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Trauriges Thema “Pferdetod” – Was tun wenn das Pferd gestorben ist

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Im Idealfall werden unsere Pferde uralt und wir können sie bis ins hohe Seniorenalter zufrieden und schmerzfrei begleiten und eine schöne Zeit mit ihnen haben. Ich wünschte, dass mein Pferd 150 Jahre alt werden könnte und ich setze mich ehrlich gesagt ungerne mit diesem Thema auseinander. Wenn dich das Thema auch so bewegt, dann lies es nicht im Büro oder bei der Arbeit oder wenn deine Kinder neben dir sitzen und spielen, sondern nimm dir Zeit dafür, wenn du dich gedanklich gerade damit auseinandersetzen kannst. 

Ich halte es für wichtig und genau deswegen will ich es im Blog für dich aufgreifen und dir alle Fragen beantworten und dich an meinen Recherchen teilhaben lassen.

Ich will dich auch nicht deprimieren oder unglücklich machen mit dem Artikel, sondern dir ein wichtiges Thema ans Herz legen, mit dem wir alle uns irgendwann auseinandersetzen müssen. Wir fürchten das Thema und reden ungerne darüber und wollen schon gar nicht darüber nachdenken. Aber es ist besser wir machen das, bevor es akut ist und wir nicht mehr klar denken können. 

Dann lass uns einmal alles zusammen durchdenken und alle wichtigen Entscheidungen in unseren Köpfen treffen und dann legen wir es wieder beiseite und gehen zu unserer geliebten Flauschkugel und haben einfach nur eine schöne Zeit miteinander. Einverstanden?

Warum du dich rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzen solltest

Tabuthema „Tod“ - wenn das Pferd gestorben ist

Lass uns Gedanken über unsere Verantwortung als Pferdebesitzer, die Liebe zu unseren Vierbeinern und einen würdevollen Weg austauschen. Auch wenn das Thema hart ist und ich das Schreiben des Artikels – ehrlicherweise – einige Zeit vor mir hergeschoben habe, ist es so unglaublich wichtig, dass wir uns mit einem klaren Kopf mit diesem Thema auseinandersetzen. 

Wir sind uns einig, dass wir unseren Tieren einen würdevollen Weg schenken wollen, wenn wir sie irgendwann gehen lassen müssen, oder? Wir sind uns auch einig, dass wir eine ganz große Verantwortung haben und dafür sorgen sollten, dass es unseren Pferden immer so gut wie möglich geht und sie gesund und zufrieden durch die Welt laufen können so lange sie leben? 

Es gehört auch zu unserer Verantwortung ihnen zu helfen – wann auch immer sie uns brauchen. Im Kleinen, wie im Großen. In guten und schönen, wie in schlechten oder schwierigen Momenten, richtig? 

Unsere Verantwortung: damit du alles jetzt mit klarem Kopf geregelt hast

Deswegen ist es auch Teil der Verantwortung sich mit dem Thema „Tod“ auseinanderzusetzen, wenn wir ein Pferd haben, damit wir im Ernstfall mit klarem Kopf schnelle und gute Entscheidungen für unser Pferd treffen können. 

Ich denke, dass auf jeden Fall ein großer Trost sein kann, wenn wir wissen, dass sie ein gutes Leben haben, dass wir uns immer um eine schöne gemeinsame Zeit bemühen und dass wir – wenn es soweit ist – auch den letzten Weg gemeinsam mit ihnen gehen. 

Ich versuche dir im Artikel Inspiration dafür zu geben, was du für dich tun und entscheiden kannst, während dein Pferd noch an deiner Seite ist. Egal ob es jung oder alt ist. Außerdem bekommst du Informationen, was du tun kannst, wenn der Ernstfall eintritt. Ich mag nicht darüber nachdenken, weil mein Pferd ALLES für mich ist, halte es aber für wichtig es zu tun, solange ich es mit einigermaßen klarem Kopf kann. 

Trauriges Thema "Pferdetod" - Was tun wenn das Pferd gestorben ist 1

Was ist der würdevollste Weg einer Tierbestattung

Soviel vorab: Für mich ist der würdevollste Weg der einer Tierbestattung durch ein Krematorium. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer und groß die Gefühle sind, wenn wir uns von einem Tier verabschieden müssen und wieviel Gedanken und Chaos wir dann im Kopf haben, habe ich für dich einen Anbieter, an den du dich wenden kannst, wenn das Thema gerade oder irgendwann akut für dich sein sollte: „Horsia“ kümmert sich um alles, so dass du dich einfach nur um dein Pferd kümmern kannst. Ich habe Horsia – die diesen Artikel unterstützen – einige Fragen zugeschickt, damit du genau weißt, was auf dich zukommt und wie die Organisation ablaufen wird. 

Danach gebe ich dir aber noch weitere Tipps – zum Beispiel, was du dir jetzt und hier und heute aus diesem Thema ziehen kannst, auch wenn dein Pferd ganz gesund und zufrieden ist.

Du erfährst aber auch die wichtigsten Antworten auf alle Fragen rund um das Thema.

Wenn du dich dann einmal damit auseinandergesetzt hast und weißt, wie deine Schritte aussehen werden, kannst du das Thema wieder beiseitelegen und einfach nur die Zeit mit deinem Pferd geniessen. 

Infos über das Pferde Krematorium

Interview mit Horsia über ihre Arbeit, die Hilfe und Unterstützung

Pferdeflüsterei.de: Wenn ich an dem Punkt stehe und mein Pferd gerade gestorben ist – dann ist das selten planbar und meist ziemlich überraschend und emotional hoch aufwühlend – wie schnell „muss“ das alles dann gehen und ist euer Service 24 Stunden erreichbar, wenn man sich für den Weg mit euch entscheidet? 

