Artikel aktualisiert am 22.02.2017

Gruppenunterricht, ein brüllender Reitlehrer in der Mitte, Pferde in der Box – das ist keine gute Reitschule. Lehrer die sich Zeit nehmen für das Putzen, den Unterricht und immer offen für Fragen sind, sind die bessere Alternative. Ideal ist auch eine Reitschule, die mit den Kindern Bodenarbeit unterrichten. Wenn es nicht nur um den perfekten Sitz, sondern auch um pferdefreundlichen Umgang geht.

„Pferdefreundlich“ und „artgerecht“ bedeuten für mich, dass ich mir Wesen des Pferdes genau ansehe und dann seinen individuellen Bedürfnissen entsprechend mit ihm umgehe. Dazu täglicher Koppelgang in einer Herde oder Offenstallhaltung.”

…sagt die Autorin der Kinderbuchserie “Haferhorde”, die in den Büchern ein Bild davon gibt, wie guter Reitunterricht und Pferdeumgang mit Kindern aussieht.

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Guter Reitunterricht für Kinder?

Als Kind hatte ich eine katastrophale Reiterfahrung. Mein erster Reitunterricht sah wie folgt aus:

  • Reiten in der 10er Runde
  • Ein brüllender und Pferdetretender Reitlehrer am Rand
  • Reine Boxenhaltung.

Das Ergebnis: Ich habe nach kurzer Zeit wieder aufgehört. Weil ich den Umgang mit den Pferden nicht mochte.

Sitzschulung oder Bodenarbeit gab es gar nicht. „Learning by doing“ war das Konzept mit den zwischendurch reinschallenden Brüllattacken. Weil mich das Thema „Pferde“ nicht loslassen wollte, habe ich dann als Kind viele Pferdebücher gelesen und mir darüber Geschichten und Wissen über einen schönen Umgang mit Pferden geholt.

Hätte ich eine gute Reitschule gefunden, wäre ich sicher dabei geblieben und nicht erst Jahre später wieder eingestiegen. Es ist so schwer gute Reitschulen zu finden. Deswegen habe ich sofort zugesagt, als die Anfrage kam, ob wir von der Pferdeflüsterei ein Kinderbuch vorstellen wollen, dass sich mit dem positiven und guten Umgang mit Pferden beschäftigt.

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Die Haferhorde ist los!

Die Haferhorde ist die liebevoll getippte Geschichte von mehreren Ponys, die sich als Herde mit ihrer Besitzerin herumschlagen und ihren Alltag als Pferde beschreibt. Aber aus der Sicht der Pferde.

Band 1 „Flausen im Schopf“ – via Amazon*,

Band 2 „Volle Mähne“ – via Amazon als Hörbuch*

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Im Buch wird beschrieben, was Pony Schoko denkt und fühlt, was er mag und was er nicht mag. Verknüpft mit spannenden Abenteuern der Ponyherde. Dazu gibt es noch ein Hörbuch, gelesen von dem mehr als lustigen Lars Bürger Dietrich.

Geschrieben von einer großen Unbekannten mit dem Pseudonym „Suza Kolb“. Es handelt sich wohl um eine prominente Persönlichkeit, die aber anonym bleiben will. Sie hat Pferdeerfahrung, achtet selbst auf eine perfekte Pferdehaltung (also viel Weidehaltung, Offenstall oder Box mit Stundenlangem Weidegang) und reitet schon seit über 40 Jahren, besitzt seit 20 Jahren eigene Pferde und ist Westernreiterin. Sie ist pferdeerfahren und hat auch selbst immer wieder Reitunterricht gegeben.

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Darum geht’s:

Teil 2 aus der Kinderbuchreihe „Die Haferhorde“ hat den hübschen Namen „Volle Mähne“. Es dreht sich alles um die zwei Shetlandponys „Schoko“ und „Keks“ (gut, bei den Namen MÜSSEN sie ja verfressen sein) und ihre Ponyfreunde. Sie leben auf dem Blümchenhof und bringen genau diesen Hof regelmäßigen mit ihren verrückten Ideen durcheinander. Dazu gibt es noch den Haflinger Toni (ein Bayer), die arrogante Trakehnerstute Gräfin und Hund Bruno. Aus Ponysicht wäre das Leben ein Traum, wenn sie nur Fressen und Faulenzen dürften. Ab und zu mal spielen und ein bisschen Fellpflege. Aber dann kommt die Hofchefin auf die Idee, dass die Ponys sich ihren Lebensunterhalt mit Arbeit verdienen sollen. Ein Schulbetrieb wird gestartet, den Schoko und Co natürlich liebend gerne bei jeder Gelegenheit boykottieren.

„Immerzu langweilig im Kreis rumlaufen und dann auch noch mit hopsenden Kindern auf dem Rücken, das ist doch total dämlich!“

Das muss verhindert werden!

Wie die Ponys dagegen vorgehen wollen und welche Pläne sie schmieden erzählt der Comedian Bürger Lars Dietrich dann mit seiner lustigen Art im Hörbuch. Ich bin ein Fan von der Haferhorde, weil einfach so nebenbei und ganz leicht ein bisschen Pferdewissen vermittelt wird.

