Zweimal täglich Heu, ein buntes Müsli und vielleicht noch irgendein Mineralfutter aus dem Reitbedarf. Klingt nach guter Fürsorge, oder? Ich dachte das auch. Bis meine erste Stute Carey mich eines Besseren belehrt hat – mit Mauke, Unruhe und einem Tierarztbesuch, den ich mir so nicht vorgestellt hatte.
Es gibt endlos viele Futtermythen beim Pferd und Pferdefütterung ist eines der Themen, bei denen alle eine Meinung haben, aber kaum jemand dieselbe. Am Stall wirst du mit Ratschlägen überschüttet, im Internet kämpfen zwanzig verschiedene Experten um deine Aufmerksamkeit und in jedem Reitbedarfsgeschäft lächeln dich hundert Futterpakete an, die alle das Beste für dein Pferd versprechen.
Ich habe in den letzten Jahren wirklich viel ausprobiert, recherchiert, Blutbilder machen lassen, Haaranalysen gemacht und Zutatenlisten studiert wie eine besessene Detektivin. Dabei bin ich auf Erkenntnisse gestoßen, die mich überrascht haben und auf Mythen, die sich so hartnäckig halten, dass ich sie heute endlich mal der Reihe nach aufräume.

Dieser Artikel über Futtermythen beim Pferd ist für dich, wenn du wirklich verstehen möchtest, wie dein Pferd funktioniert, was es braucht und warum so vieles von dem, was als Standard gilt, eigentlich das genaue Gegenteil von artgerecht ist.
Ich hatte vorher in Sachen Futtermythen beim Pferd den Glauben, dass mein Pferd einfach nur 24 Stunden Heu braucht und einen schönen Offenstall und schon habe ich ein gesundes Pferd…Ich sage dir: Das ist nur einer der ganz großen Irrtümer in der Pferdefütterung.
Es gibt viele Futterdiskussionen, Futtermythen beim Pferd, viele Meinungen und locker 1000 Ideen, was gute Pferdefütterung ausmacht. Ich denke mittlerweile, dass Pferdefütterung so individuell sein muss, wie die Pferde selbst es auch sind. Dass die Haltung, die Gras- und Heuqualität, das Training und der Körper deines Pferdes die Fütterung beeinflussen können und es auch passend zu jeder Jahreszeit angepasste Fütterung geben muss und dass Pferde eine solide Basis brauchen, weil unsere regionalen Böden in Deutschland leider nicht mehr genug hergeben, um das Pferd allein mit Heu und Kräutern gesund zu halten.
Pferdefütterung ist NICHT pauschal und kann es gar nicht sein. Jeder Futterexperte und Futterberater hat dazu on Top noch eigene Ideen – wie auch jeder Tierarzt und Tierheilpraktiker. Damit du in diesem Dschungel eine erste Idee bekommst, wohin die Reise gehen könnte, haben wir ein paar Basics für dich von einer Pferdeheilpraktikerin und ich nenne dir meine 10 größten Irrtümer der Pferdefütterung aus meiner Erfahrung von über 5 Jahren Futterberatungen und 10 Jahren als Pferdebesitzerin.
- Wollen wir nicht alle ein gesundes Pferd?
- Ein Pferd, das nicht zu dick ist und nicht zu dünn, einen guten Mineralstoffhaushalt und Stoffwechsel hat?
- Ein Pferd das zufrieden ist und ohne Probleme oder Magengeschwüre und andere Krankheiten mit uns durchs Leben läuft?
Das geht gar nicht so schwer wie du denkst. Ich habe einen Plan, den ich gerne mit dir teilen werde.
Aber du wirst keine 08/15-Anleitung bekommen, sondern Wissensbausteine über Futtermythen beim Pferd für deinen Hinterkopf und einen individuellen Plan für dein Pferd, wenn du das willst. So dass du nach und nach besser einschätzen kannst, was für dein Pferd richtig ist und was nicht.

Futtermythen beim Pferd: Richtige Pferdefütterung
Das Wichtigste vorab: Was du nach diesem Artikel über Futtermythen beim Pferd weisst
- Warum zweimal täglich Heu nicht ausreicht und was nachts in einem leeren Pferdemagen passiert
- Warum mehr Futter oft mehr Schaden anrichtet – und wie Carey mir das auf die harte Tour beigebracht hat
- Warum Kraftfutter für die meisten Freizeitpferde schlicht unnötig ist
- Welche Zutat auf der Verpackung harmloser ist, als du denkst
- Warum Brot kein nettes Leckerli ist, sondern ein echtes Risiko
- Was dein Pferd wirklich braucht: ehrlich, einfach, ohne Schnickschnack
Für alle Eiligen: Artgerechte Pferdefütterung basiert auf einem Prinzip: viel Raufaser, wenig Kraftfutter, keine langen Fresspausen und ein individuell abgestimmtes Mineralfutter aus guten Quellen. Fünf verbreitete Mythen sorgen dafür, dass viele Pferde chronisch falsch gefüttert werden – mit Folgen für Magen, Darm, Verhalten und Gesundheit.

Was artgerechte Pferdefütterung eigentlich bedeutet
Bevor wir zu den Futtermythen beim Pferd kommen, brauchen wir eine gemeinsame Basis. Und die beginnt bei einer einfachen Frage: Wie frisst ein Wildpferd?
Ein Wildpferd frisst zwischen zwölf und sechzehn Stunden am Tag. Nicht in zwei großen Portionen, sondern ständig, in kleinen Mengen, mit gesenktem Kopf und langsamer Vorwärtsbewegung. Rohfaserreiche Gräser, Kräuter, Blätter, Rinde, Wurzeln. Der gesamte Verdauungsapparat des Pferdes ist auf genau dieses Prinzip ausgelegt: permanentes Kauen, kleine Mengen, nie wirklich leer.
Das klingt simpel, aber die Konsequenzen daraus sind enorm. Denn unser modernes Fütterungsmanagement weicht von diesem Prinzip in fast jeder Hinsicht ab. Und das hat Folgen, die wir dann im Verhalten, in der Gesundheit und im Gemüt unserer Pferde sehen.
Ich hatte vor ein paar Jahren wirklich geglaubt, ich mache alles richtig. Meine damals junge Stute Carey hatte einen schönen Offenstall, bekam morgens und abends Heu und ein paar Kräuter. Kerngesund war sie, als sie zu mir kam. Glänzendes Fell, klare Augen, tolle Blutwerte. Und dann habe ich sie krank gemacht. Nicht mit schlechtem Futter. Sondern mit zu viel gutem. Aber dazu komme ich gleich.
Futtermythen beim Pferd: Was ist richtig? Was Falsch?
Die Pferdefütterung ist ein Thema, dass uns Pferdebesitzer sehr belasten kann und auch jede Menge Sorgen hervorruft. Auf der anderen Seite wird die Fütterung aber auch von vielen unterschätzt. Dabei ist die Fütterung ein fundamentaler Faktor für die Gesundheit deines Pferdes.
Viele Menschen, die sich mit dem Thema Fütterung beschäftigen sind hinterher verwirrter als davor. Ich selbst kann ein Lied davon singen, denn mir ging es früher nicht anders. Die geradezu explodierende Futtermittelindustrie mit tausenden Versprechungen macht es uns nicht einfacher.
Der eine sagt so, der andere sagt so:
- Aber was ist eigentlich richtig oder falsch?
- Gibt es überhaupt ein richtig oder falsch?
- Was benötigt dein Pferd wirklich, um gesund zu bleiben und womit schaden wir ihm eher?
Die 10 größten Futtermythen beim Pferd in der Pferdefütterung
Deswegen nenne ich dir jetzt die 10 größten Irrtümer in der Pferdefütterung, die mir immer wieder begegnen, und beschreibe dir was dahintersteckt und warum es sich bei diesen Punkten um Irrtümer handelt. Denn nur, wenn du das WARUM kennst, kannst du besser verstehen, wie du dein Pferd wirklich artgerecht füttern kannst.

Futtermythen beim Pferd 1: Melasse auf der Zutatenliste bedeutet schlechtes Futter
Stell dir vor, du stehst im Futterladen und drehst ein Paket um. Da steht: Melasse. Und sofort denkst du: Zucker. Raus damit.
Ich verstehe das Bauchgefühl. Aber warte mal kurz, bevor du das Paket wieder ins Regal stellst. Denn dieser Reflex ist zwar gut gemeint, aber so nicht ganz richtig.
Melasse wird in pelletiertem Pferdefutter als natürliches Bindemittel verwendet. Die Alternative wäre ein synthetisches Bindemittel. Und wenn ich die Wahl habe, nehme ich lieber das Natürliche. Wer feine Kräuter und Mikronährstoffe in Pelletform bringen will, braucht irgendetwas, das die Partikel zusammenhält. Das ist keine Marketingstrategie, das ist schlicht Physik.
Jetzt kommt die Zahl, die alles in Relation setzt: Das Supplement, das ich meinen Pferden gebe, wird in einer Tagesdosis von gerade mal zwanzig Gramm Pellets gefüttert. Der Gesamtzuckergehalt daraus liegt bei etwa zwei bis vier Gramm pro Tag. Zum Vergleich: Dein Pferd nimmt beim Weidegang pro Stunde durchschnittlich fünfundvierzig bis achtzig Gramm Zucker auf. Einfach durch normales Grasen. Das bedeutet, dass eine einzige Stunde Weide fünfzehn bis fünfundzwanzig Mal mehr Zucker liefert als die gesamte Tagesdosis des Supplements. Und wer zehn Kilo Heu frisst, nimmt allein daraus schon rund tausend Gramm Zucker auf.
Die zwei bis vier Gramm aus dem Pellet? Das ist statistisches Rauschen.
Was mich viel mehr stört als Melasse als Bindemittel, ist das andere Problem: Produkte, die auf der Vorderseite Gesundheit versprechen und auf der Rückseite Füllstoffe, billige Trägerstoffe und chemisch hergestellte, kaum bioverfügbare Mineralien liefern. Ein hübsches Etikett sagt nichts über die Qualität der Inhaltsstoffe aus. Und genau da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Quick Win: Schau bei jedem Futter nicht auf den einen Begriff, der dir Angst macht, sondern auf den Kontext. Welche Menge wird gefüttert? Woher kommen die Mineralien? Wie hoch ist die Bioverfügbarkeit?
Futtermythen beim Pferd 2: Viel hilft viel – je mehr ich futtere, desto besser
Das war mein persönlichster Fehler. Und er hat mich teuer zu stehen gekommen – nicht im wörtlichen, aber im tierärztlichen Sinne.
Als Carey zu mir kam, war sie kerngesund. Sie hatte vorher nur Heu und ein bisschen Futterstroh bekommen und war damit bestens aufgestellt. Und dann kam ich mit meinem ganzen guten Willen. Ein hochwertiges Kräuterpräparat. Mineralfutter. Luzernepellets obendrauf. Ich ließ mich von zwei Futterexperten beraten, fragte am Stall, recherchierte. Ich wollte ihr den Eingewöhnungsstart leichter machen. Alles Natürliches, alles Hochwertiges, alles aus bestem Gewissen.
