Westernreiten

Das Westernreiten ist eine Reitdisziplin. Wenn du Westernreiten hörst, hast du wahrscheinlich Bilder von Lagerfeuerromantik, Cowboys, klirrenden Sporen, Silberschnallen am Sattel und entspannte Pferde im Kopf. Mit dem Westernreiten verbindet man lässige Männer auf lässigen Pferden. So ging es mir zumindest. Ich dachte anfangs auch, dass Westernreiten deutlich sanfter und pferdefreundlicher sei als das Englische Reiten, immerhin schwingt da ja diese berühmte Silberklirrende Lässigkeit mit. Aber zwischen Theorie und Praxis liegen ja bekanntlich manchmal Welten. Aber bevor wir die Frage klären wie pferdefreundlich Westernreiten wirklich ist, will ich erklären, was es eigentlich ist, was alles dazugehört, wo es herkommt und wie es funktioniert.

Westernreiten Slider A bis Z

Laut Wikipedia ist Westernreiten: “Die Pferde müssen möglichst eigenständig arbeiten und auf kleinste Gewichts- und Schenkelhilfen reagieren. Daher kommt die typische einhändige Zügelführung (Neck-Reining), da der Cowboy oder der Vaquero oft eine Hand frei haben muss. Diese Zügelführung wird meist in Verbindung mit einer „Westernkandare“ (Curb Bit), einem Gebiss (Bit) mit unterschiedlichen Mundstückvariationen verwendet.” (www.wikipedia.de)

Westernreiten ist historisch. Es hat sich aus verschiedenen Reitweisen entwickelt. Da spielen die Indianer genauso mit rein, wie die Spanier und Mexikaner.

Die Westernreiter waren aber nicht nur Cowboys mit Sporen an den Stiefeln. Sie haben ihre Pferde zum Teil bis zur hohen Schule ausgebildet. Das Pferd war im besten Fall der Partner und Überlebensgarant. Im schlimmsten Fall wurden die Pferde teilweise natürlich genau wie heute zerschlissen und gegen neue ausgetauscht. Es war schon immer eine Frage der Mentalität.

Es gibt auch verschiedene Ausprägungen und Stile. Das Altcalifornische Reiten zum Beispiel oder das klassische europäische Westernreiten. Dann gibt es verschiedene typische Tools – wie das Bosal oder die Westerntrense. Je nach Reitweise und Ausprägung. Letztlich sind aber alle Disziplinen und Ausprägungen Impulsreitweisen.

Du siehst also, dass es verschiedene Varianten und Richtungen im Westernreiten gibt – sie alle haben nur eines gemeinsam: den Westernsattel.

Der Westernsattel

Der Westernsattel ist breiter und größer und ehrlich gesagt oft auch ein bisschen bequemer als viele Englisch Sättel. Zumindest empfinde ich das so. Gleichzeitig sind viele Westernsättel auch etwas schwerer als die meisten englischen Sättel. Sie sind also für das Pferd nicht unbedingt die leichtere Alternative.

Die Reitweisen

Das Westernreiten ist eine Impulsreitweise. Englisches Reiten basiert auf dem Prinzip der Anlehnung. Das eine gibt also Impulse, das andere ist immer da – könnte man knapp zusammengefasst sagen. Natürlich gibt es noch mehr Unterschiede zwischen dem Westernreiten, der englischen Reitweise oder der klassischen Dressur.

Gemeinsam haben sie alle, dass ein guter Reiter jede Reitweise sanft und pferdefreundlich umsetzt, mit Gewichtshilfen reitet und Gymnastizierung für die Gesunderhaltung im Training eine Rolle spielen sollte – ein schlechter Reiter hingegen dem Pferd durch zu grobe Hilfen und falsche Einwirkung auch Schmerzen zufügen kann.

Alle Unterschiede und Fakten will ich dir jetzt in dem Artikel beschreiben und erklären. Auch den Unterschied zur englischen Reitweise und warum Dressur entgegen aller Klischees kein Fremdwort im Westernreiten ist.