Warum haben Pferde Angst vor „Gespenstern“ und wieso ist das Schulpferdedasein nicht das allertollste? „Suza Kolb“ vermittelt durch die Abenteuer der Haferhorde ein Gefühl für die Pferde und ihre Bedürfnisse und das gefällt mir. Man merkt, dass sie schon auf einigen Reiterhöfen war und weiß, wie der Schulbetrieb oft läuft. Da ich nicht nur über ein zuckersüßes Buch schreiben wollte, sondern mich auch ihre Meinung zum Thema „Pferde“ interessiert hat und vor allem, was für sie guter Reitunterricht ist, habe ich sie zum Interview gebeten.

Exklusiv-Interview vorab über Pferdewissen und guten Reitunterricht mit Buchautorin und Pferdeexpertin “Suza Kolb”

Pferdeflüsterei: Auf der Pferdeflüsterei dreht sich alles um den pferdefreundlichen Umgang. Was bedeuten Pferdefreundlich und artgerecht für Sie persönlich?

Suza Kolb: „Pferdefreundlich“ und „artgerecht“ bedeuten für mich, dass ich mir Wesen des Pferdes genau ansehe und dann seinen individuellen Bedürfnissen entsprechend mit ihm umgehe. Dazu täglicher Koppelgang in einer Herde oder Offenstallhaltung.

Pferdeflüsterei: Sehe ich genauso. Ich bin kein Fan von Boxenhaltung und trotzdem stehen so viele Pferde in Boxen. Was läuft vielleicht noch grundsätzlich schief in der Reiterwelt? Weiter gefragt: Was würden Sie gerne ändern und auch Kindern von Anfang an anders vermitteln wollen?

Suza Kolb: Es hat sich ja in den letzten Jahren schon viel in der Reiterwelt verändert. Am wichtigsten finde ich den Aspekt: Mein Pferd ist mein Teampartner und Freund. Wir „arbeiten“ zusammen und nicht gegeneinander. Das sollte den Kindern von Anfang an vermittelt werden.

Pferdeflüsterei: Das Thema „Pferd“ ist ja ein sehr schwieriges, um so länger ich mich damit beschäftige, umso mehr Meinungen begegnen mir. Was wollten Sie für einen Umgang mit Pferden in der Geschichte verpacken? Was ist Ihnen da besonders wichtig?

Suza Kolb: Ich möchte die Teamarbeit und das Miteinander in meinen Büchern verpacken. Auch Pferde und Ponys „reden“! Und wenn ich die Sprache lerne und mit ihnen kommunizieren lerne, dann steht einer dicken Freundschaft nichts im Weg.

Pferdeflüsterei: Die Haferhorde ist ein Kinderbuch für Pferdejungs und Pferdemädchen – es geht um eine Pferdeclique, die umzieht und sich mit einem manchmal gruseligen Hof und dem Leben als Teilzeit-Schulpony umstellen muss. Wie sind Sie auf die Idee zur Geschichte gekommen?

Suza Kolb: Wenn man Pferde und Ponys (und vor allem die Ponys) genau studiert, dann entdeckt man bei jedem einen bestimmten Charakter, Vorlieben und Flausen! Mit genügend Fantasie und vielen gemeinsamen Erlebnissen entsteht dann so eine Ponywelt! Ich „vermittle“ artgerechten Umgang sicherlich ansatzweise durch die „Wohnsituation“ der Haferhorde und durch das, was sie mit den Zweibeinern erleben. Allerdings sind meine Geschichten nicht mit einem pädagogischen Zeigefinger geschrieben. Sie sollen hauptsächlich Spaß machen – genauso wie das Reiten!

Pferdeflüsterei: Im Klappentext steht zum Beispiel, dass sich Pony „Schoko“ fragt: „Wie bescheuert ist es denn bitte, als langweiliges Reitpony im Kreis herumzumarschieren?“ Wir sind uns einig, dass das Schulpferdeleben meist sicher nicht so toll ist, wie das Ponyleben mit nur einem Besitzer. Aber es gibt auch Möglichkeiten, den Schulpferden das Schulpferdleben so angenehm wie möglich zu machen? Als Schüler und als Besitzer – haben Sie da Tipps?

Suza Kolb: Es ist sicher nicht so einfach, die ganze Sache für Schulpferde „toll“ zu machen. Allein durch den ständigen Reiterwechsel. Aber durch Abwechslung im Reitunterricht mithilfe von Stangenarbeit, kleinen Dressuraufgaben, vielleicht auch einmal Bodenarbeit und natürlich regelmäßigen Ausritten kann man die Sache für Schüler und Pferde gleichermaßen spannend gestalten.

Pferdeflüsterei: Wie muss aus Ihrer Sicht guter Reitunterricht für Kinder ablaufen?

Suza Kolb: Durch die Abwechslung im Unterricht ist schon viel getan. Das Thema Sicherheit finde ich auch sehr wichtig. Viele Reitschulen lassen Anfänger zu schnell in einer Gruppe mit reiten. Sicherlich fällt jeder irgendwann mal vom Pferd, aber das sollte möglichst selten passieren.

Pferdeflüsterei: Viele Reitschulen oder Reitlehrer sind nicht immer „Pro Pferd“ – meine eigene Erfahrung als Kind mit dem sehr groben Reitunterricht war so schlimm, dass ich erst einmal aufgehört hatte. War das bei mir ein Einzelfall oder ist es tatsächlich gar nicht so leicht guten und pferdefreundlichen Reitunterricht fürs Kind zu finden?

