Solltest Du Dir überlegen Dir ein Pferd zu kaufen und Duch in das Abenteuer zu stürzen, dann kann ich nur laut rufen: JA! Mach das! Ich habe mir eine junge Quarterstute aus der Dysli-Zucht in die Familie geholt und habe es noch keine Sekunde bereut. Du musst nur wissen, worauf Du achten musst.

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Der Pferdeexperte Lutz Leckebusch, der nach seiner Laufbahn als Züchter und Profireiter jetzt mit Pferden handelt, hat mir im Interview Tipps für den Pferdekauf verraten. Mehr zum Interview am Ende des Artikels.

Abenteuer: Jungpferd?

Ich habe mich für ein Jungpferd entschieden. Mir haben viele davon abgeraten mir ein Jungpferd zu kaufen und viele haben mir dazu geraten. Es ist eine schwierige Entscheidung, die nur Du alleine fällen kannst. Es gibt Vor- und Nachteile, die ich Dir jetzt schildern werde.

Pferdeflüsterei

Es gibt tatsächlich eine Faustregel die besagt, je unerfahrener der Reiter, desto erfahrener das Pferd. Das mag auch in vielen Fällen zutreffen. So ein erfahrenes Pferd „verzeiht“ natürlich viele Fehler. Es weiß genau, was gemeint ist und liest auch aus nicht so perfekten Ansagen das Richtige heraus. Mit einem richtigen Pferdeprofi kann die Kombination aus Anfänger und Pferd sicher gut funktionieren.

Aber man kann natürlich auch gemeinsam lernen, wenn man sich für ein junges Pferd entscheidet. Jungpferde haben noch keine Vorgeschichte und damit auch keine Probleme, die sie sich vielleicht schon angewöhnt haben. Sie haben noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zumal immer wieder auch Pferde als Freizeitpferde verkauft werden, die es mit 5 oder 6 nicht in den Profisport geschafft haben. Die sind dann wiederum viel Druck und eine starke Reiterhand gewohnt. Dass ein Anfänger da nicht mithalten kann und die Seele des Pferdes vielleicht stresst, liegt auch auf der Hand. Das alles war für mich ausschlaggebend mich für ein Jungpferd zu entscheiden. Obwohl ich keine erfahrene Reiterin bin. Ich ahne, dass es ein großes Abenteuer werden wird. Aber ich bereue es nicht, weil es mich weiterbringen wird und weil ich von Anfang an dabei sein werde.

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Ich kenne die Vorgeschichte meiner Stute genau und weiß woher sie kommt. Ein Jungpferd hat seine Ecken und Kanten, wird seine Teenagerjahre haben und natürlich sind die ersten Erfahrungen prägend. Deswegen sollte man sich nicht Hals über Kopf und ganz alleine in so ein Abenteuer stürzen. Das ist für mich ohnehin das Wichtigste daran. Ich bin bereit zu lernen, ich weiß, wo ich stehe und ich suche mir Hilfe, um mein Jungpferd zu trainieren.

Abenteuer: Eigenes Pferd?

Mir war wichtig, dass ich nicht alleine da stehe mit meinem Jungpferd.

TIPP: Such Dir unbedingt einen erfahrenen Trainer, der Euch zur Seite steht. Wie meine Frau Bodenarbeitstrainerin Sabine Wendland. Ein Trainer, mit dem Du Dich verstehst, der Dir alles erklärt und Dir dabei hilft mit Deinem Pferd klar zu kommen.

Es bringt Dir nichts, wenn Dein Trainer super mit Deinem Pferd klar kommt. Du musst mit Deinem Pferd zusammenwachsen. Ein guter Trainer wird das zum Ziel haben und Dich mittrainieren und mit Wissen versorgen.

Petra und Sabine

TIPP: Kauf bei einem Händler Deines Vertrauens oder bei einem Züchter, der die Pferde nicht in rasendem Tempo loswerden und die nächste Generation züchten will. Züchter wie Magda Dysli (Hacienda Buena Suerte) oder auch Sabine Wendland (Bienwald-Ranch).

So erkennst Du einen guten Züchter:

  • Ein guter Züchter wird den Pferden die Zeit geben erwachsen zu werden
  • Ein guter Züchter wird Dir etwas über den Charakter der Pferde erzählen können
  • Ein guter Züchter wird sein Pferd nicht an jeden verkaufen, um Geld zu machen, sondern nach dem passenden Menschen für das Pferd suchen und die Mutter und Vater des Jungpferdes gut kennen.

