Horse Agility Corinna Ertl

Horse Agility: Interview mit den wichtigsten Facts und drei Einstiegsübungen

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Stell dir vor, du darfst spielen. Und gleichzeitig erledigst du dabei deine Hausaufgaben, du machst Sport, wirst mutiger, fitter und dehnbarer und merkst gar nicht, dass du gerade eigentlich hart trainierst. Biegung, Stellung, Körpersprachem Kommunikation – einfach so spielend trainieren. Weil du nämlich dein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommst, weil du einfach nur Spaß und ein gemeinsames Ziel hast mit deinem Pferd.

Vor kurzem habe ich das Überraschungsei des Pferdetrainings entdeckt. Spiel, Spaß und Training in einem. Es macht glücklich, tut dir und deinem Pferd und eurer Freundschaft gut und es macht nicht dick. Im Gegenteil: Es ist Gymnastizierung, Muskeltraining und Anti-Schrecktraining in einem. Horse Agility fördert die Intelligenz und das Vertrauen deines Pferdes und verbessert eure Kommunikation. Das Beste daran ist: Es ist eigentlich ganz leicht und es macht Spaß.

Horse Agility Pferdetraining

MIT HORSE AGILITY DAS VERTRAUEN STÄRKEN

Horse Agility hat mich schon länger interessiert. Ich meine: Spielen, Rennen und Springen mit Pferden und das am Ende sogar Freestyle – also ohne Zügel, Zaum, Halfter und Strick? Klingt traumhaft! Dabei gleichzeitig Gymnastizieren, Muskelaufbau und Konditionstraining – aber mit Spaßfaktor? Klingt perfekt.

Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)

Warum du Horse Agility unbedingt ausprobieren solltest:

  • Anti-Schreck-Training: es verbessert die Körpersprache des Menschen
  • Kommunikationstraining: es stärkt das Vertrauen der Pferde in den Menschen und sich selbst – jedes gemeinsam bestandene Abenteuer tut der Freundschaft gut. Die Aufgaben könnt ihr nur als Team bewältigen und nur wenn deine Körpersprache stimmt
  • Sportprogramm: Gleichzeitig werden die Muskeln trainiert, weil die Pferde wenden müssen, Seitengänge machen oder Rückwärts laufen müssen
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)

Das alles irgendwann in allen drei Gangarten und im Idealfall sogar Freestyle, also ohne Halfter, Strick oder Zaumzeug. Wie? Ich beschreibe dir die ersten Schritte und berichte dir von dem Kurs und die wichtigsten Fragen für sicheres und gutes Training im Interview. Damit du sofort loslegen kannst mit deinem Pferd und den ersten Schritten.

Im zweiten Teil nächste Woche gibt es ein exklusives Interview: Die Erfinderin des Freestyle Horse Agility Corinna Ertl alias „Co“ beantwortet die wichtigsten Fragen für sicheres und gutes Training im Interview. Damit du sofort loslegen kannst mit deinem Pferd und den ersten Schritten. PLUS: Es gibt eine Erklärung zu den drei Einstigesübungen, die du super mit deinem Pferd zu Hause trainieren und aufbauen kannst – ohne teures neues Equipment kaufen zu müssen. Dafür brauchst du nur Sachen, die vermutlich schon zu Hauf bei dir am Stall herumstehen.

Hier*Horse Agility: Vertrauen, Kommunikation und Pferdetraining mit Spaßfaktor 1 findest du übrigens das Buch zum Thema Horse Agility:*

Horse Agility: Vertrauen, Kommunikation und Pferdetraining mit Spaßfaktor 2Horse Agility: Vertrauen, Kommunikation und Pferdetraining mit Spaßfaktor 1

HORSE AGILITY – WAS IST DAS EIGENTLICH?

Dog Agility gibt es schon länger. Da bestehen Herrchen und Hund zusammen einen Parcour. Horse Agility ist im Grunde genau das, nur für Pferde gemacht. Ein super Training für dich und dein Pferd – für den Spaßfaktor und für euren Alltag. Weil es gleichzeitig auch das Vertrauen und die Bindung fördert.

INFO: Im Mai findet wieder ein Kurs am Wiesenhof statt – das Landhotel ist total gemütlich. Anita Merkle ist eine zauberhafte und gut organisierte Gastgeberin und der Kurs macht einen Riesenspaß. Noch sind ein paar Kursplätze frei. Mehr Infos zu den Kursen bekommst du HIER
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)

HORSE AGILITY

Was sind die Voraussetzungen, um mit deinem Pferd Horse Agility zu machen?

Die Grundausbildung der Pferde ist das A und O. Das Pferd sollte halfterführig sein. Die Kommunikationsbasis zwischen Mensch und Pferd muss stimmen und es sollte das vorwärts, rückwärts und seitwärts beherrschen. Mehr nicht! Der Rest kommt beim Training. Ich bin begeistert und werde bald auch Übungen bei mir am Stall aufbauen und mit meiner Stute üben.