Horsia: Ist dein Pferd verstorben, bist du als Pferdebesitzer grundsätzlich dazu verpflichtet, es schnellstmöglich abholen zu lassen. Gerade plötzliche, tödlich endende Krankheiten, wie zum Beispiel Koliken, oder Unfälle können dafür sorgen, dass du als Pferdebesitzer schnell entscheiden musst, was mit deinem Pferd passiert. Wir haben größtes Verständnis dafür, das dies eine sehr schwere Entscheidung ist, die emotional belastet und durchaus eine gewisse Bedenkzeit benötigt. Jedoch solltest du beachten, dass eine Abholung ab 72 Stunden nach dem Versterben deines Pferdes möglicherweise nicht mehr stattfinden kann. Um dir also die Abholung durch die Tierkörperbeseitigung zu ersparen, würden wir dich bitten schnellstmöglich Kontakt mit uns aufzunehmen. 

Telefonisch erreichst du uns montags bis sonntags von 8 bis 20Uhr. 

Über unsere Website kannst du jederzeit ein Kontaktformular ausfüllen und eine Abholung beantragen. In diesem Fall nehmen wir schnellstmöglich Kontakt mit dir auf – selbstverständlich auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Hast du dich bereits zu Lebzeiten dafür entschieden, dein Pferd kremieren zulassen, kannst du bereits jetzt alle benötigen Daten in unsere Notfallakte eintragen. 

Das erspart dir im Ernstfall und Zeiten der Trauer unnötigen Stress und zusätzliches Leid. Der Eintrag ist natürlich völlig unverbindlich und kostenlos.  

Pferdeflüsterei.de: Wie laufen dann die weiteren Schritte ab – wenn ich mich an ein Pferdekrematorium wie das Eure wende? 

Horsia: Wir informieren im persönlichen Beratungsgespräch – in der Regel telefonisch – über jeden Schritt im Ablauf. Alle Kosten werden transparent besprochen.  Wir sortieren gemeinsam mit den Pferdebesitzern die nötigen Unterlagen, wie den Equidenpass, zur Erteilung der notwendigen behördlichen Genehmigung. Je nach Situation wird die Einzelabholung mit den örtlichen Gegebenheiten von uns geplant und organisiert. 

Pferdeflüsterei.de: Die Situation ist schrecklich, denn das eigene Tier ist Familienmitglied, Freund und Seelenpartner – wie helft ihr den Tierbesitzern in dieser Situation? 

Horsia: Wir versuchen den Pferdebesitzern in dieser schweren Zeit so viel Last wie möglich zu nehmen. Wir unterstützen sie bei allen notwendigen Formalitäten und haben stets ein offenes Ohr für persönliche Trauerangeleigenheiten. Jede Kremierung geht auch unserem Team sehr nah, weswegen wir uns viel Zeit nehmen, jeden Pferdebesitzer individuell zu beraten und bestmöglich auf alle Wünsche einzugehen. 

Wir übernehmen den kompletten formellen Bereich für den Besitzer. Dies beinhaltet den Antrag zur Ausnahmegenehmigung zusammen mit dem Tierarzt und mit dem Kreisveterinäramt. Anders als bei vielen Mitbewerbern übernehmen wir persönlich die Abholung, ebenso die Überführung zum Krematorium. 

Dabei kontrollieren wir entsprechend permanent unsere Qualität und Hygienestandards. Wir möchten maximale Transparenz für unsere Pferdebesitzer im Hinblick auf den Ablauf und auch die Kosten. Ein weiterer wichtige Aspekt für uns ist die intensive und vertrauensvolle Beratung durch Frau Hein und Frau Cremer – beide sind mit Herz und Seele „Pferdemenschen“ und können sich persönlich mit dem Moment des Abschieds voll und ganz identifizieren. 

Pferdeflüsterei.de: Was passiert dann mit der Asche des Pferdes?

Horsia: Im Falle einer Einzelkremierung hast du die Möglichkeit, die gesamte Aschemenge oder eine Teilmenge der Asche in einem Standardbehälter zurück zu erhalten. Für die anschließende Aufbewahrung der Asche kannst du dir in unserem Urnenshop eine schöne Urne aussuchen, die du an einem passenden Ort beisetzt. Außerdem ist es möglich, Andenkenschmuck aus einem symbolischen Teil der Asche oder den Haaren deines Pferdes anfertigen zu lassen. So kannst du dein geliebtes Pferd auch nach Lebzeiten jederzeit bei dir tragen. 

Pferdeflüsterei.de: Danke für eure Unterstützung die Beantwortung der Fragen

Trauriges Thema "Pferdetod" - Was tun wenn das Pferd gestorben ist 2

Okay, jetzt lass uns einmal tief durchatmen – aber ich wollte dir diese wichtigen Punkte unbedingt vorab mitteilen. Damit du ein Bild von allem hast. Zum Schluss habe ich noch mehr wichtige Fragen und die Antworten darauf für dich zusammengefasst, so dass du – auch über das Inhaltsverzeichnis – genau schauen kannst, was für dich gerade wichtig ist. 

Ich will dir aber auch noch weitere Gedanken und Tipps geben, was du jetzt alles tun kannst, um dich einmal komplett vorzubereiten, so dass du dann einen genauen Fahrplan und hilfreiche Ideen und Gedanken für dich hast. Diesen Fahrplan – so habe ich das gemacht – kannst du dann beiseitelegen und einfach eine gute Zeit mit deinem Pferd haben. 