Westernreiten – die Geschichte

Ich gebe dir die Geschichte jetzt sehr verkürzt und sehr schwarz-weiß wieder. Sonst müsste ich ein eigenes Buch nur darüber schreiben. Wenn du mehr dazu wissen willst, musst du dich durch die Geschichtsbücher wühlen. Das soll nur ein grober und flotter Überblick für dich sein.

Das Westernreiten ist im Grunde in Amerika gestartet. Die spanischen Einwanderer haben ihre mit Stroh gefüllten Sättel und robusten Pferde mitgebracht und in Amerika angesiedelt.

Dazu kamen verschiedene Elemente aus der Reitweise der Indianer. Sie lebten quasi  auf den Pferden und haben in der Regel nur mit den Beinen gelenkt.

Daraus hat sich letztlich das Westernreiten entwickelt – so wie wir es heute kennen. Die Siedler und Cowboys mischten diese Elemente und passten sie an ihren Arbeitsalltag an.

Es war irgendwann schlicht und einfach eine Arbeitsreitweise für das harte Leben auf den Rinderfarmen.

  • Die Cowboys mussten ihre Pferde mit einer Hand lenken können und haben locker mal 16 Stunden und mehr im Sattel verbracht.
  • Der Sattel musste deswegen also auch bequem sein.
  • Die Pferde mussten wendig sein um die Rinder zusammenhalten zu können. Sie brauchten also auch Gelassenheit und Mut.
  • Daher kommen aber auch typische Disziplinen wie Spin oder Sliding Stop – die ich beide nicht besonders empfehlen würde, da sie auf die Gelenke gehen könnten.

Geritten wurde zum Teil auch inspiriert von den Mexikanern mit Bosal und der Mecate. Dazu kamen die Einflüsse der Iberischen Reitweise, die ja auch sehr viele Elemente der Dressur beinhaltet. Im Gegensatz zur englischen Reitweise (die auf Anlehnung als Kommunikation setzt) baut das Westernreiten auf impulsgebenden Hilfen auf.

Einen Artikel mit einem Vergleich beider Reitweisen findest du übrigens HIER – Englisch oder Western

  • Die Pferde sollten beim Western auf Gewichtshilfen reagieren und selbstständig mitarbeiten.
  • Die Cowboys haben eine einhändige Zügelführung entwickelt – das sogenannte Neck-Reining. Das bedeutet, dass der Zügel auf der einen Seite angelegt und auf der anderen Seite geöffnet wird. So wird das Pferd gelenkt.
  • Dazu kamen schnelle Drehungen, um die Kühe immer rechtzeitig zurücktreiben zu können, die vielleicht garede aus der Herde entwischen sollten. Aus diesen Drehungen wurde übrigens der heutige Spin entwickelt. Der allerdings so wie gerne betrieben wird aus meiner Sicht für die Gelenke des Pferdes mehr als ungesund ist und auch der Seele nicht unbedingt gut tut.
  • Um die Kühe punktgenau treiben zu können, brauchte es auch Pferde die punktgenau stoppen können. Daraus wurde dann der heutige Sliding Stop – der leider lange Zeit auf grausame Art und Weise gelehrt wurde, indem der Reiter das Pferd gegen eine Wand laufen ließ. Entweder brach sich das Pferd den Hals oder es lernte auf einen Zügelruck sofort mit in den Boden gestemmten Vorderbeinen zu stoppen. Manche Ausbilder nutzen die Methode leider noch heute.
  • Typisch Western ist auch der Jogg. Ein besonders langsamer Trab. Auch er ist eine Erfindung der Cowboys, weil er sehr bequem zu sitzen ist.

Was das Westernpferd ausmacht

  • Westernpferde sind in aller Regel Quarterhorses, Apaloosas, Paints oder Palominos.
  • Es sind Pferde mit einer Widerristhöhe von bis zu 160 cm und einem eher quadratisch-rechteckigen Gebäude.
  • Auch deswegen so beliebt, weil sie einen kräftigen Popo haben, schnell, klein und wendig sind. Dadurch eigenen sie sich besonders für die Anforderungen der Westernreitweise.
  • Außerdem sind es tendenziell Rassen, die eine große Gelassenheit besitzen und nicht besonders heißblütig sind. Anders als zum Beispiel Araber.