Horse Agility Corinna Ertl

Horse Agility – die ersten Schritte:

  • Jedes Pferd darf sich erstmal umsehen und wird an den Hindernissen vorbeigeführt. Es darf auch daran schnuppern oder spielen – Pferde lernen auch durch Tasten. Deswegen ist es wichtig, dass die Pferde jedes Hindernis auch beschnuppern dürfen, wenn sie wollen. Wichtig ist, dass du mit deinem Pferd erst die Halle und die Hindernisse abläufst, so wie das Pferd auch auf einer Koppel erst einmal die Gatter und die neuen Gegenstände ablaufen und untersuchen würde. So kann es die Koppel beziehungsweise die Halle und Hindernisse kennenlernen und sich umschauen und sich dann sicher fühlen.

Horse Agility Corinna Ertl

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  • Die Hindernisse können nur bestanden werden, wenn Pferd und Mensch aufeinander achten. Das Pferd braucht eine korrekte Körpersprache und klare Stimmsignale vom Menschen. Der Mensch muss darauf achten, dass er die Körpersprache passend für das Pferd anbietet.

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Was macht gute Körpersprache aus:

  • Wenn deine Hand zum Beispiel unter dem Maul des Pferdes ist oder zu tief, dann ist sie im toten Winkel. Das Pferd kann sie dann nicht sehen.
  • Das Sichtfeld des Pferdes ist etwa in einem Radius von 30 Zentimetern um sein Auge herum – am Rücken ist sein Toter Winkel. Meist ist es der Bereich zwischen Brust und Schultern beim Menschen. Deswegen ist es wichtig mit der Schulter dorthin zu schauen, wo man hinwill. Hast du aber zum Beispiel ein kleines Pferd – wie ein Shetty, dann sind vermutlich deine Knie im Sichtbereich des Pferdes.
  • Wenn das Pferd nicht reagiert auf das Abwenden des Oberkörpers, kann die andere (GERTEN-)Hand helfen, indem du sie etwas hochnimmst.
  • Oft versteht das Pferd den Menschen nicht, wenn die Signale zu indifferent sind – da kann es helfen die Signale des Körpers etwas zu verstärken.
  • Denke einfach daran, dein Pferd immer „mitzunehmen“. Denn wenn es an engere und „schwierigere“ Hindernisse geht, sollte das Pferd lernen immer parallel zum Menschen zu sein und den Generalabstand zu wahren ( den man gemeinsam im Training und beim Führen immer hat) – damit die Hindernisse gerade und korrekt angegangen werden – egal ob es eine tiefe Gasse oder ein hoher schmaler Steg ist.
  • Deine Schulter muss in die Richtung „schauen“ in die du willst. Wenn dein Pferd beispielsweise wegsieht, wird es deine Hand nicht mehr bemerken, deine Körperbewegung aber schon. Aus seinem Augenwinkel.

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Wenn das Pferd nicht mitkommt: Leicht am Strick zupfeln – das Halfter ist ein Kommunikationshalfter. So lernt das Pferd die Signale für die Freiarbeit mit der Körperbewegung zu verknüpfen.

TIPP: Immer dorthin schauen mit dem Oberkörper, wo du hin willst – damit das Pferd den Menschen spiegeln kann.
  • Die Übungen werden erst am Knotenhalfter und Rope geübt, wenn die Kommunikation stimmt und Mensch und Pferd in der Freiarbeit geübt sind, wird beides abgelegt. Wichtig ist grundsätzlich, dass du nicht dauerhaft ziehen sollst am Rope. Sondern zupfeln. Druck erzeugt sonst Gegendruck. Das Pferd wird nicht mehr so gerne mitarbeiten wollen, wenn du ziehst und zerrst.
  • Erst einmal musst du die Hilfen des Körpers sehr deutlich zeigen. Nach und nach wird dann immer weniger nötig sein. Dann wird das Pferd nach und nach feiner und auch deine Körpersprache kann immer reduzierter werden. Anfangs braucht dein Pferd im Grunde mehr Hilfe, um zu verstehen, was du möchtest. Es sei denn ihr seid schon geübt in einer gemeinsamen Körpersprache.
  • Zeige also mit deinem Oberkörper wohin du willst, reicht das nicht aus, kannst du deine zweite Hand Richtung Auge heben und deinem Pferd die Richtung weisen – Impulsartig. Dadurch wendet sich auch deine Schulter stärker, weist die Richtung und nach und nach braucht es die Hand nicht mehr – weil die Schulter etabliert ist.

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Warum das wichtig ist? Irgendwann willst du das Seil abmachen und in Freiarbeit üben. Dann ist deine Körpersprache dein einziges Hilfsmittel.