Hoffentlich noch viele viele schöne Jahre! Ich wünsche mir, dass meine Stute mindestens 30 Jahre alt wird – am Besten 40. 

3 essentielle Tipps für den emotionalen Umgang mit dem Thema

Ich möchte dir ein paar Gedanken mitgeben, die es dir vielleicht leichter machen, dich damit auseinanderzusetzen. Ich will dich mit diesem Artikel dazu ermuntern, die Zeit mit deinem Pferd zu einer wertvollen Zeit für euch beide zu machen. Lebe jeden Tag und jede Minute mit deinem Pferd so, dass du keine Sekunde bereuen musst und du all die Liebe, die die Tiere uns schenken und die wir ihnen schenken können genießen kannst.

1. Gedanke: Genieße das Jetzt und warte nicht auf Morgen

Der Moment des Abschiedes wird irgendwann kommen. Pferde werden leider nicht so alt wie wir. Aber auf das Leben mit ihnen zu verzichten, weil der Abschied kommen wird, ist auch keine Alternative. Ich möchte meine Stute keine Sekunde in meinem Leben missen. Nicht die Freude. Nicht das Lachen. Nicht die Harmonie. Nicht die Probleme, die wir miteinander gelöst haben und noch lösen werden. Nicht das Durchatmen, das sie mir schenkt. Nicht die unbändige Freude, wenn sie mich auf ihrem Rücken trägt oder mit mir im Hier und Jetzt das Training genießt. Nicht die Kommunikation und Gespräche, die wir miteinander führen. Gar nichts von unserer gemeinsamen Zeit. Von all dem kannst du am meisten mitnehmen, wenn du dich voll und ganz darauf einlässt und einfach mit deinem Pferd eine schöne Zeit hast, wenn du bei ihm bist.

LESETIPP: Ich hatte zu dem Thema „was wäre wenn…“ einmal einen Artikel geschrieben – vielleicht passt er genau hier sehr gut rein – schau mal HIER geht es um Gedanken zu unserer Einstellung und der Freude, die wir jeden Tag an und mit unseren Pferden haben sollten, indem wir jede gemeinsame Minute intensiv und aus vollem Herzen miteinander geniessen.

2. Gedanke: Wenn du dir ein „Stück“ von deinem Pferd für immer bewahren willst, mache es jetzt

Wenn du ein emotionaler Mensch – wie ich – bist, dann würde deinem Herzen sicher ein Verbindungsglied, ein schönes Foto oder ein Erinnerungsstück gut tun. Gleichzeitig weiß ich, wie traurig und durcheinander ich war, als ich einmal ein Pferd in den Tod begleiten durfte. Es war noch nicht einmal mein Pferd und ich hatte mich nur kurze Zeit um das Pferd gekümmert. Trotzdem war es hochemotional und ich hatte wenig Kopf frei für irgendetwas. Ich erzähle dir gleich noch etwas dazu.

Deswegen: Wenn du eine Erinnerung, wie ein Pferdehaar-Armband oder eine Kette mit Haaren deines Tieres haben möchtest, dann mache es jetzt. Nimm dir dieses kleine wunderschöne „Stück“ deines Pferdes und damit auch ein Stückchen „Leben“ jetzt und lasse dir jetzt dein Schmuckstück aus Pferdehaar anfertigen, wenn dein Pferd quicklebendig an deiner Seite ist. Trage es jetzt schon als schönes Bindungsglied und eine tägliche Erinnerung an das wertvolle Pferd und Familienmitglied an deiner Seite mit dir und lade es JETZT mit Leben und Liebe auf.

Denn: Ich glaube ganz sicher, dass sich dieses „lebendige“ Stück Erinnerung irgendwann einmal so viel besser anfühlen wird, als von deinem frisch verstorbenen Pferd ein Stück Mähnenhaar abschneiden zu müssen.

Dein Herz und dein Kopf wird das Schmuckstück so viel mehr mit deinem lebendigen Pferd verbinden. Ich selbst habe eine Kette von Pilgrim Arts – die ganz viele individuelle Wünsche von mir aufgenommen hat. So habe ich meine Tiere immer bei mir und das fühlt sich wunderschön an.

Das Gleiche gilt, wenn du ein Fotoshooting machen möchtest. Warte nicht auf Morgen oder nächstes Jahr. Weil du glaubst, dass dein Pferd dann tollere Lektionen kann oder du dann schlanker bist oder längere Haare hast oder was auch immer dich zurückhält.

Ich habe mit der Pferdefotografin Alex Evang einmal ausführlich über dieses Thema gesprochen und sie sagte mir damals: Weißt du wie oft ich Kunden habe, die bereuen, dass sie ein Shooting geschoben haben? Weil das Pferd plötzlich oder unerwartet verstorben ist und sie ewig trauern, weil sie auf die schönen Fotos verzichtet haben?

Deswegen: Mache alles, was ein Geschenk für dich und dein Pferd ist: jetzt.

3. Gedanke: Sorge vor und setze dich einmal mit allem auseinander und lege es dann einfach beiseite

Ich musste schon einmal ein Herzenstier gehen lassen. Das war einer der bislang traurigsten Momente meines Lebens.

Ich habe auch schon ein Pferd bei der Einschläferung begleitet – das nicht mein eigenes war und die Bindung war bei weitem nicht vergleichbar zu der Beziehung zu meiner Stute und trotzdem war es sehr emotional und ich war ziemlich durcheinander in diesem Moment. 

