Artikel aktualisiert am 13.01.2019

“Du hörst Stimmen in deinem Kopf und sie flüstern dir zu, dass du unbedingt unter die Pferdebesitzer gehen solltest?” Mir haben diese Stimmen mehrfach zugeflüstert, dass das genau die richtige Entscheidung ist, kurz nachdem ich meine Stute kennengelernt habe. Das Ergebnis? Ich verbringe jeden Tag mindestens 2 Stunden im Stall, ich stinke nach Pferdemist und meine Garderobe ist deutlich haariger als vorher. Die Ballerinas sind von Cowboystiefeln verdrängt worden und Jacken werden nach Regentauglichkeit statt nach Stylefaktor gekauft. Das ist nur ein kleiner Teil dessen, was sich seitdem verändert hat, sozusagen die Spitze des Strohhaufens Eisbergs. Das Wichtigste aber, das sich verändert hat ist, dass ich glücklich bin. Jeden Tag. Bist du verrückt genug dafür und für ein eigenes Pferd? Dann solltest du jetzt unbedingt weiterlesen.

Ich habe zwei super Buchtipps und viele Tipps zum Thema “Pferdekauf” für dich. Sie liefern dir Tipps und Infos für deine Entscheidung, ob du dir ein eigenes Pferd in die Familie holen sollst oder nicht. Ich schreibe ganz bewusst nicht “kaufen”, denn ich mag dieses Wort nicht.

Da schwingt etwas mit, das für mich nicht zu einem Lebewesen passt. Man “kauft” sich nicht einfach so ein Pferd und hat es dann. So sehe ich das. Du holst dir ein neues Familienmitglied in dein Leben. Ein Lebewesen mit einer Persönlichkeit und mit Bedürfnissen. Du musst bereit sein, dir auch die Wünsche des Pferdes anzuhören, bereit dafür dich zu kümmern und zu sorgen, eine Verantwortung zu übernehmen in guten wie in schlechten Zeiten.

Die Moneten spielen nicht nur beim Pferdekauf eine Rolle

Du musst auch genug Geld auf den Tisch legen können, nicht nur für den Kaufpreis (da ist es wieder das unschöne Wort), sondern auch für die Box, das Futter, den Hufschmied, den Tierarzt und vielleicht auch für all die anderen Experten, die du an dein Pferd lassen musst.

Den Osteopathen oder den Physiotherapeuten zum Beispiel. Das Geld für den Trainer und Reitlehrer, damit sie das ausgleichen können in eurem Training, was du vielleicht noch nicht weißt. Du  brauchst eine Haftpflichtversicherung (am besten eine, die auch Geländegänge, Reiten mit und ohne Helm, mit und ohne Gebiss und andere Unwägbarkeiten beinhaltet) und du brauchst Geld für die Pflege deines Pferdes. Und wenn es nur das Silberspray für seine neue Wunde ist.

Was kostet ein Pferd?

Eine kurze Kostenliste der Basis (das basiert auf meinen Erfahrungen):

  1. Stallmiete (je nachdem ob du Selbstversorger bist oder Vollpension hast – wo du wohnst): Zwischen 200 und 400 Euro pro Monat
  2. Futter (je nachdem wie viel Aufwand du betreiben willst – ich stehe auf Biofutter, Moor und Mineralsteine): Zwischen 30 und 50 Euro pro Monat
  3. Hufschmied (ich habe ein Barhuf-Pferd – heißt, es wird alle 4-6 Wochen behandelt): Zwischen 20 und 40 Euro pro Behandlung
  4. Tierarzt und Zahnarzt (Gehen wir mal nur von Impfungen und Pflege aus): Zwischen 50 und 100 Euro – 3-4 Mal pro Jahr zusammen

Dann kommen noch Extras dazu wie ein Check-Up vom Physiotherapeuten (ich lasse das jetzt 1-2 Mal pro Jahr machen, wenn nichts ist) – etwa 140 Euro pro Besuch. Du brauchst Equipment, einen Sattel der wirklich passt (1000-3000 Euro), Zaumzeug und so weiter.

Warum es sich trotzdem lohnt sich ein eigenes Pferd zu kaufen

Jetzt seufzt du vielleicht einmal tief und beschließt es lieber sein zu lassen, nachdem du die lange Liste gelesen hast. Ich will dich nicht entmutigen. Es lohnt sich!

  • Es ist wunderschön ein Pferd um sich zu haben, mit dem du dich jeden Tag beschäftigen kannst
  • Es wird dich kennenlernen und du dein Pferd
  • Ihr werdet euch aufeinander einlassen und gemeinsam wachsen zu etwas größerem.

