Es gibt so viele Horrorgeschichten beim Thema Reitbeteiligung. Pferde, die in Abwesenheit der Besitzer verprügelt werden. Pferde, die nicht korrekt geputzt oder gesattelt werden. Reitbeteiligungen, die unpünktlich oder unzuverlässig sind.

Oder Besitzer, die die Reitbeteiligung nur als billige Misthilfe missbrauchen wollen und mehr versprechen als sie halten.

Es ist nicht leicht die passende Reitbeteiligung oder das passende Pflegepferd zu finden. Pferde sind nun einmal keine Fahrräder, sie haben Gefühle und eine Persönlichkeit, sie haben bestimmte Dinge gelernt – seien sie nun gut oder schlecht. Damit muss die Reitbeteiligung, genau wie der Besitzer klar kommen.

Aber genug gejammert. Es gibt auch viele Vorteile bei dem Thema, für beide Seiten. Der Besitzer hat eine Konstante, die sich auch um das Pferd kümmert und bekommt einen Teil des teuren Unterhaltes zurück. Die Reitbeteiligung kann regelmäßig mit einem Pferd arbeiten und eine Bindung aufbauen, auch wenn sie sich ein eigenes Pferd nicht leisten kann. Das klingt doch erst einmal perfekt. Jetzt müssen nur noch die richtigen zusammenfinden. Dafür gibt es die Pinnwand der Pferdeflüsterei.

Es ist wichtig verantwortungsbewusst zu sein, als Reitbeteiligung. Der Besitzer vertraut der Reitbeteiligung sein Pferd an. Das ist kostbar. Du musst es behandeln wie einen wertvollen Schatz.

Pflege es richtig, gehe korrekt mit dem Pferd um, respektiere die Regeln der Besitzerin. Achte darauf, dass es sich nicht verletzt, wenn du mit dem Pferd trainierst und melde der Besitzerin immer, wenn dir etwas Ungewöhnliches auffällt. Erzähle der Besitzerin, wenn du etwas falsch gemacht hast und stehe zu deinen Fehlern. Auch das gehört dazu. Oder wenn du etwas kaputt machst, sei es, dass dir etwas heruntergefallen ist oder du draufgetreten bist. Sage es der Besitzerin und zahle dafür. Alles andere wäre nicht fair.

Du musst zuverlässig sein und dich an die abgesprochenen Termine halten. Die Besitzerin oder der Besitzer deiner Reitbeteiligung verlässt sich auf dich und das Pferd auch.

Es ist auch deine Pflicht nachzufragen, wenn du etwas nicht weißt oder dir etwas nicht ganz logisch oder klar erscheint. Es ist wichtig, dass du mit der Besitzerin redest und ihr euch über alle Unklarheiten austauscht. Stell dir vor das Pferd ist mal krank und du kannst es nicht reiten. Was machst du als gute Reitbeteiligung? Du bist natürlich trotzdem da. Vielleicht kannst du der Besitzerin auch anbieten sie bei der Pflege zu unterstützen.

Im Grunde ist eine Reitbeteiligung fast so, als ob es auch dein Pferd wäre – mit allen Pflichten. Sei für das Pferd da und kümmere dich, im Guten wie im Schlechten. Was ganz wichtig ist: Lass nicht irgendwelche Leute auf das Pferd oder mit dem Pferd arbeiten. Egal wie viele deiner Freundinnen betteln – lass sie nicht auf das Pferd oder mit dem Pferd trainieren. Du bist die Reitbeteiligung und es gibt eine Abmachung zwischen der Besitzerin und dir. Nicht zwischen der Besitzerin und all deinen Freunden. Das gleiche gilt übrigens für die Regeln der Pferdebesitzerin oder des Pferdebesitzers. Du musst dich an diese Regeln halten. Wenn dir diese Regeln nicht gefallen, dann musst du dir eine andere Reitbeteiligung suchen.

Am besten besprichst du alles ganz am Anfang genau und ihr beschnuppert euch über 2-3 Termine. Ich hatte schon ein Angebot für eine Reitbeteiligung, da wollte die Besitzerin unbedingt Ausbinder benutzen. Das ist nichts für mich, ich konnte sie ihr auch nicht ausreden. Also habe ich mich dagegen entscheiden, weil ich so nicht reiten wollte.