Mir ist meine Stute „zufällig“ über den Weg gelaufen und ich habe mich verliebt.

Petra und Jungpferd Carey

Ich kann nicht genau sagen, was es war. Aber ich habe dieses Pferd nicht mehr aus meinem Kopf bekommen. Ich wusste aber auch, dass bei Dyslis eine gute Kinderstube herrscht, dass die Zucht unter Idealbedingungen abläuft und ich so eine Züchterin habe, der ich Vertrauen kann. Weil ich damals ewig recherchiert habe, um alle Infos für den Pferdekauf zu bekommen, fasse ich jetzt mal das Wichtigste für Euch zusammen.

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Die wichtigsten Punkte zum Pferdekauf:

1. Die AKU-Frage

Ein Jungpferd ist (das steckt schon im Namen) ein junges Pferd. Das heißt: Es wächst noch. Die Knochen sind noch nicht fertig. Eine Ankaufsuntersuchung ist deswegen nur bedingt aussagekräftig. Das sieht bei einem erwachsenen Pferd schon etwas besser aus.

Bei jedem Pferd solltest Du auch eine AKU machen – AKU steht für Ankaufsuntersuchung und wird vom Tierarzt durchgeführt. Da werden bei der kleinen AKU die Balance, der Knochenbau, die Hufe und eventuelle Lahmheiten abgeprüft. Man kann auch Röntgenaufnahmen von den Gelenken anfordern. Es gibt auch große AKUs: da kommen dann noch Blutuntersuchungen dazu.

Je wertvoller das Pferd und je professioneller die Ecke (Turniersport), desto aufwendiger kann so eine AKU ablaufen. Es ist schlicht eine Frage dessen, was Käufer und Verkäufer wollen und bereit sind dem Tierarzt zu bezahlen.

Sinnvoll ist auf jeden Fall immer eine kleine AKU, je nach Bauchgefühl und Pferd vielleicht auch die Röntgenaufnahmen. Und bei teuren Pferden oder Profipferden gerne auch eine größere AKU. Bei einem Jungpferd ist das alles schon wieder eine andere Frage.

Denn: es wächst ja noch. So eine AKU ist dann noch mehr „Momentaufnahme“ als bei einem ausgewachsenen Pferd. Eine Garantie gibt es also nicht. Ich hatte mich trotzdem für eine kleine AKU entschieden inklusive Röntgenaufnahmen von den Gelenken, weil ich ausschließen wollte, dass das Pferd etwas Grundsätzliches und schwerwiegendes hat.

Röntgenaufnahme Pferdehuf

2. Wer bezahlt die AKU?

Das ist die nächste Frage und auch das ist Ermessenssache. Je nach Käufer-Verkäuferpaar und Absprache. Manchmal teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten. Es gibt aber auch das Modell, dass der Käufer zahlt, wenn das Pferd gesund ist und der Verkäufer, wenn das Pferd etwas hat. Modell Nummer drei ist, dass der Verkäufer zahlt und Modell Nummer vier: der Käufer.

Ich habe die kleine AKU machen lassen. Was gehört zu einer kleinen AKU?

  • Beugeprobe – es wird gecheckt ob die einzelnen Gelenke der Pferde gut funktionieren.
  • Kondition wird gecheckt – der Ruhepuls wird gemessen, dann muss sich das Pferd in allen Gangarten bewegen – dann wird nochmal der Puls gemessen – dann geschaut, wie schnell er sich wieder beruhigt.
  • Hufe – wie fühlig sind sie? Sind sie gesund?

Pferdehufe

  • Augen und Ohren werden untersucht und das Herz und die Organe werden abgehört
  • ON TOP: Röntgenbilder von den Beinen. Man kann auch den Rücken röntgen lassen. Aber je mehr Bilder, desto teurer die Untersuchung. Das ist am Ende einfach auch Ermessenssache. Bei den Röntgenbildern stellt sich auch heraus, ob ein Pferd „Chips“ hat. Das haben viele Pferde. Sie können ein Leben lang unauffällig bleiben. Sie können sich aber auch verhärten, gegen die Nerven drücken und so Lahmheiten auslösen. So ein Chip kann nur durch eine OP entfernt werden.