Das klingt jetzt vielleicht pathetisch, aber es ist so. Das ist wunderschön und all die Mühen und Kosten wert. Ich bereue keine Sekunde, dass meine Stute jetzt ein Teil meines Lebens ist, aber ich habe mir vorher genau ausgerechnet und bewusst gemacht, was ich an Zeit, Geld und Mühe auf den Tisch legen muss, um meiner Verantwortung ihr gegenüber gerecht zu werden.

Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?

Deswegen liebe ich das Buch “Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?” von Celeste Drake und kann es dir ans Herz legen, wenn du gerade mit dem Gedanken spielst, dir ein Pferd in dein Leben zu holen. Es ist witzig, unterhaltsam und saulustig geschrieben. Genau wie übrigens auch das Blog der Autorin. Es ist rosa. Ich meine, das sagt doch schon alles. Rosa.

Hier kannst du dich zu dem Buch durchklicken*

Ein Lesebeispiel – aus meinem Lieblingskapitel. Es heißt: “Wie fühlt es sich an ein eigenes Pferd zu besitzen?”

“Nimm deine Lieblingsschuhe! Ja genau, dieses eine Paar, das du am liebsten trägst und das dir sicher sehr teuer war. Nun nimm einen Hammer und schlage so fest auf die Schuhe ein, bis sie gänzlich zerstört sind. Alternativ dazu: Nimm dein Lieblingskleidungsstück und zieh es voller Enthusiasmus durch einen Haufen Mis. Entleere dann eine Flasche Möhren darüber!

Nun weißt du wie es sich anfühlt, wenn du kurzfristig iin guter Kleidung in den Stall zitiert wirst, weil dein Pferd eine Kolik hat. Oder sich einfach weigert, die anderen Pferde von der Weide zu begleiten.” (Ausschnitt “Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?”)

Aber es ist eben nicht nur das, es ist auch fachkundig und es liefert dir Antworten auf viele Fragen, die dich umtreiben dürften.

  • Was musst du können?
  • Bist du reiterlich und Mental weit genug für ein eigenes Pferd?
  • Wieviel Zeit und Geld brauchst du eigentlich für ein eigenes Pferd?
  • Welche Kosten kommen auf dich zu und was brauchst du alles?
  • Vom Futter bis zur Wurmkur, von der Hufpflege bis zu den Versicherungen und Impfungen.

Mal nur die Impfungen und Wurmkuren – aufgerechnet im Buch:

  • Wurmkur – zwischen 2 und 4 mal im Jahr (zwischen 8 und 22 Euro pro Kur)
  • Tetanus – alle 24 Monate
  • Influenza – alle 12 Monate
  • Herpes – alle 6 Monate
  • Tollwut – alle 12 Monate
  • Impfungen insgesamt zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr – je nach Tierarzt

Du musst dich auch fragen, ob deine Familie, dein Partner und dein Umfeld das mittragen können und wollen. Auch als Reiter willst du schließlich nicht alleine sein. Welcher Stall ist der richtige und woran erkennst du das? Welche Modelle gibt es von der Teilversorgung bis zur Vollpension und wie sehen die Verträge aus, die zwischen Stallbesitzer und dir geschlossen werden?

Dann gibt es Formalia wie den Equidenpass. Jedes Pferd braucht so einen Equidenpass und du musst nach dem Kauf dafür sorgen, dass er auf dich umgetragen wird.

Zum Beispiel:

  • Entspricht das Pferd dem, was du als Reiter erreichen möchtest? Es macht keinen Sinn sich ein astreines Reining-Horse zu kaufen, wenn man von den hohen Lektionen der Dressur träumt. Sie sind einfach auch vom Körperbau her anders gezüchtet. Du kannst natürlich mit jeder Rasse immer etwas erreichen, aber das Pferd und du werdet es entsprechend schwer haben dorthin zu kommen.
  • Was willst du mit dem Pferd machen? Dazu sollte dann der Charakter passen. Wenn du ein ängstlicher Mensch bist, ist es nicht besonders gut sich ein ängstliches Pferd zu kaufen – ihr werdet euch eher gegenseitig dauernd erschrecken als euch zu einer gelassenen Gemeinschaft zu wandeln

Pferde sind Individuen, sie haben Charakter und Persönlichkeit. Du auch! Also solltet ihr beide auch zusammenpassen oder euch ergänzen. Das ist wie in einer guten Freundschaft.