Das Ende vom Lied war Mauke. Dazu kamen Hautjuckereien und ein Stoffwechsel, den ich schlicht und einfach überlastet hatte. Mit lauter guten Dingen, die in Kombination einfach zu viel waren.
Pferde sind von Natur aus außergewöhnlich effiziente Futterverwerter. Sie haben jahrtausende in kargen Steppen gelebt und mussten aus wenig alles herausholen. Ihr langer Darm ist darauf ausgelegt, kleine Mengen extrem effizient zu verarbeiten. Wenn du dann vier verschiedene Zusatzfutter, ein Mineralfutter und eine Kräutermischung obendrauf packst, überforderst du dieses System – selbst wenn jedes Produkt für sich hochwertig ist.
Ich habe damals alles auf null gesetzt. Nur noch Heu. Dann ein Blutbild machen lassen und geschaut, was wirklich fehlt. Nicht was ich glaube, dass es fehlen könnte. Und dann habe ich angefangen, gezielt und individuell zu ergänzen. Das Ergebnis hat mich ehrlich gesagt überrascht: Carey braucht gar nicht viel. Gutes Heu, ein durchdachtes Basismineralfutter und saisonale Einzelkräuter je nach Bedarf. Seitdem ist sie ruhiger, ihr Fell glänzt und die Tierarztrechnungen haben sich drastisch reduziert.
Weniger ist beim Pferd wirklich mehr. Das sage ich als jemand, der das auf die harte Tour gelernt hat.
Aber, und das ist wichtig: Weniger füttern heißt nicht gar nichts supplementieren. Unsere Böden sind ausgelaugt. Die Wiesen, von denen unser Heu kommt, sind durch die Milchwirtschaft auf energiereiche Turbogräser optimiert worden, die zwar voll Energie und Zucker sind, aber arm an Spurenelementen wie Selen, Zink, Kupfer und Mangan. Diese Mineralien fehlen in vielen Fällen im Grundfutter, egal wie gut das Heu aussieht. Eine zielgenaue, hochwertige Supplementierung ist also notwendig – aber eben zielgenau, nicht mit der Gießkanne.
Zutat auf der Liste ≠ schlechtes Futter. Es kommt auf Kontext, Menge und Qualität an. Und mehr Futter bedeutet nicht automatisch bessere Versorgung – ein überlasteter Stoffwechsel reagiert auch auf gute Zutaten mit Problemen.
Futtermythen beim Pferd 3: Jedes Pferd braucht Kraftfutter
Du stehst am Stall und schaust, wie alle um dich herum mit riesigen Futtereimern zu ihren Pferden gehen. Müslis, Pellets, bunte Mischungen mit klingenden Namen. Und du fragst dich: Muss ich das auch machen?
Die kurze Antwort: Wahrscheinlich nicht. Und hier ist, warum.
Der Glaube, dass Pferde Kraftfutter brauchen, kommt aus einer anderen Zeit. Aus einer Zeit, als Pferde wirklich schuften mussten. Kutschen zogen. Felder pflügten. Den ganzen Tag als Arbeitstiere im Einsatz waren. Diese Pferde hatten einen enormen Energieverbrauch und Kraftfutter war sinnvoll, um diesen Bedarf zu decken.
Jetzt schau mal ehrlich auf dein Freizeitpferd. Es verbringt den Großteil des Tages auf der Koppel oder im Offenstall. Du kommst vier- bis siebenmal die Woche vorbei, reitest eine Stunde, machst Bodenarbeit, genießt Zeit zusammen. Das ist wunderbar für die Beziehung und für die Gesundheit. Aber Schwerstarbeit ist das nicht. Wenn du nicht gerade aktiv im Turniersport tätig bist oder ein Kutschpferd hast, braucht dein Pferd mit großer Wahrscheinlichkeit kein Kraftfutter.
Dazu kommt noch ein anatomischer Punkt, der oft vergessen wird: Pferde können Getreide eigentlich nicht besonders gut verwerten. Ihr Verdauungssystem ist auf Raufutter ausgelegt. Getreide ist das genaue Gegenteil davon – viel Energie auf wenig Rohfaser. Wenn du deinem Pferd schaufelweise Kraftfutter gibst, überforderst du seinen Verdauungsapparat. Und weil im Darm deines Pferdes rund siebzig Prozent seines Immunsystems sitzen, leidet am Ende nicht nur die Verdauung, sondern die gesamte Gesundheit.
Hafer ist von allen Getreidesorten noch die verträglichste für Pferde. Aber auch er sollte nur aus gutem Grund gefüttert werden, nicht weil es schon immer so gemacht wurde. Weizen zum Beispiel ist für den Pferdekörper ausgesprochen ungünstig und sollte eigentlich gar nicht in den Trog.
Was braucht dein Pferd stattdessen? Gutes Heu als Basis. Ein Mineralfutter aus wirklich hochwertigen Quellen. Dazu je nach individuellem Bedarf passende Kräuter und vielleicht etwas Strukturfutter wie Heucobs oder Grünhafer als Träger. Keine riesigen Eimer. Keine zehn verschiedenen Produkte. Weniger, aber das Richtige.

Futtermythen beim Pferd 4: Ein Stück Brot ist doch ein harmloses Leckerli
Du gibst deinem Pferd ein Stück altes Brot. Es frisst es gerne. Es sieht zufrieden aus. Und du denkst, du tust ihm was Gutes. Was du nicht siehst: In seinem Magen entsteht gerade etwas, das Tierärzte als Tapetenkleister bezeichnen.
Bevor ich erkläre, was mit dem Brot passiert, müssen wir kurz durch den Körper deines Pferdes reisen. Denn wenn du einmal verstehst, wie dieser unglaubliche Organismus von innen funktioniert, erkennst du sofort, warum manche Dinge, die harmlos aussehen, echten Schaden anrichten können.
Es beginnt im Maul. Wenn dein Pferd Heu frisst, kaut es. Und kaut. Und kaut. Die Zähne mahlen das Heu langsam klein, und dabei entsteht Speichel, der Bikarbonat und Natriumchlorid enthält. Diese Stoffe sind basisch und puffern die Magensäure ab. Das ist entscheidend, denn der Pferdemagen produziert rund um die Uhr Säure. Vierundzwanzig Stunden am Tag, egal ob das Pferd gerade frisst oder nicht. Dein Pferd produziert beim Kauen bis zu vierzig Liter Speichel täglich. Vierzig Liter! Aber eben nur dann, wenn es wirklich kaut.
Für ein Kilo Heu braucht dein Pferd etwa vierzig Minuten Kauzeit. Für ein Kilo Hafer nicht mal zehn Minuten. Das bedeutet: Raufutter schützt den Magen durch intensive Kauarbeit, Kraftfutter nicht.
Jetzt der Magen selbst. Er ist überraschend klein für ein so großes Tier und arbeitet mit einem pH-Wert von etwa zwei bis drei. Das ist sehr sauer und tötet Bakterien und Keime, die mit dem Futter reinkommen. Danach wandert das Futter weiter in den rund zwanzig Meter langen Dünndarm, wo Enzyme Fette, Eiweiße und Stärke aus Kraftfutter zerlegen. Raufaser wird dort nur kurz begrüßt und dann zügig weitergeleitet an den Dickdarm.
Und im Dickdarm passiert das eigentliche Wunder. Er ist acht bis zehn Meter lang und fasst locker hundert Liter. Dort leben Milliarden von Mikroorganismen, die Raufaser in Fettsäuren und Vitamine umwandeln. Dein Pferd gewinnt den Großteil seiner Energie nicht aus dem Magen oder Dünndarm wie wir Menschen, sondern aus dem Dickdarm – durch mikrobielle Fermentation. Wenn zu viel Stärke oder Zucker in den Dickdarm gelangt, stört das dieses empfindliche System. Fehlgärungen, Blähungen, Übersäuerung – und im schlimmsten Fall Kolik oder Hufrehe.
Jetzt zurück zum Brot. Die meisten Brotsorten bestehen aus Weizen oder Roggenmehl mit einem hohen Glutenanteil. Dieses Gluten verbindet sich mit Wasser zu einem Klebereiweiß, das im Pferdedarm tatsächlich wie Tapetenkleister wirkt und Verkleisterungen verursachen kann. Die Verdauungsenzyme des Pferdes sind evolutionär nicht auf diese Eiweißstrukturen ausgelegt. Dazu kommt: Brot besteht zu fünfzig bis siebzig Prozent aus Stärke. Beim Kauen entsteht durch das Speichelenzym Amylase Zucker – daher fressen Pferde Brot so gerne, es schmeckt süß. Aber wenn diese Stärke unverdaut in den Dickdarm gelangt, richtet sie dort genau das Chaos an, von dem ich gerade erzählt habe.
Weiches Brot bildet außerdem im Maul leicht einen Klumpen, der in der Speiseröhre steckenbleiben kann. Das heißt Schlundverstopfung und ist ein tierärztlicher Notfall. Und alte Brote, die feucht gelagert wurden, bringen Schimmelsporen mit, die für Pferde hochgiftig sind.
Das nächste Mal, wenn jemand deinem Pferd ein altes Brötchen anbietet, weißt du jetzt, warum du freundlich „Nein danke“ sagst.
Kraftfutter ist kein Muss für Freizeitpferde – es ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Pferde wirklich arbeiteten. Brot ist kein harmloses Leckerli, sondern ein echtes Risiko für Magen, Darm und Speiseröhre. Was dein Pferd wirklich braucht, kommt aus der Natur und nicht aus dem Supermarkt.
Futtermythen beim Pferd 5: Meine Pferde bekommen morgens und abends ihr Heu – das reicht völlig
Das ist der Mythos, der mich am meisten besorgt. Weil er so weit verbreitet ist. Und weil die Konsequenzen so real und so schmerzhaft für die Pferde sind.
Stell dir vor, du liegst nachts im Bett. Dein Magen knurrt. Und er fängt an, sich selbst zu verdauen. Klingt brutal? Genau das passiert gerade in diesem Moment in tausenden von Pferden in Deutschland. Jede einzelne Nacht.
Ich habe das mit Carey erlebt. Sie bekam morgens und abends ihre Heuportionen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass sie nachts unruhig war. Ich habe mich gefragt, woran das liegt – und als ich verstanden habe, was nachts in ihrem Magen passiert, war mir sofort klar, dass sich etwas ändern muss.
Hier ist, was passiert: Der Pferdemagen produziert, wie ich oben erklärt habe, ständig Magensäure. Vierundzwanzig Stunden am Tag. Egal ob das Pferd frisst oder nicht. Wenn die letzte Heumahlzeit abends um acht aufgefressen ist und das Pferd in ein bis zwei Stunden alles verdrückt hat, stehen zehn bis zwölf Stunden bis zur nächsten Fütterung vor ihm. In dieser Zeit läuft die Säureproduktion weiter. Ohne Unterbrechung. Und weil Pferde Speichel nur beim Kauen produzieren, gibt es auch keinen Puffer mehr.
