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Du willst ein Pferd kaufen? Was du vorher wissen solltest

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Du willst ein Pferd kaufen?
Warum ein eigenes Pferd eine großartige Entscheidung sein kann

Solltest du dir überlegen dir ein Pferd zu kaufen und dich in das Abenteuer zu stürzen, dann kann ich nur laut rufen: JA! Mach das, aber überlege dir vorher ein paar wichtige Punkte, suche dir dein Pferd sorgfältig aus und achte auf alle wichtigen Fakten beim Kauf.

Ich habe den Kauf meines Pferdes damals noch keine Sekunde bereut, aber es wäre vieles deutlich einfacher gewesen und vielleicht anders gelaufen, wenn ich mein Wissen von heute hätte.

Deswegen will ich die wichtigsten Punkte mit dir durchgehen, so dass du zumindest schon einmal meinen Wissensstand von heute hast und ihn mit all deinen zusätzlichen Recherchen für dich ergänzen kannst. 

Ich bin keine Pferdehändlerin, keine Tierärztin und keine Rechtsexpertin. Deswegen habe ich mir außerdem noch Experten für den Artikel ins Boot geholt. 

Trotz allem gilt: Informiere dich, entscheide bewusst und verlass dich nur auf dich, dein Wissen und deine Entscheidung. Ich gebe dir nur meine individuelle Erfahrung weiter in diesem Artikel und erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Tipps zum Pferdekauf

Abenteuer eigenes Pferd: (MEINE) besten Tipps um (d)ein Pferd zu kaufen

Du hörst Stimmen in deinem Kopf und sie flüstern dir zu, dass du unbedingt unter die Pferdebesitzer gehen solltest? Mir haben diese Stimmen mehrfach zugeflüstert, dass das genau die richtige Entscheidung ist, kurz nachdem ich meine Stute kennengelernt habe. Das Ergebnis? Ich verbringe jeden Tag mindestens 2 Stunden im Stall, ich stinke nach Pferdemist und meine Garderobe ist deutlich haariger als vorher.

Die Ballerinas sind von Cowboystiefeln verdrängt worden und Jacken werden nach Regentauglichkeit statt nach Stylefaktor gekauft. Das ist nur ein kleiner Teil dessen, was sich seitdem verändert hat, sozusagen die Spitze des Strohhaufens Eisbergs. Das Wichtigste aber, das sich verändert hat ist, dass ich glücklich bin. Jeden Tag. Bist du verrückt genug dafür und für ein eigenes Pferd? Dann solltest du jetzt unbedingt weiterlesen.

Ich habe viele Tipps, wenn du ein Pferd kaufen willst. Sie liefern dir Infos für deine individuelle Entscheidung, ob du dir ein eigenes Pferd in die Familie holen sollst oder nicht. 

Ich schreibe ganz bewusst nicht „kaufen“, denn ich mag dieses Wort nicht. Da schwingt etwas mit, das für mich nicht zu einem Lebewesen passt. Man „kauft“ sich nicht einfach so ein Pferd und hat es dann. So sehe ich das. Du holst dir ein neues Familienmitglied in dein Leben. Ein Lebewesen mit einer Persönlichkeit und mit Bedürfnissen. 

Du musst bereit sein, dir auch die Wünsche des Pferdes anzuhören, bereit dafür dich zu kümmern und zu sorgen, eine Verantwortung zu übernehmen in guten wie in schlechten Zeiten. Einverstanden? Perfekt! Dann lass uns weitermachen. 

Das Geld spielt nicht nur beim Pferdekauf eine Rolle

Du musst auch genug Geld auf den Tisch legen können, nicht nur für den Kaufpreis (da ist es wieder das unschöne Wort), sondern auch für die Box, das Futter, den Hufschmied, den Tierarzt und vielleicht auch für all die anderen Experten, die du an dein Pferd lassen musst.

Den Osteopathen oder den Physiotherapeuten zum Beispiel. Das Geld für den Trainer und Reitlehrer, damit sie das ausgleichen können in eurem Training, was du vielleicht noch nicht weißt. Du  brauchst eine Haftpflichtversicherung (am besten eine, die auch Geländegänge, Reiten mit und ohne Helm, mit und ohne Gebiss und andere Unwägbarkeiten beinhaltet) und du brauchst Geld für die Pflege deines Pferdes. Und wenn es nur das Silberspray für seine neue Wunde ist.

Was kostet ein Pferd? Eine kurze Liste für dich

Eine kurze Kostenliste der Basis (basiert auf meinen Erfahrungen):

  • Stallmiete (je nachdem ob du Selbstversorger bist oder Vollpension hast – wo du wohnst): Zwischen 200 und 400 Euro pro Monat
  • Futter (je nachdem wie viel Aufwand du betreiben willst – ich stehe auf Biofutter, Moor und Mineralsteine): Zwischen 30 und 50 Euro pro Monat
  • Hufschmied (ich habe ein Barhuf-Pferd – heißt, es wird alle 4-6 Wochen behandelt): Üblicherweise zwischen 30 und 60 Euro pro Behandlung
  • Tierarzt und Zahnarzt (Gehen wir mal nur von Impfungen und Pflege aus): Zwischen 400 und 600 Euro pro Jahr zusammen

Dann kommen noch Extras dazu wie ein Check-Up vom Physiotherapeuten (ich lasse das 1-2 Mal pro Jahr machen, wenn nichts ist) – etwa 140 Euro pro Besuch. 

Du brauchst Equipment, einen Sattel der wirklich passt (1000-3000 Euro), Zaumzeug und so weiter.

Fundiertes Pferdewissen von Experten für dich

Warum es sich lohnt ein eigenes Pferd zu kaufen

Jetzt seufzt du vielleicht einmal tief und beschließt es lieber sein zu lassen, nachdem du die lange Liste gelesen hast. Ich will dich nicht entmutigen. Es lohnt sich!

  • Es ist wunderschön ein Pferd um sich zu haben, mit dem du dich jeden Tag beschäftigen kannst
  • Es wird dich kennenlernen und du dein Pferd
  • Ihr werdet euch aufeinander einlassen und gemeinsam wachsen zu etwas größerem.

BIST DU VERRÜCKT GENUG FÜR EIN EIGENES PFERD?

Das klingt jetzt vielleicht pathetisch, aber es ist so. Das ist wunderschön und all die Mühen und Kosten wert. Ich bereue keine Sekunde, dass meine Stute jetzt ein Teil meines Lebens ist, aber ich habe mir vorher genau ausgerechnet und bewusst gemacht, was ich an Zeit, Geld und Mühe auf den Tisch legen muss, um meiner Verantwortung ihr gegenüber gerecht zu werden.
Pferde sind Individuen, sie haben Charakter und Persönlichkeit. Du auch! Also solltet ihr beide auch zusammenpassen oder euch ergänzen. Das ist wie in einer guten Freundschaft.

Du kannst dein Pferd beim Züchter, Händler, von Privat oder sogar leider auch beim Schlachter kaufen. Auch da gilt es einiges zu beachten – es gibt nun einmal leider immer wieder schwarze Schafe in der Pferdewelt.

Ein Pferdekauf ist immer auch ein Risiko. Aber wenn du gut informiert bist über deine Rechte und Möglichkeiten, kannst du das Risiko so klein wie möglich halten. Zum Beispiel, wenn du beim Kauf genau weißt was du willst, wenn du dich nicht bequatschen lässt und auch die ganz großen Risiken mit einer Ankaufsuntersuchung ausschließt.

Wichtige Fragen die du dir vor dem Pferdekauf stellen kannst

Du musst dich neben der finanziellen Grundversorgung und der Frage, ob genug Geld für ein Pferd da ist, noch folgendes vorher fragen:

Können und wollen deine Familie, dein Partner und dein Umfeld das mittragen?

