Artikel aktualisiert am 20.02.2017

Jetzt wird es mal etwas persönlicher. Meine Geschichte: Der Pferdekauf! Wie alles anfing und warum es richtig ist auf sein Herz und seinen Bauch zu hören, aber trotzdem Kopf und Verstand nicht auszuschalten. Ich habe mir ein Pferd gekauft. Eine Quarterstute aus der Zucht der Dyslis in Andalusien*. Es ist ein junges rohes Pferd. Eigentlich sollte es ein gelassener und erfahrener Wallach werden, mit dem ich lernen und wachsen kann, bevor ich dann irgendwann in ein paar Jahren das Projekt “Jungpferd” angehe. Was soll ich sagen? Es ist eine rohe und dominante Jungstute geworden.

Meine kleine StuteTeamarbeit und Partnerschaft

Die Pferde meiner Reitlehrer sind tolle, sanfte und gut erzogene Tiere, die ein glückliches Pferdeleben leben dürfen, aber trotzdem freuen sie sich natürlich nicht maßlos, mich zu sehen. Wie sollten sie auch? Einmal in der Woche kommt so ein Mädchen vorbei, streichelt, putzt, krault und sattelt sie, reitet eine Stunde und geht dann wieder. Genau wie so viele andere Mädchen, die einmal in der Woche vorbeikommen.

Das macht Spaß und ist schön, weil die Pferde entspannt und willig sind und gut behandelt werden, nicht zu viel arbeiten müssen. Aberi ch will mehr als das!

  • Ich will mit dem Pferd kommunizieren
  • Ich will es kennen
  • Ich will, dass es sich freut, wenn ich komme und das geht nur mit einem Tier, dass mich oft genug sieht und mit dem ich auf verschiedenen Ebenen arbeite, kommuniziere und mich kümmere.

Aufwachsen im Herdenverband

JetUnsere kleine Stutezt wird diese eigenwilloge Quarterstute also mein Pferd. Weil sie aber erst 2 Jahre ist zum Zeitpunkt des Kaufes, bleibt sie erst einmal auf der Hacienda Buena Suerte, bis sie 3,5 Jahre alt ist. Dann ist sie alt genug für den anstrengenden und aufregenden Transport über 2000 Kilometer nach Deutschland. Es gibt jungen Pferden viel Sicherheit wenn sie in ihrem Herdenverband aufwachsen dürfen und nicht mit 1 Jahr oder 1,5 Jahren herausgerissen werden.

Deswegen darf in ihrem Herdenverband aufwachsen bevor ich sie nach Deutschland hole. Egal, was andere dir da einreden wollen. Hör immer auf dein Bauchgefühl. Ich habe lange überlegt, wie ich es machen soll. Die einen meinten zu mir, dass ich sie doch gleich holen soll, aber mein Bauchgefühl sagte mir die ganze Zeit, dass sie noch so klein ist und so jung, dass das doch gar nicht gut sein kann, sie so früh aus allem herauszureissen. Aber natürlich bringt einen das in Zweifel, wenn erfahrene Menschen einem dazu raten, das Pferd ja früh zu holen, weil sonst später alles so viel schwieriger werden würde.

Die Zeit, die sie in ihrem Familienverband hat, die Gleichaltrigen mit denen sie spielen kann, von denen sie dann auch erzogen wird, genau wie von den älteren Stuten, die mit den Youngsters auf der Weide stehen – das alles ist wichtig für das seelische Gleichgewicht und eine gute Entwicklung.

Zwei Regeln mit dem Jungpferd

  1. Langsam lernen
  2. Erwachsen werden, bevor ich mich auf ihren Rücken setze – in Zahlen: Mindestens 5 Jahre alt.

Gott sei Dank gibt es auch Menschen, die das anders sehen und mir Mut gemacht haben, die Kleine noch dort zu lassen, so dass sie in ihrem Familienverband wachsen kann und dann von den Menschen, denen sie vertraut, lernen kann, um dann zu mir zu kommen. Wichtig war mir auch, dass sie von Menschen transportiert wird, die sie kennen.