Die Säure trifft ungebremst auf die Magenschleimhaut. Stunde um Stunde. Und das Ergebnis sind Magengeschwüre – ein Problem, das viel häufiger ist, als die meisten denken. Bei Sport- und Rennpferden zeigen Untersuchungen, dass bis zu neunzig Prozent davon betroffen sind. Neunzig. Aber es betrifft bei weitem nicht nur Sportpferde.
Was viele nicht wissen: Lange Fresspausen machen Pferde nicht nur körperlich krank, sie verändern auch ihr Verhalten. Wenn ein Pferd zu lange nichts zu fressen hat, steigt der Stresspegel. Das ist ein tief verwurzelter Überlebensinstinkt – in der freien Wildbahn bedeutet kein Futter Lebensgefahr. Dieser Stress zeigt sich dann in Dingen, die wir oft falsch interpretieren: Das Pferd ist nervös an der Hand, gierig am Trog, lässt sich schlecht putzen, schnappt. Oder es entwickelt Stereotypien wie Koppen oder Weben. Und wir sagen dann: „Die ist halt so.“ Aber vielleicht hat das Pferd einfach Bauchschmerzen.
Was kannst du tun? Die einfachste und günstigste Lösung ist ein engmaschiges Heunetz. Das Pferd muss die Halme einzeln herausziehen, frisst deutlich langsamer und dieselbe Menge Heu hält plötzlich viel länger. Mehr Kauzeit, mehr Speichel, mehr Puffer für den Magen. Wenn du ein bisschen mehr tun möchtest, kannst du Futterstroh beimischen – das erhöht den Kauaufwand zusätzlich. Und für alle, die wirklich konsequent sein wollen: Zeitgesteuerte Heuraufen, die nachts automatisch öffnen, machen die langen Fresspausen der Nacht überflüssig.
Das Bedürfnis der Pferde, fast ununterbrochen zu fressen, ist evolutionär verankert. In einer Studie der Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchten Forscher die Futteraufnahme von Pferden, die mit Restriktionsfütterung auf Stroh und Späne gehalten wurden. Sie stellten fest, dass Pferde, denen Heu nur zwei- bis dreimal täglich angeboten wurde, nächtliche Fresspausen von durchschnittlich neun Stunden hatten. Die Autorinnen betonen, dass eine kontinuierliche Aufnahme von Raufutter für Wohlbefinden, Verhalten und Gesundheit essenziell ist und Pausen von mehr als vier Stunden vermieden werden sollten. Automatisierte Fütterungssysteme oder ad libitum verfügbare Raufeinrichtungen werden als Lösungsansatz empfohlen. Die vollständige Studie kannst du HIER einsehen.
Wir sind gerade dabei, auf unserem Hof genau so ein System aufzubauen. Keine fünf Uhr morgens mehr im Stall und kein schlechtes Gewissen mehr, wenn wir mal einen Tagesausflug machen wollen.
Futtermythen beim Pferd 6: Pferde brauchen viel Weidegang
Alle Pferde kommen aus der Steppe und brauchen dasselbe Futter
Das höre ich so oft, dass ich es irgendwann aufgehört habe zu zählen. Das Pferd als Steppentier. Immer. Überall. Als wäre das die einzige Geschichte, die es zu erzählen gibt.
Dabei ist sie nur ein Teil der Wahrheit. Das ursprüngliche Urpferd war kein Steppenbewohner, sondern ein Waldbewohner und Laubfresser. Erst im Laufe der Evolution entwickelte es sich zum Wildpony und zog in Tundren und Steppen. Seine gute Futterverwertung und die Fähigkeit, Fett zu speichern, sorgten in kargen Gegenden für sein Überleben. Dieses robuste Wildpony hatte übrigens ein Stockmaß von gerade mal hundertundzwanzig bis hundertdreißig Zentimetern. Ziemlich weit entfernt von dem Warmblut, das heute in deinem Stall steht.
Unsere modernen Zuchtpferde haben mit diesem Urpony nicht mehr viel gemein und haben einen völlig anderen Bedarf. Und genau da liegt der Knackpunkt: Es gibt nicht das eine Pferd, das nach ein und demselben Schema gefüttert werden kann.
Wenn du ganz grob unterscheiden möchtest, hilft eine simple Einteilung in Nordpferde und Südpferde. Nordpferde sind leichtfuttrige, fettspeichernde Rassen aus kargen, kalten Gegenden – Ponys, Island, Fjord, Haflinger. Sie kamen evolutionär mit wenig klar und ihr Körper ist darauf ausgelegt. Südpferde sind schwerfuttrige Tiere wie Warmblüter, Vollblüter oder mächtige Kaltblüter wie Shire oder Percheron. Ihr Energiebedarf ist schlicht ein anderer.
Jetzt kommt ein Detail, das viele überrascht: Auch der Araber und der Spanier sind leichtfuttrige Pferde, die rein von ihrer Futtrigkeit her eher zu den Nordpferden zählen – auch wenn sie geographisch aus dem Süden kommen. Die Wüste ist eben auch karg.
Warum ist das wichtig? Weil gute Fütterung immer beim Grundtyp des Pferdes beginnt. Ein Pony, das auf einer saftigen deutschen Weide steht und dieselbe Futtermenge bekommt wie ein Warmblut im Hochleistungstraining, bezahlt das früher oder später mit Hufrehe oder Stoffwechselproblemen. Und in gemischten Gruppen, wo Ponys, Araber und Warmblüter Seite an Seite stehen, ist eine pauschale Fütterung für alle eigentlich nie wirklich gerecht.
Pferde benötigen zusätzlich Kräuter, Rinden, Zweige und Blätter, um ihren Bedarf an sekundären Pflanzenstoffen und Spurenelementen zu decken. Auf modernen Weiden fehlt diese Vielfalt – selbst eine Studie der Michigan State University und des Waltham-Zentrums zeigte, dass reine Heufütterung zu Mineralstoffmangel führt. Daher reicht das „Weidegras‑allein“-Prinzip nicht aus; ein ausgewogenes Mineralfutter und saisonal passende Kräuter sind notwendig, um regionale Nährstoffdefizite auszugleichen.
Die Fütterung, die wirklich sitzt, fängt beim Individuum an. Nicht beim Durchschnitt.
Du möchtest wissen, was dein Pferd individuell braucht? Ich berate dich kostenlos und unverbindlich – als REiCO Partnerin schaue ich mir deinen aktuellen Futterplan an und helfe dir, das Richtige für dein Pferd zu finden. Melde dich einfach auf www.pferdefluesterei.de/reico.
Futtermythen beim Pferd 7: Ad libitum Fütterung ist immer das Beste fürs Pferd
Heu rund um die Uhr, Weide dazu und Stroh als Beschäftigung. Klingt nach dem Ideal, oder? Und ja, für viele Pferde ist ein möglichst ununterbrochenes Futterangebot tatsächlich wichtig. Aber als pauschale Wahrheit für jedes Pferd funktioniert auch das nicht.
Ich stelle mal eine Frage, die ich wirklich ernst meine: Sind unsere Pferde eigentlich gesünder geworden, seit der Trend immer stärker zur Ad-libitum-Fütterung geht? In den Neunzigern hatten Pferde noch nicht so viel mit Wohlstandskrankheiten zu tun wie heute. Das hat sich seit Anfang der Zweitausender Jahr für Jahr gesteigert.
Das hat zwei Gründe, die zusammenwirken. Unsere deutschen Wiesen sind durch die Milchwirtschaft über die Jahrzehnte immer energiereicher geworden. Turbogräser, die für Kühe gezüchtet wurden, liefern jede Menge Zucker und Energie – aber kaum noch Mineralien. Gleichzeitig wird mehr und mehr gefüttert. Und ein Pferd, dem vierundzwanzig Stunden lang energiereiches Heu von überdüngten Kuhweiden zur Verfügung steht, nimmt problemlos das Doppelte seines tatsächlichen Bedarfs zu sich.
In der freien Wildbahn gab es immer auch schlechte Vegetationsperioden, in denen Pferde von ihren Reserven zehren mussten. Das ist biologisch sinnvoll und hält den Stoffwechsel auf Trab. Bei uns gehen viele Pferde genauso gut genährt aus dem Winter heraus wie sie hineingegangen sind. Für leichtfuttrige Robustpferderassen ist das eine echte Belastung. Und wer über den Winter sogar zunimmt, erhöht die Hufrehegefahr im darauffolgenden Frühjahr drastisch.
Dazu kommt noch ein Punkt, der leicht vergessen wird: Heu in großen Mengen bringt Schimmelpilze, Hefen und Bakterien mit – oft unsichtbar für das bloße Auge. Durch die stark gestiegene Heufütterung nimmt die Menge dieser Keime, die täglich aufgenommen werden, entsprechend zu. Gut gemeinte, großzügige Heufütterung kann auf diesem Weg zu Leberproblemen, Kotwasser und Atemwegserkrankungen führen. Nicht weil Heu schlecht ist, sondern weil die Qualität nicht immer dem entspricht, was wir uns vorstellen.
Gute Fütterung ist bedarfsgerecht. Nicht möglichst viel. Nicht möglichst wenig. Sondern passend zum Pferd, zur Jahreszeit und zum Fütterungsmanagement. Das ist unbequemer als eine Pauschallösung, aber es ist die einzige, die wirklich funktioniert.
Quick Win: Wenn dein Pferd leichtfuttrig ist, im Herbst zunimmt oder Tendenzen zu Stoffwechselproblemen zeigt, lohnt es sich, die tatsächliche Heumenge und Heuqualität genauer unter die Lupe zu nehmen – bevor du noch mehr supplementierst.
Futtermythen beim Pferd 8: Mein Pferd frisst keine Giftpflanzen – Pferde erkennen das automatisch
Das ist einer der gefährlichsten Irrtümer, die ich im Pferdebereich kenne. Und er hält sich so hartnäckig, dass ich immer wieder den Atem anhalte, wenn ich ihn höre.
Pferde erkennen Giftpflanzen nicht automatisch. Das ist keine böse Überraschung, das ist schlicht die Biologie. Der Instinkt, dem Pferde in der Wildnis vertrauen konnten, funktioniert nur dann zuverlässig, wenn genug andere Nahrung da ist. Bei Hunger, bei schlechter Weide, bei langen Fresspausen sinkt diese natürliche Selektivität. Das Pferd frisst, was verfügbar ist.