Du kannst dein Pferd beim Züchter, Händler, von Privat oder sogar leider auch beim Schlachter kaufen. Auch da gilt es einiges zu beachten – es gibt nun einmal leider immer wieder schwarze Schafe in der Pferdewelt. Ein Pferdekauf ist immer auch ein Risiko. Aber wenn du gut informiert bist über deine Rechte und Möglichkeiten, kannst du das Risiko so klein wie möglich halten. Zum Beispiel, wenn du beim Kauf genau weißt was du willst, wenn du dich nicht bequatschen lässt und auch die ganz großen Risiken mit einer Ankaufsuntersuchung ausschließt.

Wenn du dein Pferd dann hast, müsst ihr euch erst einmal aneinander gewöhnen, ihr müsst zusammenkommen und ankommen. Da liefert dir die Buchautorin erste Ratschläge. Das war nur ein kleiner Einblick in das Buch, das gute Tipps und Hinweise liefert, bevor du dir wirklich ein Pferd in dein Leben holst.

Aber Celeste gibt natürlich auch etwas Motivation Raum im Buch – zum Beispiel im Kapitel:

“Nun aber etwas Positives!”

“Positiv ist zu sehen, dass du zu einem Organisationstalent mutieren wirst. Jeder Mann wird bewundernd aufsehen, wenn du es schaffst, 5 Säcke Futter, den Monatseinkauf aus dem Supermarkt und natürlich deine Kinder im Auto zu stapeln.” (Ausschnitt “Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?”)

Sie gibt auch Tipps, wie du in deiner Beziehung vorher testen kannst, ob sie ein Pferd aushalten wird oder wie du als Single ausprobieren kannst, ob der Mann, den du im Auge hast möglichweise Pferdegeeignet ist:

“Vergiss nicht, allen ausführlich von deinem wichtigsten Lebensinhalt zu erzählen und deinen Gedanken zur Anschaffung eines eigenen Pferdes. Die wenigsten Männer wollen eine Frau, die sie mit einem Pferd teilen müssen. Und sollte dann doch noch ein Mann so hartnäckig sein, dass er dich trotz allen weiter umwirbt, teste erst einmal, ob er nicht einen Fetisch hat. Wenn nicht, hast du einen der wenigen Männer gefunden, die es wert sind, sie zu behalten. Schließlich kommt vor dem Mann immer noch das Pferd.” (Ausschnitt “Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?”)

Das alles trifft so natürlich nahezu komplett  nur in Ausschnitten zu, aber auf ironisch überspitzte Weise erinnert die Autorin eben auch daran, dass ein Pferd nicht nur eine Umstellung für dich bedeutet, sondern auch für dein Umfeld.

Es ist wichtig sich diese Gedanken zu machen, damit du dich dann entspannt und bewusst auf das Abenteuer mit deinem Pferd einlassen kannst.

HIER findest du übrigens ein Interview, das ich mit dem ehemaligen Westernprofi und Pferdehändler, Lutz Leckebusch, geführt habe, der für Fairness und Offenheit steht. Er verrät dir, was du beachten musst beim Pferdekauf

Tipp 2: Augen auf beim Pferdekauf

Wenn du dich nach allen sorgfältigen Gedanken und Umdrehungen in deinem Kopf dazu entschlossen hast ein Pferd zu kaufen, kann ich dir noch das Buch “Augen auf beim Pferdekauf” von Angelika Schweizer empfehlen*

Das Buch ist deswegen so toll, weil es sich vor allem an Menschen richtet, die vielleicht noch nicht lange in der Pferdewelt sind, aber trotzdem gerne ein eigenes Pferd in ihrem Leben hätten. Im Buch wird erst einmal die Geschichte der Pferde beschrieben und erste Basics, die man als Pferdehalter wissen sollte. Auch der sehr wichtige Punkt wird angesprochen, dass ein Pferd nicht Sportgerät oder Freizeitausgleich sein sollte, sondern ein Partner und ein Lebewesen mit Bedürfnissen ist.

Die Kapitel reichen von wichtigen Fragen nach Zeit und Kosten, wie auch bei Celeste Drake, über die Frage nach der inneren Haltung, dem richtigen Stall und der Pferdegesundheit. Boxenhaltung ist mehr Tierquälerei als alles andere. Auch das spricht die Autorin an. Es mag Einzelfälle geben, aber ein Pferd als Bewegungs- Flucht- und Herdentier gehört nicht 24 Stunden täglich in eine Box. Eigentlich sollte jedes Pferd mindestens 8 Stunden täglich Weidegang und Herdenhaltung in seinem Leben haben.