Modebewusste kleine Stute

Stichwort: Artgerechte Haltung

Die Pferde werden dort nach und nach an das Leben mit den Menschen herangeführt. Sie dürfen in ihrer Herde, mit ihren Artgenossen groß werden. Dann werden sie, wenn sie schon etwas älter sind, immer wieder für eine Woche von der Weide geholt, alle paar Monate, um schon einmal das Führen oder Hufe geben zu üben, dürfen dann aber wieder auf die Weide in ihre Herde. Sie dürfen sich langsam an den Menschen gewöhnen, führen aber parallel ein normales und freies Pferdeleben.

Deswegen habe ich mich dazu entschieden diesen Weg zu gehen. Damit sie entspannt und zufrieden sozialisiert in ihrem vertrauten Herdenverband das Leben lernen kann.

Neue Regeln mit dem Jungpferd (sobald esbei mir ist) – ab 2016

  1. Erster Schritt: Liebevolles und geduldiges Einreiten mit 5 Jahren
  2. Ohne Zwang und Druck
  3. Mit Zeit und Geduld und vielen kleinen Schritten

Seine Macht ausnutzen – oder auf Ebene des Pferdes kommunizieren?

Wenn du ein Pferd hast, wirst du immer wieder vor der Gretchenfrage stehen: Nutze ich aus, dass ich am längeren Hebel sitze, will ich auf Teufel komm raus und möglichst billig ohne Verständnis für das Tier losreiten oder will ich auf Basis der Sprache des Tieres mit ihm kommunizieren und ihm beibringen, was es lernen soll, mit Geduld und Konsequenz?

Für mich ist auch klar, dass meine Stute definitiv erst angeritten wird, wenn sie ausgewachsen ist, dann aber bitte langsam und ohne zu viel Belastung und sie darf lange lernen, sie muss nicht nach einem halben Jahr Beritt schon alles können. Wir werden über Jahre gemeinsam lernen und das mit viel Zeit und Geduld.

Ich bin gespannt, ob duauch solche Erfahrungen gemacht hast, was du darüber denkst und freue mich auf deine Geschichte. Schreibt mir einfach! Ich freue mich auf deine Gedanken zum Thema

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19 Kommentare zu “Pferdekauf: Liebe auf den ersten Blick

  1. kathatunga sagt:

    Wirklich eine wunderschöne Stute, die du dir da ausgesucht hast! Und diese Fotos… Lebensfreue pur!
    Ich finde deine Reise unglaublich spannend und fühl mich irgendwie mit dir verbunden, da ich in etwa die gleiche Ausgangssituation habe wie du, was die Einstellung zur Pferdehaltung angeht und gleichzeit hatte ich selbst noch kein Pferd – aber diese ganz besondere Art der Beziehung zu einem Pferd aufzubauen ist auch mein großer Traum.

    Ich habe zu dem Thema "Umgang mit Pferden" einen wunderbaren Dokumentarfilm gefunden, von einer Frau, die alles hatte: eigenes Gestüt, war angesehene Trainerin, Jurorin bei Tunieren und gab all dies nach Jahren auf um die Beziehung zwischen ihr und ihren Pferden noch mal komplett zu überdenken und ihre Reise hat sie mit diesem wunderschönen Film dokumentiert, den ich dir nur allerwärmstens ans Herz legen kann!

    Ich weiß nicht, ob man hier Links posten darf, darum sag ich einfach mal auf Youtube "Der Weg des Pferdes – Dokumentarfilm – Deutsch Untertitel" von OurHorses suchen. ;)

    Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass obwohl ich schon immer Verfechterin von Vertrauensbeziehung zum Pferd und nicht vom Missbrauch als Sportgerät oder Egokompensator war, diese Doku meine Welt verändert hat.