Ich erzähle dir gleich noch die Geschichte dazu, aber ich kann dir eines jetzt schon sagen: Wenn ein Tier gehen muss – selbst wenn wir es nicht ewig kennen – ist das hochemotional. Je enger die Verbindung ist, desto emotionaler ist es. 

Deswegen ist es wirklich wichtig, dass wir uns im Vorfeld einmal damit auseinandersetzen, was wir dann zu tun haben, welche Fragen wir uns wie genau beantworten wollen und wie wir vorgehen wollen sowie genug Geld beiseitelegen, dass wir auch den Weg gehen können, den wir gehen wollen. 

Meine "Punkte" - deine Liste

Ich beschreibe dir jetzt kurz, welche "Punkte" oder "Fahrplan" ich mir überlegt habe. Am Ende des Artikels beantworte ich dir noch formale Organisationsfragen und alle weiteren Fragen zu dem Pferde „Wenn das Pferd stirbt“ und gleich erzähle ich dir von der Situation. Versprochen. 

  • Ich habe mir selbst versprochen, dass ich verantwortungsvoll entscheiden werde und meine Pflicht wahrnehmen werde, wenn ich sie gehen lassen muss, weil sie Schmerzen oder Qualen leiden. 
  • Gleichzeitig werde ich natürlich immer alles versuchen, um sie gesund und zufrieden möglichst lange in meinem Leben zu haben. 
  • Ich möchte meinen Tieren einen würdevollen Weg schenken, wenn ich sie irgendwann gehen lassen muss.
  • Deswegen werde ich den Weg über die Tierbestattung in Form eines Krematoriums gehen. Weil ich weiß, wieviele Gedanken und Gefühle dich wie eine riesige Welle überrollen, wenn wir uns von einem Seelenfreund, wie dem eigenen Tier, verabschieden müssen, habe ich mir den Anbieter bereits ausgesucht, an den ich mich dann wenden werde. Ich verlinke dir HIER „Horsia“, falls du dich informieren willst
  • Ich habe genug Geld beiseitegelegt, damit ich mir den Service und den würdevollen Abschied meiner Tiere leisten kann und nicht überrascht werde. Wenn du ähnlich tickst, wirst du dir vermutlich auch wünschen, dass dein Pferd nicht in einen Transporter gepackt und auf die Tierverwertungsanlage geworfen wird, sondern mit Respekt, Würde und Achtsamkeit behandelt wird.

So, nachdem ich dir nun ein paar Gedanken geschildert habe, erzähle ich dir noch die emotionale Geschichte aus meinem Leben und beschreibe dir dabei noch ein gutes Stück Pferdepsychologie, weil sie nicht nur von Trauer und Verlust erzählt, sondern auch von der Liebe, Bindung und Kommunikation der Pferde untereinander. Danach beantworte ich dir noch alle wichtigen formalen Fragen zu dem Thema.

Trauriges Thema "Pferdetod" - Was tun wenn das Pferd gestorben ist 3

Wenn das Pferd eingeschläfert werden muss: Eine emotionale Geschichte aus meinem Leben

Eine Frage, die sich viele stellen ist, was passiert wenn ein Pferd eingeschläfert wird? Hat es dabei Schmerzen? Spürt es das? Wie läuft das ab? 

Ich durfte oder musste – wie auch immer man das sehen will – schon ein Pferd bei der Einschläferung begleiten. Es war nicht mein Pferd, aber ich hatte mich einige Monate um das Pferd gekümmert, da sein Besitzer nicht gerade mit Liebe oder Anwesenheit geglänzt hatte. Das Pferd lag und konnte nicht mehr aufstehen – altersbedingte sehr starke Herzprobleme – weshalb das Einschläfern zu diesem Zeitpunkt die beste Lösung für das Tier war. 

Was soll ich sagen – während ich diese Zeilen schreibe – kommen mir wieder die Tränen, weil es ein sehr emotionaler Moment war und mein Herz trotz allem an diesem Pferd hing. 

Trotz allem war es ein bedeutungsvoller Moment, denn die Stute konnte inmitten ihrer Herde langsam einschlafen und in Frieden gehen. Das Pferd hatte keine Schmerzen, ist durch die Betäubung einfach in einen Schlaf geglitten und konnte dann eingeschläfert werden. Es hat im Grunde sein Bewusstsein verloren. 

Die ganze Herde stand um die Stute herum ab dem Zeitpunkt, an dem es ihr schlecht ging und die Pferde haben sich alle danach von ihrem Familienmitglied verabschiedet. Wenn es auch sehr traurig war, so war es doch auch ein sehr bedeutungsvoller und zutiefst gefühlsaufgeladener Moment durch die Nähe, Bindung und Liebe, die die Herde diesem Pferd geschenkt hat. 

Wer so etwas schon einmal erlebt hat, weiß danach noch viel mehr wie wichtig eine Herde für die Pferde ist und wie bedeutsam und groß diese Herdenbindung und das Herz der Pferde füreinander und für ihnen nahestehende Lebewesen ist. Deswegen erlaube deinem Pferd immer – wenn es irgendwie geht – sich von Herdenmitgliedern zu verabschieden, wenn ein Pferd aus der Herde gestorben ist.