Wie das Westernreiten nach Europa kam

Der Pferdetrainer Jean-Claude Dysli hat das Westernreiten meines Wissens nach in Europa erst im 20.Jahrhundert etabliert. Ursprünglich stammt der Reitstil aus Amerika und lehnte sich an die Reitweise der Cowboys an: Es wird so wenig wie möglich mit Zügeln und Schenkeln auf das Pferd beim Reiten eingewirkt. Die Cowboys im „wilden Westen“ hätten gar keine Zeit gehabt und auch nicht die Kraft, ihr Pferd permanent anzutreiben.

Daraus hat sich ein impulsartiger Reitstil entwickelt.

Die Idee: Der Reiter gibt einen Impuls und dann soll das Pferd eigentlich in der gewünschten Gangart und Richtung bleiben, bis ein neues Signal kommt. Der Zügel ist locker – keine Anlehnung.

Außerdem mussten die Cowboys jederzeit ein Lasso werfen können, deshalb sind Westernpferde darauf trainiert einhändig oder ohne Zügel geritten zu werden. Natürlich mit leichtesten Schenkelhilfen und Gewichtsverlagerungen, um dem Cowboy die stundenlange Arbeit auf dem Pferd zu erleichtern.

Westernreiten und die Hilfengebung

Impulse! Impulse! Impulse! Darum dreht sich alles beim Westernreiten. Das Pferd bekommt einen Impuls und soll dann die gewünschte Bewegung solange beibehalten, bis ein neuer Impuls kommt. So ein Impuls kann eine Gewichtshilfe, Schenkelhilfe, Zügelhilfe oder Gertenhilfe sein.

  • Anreiten: Beine und Steigbügel werden kurz belastet und der Popo mit dem Pferderücken entlastet. Beide Schenkel werden angelegt und die Zügel leicht nach vorne gegeben.
  • Schritt zu Trab: Genau wie beim Antreten, aber mit etwas mehr Energie und einem Schnalzen als Stimmsignal
  • Trab zu Galopp: Äußeres Bein eine Handbreit hinter dem Gurt anlegen bis Pferd galoppiert. Gleichzeitig die innere Hand heben, um die innere Schulter freizumachen, damit das Pferd auf der richtigen “Hand” angaloppiert. Dazu das Stimmkommando: “Kussgeräusch”
  • Neue Richtung: Das Gewicht wird ganz leicht in die gewünschte Richtung verlagert. Beide Hände sollten auf gleicher Höhe gehalten werden, wobei der innere Zügel wegbewegt wird vom Pferdehals und der äußere Zügel am Hals anliegt. Wie zwei Türen. Die eine öffnet sich, die andere schließt sich.
  • Langsamer werden: Das Gewicht etwas nach hinten verlagern, tiefer einsitzen in den Sattel und beide Hände sanft gleich weit zurücknehmen
  • Stopp: Das Gewicht tief in den Sattel verlagern und die Beine vom Pferdekörper nehmen. Dazu dann beide Hände zu einer Zügelhilfe ein kleines Stück nach hinten nehmen und mit dem Stimmkommando “Whoa” oder “Hoo” unterstützen.
  • Rückwärts: Der Pferderücken wird vom Reiter entlastet, indem er das Gewicht mehr auf die Beine verlagert. Der Reiter setzt sich tief in den Sattel und treibt leicht mit beiden Beinen am Gurt. Dazu das Stimmkommando “Back”