  • Du musst dich erstmal an das Wohlfühltempo deines Pferdes in jeder Gangart anpassen, damit das Pferd sich entspannen kann. Wenn ihr beim Tempo auf einer Linie sind, kannst du nach und nach auch an der Geschwindigkeit des Pferdes arbeiten.
  • Wichtig: Du darfst immer erst in zwei Pferdelängen Abstand zum Hindernis stoppen, weil das Hindernis sonst im Toten Winkel deines Pferdes ist. Und das Pferd sich unter Umständen umschauen will. Dann kannst du den Kontakt verlieren.
  • Gleichzeitig ist das Lob eine imaginäre Bremse. Wenn du dich also immer nach jedem Hindernis aufstellst und dein Pferd ausgiebig lobst, wird dein Pferd den Moment lieben lernen und gerne mit dir stehen bleiben. Auch wenn es vielleicht aufgeregter ist oder heiß auf die nächste Hindernisrunde.

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Mit diesen Punkten erarbeitet man sich eine imaginäre Bremse. Weil das Pferd sich durch die Wiederholung und Konditionierung an diese Bremspunkte gewöhnt.

HIER gibt es einen Artikel auf der Pferdeflüsterei zu dem Magischen Buchstaben im Pferdetraining – das “L” – Von “L”ob “L”iebe und all den anderen wichtigen Wörtern, die uns dabei helfen mit dem Pferd besser zu kommunizieren

Wenn dein Pferd in den Hindernissen die ersten Male schneller laufen will, darf es das. Damit es die Angst vor dem Hindernis verliert. Dein Pferd soll erstmal seine eigene Geschwindigkeit finden – damit es dann Vertrauen in sich und den Menschen findet.

Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
TIPP: Stimmsignale etablieren – damit das Pferd sich daran gewöhnt. Und auch von weitem darauf reagieren kann. Und auch in Freiarbeit.

Die Hindernisse bauen Schritt für Schritt aufeinander auf. Vergiss nie: Agility soll Spaß machen. Wenn dein Pferd also ein Hindernis nicht mag oder Angst davor hat, dann lass euch alle Zeit der Welt. Führe dein Pferd ruhig an das Hindernis ran, baue das Hindernis Stück für Stück auf und lass es selbst durch das Hindernis durchgehen, nur dann versteht es wirklich nach und nach, dass keine Gefahr besteht. Dadurch wird es immer mehr Vertrauen in sich und in dich finden.

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HORSE AGILITY – HINDERNIS NUMMER 1: 

Start ist der Slalom. Du kannst Hütchen, Handtücher oder Teddybären in regelmäßigem Abstand aufstellen. Es ist im Grunde egal, was du als Marker setzt, denn der Marker ist für dich gedacht und nicht für das Pferd. Das Pferd folgt nur deiner Körpersprache.

Der Slalom ist super um an der Kommunikation mit deinem Pferd zu arbeiten, am Halfter und frei. Du kannst das Vorwärts, Rückwärts und Seitwärts üben und in allen drei Gangarten. Erst wenn das Pferd da sicher und achtsam folgt und eure Kommunikation stimmt, kannst du auch ohne Halfter üben. Wenn das klappt, kannst du an das nächste Hindernis.

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HORSE AGILITY – HINDERNIS NUMMER 2: 

Du legst zwei Gassen nebeneinander auf den Boden. Erst breiter, dann nach und nach enger gestellt, bis sie bei Hufschlagbreite angekommen ist. Erst wenn das Pferd flüssig durch die Gassen kommt, darf es zum Beispiel auf Stege und andere höhere Hindernisse.

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Das ist die Vorstufe und Vorübung für Trails, um dannspäter über enge Pfade und Stege laufen zu können.

Das Pferd darf immer auch schauen, damit es das Hindernis kennt und wahrnimmt und entsprechend achtsam durchlaufen kann.

TIPP: Wenn du dich Hindernissen annäherst, solltest du mit deinem Pferd immer möglichst gerade starten. Bei Wippen und hohen Hindernisse können sonst Verletzungen entstehen, wenn du das Hindernis zu schräg angehst – da das Pferd sich vielleicht nicht schnell genug darauf einstellen kann und dann abrutscht und sich verletzt.

Gerade bei Jungpferden ist das noch gefährlicher, weil sie noch nicht so ausbalanciert sind und deswegen noch mehr Gefahrenpotential ist.

HORSE AGILITY – HINDERNIS NUMMER 3 – AUCH EIN SEHR GUTER EINSTIEG IN DAS HÄNGERTRAINING:

Du baust eine hohe Gasse mit zwei Planen. Dein Pferd wird erst an die Planen und die Gasse gewöhnt – damit es keine Angst bekommt. Du gehst mit deinem Pferd zur Gasse, lässt es schnuppern, schlägst gegen die Plane, wackelst damit. Das Pferd sollte die Gasse erst akzeptieren, bevor du es durchführst. Es könnte ja sein, dass es mal mit dem Schweif schlägt, dagegen schlagen würde und dann erschrecken könnte, weil es nicht vorher darauf desensibilisiert wurde.

Horse Agility

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Beim ersten Mal gehst du zusammen mit deinem Pferd durch – sobald das klappt, gehst du seitlich daran vorbei und führst das Pferd durch.

Klappt das alles gut, dann übst du mit deinem Pferd in der Gasse stehen zu bleiben oder rückwärts wieder rauszugehen.