Suza Kolb: Bis vor 10 oder 15 Jahren war das sicherlich auch die Regel und ich habe diese Erfahrungen auch gemacht. Als ich reiten gelernt habe, gab es ja auch noch die „Ständerhaltung“! Und wer als Reitlehrer nicht furchtbar herumbrüllte, war offenbar kein gescheiter Reitlehrer. Wenn Pferde bockten waren sie „doofe Gäule“ und so weiter. Jetzt haben sich viele weitere Reitweisen und Reitlehren neben dem klassischen Reiten durchgesetzt und gute Veränderungen bewirkt, finde ich.

Pferdeflüsterei: Woran können Eltern erkennen, ob sie ihr Kind in eine gute Reitschule schicken? Und was wären die Warnzeichen?

Suza Kolb: Wenn es eine gute Reitschule ist, kommt das Kind immer lachend aus der Reitstunde und möchte möglichst bald wieder auf das Pferd! Wenn das nicht der Fall ist, dann sollten auch Eltern, die sich nicht mit dem Reiten auskennen, gewarnt sein!

Pferdeflüsterei: Haben Sie selbst schon Unterricht gegeben? Wenn ja: Worauf achten Sie, beim Reitunterricht mit Kindern – was bringen Sie ihnen zuerst bei?

Suza Kolb: Ich gebe gelegentlich Kindern von Freunden Unterricht. Am wichtigsten ist die Einstellung zum Pferd. Ich bin sicherlich der Chef, aber mein Pferd ist mein Partner und Freund, der auch gelobt werden möchte. Das Reiten muss Reiter und Pferd SPASS machen – ohne Spaß lernt und arbeitet kein Lebewesen gerne!

Pferdeflüsterei: Zum Schluss noch ein paar Fragen, um Sie besser einordnen zu können: Haben Sie beruflich mit Pferden zu tun und wenn ja was (also PferdeTrainerin, Turnierreiterin, Stallbesitzerin, Züchterin oder Reitlehrerin – oder etwas anderes?)

Suza Kolb: Ich habe nur privat mit Pferden zu tun.

Pferdeflüsterei: Welche Reitweise reiten Sie?

Suza Kolb: Western

Pferdeflüsterei: Gebisslos ja oder nein? Oder mal so mal so?

Suza Kolb: Nicht gebisslos.

Pferdeflüsterei: Offenstall ja oder nein? Welche Haltungsformen?

Suza Kolb: Früher Offenstall, jetzt Box mit täglichem Koppelgang in kleiner Herde.

Pferdeflüsterei: Eigenes Pferd?

Suza Kolb: Ja, ich habe ein eigenes Pferd

Pferdeflüsterei: Wie alt ist das Pferd? Und wie viele Jahre Pferdeerfahrung haben Sie?

Suza Kolb: Mein Pferd, ein American Quarter Horse, ist fünf Jahre alt und ich bilde es selbst aus. Ich reite schon 40 Jahre und besitze seit 20 Jahren eigene Pferde. :-)

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview!

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26 Kommentare zu “Die Haferhorde zeigt wie es geht: So findest du guten Reitunterricht für dein Kind

  1. Finnja sagt:

    Meine ersten Reiterfahrungen durfte ich einem 2-wöchigen Reiterurlaub als 10-jährige machen.
    Ich habe nur noch in Erinnerung, dass die Pferde alle eher brav waren und ich schon in der ersten Woche mit auf einen Ausritt durfte.
    Später im Reitverein gab es dann bockende Longenpferde und durchgehende Pferde beim Freireiten und ich kann mich an schreiende Reitlehrer erinnern, die einen angefahren haben, weil man auf einem steigenden Pferd mit dem Oberkörper nach vorne fiel (was soll man als Anfänger denn auch bitte anders machen wenn es einem nie beigebracht wird). Ich bin fast immer mit Angst oder Skepsis aufs Pferd gestiegen und habe bis heute sehr viel Angst vor Großpferden.
    Heute gebe ich selber Reitpädagogik-Unterricht und möchte dass meine Reitkids genau diese Erfahrungen nicht machen müssen. Sie lernen meine Isländer als Freunde und Partner mit vielen Bedürfnissen kennen. Und die Kinder wissen, auch so ein Isländer hat mal schlechte Laune oder einen schlechten Tag (wie sie selber auch) oder macht bestimmte Dinge gerne und auf andere hat er keine Lust.

    • Petra sagt:

      Liebe Finnja, das kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte auch ein bisschen Schiß vor den Schulpferden als Kind. Sie hatten die Neigung einem das Hinterteil zu zu drehen und zu drohen, wenn man in die Box kam. Heute weiß ich, dass sie einfach nicht mehr wollten und durch die Boxenhaltung und den schlechten Unterricht (Pferde treten, damit sie laufen) einfach keine Lust auf den Menschen hatten. Ich war dort nicht besonders lange und habe das Reiten lange aufgegeben. Ich hätte mir gewünscht eine Reitlehrerin wie Dich zu haben, dann wäre ich sicher dabei geblieben. Magst Du Dich vielleicht auch in unserer Pferdefreundlichen Pinnwand eintragen? Da wollen wir gute Reitlehrer, Ställe und Pferdemenschen versammeln, damit suchende Menschen es einfacher haben, artgerechte Pferdemenschen zu finden :-) Liebe Grüße, Petra

    • Reul-Kallenberg sagt:

      Meine Tochter hat mit 7 angefangen ihr 3,5 Jahre altes Pony einzureiten.eine schwierige Sache….
      Da wir einen eigenen Betrieb haben sind wir auf mobile Reitlehrer angewiesen.Als sie im Winter Schwierigkeiten bekam meinte der Reitlehrer wir könnten ja mal ein schärferes Gebiss reinmachen(ein Pony das noch nicht mal ein normales Gebiss kannte)und die Tochter könnte ja mit Sporen reiten.In mir sträubte sich alles.Seitdem reitet sie bei einer NHS -Trainerin und es klappt viel besser!richtige Entscheidung!!!!
      Lg

    • Petra sagt:

      Das liest sich zu 100% nach der richtigen Entscheidung. Ich finde diese komische Art bei Schwierigkeiten zu immer schärferen Hilfsmitteln greifen zu wollen, wirklich mehr als schlimm. Damit löst man keine Probleme, sondern schafft sich entweder ein unwilliges oder ein resigniertes Pferd. Beides ist nicht schön. Deswegen tolltolltoll, dass Du Dich für den anderen Weg entschieden hast. Liebe Grüße und bis bald, Petra

  2. Sandra sagt:

    Hallo :o) Auf der Suche nach Reitunterricht für meine Tochter hatte ich mir mehrere "Anbieter von Kinder-Reitunterricht" angeschaut…. wobei man sagen muß, dass die Teuren auf KEINEN FALL die besseren sind!!! Bei einem sehr angesehenen Stall vor Ort sind die Gruppen (10 Kinder und mehr) bei gutem Wetter gerne ins Gelände geritten!!! Die Reitanfänger vor weg und 2 Betreuer quatschend hinterher… klar die Pferde und Ponies kennen den Ablauf… trotzdem krass!!! Ein anderer Stall hatte für viel Geld Unterricht angeboten mit Schlechtwetter-Garantie… d.h. auch bei Starkregen und gefrorenen Boden wurde geritten (dieser Stall hat bereits den Betrieb eingestellt… ) und was ich ganz ganz schlimm finde… in den meißten Fällen sind es seeeehhhhrrrr alte Pferde und Ponies… viele mit Handicap!!!! Das geht gar nicht! Und was ich auch nicht mag ist wenn die Kinder mit den Tieren spielen sollen etc.! Die Kinder sollten Respekt vorm Tier lernen und den richtigen Umgang… und ganz wichtig…. Reiten ist keine Belustigung… es soll Spaß machen, richtig gelernt werden und kann auch gefährlich sein!!! Reitunerricht in kleinen Gruppen auf gesunden Ponies/Pferden und einem geeigneten Trainer… das ist IDEAL. Viele liebe Grüsse und viel Erfolg bei der Suche!!!! Sandra

    • Michaela sagt:

      Ich habe auch vor einigen Jahren einen guten Reitstall für meine Tochter gesucht, nachdem sie schon einige Zeit voltigierte, dann aber "richtig" reiten wollte.
      Es ist echt schwierig einen guten Reistall zu finden. Bei manchen sieht es aus wie im Schweinestall. Alles total verdreckt und kaputt. Oder es gibt keine Reithalle, sodass Reitstunden ausfallen wenn das Wetter schlecht ist.

      Ich denke aber, dass wir derzeit in einem guten Reistall unterkamen. Es sind immer kleine Gruppen von 2-4 Kindern. Das ist ideal. Somit entfällt ein stures dem anderen hinterherreiten.
      Meine Tochter geht jede Woche gerne wieder hin. Man fühlt sich echt wohl dort. Ich bin ebenfalls gerne im Reitstall. :-)

      Aber es gibt es doch auch dort was zu bemängeln, was ich auch schon an die Besitzer weitergegeben habe.
      Die Reitlehrerin ist mit der Reistunden beschäftigt während die nächsten Kinder ankommen. Im Stall selbst gibt es keine Helferinnen mehr. Somit ist man als Elternteil gefragt beim Aufsatteln und Aufzäumen zu helfen, wenn von den Besitzern keiner da ist.
      Ich mache es gerne, weil ich früher selbst geritten bin. Aber es gibt auch Eltern die das nicht machen. Somit bleibt alles an den Kindern hängen, die so zwischen 10 und 12 Jahren alt sind. Eigentlich ein No Go!

      Bin auch echt am überlegen mir in ein paar Jahren nicht doch ein Pferd anzuschaffen :-)

    • Petra sagt:

      Ich weiß, was Du meinst. Ich musste auch sehr suchen und recherchieren, bis ich endlich eine Trainerin gefunden hatte, die guten Unterricht macht. Also mit Zeit und klaren pädagogischen Ansagen und Struktur. Ich habe auch oft so ein konfuses Durcheinander erlebt. Kinder mit PFerden alleine zu lassen, finde ich auch ein bisschen schwierig. Aber vermutlich kann sich die Reitlehrerin kein weiteres Personal leisten, damit sie so individuellen Unterricht geben kann? Ich kenne eine junge Reitlehrerin, die arbeitet viel mit Reitbeteiligungen. Also: jedes ihrer Schulpferde hat auch eine Reitbeteiligung und Bezugsperson und die Mädels helfen dann auch schon mal mit – dafür ist die Reitbeteiligung dann deutlich günstiger. Eigentlich ein ganz hübsches Konzept :-)

    • Barbara sagt:

      Hallo Sandra,

      was mich interessieren würde…warum magst Du es nicht, dass Kinder mit Pferden spielen? Das ist doch der beste Umgang mit miteinander..natürlich pferdegerecht und unter behutsamer Anleitung.

