruhige Beine, dass ich sie empfehlen würde. Ganz leibe Grüße auf jeden Fall und schön, dass du so achtsam damit umgehst, Petra

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