Welcher Stall ist der richtige und woran erkennst du das? Welche Modelle gibt es von der Teilversorgung bis zur Vollpension und wie sehen die Verträge aus, die zwischen Stallbesitzer und dir geschlossen werden?

Aber es ist eben nicht nur das – es stehen viele Fragen an, die du dir stellen kannst:

  • Bist du Wissenstechnisch und mental weit genug für ein eigenes Pferd?
  • Wieviel Zeit und Geld brauchst du eigentlich für ein eigenes Pferd?
  • Welche Kosten kommen auf dich zu und was brauchst du alles?
  • Vom Futter bis zur Wurmkur, von der Hufpflege bis zu den Versicherungen und Impfungen

Zum Beispiel:

  • Entspricht das Pferd dem, was du als Reiter erreichen möchtest? Es macht keinen Sinn sich ein astreines Reining-Horse zu kaufen, wenn man von den hohen Lektionen der Dressur träumt. Sie sind einfach auch vom Körperbau her anders gezüchtet. Du kannst natürlich mit jeder Rasse immer etwas erreichen, aber das Pferd und du werdet es entsprechend schwer haben dorthin zu kommen.
  • Was willst du mit dem Pferd machen? Dazu sollte dann der Charakter passen. Wenn du ein ängstlicher Mensch bist, ist es nicht besonders gut sich ein ängstliches Pferd zu kaufen – ihr werdet euch eher gegenseitig dauernd erschrecken als euch zu einer gelassenen Gemeinschaft zu wandeln

Organisatorisch solltest du beim Kauf noch beachten: Organisiere dir vorher, ob das Pferd ein Equidenpass hat und wenn nein, wie du ihn beantragen kannst (dazu bekommst du im Artikel noch informationen). Jedes Pferd braucht so einen Equidenpass und du musst nach dem Kauf dafür sorgen, dass er auf dich umgetragen wird.

Welche Versicherungen möchtest du abschliessen? (hol dir unbedingt mindestens eine Pferdehaftpflichtversicherung)

Dazu habe ich einen Artikel HIER geschrieben, mit allen nötigen Infos und meiner persönlichen Haftpflicht als TIPP

Und – so traurig es klingt – was machst du, wenn dein Pferd irgendwann stirbt. Denn auch da gibt es bestimmte Grundsatzfragen, die man sich vorher stellen muss: Soll das Pferd als Schlachtpferd eingetragen sein? Ja oder nein? ICh finde „nein“, damit mein Pferd alle Medikamente bekommen kann, die es braucht. Wie will ich damit umgehen?

Dazu habe ich gesondert einen Artikel geschrieben – bei dem ich während des Schreibens Rotz und Wasser geheult habe – weil es so wichtig ist, sich dazu auch Gedanken zu machen: Du findest den Artikel HIER

Und jetzt lass uns einmal tief Luft holen und wieder zu dem zurückkommen, weshalb du eigentlich auf diesen Artikel gestossen bist. Der Kauf deines Pferdes und welche Infos du am Besten dafür brauchst. Denn ein Pferd zu haben, bedeutet erst einmal Freude! 100% pure Freude! Möglichst viele wunderbare Jahre miteinander.

Wichtiger Punkt: Der richtige Stall

Bevor du dir ein Pferd suchst, solltest du dir den passenden Stall in deiner Umgebung aussuchen. Das ist kein einfaches Thema und ich kenne Menschen, die schon mehrfach den Stall gewechselt haben, weil die Haltung einfach nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat. Pferde können Verhaltensstörungen entwickeln, sie werden unter Umständen aggressiv oder depressiv, wenn sie nicht richtig gehalten werden.

  • Ist in der Herde die Rangfolge geklärt? (Wenn nein, wird dein Pferd erst einmal sehr viel Unruhe und Kämpfe mitmachen müssen – sowohl als „Neuer“ als auch innerhalb der Herde, das bedeutet Stress)
  • Wie viele Futterzeiten gibt es pro Tag? (Pferde sollten mindestens alle 3-4 Stunden etwas in den Essen in den Magen bekommen, am besten noch öfter. Raufutter oder Gras. Sonst können sie aufgrund ihrer Anatomie Magenprobleme bekommen.
  • Wie ist die Qualität von Heu und Stroh?
  • Wie wird das Futter gelagert
  • Ist der Stall sauber und sind die Fresstände sauber?
  • Wie oft wird gemistet (täglich sollte es schon sein)
  • Wie groß ist die Gruppe? (zu wenige sind nicht gut – zu viele auch nicht, vor allem wenn der Platz nicht reicht)
  • Wie wirkt der Stall auf dich? Ruhig und gelassen? Hell und freundlich? Super! Ansonsten: lieber Vorsicht!
  • Welche Philosophie herrscht in dem Stall und kannst du dich damit anfreunden? Als Barhuffan mit Hang zu Liberty wirst du in einem Turnierstall mit Eisenpflicht eher Probleme haben

Wenn du dein Pferd dann hast, müsst ihr euch erst einmal aneinander gewöhnen, ihr müsst zusammenkommen und ankommen.

Jungpferd oder erfahrenes Pferd?

Ich habe mich für ein Jungpferd entschieden. Mir haben viele davon abgeraten mir ein Jungpferd zu kaufen und viele haben mir dazu geraten. Es ist eine schwierige Entscheidung, die nur du alleine fällen kannst. Es gibt Vor- und Nachteile, die ich dir jetzt schildern werde.


Es gibt tatsächlich eine Faustregel die besagt, je unerfahrener der Reiter, desto erfahrener das Pferd. 

Das mag auch in vielen Fällen zutreffen. So ein erfahrenes Pferd „verzeiht“ natürlich viele Fehler. Es weiß genau, was gemeint ist und liest auch aus nicht so perfekten Ansagen das Richtige heraus. Mit einem richtigen Pferdeprofi kann die Kombination aus Anfänger und Pferd sicher gut funktionieren.

Was spricht für ein Jungpferd?

Aber man kann natürlich auch gemeinsam lernen, wenn man sich für ein junges Pferd entscheidet. 

  • Jungpferde haben noch keine Vorgeschichte und damit auch keine Probleme, die sie sich vielleicht schon angewöhnt haben. 
  • Sie haben noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. 
  • Zumal immer wieder auch Pferde als Freizeitpferde verkauft werden, die es mit 5 oder 6 nicht in den Profisport geschafft haben.
    Die sind dann wiederum viel Druck und eine starke Reiterhand gewohnt, dass ein Anfänger da nicht mithalten kann und die Seele des Pferdes vielleicht stresst, liegt auch auf der Hand. 

Das alles war für mich ausschlaggebend mich für ein Jungpferd zu entscheiden. Ich ahnte, dass es ein großes Abenteuer werden würde. Natürlich habe ich auch dann falsche Entscheidungen getroffen, Fehler gemacht und würde heute wieder vieles anders machen. 

Aber ich bereue es nicht, weil es mich weitergebracht hat und meine Stute und ich auf ganz anderen Ebenen zusammenwachsen konnten. 

Ein Jungpferd hat seine Ecken und Kanten, wird seine Teenagerjahre haben und natürlich sind die ersten Erfahrungen prägend. Deswegen sollte man sich nicht Hals über Kopf und ganz alleine in so ein Abenteuer stürzen. Du musst dir auch ganz genau aussuchen mit wem du dein Pferd trainieren möchtest und dir Hilfe an deine Seite holen – aber ausgesucht. es gibt leider zuviele Trainer da draussen die mit Druck und Dominanz arbeiten. 