Es ist ein Schrittweises arbeiten in Richtung „Frei“ trainieren. Zum Beispiel, wenn das gleiche dann mit einem Tunnel oder einem freien Sprung durch einen Ring erarbeitet werden soll.

TIPP: Nach und nach kannst du immer mehr dazu bauen, sogar eine Decke. Also erst Seile herabhängen lassen, dann eine Decke darüber legen, dann einen Ring bauen und einen Tunnel. Dadurch kannst du entspannt den Hänger simulieren und so auf deinem Platz Hängertraining durchführen. Dein Pferd kennt enge Höhlen dann schon und wird sicher entspannter in den Hänger gehen.

Alle Übungen gehst du erst im Schritt und dann im Trab an. Wenn das gut funktioniert kannst du den Strick abmachen und das Halfter dran lassen, damit du im Zweifelsfall in das Halfter greifen kannst. Spätestens dann, wenn der Strick fällt, wirst du sehen ob die Kommunikation und die Körpersprache zwischen deinem Pferd und dir stimmen und klar sind.

Eine Kursteilnehmerin macht Anfangs zum Beispiel zu viel mit der Hand. Ihre Energie treibt ihr Pferd erst einmal weg. Beim zweiten Versuch macht sie weniger und schon funktioniert es. Da es sich auch um Freestyle Horse Agility handelt – kann es auch mal passieren, dass der Teilnehmer dem Pferd zum Abschied hinterherwinkt.

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Auch das ist nicht schlimm. Es passiert in der Freiarbeit. Schön und wichtig ist nur, dass das Pferd irgendwann wiederkommt ;-)

Hier*Horse Agility: Vertrauen, Kommunikation und Pferdetraining mit Spaßfaktor 1 findest du übrigens das Buch zum Thema Horse Agility – falls du gleich loslegen willst:*

Horse Agility: Vertrauen, Kommunikation und Pferdetraining mit Spaßfaktor 2Horse Agility: Vertrauen, Kommunikation und Pferdetraining mit Spaßfaktor 1

JEDES PFERD IST ANDERS

Mein Kurspartner – Vicky – braucht zum Beispiel deutlich mehr Signal als meine Jungstute. Also schaffen wir den Slalom im Trab zum Beispiel nicht so gut, weil ich zu wenig mache mit meinen Schultern und meinem Oberkörper. Es ist spannend und wieder einmal der perfekte Spiegel.

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Wenn der Mensch klar ist in seiner Körpersprache, weiß was er will und deutliche Signale setzt, wird das Pferd folgen. Wenn der Mensch zögert, wird auch das Pferd zögern. Auch das zeigt Vicky mir. Als wir das erste Mal durch die „Schwimmnudeln“ sollen, zögere ich kur. Ich frage mich, ob Vicky sich wohlfühlt und schon zögert sie.

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Beim zweiten Mal beschließe ich, dass wir beide das locker zusammen schaffen und schon stapft Vicky mutig mit mir durch die wackelnden Schwimmnudeln.

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HORSE AGILITY – HINDERNIS NUMMER 4: 

Das Brett am Boden. Für ein Pferd eine große Herausforderung, weil es nicht weiß wie sicher die Bretter sind und was sich darunter befindet. Lass deinem Pferd also alle Zeit das Brett abzuklopfen, zu betasten und abzuchecken. Dann führe es gerade darauf zu, fädle es sozusagen ein und lauf dann gerade mit deinem Pferd über die Bretter. Du daneben, dein Pferd auf den Brettern. Auch das ist eine Vorbereitung für hohe Stege und schwierigere Trail-Aufgaben.

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Es gibt noch viel mehr Hindernisse. Wie der Tunnel. Das Pferd soll lernen mit tiefem Kopf durchzugehen, weil es irgendwann auch rückwärts durch den Tunnel soll. Erstmal muss man das Pferd aber an den tunnel gewöhnen. Durch Graschpeln und kratzen.

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Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)

…oder die Wippe oder die Schwimmnudeln. Sie alle machen dein Pferd gelassener und stärken seine Muskeln. Die Wippe zum Beispiel ist super für die Hinterhandmuskeln deines Pferdes.

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Wenn du es schaffst, dass es mit dir auf die Wippe läuft und in der Mitte stehen bleibt und dann noch sanft vor- und zurückschaukelt – dann ist das ein Wahnsinns-Bauchmuskeltraining. Wie bei allen Übungen, muss erst der Mensch testen, bevor er mit dem Pferd ausprobieren darf. Das ist so sinnvoll, weil man dann viel besser versteht, was es fü das Pferd bedeutet auf dem Hindernis zu stehen.

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Du kannst auch einen Kurs bei ihr buchen. Ich kann sie dir nur empfehlen. Sie ist gelassen, fröhlich, im Kurs herrscht eine tolle Atmosphäre und die Übungen und Aufgaben machen eine Riesenspaß.

