Reitbeteiligung

Reitbeteiligung

Es gibt so viele Horrorgeschichten beim Thema Reitbeteiligung.

  • Pferde, die in Abwesenheit der Besitzer verprügelt werden. Pferde, die nicht korrekt geputzt oder gesattelt werden. Reitbeteiligungen, die unpünktlich oder unzuverlässig sind.
  • Oder Besitzer, die die Reitbeteiligung nur als billige Misthilfe missbrauchen wollen, sich finanziell bereichern wollen oder mehr versprechen als sie halten.

Es ist nicht leicht die passende Reitbeteiligung oder das passende Pflegepferd zu finden. Pferde sind nun einmal keine Fahrräder, sie haben Gefühle und eine Persönlichkeit, sie haben bestimmte Dinge gelernt – seien sie nun gut oder schlecht. Damit muss die Reitbeteiligung, genau wie der Besitzer klar kommen.

Die Vorteile einer Reitbeteiligung

Aber genug gejammert. Es gibt auch viele Vorteile bei dem Thema, für beide Seiten. Der Besitzer hat eine Konstante, die sich auch um das Pferd kümmert, kann sich im Idealfall austauschen mit seiner Reitbeteiligung oder hat eine Urlaubsvertretung.

Die Reitbeteiligung kann regelmäßig mit einem Pferd arbeiten und eine Bindung aufbauen, auch wenn sie sich ein eigenes Pferd nicht leisten kann. Das klingt erst einmal perfekt. Jetzt müssen nur noch die Richtigen zusammenfinden.

Deine Pflichten als Reitbeteiligung

Es ist wichtig verantwortungsbewusst zu sein, als Reitbeteiligung. Der Besitzer vertraut der Reitbeteiligung sein Pferd an. Das ist kostbar. Du musst es behandeln wie einen wertvollen Schatz.

Pflege es richtig, gehe korrekt mit dem Pferd um, respektiere die Regeln des Besitzers. Achte darauf, dass es sich nicht verletzt, wenn du mit dem Pferd trainierst und melde dem Besitzer immer, wenn dir etwas Ungewöhnliches auffällt. Erzähle dem Besitzer, wenn du etwas falsch gemacht hast und stehe zu deinen Fehlern. Auch das gehört dazu. Oder wenn du etwas kaputt machst, sei es, dass dir etwas heruntergefallen ist oder du daraufgetreten bist. Sage es und zahle im Zweifelsfall auch dafür. Alles andere wäre nicht fair.

Du musst zuverlässig sein und dich an die abgesprochenen Termine halten. Die Besitzerin oder der Besitzer deiner Reitbeteiligung verlässt sich auf dich und das Pferd auch.

Es ist auch deine Pflicht nachzufragen, wenn du etwas nicht weißt oder dir etwas nicht ganz logisch oder klar erscheint. Es ist wichtig, dass du mit dem Besitzer redest und ihr euch über alle Unklarheiten austauscht. Stell dir vor, das Pferd ist mal krank und du kannst es nicht reiten. Was machst du als gute Reitbeteiligung? Du bist natürlich trotzdem da. Vielleicht kannst du dem Besitzer auch anbieten ihn bei der Pflege zu unterstützen.

Im Grunde ist eine Reitbeteiligung fast so, als ob es auch dein Pferd wäre. Sei für das Pferd da und kümmere dich, im Guten wie im Schlechten.

Was ganz wichtig ist: Lass nicht irgendwelche Leute auf das Pferd oder mit dem Pferd arbeiten. Egal wie viele deiner Freundinnen betteln – lass sie nicht auf das Pferd oder mit dem Pferd trainieren ohne das mit dem Besitzer abzusprechen. Du bist die Reitbeteiligung und es gibt eine Abmachung zwischen dem Besitzer und dir. Nicht zwischen dem Besitzer und all deinen Freunden. Das gleiche gilt übrigens für die Regeln der Pferdebesitzerin oder des Pferdebesitzers. Du musst dich an diese Regeln halten. Wenn dir diese Regeln nicht gefallen, dann musst du dir eine andere Reitbeteiligung suchen.

Am besten besprichst du alles ganz am Anfang genau und ihr beschnuppert euch über 2-3 Termine. Ich hatte schon ein Angebot für eine Reitbeteiligung, da wollte die Besitzerin unbedingt Ausbinder benutzen. Das ist nichts für mich, ich konnte sie ihr auch nicht ausreden. Also habe ich mich dagegen entscheiden, weil ich so nicht reiten wollte.

Wenn du eine Reitbeteiligung gefunden hast, dann sprich mit der Besitzerin ab, ob du auch Unterricht nehmen kannst. Es tut dir und dem Pferd gut, wenn ihr beide dazu lernt. Genauso wie es wichtig ist, dass du dich in den Basics der Pferdeerziehung auskennst. Sei konsequent und klar mit dem Pferd und den Grundregeln, die der Besitzer aufgestellt hat.

Es ist zum Beispiel nicht in Ordnung, das Pferd immer überall grasen zu lassen, wenn der Besitzer eigentlich daran arbeitet, dass das Pferd zum Grasen nicht stehen bleibt.

Ganz wichtig: Zahl dein Geld immer pünktlich. Am Besten richtest du gleich einen Dauerauftrag für den Zeitpunkt der Geldübergabe ein. Es wäre nicht besonders nett, den Besitzer darauf warten zu lassen.

KURZ: Stell dir immer vor, es sei dein Pferd. Was würdest du dir von einer Reitbeteiligung wünschen?