Sei immer bereit zu lernen, habe viel Geduld und lass dir Zeit für alles. Wer ein Jungpferd haben möchte darf nicht ungeduldig sein, braucht einen hohen Wissensdurst und muss bereit sein fehlende Erfahrungen mit Zeit und Geld (für die richtigen Kurse und Trainer) auszugleichen. 

Mir ist meine Stute „zufällig“ über den Weg gelaufen und ich habe mich verliebt. Ich kann nicht genau sagen, was es war. Aber ich habe dieses Pferd nicht mehr aus meinem Kopf bekommen. Ich wusste aber auch, dass ihre Zucht unter Idealbedingungen ablief und sie in einer guten Haltung groß geworden ist. Danach ist zwar auch dort einiges schief gelaufen, aber das gehört zu den Dingen, die ich lernen musste. 

Wenn du mehr über Beritt und Training erfahren willst: Hier findest du Infos dazu

Wenn du mehr über Jungpferd-Ausbildung erfahren möchtest, habe ich HIER einen ausführlichen Artikel für dich

Was spricht für ein erfahrenes Pferd?

Wenn du ein erfahrenes Pferd zu dir holst, musst du vermutlich weniger Zeit in die Grundausbildung investieren, das Pferd hat schon ein bisschen Weisheit des Erwachsenwerdens genossen und du kannst dort ansetzen, wo dein Pferd steht. Vermutlich deutlich weiter als bei einem Jungpferd. Wenn es gut ausgebildet ist, wird es dir auch sehr viel beibringen können. Auch das kann viele grandiose Vorteile haben. 

Hol dir einen guten Trainer und sorge vor

Mir war wichtig, dass ich nicht alleine da stehe mit meinem Jungpferd. Genau das hätte ich aber auch mit einem erfahrenen Pferd gewollt. 

Such dir unbedingt einen erfahrenen Trainer, der euch zur Seite steht. Ein Trainer, mit dem du dich verstehst, der dir alles erklärt und dir dabei hilft mit deinem Pferd klar zu kommen. Der aber sanft und geduldig agiert. 

Es bringt dir aber nichts, wenn nur dein Trainer super mit deinem Pferd klar kommt. Du musst mit deinem Pferd zusammenwachsen. Ein guter Trainer wird das zum Ziel haben und dich mittrainieren und mit Wissen versorgen.

Kaufe dein Pferd bei einem guten Züchter oder fairen Pferdehändler: Kaufe bei einem Händler deines Vertrauens oder bei einem Züchter, der die Pferde nicht in rasendem Tempo loswerden und die nächste Generation züchten will.

So erkennst du einen guten Züchter oder HÄNDLER

  • Ein guter Züchter wird den Pferden die Zeit geben erwachsen zu werden
  • Ein guter Züchter oder Händler wird Dir etwas über den Charakter der Pferde erzählen können
  • Ein guter Züchter wird sein Pferd nicht an jeden verkaufen, um Geld zu machen, sondern nach dem passenden Menschen für das Pferd suchen und die Mutter und Vater des Jungpferdes gut kennen.
  • Ein guter Händler gibt dir Zeit und setzt dich nicht unter Druck

Sorge aber auch ansonsten vor: Suche dir einen guten Stall, recherchiere schon einmal nach guten Hufpflegern und Tierärzten in deiner Gegend, so dass du nicht erst loslegen musst, wenn du dein Pferd schon gefunden hast. 

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Die wichtigsten organisatorischen Punkte zum konkreten Pferdekauf

Was du wissen musst, wenn du ein konkretes Pferd kaufen möchtest

Was ist eine AKU und was gehört dazu?

Ein Jungpferd ist (das steckt schon im Namen) ein junges Pferd. Das heißt: Es wächst noch. Die Knochen sind noch nicht fertig. Eine Ankaufsuntersuchung ist deswegen nur bedingt aussagekräftig. Das sieht bei einem erwachsenen Pferd schon etwas besser aus.

Bei jedem Pferd solltest du auch eine AKU machen – AKU steht für Ankaufsuntersuchung und wird vom Tierarzt durchgeführt. Da werden bei der kleinen AKU die Balance, der Knochenbau, die Hufe und eventuelle Lahmheiten abgeprüft. Man kann auch Röntgenaufnahmen von den Gelenken anfordern. Es gibt auch große AKUs: da kommen dann noch Blutuntersuchungen dazu.

Je wertvoller das Pferd und je professioneller die Ecke (Turniersport), desto aufwendiger kann so eine AKU ablaufen. Es ist schlicht eine Frage dessen, was Käufer und Verkäufer wollen und bereit sind dem Tierarzt zu bezahlen.

Sinnvoll ist auf jeden Fall immer eine kleine AKU, je nach Bauchgefühl und Pferd vielleicht auch die Röntgenaufnahmen. Und bei teuren Pferden oder Profipferden gerne auch eine größere AKU. Bei einem Jungpferd ist das alles schon wieder eine andere Frage.

Denn: es wächst ja noch. So eine AKU ist dann noch mehr „Momentaufnahme“ als bei einem ausgewachsenen Pferd. Eine Garantie gibt es also nicht. Ich hatte mich trotzdem für eine kleine AKU entschieden inklusive Röntgenaufnahmen von den Gelenken, weil ich ausschließen wollte, dass das Pferd etwas Grundsätzliches und schwerwiegendes hat.

Wer bezahlt die AKU?

Das ist die nächste Frage und auch das ist Ermessenssache. Je nach Käufer-Verkäuferpaar und Absprache. Manchmal teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten. Es gibt aber auch das Modell, dass der Käufer zahlt, wenn das Pferd gesund ist und der Verkäufer, wenn das Pferd etwas hat. Modell Nummer drei ist, dass der Verkäufer zahlt und Modell Nummer vier: der Käufer.

Ich habe die kleine AKU machen lassen. 

Was gehört zu einer kleinen AKU?
  • Beugeprobe – es wird gecheckt ob die einzelnen Gelenke der Pferde gut funktionieren.
  • Kondition wird gecheckt – der Ruhepuls wird gemessen, dann muss sich das Pferd in allen Gangarten bewegen – dann wird nochmal der Puls gemessen – dann geschaut, wie schnell er sich wieder beruhigt.
  • Hufe – wie fühlig sind sie? Sind sie gesund?
Pferdehufe
  • Augen und Ohren werden untersucht und das Herz und die Organe werden abgehört
  • ON TOP: Röntgenbilder von den Beinen. Man kann auch den Rücken röntgen lassen. Aber je mehr Bilder, desto teurer die Untersuchung. Das ist am Ende einfach auch Ermessenssache. Bei den Röntgenbildern stellt sich auch heraus, ob ein Pferd „Chips“ hat. Das haben viele Pferde. Sie können ein Leben lang unauffällig bleiben. Sie können sich aber auch verhärten, gegen die Nerven drücken und so Lahmheiten auslösen. So ein Chip kann nur durch eine OP entfernt werden.

Blutprobe – ja oder nein?

Es gibt Rassen bei denen sich auch eine Blutprobe empfiehlt. Zum Beispiel weil sie Gendefekte haben. Auch das kostet Extra. Das alles ist am Ende auch eine Frage des persönlichen Sicherheitsbedürfnisses oder um es mit den Worten des deutschen Tierarztes zu sagen, den ich die Ergebnisse des spanischen Tierarztes habe gegenchecken lassen: „Warum machen sie das alles? Sie kaufen das Pferd doch sowieso, oder?“

Ich konnte ihm nicht wirklich widersprechen. Und habe auf Blutprobe und weitere große Checks verzichtet. Ich wollte wissen, ob das Pferd etwas Offensichtliches und Schreckliches hat. Das hätte einen Kauf noch verhindern können. Da sie grundsätzlich gesund war, habe ich sie auch ohne Blutprobe und Gentest gekauft.