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Und jetzt habe ich noch ein Interview mit der Erfinderin der Trainingsmethode für dich PLUS drei Gratisübungen für den Einstieg – einfach und schnell erklärt.

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Die Übungen findest du am Ende des Artikels. Da erklärt die Pferdetrainerin Corinna Ertl genau, welches Equipment du brauchst (gar nicht viel und ganz unkompliziert) und wie du die Hindernisse Schritt für Schritt zuhause mit deinem Pferd trainieren kannst. Das Tolle am Horse Agility ist, dass es auch super für junge Pferde, alte Pferde oder Pferde ist die aus Krankheitsgründen gerade nicht geritten werden dürfen. Du musst nur ein bisschen was dabei beachten.

Das alles frage ich jetzt Corinna Ertl im Interview – sie hat „Horse Agility“ erfunden und auch ein Buch zu dem Thema geschrieben

HIER findest du übrigens das Buch zum Thema Horse Agility – falls du gleich loslegen willst:“Freestyle Horse Agility: Sport auf Augenhöhe mit meinem Pferd”:Horse Agility: Interview mit den wichtigsten Facts und drei Einstiegsübungen 1*

Horse Agility: Interview mit den wichtigsten Facts und drei Einstiegsübungen 2Horse Agility: Interview mit den wichtigsten Facts und drei Einstiegsübungen 1

Pferdeflüsterei: Was bringt das Horse-Agility Pferd und Mensch?

Corinna: Horse Agility bringt Freude am Spielen, Laufen und Springen. Gymnastizierung, Förderung der Beweglichkeit, Stärkung der Konzentration von Mensch und Tier. Aber auch nicht zu unterschätzen, das Pferd emotional und körperlich fit zu halten. Mensch und Pferd und ihre partnerschaftlicher Teamarbeit werden unglaublich gestärkt beziehungsweise die Weichen dafür gestellt, wenn das noch nicht passiert ist. Es wird eine sehr enge Beziehung und eine große Vertrauensbasis zum Pferd aufgebaut, wenn man es zulässt.

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Bevor wir weiterreden über die Do’s und Dont’s beim Training und was Horse Agility alles für Pferd und Mensch tun kann, wo die Grenzen liegen und wie man es lernen kann – Erstmal: Du hast es ja im Grunde erfunden. Aber wie bist du zum Thema Horse Agility gekommen?

Corinna: Ich bekam ein Pferd Namens Pauline geschenkt. Eine bildhübsche 2,5-Jährige Hessen Welsh Cob Stute. Klar dachte ich mir, jetzt kann ich das Pferd so ausbilden wie ich es gelernt hatte. Dann habe ich sehr schnell gemerkt, dass es so nicht geht und alles zum Thema Bodenarbeit, Horsemanship, Knotenhalfter gelernt. Ja, da muss ich schon ganz klar sagen, dass dieser „neumodische Kram“ nicht so meins war und ich habe vorher auch jeden der diese Richtung mit seinem Pferd ging belächelt. Aber ich habe dann bei meinem Pferd sehr schnell festgestellt, dass ich einen Border Collie als Pferd hatte und mir sehr viel einfallen lassen musste, um sie zu fordern. Ich sah bei einer Stallkollegin, dass sie Kunststücke mit ihrem Pferd macht und buchte meinen ersten Zirzensik Kurs. Nach diesem Wochenende konnte mein Pferd ein perfektes Kompliment, ich habe Blut geleckt und wollte mehr für Paula.

Pferdeflüsterei: Wie ging es dann mit euch und der Horse Agility weiter?

Corinna: Ich musste mir immer neue Dinge überlegen. Ich stellte zum Beispiel eine Partybank als Sprung auf und nachdem auch das kein Problem war, ließ ich mir immer mehr einfallen. Natürlich wurde ich von allen Schleifchenjägern belächelt, die mich von früher kannten und der eine oder andere fragte mich ob ich bekloppt wäre? Nachdem ich aber auf der bekannten Shire Horse Show in England war und bei einer Showeinlage Hunde sah, die Dog Agility zeigten, stellte ich fest, dass das was ich da mit Pauline machte das gleiche war – nur mit Pferd und ich nannte es Horse Agility. So bekam, dass was ich mit Paula trainierte einen Namen. Es kamen immer mehr Interessierte die fragten ob sie auch mal durch meinen Parcours dürften. Und so entstand das alles nach und nach.

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Was sind so die wichtigsten Dinge in Sachen Körpersprache, die der Mensch gerne falsch macht oder die dir immer wieder auffallen?