Westernreiten – die Disziplinen

  1. Reining: Kommt von “Reins” = “Zügel”. Das ist die beliebteste Disziplin hier in Europa. Dazu gehören verschiedene Lektionen, wie der Sliding Stop, das Back Up oder die Spins. Die Pferde tragen oft spezielle Eisen dafür. Es gibt immer eine vorgeschriebene Lektion (= Pattern), die geritten werden muss. Dann gibt es noch das Freestyle Reining. Da darf der Reiter sich selbst aussuchen welche Lektionen er reiten will. Ein bisschen vergleichbar mit der Kür in der Dressurprüfung
  2. Trail: Da geht es um Geschicklichkeit von Reiter und Pferd. Zum Beispiel gemeinsam durch Weidetore zu gehen oder alle Richtungen zu nehmen oder Holzbrücken zu überqueren. Ein bisschen wie bei einem wilden Geländeritt. Natürlich in allen Gangarten
  3. Western Pleasure: Die Disziplin wird in Gruppen geritten. Alle Gangarten von Jogg bis Galopp werden geprüft. Der Richter sagt an, was der Reiter tun muss – bewertet werden dabei vor allem die Haltung des Pferdes, Taktreinheit, exaktes Reiten und feine Hilfen
  4. Western Horsemanship: Hier dreht sich alles um die Haltung des Reiters. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen
  5. Versatility Ranch Horse: In dieser Prüfung schaut alles auf das Westernpferd. Das soll zeigen, was es kann und in mehreren Disziplinen seine Kompetenz beweisen. Das Pferd muss fünf verschiedene Disziplinen zeigen. Ranch Riding, Ranch Trail, Ranch Cutting, Workin Ranch Horse und Ranch Conformation
  6. Showmanship at Halter: Hier ist Bodenarbeit gefragt. Das Pferd muss am Halfter zeigen, was es kann. Dazu werden noch der Pflegezustand und die Ausbildung des Pferdes bewertet. Die Aufgaben müssen genau absolviert werden
  7. Cutting: Das ist im Grunde der Oberbegriff für alles, was am Rind passiert. Nach Tennis und Golf gibt es weltweit die meisten Preisgelder im Cuttung zu holen. Die Pferde stammen aus extra dafür gezüchteten Cutting-Linien mit einem sogenannten Cow Sense. Sie jagen die Kühe also gerne. Der Reiter soll das Rind aus der Herde herausholen – herausschneiden – also “cutten”. Dafür hat er zweieinhalb Minuten.

Der Look des Westernreiters

Einfach gesagt: Bootcut Jeans, Gürtel, Boots und Sporen. Dazu ein Cowboyhut und vielleicht noch Chaps. Viele Fransen, ein bisschen Webmuster und Metallintarsien.

Was macht einen Westernsattel aus

Der Westernsattel sieht auch ein bisschen anders aus, als der normale Sattel. Er hat eine deutlich breitere Sitzfläche und ist eher schwer (kann ich aus eigener Erfahrung sagen), aber auch gemütlich zu sitzen (finde ich zumindest). Alles ist also im Grunde darauf ausgelegt, dass Cowboys stundenlang bequem und ohne viel Anstrengung im Sattel sitzen können.

Kritik am Westernreiten

Anfangs hatte ich ja die Frage in den Raum geworfen ob Westernreiten wirklich so viel Pferdefreundlicher ist als zum Beispiel die englische Reitweise. Da ich als Kind Unterricht in einem FN-Stall hatte, war Reiten lange Zeit für mich ein brüllender Reitlehrer, schmerzende Arme vom vielen Ziehen am Zügel (vom Reitlehrer gerne Anlehnung genannt) und dauerklopfende Schenkel. Da ich den Umgang mit Pferden auf diese Art und Weise nicht ausgehalten habe, hatte ich eine längere Reitpause. Bis ich einen neuen Versuch wagen wollte. Diesmal sollte es anders sein – also suchte ich mir einen Westerntrainer. Vermeintlich lange Zügel, lässige Sprache und keine krampfige Körperhaltung waren die Dinge, die ich mir davon versprach.

Die Realität sah anders aus. Ich ritt auf Pferden die ziemlich Vorhandlastig waren, die Impulsgebenden Hilfen sollten nicht unbedingt sanft gegeben werden, sondern wurden mit viel Gebrüll eingefordert. Ich war ohnehin aus Sicht des Reitlehrers immer viel zu sanft – wenn er aufstieg um mir zu zeigen wie es geht sah ich rupfende Zügel und tendenziell ruckhafte Hilfen. Dass die Gerte “fetzen” soll, bekam ich auch hier zu hören und Bodenarbeit war ein Fremdwort für den Reitlehrer.