Das Problem ist in deutschen Pferdeställen und auf deutschen Weiden besonders akut, weil eine bestimmte Pflanze sich in den letzten Jahren dramatisch ausgebreitet hat: das Jakobskreuzkraut. Die gelb blühende Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide, die in der Leber akkumulieren und die Leberzellen über Monate langsam zerstören. Das Tückische: Pferde meiden frisches Jakobskreuzkraut auf der Weide oft noch einigermaßen. Aber getrocknet im Heu verliert die Pflanze ihren bitteren Geschmack und ist für das Pferd nicht mehr von anderen Heupflanzen zu unterscheiden. Die Aufnahme passiert dann unbewusst und über lange Zeit, bis sich die Leberschäden irgendwann im Blutbild oder im Verhalten zeigen. Bis dahin ist oft schon viel Schaden entstanden.
Es gibt noch weitere Pflanzen, die auf deutschen Weiden, an Wegsäumen oder in Hecken vorkommen und für Pferde gefährlich sind: die Eibe, die nicht einmal getrocknet ihre Giftwirkung verliert, die Herbstzeitlose, der Goldregen, der Adlerfarn, der sich auf alten Weiden teils unbemerkt ausbreitet. Manche dieser Pflanzen wirken akut, andere schleichend.
Was kannst du tun? Kenne die gefährlichsten Giftpflanzen und gehe deine Weide regelmäßig ab. Besonders im Frühjahr und nach dem Mulchen, wenn die Pflanzenwelt sich verändert. Und schau dir das Heu an, das dein Pferd bekommt. Ein Heu, das Jakobskreuzkraut enthält, ist weder am Geruch noch auf den ersten Blick erkennbar. Wenn du dir nicht sicher bist, woher dein Heu kommt und wie es produziert wurde, ist das ein Punkt, bei dem es sich wirklich lohnt, genauer hinzufragen.
Dein Pferd verlässt sich darauf, dass du weißt, was auf seiner Weide wächst. Der Instinkt schützt es eben nicht in jeder Situation.
Futtermythen beim Pferd 9: Mein Pferd steht im Offenstall – es bewegt sich ja von allein
Offenstallhaltung ist wunderbar. Herdenstruktur, frische Luft, Sozialkontakt, Bewegungsfreiheit. Ich bin ein großer Fan. Aber ein Offenstall alleine ist kein Freifahrtschein für Bewegungsverzicht im Training.
Das wird gerne missverstanden und ich verstehe auch, warum. Der Gedanke ist intuitiv logisch: Das Pferd kann sich im Offenstall frei bewegen, also bewegt es sich. Aber tatsächlich bewegt sich ein domestiziertes Pferd nur so viel, wie es unbedingt muss. Und wenn das Futter zwanzig Meter entfernt steht und es keine natürlichen Feinde gibt, die eine Flucht erzwingen, ist das nicht besonders viel.
Das gilt besonders für leichtfuttrige Nordpferderassen, also genau die Rassen, die so häufig im Offenstall gehalten werden. Isländer, Haflinger, Ponys. Diese Rassen sind evolutionär als Energiesparer unterwegs. In kargen Gegenden war Bewegungsminimierung eine Überlebensstrategie. Dieser Instinkt ist bis heute aktiv – auch wenn es gar keine Notwendigkeit mehr gibt, Energie zu sparen.
Bewegung hält den Stoffwechsel aktiv und das ist kein Nebenpunkt. Durch regelmäßige Bewegung kommen Nährstoffe besser an, Abfallstoffe werden schneller ausgeschieden und das Immunsystem arbeitet effizienter. Ein Pferd, das regelmäßig schwitzt, leitet Schadstoffe über die Haut aus – ein natürlicher Entgiftungsprozess, der durch Futter allein nicht ersetzt werden kann. Schon eine halbe Stunde Trab am Tag kann eine Insulinresistenz, die häufig bei Stoffwechselproblemen beteiligt ist, innerhalb einer Woche messbar reduzieren. Kein Supplement der Welt erreicht das.
Fütterung, Haltung und Bewegung sind ein System. Sie lassen sich nicht voneinander trennen, wenn man wirklich über ein gesundes Pferd nachdenkt. Der Offenstall ist ein großartiger Teil davon. Aber er ersetzt das Training nicht, er ergänzt es.
Futtermythen beim Pferd 10: Zusatzfutter ist Unsinn – Wildpferde haben auch ohne Mineralfutter überlebt
Ja, haben sie. Und das klingt erstmal wie ein schlagendes Argument. Aber es lässt einen entscheidenden Unterschied außer Acht: Ein Wildpferd hatte riesige Streifgebiete und die Möglichkeit, sich über weite Strecken genau das zusammenzusuchen, was sein Körper gerade brauchte. Mineralreiche Erde, Rinde, Kräuter verschiedener Jahreszeiten, Quellwasser, unterschiedliche Böden.
Unser Hauspferd lebt auf begrenztem Raum und bekommt Gras und Heu von Wiesen, die durch Jahrzehnte intensive Milchwirtschaft verändert wurden. Diese Wiesen sind auf Energieertrag optimiert, nicht auf Mineralstoffvielfalt. Die Gräser liefern jede Menge Energie, Protein und Zucker – aber Spurenelemente wie Selen, Zink, Kupfer, Mangan, Jod und Schwefel suchen wir in vielen Heusorten vergeblich oder finden sie nur noch in Spuren.
Und genau diese Mineralien sind mit an der Entstehung vieler Wohlstandskrankheiten beteiligt, die wir heute bei Pferden so häufig sehen. Hufrehe, EMS, Stoffwechselentgleisungen, chronischer Husten, schlechte Wundheilung. Das sind keine Zufälle.
Dazu kommt: Je mehr Heu ein Pferd frisst, desto höher wird auch sein Spurenelementbedarf, weil größere Futtermengen mehr Verarbeitungskapazität im Körper erfordern. Hohe Heugaben führen außerdem häufig zu einer Kalziumüberversorgung, die die Aufnahme anderer Mineralien hemmt. Das Paradoxe ist: Ein Pferd, das schon unterversorgt ist, wird durch zu viel Heu in einer zu schlechten Qualität noch weiter in den Mangel getrieben.
Eine gezielte, hochwertige Mineralstoffergänzung ist deshalb keine Hysterie und kein Luxus. Sie ist die logische Konsequenz aus dem, was wir unseren Pferden an Haltungsumfeld zumuten. Der Punkt ist nicht mehr oder weniger zu supplementieren, sondern das Richtige in der richtigen Qualität. Organisch gebundene Mineralien, gute Bioverfügbarkeit, transparente Quellen. Kein Paket mit schönem Namen, das auf der Rückseite vor allem Füllstoffe enthält.
Das Wildpferd hatte die freie Natur. Wir haben die Verantwortung, diesen Mangel auszugleichen.

Was braucht dein Pferd also wirklich?
Nach all den Mythen kommt jetzt die gute Nachricht: Artgerechte Pferdefütterung ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Sie besteht aus wenigen, klaren Grundsätzen.
Die Basis ist gutes Heu. Nach der Blüte geschnitten, rohfaserreich, nicht von überdüngten Kuhweiden. Es sollte entweder rund um die Uhr zur Verfügung stehen oder mit Fresspausen von maximal drei bis vier Stunden angeboten werden.
Dazu ein wirklich hochwertiges Mineralfutter. Nicht irgendeins mit schöner Verpackung, sondern eines mit organisch gebundenen Mineralien, guter Bioverfügbarkeit und transparenter Zutatenliste. Der Unterschied zwischen billigem Magnesiumoxid und gut bioverfügbarem Magnesiumcitrat ist riesig – auch wenn er auf der Verpackung nicht sichtbar ist.
Kräuter passend zur Jahreszeit und zum individuellen Bedarf. Schwarzkümmelsamen im Sommer gegen Insekten, Hagebutten im Herbst für das Immunsystem, Hanfsamen für die Omega-3-Versorgung. Immer in Maßen, immer bedarfsorientiert.
- Hier erfährst du mehr über Hanf als Futtermittel
- Hier kannst du dir meinen Sommerliebling anschauen: Schwarzkümmelsamen
Individuelle Betrachtung. Ein Pony braucht etwas anderes als ein Warmblut. Ein leichtfuttriger Spanier braucht etwas anderes als ein schwerfuttriger Vollblüter. Ein Pferd im Fellwechsel braucht andere Unterstützung als eines im Hochsommer auf der Weide. Pauschale Lösungen gibt es nicht – das ist unbequem, aber es ist die Wahrheit.
Und mein ehrlicher Tipp: Lass einmal jährlich ein Blutbild machen. Es ist nur eine Momentaufnahme, zeigt dir aber grobe Thematiken und gibt dir einen Verlauf über die Jahre. Du musst kein Futterexperte werden. Du musst nur wissen, wo du nachfragen kannst.
ACHTUNG: Das Blutbild alleine reicht nicht beim Pferd
Auch wenn das Blutbild noch in Ordnung ist, ist das kein Beweis dafür, dass alles richtig läuft.
Die wenigsten Mängel können über ein Blutbild gleich erkannt werden.
Ein Blutbild ist eine Momentaufnahme des EINEN Moments, in dem das Blut genommen wird. Der Körper muss aber auch eine eventuelle Fehlernährung kompensieren, um die Prozesse am Laufen zu halten. Das kann er eine ganze Weile. Manchmal sogar erstaunlich lange. Das ist Überlebensstrategie eines jeden Körpers.
Solange der Körper gut kompensiert, wird das Blut normal aussehen. Denn er kompensiert ja. Erst wenn er das nicht mehr kann wird sich auch im Blut etwas zeigen. Soweit sollten wir es aber nicht kommen lassen. Ein Blutbild zeigt also an wie es in diesem Moment um unser Pferd steht. Es zeigt uns aber nicht an, wenn bereits eine Mangelernährung stattfindet, die böse Folgen haben kann.
Es ist also ein großer Trugschluss anhand eines Blutbildes, dass in Ordnung ist, automatisch zu schlussfolgern, dass die Fütterung es auch ist! Wir wollen doch dafür sorgen, dass unser Pferd gesund bleibt. Dies geht aber nur mit Kontrolle darüber ob die Bedarfswerte des individuellen Pferdes mit unserer Fütterung alle gedeckt sind.
Wie erkennst du gutes Futter von schlechtem?
Die Futtermittelindustrie funktioniert im Kern genauso wie die Lebensmittelindustrie für uns Menschen. Es geht in erster Linie darum, möglichst viel zu verkaufen. Mit möglichst hoher Marge. Schöne Verpackungen, klingende Namen, verlockende Versprechen. Deswegen gibt es so viele Futtermythen beim Pferd. Und wenn du dann die Zutatenliste umdrehst, findest du bei vielen Produkten Füllstoffe, billige Getreidemehle, synthetische Vitamine und anorganische Mineralien, die der Körper nicht gut aufnehmen kann.
Aber es gibt sie, die Perlen in diesem Dschungel. Kleine, feine Hersteller und Anbieter, denen es wirklich ums Tier geht. Die ihr Futter nicht nach der Frage entwickeln, was die meiste Marge bringt, sondern nach der Frage, was das Pferd wirklich braucht. Die auf Bioverfügbarkeit achten, organische Spurenelemente verwenden und transparent deklarieren. Die muss man suchen. Wie ein Perlentaucher.