    Wünsche dir eine ganz tolle Zeit mit deinem hübschen Mädchen, wenn sie dann bei dir eintrifft.

    Ganz liebe Grüße!

    • Petra sagt:

      Hallo Kathatunga, es freut mich richtig zu lesen, dass dir meine Kleine auch so gut gefällt. Ich bin wirklich sehr verliebt und denke natürlich, dass sie das hübscheste Pferd aller Pferde ist ;-) Hast Du dann Reitbeteiligung, wenn Du schreibst, dass Du kein eigenes Pferd hast? Das wäre mein erster Schritt gewesen, wenn ich mich nicht so spontan verknallt hätte. Bei Pferden ist das schließlich wie bei Menschen auch, sie haben ihren eigenen Charakter und ich wusste einfach, dass die Kleine zu mir passt. Jetzt muss sie das auch nur noch so sehen. Aber ich hoffe sehr, dass wir es schaffen ein Team zu werden, das sich ergänzt, schätzt und respektiert. Ich glaube, dass man auf sein Bauchgefühl hören muss, gerade wenn es darum geht in dieser Pferdewelt den richtigen Weg zu finden. Ich bin zwar noch nicht lange wieder dabei, aber habe dennoch das Gefühl, dass jeder die Weisheit so sehr mit Löffeln gefressen hat und jeder glaubt, dass der eigene Weg, der einzig wahre ist. Ich finde es sehr schwer, darin den richtigen Weg zu finden. Deswegen bin ich auch so dankbar für alle Tipps, die mich weiterbringen und die Menschen zeigen, die erfolgreich mit Pferden arbeiten ohne die berühmte Dominanz, ohne Gerte und ohne brachiale Mittel oder diesen merkwürdigen "Das Pferd hat zu funktionieren"-Gedanke. Ich werde mir die Doku gleich am Wochenende in aller Ruhe ansehen und einen Artikel dazu auf dem Blog schreiben. Vielen Dank für den Tipp, ich bin jetzt schon sehr gespannt. Ganz liebe Grüße zurück und es freut mich, dass es Menschen, wie Dich gibt, die auch den anderen Weg suchen – das finde ich toll und auch ein verbindendes Gefühl,
      Petra

  2. Lena sagt:

    Hallo Petra,
    auch ich habe eine "Liebe auf den ersten Blick"-Erfahrung gemacht, allerdings nicht mit einem Jungpferd. Die Besitzer meiner damaligen Reitbeteiligung wollten ein zweites eigenes Pferd, und da ich mich hauptsächlich um deren Pferd gekümmert habe, durfte ich mit entscheiden. So fand ich im Netz eine Anzeige mit einem etwas dunkel aufgenommenen Bild von einem Pony mit angelegten Ohren. Der Anzeigentext war eher Standard, so á la "Pony abzugeben in allerbeste Hände, kein Anfängerpferd". Habe die Anzeige dann auch wieder weggeklickt und weitergeschaut. Nach einigen Tagen stolperte ich wieder über diese Anzeige, und aus dem Bauch heraus schrieb ich die Besitzerin an, einfach um ein paar mehr Infos über den abzugebenden Ponyherrn zu bekommen. Sie schrieb mir auch gleich zurück, und nach einigem Hin- und Hergeschreibsel bekam ich dann noch ein Foto, diesmal nicht ganz so dunkel – und es war um mich geschehen. Der Blick, mit dem das Ponytier in die Kamera schaute, hat mich total gebannt. Habe mich dann irgendwann ertappt, wie ich auf der Couch saß und völlig weltvergessen in die Ponyaugen vom Bild schaute – für mich war klar: das ist mein Pferd, komme was wolle.
    Der Besitzer meiner RB war schnell einverstanden, und die Besitzerin vom Pony auch. Und so kam Lucca zu uns. Hallelujah, wenn ich damals geahnt hätte, auf was für eine Reise uns das bringt, hätte ich wahrscheinlich gekniffen und ein braves Anfängerpferd ausgesucht. Nix mehr mit "draufsitzen und gemütlich ausreiten", wie damals noch die Intention war. Schon immer war mir wichtig, dass das Pferd eine Art Mitspracherecht hat, und dass ein sanfter Umgang selbstverständlich ist. Aber so kommuniziert, wie Lucca es mir beigebracht hat, habe ich nie mit den Pferden. Mittlerweile ist er mein eigenes Pony, und jeden Tag fordert er mich aufs Neue heraus. Und jedes Mal muss ich aufs Neue über mich und meine Wirkung auf ihn nachdenken, mich selbst ordnen, bevor ich mit ihm arbeite, und und und – Dinge, über die ich früher nie nachgedacht habe! Für mich war das Hobby Pferd immer ein Ausgleich zum Arbeitsalltag, eine Welt, in der ich zur Ruhe kommen konnte. Dass diese Ruhe aber nicht nur vom Pferd auf mich übertragen wird, sondern auch andersrum, das habe ich erst durch meinen Ponymann gelernt.
    Es ist nicht immer einfach mit ihm, aber ein Leben ohne den Zwerg ist nicht mehr vorstellbar, keinen einzigen Moment möchte ich missen!