Corinna: Der Mensch vergisst ganz oft „wie ist das Sichtfeld eines Pferdes“ ist. Je nach Pferd-Mensch-Team variiert das nämlich und da sollte unbedingt darauf geachtet werden. Denn sonst kann der Mensch nur sehr schwer die Körpersprache so einsetzen, dass das Pferd sie auch lesen kann. Beispiel: Unser Pony ist 90cm groß und sein Trainingspartner ist über 190cm groß. Da ist der Bereich beim Menschen Hüfte bis zu den Knien. Alles andere würde das Pony kaum warnehmen können. Das ist ganz individuell bei jedem Pferd Mensch Team! Bei den meisten sind es Ellenbogen bis Schultern und Kopf. Die Hand, die von den meisten am Unterkiefer gehalten wird, ist gar nicht wahrnehmbar fürs Pferd und so gibt es immer Kommunikationprobleme. Oder die fehlende Schulter-Kommunikation. Das führt dazu, dass mir mein Pferd gerne über die linke Schulter läuft, wenn ich nach rechts abbiegen will. Woher soll das Pferd auch wissen, dass ich gerade jetzt nach rechts abbiegen will? Noch einer der häufigen Fehler ist, dass der Mensch ein Kontrollfreak ist und immer zum Pferd schaut. Dabei vergessen die Menschen gerne, dass die Pferde meist darauf konditioniert wurden, auf den Blick in Richtung Pferd zu weichen beziehungsweise zu drehen.

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Gibt’s noch mehr – zum Beispiel beim Thema „Equipment“, was die Kommunikation erschweren kann?

Corinna: Anfangs trainieren wir ja erstmal mit Strick, solange bis es gut klappt. Wenn der aber gefühlte 30cm lang ist oder das Halfter zu groß und schlabberig ist, wird es schwer. Vor allem, wenn auch mal ein kleinerer Impuls kommen soll, weil das Pferd minimal nach rechts oder links gehen soll. Dann kommt der natürlich viel zu spät beim Pferd an und das Pferd ist beispielsweise dann schon lange am Steg schon vorbei.

Pferdeflüsterei: Wenn ich jetzt mit meinem Pferd in der Horse-Agility starten will – was sind so die wichtigsten Basics, die wir schon beherrschen müssen?

Corinna: Das Pferd sollte Halfterführig sein.

Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)
Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)

Pferdeflüsterei: Okay, das geht ja als Anforderung, das sollten die meisten doch hinbekommen ;-) Jetzt lernen ja Pferde oft beim Reiten oder bei der Bodenarbeit oder eben auch beim Führen, dass sie dem Druck weichen sollen. Beim Horse Agility gibt’s Hindernisse, bei denen sie gegen den Druck gehen müssen – wie bei den Schwimmnudeln zum Beispiel – was sagst du zu dem Gedanken, dass das die Pferde doch verwirren könnte?

Corinna: Genau, das ist auch so. Deswegen mache ich eine Lektion draus. Beim Skijörig – da sage ich zum Beisel „zieh“ und bei den Schwimmnudeln „drück“ oder „durch“! Dadurch versteht das Pferd dann sehr schnell, dass das jetzt Teil der Aufgabe ist.

Ski Jöring mit Pferd

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Jetzt gibt’s ja die Clickerer und die Horsemanshipler – ist Horse Agility was für beide? Und wenn ja – geht man die Hindernisse mit den unterschiedlichen Trainingsmethoden auch unterschiedlich an? 

Corinna: Es ist was für beide, da gibt es keine besondere Trainingsmethode. Ich habe zum Beispiel ein Lob Wort für die Pferde: „feiiiiin“. Da folgt auch bei mir direkt nach dem Wort das Leckerli nach Bedarf, das ersetzt bei mir im Grunde den Clicker-Ton. Natürlich ist die positive Verstärkung beim Clickern ein anderer Ansatz, als die Druckstufen beim Horsemanship – aber jeder kann die Hindernisse so angehen, wie er es im Alltag auch mit seinem Pferd trainiert.

Pferdeflüsterei: Stichwort „Führposition“ – da gibt es ja auch Pferdemenschen, die mit ihrem Pferd eine klare Position trainieren – müssen die unter Umständen was an ihrer Position ändern fürs Horse Agility?

Corinna: Bei den Horsemanshipler ist es meist so, dass ich gesagt bekomme „mein Pferd geht aber hinter mir in unserer Führposition – darf ich die beibehalten?“ Ich runzle meist meine Stirn und frage dann „reitest du das Pferd“? Ja… und wo ist dann deine Führposition? Die Führposition beim Horse Agility hat auch einfach etwas mit der Teamarbeit zwischen Pferd und Mensch zu tun. Wenn ich einen Parcours Seite an Seite mit meinem Pferd laufen und auch springen will, ist meine Führposition neben meinem Pferd im Bereich Nasenspitze bis zum hinteren Schulterblatt! So kann ich wunderbar mit meinem Pferd kommunizieren und es ist für den Menschen besser gerade beim Springen nicht in den toten Winkel des Pferdes zu geraten und dann einen tritt in die Achillessehne zu bekommen! Wenn ich als Mensch vorweglaufe beim Sprung und das Pferd hinter mir ist, kann ich ihm ja überhaupt keine Kommunikation vermitteln.

Horse Agility (Foto: Reiner Kolsen)

Pferdeflüsterei: Horse Agility sagst du ist besonders auch was für ältere Pferde? Wieso – weshalb – warum und wie?