Was der Besitzer machen sollte

Das ist die eine Seite, die andere Seite ist die des Besitzers. Es gibt auch immer wieder schwarze Schafe unter den Besitzern, die die Reitbeteiligung ausnutzen als billige Misthilfe, die unverschämt sind oder unfreundlich. Ausnutzen ist nicht in Ordnung. Der Geldbetrag und die Misthilfe muss sich in einem angemessenen Rahmen bewegen und zu der Anzahl der Reitstunden und Pferdezeit passen.

Es ist auch nicht in Ordnung an allem zu mäkeln und keinen höflichen und netten Umgang zu pflegen seitens der Besitzer. Ganz wichtig ist übrigens auch das Thema Versicherung bei einer Reitbeteiligung. Das Pferd muss auch für eine Reitbeteiligung versichert sein. Schau dir die Besitzerin oder den Besitzer und seinen Umgang auch genau an.

Ähnlich wie bei meinem Fall mit dem Ausbinder. Wenn jemand das Pferd nicht gut behandelt und du es dem Besitzer nicht ausreden kannst, dann ist es auch in Ordnung, wenn du nicht mitmachst, sondern deinen eigenen Weg gehst und dir eine neue Reitbeteiligung suchst.

Du hast als Pferdebesitzer auch die Pflicht, höflich, fair und respektvoll der Reitebeteiligung gegenüber zu sein.

Win Win – die Reitbeteiligung

Am Ende haben im Idealfall beide etwas davon. Der Pferdebesitzer bekommt einen festen Ansprechpartner für sein Pferd, der oder die regelmäßig reitet und dazu meist zumindest noch ein kleines bisschen zu den hohen Kosten beiträgt, die ein eigenes Pferd verursacht. Derjenige, der die Reitbeteiligung hat wiederum bekommt leihweise eine Art “eigenes” Pferd.

Aber für den Pferdebesitzer ist es natürlich schwer jemanden zu finden, dem man so vertraut, dass man ihn oder sie mit dem eigenen Pferd alleine lassen will und diejenigen, die eine Reitbeteiligung suchen, haben es auch nicht immer ganz leicht ein Pferd mit dazugehörigem Besitzer zu finden, mit dem sie auch klar kommen (Pferd und Besitzer).

Wie finde ich die richtige Reitbeteiligung? Tipps & Tricks:

Die Reitbeteiligung ist natürlich auch eine super Sache um zu testen, ob man auch ohne Reitlehrer mit einem Pferd klar kommt. Also kann man so sehr gut testen, ob man auch bei Wind und Wetter in den Stall kommt.

  • Wichtig ist, dass pro Pferd nicht mehr als 1-3 Personen zuständig sind, damit das Pferd nicht überbelastet wird. Wenn da also jemand 10 Reitbeteiligungen für sein Pferd hat, ist etwas schief gelaufen. Dann ist Vorsicht angesagt.
  • Unbedingt: Vertraglich regeln, was für beide Seiten wichtig ist. Also wann darf wer ran ans Pferd? Ist Ausritt auch erlaubt und wer pflegt den ganzen Zubehörkram, wie Sattel und Co. Wo liegen die Grenzen, was ist erlaubt?
  • Wer eine Reitbeteiligung nimmt oder vergibt, sollte auch darauf achten, dass das Niveau des Pferdes auch zum Niveau des Reiters passt. Oder im Zweifelsfall Reitunterricht begleitend zum Gesamtpaket dazu zu packen.
  • Es gibt auch immer öfter Modelle, dass man erst einmal über ein Jahr eine Reitbeteiligung bei einem Pferd haben kann und wenn man dann feststellt, dass das Team aus Reiter und Pferd funktioniert, kann man das Pferd auch kaufen. Eine schöne Sache, denn Reiter und Pferd können sich lange beschnuppern, testen ob der Alltag funktioniert und wenn ja: Freunde für immer werden.
  • Wichtig ist auch die Versicherungsfrage. Haftungsausschuss beim eigenen Pferd gilt nicht. Wenn also jemand regelmäßig und gegen Geld das eigene Pferd reitet, dann muss auch eine entsprechende Versicherung her, damit alle gut geschützt sind, falls doch etwas passiert.
  • Achtung, wenn der Pferdebesitzer die Reitbeteiligung braucht, um sein Pferd überhaupt halten zu können. Das ist definitiv der falsche Ansatz. So oder so. Denn ein Pferd solltest du ohne jede Reitbeteiligung easy finanzieren können. Aber wenn es doch der Fall sein sollte – denn in der Realität gibt es leider alles – dann sucht er vermutlich entsprechend radikal oder will die Reitbeteiligung unter Umständen finanziell ausnutzen – dann lass lieber die Finger davon.
  • Üblicher Preis: Irgendwas zwischen 50 und 150 Euro im Monat. Wieviel es kostet, hängt im Grunde vom Deal ab.

Das Thema Reitbeteiligung ist nicht einfach. Es muss eben einfach für alle drei im Team stimmen. Sowohl was Trainingsmethoden als auch Ansichten und Persönlichkeit betrifft. Beide Seiten müssen korrekt miteinander umgehen und mit den Ausrüstungsgegenständen genauso pfleglich wie miteinander und mit dem Pferd sowieso. Beide Seiten sollten sich an ihre Pflichten halten und mit einander kommunizieren. Auch am Anfang. Man muss genau abklären, wer für was wie viel zu leisten hat und bekommt. Damit es keine Unklarheiten gibt.

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