    • Petra sagt:

      Liebe Lena,

      da hast du ja auch eine kleine Geschichte hinter dir mit Lucca. Aber es ist, wie du schreibst: Ein Pferd, das uns herausfordert bringt uns auch weiter – auf eine andere Art und Weise als ein liebes braves Pferd. Ich kann verstehen, dass du ihn nicht mehr missen willst. Ganz liebe Grüße an euch zwei auf jeden Fall und bis bald, Petra

  3. Svenja sagt:

    Hallo Petra,
    ähnlich wie bei dir, wollte ich einen älteren, ruhigen Wallach und bekommen hab ich eine unerfahrene Stute :-) Sie ist jetzt erst 6 Wochen bei mir. Verkauft wurde sie mir als Anfängerpferd, für Kinder geeignet. Ich bin natürlich Probegeritten, da lief auch alles gut, ich hatte so eine Art grundvertrauen zu ihr. Doch als sie dann bei mir war, lief garnichts mehr. Unter dem Sattel hatte sie nur noch den Rückwärtsgang drin und schlug mit dem Kopf. Wir haben jetzt viel Bodenarbeit gemacht und longiert. So langsam finden wir zueinander. Aber ich habe mich jetzt auch dazu entschlossen, erstmal nen "Profi" ran zu lassen, der ihr entspannt die Grundsachen für Freizeitpferde beibringt. Sie ist jetzt übrigens 7 und kommt aus Irland :-)

    • Petra sagt:

      Hallo Svenja, wie lustig. Aber deine ENtscheidung zusammen mit einem Profi zu arbeiten ist sicher richtig. Ich habe auch meine Trainerin an meiner Seite – für den Blick von auße, für die kleinen und großen Tipps und manchmal eben auch für das präzisere Training. Es ist sehr hilfreich. Viele liebe Grüße, Petra