Corinna: Gerade auch Pferde die nicht mehr geritten werden dürfen bekommen eine sinnvolle Beschäftigung, die das Pferd in Bewegung hält, es geistig und physisch fit hält. Denn wer rastet, der rostet. So kann man seinen Lebenspartner Pferd auch im Alter oder in Krankheitstagen trainieren und sie bleiben in Bewegung.

Pferdeflüsterei: Gibt’s Pferde, die das nicht machen können – Beispiel bei bestimmten Krankheiten?

Corinna: Es gab bei mir bis jetzt noch kein Pferd, was ich nicht trainieren konnte. Es gibt natürlich je nach Erkrankung Hindernisse, die man nicht einsetzen kann. Aber das kann man ja individuell planen und trainieren. Bei Spat und Hufrolle zum Beispiel würde ich nie mit Bodenstangen arbeiten, sondern eher halbe Stangen nutzen oder anstatt Stangen kann man dann auch sehr gut Schwimmnudeln nehmen.

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Stichwort: Pferdeanatomie – kann ich meinem Pferd auch schaden? Ist das alles Tierärztlich abgecheckt?

Corinna: Natürlich kann ich meinem Pferd schaden, wenn ich es zum Beispiel übertreibe. Wenn ich Senioren nicht korrekt warm mache! Wenn ich Hindernisse falsch einsetze oder die Hindernisse schlecht sind und hier schon Verletzungen drohen könnten wie herausstehende Schrauben. Oder falsch aufgestellte Hindernisse und so weiter. Es gibt viele Fehlerquellen, die man aber ganz einfach mit etwas Grundwissen und gesundem Menschen- und Pferdeverstand verhindern oder auch beseitigen kann.

Pferdeflüsterei: Tut Agility auch was für die Gymnastizierung?

Corinna: Da kann ich ein fettes Ja ausrufen. Stell Dir den korrekten Lauf im Slalom vor. Oder wenn ich unter einem Halbreifen durchgehe. Dabei lehre ich, dass der Mensch seinem Pferd anhand seiner Körpersprache sagt „komm senk deinen Kopf“. Ich kann so kommunizieren, dass mein Pferd mit gesenktem Kopf durch Slalom oder Halbreifen geht.  Beim Springen kannst du mit „In Out Kombi Sprüngen“ sogar Sprung-Gymnastik machen – auch ohne zu reiten. Das Rückwärtsrichten durch Hindernisse – ist auch gymnastizierend. Also: Horse Agility ist Gymnastizierung, absolut.

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Ist das „nur Bodenarbeit“ oder reitest du das auch?

Corinna: Geritten werden nur einzelne Übungen. Da nennt sich das Agility dann Trail. Das ist für zum Beispiel gut zur Sitzverbesserung und es ist Gleichgewichtstraining. Oder gerade auch Angstreiter ,die ich dann durch den Halbreifen führe oder über die Wippe, um auch mehr Gefühl für ihr Pferd und dessen Bewegung zu bekommen. Auch das Reiten durch den Slalom hat einen sehr hohen Stellenwert bei mir. Denn ich versuche ohne Hilfen nur mit dem „ich schau wo ich hin reiten will“ Mensch und Pferd zu konditionieren. Einzelne Hindernisse können also auch im Sattel ganz hilfreich sein. Aber auch da gilt wieder: Mit Menschen- und Pferdeverstand rangehen, damit es sicher für Pferd und Mensch bleibt und sich niemand verletzt.

Pferdeflüsterei: Gibt’s da auch verschiedene Charaktertypen von Pferden mit denen man unterschiedlich an die Hindernisse rangehen muss?

Corinna: Oh ja die gibt es. Zum Beispiel Pferde mit Problemen am Boden, wenn das Hindernis weich ist und nachgibt. Dann: Akustische Hindernisse wie Glöckchen oder Blechsteg! Oder Hindernisse wie der Flattervorhang. Pferde mit Verladeproblemen haben meist Probleme mit engen Gassen oder niedrigen Höhen.

Horse Agility Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Welche Hindernisse sind eher gefährlich und sollte man nicht alleine angehen?

Corinna: Bei folgenden Hindernissen würde ich eine richtige Einleitung als Voraussetzung sehen: Wippe, Hoher Steg, Sprung und Reifensprung.

Horse Agility Corinna Ertl

Pferdeflüsterei: Du hast ja auch einen Verein – „Freestyle Horse Agility Pferdefreunde Modautal e.V.“ – den du mitbegründet hast – worum geht’s da und was steckt dahinter?

Corinna: Ja, ich wollte diesen Verein gründen und konnte eine Pferdebesitzerin (meine Shire Horse Freundin) dazu begeistern und fünf weitere Nichtpferdebesitzer, die als Gründungsmitglieder mein Vorhaben von Anfang an unterstützt haben. Der Verein soll bezahlbares Training für Vereinsmitglieder bieten. Wir haben auch ein gemeinnütziges Projekt: „Happy Kids“. Wir wollen Kindern Lichtblicke schenken, die schwerkrank sind – zum Beispiel aus der Kinderkrebsstation in Frankfurt. So wollte die schwerkranke Ayleen unbedingt einmal die Paralympic-Siegerin Hanne Brenner treffen und bei ihr eine Reitstunde nehmen – auch das machen wir möglich. Oder für Kinder, die ein Handicap haben. Wir wollen einfach Herzenswünsche erfüllen.