Ein guter Hinweis ist die Tagesdosis. Ein wirklich hochwertiges Supplement braucht oft nur winzige Mengen, weil die Inhaltsstoffe so gut verwertet werden. Wenn du täglich drei Schaufeln irgendwas füttern sollst, um „auf den Bedarf zu kommen“, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass viel Füllmasse dabei ist.
Ich füttere meinen Pferden seit einiger Zeit REiCO und bin wirklich überzeugt davon. Die Produkte kommen aus einem Familienunternehmen aus Bayern, das auf mikronisierte, kräuterbasierte Inhaltsstoffe ohne chemische Zusätze setzt. Der Unterschied war bei Carey sichtbar – im Fell, in der Ruhe, in der Ausgeglichenheit.
Ich bin REiCO Partnerin und berate dich gerne kostenlos und völlig unverbindlich, wenn du wissen möchtest, was für dein Pferd individuell passt. Schreib mir einfach auf www.pferdefluesterei.de/reico – ich schaue mir deinen aktuellen Futterplan an und finde gemeinsam mit dir heraus, was dein Pferd wirklich braucht.
Und wenn du erst noch mehr Grundlagenwissen aufbauen möchtest, bevor du irgendwas bestellst: Ich habe einen kostenlosen Futterworkshop erstellt, in dem ich dir Schritt für Schritt zeige, wie du gute Futtermittel von schlechten unterscheidest, Zutatenlisten liest und den Futterdschungel endlich durchblickst. Den Link findest du ebenfalls auf www.pferdefluesterei.de/reico.

Was hast du am Ende dieses Artikels in Sachen Futtermythen beim Pferd gewonnen?
Du weißt jetzt, dass Melasse als Bindemittel in Kleinstmengen kein Problem ist, dass mehr Futter mehr Schaden anrichten kann, dass dein Freizeitpferd wahrscheinlich kein Kraftfutter braucht, dass Brot kein harmloses Leckerli ist und dass ein leerer Magen nachts echte Schmerzen verursacht. Das ist nicht wenig.
Fang klein an. Ein engmaschiges Heunetz für die Nacht kostet zwanzig bis dreißig Euro und kann schon einen riesigen Unterschied machen. Schau dir die Zutatenliste des Futters an, das du gerade verwendest. Frag dich, wann dein Pferd zuletzt mehr als vier Stunden ohne Futter war.
Kleine Schritte. Aber die richtigen.
FAQ – Häufig gestellte Futterfragen und Fragen zu Futtermythen beim Pferd

FRAGE – Krank durch falsche Ernährung? Es gibt heute so viele Pferde mit diffusen und unspezifischen Krankheitsbildern. Und wenn wir ein Blutbild machen, dann ja meistens, wenn das Pferd bereits Symptome hat:
- Hautpilze
- Ekzeme
- Mauke
- Allergien
- Juckreiz
- brüchige Hufe
- Kotwasser
- Husten und vieles mehr
Da kommt dann der Tierarzt und lässt mal hier eine Spritze und da eine Salbe oder ein Pülverchen da. Wir recherchieren uns die Finger wund nach Hausmittelchen und Erfahrungsberichten, um die Symptome des Pferdes irgendwie zu erklären und zu lindern.
Aber nichts anderes ist das alles oft: Es ist Symptombehandlung und keine Ursachenbekämpfung.
Fängt man bei solchen Pferden genauer an die Fütterung zu durchleuchten, sieht man oft sehr schnell wo hier die eigentlichen Ursachen sind. Das ist ein entscheidendes Puzzleteil, das oft vergessen wird.
Der Körper ist in der Lage Fehlernährung lange zu kompensieren nur irgendwann kann er nicht mehr und Krankheitsbilder treten in Erscheinung. So kommt es auch, dass viele Pferde zum Beispiel erst mit 10 Jahren oder älter plötzlich zum Ekzemer werden oder Hufrehe bekommen. Weil der Körper vorher eben noch kompensieren konnte und das Fass nun aber überläuft. Zufüttern ist also keineswegs sinnlos insofern man den individuellen Bedarf des Pferdes kennt und gezielt Nährstofflücken entlarvt und deckt. Sinnlos ist es, wenn wir nur auf Verdacht irgendwelche Mittelchen füttern, die im Besten Fall eben nichts helfen – im schlimmsten Fall aber sogar Schaden anrichten, weil wir unbewusst irgendwelche Mineralien überversorgen. Denn Überversorgung ist am Ende genauso schädlich wie Unterversorgung.
Kommen wir zu weiteren Fragen und Futtermythen beim Pferd:
Wie viel Heu braucht ein Pferd täglich? Als Faustregel gelten etwa 1,5 bis 2 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht täglich. Im Winter gerne etwas mehr, weil Pferde über den Verdauungsstoffwechsel tatsächlich innere Wärme produzieren. Entscheidend ist aber nicht nur die Menge, sondern die Verteilung über den Tag – ohne lange Fresspausen.
Kann mein Pferd wirklich Magengeschwüre bekommen, wenn es nachts nichts frisst? Ja. Der Pferdemagen produziert ununterbrochen Magensäure, und ohne Futter im Magen gibt es keinen Puffer durch eingespeichelten Futterbrei. Bei langen Fresspausen greift die Säure die Magenschleimhaut an. Bei Sport- und Freizeitpferden sind Magengeschwüre deutlich häufiger als viele denken.
Braucht mein Pferd wirklich kein Kraftfutter? In den meisten Fällen nicht. Kraftfutter war für arbeitende Pferde mit hohem Energiebedarf sinnvoll. Ein Freizeitpferd, das täglich eine bis zwei Stunden trainiert wird, deckt seinen Energiebedarf in aller Regel über gutes Heu. Ausnahmen sind Hochleistungspferde oder Tiere mit spezifischem medizinischem Bedarf.
Welches Mineralfutter ist wirklich gut? Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es auf das individuelle Pferd ankommt. Worauf du grundsätzlich achten solltest: organisch gebundene Mineralien (nicht anorganische wie Magnesiumoxid), mikronisierte Inhaltsstoffe für bessere Bioverfügbarkeit, transparente Zutatenlisten ohne Füllstoffe. Kleine Tagesdosen sind oft ein Zeichen für hohe Wirkstoffdichte.
Wie oft sollte ich ein Blutbild machen lassen? Einmal jährlich ist ein guter Rhythmus. Das Blutbild zeigt dir grobe Mängel und einen Verlauf über die Jahre. Es ist allerdings nur eine Momentaufnahme – der Körper kompensiert Mängel oft erstaunlich lange, bevor sie im Blut sichtbar werden. Ergänzend kann eine Haaranalyse sinnvoll sein.
Was darf mein Pferd als gesundes Leckerli bekommen? Karotten und Äpfel in Maßen sind in Ordnung. Beides hat allerdings überraschend viel Zucker, also nicht kiloweise. Gefrorenes Gemüse wie Sellerie oder etwas Wassermelone ohne Kern, Kürbis – da gibt es durchaus schöne Alternativen, die du anbieten kannst. Brot, Bonbons oder stark verarbeitete Lebensmittel gehören nicht in den Futterplan.
Was ist der schnellste erste Schritt für bessere artgerechte Fütterung? Ein engmaschiges Heunetz besorgen und die Nachtpause damit überbrücken. Das ist die einfachste, günstigste und wirkungsvollste Einzelmaßnahme, die du sofort umsetzen kannst.
Hast du Fragen zu deinem individuellen Futterplan oder möchtest du wissen, was ich meinen Pferden täglich füttere? Schreib mir auf www.pferdefluesterei.de/reico – ich berate dich kostenlos und unverbindlich. Schreib mir gerne auch in die Kommentare: Welcher dieser fünf Mythen hat dich am meisten überrasc

Guter Beitrag und schön beschrieben.
Das würde ich zu 100 % genauso wiedergeben, leider ist das ganze in den Pensionsställen noch nicht angekommen.
Wir sind nach jahrelanger Selbstversorgung in einen Vollpensionsstall in die Offenstallhaltung gegangen.
Bei uns in der Selbstversorgung gab es für unsere Ponys lediglich Heu und Mineralien, zu dem Zeitpunkt hatten die Idealgewicht. Jetzt in der Offenstallhaltung haben die beide über 100 Kilo trotz Bewegung zugenommen. Es steht 24/7 Heulage zur Verfügung, zusätzlich wird Mash sowie Kraftfutter (teilweise auch noch zusätzliche Fütterung von anderen Einstallern) gefüttert. Das Übergewicht und die falsche Fütterung wirkt sich leider auch gesundheitlich auf die Pferde aus. Der eine hat einen richtig runden Gas-Bauch/ Bauchschmerzen und meins hat starke Wassereinlagerungen, üble Fettpolster und bekommt stumpfes Fell- derzeitiges Gewicht 550 Kilo bei 149 cm. Leider jetzt hochgradig adipös :(
Mit dem Stallbesitzer reden hat leider überhaupt nichts gebracht.
Wir haben jetzt ein halbes Jahr nach einem geeignet Stall gesucht und nun zum Glück auch mit der Option Selbstversorger wieder etwas gefunden.
Bei unserer Suche mussten wir leider feststellen, dass viele Stallbesitzer Futtertechnisch fast genauso verfahren und so überzeugt davon sind, dass die auf eine Kraftfutter-Fütterung oder sonstiges bei unseren Ponys auch nicht darauf verzichten würden.
Leider sehr schade, da die Pferdchen auf den Weiden auch nicht gerade schlank waren.
Ich hoffe, dass die Stallbesitzer das vielleicht in Zukunft etwas individueller nach Typ der Pferde umstellen können.
Wir füttern dann zum Glück wieder selber :)
Sobald ihr merkt das die Fütterung in die falsche Richtung geht, wartet nicht zu lange und schaut euch nach Plan B um. Bei uns war es für 2 Ponys eine Katastrophe etwas passendes zu finden.
Es ist wirklich wahnsinn, wie viel bei dem Thema Futter falsch gemacht werden kann. Ich drücke euch fest die Daumen, dass eure Ponys jetzt wieder abgenommen haben und es ihnen gut geht. Alles LIebe, Petra
Liebe Janet,
ich bin ziemlich begeistert von deinem Blog zur Pferdefütterung und ich kann zu jeder Zeile einfach nur JA sagen. Genau so ist es. Habe die 24/7 Heu Pferde gesehen, Hängebauch, Hängerücken, viel zu dick und bewegen sich keinen Millimeter von der Heuraufe weg. Danach auf die Weide. Abends in die Box, da gibst nochmal Heu. Und einige Stallbesitzer erklären einem dann noch, dass das Pferd mit allem, was es braucht, versorgt sei. Gott sei Dank steht mein 5-jähriger Jungster in einem Stall, in dem individuelles Futtermanagement ernst genommen und gelebt wird. Zusätzlich vielseitiges Training. Und das sieht man ihm an.