HIER hat die Trainerin Sybille Wiemer ein Interview aus einem Buch veröffentlicht, indem sie sich mit dem Thema Pferdetod auseinandersetzt 

FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten wenn das Pferd stirbt

Die wichtigsten Formalia und Fragen – auch wenn es hart ist, gehört es trotzdem zu unserem Job uns zu informieren und damit auseinanderzusetzen. Deswegen werde ich versuchen sie dir jetzt möglichst neutral zu vermitteln:

1. Frage: Was passiert wenn mein Pferd stirbt?

Wenn dein Pferd stirbt, bist du verantwortlich dafür, dass es abgeholt wird.

„Da das Begraben eines Pferdes in Deutschland gesetzlich verboten ist, bleiben dir nach dem Tod deines Pferdes zwei Alternativen: Die Tierkörperbeseitigung und die Kremierung.“ (Horsia)

Entweder kannst du es bestatten lassen – beispielsweise durch ein Pferdekrematorium – oder du übergibst es dem Abdecker beziehungsweise der Tierverwertung. Der Abdecker oder auch Schlachter ist aber – meines Wissens nach – nur möglich, wenn du dein Pferd auch als „Schlachttier“ im Equidenpass eingetragen hast. Normalerweise wird das Tier für dich abgeholt und du oder jemand anderes sollte dann anwesend sein, um das Ganze zu quittieren.

Hast du dich in Absprache mit deinem Tierarzt gegen diese Option entschieden, darf dein Pferd nicht mehr in die Lebensmittelverwertung – denn dann durfte es ja alle Medikamente bekommen.

Je nach Wetter – das klingt schrecklich ist aber Realität – solltest du dich auch beeilen. Gerade wenn es heiß ist, kannst du dir nicht lange Zeit für den Abschied lassen. Dein Pferd darf auch nicht auf der Koppel abgeholt werden, sondern muss so liegen, dass der Abholer von der Strasse aus rankommen kann. Außerdem nehme nicht alle Abholer ein Pferd mit, das noch Eisen hat. Bei all dem kann dir aber der Stallbesitzer sicher helfen.

Weil ich selbst schon einmal dabei war ein ganz wichtiger Tipp: Wenn du kannst, dann verabschiede dich von deinem Pferd, bitte dann den Stallbesitzer und einen Miteinsteller den Rest zu organisieren und gehe dann. Denn es ist kein schöner Anblick wenn der leblose Körper hochgehoben und abtransportiert wird. Behalte dein Pferd lieber lebend in Erinnerung. Ich wünschte, ich hätte das damals schon gewusst.

2. Frage: An welche Formalia muss ich denken, wenn ein Pferd stirbt?

„Grundvoraussetzung ist ein Equidenpass. Ohne diesen wird das Veterinäramt der Kremierung wahrscheinlich nicht zustimmen. Der Pferdebesitzer muss nach dem Versterben den Antrag auf Ausnahmegenehmigung ausfüllen. Dort bestätigt auch der behandelnde Tierarzt die Identität des Tieres.

Der gesetzliche Hintergrund dazu ist hier zu finden: Antrag zur Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach § 4 Abs. 2 des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes zur Abholung und Kremierung eines Equiden. Dieses Formular wird anschließend beim Veterinäramt eingereicht und die Befreiung von der Beseitigung über die Tierkörperverwertung wird erteilt. Bei diesen Vorgängen ist der Horsia-Kundenservice bei allen Schritten behilflich und übernimmt den Kontakt zum zuständigen Kreis-Veterinäramt.“ (Horsia)

3. Frage: Was passiert mit dem Equidenpass nach dem Tod des Pferdes?

Der Equidenpass gehört zu deinem Pferd und muss auch bei deinem Pferd bleiben – selbst wenn dein Pferd gestorben ist. Deswegen musst du den Equidenpass abstempeln lassen und demjenigen mitgeben, der dein Pferd abholt. Egal ob du dich für eine Bestattung durch das Krematorium oder für die Abholung durch den Schlachter entscheidest. Derjenige braucht den Equidenpass und wird ihn dann an die ausgebende Stelle zurückgeben. Das kann zum Beispiel die FN oder der Zuchtverband sein. 

4. Frage: Was ist der Unterschied zwischen der Tierkörperbeseitigung und der Kremierung?

„Der größte Unterschied zwischen der Tierkörperbeseitigung und der Kremierung ist der würdevolle und behutsame Umgang mit dem verstorbenen Pferd.

Die Tierkörperbeseitigung holt das Pferd zum Beispiel mit einem großen Standard LKW ab. Das Pferd wird mithilfe eines Greifarms aufgeladen und zu den anderen toten Tieren auf dem LKW gelegt. In der Tierkörperbeseitigungsanstalt wird es dann beispielsweise zu Tiermehl, Straßenbelagprodukten oder ähnlichem weiterverarbeitet. Du als Pferdebesitzer hast in diesem Fall leider keinen Einfluss darauf, wozu der Körper des Pferdes verarbeitet wird.

Bei einer Kremierung wird das Pferd immer einzeln von geschulten Fahrern abgeholt. Bevor sie dein Pferd behutsam aufladen, nehmen sie sich ausreichend Zeit, alle Abläufe mit dir zu besprechend und geben dir selbstverständlich genügend Freiraum, dich von deinem besten Freund zu verabschieden. Anschließend wird das Pferd in einem speziell für Pferde eingerichteten Fahrzeug zum Krematorium gefahren. Während des gesamten Transports ist ein respektvoller Umgang mit dem Pferd garantiert. Für die Kremierung kannst du zwischen einer Einzel- und einer Sammelkremierung wählen. Bei einer Einzelkremierung, wird das Pferd individuell in einem Ofen eingeäschert. So hast du anschließend die Möglichkeit, die gesamte Asche oder eine Teilmenge der Asche zurückzuerhalten. Bei einer Sammelkremierung wird das Pferd zusammen mit Heimtieren eingeäschert. Die Rückführung der Asche ist bei einer Sammelkremierung jedoch nicht möglich, da sie in diesem Fall keinem Tier individuell zugeordnet werden kann.“ (Horsia)

5. Frage: Kann jedes Pferd auf diese Art und Weise bestattet werden?

Ich habe beispielsweise im Equidenpass eingetragen, dass meine Stute kein „Schlachtpferd-Status“ hat, damit sie immer alle nötigen Medikamente bekommen kann – macht das einen Unterschied?