Transport bei einem (Import-)Pferd

Mein Pferd kam aus Spanien. Es stellte sich also auch die Frage des Transportes. Manchmal übernehmen die Züchter oder Händler den Transport gegen Aufpreis. Manchmal muss man ihn selbst organisieren. Für längere Transporte gibt es extra darauf spezialisierte Unternehmen. 

Lange Transporte sind Stress für ein Pferd, körperlich wie seelisch anstrengend. 

Investiere lieber ein paar Hundert Euro mehr in einen guten Transport, der Pausen macht und die Strecke nicht aus Kostengründen und einer knappen Kalkulation in Überschallgeschwindigkeit erledigen muss. 

Bei einem Importpferd gilt noch: Es gibt in den meisten Ländern auch Vermittler, die gegen eine Provision die Organisation übernehmen.

  • Das Pferd braucht einen Bluttest um zu beweisen, dass es gesund ist.
  • Es braucht dann den Equidenpass und – falls vorhanden – die Papiere. Dann kann es Transportiert werden.
  • In Ländern, die nicht zur EU gehören, gibt es zum Teil dann noch Zollgebühren bei der Einfuhr, die bezahlt werden müssen. Und spezielle Bedingungen, wie Bluttests und Quarantäne.

Das wiederum muss man einzeln überprüfen. In Spanien gibt es das als EU-Land natürlich nicht.

Was immer gilt: Mache Nichts ohne Papiere!

Natürlich hängt das alles auch ein bisschen davon ab, wo ihr Euer Pferd unter welchen Bedingungen kauft. Wenn ihr ein Pferd vor dem Schlachter rettet oder der Freundin oder Stallgenossin abkauft, dann spielen die Papiere natürlich keine so große Rolle. 

Wenn ihr bei einem Züchter kauft, am Besten noch ein reinrassiges Exemplar (so wie ich) – dann sind die Papiere sehr wichtig. Abstammung und Besitzerurkunde, genau wie Equidenpass. Den muss allerdings jeder Pferdebesitzer in der Tasche haben. Inklusive Chip und Impfungen.

Wenn du noch Fragen hast, schreibe mir gerne in die Kommentare – ich will sie versuchen zu beantworten – soweit ich einen Infostand dazu habe

Jetzt habe ich noch ein paar Experten ins Boot geholt und Interviews mit einem Profi-Verkäufer geführt, der dir noch ein paar Tipps on Top geben kann. 

Carey_MePetra und Carey kuscheln mit Kappzaum

Verstand beim Pferdekauf: Die großen Fehler und die besten Tipps – im Interview mit einem professionellen Pferdehändler

Der Pferdeexperte und Pferde-Profi-Verkäufer Lutz Leckebusch, der nach seiner Laufbahn als Züchter und Profireiter jetzt mit Pferden handelt, hat mir im Interview Tipps für den Pferdekauf verraten. Lutz Leckebusch hat schon als kleiner Junge seine Liebe zu den Pferden gefunden, hat dann über das Voltigieren und die klassische Reitweise, das Westernreiten entdeckt.

Er hatte selbst lange einen eigenen Stall, eine Zucht und hat Pferde trainiert. Er hat im Profisport Turniere gewonnen, bis zu diversen Europameisterschaften. Er hat in seinem Leben tausende Pferde geritten und handelt heute mit Pferden. Er kauft sie, trainiert sie und findet dann den richtigen Besitzer für das Pferd. Manchmal sucht er auch für Kunden das Wunschpferd.

Pferdeflüsterei: Gibt es Dinge, worauf du besonders achtest, wenn du Pferde kaufst?

Lutz Leckebusch: Eigentlich suchen alle Leute immer dasselbe Pferd. Ich achte darauf, dass sie gesund sind. Möglichst gutes Gebäude haben, gute Füße haben, Ausstrahlung haben und gut zu Reiten sind. Wichtig auch: Es gibt beim Händler keine günstige Gelegenheit. Ein Händler weiß, wie gut oder schlecht sein Pferd ist. Wenn die Pferde zu billig sind, kann das sehr schnell einen Grund haben. You get, what you pay for. Wenn es sehr günstig ist, dann hat es meist etwas. Das hat immer einen Grund.

Pferdeflüsterei: Was ist aus deiner Sicht „billig“?

Lutz Leckebusch: Wenn man jetzt kaufmännisch rechnet. Ein Pferd kostet Geld, bis es vier Jahre alt ist. Du musst die Stute haben, du musst den Decksprung bezahlen, du musst das Fohlen füttern und die Stute füttern. Die meisten Züchter verlieren Geld. Wenn ein 4-jähriger weniger als 15.000 Euro kostet, dann verliert der Züchter eher Geld damit. Ein Pferd kostet einfach einen Grundpreis und dann geht’s eben hoch und runter. Der Züchter verliert meistens Geld. Es ist für die Züchter Leidenschaft und Passion. Sie haben immer wieder ein sehr gutes Pferd und das reißt den Durchschnitt hoch.

Pferdeflüsterei: Also eigentlich sollte ich nicht zum Händler gehen, sondern zum Züchter?

Lutz Leckebusch: Ich kaufe nur beim Händler. Bei einem guten Züchter zahlst du viel Geld. Da gibt’s keine günstigen Pferde.

Pferdeflüsterei: Machst du immer eine AKU?

Lutz Leckebusch: Meist ja – nicht immer. Bei den teuren Pferden mache ich immer eine AKU.

Pferdeflüsterei: Was heißt teuer bei dir?

Lutz Leckebusch: Wenn ein Pferd über 10.000 Euro kostet.

Pferdeflüsterei: Was würdest du Privatleuten raten – immer eine AKU machen?

Lutz Leckebusch: Privatleuten würde ich immer zu einer normalen Ankaufsuntersuchung raten. Eine normale kleine Ankaufsuntersuchung machen mit Beugeprobe und allem. Dann je nach Preis des Pferdes auch Röntgenbilder und mehr. Auch abhängig davon, was man mit dem Pferd später machen möchte.

Pferdeflüsterei: Oft ist es ja Liebe…dann wollen die Menschen das Pferd haben – komme was wolle..

Lutz Leckebusch: Das darf man nicht machen. Man muss das Pferd auch immer mit klarem Verstand betrachten. Man muss immer genug Pferde ansehen und wissen, was man selber will. Viele Leute haben gar keine Vorstellung davon, was sie wollen. Über 70 % der Kunden kaufen das falsche Pferd. Wenn man sie beraten könnte, würden sie unter Umständen oft ein ganz anderes Pferd kaufen.

Pferdeflüsterei: Hast du da Beispiele?

Lutz Leckebusch: Nervige Leute kaufen sich oft nervige Pferde, was nicht passt. Schüchterne Leute fühlen sich oft zu dominanten Pferden hingezogen. Viele Leute kaufen auch kranke Pferde. Weil sie offenbar lieber pflegen als Reiten wollen. Das würden sie so nicht sagen, aber ich hab manchmal das Gefühl. Ich finde wahnsinnig wichtig, dass die Pferde gesund sind. Man soll in der Pferdegesundheit wenig Kompromisse machen. Keine Allergiker kaufen zum Beispiel Das ist der größte Tipp: Kauft keine kranken Pferde.

Pferdeflüsterei: Chips zum Beispiel?

Lutz Leckebusch: Das kommt darauf an, wo sie liegen. Da muss dann der Tierarzt einschätzen, welche Folgen das haben könnte. Soweit er das kann. Das ist dann auch immer Ermessensfrage.

Pferdeflüsterei: Sind das für dich Ausschlusskriterien?