Bevor du dir also ein Pferd suchst, solltest du dir den passenden Stall in deiner umgebung aussuchen. Das ist kein einfaches Theme und ich kenne Menschen, die schon mehrfach den Stall gewechselt haben, weil die Haltung einfach nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat. Pferde können Verhaltensstörungen entwickeln, sie werden unter Umständen aggressiv oder depressiv, wenn sie nicht richtig gehalten werden.

Dazu liefert das Buch “Augen auf beim Pferdekauf*” zum Beispiel eine hilfreiche Liste:

  • Ist in der Herde die Rangfolge geklärt? (Wenn nein, wird dein Pferd erst einmal sehr viel Unruhe und Kämpfe mitmachen müssen – sowohl als “Neuer” als auch innerhalb der Herde, das bedeutet Stress)
  • Wie viele Futterzeiten gibt es pro Tag? (Pfrde sollten mindestens alle 3-4 Stunden etwas in den Essen in den Magen bekommen, am besten noch öfter. Raufutter oder Gras. Sonst können sie aufgrund ihrer Anatomie Magenprobleme bekommen.
  • Wie ist die Qualität von Heu und Stroh?
  • Wie wird das Futter gelagert
  • Ist der Stall sauber und sind die Fresstände sauber?
  • Wie oft wird gemistet (täglich sollte es schon sein)
  • Wie groß ist die Gruppe? (zu wenige sind nicht gut – zu viele auch nicht, vor allem wenn der Platz nicht reicht)
  • Wie wirkt der Stall auf dich? Ruhig und gelassen? Hell und freundlich? Super! Ansonsten: lieber Vorsicht!
  • Welche Philosophie herrscht in dem Stall und kannst du dich damit anfreunden? Als Barhuffan mit Hang zu Liberty wirst du in einem Turnierstall mit Eisenpflicht eher Probleme haben

Auch die Frage nach der richtigen Pflege und dem richtigen Training werden im Buch diskutiert und ein wichtiger Faktor, der immer wieder gerne übersehen wird.

Irgendwann wird dein Pferd alt sein. Bist du bereit auch damit umzugehen? Von den Tierarztkosten, über die Pflege bis zur Rentnerkoppel?*

Und wenn du dann ein Pferd hast, kannst du mir bitte einen Gefallen tun? Höre nie auf zu lernen und nachzufragen. Zu viele Menschen folgen einfach dem, was der ganze Stall macht oder der eine Reitlehrer sagt. Aus diesem Grund stehen zu viele Pferde noch in Boxen, müssen Ausbinder tragen oder bekommen nur dreimal am Tag ein bisschen Heu. Das alles schadet den Pferden. Es ist wichtig, dass wir als Pferdemenschen offen bleiben, Dinge hinterfragen und für unser Pferd nach dem besten Weg suchen. Das Pferd hatte keine Wahl, wir schon. Es ist deswegen unsere Verantwortung uns zu kümmern, zu lernen und offen zu bleiben.

Wenn du schon soweit bist und ein Pferd hast, kannst du übrigens auch hier auf der Pferdeflüsterei stöbern. Ich habe in einer Serie angefangen die ersten Schritte mit meinem Pferd zu beschreiben:

Du findest alle Artikel dazu HIER

Frage: Wenn du Fragen hast oder Tipps oder deine Geschichte erzählen willst, wie du zu deinem Pferd gekommen bist oder vielleicht sogar Tipps für all die Leser hast, die noch nicht wissen, ob sie sich ein Pferd kaufen sollen, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Artikel! Ich freue mich darauf

Achja – nach dem Pferdekauf kommt auch noch die Ausrüstung.

Du brauchst Putzzeug, Knotenhalfter und Rope für die Bodenarbeit, ein Barebackpad für das kurze Reiten ohne Sattel, einen Sattel für das Reiten mit Sattel, ein Zaumzeug für die Dressurlektionen (zum Beispiel den LG-Zaum, wenn du Gebisslos reiten willst, wie ich*), ein Zaumzeug für gemütliche Ausritte (wie wäre es mit einem hübschen Sidepull von Barefoot?), oder einen Kappzaum (HIER gibt es einen tollen) für die Gymnastizierung an der Hand und die Longenarbeit und natürlich ein Longierseil…

Basisequipment gibt es auch für die Bodenarbeit HIER bei uns im Shop – das sind alles Sachen, die ich selbst benutze

Natürlich auch gesundes Futter oder Putzzeug – du kannst ja mal rüberhüpfen und stöbern gehen.