Um es kurz zu machen: Die Realität in vielen Reitställen und auf vielen Turnieren ist im Western leider nicht viel anders als im Englischen Reiten, als im Springreiten, als in der Dressur. Letztlich ist es einfach nur Geschmackssache, womit du dich wohler fühlst und dann liegt es an dir, was du aus der Theorie machst.

Denn Westernreiten kann sehr entspannt und sanft sein, der Sattel ist bequem und die Reitweise unterscheidet sich in vielem nicht von anderen Reitweisen.

Ich persönlich bin mittlerweile bei einer Centered-Riding-akademischen-irgendwie-ein-bisschen-Westernreitweise-meets-Dressur angekommen. Muss aber auch sagen, dass ich mit dem Konzept der Anlehnung und treibenden Hilfen aus der englischen Reitweise für mich persönlich einfach nicht so viel anfangen kann, weil mir die Botschaft an das Pferd nicht entspricht. Aber hier soll es ja nicht um meine persönliche Meinung gehen, ich will dir nur die Reitweise vorstellen. Damit du selbst überlegen kannst, was dir gefallen könnte und was nicht.

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15 Kommentare zu “Westernreiten

  1. Christine sagt:

    Hallo, leider hast Du mit Deinem Artikel völlig recht. Beim Western-Reiten bist Du leider auf einen der vielen Reitlehrer gestoßen, die Westernreiten mit Gewalt assoziieren und der offensichtlich keine Ahnung hatte. Die "europäische" Western-Reitweise wird leider oft gelehrt als "englische Reitweise mit Westernsattel", da sieht man mühsam Reiterlein im Westernsattel leichttraben (ist schwierig), Bodenarbeit wird mit Rennen im Roundpen angegeben usw. Es gibt sie aber noch, selten, zugegeben – aber es gibt sie: Westernreiten ohne Gebiss, mit nur leichten Schenkel- meist Gewichtshilfen, Reitlehrer – Trainer, die viel Wert auf einen unabhängigen, ausbalancierten Sitz des Reiters legen, Trainer, die durch Bodenarbeit das Pferd gymnastizieren, usw. Das, was Du erlebt hast, hat wirklich mit authentischem Westernreiten nichts zu tun. Gewalt setzt immer da ein, wo der Verstand aussetzt (was leider bei zu vielen angeblichen Trainern der Fall ist). Es dauert lange, bis Pferd und Reiter so ausgebildet sind, dass sie ein Team werden und das Pferd wirklich mit leichtester Gewichtsverlagerung geritten werden kann. So viel Zeit muss eben sein. Der Reiter muss zunächst lernen, nicht wie ein Frosch auf einer Glasscherbe zu sitzen, sondern mit dem gesamten Körper den Bewegungen des Pferdes zu folgen, ohne das Pferd dauernd zu stören. Der Reiter muss zunächst lernen, seine Beine ruhig zu halten (das scheint sehr schwer zu sein) und seine Körpersprache zu beherrschen. Auch das braucht Zeit und gut ausgebildete Pferde, mit denen der unerfahrene Reiter üben kann. Westernreiten ist eben viel mehr als englisch reiten im Westernsattel.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Christine, da hast du absolut Recht – mein Reitlehrer war sicher nicht der beste, was sanftes und feines Reiten betrifft und war sicher auch nicht altcalifornisch unterwegs. Deswegen bin ich ja schon länger nicht ehr im Unterricht dort. Wobei ich pauschal nicht das "englische" Reiten verteufeln will als "englische Reitweise mit Westernsattel" und das was mein Reitlehrer gepredigt hat mit dem englischen Reiten in einen Topf werfen. Auch da gibt es feine und weniger feine Reiter. Wie auch beim Westernreiten. Wenn Menschen es isch zu einfach machen zum Beispiel, wenn sie sich nicht mit Biomechanik und ihrem eigenen Körper auseinandersetzen wollen und Stereotypen auf Teufel komm raus erreichen wollen wie die "tiefe Kopfhaltung" – ohne zu wissen, was eigentlich hinter der Idee steckt und so weiter. Das würde jetzt ein neues Fass aufmachen – du ahnst sicher was ich meine. Zeit ist der wichtigste Faktor, guter Unterricht und Wissen. Ich will jetzt aber keinen neuen Artikel daraus machen, sondern schicke einfach liebe Grüße, Petra

  2. Sina sagt:

    Hallo Petra,
    ein sehr interessanter Artikel. Mir erging es ähnlich. Nach meine Umzug bin ich in einen neuen Stall und habe mir einen neuen Reitlehrer genommen. Die Art und Weise, wie mir mir und vor allem dem Pferd umgegangen wurde habe ich nicht ausgehalten. Es tut in der Seeler weh, wenn Pferde auf eine Weise angegangen werde, die einfach nicht meiner Weise entsprechen.