Lutz Leckebusch: Für mich ja. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Hufrolle oder Spath. Das erkennt man an der Beugeprobe und an den Röntgenbildern. Gendefekte sind zum Beispiel auch Ausschlusskriterien. Bei Quarterhorsepferden kommt das oft vor. PSSM, HERDA, HYPP.

Da gibt es mittlerweile einen Kombinationstest, das man alles mit einem Gentest nachprüfen kann. Das sollte man unbedingt bei einem Quarterhorse testen lassen. Zu viele haben es. Sie haben es schon immer, aber es wurde zu spät erkannt. Die Quarterhorses dürfen auch mit einem Gentest züchten. Das wurde zu spät erkannt. Sollte man durchtesten lassen.

Pferdeflüsterei: Wann ist ein Pferd ein „gutes“ Pferd aus deiner Sicht?

Lutz Leckebusch: Ich bin zu anspruchsvoll (lacht)

Pferdeflüsterei (lacht auch): Nehmen wir einen Privatmenschen – wann ist ein gutes Pferd, ein gutes Pferd?

Lutz Leckebusch: Wenn es lieb ist, wenn man sich damit wohl fühlt. Wenn es sich gut sitzen lässt und gut reiten lässt. Alles lieb mitmacht und gesund ist.

Pferdeflüsterei: Bei einem Jungpferd – da kauft man ja die Katze im Sack? 

Lutz Leckebusch: Auch da kann man am Bewegungsablauf schon etwas erkennen. Das Gebäude, die Haltung, die es dem Menschen gegenüber hat. Viel Takt, gutes Preis-Leistungsverhältnis. Wenn es gute Füße hat und einen guten Bewegungsablauf. Aber ein Restrisiko ist bei Jungpferden immer dabei.

Pferdeflüsterei: Gibt es Dont’ts?

Lutz Leckebusch: Ich sage immer: Man sollte sich möglichst keinen Hengst kaufen. Dafür muss man sich schon sehr gut auskennen und man braucht die passenden Haltungsbedingungen für den Hengst. Viele Leute wollen Hengste. Ich mache sehr viel mit meinen Hengsten, aber das können die wenigsten Leute machen. Das ist meistens Quatsch. Meine Hengste dürfen auch mit anderen Pferden stehen. Sind sie zu hengstig, werden sie gelegt. Ich bin da relativ kompromisslos.

Pferdeflüsterei: Kommen wir wieder zum Thema Pferdekauf. Was gehört aus deiner Sicht zu einem guten Kaufgespräch dazu?

Lutz Leckebusch: Ich bin oft erstaunt, dass viele Leute Pferde kaufen, die sich aber nicht unter den Bedingungen ausprobieren unter denen sie sie später halten wollen. Also zum Beispiel, dass sie ein Pferd fürs Gelände wollen, aber das Pferd gar nicht im Gelände ausprobieren. Weil sie sich vom Verkäufer unter Druck setzen lassen oder weil sie sich nicht trauen nachzufragen.

Oder sich das Pferd nur kurz ansehen und dann schon den Kaufvertrag unterschreiben. Mir ist wichtig, dass die Leute die Pferde wirklich ausprobieren können. Sie können zu mir kommen für ein paar Tage. Sie können drinnen reiten, ins Gelände gehen, an der Straße längs reiten. Wenn das Kind das Pferd reiten soll, dann muss auch das Kind das Pferd ausprobieren. Meine Pferde sind zwar oft schon gesattelt, damit es schneller geht. Aber wenn man das will, kann man sich auch das Satteln ansehen oder das Pferd putzen.

Pferdeflüsterei: Also eigentlich soll man sich vorher überlegen: Was will ich von meinem Pferd und genau das dann in der Verkaufssituation abprüfen?

Lutz Leckebusch: Genau! Und dann darauf achten, dass sie lieb sind und dass sie Herdenkompatibel sind.

Pferdeflüsterei: Gibt es auch schwarze Schafe? Also, was ist dran an den Horrorstories von den gedopten und sedierten Pferden im Handel?

Lutz Leckebusch: Das ist ja Betrug. Das kommt vor, aber eher selten. In Deutschland gibt es dafür richtig Ärger, wenn es raus kommt. Da hat man als Kunde rechtlich gesehen eine starke Absicherung. In Spanien und anderen Ländern passiert das viel häufiger. Man kann zum Beispiel auch ein Übergabeprotokoll machen. Da kann man genau festlegen, wie das Pferd an dem Tag des Verkaufs war, wer es ausprobiert hat und so kann man sich auch ein bisschen absichern. Aber am Ende ist der Pferdekauf auch immer eine Vertrauenssache. Da muss man auch immer auf sein Bauchgefühl hören.

Pferdeflüsterei: Thema Papiere – was brauche ich?

Lutz Leckebusch: Du brauchst nur einen Equidenpass. Wenn Du ein Zuchtpferd mit gutem Namen hast, brauchst Du noch die Verbandspapiere. Sonst kannst Du nicht zu den Verbandsturnieren und die Fohlen einer Zuchtstute bekommen keine Papiere. Das ist wichtig. Deswegen muss das im Kaufvertrag stehen. Damit man die Papiere bekommt, auch wenn der volle Preis schon bezahlt ist.

Pferdeflüsterei: Sollte ich als Käufer erst komplett bezahlen, wenn ich die Papiere habe?

Lutz Leckebusch: Nein, das ist auch immer eine Vertrauensfrage. Wenn Du den Verkäufer kennst und ihm vertraust, kannst Du auch bezahlen und Dir die Papiere vom Verkäufer bei der Übergabe in die Hand drücken lassen. Wenn Du kein Vertrauen zum Verkäufer hast, dann gib ihm das Geld erst, wenn Du das Pferd abholst und die Papiere direkt in die Hand bekommst.

Pferdeflüsterei: Was sind die Fallen, die oft beim Verkauf passieren?

Lutz Leckebusch: Viele Leute lassen sich vertrösten beim Ausprobieren. Es gibt immer 1000 Ausreden dafür, warum das Pferd gerade etwas nicht machen kann. Ins Gelände gehen oder springen oder satteln. Man muss die Pferde ausprobieren. Deswegen kaufen viele Leute dann das falsche Pferd. Man kann lieber länger warten. Man hat das Pferd ja lange. Eben mal schnell ein Pferd kaufen, das geht nicht. Und nie Mitleidskäufe machen. Nie ein Pferd schenken lassen, vor allem die Mitleidsrunde. Das sind oft Pferde die krank oder sehr alt sind. Das kostet dann wahnsinnig viel am Ende an Tierarztkosten. Da verliert man den Spaß daran. Das ist frustrierend.

Der Kaufpreis ist das eine, das andere ist es ein Pferd zu unterhalten. Das ist wesentlich teurer als viele denken. Sobald Du dann noch anfängst Turniere zu reiten wird es noch teurer. Locker mal 1000 Euro im Monat. Der Vater muss das Auto verkaufen und dann ein Auto mit Hänger kaufen und und und. Lieber vorher darüber nachdenken und vielleicht auf guten Reitunterricht oder Reitbeteiligung setzen. Dann ganz in Ruhe suchen. Denn gekauft sind die Pferde schnell und danach hat man sie fast ein Leben lang.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für die Infos und das Interview! 

Wir blicken jetzt noch auf die rechtliche Seite des Ganzen – im Interview mit der Pferderechtsexpertin – und zum Schluss bekommst du meine persönliche Geschichte und ein bisschen Mindset für deine Entscheidung.