      Barbara

    • Petra sagt:

      Liebe Sandra, das kann ich mir gut vorstellen, dass es eine Odyssee war, bis Du einen passenden Ort gefunden hast. Teuer ist auch nicht immer gut, da hast Du Recht. Man muss sich die Reitschule sehr genau ansehen, wie auch Suza Kolb, die Buchautorin, sagte. Ein Problem ist aber trotzdem, die Frage der Preise. Wenn Reitschüler oder deren Eltern nicht bereit sind ein bisschen mehr Geld zu bezahlen, muss oft hart kalkuliert werden. Darüber hatte ich mit einer Reitlehrerin auch mal gesprochen. Sie hatte eine Reitschule und gibt mittlerweile nur noch Privat Reitunterricht gibt, weil sie die Pferde zu oft hätte einsetzen müssen, damit sie davon überhaupt leben kann. Die Pferde müssen gehalten und bezahlt werden, das Equipment und der Mensch selbst muss auch leben. Da kommt schon einiges zusammen. Darf ich auch fragen, warum Du es nicht magst, wenn die Kinder mit den Pferden spielen? Ich finde auch, dass Reiten nicht nur Belustigung ist, sondern auch Kinder erkennen sollten, dass sie ein LEbewesen vor sich haben, das Respekt und guten Umgang verdient hat. Aber Reiten soll doch auch Spaß machen und mir persönlich hat das "spielen" mit Pferden am Boden sehr viel Erkenntnis über ihr Wesen und damit auch über das Reiten im Sattel gebracht :-) Liebe Grüße und bis bald, Petra

  3. Akki sagt:

    Liebe Petra,

    ein toller Beitrag und wirklich schön, dass du die Bücher vorstellst! Es gibt viele Pferdegeschichten, aber mit der Intention, gute Haltung zu vermitteln eher wenige. Ein tolles Projekt!

    Gerne möchte ich kurz etwas zu dem Kommentar von Sandra sagen: ich kann verstehen, dass die Suche nach Reitunterricht für Kinder schwer ist, vor allem wenn man selbst nicht allzu viel Kontakt zur Pferdewelt hat. Jedoch ist das "Spielen mit dem Pferd" keine Selbstbelustigung oder das Motto "Beschäftigt euch selbst, der Lehrer hat jetzt Pause", sondern eine Form des Lernens. Wenn ich spiele, muss ich auf den anderen eingehen, seine Sprache verstehen und kann mich nicht einfach über ihn erheben. Viel Reitunterricht basiert auf der Dominanz über das Pferd. Wer zuerst spielt, erlebt das Pferd als Partner und Freund – und kann beim Reiten ganz anders auf das Pferd eingehen. Das bildet die Kinder weiter und schult vor allem die Empathie!

    Liebe Grüße aus Köln, akki

    • Petra sagt:

      Liebe Akki, das dachte ich auch, als die Anfrage des Verlags kam. Ich bin ja nicht wirklich auf Kinder spezialisiert in der PFerdeflüsterei. Aber das Buch hat mir sofort gefallen, weil es nicht den pädagogischen Zeigefinger erheben will sondern Teamarbeit ganz nebenbei unterschwellig mitvermitteln will. Ich selbst bin keine Reitlehrerin, deswegen kann ich das Spielen nicht perfekt einschätzen. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es eine gute Idee ist, wenn es unter Aufsicht verläuft :-) Ohnehin sollten für mich Bodenarbeit und Kommunikationstraining ein dicker fetter "MUST-HAVE"-Bestandteil in den Reitschulen sein :-) das sehe ich genau wie Du! Liebe Grüße und bis bald, Petra

  4. Christine sagt:

    Ich habe bei uns einen tollen Stall, in dem ich selber bis zur Schwangerschaft Unterricht genommen habe. Ein toll geführter Stall mit feinen, ausgeglichenen Pferden und Ponies. Dort wird auch eine Pony-Spielstunde ab 4 Jahren, die den Umgang mit Pferden und Ponies spielerisch lehrt, darauf baut dann später die Bambini-Longierstunde auf. Wenn meine beiden Mädels alt genug sind, werden sie dort auf jeden Fall den Umgang mit Pferden und Reiten lernen.

    • Petra sagt:

      Hach, klingt das schön und harmonisch. Feine ausgeglichene Pferde sind ja oft auch ein Zeichen von artgerechter und guter Haltung. Dann sind sie zufrieden :-) Ich mag auch das spielerische Lernen sehr gerne. Und stell Dir vor: Irgendwann kannst Du dann zusammen mit Deinen Mädels reiten :-) Liebe Grüße, Petra

  5. Stefanie sagt:

    Ich habe selbst vor 23 Jahren in einem klassischen Schulstall zu reiten begonnen. Abteilung, Boxenhaltung usw. Wobei ich sagen muss, dass auf die Ausbildung der Pferde bei meinen Reitlehrern großen Wert gelegt wurde. Bodenarbeit war damals noch unbekannt.
    Mittlerweile unterrichte ich selbst in meinem kleinen Reitstall mit Offenstallhaltung. Die Pferde sind zufriedener und ausgeglichener als in der Boxenhaltung. Die Tiere kommen miteinander gut klar, was auch nicht unwichtig ist.
    Und wir machen viel Bodenarbeit und ordentliche Sitzschulung. Ich bilde reine Freizeitreiter aus, deren Ziel es ist, gemütlich und entspannt im Gelände zu reiten. Wobei ich die Menschen zu den Pferden ausbilde, nicht umgekehrt. Jedes meiner Pferde hat seinen eigenen Charakter und ich lehre meinen Schülern, wie man damit umgeht und wie man auf die individuellen Bedürfnisse des Pferdes eingeht.
    Da ich aus der Reitpädagogischen Ecke komme, lasse ich mir auch viele abwechslungsreiche und manchmal ungewöhnliche Trainingsmethoden einfallen – ich denke, das kommt gut an.