  4. Gunzer sagt:

    Es gibt Ihn wirklich,diesen eine Blick. Meine Geschichte ist auch nicht so ganz normal. Ich hatte eine Rentner Stute die ich schon lange Zeit nicht mehr reiten konnte. Hab sie verwöhnt und gepflegt,doch vermisste ich das reiten. Hab seit meiner Kindheit immer geritten. Meine Freundin machte mir den Vorschlag mir noch ein Pferd zu kaufen und es gegen Stallarbeit bei Ihr kostenfrei unter zustellen. " Pferde hätte ich auch nicht im Pensionstall bezahlen können. Ich schaute mich auf den Verkaufsportalen im Internet um und der erste Wallach traf mein Herz,alle weiteren hatten keine reelle Chance. Doch der Preis war zu hoch und das Pferd viel zu jung. gerade an geritten ,3 jährig und vor 3 Monaten erst gelegt. Dazu mein Alter von 59 Jahren. Er war dazu auch noch Halbblüter von Ibisco und 162 groß. Gesucht hatte ich ein 6-10 ,unter 160cm bis 3000€. Ich habe viele Pferde die passend waren ausprobiert,doch mein Herz blieb stumm. Ich hab Ihn ständig wieder angesehen und mit der Züchterin gesprochen,doch der Preis blieb. Dann eines Tages stand er für 2900€ in der Anzeige,er lahmte und es gab keine Garantie. Am nächsten Tag fuhr ich hin und er stand auf dem Paddock,ein Blick und ich sagte zur Züchterin,ich kauf Ihn. Sie konnte es garnicht glauben und sagte noch aber ich kann Ihn Dir nicht einmal an der Longe zeigen. Mir egal.Ich hatte eine nicht reitbare Stute und wollte ein Reitpferd. Mein Schmied hatte mir aufgetragen auf seine Hufe zu schauen,auch vergessen. Eine Woche später wurde Er mir gebracht,er lahmte und hatte einen Bockhuf und ich war trotzdem überglücklich. Aber es war die beste herzens Entscheidung meines Lebens. Inzwischen wird er 7 Jahre ist kern gesund und der Bockhuf sieht super aus. ER ist ein wunderschönes ,stolzes Reitpferd geworden und ich geniesse jeden Tag mit meinem Jamar.

    • Petra sagt:

      Liebe Gunzer, was für eine wunderschöne Geschichte. So ist das manchmal – man sieht die andere Persönlichkeit und alles ist klar. Viele liebe Grüße an euch, Petra

  5. Karin-Kelly sagt:

    Hallo Petra,

    es ist toll, dass Du Carey so viel Zeit lässt.

    Meine junge Stute ist mittlerweile 5 1/2 Jahre alt. Ich mache viel Bodenarbeit und Spaziergänge. Das Reiten gehe ich ganz langsam und mit Bedacht an. Manchmal bringen mich die Kommentare anderer Reiter ins Zweifeln, die meinen mit 5 müsse ein Pferd schon fertig ausgebildet sein. Zum Glück finde ich hier und bei anderen echten Pferdefreunden immer wieder die Bestätigung, dass der langsame Weg der richtige Weg ist :-). Dankeschön!

    Liebe Grüße. Karin

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Karin, aber wirklich – immer diese Besserwisser vom Rand. Mir wurde sogar schon "Mut" gemacht. Ich solle mich doch endlich trauen mein Pferd zu reiten. Dass ich bewusst warte, will in manche Köpfe nicht rein. Und dann diese immer wieder vorhandene Meinung, dass ältere Pferde einen zu starken Willen hätten und und und.. Du machst das genau richtig, wenn du auf euch beide hörst. Ich pausiere zum Beispiel gerade wieder, weil Carey Rückenprobleme hat – wahrscheinlich Winterverspannungen aufgrund der angespannten Platzsituation auf der Winterkoppel. Also wird sie vermutlich 6 Jahre alt sein bis wir mehr machen. Dafür stimmt es aber zwischen uns und wir haben hoffentlich noch viele Jahre Zeit. Zumal Reiten ja nicht alles ist :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  6. Anja sagt:

    Hallo liebe Petra und liebe Carey!

    Ich bin ganz angetan von eurer Geschichte, und ihr seht wirklich glücklich zusammen aus. Ich bin selbst grad auf Pferdesuche und kann mich noch nicht entscheiden zwischen etwas routinierter oder noch n Frischling ;). Eigentlich möchte auch ich sehr gerne von Anfang an dabei sein und sicher gehen, dass mein Pferd ganz vertrauensvoll an die Arbeit mit uns Menschen herangeführt wird. Deswegen reizt mich ein Jungpferd auch sehr. Und wie ihr alle sagtet, es muss "klick" machen.. Ich hab schon einige Pferde angeschaut, aber bisher war mein Herzenspferd noch nicht dabei. Ich stimme deinem letzten Satz absolut zu – Reiten ist nicht alles! Ich liebe den Umgang mit Pferden, ganz egal, was es ist. Ich finde, erst der Umgang verschafft eine richtige Beziehung- und Vertrauen.