Wenn du eine Reitbeteiligung gefunden hast, dann sprich mit der Besitzerin ab ob du auch Unterricht nehmen kannst. Es tut dir und dem Pferd gut, wenn ihr beide dazu lernt. Genauso wie es wichtig ist, dass du dich in den Basics der Pferdeerziehung auskennst. Sei konsequent und klar mit dem Pferd und den Grundregeln, die die Besitzerin aufgestellt hat. Es ist nicht in Ordnung, das Pferd immer überall grasen zu lassen und ihm Leckerli zuzustecken, wenn die Besitzerin daran arbeitet, dass das Pferd zum Grasen nicht stehen bleibt du Leckerli ablehnt.

Ganz wichtig: Zahl dein Geld immer pünktlich. Am Besten richtest du gleich einen Dauerauftrag für den Zeitpunkt der Geldübergabe ein. Der Pferdebesitzer braucht das Geld vielleicht und hat dir deswegen die Reitbeteiligung gegeben. Pferde sind teuer im Unterhalt. Es wäre nicht besonders nett, den Besitzer darauf warten zu lassen. Stell dir immer vor, es sei dein Pferd. Was würdest du dir von einer Reitbeteiligung wünschen? Das ist die eine Seite, die andere Seite ist der Besitzer. Es gibt auch immer wieder schwarze Schafe unter den Besitzern, die die Reitbeteiligung ausnutzen als billige Misthilfe, die unverschämt sind oder unfreundlich. Ausnutzen ist nicht in Ordnung. Der Geldbetrag und die Misthilfe muss sich in einem angemessenen Rahmen bewegen und zu der Anzahl der Reitstunden und Pferdezeit passen.

Es ist auch nicht in Ordnung an allem zu mäkeln und keinen höflichen und netten Umgang zu pflegen seitens der Besitzer. Ganz wichtig ist übrigens auch das Thema Versicherung bei einer Reitbeteiligung. Das Pferd muss auch für eine Reitbeteiligung versichert sein. Schau dir die Besitzerin oder den Besitzer und seinen Umgang auch genau an. Ähnlich wie bei meinem Fall mit dem Ausbinder. Wenn jemand das Pferd nicht gut behandelt und du es dem Besitzer nicht ausreden kannst, dann ist es auch in Ordnung, wenn du nicht mitmachst, sondern deinen eigenen Weg gehst und dir eine neue Reitbeteiligung suchst.

Am Ende haben im Idealfall beide etwas davon. Der Pferdebesitzer bekommt einen festen Ansprechpartner für sein Pferd, der oder die regelmäßig reitet und dazu noch etwas zu den hohen Kosten beiträgt, die ein eigenes Pferd verursacht. Derjenige, der die Reitbeteiligung hat wiederum bekommt leihweise ein festes Pferd und muss nicht nur auf Schulpferde setzen. Aber für den Pferdebesitzer ist es natürlich schwer jemanden zu finden, dem man so vertraut, dass man ihn oder sie mit dem eigenen Pferd alleine lassen will und diejenigen, die eine Reitbeteiligung suchen, haben es auch nicht immer ganz leicht ein Pferd mit dazugehörigem Besitzer zu finden, mit dem sie auch klar kommen (Pferd und Besitzer).

Wie finde ich die richtige Reitbeteiligung? Tipps & Tricks:

Die Reitbeteiligung ist natürlich auch eine super Sache um zu testen, ob man auch ohne Reitlehrer mit einem Pferd klar kommt. Also kann man so sehr gut testen, ob man auch bei Wind und Wetter in den Stall kommt.