 

Der Pferdekauf aus rechtlicher Sicht - Ein Gastbeitrag von der Pferderechtsexpertin

Eigentlich ist es ja eine wunderschöne Sache, so ein eigenes Pferd. Aber trotzdem solltest du vor lauter Herzchen in den Augen die rechtlichen Fakten nicht vergessen. Hier erfährst du alles, was du wissen musst. Aus rechtlicher Sicht solltest du dabei einige Dinge beachten, die dir die Anwältin für Pferderecht in diesem Artikel ganz genau erklären wird.

Rechtliche Facts zum Pferdekauf – Tipps von der Pferderechtsexpertin

Die wichtigsten Fallstricke und Must-haves aus vertraglicher Sicht, beschrieben wir dir jetzt Schritt für Schritt, damit alles gut geht beim Pferdekauf.

INFOBOX: Die gleich folgendes Infos sind von der Anwältin für Pferderecht, Patricia Wartenberg, die zu allen rechtlichen Themen rund ums Pferd auch HIER auf ihrer Webseite „Pferderecht Beratung“ schreibt. Patricia Wartenberg ist Rechtsanwältin und langjährige Turnierreiterin. Sie berät Mandanten bundesweit bei allen Rechtsfragen rund um das Pferd, den Reitsport und die Pferdehaltung.

Alle Infos und Facts stammen von ihr und wurden von der Pferdeflüsterei nicht gegengecheckt. Wenn du also Fragen hast oder Anmerkungen, schreib uns einfach, wir leiten es an sie weiter oder schreibe einen Kommentar, dann kann Patricia dir direkt antworten.

Du kannst dich übrigens von ihr auch anwaltlich beraten lassen, wenn du individuelle Fragen zum Pferderecht hast. Du kannst sie über ihre Website ganz einfach kontaktieren: pferderecht-beratung.de. Jetzt übergebe ich das Wort an Patricia und ihr Fachwissen:

Die wichtigsten rechtlichen Facts zum Pferdekauf – Ein Gastbeitrag von der Pferderechtsanwältin

Hast du auch den Traum vom eigenen Pferd, einem Partner, der dich durch Dick und Dünn durchs Leben begleitet. Geprägt von dieser emotionalen Entscheidung wird oft das Internet auf der Suche nach dem passenden Partner durchforstet und wenn das perfekte Pferd gefunden scheint, leider häufig blauäugig und vorschnell agiert.

Die Entscheidung zum Pferdekauf ist aber nicht nur eine Entscheidung für die Gegenwart, sondern vor allem eine Entscheidung für eine gemeinsame Zukunft und die möchte gut durchdacht sein. Eine glückliche, gesunde, gemeinsame und vor allem auch bezahlbare Zukunft mit dem geliebten Vierbeiner setzt nämlich unter anderem voraus, dass ich mir über eine für den Kauf wesentliche Sache bewusst bin: Was bekomme ich für mein Geld?

Dieser Artikel soll dir ein paar Hinweise an die Hand geben, was beim Pferdekauf aus rechtlicher Sicht beachtet werden sollte.

Brauche ich überhaupt einen schriftlichen Kaufvertrag?

Die Antwort lautet: auf jeden Fall! Papier ist geduldig und bereits aus Beweisgründen solltest du dringend einen schriftlichen Vertrag schließen.
Wir werden in unserer Kanzlei immer wieder gefragt, ob auch ein mündlicher Vertrag bindend ist. Die Antwort lautet auch hier: ja. Ein Vertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Die müssen nicht zwingend schriftlich sein. Es genügen auch zwei mündliche (Willens-) Erklärungen der Vertragsparteien – also Angebot und Annahme – für das Zustandekommen eines Vertrages.

Deshalb ist auch der sogenannte „Kauf per Handschlag“ ein wirksamer Kaufvertrag. Die Problematik eines mündlichen Kaufvertrages liegt aber in der „Flüchtigkeit des gesprochenen Wortes“. Du wirst einfach mehr Schwierigkeiten haben alles wichtige zu beweisen, wenn du und der Verkäufer euch am Ende doch in irgendwelchen Punkten uneinig sein solltet.

Hat man in diesem Fall nur nicht belastbare Zeugen zur Hand, die die vereinbarten Einzelheiten des mündlichen Kaufvertrages bestätigen können, kann die Geltendmachung von Ansprüchen mangels entsprechenden Nachweises zur unüberwindbaren Hürde werden.

Was sollte in einem Pferdekaufvertrag auf jeden Fall drin stehen?

Bevor du in die Regelung der Vertragsinhalte einsteigst solltest du nachfolgende Punkte zunächst überprüfen:

* Zunächst sollte klargestellt werden, ob es sich bei den Vertragsparteien um zwei Privatpersonen (also zwei Verbraucher) oder eine Privatperson (einen Verbraucher) und einen gewerblichen Pferdeverkäufer (also einen Unternehmer) handelt. Diese Unterscheidung ist von elementarer Bedeutung. Denn Privatpersonen können untereinander die gesetzlichen Gewährleistungsansprüche, also Ansprüche auf Nacherfüllung, Minderung, Rücktritt oder Schadensersatz wegen Mangelhaftigkeit der Sache komplett ausschließen. Ein gewerblicher Pferdeverkäufer hat diese Möglichkeit nicht. Der Unternehmer ist an die im Gesetz vorgesehen Gewährleistungsansprüche gebunden und kann sie auch vertraglich nicht ausschließen. Das ermöglicht dem Käufer im Falle eines sogenannten „Mangels“ Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer geltend zu machen.

* Es ist außerdem wichtig sicherzustellen, dass die als Verkäufer auftretende Person auch tatsächlich Eigentümer des Pferdes ist. Denn nur dann ist sie auch zum Verkauf berechtigt. Deswegen solltest du vorsorglich einen Blick in den Equidenpass werfen und die Eigentumsurkunde prüfen.
Alle Dokumente sollten natürlich im Original vorliegen.

Die wichtigsten Punkte für den Kaufvertrag – einfach und Punkt für Punkt erklärt

  1. Ist geklärt, welche Parteien an dem Abschluss des Kaufvertrages beteiligt sind, sollten mindestens nachfolgende wesentliche Bestandteile im Vertrag selbst geregelt werden:
  2. Kaufgegenstand und Beschaffenheit
  3. Kaufpreis
  4. Fälligkeit der Kaufpreiszahlung
  5. Eigentums- und Gefahrübergang
  6. Übergabe der dem Pferd zugehörigen Urkunden

So, das war die kleine Liste. Aber was heißt das alles eigentlich genau? Ich erkläre es dir jetzt Schritt für Schritt. Damit du dann in aller Ruhe den Pferdekauf angehen und den Vertrag entspannt gestalten kannst.

Der Kaufgegenstand

Der Kaufgegenstand ist natürlich das Pferd. Das sollte im Kaufvertrag aber auch so genau wie möglich definiert werden.
Mit anderen Worten – das alles sollte in die Beschreibung aufgenommen werden:

  • der Name (sofern bereits vorhanden)
  • die 15-stellige Lebensnummer
  • das Geschlecht
  • die Abstammung
  • etwaige Abzeichen

Nun mag es überflüssig erscheinen, das Pferd, was gerade vor einem steht, in dem Kaufvertrag auch noch so detailliert zu beschreiben. Das dient aber der Sicherheit beider Parteien. Denn so wird sichergestellt, dass sich beide darüber einig sind, dass genau dieses Pferd veräußert werden soll.

Sollten bei einem Kauf Zweifel aufkommen, ob das übergebene Pferd auch das tatsächlich vereinbarte ist, so sollte zur Identifizierung die 15-stellige Lebensnummer des Pferdes aus dem Chip ausgelesen und mit dem Equidenpass abgeglichen werden.