Bei einem Sattel kommt es stark darauf an, was du willst. Lederbaum oder Holzbaum? Baumlos oder Fieberglasbaum? Barock oder Western? Deswegen ist das ein ganz anderes Thema.

HIER habe ich schon mal ein paar Gedanken dazu geschrieben

Schwirrt dir jetzt der Kopf? Das geht allen so. Aber – das ist wieder die gute Nachricht – es macht auch Spaß sich nach und nach zu informieren.

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4 Kommentare zu ““Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?” Tipps zum Pferdekauf

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ein Pferd zu sich zu holen bedeutet eine große Verantwortung. Mein erstes Pferd habe ich zu mir geholt, da war ich noch recht jung. Ich hatte komplett unterschätzt, was da auf mich zukommt. Finanziell, zeitlich und emotional.
    Aber selbt nachdem ich jetzt wusste, was auf mich zukommt, ist es viel. Nur mal ein Beispiel, ich hatte mir jahrelang einen Urlaub an die Nordsee gewünscht. Schon als Kind wollte ich unbedingt mal die Nordsee sehen und es hat nie geklappt aus verschiedenen Gründen. Dann habe ich für vorletztes Jahr endlich meinen "Traumurlaub" gebucht. Es war alles bereit. Zwei Tage vor der geplanten Abfahrt fing der Ponymann an zu husten. Ich habe sofort den Tierarzt geholt, da mit Husten definitiv nicht zu spaßen ist. Nun hieß es vom Tierarzt, zweimal täglich Hustensaft geben, einmal täglich inhalieren und Heu nass machen. Damit war klar, dass der Urlaub sich erledig hat. Meine Partnerin war nicht begeistert und ich muss gestehen es viel mir auch schwer.
    Die Verantwortung für meinen Ponymann zu haben bedeutet für mich auch, dass ich unheimlich viel Wissen muss. Vom Thema Hufe über Futter bis hin zur Haltung und Training. Ich hinterfrage Tierarzt, Huforthopäde, bin Handwerker, Stallmädchen (und ja mein Pony steht in Vollversorgung) und am Ende habe ich die Verantwortung, wenn was schief läuft.
    Ein Pferd ist ein unheimlicher Zeit- und Geldfaktor. Aber auch aus Sorge durchwachte Nächte, frierende Tage im Stall um das Pferd nach der Sedierung bei der Zahnbehandlung nicht alleine zu lassen und vieles anderes kommt auf einen zu.
    Trotzdem macht es Spaß und ich würde meinen kleinen Ponymann für kein Geld der Welt abgeben. Mir wurde für ihn schon deutlich mehr Geld geboten als ich für ihn bezahlt habe, aber ich habe keine Sekunde gezögert das Angebot abzulehnen. Er ist ein Familienmitglied. Und ich bekomme von ihm mehr zurück als ich mir hätte vorstellen können. Ich bereue keine Sekunde und keinen Cent, die ich für ihn ausgebe.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, dito! Dito! und Dito! Meine kleine Madame würde ich auch nie mehr hergeben. Deine Ergänzung ist absolut wichtig. Mir war auch sehr wichtig viel Wissen zu sammeln, bevor ich mein Pferd wirklich in die Familie geholt habe. Ich finde, dass das zur Verantwortung dazugehört, alles zu hinterfragen, Wissen anzusammeln und dann den besten Weg für das Pferd und sich zu finden. Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Svenja sagt:

    Hallo Petra,
    zu dem Thema kann ich auch noch einen guten Artikel empfehlen (für die, die nicht direkt eins der Bücher kaufen wollen ;)): Auf dem Islandpferdeportal.de – Teil 1: "Reif für ein eigenes Islandpferd" Teil 2: "Suche nach einem Islandpferd"
    Er bezieht sich zwar auf Islandpferde, gilt meiner Meinung nach aber auch für andere Rassen. Mir gefällt daran besonders, dass auch auf die Beweggründe für den Kauf und den (täglichen) zeitlichen Aufwand eingegangen wird.

    • Petra sagt:

      Hallo Svenja, vielen Dank für die Links :-) Ich hoffe man findet sie so – ich musste sie etwas entlinken, weil wir in den Kommentaren selbst eigentlich keine Links erlauben. UNd es wäre nicht fair, es diesmal anders zu handhaben. Wenn die Artikel so gar nicht mehr auffindbar sind, dann packen wir die Links einfach dazu. Gib gerne Bescheid. Ganz liebe Grüße, Petra

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