Liebe Grüße
Jetzt verwirrt mich das alles aber ein bisschen… In dem anderen Artikel stand als Schlusssatz geschrieben daß das Pferd nichts anderes braucht alles Heu und Kräuter. Kann mich vielleicht irgendwer aufklären? Das verwirrt mich,.weil hier jetzt geschrieben wird das Heu alleine nicht ausreicht????.
Dann muss ich nochmal in den Text gehen, wenn es verwirrend geschrieben ist. Die Futterexpertin geht davon aus, dass Heu, Kräuter und Samen reichen. Also eine rein natürliche Fütterung. „Heu alleine reicht nicht“ meint, dass du durch Samen und Kräuter ergänzen solltest. Hilft dir das weiter? Ich persönlich denke, dass ein gutes Mineralfutter ab und an auch nicht schlecht ist ;-) Aber da muss man individuell schauen und seinen eigenen Weg finden. Alles Liebe, Petra
Immer. wieder interessant , was alles zu diesem Thema geschrieben wird !
Ich bekomme oft den Eindruck , als gäbe es keine Nährwerttabellen , Erfahrungen von Leuten mit “ Pferdeverstand und Doktorarbeiten zum Thema “ Pferdefütterung“.
Oder sind immer mehr „PferdeliebhaberInnen“ einfach zu träge , sich zu informieren?
Das größte Problem wurde im Artikel zum Glück angesprochen : Bewegungsmangel !
Pferde sind vorallem Lauftiere !
In Zeiten, als Pferde 12-16 Std.. unterm Sattel oder im Geschirr arbeiten mußten , war es sicher sinnvoll , Kleie , Trester und Melasse zu füttern,heute , wo für die meisten Leute Pferde nur noch Spielzeuge sind , ist das völlig konterkariert.
Pferde brauchen keine Schleifchen,Küsschen,Schampoos ,Glanzsprays oder sonstigen Firrlefanz, und sie brauchen mehr , als nur 2-3x/Woche 1Std. „Ausritt“ oder Bodenspielchen.
Wenn ich sehe , wieviele Pferde zum Verkauf stehen, sobald sie durch falsche Haltung/Fütterung/Bewegung krank sind , frage ich mich , wo die Tierliebe da ist.
Habe noch keinen Hunde-,Katzen-Oder Wellensittichbesitzer getroffen, der sein Tier verkauft , sobald es krank ist.
Jeder Aquarianer scheint sich heutzutage mehr Gedanken über artgerechte Haltung&Fütterung seiner Fische zu machen, als die sogn „PferdefreundInnen“ über die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Pferde.
Einziger Lichtblick: Gestüte mit 100-ten ha PFERDEweiden , und die Aktivställe.
Absolut – wir sollten zu unseren Tieren halten – auch wenn es nicht einfach ist – ich kann dir an vielen Punkten zustimmen. Viele liebe Grüße, Petra
Für mich war der Artikel insofern extrem aufschlussreich, als dass zu viel Heu zu einer Calziumüberversorgung führt mit den beschriebenen Folgen, das war für mich neu und das werde ich weiter verfolgen. Tatsächlich ist ja das Schwierigste, den Individualbedarf des individuellen Pferdes heraus zu bekommen! Deswegen war für mich der wichtigste Punkt, dass ausreichende Bewegung und ausreichendes Arbeiten viele Fütterungsungenauigkeiten wett machen kann uns dass ausreichende Bewegung und (das heute oft so abgelehnte) Schwitzen sogar den Insulinstoffwechsel beeinflusst.
Bei meiner siebenjährigen Stute wurde gerade aufgrund einer unklaren Lahmheit die. Diagnose PSSM 2 in den Raum gestellt, und dieses relativ neue Krankheitsbild soll mit gutem Fütterungsmanagement in den Griff zu bekommen sein. Tatsächlich soll einer der Gründe für diese Krankheit in einer Überversorgung mit Fütterungszuckern aus Weidehaltung und zuviel Heu liegen., was aber natürlich noch zu prüfen ist.
ich finde den Artikel interessant aber leider hilft er mir in Bezug auf eine sinnvolle Fütterung auch nicht weiter!
meine Stute steht im offenstall, aktuell ohne heu aber der besitzer füttert täglich kraftfutter, was ich nicht sinnvoll interfinde.
Er sagt er mach das seit 30 jahren und füttert erst ab Dezember Heu…die wiese ist ziemlich abgefressen und meine stute nimmt leider sehr schnell ab vor allem im Winter (aber auch im sommer bei zu wenig Gras)
ich bin ziemlich ratlos…
Hey liebe Sele, es ist auch schwer weiterzuhelfen, wenn du keinen Einfluss auf die Fütterung hast. Denn du hast ja keine Stellschrauben, an denen du selbst drehen kannst. Ehrlich gesagt fände ich es schockierend, wenn dein Pferd gar kein Heu und nur Kraftfutter bekommen würde – habe ich dich da richtig verstanden? Das widerspricht allem, was artgerecht ist, in der Pferdefütterung. Ich kann dir da aus der ferne keinen Tipp geben, sondern nur sagen, was ich machen würde: Mit dem Besitzer reden. Wenn er nicht mit sich reden lässt, würde ich ernsthaft über einen Stallwechsel nachdenken. Das birgt wieder andere Probleme und Risiken und ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Aber wenn es deinem Pferd mit der aktuellen Fütterungsweise nicht gut gehen sollte und du auch nichts ändern kannst, bleibt dir nur die Umstände zu ändern. Ich weiß nicht, ob dir diese Gedanken weitergeholfen haben, aber ich drücke dir fest die Daumen für all deine Entscheidungen und schicke euch alles Liebe, Petra
Vielen Dank für diesen Beitrag. Wir sind ganz neue Pferdebesitzern eines 15 Monate alten Criollos. Er steht mit 2 anderen Hengsten im Offenstall, die Weide ist abgefressen und nicht so groß. Sie haben immer Heu zur Verfügung. Wirklich bewegen kann man ihn noch nicht, da er eher noch ein Wildpferd ist. Ich habe mir auch Gedanken gemacht, weil die 3 eigentlich den ganzen Tag an der Heuraufe stehen. Sie bewegen sich nicht so viel miteinander, wie ich mir bei jungen Hengsten vorstellen würde. Aber was könnte man da tun?
Hallo liebe Dagmar, prinzipiell ist es schwierig auf einer Koppel mit 24/Heu und einer Heuraufe für Bewegungsanreize zu sorgen. Denn das Hauptinteresse für Bewegung in der freien Wildbahn ist Futter. Deswegen arbeiten viele Trails mit versetzten Heuraufen, Futterzeiten, verschiedenen Bedarfsplätzen wie Tränke hier und Liegefläche dort und und und. Das kannst du jetzt in einem fremdgeführten Offenstall schlecht abbilden. Du kannst nur versuchen das Wildpferd langsam an dich zu gewöhnen, so dass du anfangen kannst mit ihm Führtraining zu machen und eventuell Spazierenzugehen. Mehr würde ich mit einem so jungen Pferd auch nicht tun. Ganz liebe Grüße, Petra
Salut tout le monde!
Ich bin aktuell dabei mich in das Thema Fütterung einzulesen. Mein Pflegepferd ist ein Shettymix, ca. 15 Jahre alt und leider deutlich übergewichtig. nach Aussagen eines Trainers bei uns im Stall steht er „kurz vor den Rehen“ mir war schon länger klar, dass er zu dick ist, aber dass es so kritisch ist, war mir dann doch nicht bewusst. Scheinbar müssen bei ihm so um die 30 Kilo runter (kenne mich nicht so gut aus, hab nur die aussage eben jenes Trainers) allerdings steht das Pony in einem Offenstall mit gemischter Herde. man findet wirklich alles von Shetty über Isländer bis zum Araber-Berber. sie stehen unter 24/7 Heu+ Koppel. Im Winter gibt es teilweise Stroh aber nicht konstant. Leider habe ich keinen Einfluss auf die Fütterung, von mir bekommt er gar nichts, nicht einmal Leckerlis. Mit der Stallbesitzerin wurde schon geredet, die Fütterung auf Stroh umzustellen, da bis auf ein älteres Shetty alle Ponys zu fett (entschuldige übergewichtig) sind, jedoch ohne großen Erfolg. Das einzige was ich jetzt mit ihm machen kann, ist eigentlich Bewegeung. Da er aber nicht eingeritten oder eingefahren ist, sind meine Möglichkeiten begrenzt. Jetzt stehe ich also mit einem nahezu adipösen Pony da, bei dem ich weder an der Ernährung schrauben kann, noch ihn reiten oder fahren kann. Hat vielleicht irgendwer Tipps, wie ich ihn abspecken lassen kann. Aktuell machen wir viel Bodenarbeit, Beginnen mit Langzügeltraining und ich gehe täglich ca. eine Stunde mit ihm spazieren. Ich bin wirklich dankbar für jede Hilfe oder Anregung.
Hallo liebe Leah, immer eine schwierige Situation. Ich kann das so gut verstehen, weil es schwer ist ein Pferd abnehmen zu lassen, dass 24 Stunden Heu zur Verfügung hat. Könnt ihr das Heu vielleicht mal zur Heuanalyse schicken? Dann wisst ihr genauer, wie kalorienreich es ist (Zuckergehalt usw.) und könnt vielleicht den Anbieter wechseln, falls es sehr kalorienreich ist. Außerdem kannst du über eine Futterberatung schauen, ob du den Stoffwechsel anregen kannst. Parallel würde ich anfangen ihn langsam aber kontinuierlich mehr zu trainieren, so dass er Fett abbauen und Muskeln aufbauen kann. Langzügel ist super, Doppellonge ist super. Equikinetic könnte etwas für euch sein – findest du im Blog einen Artikel dazu. Ganz liebe Grüße und ich drücke euch die Daumen, Petra
Fütterung ist ein echt heikles Thema….
Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Bleibe für mein Pferd, da der jetzige Betreiber aufhört und habe mir dies und das angesehen. Heute sah ich einen sehr schönen Offenstall, wo (so denke ich) mit Sinn und Verstand gearbeitet wird. Was mich nur irritiert sind die automatischen Heufutterraufen. Die gehen alle vier Stunden für 30 bis 45 Minuten auf. Tag und Nacht. Was mich irritiert, ist die relativ kurze Fresszeit von 30 bis 45 Minuten. Oder ist das gar kein Problem? Es gibt drei solche Raufen für fünf Pferde und laut der Besitzer fressen sie lediglich zwei Raufen leer, Eine schaffen sie nicht. Nun frage ich mich: schaffen sie es nicht, weil sie genug haben, oder weil die Zeit nicht reicht? Im Sommer haben die Pferde noch zusätzlich täglich vier Stunden Weidegang auf fruktanarmen Gras. Abends gibt es Mineralfutter für jedes Pferd, Was der Besitzer halt geben will. Die Pferde sahen alle gut aus. Nicht zu dick, nicht zu dünn. Von Isi bis Spanier wirkten sie auch alle durchaus zufrieden, allerdings hatten wir auch heute einen heißen Tag, der sicher nicht zum Rumstänkern wegen Frust beitrug. Auf der Suche nach Fresszeiten kam mir jetzt dieser Artikel auf den Bildschirm. Da mein Pferd (Arabermix) aus den letzten beiden Wintern (Heu ad.lib.) viel zu dick in den Frühling ging, wäre mir eigentlich recht, wenn er nicht durchgehend fressen kann. Aber alle 4 Std nur 30 – 45 Minuten?????