Pferdeflüsterei: Wie kann man sich denn da beteiligen oder was kann man für euch und den Verein tun?

Corinna: Beteiligen kann sich jeder, sei es mit einer Geldspende oder Menschen, die ein umgängliches und Kinderfreundliches Tier haben (Hund oder Pferd), mit dem man schmusen oder spazierengehen oder reiten kann, einfach bei uns melden. Wir machen immer wieder Aktionen, um Spenden für die Kinder zu sammeln und ihnen schöne Augenblicke mit den Pferden zu schenken. Das ist die eine Seite des Vereins. Die andere ist, dass wir an gesundem Pferdetraining arbeiten wollen. Ich wünsche mir endlich einen Verein, in dem auch die Zirzensik unter anatomischen Gesichtspunkten und der Pferdephysiologie etabliert wird. Wir wollen verschiedene Stützpunkte Deutschlandweit eröffnen und mehr qualifizierte Trainer ausbilden. Denn so toll Zirzensik und Horse Agility für Pferd und Mensch sind, muss man sie eben auch korrekt lehren und lernen. Damit das Pferd sie gesund lernen kann. Dann sind sie super für Muskeln und Dehnung. Aber eben nur dann.

INFO: Wenn du jetzt gerne Spenden willst oder dich beteiligen möchtest – kannst du dich direkt HIER bei Corinna Ertl melden. Der Verein und die Kinder freuen sich über jeden, der hilft.

Horse Agility – drei Basis-Übungen

Erste Übung “Horse Agility” – Lauftraining:

Equipment: Hütchen oder Pylonen oder Slalomstangen, Kanister, Tonnen, Eimer oder sonstige Markierungshilfen. Auf Rasentrainingsfläche gehen auch alternativ Weidepfosten

Einfach ein Start und ein End Markierungshütchen aufstellen und versuchen im Schritt von A nach B zu gehen und dann auf Wunsch des Menschen an einem bestimmten Punkt zu stoppen.

Klappt das, dann geht das Ganze im Trab. Klappt das, kommt das erste Hindernis zum Einsatz. Der Slalom.

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Zweite Übung “Horse Agility” – der Slalom:

Equipment: Hütchen oder Pylonen oder Slalomstangen, Kanister, Tonnen, Eimer oder sonstige Markierungshilfen. Auf Rasentrainingsfläche gehen auch alternativ Weidepfosten

Eine gute weitere Übung ist der Slalom. Für den Aufbau der Slalomreihe ist es für mich unerheblich, ob man professionelle Hindernisse in Form von Slalomstangen und Pylonen verwendet oder alternativ Weidepfosten, Eimer oder sogar Handtücher. Hauptsache man hat Markierungen.

  • Wichtig ist – je nach Pferdegröße – das zu Beginn des Slalom-Trainings auf Abstände von vier bis fünf Metern zwischen den einzelnen Markierungen geachtet wird
  • Bei jedem Durchgang der jeweiligen Übung eine korrekte Aufstellung vor dem Hindernis einnehmen. Mindestens 2 Pferdelängen davor und 2 danach. So kennt das Pferd den Stop als Start und Ende. Wenns dann mal in die höheren Gangarten geht
  • Die Slalomreihe sollte zu Beginn nur in eine Richtung gelaufen werden. Mit dieser Endaufstellung wird das Pferd auf eine „imaginäre Bremse“ konditioniert – eine mehr als hilfreiche Sicherheitsmaßnahme, denn so kann ich für den späteren kompletten Parcours meine Notbremse einbauen

Horse Agility Corinna Ertl

Dritte Übung “Horse Agility” – Springen:

Equipment: Eine Stange oder ein kleines Hindernis.

Eine gute nächste Übung ist das Springen.

  • Für den Aufbau erst einmal eine Stange auf den Boden legen und damit in Schritt und Trab mit dem Pferd Seite an Seite drüber laufen
  • In der nächsten Runde läuft der Mensch an der Stange vorbei und das Pferd nimmt das Hindernis mit dem Menschen rechts oder links neben der Stange
  • Klappt das auch in beiden Gangarten drüber springen
  • Wenn das funktioniert kann das Hindernis nach und nach höher gestellt werden

Auch hier gilt: 2 Meter vor und nach dem Hindernis stoppen um die imaginäre Bremse einzubauen. Denn beim Springen können die Pferde richtig begeistert und „heiß“ darauf werden und sind dann auch schwerer zu stoppen

Lesetipp:

Noch mehr Übungen findest du auch in ihrem Buch*Horse Agility: Interview mit den wichtigsten Facts und drei Einstiegsübungen 1:

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Ponackl vom Wiesenhof

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