INFO: Seit dem 1. Juli 2009 müssen alle Pferde innerhalb der ersten 6 Monate nach der Geburt gechipt werden. Der Transponder wird in aller Regel in der linken Halsseite im oberen Drittel implantiert. Die Auslesung dieses Transponders kann durch den Tierarzt erfolgen.

Die Beschaffenheitsvereinbarung

Als nächstes sollte die Beschaffenheit des Pferdes vertraglich fixiert werden. Die Beschaffenheit legt fest, welche Eigenschaften oder welchen Zustand das Pferd zum Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses mitbringt und damit vertraglich vereinbart ist.
Gegenstand von Beschaffenheitsvereinbarungen können zum Beispiel sein:

  • Der Gesundheitszustand (Vorerkrankungen, chronische Erkrankungen, Befunde in der Ankaufsuntersuchung, etc.)
  • Das Sozialverhalten
  • Bestimmte Eigenschaften wie zum Beispiel schmiede- und verladefromm
  • Ein bestimmter Ausbildungszustand oder Turniererfolge (beispielsweise Dressur oder Springen bis Klasse L)
  • Weitere Merkmale und Auffälligkeiten des Pferdes

Im Ergebnis können also sowohl positive, als auch negative Beschaffenheitsvereinbarungen getroffen werden.
Oft werden bezüglich der Beschaffenheit des Pferdes mündliche Zusagen gemacht. Wenn die aber im Vertrag nicht schriftlich fixiert werden, wird es im Streitfall schwer für dich den Nachweis über den Abschluss einer entsprechenden Beschaffenheitsvereinbarung zu führen. Denn es kommt dann darauf an, ob man den Beweis durch Zeigen führen kann.

Deshalb solltest du hier auf Nummer sicher gehen und im Vertrag genau formulieren, welche Beschaffenheit des Pferdes vereinbart ist.

Der Kaufpreis und Fälligkeit

Auch der Kaufpreis sowie wann und wie er zu zahlen ist, bedarf natürlich einer Regelung.
Du solltest also festlegen ob du zum Beispiel bar bei Übergabe des Pferdes oder per Überweisung zahlen musst und bis wann die Überweisung zu erfolgen hat.

Im Falle einer Barzahlung: Achte darauf, dass du als Käufer eine Quittung über die Zahlung erhältst
Gelegentlich wird auch eine Anzahlung oder eine Ratenzahlung in Kaufverträgen vereinbart. Auch das muss mit Terminen und Raten genau festgelegt werden.

Eigentums- und Gefahrübergang

Von wesentlicher Bedeutung ist der für den juristischen Laien oftmals stiefmütterlich behandelte Eigentums- und Gefahrübergang.
Das liegt in der Regel daran, dass das juristisch ungeschulte Auge sich der Bedeutsamkeit dieses rechtlichen Konstruktes gar nicht bewusst ist.
Gefahrübergang meint den Zeitpunkt, zu dem die Gefahr der „Verschlechterung“ des Pferdes, zum Beispiel durch eine Verletzung oder Erkrankung, von dem Verkäufer auf den Käufer übergeht.Heißt im Grunde: Der Zeitpunkt, ab dem der Käufer im Falle einer Verletzung des Pferdes beispielsweise die Tierarztkosten zu zahlen hat, der Verkäufer also von seiner Haftung frei wird.

Eigentumsübergang meint hingegen den Zeitpunkt, in dem das Eigentum vom Verkäufer auf den Käufer übergeht.Heißt im Grunde: Ab wann dir das Pferd gehört.

Der Verkäufer hat natürlich ein Interesse daran, sich den Übergang des Eigentums bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung vorzubehalten (das ist der sogenannte Eigentumsvorbehalt).

Gleichzeitig möchte der Verkäufer die Gefahr so früh wie möglich auf den Käufer übertragen, um sein Haftungsrisiko zu minimieren.
Der Käufer dagegen hat natürlich ein Interesse daran, den Moment des Gefahrübergangs so spät wie möglich zu datieren. Denn damit trägt Verkäufer längst möglich das Risiko für etwaige Verletzungen und Erkrankungen und daraus resultierende Kosten.

Häufig ist in Kaufverträgen, die vom Verkäufer stammen, geregelt, dass die Gefahr der zufälligen Verschlechterung des Pferdes mit Abschluss des Kaufvertrages auf den Käufer übergeht.

Das hat folgende Konsequenz: Erfolgt die Übergabe des Pferdes an den Käufer erst Wochen oder gar Monate nach der Vertragsunterzeichnung und das Pferd erkrankt an einer Kolik oder verstirbt, dann schuldet der Käufer nicht nur die sicherlich anfallenden Tierarztkosten, sondern auch den vereinbarten Kaufpreis. Das führt regelmäßig zu einer Frustration beim Käufer, da sich das Pferd im Verschlechterungszeitpunkt (also zum Zeitpunkt der Erkrankung) nicht in seinem Besitz befand.

Deswegen solltest du bei der vertraglichen Vereinbarung ein besonderes Auge darauf legen, wann der Gefahrübergang erfolgen soll. Das gilt insbesondere auch dann, wenn der Transport des Pferdes durch den Verkäufer zum Käufer vereinbart ist.

Da sollte vorab geklärt und dann entsprechend vereinbart werden: Wer soll die dem Transport verbundenen Risiken tragen?

Übergabe der Dokumente

Schließlich sollte in dem Kaufvertrag auch die Übergabe der dem Pferd zugehörigen Dokumente (zum Beispiel die Eigentumsurkunde und der Equidenpass) schriftlich geregelt werden und dann auch tatsächlich erfolgen!

Es kommt leider immer wieder vor, dass die Dokumente bei Vertragsschluss nicht vorliegen und die Übergabe durch den Verkäufer nachträglich zugesichert wird. Das Hinterherrennen hinter diesen wichtigen Dokumenten, der Ärger und das Entstehen von Kosten sind vorprogrammiert.

Zwar kann ein kostenpflichtiger Antrag auf Ausfertigung einer Zweitschrift beim jeweils zuständigen Verband beantragt werden. Der Antrag bedarf jedoch der notariellen Beurkundung, die ebenfalls mit Kosten verbunden ist. Diesen Ärger und Aufwand kann und sollte man sich besser ersparen und lieber darauf bestehen, dass diese Dokumente bei der Übergabe mitgegeben werden. Lass dich da einfach nicht vertrösten.

FACT: Mangelware Pferd? Das klingt erstmal ganz grauenvoll, aber in der Rechtssprache ist tatsächlich von Mängeln die Rede, wenn ein Pferd Krankheiten – seelischer oder Körperlicher Art hat, die so beim Kauf verschwiegen wurden zum Beispiel. Wenn also irgendetwas schief geht oder sich erst im Nachhinein zeigt, kannst du durchaus etwas tun. 

Externe Hilfe beim Pferdekauf

Wen sollte ich beim Abschluss eines Pferdekaufvertrages einbeziehen? Bei der Kaufentscheidung und dem Abschluss des Kaufvertrages sollten bestenfalls mehrere fachlich spezialisierte Personen mitwirken.

TRAINER: Es macht zum Beispiel Sinn, das ausgewählte Pferd gemeinsam mit dem Trainer/in anzuschauen, probezureiten, gemeinsam zu überprüfen und zu entscheiden, ob Pferd und Reiter miteinander harmonieren und zusammenpassen.

TIERARZT: Wenn das gut läuft, empfiehlt es sich ergänzend eine tierärztliche Ankaufsuntersuchung durch den Tierarzt deines Vertrauens durchführen zu lassen. Das Ergebnis der Ankaufsuntersuchung sollte als Beschaffenheitsvereinbarung im Kaufvertrag schriftlich fixiert werden.

RECHTSBERATUNG: Dann sollte natürlich auch die vertragliche Grundlage eine belastbare sein. In keinem Fall sollte auf eine etwaige Fachkunde des Verkäufers vertraut werden.