    • Petra sagt:

      Liebe Stefanie, das klingt toll, was Du da heute machst. Bei Dir hätte ich gerne Reitunterricht, so wie Du das beschreibst. Magst Du Dich nicht vielleicht in unsere Pinnwand eintragen? Wir haben eine pferdefreundliche Pinnwand gestartet, damit Menschen wie ich, Reitlehrer wie Dich, einfacher finden können :-) Liebe Grüße, Petra

  6. marina sagt:

    Was ich bei eigenem Reitunterricht und später auch bei dem meiner Kinder vermisst habe sind Themen wie "Was mögen Pferde wirklich", wie kann man sich dem Pferd artgerecht verständlich machen und wie sieht eine artgerechte Haltung aus. Was läuft im Sport grundverkehrt? Und was sollte anders sein, damit Pferde sich wohlfühlen.
    Leider müssten dann viele Reitställe sich umstrukturieren, was mit Kosten und Umdenken verbunden wäre, aber den Pferden täte es gut.

    • Petra sagt:

      Jaaaa! Ich rufe laut "Jaaaa" – das hätte ich mir sogar als Erwachsene gewünscht, als ich angefangen habe. Da wurde mir zwar das korrekte Satteln gezeigt oder das Hufe Auskratzen, aber eben nicht "Führtraining", Körpersprache und all die anderen wichtigen Kleinigkeiten. Genau wie artgerechte Haltung. Danke Dir für Deinen Kommentar :-)

  7. Sabine sagt:

    Hallo liebe Petra.

    für welches Alter sind denn die Bücher ausgelegt?

    Die Zeichnungen sind auf jeden Fall super! Da sprühen ja fast schon die Flausen aus dem Cover heraus..!

    Im Nachhinein fand ich am Reitunterricht, den ich als Kind erhalten habe, das Aller-Allerschlimmste, das die Kinder von der Reitlehrerin nach der Reitstunde dazu aufgefordert wurden, die Pferde mit starkem Halsklopfen zu "loben". Sie erklärte damals – je lauter es auf dem Pferdehals ein klatschendes Geräusch mache, je mehr wüsste das Pferd, das es seinen Job gut gemacht hätte. Habt ihr mal auf einen Ponyhals im Winterfell mit der flachen Hand geklopft? Da klatscht überhaupt nichts – und so haben wir alle munter die Ponys verhauen – die uns so brav über die Stunde gebracht haben!
    Dafür schäme ich mich jetzt noch! Arme Ponys!

    Dabei sollte einfach jeder wissen:

    Frauen und Pferde klopft man nicht! – Sondern man streichelt sie!!

    Liebe Grüße

    Sabine

    • Petra sagt:

      Merke: Nie das Pony klopfen! So etwas wurde uns aber auch beigebracht in der Kinderreitschule damals. Nicht, dass es laut sein muss, aber das Klopfen.. Du hast mit Deinem Adlerauge gleich die "Maus" im Text gefunden ;-) Ich ergänze es oben im Text: Die Bücher sind für Kinder ab 8 Jahren gedacht. Jetzt streichle ich gleich noch mein Pferd und schicke Dir und Herrn Freyr liebe Grüße, Petra

  8. Nina sagt:

    Nach meinem ersten Ausritt in einer Reitschule wollte ich,nachdem alle 10 Pferde durchgegangen und wild an einer Bundesstraße entlang galoppierten, nie wieder reiten. Geholfen hat mir dann ein Jahr spazieren gehen mit dem Pferd und viel Schritt reiten. Meine Erfahrung war bisher, dass die Pferde oft nicht artgemäß gehalten werden, zuviel laufen,evtl Schmerzen haben und nicht als Lebewesen mit eigenen Gefühlen respektiert werden.Auf der Kinderseite werden Ängste heruntergespielt- das pendant zum Hundehalter "der will nur spielen" wenn das Pferdchen Rodeo bockt nach seinem Stehtag am Sonntag, oder "stell dich doch nicht so an" nach einem Sturz oder wenn die 500 kg Pferd gemütlich auf dem Kinderfuss parken.Aber auch Kinder die von den Eltern beigebracht bekommen, dass gut Aussehen und die neueste Reitkleidung das wichtigste beim Reiten sind und auf keinen Fall gefühlvolles Miteinander können grausam für einen Reitlehrer sein. Meine Kinder hatten einen besonderen Reitunterricht. Die Pferde wurden im Offenstall gehalten und die zwei Kinder teilten sich unter Aufsicht ein Kleinpferd (ok es war ein Isi ;-) So konnten Ängste abgebaut werden und die Kinder haben dabei gelernt Verantwortung zu übernehmen, gegenseitig auf sich und das Pferd zu achten und dass man niemanden auslacht. Und so ging es entspannt auch ins Gelände.Sowas wünsche ich jedem Reitanfänger und vorallem jedem Schulpferd! Liebe Grüße Nina

    • Petra sagt:

      Liebe Nina, das klingt perfekt – also die Reitschule, bei der deine Kinder sind. SO muss es eigentlich sein. Aber davon gibt es immer noch viel zu wenige. Da hast Du Recht. Das Schulpferd-Dasein ist sicher nicht das allertollste, aber wenn schon, dann sollte man mit den Tieren möglichst gut umgehen. Das wichtigste ist ohnehin die Achtsamkeit und der Respekt, der den Kindern von Anfang an beigebracht werden müsste. Auch uns Erwachsenen. Wenn ich nochmal die Wahl hätte, würde ich lieber erst einmal einige Stunden Bodenarbeit machen, bevor ich mich das erste Mal aufs Pferd setze :-) Dann weiß man auch, dass es nicht okay ist, wenn 500 kg Pferd auf einem Kinderfuss parken und man das dem Pferd ruhig sagen darf. Man weiß aber auch, dass Pferde fein reagieren können und Körpersprache sehr wichtig ist. Hach! Ich liebe Bodenarbeit :-) Liebe Grüße und bis bald, Petra

  9. Sigi sagt:

    Hallo, ich bin einmal in einer Reitschule geritten, in der das Sattelzeug nicht komplett war (musste einen Steigbügel mit Riemen suchen, kam deshalb zu spät und wurde angemeckert). Von Anfang bis Ende Ausbinder, die einzige Korrektur die es für alle gab: weiter zurück mit dem Oberkörper! " Ich ziehe euch Halsbänder an und binde sie am Schweif fest!" Eine Mitreiterin, mindestens 30, sagte mir sie reite erst seit 3 Jahren und sei deswegen noch in der Anfängerstunde und noch nie im Gelände gewesen.
    Als die Pferde wieder in der Box waren gab es schon Futter, meines wollte fressen, es bekam aber erst mal eine geknallt weil erst noch die Pulloverdecke drauf sollte…

    Arme Pferde, arme Reiter.

    Ich bin dort nie wieder gewesen.

    • Petra sagt:

      Das klingt schrecklich, liebe Sigi, aber ich glaube, dass das oft die Realität ist. Ich bin auch schon mit Gummiausbindern geritten, als Anfängerin… Bis ich geschnallt habe, wie schlecht diese ganzen Ausbinder für die Muskulatur des Pferdes sind. Ab da habe ich mich geweigert. Aber am Ende ist es so, dass jede Schule und jeder Stall seine eigene Philosophie hat (das war bislang meine Erfahrung) und man die Menschen leider nicht ändern kann. Mein Weg war auch wie Deiner: Ich bin zu dieser einen Reitschule nie mehr gegangen und habe mir jemanden gesucht, der eine gute Philosophie hat. Pferdegerecht und gesunderhaltend :-) Ich hoffe, Du hast noch einen guten Stall gefunden? Liebe Grüße, Petra

  10. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich möchte nicht an der Verlosung teilnehmen, da ich keine Kinder habe und somit soll der Gewinn lieber an jemanden mit Kinder gehen, aber ich würde trotzdem gerne über meine Erfahrung zum Thema Reitunterricht schreiben.
    Angefangen zu reiten habe ich eigentlich ohne Unterricht. Bei uns in der Nachbarschaft gab es ein Shetlandpony namens Max (und ja er ist der Grund, dass ich heute selber ein Shetlandpony zu mir genommen habe). Wir sind dort ohne eine Ahnung zu haben auf dem Pony über die Wiesen geritten. Bestimmt nicht immer korrekt und mir tut auch so manches leid, was wir dem Pony angetan haben, aber es war trotzdem eine schöne Zeit und Max wusste sich durchaus auch zu wehren, wenn wir zu grob waren. Hier hat sich ein natürlches Verständnis füreinander entwickelt. Natürlich wäre das Ganze unter Anleitung besser gewesen, aber wir konnten so herausfinden wie Max tickt und ich habe hier ein recht gutes Gefühl für’s Pferd entwickelt.
    Meiner Mutter wurde das irgendwann zu gefährlich und sie wollte dann doch, dass ich das Reiten richtig lerne. Also bekam ich meine ersten Reitstunden. Unser Reitlehrer war ein alter Tierarzt und hat das Reiten noch in der Bundeswehr gelernt. Hier wurde zwar kein Wert auf einen netten Umgangston mit den Schülern gelegt, aber wir haben solide Grundlagen beim Reiten vermittelt bekommen (Bodenarbeit war hier ein Fremdwort). Es wurde immer darauf geachtet die Pferde mit Respekt zu behandeln und sie sind gut gehalten worden. Leider war der Mann schon alt und hat irgendwann aufgehört und dann fing auch für mich eine Odysee durch diverse Reitschulen an. Hier habe ich dann viel Schlimmes gelernt. Bin immer grober und respektloser dem Pferd gegenüber geworden, weil mir das so beigebracht wurde. Plötzlich hieß es nicht mehr, wenn dein Pferd nicht abbiegt sitzt du falsch, sondern zeig dem blöden Bock mal wer das sagen hat, damit er abbiegt. Bis zu meinem ersten eigenen Pferd bin ich diesen Weg mitgegangen. Dann kam mein Pferd und ich habe grundsätzlich umdenken müssen.
    Die besten Lehrer waren für mich die Pferde und eben mein erster Reitlehrer. Er ging nicht zimperlich mit uns Mädchen um (Sein Lieblingsspruch war "Wenn du zu doof zum Reiten bist, kauf dir ein Fahrrad") und es gab auch da Dinge, die ich heute nicht so gut finde (z.B. hatte ich teilweise mehr Angst vor dem Reitlehrer als vor irgendwelchen Aufgaben und hab sie nur deshalb gemacht, damit ich nicht angeschrieen werde), aber er hat mir Repekt vor dem Pferd und sehr gute reiterliche Grundlagen beigebracht. Bei ihm war immer der Reiter schuld, wenn was nicht geklappt hat. Er hat die Hilfen solide und genau erklärt und hatte eine unheimlich ruhige Art mit Pferden umzugehen (mit Kindern eher weniger).
    Leider habe ich mich durch viele schlechte Reitlehrer danach von diesem Weg abbringen lassen und erst viel später wieder zurück gefunden. Ich habe ein paar Jahre lang selber Reitunterricht gegeben. Hier habe ich immer versucht genau wie mein erster Reitlehrer den Respekt gegenüber dem Wesen Pferd zu vermitteln. Leider ist mir das nicht immer gelungen, denn teilweise waren schon Kinder der Meinung, dass Pferde zu funktionieren haben. :(
    Mittlerweile reite ich fast gar nicht mehr und nehme auch deshalb keinen Unterricht mehr (für die seltenen Schrittrunden in der Halle und im Gelände reicht was ich kann), aber ich fand es immer schwierig jemanden zu finden, dem ich vertrauen kann.