  • Wichtig ist, dass pro Pferd nicht mehr als 1-3 Personen zuständig sind, damit das Pferd nicht überbelastet wird. Wenn da also jemand 10 Reitbeteiligungen für sein Pferd hat, ist etwas schief gelaufen. Dann ist Vorsicht angesagt.
  • Unbedingt: Vertraglich regeln, was für beide Seiten wichtig ist. Also wann darf wer ran ans Pferd? Ist Ausritt auch erlaubt und wer pflegt den ganzen Zubehörkram, wie Sattel und Co. Wo liegen die Grenzen, was ist erlaubt?
  • Wer eine Reitbeteiligung nimmt oder vergibt, sollte auch darauf achten, dass das Niveau des Pferdes auch zum Niveau des Reiters passt. Oder im Zweifelsfall Reitunterricht begleitend zum Gesamtpaket dazu zu packen.
  • Es gibt auch immer öfter Modelle, dass man erst einmal über ein Jahr eine Reitbeteiligung bei einem Pferd haben kann und wenn man dann feststellt, dass das Team aus Reiter und Pferd funktioniert, kann man das Pferd auch kaufen. Eine schöne Sache, denn Reiter und Pferd können sich lange beschnuppern, testen ob der Alltag funktioniert und wenn ja: Freunde für immer werden.
  • Wichtig ist auch die Versicherungsfrage. Haftungsausschuss beim eigenen Pferd gilt nicht. Wenn also jemand regelmäßig und gegen Geld das eigene Pferd reitet, dann muss auch eine entsprechende Versicherung her, damit alle gut geschützt sind, falls doch etwas passiert.
  • Achtung, wenn der Pferdebesitzer die Reitbeteiligung braucht, um sein Pferd überhaupt halten zu können. Dann sucht er vermutlich entsprechend verzweifelt und das wiederum könnte bedeuten, dass das Pferd keine gute Wahl ist oder man es sich unter Umständen mit einigen anderen teilen muss.
  • Üblicher Preis: Zwischen 50 und 150 Euro im Monat. Das ist ein fairer Preis, wenn man bedenkt, dass der Pferdebesitzer Tierarzt, Stallmiete und Co zahlen muss und damit locker auf 400 bis 800 Euro im Monat laufende Kosten kommen kann.

Das Thema Reitbeteiligung ist nicht einfach. Es muss eben einfach für alle drei im Team stimmen. Sowohl was Trainingsmethoden als auch Ansichten und Persönlichkeit betrifft. Beide Seiten müssen korrekt miteinander umgehen und mit den Ausrüstungsgegenständen genauso pfleglich wie miteinander und mit dem Pferd sowieso. Beide Seiten sollten sich an ihre Pflichten halten und mit einander kommunizieren. Auch am Anfang. Man muss genau abklären, wer für was wie viel zu leisten hat und bekommt. Damit es keine Unklarheiten gibt.

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6 Kommentare zu “Reitbeteiligung

    • Petra sagt:

      Liebe Anna, das kann ich dir nicht sagen – jeder Besitzer muss machen, was er für richtig hält und du kannst alleine antworten ob dir das fair vorkommt. Ich finde 100 Euro im Monat nicht viel, weil ich weiß, was ein Pferd monatlich kostet und du ja dann zweimal pro Woche ein Pferd hast für dich. Aber ich weiß, dass die Preise sehr stark variieren. Insofern kann ich dir da gar keine richtige Antwort geben. Ganz liebe Grüße, Petra

  1. Fanni sagt:

    hallo, ich habe ein kleines Problem. Ich würde sehr gerne eine Reitbeteiligung haben und reite auch so gerne, aber ich hätte 2 Fragen:
    1. Wenn man z.B. krank wird, oder keine Zeit hat, was passiert dann?
    2. Mein Reitstall ist ca25-30 Minuten entfernt, gibt es auch RB für einen Tag(bis max. 2) in der Woche kümmern? und wie kann ich jemanden ansprechen? Ich kenne halt eher weniger Privatpferdebesitzer.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Fanni, das sind alles Fragen, die du mit der potentiellen Reitbeteiligung klären musst, fürchte ich. Es gibt webseiten wie Stallfrei.de über die du Reitbeteiligungen suchen kannst und dann liegt es an dem Pferdebesitzer und dir, was ihr ausmacht. Das kann mehr oder weniger sein. Ganz liebe Grüße und viel erfolg beim Suchen, Petra

  2. Pakull sagt:

    Hallo
    Ich habe da mal eine Frage meine Tochter mittelerweile 18 Jahre hat die Reitbeteiligung gekündigt.
    Jetzt sagt die Besitzerin wir müssen noch 2 Monte weiter bezahlen obwohl sie nicht mehr hinfährt. Den Reitbeteiligungsvertrag hat meine Tochter mit 15 alleine unterschrieben ist das rechtens oder eher nicht? Über eine Antwort würde ich mich freuen. MfG Andi

    • Petra sagt:

      Hallo lieber Andi, ohje – da müsst ihr euch an einen Anwalt wenden, fürchte ich. Rechtsberatung kann ich leider keine leisten. Ich drücke euch die Daumen und schicke viele Grüße, Petra

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