Du darfst nicht vergessen, dass die Parteien eine unterschiedliche Motivation haben:

Der Verkäufer möchte das Pferd veräußern und seine Haftung so gering wie möglich gestalten. Er wird also versuchen einen bestmöglichen Deal für sich herauszuschlagen. Der Verkäufer wird immer auf seine eigene (rechtlichen) Sicherheit und seinen eigenen Vorteil bedacht sein. Wer also darauf vertraut, dass der Verkäufer schon das Richtige in den Kaufvertrag schreiben wird, setzt auf das „falsche Pferd“. Deshalb empfehlen wir hier, auf Nummer sicher zu gehen und den Kaufvertrag durch einen Rechtsbeistand überprüfen zu lassen.

Der Käufer dagegen möchte das ausgewählte Pferd erwerben und sich dabei natürlich bestmöglich absichern. Das geht – verständlicherweise – oft zu Lasten des Verkäufers.

Wer kann mich rechtlich unterstützen? Sofern mit einem gewerblichen Pferdeverkäufer ein Kaufvertrag geschlossen werden soll, beabsichtigt der Verkäufer in den meisten Fällen sein dafür vorgefertigtes Vertragsformular zu verwenden. Das solltest du vor Vertragsschluss eingehend durchsehen und prüfen.

 

Zwei Fragen, die du dir stellen kannst in Sachen Kaufvertrag

1. Ist in diesem Vertragsdokument alles schriftlich fixiert, was mit dem Verkäufer mündlich vereinbart worden ist?
2. Verstehst du alles – und insbesondere auch die rechtlichen Konsequenzen – was in dem Kaufvertrag formuliert ist?

Nur wenn beide Fragestellungen unzweifelhaft positiv beantwortet werden können, sollte eine Unterzeichnung des Vertrages vorgenommen werden. Anderenfalls empfehlen wir dringend den Vertrag durch ein rechtlich geschultes Auge prüfen zu lassen.

Bei einem Kaufvertrag unter Privatpersonen wird regelmäßig ein aus dem Internet heruntergeladenes Vertragsformular verwendet. Das Angebot von vorgefertigten Vertragsformularen im Internet ist vielfältig. Auch da solltest du die Regelungen genau durchlesen und bei Unklarheiten den Vertrag rechtlich überprüfen lassen.

Was tun nach dem Pferdekauf

Wenn alles gut gegangen ist und dein Pferd inklusive aller Dokumente bei dir ist, musst du es noch anmelden. Nach dem Pferdekauf muss der neue Käufer den Eigentumswechsel nämlich bei der FN anzeigen. Es handelt sich dabei um eine Vorschrift nach der EU-Durchführungsverordnung 2015/262.

Die FN hält dafür auf ihrer Homepage ein Formular bereit – die Formulare findest du HIER

Das füllst du aus und schickst es der FN zusammen mit dem Pferdepass zu. Die trägt dann den Käufer als neuen Eigentümer im Pferdepass ein.

Jetzt hast du es dann geschafft, alle Formalia erledigt und bist glücklicher neuer Pferdebesitzer, kannst dich ab jetzt einfach nur freuen und das gemeinsame Leben mit deinem Pferd genießen

Mindset für deine Entscheidung

Mentale Tipps für deinen Hinterkopf

Jetzt wird es noch etwas persönlicher: Denn es ist richtig auf sein Herz und seinen Bauch zu hören, aber trotzdem Kopf und Verstand nicht auszuschalten.

Ich hatte mir vor einigen Jahren ein Pferd gekauft – meine Entscheidung war komplett aus dem Herzen. Denn im Kopf hatte ich andere Pläne – sowho zu diesem Zeitpunkt als auch bei der Auswahl meines zukünftigen Pferdes. Ich wollte eine gut ausgebildeten freundlichen Wallach. 

Geworden ist es eine junge rohe eigenwillige und wenig kuschelbedürftige Quarterstute. Eigentlich sollte es ein gelassener und freundlicher sowie gut ausgebildeter Kaltblut-Wallach werden. Was soll ich sagen? Es war Liebe. 

Der Plan aber – egal wie – war: 

  • Ich will mit dem Pferd kommunizieren
  • Ich will es kennen
  • Ich will, dass es sich freut, wenn ich komme und das geht nur mit einem Tier, dass mich oft genug sieht und mit dem ich auf verschiedenen Ebenen arbeite, kommuniziere und mich kümmere.

Er ist aufgegangen, aber wir hatten auch einen steinigen Weg. Nichtsdestotrotz möchte ich keine Sekunde davon missen.  Denn ich habe unglaublichviel gelernt, habe mich weiterentwickelt und es gäbe die Pferdeflüsterei heute nicht – ohne Carey. 

Aber – wenn du das Pferd mit dem Bauch und nicht dem Kopf kaufst – dann brauchst die Offenheit, Neugierde, Abenteuerlust und die absolute Bereitschaft immer wieder zu lernen und an dir zu arbeiten. 

Weil sie damals erst 2 Jahre war zum Zeitpunkt des Kaufes, blieb sie erst einmal beim Züchter, bis sie 3,5 Jahre alt war. Dann war sie alt genug für den anstrengenden und aufregenden Transport über 2000 Kilometer nach Deutschland. Es gibt jungen Pferden viel Sicherheit wenn sie in ihrem Herdenverband aufwachsen dürfen und nicht mit 1 Jahr oder 1,5 Jahren herausgerissen werden.

Egal, was andere dir da einreden wollen. Hör immer auf dein Bauchgefühl. Ich habe lange überlegt, wie ich es machen soll. Die einen meinten zu mir, dass ich sie doch gleich holen soll, aber mein Bauchgefühl sagte mir die ganze Zeit, dass sie noch so klein ist und so jung, dass das doch gar nicht gut sein kann, sie so früh aus allem herauszureissen. Du wirst – egal worum es bei dir gehen wird – immer Expertenmeinungen bekommen und alle werden dir reinreden wollen. Höre da vor allem auf dein Bauchgefühl und Pferdemenschen, die mit dir auf einer Wellenlänge sind und denen du vertraust. 

Wenn du ein Pferd hast, wirst du immer wieder vor der Gretchenfrage stehen: Nutze ich aus, dass ich am längeren Hebel sitze, will ich auf Teufel komm raus losreiten oder will ich auf Basis der Sprache des Tieres mit ihm kommunizieren und ihm beibringen, was es lernen soll, mit Geduld und Konsequenz?

Für mich war auch klar, dass meine Stute definitiv erst angeritten wird, wenn sie ausgewachsen ist, dann aber bitte langsam und ohne zu viel Belastung und sie darf lange lernen, sie muss nicht nach einem halben Jahr Beritt schon alles können. Wir werden über Jahre gemeinsam lernen und das mit viel Zeit und Geduld.

Wenn du dann ein Pferd hast, kannst du mir bitte einen Gefallen tun? Höre nie auf zu lernen und nachzufragen. Zu viele Menschen folgen einfach dem, was der ganze Stall macht oder der eine Reitlehrer sagt. Aus diesem Grund stehen zu viele Pferde noch in Boxen, müssen Ausbinder tragen oder bekommen nur dreimal am Tag ein bisschen Heu. Das alles schadet den Pferden

Es ist wichtig, dass wir als Pferdemenschen offen bleiben, Dinge hinterfragen und für unser Pferd nach dem besten Weg suchen. Das Pferd hatte keine Wahl, wir schon. Es ist deswegen unsere Verantwortung uns zu kümmern, zu lernen und offen zu bleiben.

Petra Carey reitend Hochkant

„Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen.“

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

Petra und Carey

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