    • Petra sagt:

      Hallo Sina, das kann ich gut nachvollziehen. Wie schön, dass du jetzt einen neuen Reitlehrer gefunden hast. Viele liebe Grüße, Petra

  3. Nadine sagt:

    Danke für den tollen Beitrag und die vielen Informationen über Western Reiten.
    Ich habe mich schon öfter über diese spezielle Art von Reiten informiert und möchte es nun endlich ausprobieren. Endlich habe ich in meiner Umgebung einen Anbieter hierfür gefunden.

    Grüße
    Nadine

  4. Hans-Georg Hohmann sagt:

    Hallo Nadin,ich hoffe das Du einen guten Freizeitwesterntrainer findest der Dir einen Einblick in eine Reitweise ermöglicht von der ich nach über 40 Jahren immer noch überzeugt bin und der ich
    treu bleiben werde.Turnierreiten ob western oder englisch ist etwas anderes davon würde ich Dir
    abraten. MfG Hans-Georg

  5. Zara sagt:

    Hm, schade dass du das Westernreiten so kennengelernt hast. Du darfst jedoch nicht wegen einem schlechten Trainer den ganzen Sport schlecht reden! Ich kenne Western eigentlich genau so, wie du es anfangs im Kopf hattest. Das Problem beim Reiten in allgemeinen ist, dass viele nur noch Geld und Erfolg im Kopf haben. Da kommt das Pferd meist zu kurz, was extrem schade ist.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Zara, tatsöchlich will ich es gar nicht grundsätzlich schlecht reden, sondern nur die Art und Weise, wie es oft in Deutschland umgesetzt wird. Kennst du Jean-Claude Dysli? Er stand einmal auf einer Messe – mit Tränen in den Augen – und sagte sinngemäß, dass er das Westernreiten nie nach Europa gebracht hätte, wenn er gewusst hätte, was daraus werden würde. Es gibt aber auch viele feine und gute Reiter. Das will ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall viele liebe Grüße, Petra

  6. Neo sagt:

    Liebe Alle – ich lese oben was wir überall sehen, schnorchelnde auf der Vorderhand latschende Pferde die "Entschuldigung" alle von Trainern die vormals Englischreiter waren neu Westernreiten unterrichten (aber mit Gerte, Leichtreiten und Gewichtsverlagerung). Bezeichnend sieht man dann auch im Galoppwechsel panisch schneller werdende Pferde und keiner fragt sich wieso. Mein Mann ist sicher bald wirklich einer der Letzten, der die altkalifornischen Reitweise bei seinem Trainer in Kalifornien gelernt hat. Er hat mir so viel beigebracht, so dass wir mit zwei Fingern auf unserem Hintern "sitzend" locker mal über eine Stunde unterwegs sind, und nicht nur laufen, sondern in wunderschönem "Pas de Deux" trabend oder galoppierend. Ein traumhaftes Erlebnis, ich brauchte lange dafür, aber heute geniessen wir unsere Ausritte alle zusammen :-) Schade haben wir keine Anhänger, viele reden davon, keiner geht’s an – auf Turnieren will man ja die Taucherversion sehen, könnte man meinen.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Neo, ohja – da schreibst du was! Im Westernreiten ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Das moderne Westernreiten hat ja auch mit der altcalifornischen Reitweise wenig zu tun, das stimmt. Eine spannende Reitweise, finde ich. Toll, dass dein Mann sie noch von der Pike auf gelernt hat. Viele liebe Grüße, Petra