Ich fände es super, wenn mir jemand hierauf antworten könnte!
Liebe Grüße
Katharina
Hallo liebe Katharina, tatsächlich klingt das supergut für mich. Ich würde es ähnlich machen, wenn ich meinen Hof irgendwann finde (den ich gerade für uns und das Pferd suche). Das ist supergut Zeit zum gemütlichen Fressen und für ihre Magenanatomie perfekt. Ob es dann für euch passt und im Alltag funktioniert, lässt sich nur durch „ausprobieren“ sagen. Ganz liebe Grüße, Petra
Das war ein echt sehr interessanter Artikel.
Fütterung ist nicht so leicht wenn man keinen eigenen Stall hat. Ich habe zum Glück einen Stall für mein altes Pony, in dem ich sehr viel selber entscheiden kann. Mittlerweile 30 Jahre alt hat sie nicht mehr die Zähne wie mit 20 Jahren. Heu verursacht bei ihr Kotwasser, Getreide verträgt sie auch nicht. An den Vorderbeinen hat sie leichte Raspe, zum Glück keine weiteren Probleme im Behang. Mein Mädchen bekommt viele verschiedene Mahlzeiten am Tag. Mindestens 7 Stk.: 3 mal Heucobs, 2 mal Mineralfutter, 1 mal ein Gemisch aus allerlei für alte Pferde Müslie und ein Heuschnipselgemisch auf dem Paddock auf dem es mindestens 8 Stunden draussen ist. Sie hat danach eine offene Box mit großem Auslauf.
Seid dem ich sie habe hat sie gut aufgebaut und kein Kotwasser mehr. Dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen weil ich sie nicht mehr auf die Wiese stelle. Sie bekommt Durchfall davon. Das Mädchen ist sehr lauffreudig und liebt Ausritte immer noch sehr. Wenn man nicht auf sie aufpasst verausgabt sie sich gerne, weil sie meint es geht ums ganze wenn wir ein kleines Stück galloppieren wollen. Sie will gewinnen.
Ich bin nicht sicher ob ich mit der Fütterung richtig liege. Oft bin ich nicht sicher ob ich sie lieber schone oder ob Ausritte ok sind. Sie hat Spaß aber übernimmt sich schnell wenn ich nicht fein aufpasse.
Füttere ich zu viel und energiereich weil sie so gerne flott läuft oder ist das ok und das alte Mädchen hat noch Spaß am Leben?
Ich weiß es nicht. Ich gehe nicht wissenschaftlich vor, auch wenn ich viel über Fütterung lese. Ich denke , so lange es meinem Mädchen gutgeht liege ich nicht so falsch und ich ändere erst einmal nichts sondern bleibe bei der Art zu füttern so lange es ihr gut geht. Der TA meint, für 30 sieht sie toll aus. Meinem Pony, das ich vor knapp 2 Jahren bekommen habe, wünsche ich noch viele schöne Jahre.
Hallo liebe Regina, ich würde sagen, dass eure Ergebnisse für sich sprechen :-) wenn es deinem Pferd gut mit der Futtermischung geht, dann machst du offenbar alles richtig :-) Ganz liebe Grüße, Petra
Ich würde die Fress/ Ruhephasen variieren- zum Abend/ zur Nacht hin mal eine längere Fressphase … Allison Dank der Zeitschaltung kann man ja vrariieren ..
Ein sehr guter Artikel, der mir persönlich zwar nicht viel Neues vermittelt aber trotzdem gut aufbereitet ist. An wen wendet man sich denn nun als geplagter Pferdebesitzer am Besten? Tierheilpraktiker? Ernährungsberater für Pferde? Meine Stute hat nach einer Phase mit schlechten Haltungsbedingungen dauerhaft Probleme mit starken Blähungen, uns konnte noch keiner helfen bisher.
Hey Svenja, das ist eine schwierige Frage. Ich betreibe immer „Expertenhopping“, solange bis einer eine Lösung hat. Sowohl Tierheilpraktiker als auch Ernährungsberater könnten passend sein – je nachdem, was dein Pferd vielleicht hat. Ganz liebe Grüße, Petra
Hallo, was mache ich, wenn einer zum Dickwerden neigt, der andere viel zu dünn ist und über den Winter regelmäßig abbaut? Wir haben Offenstall mit automatischer Raufe, aber für den Allergiker ist das einfach viel zu wenig, während es für den Spanier reicht..
Hallo liebe Marianne, das ist tatsächlich ein ganz großes Problem unserer aktuellen Herdenhaltung. Es leicht- und schwerfuttrige Pferde und das eine braucht mehr und das andere weniger. Letztlich müsstest du jedes in eine passende Herde packen und dann die Fütterung anpassen. Weil das aber oft nicht geht, bleibt dir nur einen Kompromiss zu finden und das schwerfuttrige Pferd außerhalb der Herde extra zuzufüttern, das leichtfuttrige Pferd mehr zu trainieren und die Pferde in der Herde so „einzustallen“, dass die Dicken nicht zu dick werden und die Dünnen nicht zu dünn. Ganz liebe Grüße, Petra
Ich habe noch eine Frage, und zwar: Wie kann man Mängel erkennen, bevor Krankheiten oder Aufälligkeiten im Blutbild auftauchen?
Im Grunde nur durch genaue Beobachtung und Analysen – wie eine Haaranalyse beispielsweise :-) das wäre mein erster Antwortversuch auf die Schnelle ;-) Liebe Grüße, Petra
An sich ist das alles so richtig und das nicht nur bei der Haltung von Pferden. Allerdings ist das Teil „Unsere Wiesen sind durch die Milchindustrie ausgebeutet“ ist totaler Blödsinn!
Zum einem, über welche Milchindustrie sprechen Sie?! Die Paar einzelne Betriebe um München herum? Ist das für Sie die Welt? Es gibt aber viel mehr kleine bäuerliche Betriebe, besonders hier im Norden und die machen Sie mit ihren Aussagen kaputt!
Zum anderen, meinen Sie, dass auf den von „Milchindustrie ausgebeuteten“ Flächen wird irgendwas wachsen, geschweige „Turbogras“?! Da muss man nicht mal ein Gartenbesitzer sein, um zu wissen, dass sowas nie auf Dauer funktioniert!
Bevor man solche Aussagen man, sollte man sich vielleicht besser Erkundigen und nicht Ihre Schüsse aus den Medien ziehen! Fragen Sie doch die Bauern, die leiten ihre Betriebe ja nicht als „Hobbybauern“, oder „als Freizeitbauern“ , sondern wurden dafür beruflich ausgebildet!
Zum Schluß, möchte ich noch sagen, dass ich das ganze nicht ganz unwissend schreibe. Die Familie meines Mannes hat seit Generationen Landwirtschaft und mein Man ist Tierarzt und Futterberater bei den Michbetrieben.
Hallo liebe Sally, der Artikel ist von unserer Gastautorin, deswegen kann ich nur versuchen zu vermitteln, was sie gemeint haben könnte. Ein Problem in der Pferdewelt sind tatsächlich die Kuhwiesen, die auf Mast und hochkalorisches Gras ausgelegt sind. Viele Pferde sind zu dick – auch weil die Wiesen einfach nicht mehr so karg sind, wie Pferde es bräuchten. Die Milchindustrie lebt ja von allen Bauern – deswegen verstehe ich nicht ganz wieso du glaubst, dass wir die kleinen Bauern ausschließen und nur die großen Betriebe um München herum meinen (zumal von München nie die Rede ist im Artikel) – aber ich gebe deine Kritik gerne weiter und wir schauen mal ob wir die Formulierung klarer hinbekommen – denn der Fokus des Artikels ist ja ein ganz anderer. Uns geht es nicht darum die Landwirtschaft anzugreifen. Das ist ja gar nicht das Thema – sondern darum Futterirrtümer für Pferdemenschen aufzuzeigen. Tut mir leid, wenn du dich dadurch angegriffen gefühlt hast. Ganz liebe Grüße, Petra
Ich habe den Satz auch schon oft von Miteinstallern gehört und mich gewundert. Ich glaube viele Leute meinen vor hundert Jahren hätte kein Pferd Mineralfutter gebraucht weil die Wiesen so perfekt gewesen sein sollen. Ich glaube hier fehlt der Vergleichswert und die Dreifelderwirtschaft gibt es nicht schon seit tausend Jahren weil die Wiesen damals „endlos gehaltvoll“ waren
Sehr guter Text. Ich möchte ihn bei der nächsten Einsteller-Versammlung vorlegen, bei der es um genau dieses Thema geht. Wo kann ich mehr über die Autorin erfahren und die Quellen, die für den Text genutzt wurden? Besonders interessiert mich, ob es Studien gibt, ab welcher Fresspausen-Dauer die Magensäure in einen gesundheitsgefährdenden Bereich kippt. Zwischen zwei und zehn Stunden kursieren da praktisch alle Angaben, aber es wird doch irgendwelche belastbaren Untersuchungen dazu geben?
Hallo liebe Kristina, das kannst du sicher machen. Die Autorin – Janet – ist direkt im Text verlinkt. So kommst du auf ihre Seite und kannst sie auch kontaktieren :-) ganz liebe Grüße, Petra
Hallo,
sehr gut geschrieben und super interessant. Danke dafür!