„Ja, grundsätzlich kann jedes Pferd auf diese Art und Weise bestattet werden – ungeachtet vom Schlachtungsvermerk im Equidenpass. Andersrum können allerdings auch Pferde geschlachtet werden, die keinen „Schlachtpferde-Status“ haben. Dieses Fleisch darf dann jedoch nicht zur Gewinnung von Lebensmitteln verwendet werden. Einziger Fallstrick ist, wenn eine anzeigepflichtige Tierseuche vorliegt. In dem Fall wäre eine Abholung durch uns nicht möglich.“ (Horsia)

6. Wo kommen Pferde eigentlich hin, wenn sie gestorben sind?

Diese Frage wird im Grunde weiter oben schon beantwortet. Dein Pferd kommt entweder über den Abdecker zur Tierverwertung oder in das Krematorium. Wenn dein Pferd zur Tierverwertung kommt, hast du keinen Einfluss. Wenn du es ins Krematorium gibst, kannst du entscheiden, was mit der Asche passiert. Du kannst sie dir aufheben. Du kannst sie in den Wind streuen oder etwas daraus machen lassen – je nachdem, welche Erinnerung du dir wünschst.

7. Wann ist es Zeit ein Pferd gehen zu lassen?

Es ist eine unglaublich schwierige Entscheidung, die wir als Pferdebesitzer treffen müssen. Denn wir entscheiden in diesem Moment über Leben und Tod. Trotz allem ist es Teil der Verantwortung, die wir als Pferdebesitzer mit übernehmen, wenn wir uns für ein Pferd entscheiden. Denn manchmal kann es das Beste für ein Tier sein, wenn wir es über die Regenbogenbrücke gehen lassen, weil es im Leben zu viele Schmerzen erleiden muss. Ich selbst musste an einem Stall schon einmal ein Pferd über ein Jahr erleben, das größte Schmerzen hatte, aber die Besitzer brachten es einfach nicht übers Herz, das Tier einschläfern zu lassen. Letztlich wäre aber – für alle Außenstehenden – das Einschläfern für das Tier die bessere Entscheidung gewesen. Irgendwann haben die Besitzer es dann geschafft die Entscheidung zu treffen.

Das ist ein unglaublich schweres Thema und wird immer mit einem schwierigen inneren Disput, vielen Gedanken und schwerwiegenden Gefühlen verbunden sein. Aber es ist Teil der Verantwortung dann die richtige Entscheidung zu treffen und dafür auch finanziell vorgesorgt zu haben.

8. Was kostet es das Pferd einschläfern zu lassen?

Die genauen Preise kann ich dir nicht nennen – jeder Tierarzt legt die Verordnungen und Preise ein bisschen anders aus – aber letztlich liegen die Preise soweit ich weiß bei ein paar hundert Euro. Dann zahlst du noch für die Abholung oder das Krematorium. Je nachdem wofür du dich entscheidest, können da schon insgesamt 2000 Euro oder mehr dabei rauskommen.

Deswegen ist es so wichtig sich einmal vorher Gedanken zu machen und genug Geld beiseitelegen, dass man im Ernstfall nicht überrascht wird. Denn ein Pferd kann von heute auf morgen sterben – zum Beispiel bei einem Unfall oder weil eine unvorhergesehene Krankheit auftritt oder es eine Kolik bekommt, die nicht geheilt werden kann. Es gibt leider so viele Krankheiten, Probleme und Vorfälle, die passieren können.

Daran sollten wir uns aber nicht festbeissen, sondern all diese Fragen und Gedanken einmal für uns klären, um sie dann beiseitelegen und einfach nur eine schöne Zeit mit unserem Pferd zu haben.

9. Frage: Welche Kosten kommen bei einer Kremierung auf den Pferdebesitzer zu?

„Welche Kosten auf dich zukommen, ist von der Kremierungsart (Einzel- oder Sammelkremierung), der Größe deines Pferdes und der Entfernung zum Krematorium abhängig. Für ein Pferd mit einer Widerristhöhe ab 1,49m liegt der Preis für eine Einzelkremierung beispielsweise bei 1650€ inklusive Rückführung der Asche. Im Falle einer Sammelkremierung läge der Preis für ein Pferd derselben Größe bei 970€. Für kleinere Ponys sind die Konditionen entsprechend günstiger. Immer im Preis enthalten ist selbstverständlich unsere Hilfe bei allen Formalitäten und Sondergenehmigungen, die Reinigung des Gespanns und ein Einäscherungszertifikat mit dem Namen deines Pferdes und dem Datum der Einäscherung.“ (Horsia)

10. Frage: Lebenserwartung Pferde – Wie lange haben wir unsere Flauschnasen bei uns?

Ich werde jetzt eine superpauschale Antwort geben – weil es darauf keine klare Antwort gibt. Wie alt Pferde werden ist eine zutiefst individuelle Sache.