  7. Corina sagt:

    Bin zufällig über deinen Artikel gestolpert. Mir ging es ähnlich. Habe mehrere Reitschulen ausprobiert für englisches Reiten und war vom Umgang mit denn Pferden und dem Lehrstil frustriert. Nach langer Pause habe ich mich auch dem Westernreiten zugewandt, gerade weil mir das Impulsreiten gefiel und weil viel mir Horsemanship geworben wurde. Die Realität war dann auch wieder erst mal frustrierend und ich ließ es wieder. Aber es gibt sie tatsächlich: Reitlehrer, die sehr auf ihre Pferde achten und einen pferdefreundlichen Reitunterricht anbieten und dabei mit viel Geduld und Elan den Reiter ausbilden. Ich bin Glücklich eine solche Reitlehrerin entdeckt zu haben. Ich als Anfänger bekomme keine Zügel in die Hand und es gibt erst einmal nur Sitzschulung. Ich habe in meinen ersten beiden Reitstundern schon mehr gelernt und erreicht als in 10 anderen Reitstunden. Es gibt nur Einzelstunder und das Pferd läuft nicht täglich im Unterricht und auch nicht mehrere Stunden an einem Tag. Naturlich hat das seinen Preis. Aber das sind mir die Lernerfolge und das Wohlergehen der Pferde wert.

    • Petra sagt:

      Liebe Corina, das ist die perfekte Reitlehrerin und es ist auch vollkommen egal nach welcher Methode sie reitet – so sollte es immer sein. Ich denke mittlerweile auch, dass jede Reitweise ihre Vor- und Nachteile hat und letztlich liegt es am Reiter, den Reitlehrern und was der Einzelne daraus macht. Ich schicke dir viele liebe Grüße, Petra

  8. Rich sagt:

    Bin doch immer wieder überrascht, was heute immer noch unter Westernreiten verstanden wird.
    Meine Tochter hat mit 7 Jahren mit der Reiterei begonnen. Natürlich mit dem sogenannten „Englischreiten“. Mir gefiel diese Reitweise überhaupt nicht und so brachte ich meine Tochter mit 12 Jahren zum Westernreiten und fing selbst damit an. 1992 bekamen wir das erste Quarterhorse. 1998 war ein Flug nach Texas angesagt. Von dort brachten wir das 2. Quarterhorse mit. Ein fertig ausgebildetes Reining Horse. Auch wir haben verschieden Trainer hinter uns. Gute aber auch Schlechte.

    Das ehemalige Reining Horse aus Texas ist jetzt 25 Jahre alt und wurde von mir vor einiger Zeit auf die kalifornischen Hackamore umgestellt. Das geht sogar so gut, dass irgendwelche Hilfen beim Reiten meist gar nicht zu sehen sind und sich Englischreiter wundern wie das wohl geht.

    Im Bereich der Western Reiterei gibt es 2 wichtige Personen. Der eine ist Tom Dorrance und sein Schüler und Freund Ray Hunt. Ein Ergebnis dieser beiden ist der leider schon verstorbene Jean-Claude Dysli. Er wurde weiter oben bereits erwähnt. Daran sollte man sich orientieren. Sich z.B. das Video „ Gerd Heuschmann trifft Jean-Claude Dysli“ bestellen. Darin findet man 4,5 Stunden geballtes Wissen über das wirkliche Western Reiten.

    Herzliche Grüße
    Rich

    • Petra sagt:

      Hallo lieber Rich, da hast du Recht – Jean-Claude Dysli und auch Ray Hunt oder Tom Dorrance sind vermutlich Westernreiter, so wie man sie sich vorstellt. Wobei diese drei ja eher der altkalifornischen Reitweise zuzuordnen sind und nicht dem, was Western klassisch heute in Deutschland ist. Hat nicht Jean Claude einmal mit Tränen in den Augen gesagt, dass er das Westernreiten nicht nach Europa gebracht hätte, wenn er gewusst hätte, was daraus wird? In diesem Artikel geht es ja ums Westernreiten und nicht um die altkalifornische Reitweise. Aber das weißt du ja sicher auch :-) Ich danke dir auf jeden Fall für deine Gedanken und schicke viele liebe Grüße, Petra

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