    Liebe Grüße
    Miriam

  11. Lena sagt:

    Da ich Tiere immer geliebt hab, hat meine Mama mich in der Grundschulzeit zum Voltigieren geschickt. Dort habe ich gelernt mit auf dem Pferd zu halten, aber den Umgang mit dem Tier nur bedingt. Es gab Boxenhaltung für den armen Max und ich finde auf alten Fotos sieht er nicht glücklich aus, wenn Kinder auf ihm herumturnen.
    Irgendwann wollte ich reiten lernen und bekam einen Intensiv-Kurs von einer Woche auf einem Isländerhof geschenkt. Eigentlich eine schöne Idee. Man geht jeden Tag hin und ist eine Gruppe von 5 Kindern. Dann bekam ich als erstes Longenstunden auf einem sehr faulen Isi, vielleicht war er gar nicht faul, aber als das wurde er mir verkauft. Mit den Worten "wenn Du den treiben kannst, kannst du jedes Pferd treiben." Hmm.. Ich war 9, ziemlich klein und schmächtig und das Pony dick und dickköpfig, dann hieß es "Du musst Dich durchsetzen!"
    Eine richtige Sitzschule gab es trotz Einzellongenstunde nicht, nur Treibunterricht… Bis heute graust es mir davor, dass ich das arme Pony in den Bauch getreten hab… Hoffentlich war ich sehr schwach…
    Nächste Reitschule hatte zwar eine einigermaßen nette Reitlehrerin, aber die Schulpferde waren wieder in Boxen und wurden während der Stunde ausgebunden. Richtig reiten lernte man auch dort nicht. Außer "Hacken runter!" nicht viel. Das einzig positive an den zwei Reitschulen war, dass alle Kinder ihre Pferde vorher selbst putzen und satteln mussten. Wenigstens das lernte man. Und die Isis wurden in Offenstallhaltung gehalten.
    In der Reitschule darauf, die auch die letzte war, lernte ich, dass man Pferde ausbinden muss und wie man richtig sitzt. Dafür bekam ich auch prompt immer das gleiche Pferd zugeteilt, dass gerne losrannte, aber keine Anleitung wie man es anhält.
    Als ich mir schließlich volljährig ein eigenes Pferd kaufte (übrigens aus Schulbetrieb Nr. 3), hatte ich wenig Ahnung, aber wenigstens brachte mir Domingo einiges bei. z.B. dass Nasenriemen blöd sind. Oder Aufsteigen ohne Aufsteighilfe. Oder jeden Tag nur reiten. Oder dass er den Spanischen Schritt nicht konnte, weil er Schmerzen hatte, nicht weil er nicht wollte. Eigentlich zeigte er mir auch, dass er Gebisse blöd fand, aber die Zeichen hab ich leider nicht erkannt…
    Vielleicht mache ich es das nächste Mal besser und vielleicht finde ich irgendwann auch eine/n Reitlehrer/in, bei der/dem ich mich und vorallem das Pony und ich als Team uns wohlfühlen, bei dem auch das Verständnis für das Pferd gefördert wird und man lernt wieviel ein Pony frisst und was und was man tut, wenn eine Verletztung da ist. Das habe ich trotz kleinem und großen Hufeisen erst spät gelernt.

    • Petra sagt:

      Hi Lena, das klingt ein bisschen nach den Reiterfahrungen, die ich als Kind gemacht hatte… Es ist so schade, dass viele Reitanfänger auf den falschen Weg geführt werden oder die Lust verlieren, weil es so viele schlechte Reitschulen gibt. Aber ich freue mich, dass Du auch Deinen eigenen Weg gefunden hast :-) Und Domingo und Du offenbar ein gutes Team geworden seid? Ich merke immer mehr, dass die Pferde einem schon sagen, was sie brauchen und wollen. Man muss ihnen eben nur zuhören. Und wenn man keine gute Reitschule hat, dann kann man ja tolle Trainer besuchen. Ich bin sehr froh, dass ich Sabine gefunden habe. Aber vorher habe ich von einem 3-Tages-Kurs mit Alfonso Aguilar mehr gelernt, als bei 30 Stunden in der Reitschule. Ich drücke Dir und Domingo die Daumen für einen schönen PLatz, der Euch gut gefällt. Alles Liebe, Petra

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