Aber natürlich gibt es ein paar Zahlen, mit denen ich jetzt kurz um mich werfen kann. Aber nagle mich bitte nicht darauf fest – es ist wirklich eine sehr individuelle Sache. Pferde können – je nach Rasse – älter oder weniger alt werden. Eine Faustregel, wenn wir grundsätzlich von gesunden Pferden sprechen – könnte sein: Je kleiner die Rasse, desto länger leben sie theoretisch. Ein Shetty oder Isländer kann locker 40 Jahre alt werden. Ein Großpferd eher 20-30 Jahre. Ein Kaltblut hat oft eine noch geringere Lebenserwartung, meiner Erfahrung nach. Wobei das alles sehr pauschal gesagt ist und natürlich auch die Zucht, die Haltung, das Futter, das Training und das individuelle Pferd und seine Veranlagungen eine große Rolle spielen können.

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Tipps: Wie gehst du mit Jemand um, dessen Pferd gerade gestorben ist

Tipps und Gedanken für dich

Zum Schluss noch ein paar Gedanken zu der Frage, was du jemandem sagen kannst, dessen Pferd gestorben ist – denn irgendwie scheinen alle Worte nicht passend. Aber Schweigen hilft dem anderen auch nicht weiter. 

Egal ob das Pferd plötzlich und unerwartet stirbt oder der Pferdebesitzer sich in einer langwierigen und schwierigen Phase des Entscheidens mit dem Gedanken auseinandersetzen und sein Pferd einschläfern lassen musste – Trost und Anteilnahme können immer helfen. 

  • Du kannst demjenigen einfach dein Mitgefühl ausdrücken und sagen, wie leid es dir tut, dass dessen Pferd verstorben ist. 
  • Du kannst auch einfach ehrlich sein und sagen, dass es letztlich keine richtigen Worte gibt, du immer da bist und er oder sie sich immer bei dir melden kann.
  • Du kannst nachfragen, ob derjenige darüber reden will oder lieber schweigen will und dir einfach sagen lassen, was demjenigen jetzt gut tun würde. Das machen die wenigsten Menschen, aber es ist so unglaublich hilfreich, weil die Anteilnahme zeigst, derjenige aber selbst entscheiden kann, was er gerade braucht.
  • Du kannst gemeinsame Erinnerungen teilen und über schöne Momente mit dem Pferd sprechen.
  • Du kannst auch sagen, dass es immer zu früh ist, egal wann sie gehen müssen. 

–> DON’T: Versuche nicht denjenigen mit lockeren Sprüchen oder Humor aufzumuntern, denn das ist sicher nicht der richtige Moment dafür oder dass es „besser so sei“ – denn auch das kann in diesen Momenten sicher nicht helfen.

Nichts fühlt sich in dem Moment gut an, wenn man ein geliebtes Tier gehen lassen musste. Dafür ist das Herz in diesen Momenten noch lange nicht offen. 

Lass einfach dein Herz sprechen und alles, was du sagst von Herzen kommen und überlasse Demjenigen der betroffen ist, die Entscheidung über das, was gerade gut wäre. 

Manchmal kann es auch einfach nur gut tun, wenn über andere Themen gesprochen wird und man sich ablenken kann, bis die Trauer ein bisschen von der Zeit geheilt werden konnte. 

"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen."

Albert Schweitzer

Foto: Carolin Burgert - Reitkilt: Dausendschön - Zaumzeug: Pferdeflüsterei Balancio

"Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen."

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

Petra und Carey

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Kommentare (8)

Hey,
sehr wichtiges und persönliches Thema. Schön geschrieben und die Möglichkeiten zum Krematorium gut ausgeführt. Wäre für mich aber auch nicht das richtige.
Meine Shettystute mit der ich aufgewachsen bin, hat sich vor über 5 Jahren verabschiedet, das war trotz hohem Alter und jedem Abend aus dem Stall gehen mit "sehen wir uns morgen?" schwer. Zum einschläfern war der Tierarzt nicht schnell genug da, ich war bei ihr. Wir haben sie dann über die Tierkörperbeseitigungsanstalt abholen lassen, das ist ok, aber für sensible Leute ist weder das Manövrieren aus dem Stall noch die Abholung des toten Pferdes leicht anzusehen – ja, es ist gut wenn dann jemand da ist der das übernehmen kann.
Ich habe schon häufiger gehört und erlebt, dass Besitzer ihre Pferde lieber zum Schlachter geben, weil sie sich nicht mit Tierarzt und Abholung auseinandersetzen wollen oder weil sie Angst vor den Kosten haben – die Kosten sind meiner Erfahrung nach nicht so hoch, ca. 70 – 120€ fürs einschläfern plus 60 – 180€ für das Abholen durch die Tierverwertung, je nach Größe und Eintrag der Nutzung (Betriebsausrichtung Pension, Landwirt, Nutztiere oder privat). Das sind meiner Meinung nach Kosten in einer Höhe, die jeder Pferdebesitzer jederzeit auch für Not- oder Unfälle einkalkulieren sollte.
LG, Kati

Hallo liebe Kati, das Thema ist wirklich so wichtig und ich glaube, dass es "richtig" und "falsch" da nicht geben kann, sondern jeder schauen muss, was für da eigene Herz das Beste ist. Deswegen habe ich versucht zu informieren und natürlich auch beschrieben, was mir wichtig ist. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen ja – egal ob er den Weg für sich auch gut findet oder beim Nachdenken darüber feststellt, dass er es anders machen will. Ganz liebe Grüße und danke für deine Gedanken dazu, Petra