    Eine Frage hätte ich- ich bin Wiedereinsteiger, bin früher viel geritten und habe jetzt nach einigen Jahren Pause grad wieder angefangen, ein paar Stunden zu nehmen und eben auch verschiedene Pferde Probe zu reiten. Ich würde es mir aktuell nicht zutrauen, ein Pferd alleine auszubilden – ich bin kein Anfänger mehr, aber ich denke, es gehört unglaublich viel Feingefühl und ein so perfekter Sitz wie möglich dazu.. Ich habe eine tolle Trainerin, die mir dabei helfen würde, ein Jungpferd auszubilden. Dennoch frage ich mich, wie du das machst. Bist du die erste gewesen, die sich auf Carey gesetzt hat? Oder hast du deine Trainerin die ersten Anfänge übernehmen lassen, und du hast dich danach draufgesetzt? Mich würden deine Erfahrungen sehr interessieren :).
    Herzliche Grüße, Anja

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Anja, erst einmal drücke ich dir fest die Daumen, dass du dein Herzenspferd findest. Es wird bestimmt irgendwann zu dir kommen – ich glaube fest, dass wir genau das Pferd bekommen, das wir brauchen. Ich denke, dass das Herz am rechten Fleck, Offenheit und die Bereitschaft dazu zu lernen und mit Geduld zu arbeiten mehr bringen als die ganz große Erfahrung. Wenn wir mit Empathie und Liebe und Geduld arbeiten, dann kann das sehr viel Wissen wettmachen. Wobei die Kombi aus beidem sicher auch hilfreich sein kann ;-) Ich hatte und habe immer wieder Trainer an meiner Seite, die auf uns schauen. Das ist mir sehr wichtig. Die ersten Reitversuche hat tatsächlich eine Trainerin gemacht – ich bin einfach zu Fuß am Boden mitgelaufen. Auch deswegen, weil der Sitz meiner damaligen Trainerin besser war als meiner. Das waren so 10 kleine Reitversuche für ein paar Minuten jeweils und dann habe ich mich auch immer wieder darauf gesetzt – auch nur kurz. Und immer mal wieder Pausen dazwischen. Hilft dir das weiter? Ganz liebe Grüße, Petra

  7. MaHa sagt:

    Ich bin Wiedereinsteigerin und kann all die Gedanken total nachvollziehen, da ich momentan die selben Gedanken habe wie ihr. Ich habe damals das Reiten aufgehört wegen des nicht so guten Umgangs mit den Tieren. Dieses mal beginne ich mit Bodenarbeit und lasse mir dabei Zeit. Dabei wird mir bewusst, Bodenarbeit ist hauptsächlich Arbeit an mir selbst.
    Eigentlich habe ich nach einem ca. 7 jährigen Wallach gesucht welcher mich lehrt. Als ich das Foto eines 2 jährigen Wallachs sah, hatte kein anderes Pferd mehr eine Chance. Er hat mich total in seinen Bann gezogen und ich kann an nichts anderes mehr denken. Heute habe ich den Familienurlaub umgeplant um ihn besuchen zu können :D. Natürlich bin ich aufgeregt wegen seines Alters. Aber ich gehe es so an wie bei meinen anderen Tieren: Das Tier wählt mich, nicht ich das Tier. Und mit der richtigen (professionellen) Unterstützung wird es klappen.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe MaHa, dann kann ich dir nur Mut machen :-) Wenn du bereit bist zu lernen und dir Unterstützung zu holen, dann kann diese Kombination auch gut gehen – das ist zumindest meine Erfahrung. Ganz liebe Grüße und ich drücke dir die Daumen, Petra