Sehr gerne :-) Das freut mich sehr, Alles Liebe, Petra
…Ich finde, der Artikel regt zum Weiterdenken an,….macht wieder mal bewusster…bzw bestätigt mich im Tun; Die Hauptsache ist doch , dass wir in Bewegung bleiben ,was die Gesundheit betrifft, es ist nicht mit einem einzigen Schalter umlegen getan, wär auch einfacher für mich gewesen…ich habe gelernt nun, das Offenstall, Trail, und im mega -Umkreis PferdeHeusuche allein nicht reicht, es war ein interressanter Weg bis hierhin für mich, meine 2 Ponies leben gut , haben ab und zu gezeigt, das etwas fehlt, durch zb. Husten…; Für mich ist jedoch wichtig…. solange ich vergleiche, nachdenke und umsetze zum Guten, mache ich alles richtig, nämlich in Richtung Natur, da kann man nichts! falsch machen.., In sofern bestätigt mich nun einfach der Artikel, -Menschen die ebenfalls beweglich sind und sich auf den Weg machen immer wieder, zum Guten gerichtet, den dürfte es ebenso gehen. Momentan habe ich nach ca 5Jahren Stallumstellung u.a. gelernt mich auf verschiedenste Kräuter nach Bedarf einzulassen, und es mit herkömmlicher TAMedizin zu mischen, bzw. bewusster einzusetzen, denn die Mischung machts ,extreme sind immer im Ungleichgewicht ,machen krank….; Ich kann eine Haaranalyse/Kräuterkur u.a. zb von Nehls‘ empfehlen, dort sieht man proffessionell, was dem Ponie/Tier fehlt. Ich bin sehr zufrieden…..und ansonsten weiterhin in Bewegung, Ursachenorientiert, denn mit Lebewesen muss man creativ im Umgang bleiben, wie mit mir selbst ja auch, sonst komme ich nicht zur Lebensfreude…
Was Bewegung betrifft, bin ich ständig am basteln, wie ich Bewegung mit mir und dem Tier verbinde, da ich fit bleiben möchte, motiviert mich Pferd und Hund sehr, es in jeden Tag einzubinden. Zu joggen, mit Gehpausen, Volten, ….wenn ich es regelmäsiger schaffe, mit kleinen Strecken angefangen bin ich sehr zufrieden….für mein Alltagsglück…;)
Ab und zu dürfen beide Kinder mitmachen, 1 mal Woche/in Anleitung, so bekommen bei Bodenarbeit Kind und Ponie gezielt Bewegung und der Tag ist gerettet…;) Ich bin Tierpädagogin, Zuhause, in bergiger Waldlichtung, und jeder Tag ist eine Herausforderung ihn für mich/Kind und Tier in Zufriedenheit zu schaffen. Und das ist gut so…;)
Hallo liebe Heike, das klingt doch wunderbar. Ich denke auch, dass Leben Wandel ist und nur wenn wir offen bleiben und uns weiterentwickeln auch immer alles gut wird am Ende. Alles Liebe und bis bald, Petra
Ja 24 Stunden heufütterung ist in aller Munde heutzutage ist aber auch nicht das Nonplusultra Pferde werden zu dick… ist aber halt für viele Haltergemeinschaften praktisch wegen Fütterung u Stalldienste… dann gibt es die eh und je fütterer von 2x am Tag früh u abends ca 2 Stunden. Und da zwischen ewig lange Fresspausen und die kann man aber auch nicht bekehren die haben das schon immer so gemacht u deswegen ist es gut so fertig …. nur blöd wenn man als Einsteller gegen Windmühlen spricht ?♀️
Ein sehr interessanter Artikel! Er macht auf jeden Fall klar welch weites Feld das Thema Fütterung ist und daß es natürlich keine einfachen Antworten gibt, die für Alles und Jeden gelten. Was aber Jeder mitnehmen kann ist, daß er sich unbedingt einmal näher damit auseinandersetzen sollte, WAS und WIEVIEL er seinem Tier eigentlich füttert. Schließlich macht zu viel und/oder einseitiges Essen mit zu wenig Bewegung auch uns Menschen auf Dauer sehr krank. Auch daß man heutzutage leider längst nicht mehr einfach davon ausgehen kann, daß das Futter schon alles Notwendige enthält ist ein zentraler Punkt. Um eine genaue Analyse was denn nun drin ist und was nicht muss sich aber natürlich Jeder selbst kümmern. Unter Umständen kann man sich eine Analyse durch einen Futtermittelexperten aber auch in einer Stallgemeinschaft teilen, da zumindest innerhalb eines Stalls das Hauptfutter und die Weiden gleich sein sollten. Oder man hat einen sehr guten Stallbetreiber, der so eine Analyse vielleicht schon hat vornehmen lassen… Tja, und viel Bewegung, Bewegung, Bewegung an der frischen Luft, kann man gar nicht oft genug sagen! Denn egal welchen Pferdetyp man nun nach der ganzen Züchterei am ehesten hat: Das macht jedes Pferdchen froh! ? Cool wäre vielleicht einmal ein Artikel über die unharmonische Gruppenhaltung, die hier lediglich erwähnt wurde! Woran erkennt man sie? Was kann man dagegen tun? Vielen Dank & Freundliche Grüße,
Martin
Hallo lieber Martin, danke dir für deine Gedanken. Analyse wäre die Perfektion. Da hast du Recht und das wäre auch mein Ideal. Wenn eine Gruppe nicht harmonisch ist, bleibt letztlich nur herauszufinden, woran es liegt. Ist es die Haltung? Zu wenig Platz usw.? Oder sind es die Persönlichkeiten? Je nachdem, was der Faktor sein könnte, muss man dann an anderen Stellschrauben drehen. Auf jeden Fall alles Liebe udn bis bald, Petra
Guten Abend zusammen, ich als Pferdeneuling stelle mir hinsichtlich des Artikels auch die entscheidende Frage: Wie ermittle ich den Bedarf und stelle eine ggf. vorhandenen Mangel (z.B. Haltung des Vorbesitzers) fest? Da hilft ja Literatur erst mal nicht viel. Mein Ansatz wäre auch das Blutbild gewesen – heißt kompensieren denn tatsächlich, dass ein Mangel nicht feststellbar ist – oder heißt es erst einmal nur, dass das Lebewesen den vorhandenen Mangel ausgleicht, so dass man z.B. erst einmal keinen äußerlichen Veränderungen feststellen kann? Kann jemand aufklären? Tiermediziner vielleicht? Dankeschön! Grundsätzlich muss ich sagen: Die Artikel hier sind sehr lehrreich und ich kann bereits jetzt sehr viel für mich hieraus gewinnen, lieben Dank dafür!
Hallo liebe Sara, das Blutbild ist auch ein Teil des Ganzen. Und dann die Krankheiten und Problemchen deines Pferdes, sein Körperumfang und und und. Da kommt einiges zusammen – so pauschal lässt sich das gar nicht sagen – laut unserer Expertin – und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie Recht hat. Ich habe mit Carey beispielsweise eine Futterberatung gemacht – individuell – die ich bald hier veröffentliche als Beispiel. Das hat sehr geholfen. Ganz liebe Grüße, Petra
„Welche Lauge laugt unsere Böden aus? – Die Milchindustrie beutet die Wiesen aus, die durch Turbogräser gehaltvoller geworden sind? “ — ( Leider verwickeln sich Nabu, BUND und besorgte Naturfreunde gern in solche Widersprüche.)–Ob, und welche
Mineralstoffe fehlen, kann durch eine Futteruntersuchung festgestellt werden.
Das wird ein unabhängiger Futterberater z.B.der Landwirtschaftskammer ihnen mit Sicherheit raten. Dann haben Sie eine handfeste Grundlage für die Fütterungsberatung,
Hallo, ich schließe mich TF an. Unsere Pferde grasen im Sommer immer auf der gleichen Weide. Leider ist dort keine Wechselbeweidung z.B. mit Rindern. Wenn Pferde ( meine waren 4 Warmblüter ) ad libitum Futter haben, ändert sich ihre Futteraufnahme nicht zum negativen. Sie fressen anders, ruhiger,…
selektieren besser. Welcher Pferdestallbetreiber kennt die Nährwerte seines Heu`s oder seiner Weiden? Welcher Einstaller hat überhaupt eine Ahnung von den Bedürfnissen seines Pferdes, außer, zu dick, zu dünn? Hochwertiges Raufutter ist die wichtigste Ernährung! Wie stelle ich ein Mineraldefizit fest? Es gibt natürlich Allesfresser, sprich ` leichtfuttrige Pferde. Domestizierte Pferde haben es nicht so einfach. Deren Halter die sich mit einer guten Ernährung auseinandersetzen, auch nicht
Wo bleibt hier eine Rückmeldung des `…Seitenbetreibers…..??????????????ß
Jedes Pferd hat aufgrund seiner Rasse, Alter, Körpergewicht, Haltung, evtl. Krankheit einen individuellen Bedarf an Energie, Protein und Nährstoffen. Jedes Futter beinhaltet Nährstoffe. Stellt man Bedarf und Futterration gegenüber sieht man was gedeckt ist und was nicht. Nährstoffe die fehlen und die nicht zugeführt werden, werden langfristig in eine Mangelsituation abrutschen. Denn wie soll der Körper sich mit etwas versorgen, was er nicht zugeführt bekommt? Man sollte nicht erst warten bis das Pferd eine Mangelsituation hat, sondern bereits vorher handeln. Dass Stallbetreiber und auch Pferdebesitzer viel zu häufig viel zu wenig Ahnung davon haben macht die Situation nur umso trauriger. Landwirte sind übrigens in der Pflicht alle paar Jahre Bodenproben zu nehmen. Nährstoffe die nicht im Boden sind, können von den Pflanzen auch nicht aufgenommen werden und werden auch nicht im Heu zu finden sein. Unabhängige Futterberater sind für Hilfestellung die richtigen Ansprechpartner für diesen Bereich.
Hallo, mir fehlt dasselbe, wie TF bereits schrieb: Wie kann ich nun mein Pferd (Noriker, 800 kg) in einen der 4 Typen eingliedern?
Danke und vG
Manche Pferde können tatsächlich nur schwer in einen Typen eingeordnet werden, da der Mensch durch Zucht schon sehr viel gekreuzt und vermischt hat. Es ist nur ein Richtwert, kein Gesetz. Der Noriker gehört als Gebirgspferdetyp aber am ehesten zum Tundrenpferd. Er ist leichtfuttrig und hat schon aufgrund seines Gewichts und Muskeln einen höheren Nährstoffbedarf. Mageres aber kräuterreiches und somit mineralstoffreiches Heu sind für den Noriker bekömmlicher als verholztes nährstoffarmes Heu.
Das Auge des Herrn füttert am Ende aber immer mit. Wir müssen auch einfach ein Gefühl für unser Pferd uns seine individuelle Fütterung entwickeln. Dazu gehört Wissen, wie in jedem anderen Bereich rund ums Pferd auch und ist natürlich nicht in einem einzelnen Artikel abzudecken. Auf meinem Blog schreibe ich regelmäßig Artikel rund ums Thema Pferdefütterung.
Wildpferde wurden jedoch nicht so alt wie die Pferde heute ……
Hallo, sehr interessanter Artikel und schön, dass noch etwas mehr erläutert wird als rein die 5 Irrtümer aufzuzählen. Leider fehlen mir trotzdem noch einige Informationen. Zum Beispiel wie ich einordnen kann, welcher Pferdtyp mein Pferd nun eigentlich ist oder wie ich einen Mangel in der Ernährung feststellen kann, wenn nicht durch ein Blutbild oder das abwarten bis das Fass übergelufen ist.
Interessanter Artikel, jedoch meiner Meinung nach noch nicht vollständig, wenn solche Punkte angesprochen werden und breit darüber berichtet wird, dann bitte so vollständig, dass ich daraus tatsächlich etwas mitnehmen kann.
LG
Tut mir leid, dass für dich Fragen offen geblieben sind. In meinem Blog schreibe ich regelmäßig über all diese Themen und dort geht es im Laufe der Zeit natürlich sehr viel mehr in die Tiefe.