Hallo liebe Petra,
ich hatte dir ja nach dem Tod meines Pferdes geschrieben, dass ich mich bei die erstmal abmelde. Nun ist schon einige Zeit vergangen und jetzt gehe ich mal wieder auf deine Seite und dann dieses Thema.
Vielleicht Schicksal, mal über meine Erfahrung zu schreiben.
Ja, ich hatte mich vorher auch schon mit dem Tod des Pferdes befasst, zumal mein Pferd eh nicht gesund im klassischen Sinne war. Ich hatte alles geregelt für eine Bestattung im Tierkrematorium, da braucht es diverses Papiere, die dann abzuarbeiten sind in kürzester Zeit. Genau dann, wenn man dafür keinen Sinn hat.
Gekommen ist es allerdings anders. Er ist erkrankt, behandelt worden, in die Universitäts-Tierklinik gekommen und geblieben. Dort unterschreibt man, dass falls das Tier verstirbt oder eingeschläfert werden muss, das Pferd oder Teile dessen für die Lehre , Forschung u.ä. verwendet wird.
Da er ein Schimmel mit Menlanomen war, wo auch immer die überall im Inneren auch noch waren, war er sicher interessant für die Tierklinik.
Ich selbst kann damit leben, vielleicht hilft er damit anderen Pferden.
Die Bestattungsvariante wäre mir lieber gewesen.
Die gefühlsmäßige Verarbeitung wird noch eine Weile dauern und ist immer wieder ein Auf und Ab. Mir hilft es weeiterhin in den Stall zu gehen und mich um die anderen Fellnasen mit kümmern zu dürfen.
Ich wünsche allen Pferdefreunden und die liebe Petra viele schöne Momente und Erlebnisse mit euren Pferdchen.
Viele liebe Grüße Claudia

Liebe Claudia, danke für deine Zeilen und auch deine Erfahrungen mit diesem toughen Thema. Ich würde den Gedanken tatsächlich auch tröstlich finden, dass das Pferd vielleicht noch anderen Tieren helfen konnte. Das sehe ich im Menschlichen Bereich ähnlich. Insofern ist am Ende meistens das was kommt und was wir dann bewusst entscheiden auch das Richtige. Fühl dich gedrückt und hole dir all die Liebe von den Pferden am Stall – Petra

Hallo Petra,

ich habe einen Hund, der ist bald 10 Jahre alt, und ein Pferd., gerade 7 Jahre alt geworden. Vorher hatte ich schon mal einen Hund und habe ihn begleitet bis zum Ende. Von daher weiß ich, dass der Moment kommen wird, dass er schwer wird, bei Hund und Pferd, wenn ich daran zurückdenke, kommen mir die Tränen. Ich habe auch Familie, da gibt es auch Mitglieder, die alt sind und nicht mehr ewig leben werden.. Ich weiß das. Und ich lasse es auf mich zukommen, werde mich dann damit befassen, wenn es soweit ist. Von daher finde ich den Blogbeitrag ehrlich gesagt nicht so toll. Warum soll ich mir vorher Gedanken und das Leben schwer machen? Das tut weh. Und glaube mir, meine Erfahrung sagt, dass man in dem Moment das Richtige macht, das, was man vor sich verantworten muss und kann. Und wie der Abtransport abläuft und organisiert wird, das sagt einem der Tierarzt. Ich will kein Brimborium. Keine Asche, keine Urne. Weder für Tiere, noch für Menschen (da muss es aber ja sein). Wenn es soweit ist, bei Mensch, Hund oder Pferd, werde ich funktionieren, alles Nötige tun und für mich trauern. Aber nicht schon im Voraus.
Liebe Grüße, Claudia

Liebe Claudia, das kann ich auch verstehen – vielleicht ist es auch Typensache. Aber ich will mich beispielsweise nicht auf den Tierarzt verlassen oder Entscheidungen treffen müssen, wenn ich gerade so durch den Wind bin – wie ich dann sein werde. Das weiß ich genau. Und ich habe damals beschlossen – als ich diese Stute begleiten durfte – dass ich ein paar Sachen machen, nicht mehr aufschieben und ein paar Entscheidungen treffen werde. Aber wenn dich der Artikel zu sehr aufwühlt – was ich auch verstehen kann – dann überspringe ihn einfach und lese ihn nicht. Auch das ist vollkommen in Ordnung. Auf jeden Fall ganz liebe Grüße, Petra

Liebe Petra,

das ist wirklich ein sehr emotionales Thema. Wir mussten ja 2018 unser Ponymädchen gehen lassen. Das war ein schrecklicher Tag und ich hoffe natürlich, dass es mit den anderen dreien noch ganz lange dauert bis ich das wieder erleben muss. Realistisch ist unsere Pferdedame allerdings schon 20 Jahre alt.
Wir haben für unser Ponymädchen dann eine kleine Harlekin-Weide gepflanzt. Ich mag dieses Bäumchen sehr gerne, weil es mich täglich an unsere kleine Maus erinnert.

Vorbereitet sind wir für alle unsere Tiere.

Liebe Grüße
Miriam

Liebe Miriam, das ist es so sehr und ich habe lange überlegt, ob ich es machen soll. Aber ich fand es zu wichtig, um es nicht zu machen – nur weil ich es selbst nicht so gerne durchdenken wollte. Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass es gut getan hat es alles einmal zu durchdenken. Ich drücke euch ganz fest und hoffe, dass ihr ganz lange keine solche Erfahrung mehr machen müsst, Petra

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