  8. Anja sagt:

    Hallo liebe Petra! Bitte entschuldige, dass ich mir sooo lange Zeit gelassen habe. Ich habe mich sehr über deine Antwort gefreut! Es ist tatsächlich so, dass ich gerade eine gaaaanz tolle Stute gefunden habe. Sie ist 4 und angeritten und kommt von Privatzüchtern, die sich ganz toll und liebevoll um sie gekümmert haben. Sie ist ein ziemlich lässiger Kumpeltyp, würde ich sagen, aber eben dennoch jung und hat noch nicht viel von der Welt gesehen. Sie ist sehr feinfühlig geritten worden, und ich war ganz begeistert, dass ich die Zügel eigentlich komplett weglassen konnte beim Reiten, alles ging über Gewicht und Schenkel. Genau das ist mir auch sehr wichtig. Jetzt muss ich noch ein bisschen Geduld und Nerven beweisen, sie muss noch die AKU bestehen und kommt dann hoffentlich innerhalb der nächsten 2 Wochen zu mir! Ich bin so aufgeregt!
    Zum Glück habe ich ja die Möglichkeit, die Trainerin immer zu konsultieren, so dass wir in Ruhe und mit viel Spaß gemeinsam lernen können. Zu allererst freue mich mich aber auf ein bisschen "an der Weide rumlungern" und Bodenarbeit und Spielen und Spazierengehen. Aaaach Pferde sind so was tolles! Ich schicke dir ganz viele Grüße und hoffe, euch beiden geht es super! Alles Liebe! <3

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Anja, das klingt ja einfach PERFEKT! Ich freue mich sehr für dich und drücke die Daumen, dass bei der AKU alles gut geht. Was ist es denn für eine Rasse? Ganz liebe Grüße auf jeden Fall, Petra

  9. Anja sagt:

    Wie lieb von dir! Es ist eine ganz tolle Hannoveraner-Stute. Leider läuft es doch nicht ganz so glatt, wie gedacht. Die ärmste hat sich wohl bei Rangeleien auf der Weide einen Griffelbeinbruch zugezogen :((((((. Sie hat zwar gar nicht gelahmt, aber sie hatte ne Schwellung, die einfach nicht ganz verschwinden wollte. Soweit ich informiert bin, ist ja die Operation ziemlich unkompliziert und da die Griffelbeine eigentlich Rudimente sind, wird vermutlich danach "alles wieder gut sein". Trotzdem bin ich grad echt traurig, das hatte ich mir natürlich anders vorgestellt. Aber ich kann jetzt auch keinen Rückzieher mehr machen, ich hab mein Herz bereits an sie verloren… <3 Es wird wohl aber eben alles nun noch einige Wochen oder Monate dauern, bis sie zu mir kommen darf. Hast du schon mal von Fällen gehört, wo Pferde nach einer Griffelbein-OP doch langfristige Einschränkungen hatten? Ganz liebe Grüße – ich hoffe, ihr seid beide wohlauf!

  10. Anna sagt:

    Liebe Petra
    Pech: seit einigen Tagen liege ich krank im Bett, ABER somit habe ich endlich mal Zeit ALLE deine Artikel zu lesen. :-)
    Vielen Dank für jeden einzelnen Blogbeitrag! Du hast mich bereits in vielen Bereichen zum Nachdenken (manchmal auch zum Umdenken) angeregt. Ausserdem tut es gut zu lesen, dass Dich vor einigen Jahren die gleichen Fragen und Unsicherheiten im Bezug auf dein Jungpferd beschäftigt haben, die jetzt auch mir manchmal schlafarme Nächte bescheren…
    Wie meine Pferdepartnerin und ich uns gefunden haben?
    Aaaalso… wie vermutlich jede andere Equiden-begeisterte Person auch, wünsche ich mir natürlich – seit ich im Alter von 8 Jahren mit dem Reiten begonnen habe – ein eigenes Pferd.
    Aus mir vöööllig unverständlichen Gründen ;-), haben sich meine Eltern jedoch Jahre-lang standhaft geweigert, mir ein Pony zu Weihnachten zu schenken. Später, während dem Studium, kam dann die eigene Einsicht, dass Zeit und Finanzen (noch) zu knapp sind. 20 Jahre lang habe ich somit auf MEINE Pferdepartnerin gewartet – rückblickend weiss ich, dass es richtig war und dass es sich gelohnt hat (in all den Jahren habe ich trotzdem manchmal gehadert, vor allem als Teenie…).
    „Nie ein Fohlen oder ein Jungpferd!“, habe ich immer gesagt und dabei gedacht, dass ich sowieso „nicht gut genug bin/zu wenig Wissen habe, um ein junges Pferd zu erziehen und auszubilden“.
    Meine jetzige Trainerin hat mich zum Umdenken und vor allem zur Einsicht gebracht, dass ich nicht alleine bin und mir immer professionelle Hilfe holen kann (und auch muss).
    Wochenlang habe ich hin- und her überlegt, gerechnet und den Plan vom eigenen Fohlen dann doch wieder verworfen, respektive auf später vertagt. Gerade dann, als mein nicht-reitendes (und sehr geduldiges) Umfeld endgültig die Nase voll hatte von den ewig-gleichen Diskussionen mit den ewig-gleichen Argumenten, meinte meine Trainerin zu mir: „Ach, habe ich Dir eigentlich schon erzählt, dass bei uns auf dem Hof im nächsten Frühling ein Fohlen geboren wird, das vermutlich irgendwann zum Verkauf stehen soll?“. Natürlich habe ich darauf bestanden, dass sie mir noch am selben Abend ALLE verfügbaren Fotos der Eltern plus alle Infos zum ungeborenen Fohlen schickt… ;-)
    Wenige Tage später durfte ich die Mutterstute kennenlernen (und reiten) und nach LANGEN Monaten des Wartens ist SIE dann endlich zur Welt gekommen!
    Auch jetzt – 2 Jahre später – kann ich mein Glück manchmal noch gar nicht richtig fassen.
    Ich weiss nicht, ob da von Anfang an eine besondere Bindung zwischen uns bestanden hat (wahrscheinlich nicht, sagt mein rational-denkendes Ich), aber ich wollte unbedingt, dass unsere Beziehung etwas besonderes wird und ich wollte sie einfach so gut wie möglich kennenlernen und habe deshalb am Anfang fast jede freie Minute bei ihr verbracht.
    Inzwischen wächst sie in einer gemischt-alterigen Herde, in einem Aktivstall mit riiiiesiger Weidefläche und täglichem Weidegang auf. Der Stall liegt leider nicht um die Ecke (ist aber doch etwas näher als es bei Dir und Carey der Fall war) – das ist der einzige Wehmutstropfen.
    Ich freue mich so unglaublich auf alles, was da kommt auf unserem gemeinsamen Weg, spüre aber auch die Last dieser grossen Verantwortung mit all den Ängsten „etwas falsch zu machen“/ihr nicht gerecht zu werden/ihre Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllen zu können.
    Herzliche Grüsse aus dem Krankenbett (ich schicke keine Viren mit, versprochen!),
    Anna

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Anna, danke für deinen wunderschönen und lustig-liebevollen Kommentar – ich habe mich sehr darüber gefreut und hoffe, dass du mittlerweile wieder fit bist. Das ist eine spannende und wunderschöne Aufgabe, die da vor dir liegt. Aus meinem heutigen Blickwinkel kann ich dir nur noch einen dicken Rat geben: Mach dir nicht zuviele Sorgen. Ich neige dazu und das macht es nicht immer einfach für dich und das Pferd ;-) Ich arbeite daran..aber du kannst en Fehler gleich von Anfang an vermeiden. Auf jeden Fall bis bald und alles liebe, Petra

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