3. Blutprobe – ja oder nein?

Es gibt Rassen bei denen sich auch eine Blutprobe empfiehlt. Zum Beispiel weil sie Gendefekte haben. Auch das kostet Extra. Das alles ist am Ende auch eine Frage des persönlichen Sicherheitsbedürfnisses oder um es mit den Worten des deutschen Tierarztes zu sagen, den ich die Ergebnisse des spanischen Tierarztes habe gegenchecken lassen: „Warum machen sie das alles? Sie kaufen das Pferd doch sowieso, oder?“

Ich konnte ihm nicht wirklich widersprechen. Und habe auf Blutprobe und weitere große Checks verzichtet. Ich wollte wissen, ob das Pferd etwas Offensichtliches und Schreckliches hat. Das hätte einen Kauf noch verhindern können. Da sie grundsätzlich gesund war, habe ich sie auch ohne Blutprobe und Gentest gekauft. Ich meine, bei DEM Quarterhintern…

Pferdepopo

4. Transport bei einem Import-Pferd

Mein Pferd ist eine Quarterstute und sie kommt aus Spanien. Es stellte sich also auch die Frage des Transportes. Den übernimmt bei mir Gott sei Dank die Züchterin. In anderen Fällen, sollte man sich nach einem Transportunternehmen umsehen, dass nicht auf Teufelkommraus Geld verdienen will.

Lange Transporte sind Stress für ein Pferd, körperlich wie seelisch anstrengend.

Investiere lieber ein paar Hundert Euro mehr in einen guten Transport, der Pausen macht und die Strecke nicht aus Kostengründen und einer knappen Kalkulation in Überschallgeschwindigkeit erledigen muss. Es gibt in den meisten Ländern auch Vermittler, die gegen eine Provision die Organisation übernehmen.

  • Das Pferd braucht einen Bluttest um zu beweisen, dass es gesund ist.
  • Es braucht dann den Equidenpass und – falls vorhanden – die Papiere. Dann kann es Transportiert werden.
  • In Ländern, die nicht zur EU gehören, gibt es zum Teil dann noch Zollgebühren bei der Einfuhr, die bezahlt werden müssen. Und spezielle Bedingungen, wie Bluttests und Quarantäne.

Das wiederum muss man einzeln überprüfen. In Spanien gibt es das als EU-Land natürlich nicht.

5. Nix ohne Papiere!

Natürlich hängt das alles auch ein bisschen davon ab, wo ihr Euer Pferd unter welchen Bedingungen kauft. Wenn ihr ein Pferd vor dem Schlachter rettet oder der Freundin oder Stallgenossin abkauft, dann spielen die Papiere natürlich keine so große Rolle. Wenn ihr bei einem Züchter kauft, am Besten noch ein reinrassiges Exemplar (so wie ich) – dann sind die Papiere sehr wichtig. Abstammung und Besitzerurkunde, genau wie Equidenpass. Den muss allerdings jeder Pferdebesitzer in der Tasche haben. Inklusive Chip und Impfungen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, beim Pferdekauf? Oder habt ihr Tipps? Ich freue mich auf Eure Kommentare – und jetzt die Tipps von Lutz Leckebusch. 

Tipps vom Experten für den Pferdekauf:

Lutz Leckebusch ist Pferdetrainer, Pferdeexperte und er handelt mit Pferden. Er weiß also genau wovon er spricht. Deswegen freue ich mich sehr, dass er mit mir über Tipps und Tricks beim Pferdekauf gesprochen hat.

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Pferdeexperte, Trainer und Pferdehändler Lutz Leckebusch im Interview über Verstand beim Pferdekauf, die großen Fehler und Tipps dafür, das passende Pferd zu finden:

Pferdeflüsterei: Gibt es Dinge, worauf Du besonders achtest, wenn Du Pferde kaufst?

Lutz Leckebusch: Eigentlich suchen alle Leute immer dasselbe Pferd. Ich achte darauf, dass sie gesund sind. Möglichst gutes Gebäude haben, gute Füße haben, Ausstrahlung haben und gut zu Reiten sind. Wichtig auch: Es gibt beim Händler keine günstige Gelegenheit. Ein Händler weiß, wie gut oder schlecht sein Pferd ist. Wenn die Pferde zu billig sind, kann das sehr schnell einen Grund haben. You get, what you pay for. Wenn es sehr günstig ist, dann hat es meist etwas. Das hat immer einen Grund.

Pferdeflüsterei: Was ist aus Deiner Sicht „billig“?

Lutz Leckebusch: Wenn man jetzt kaufmännisch rechnet. Ein Pferd kostet Geld, bis es vier Jahre alt ist. Du musst die Stute haben, Du musst den Decksprung bezahlen, Du musst das Fohlen füttern und die Stute füttern. Die meisten Züchter verlieren Geld. Wenn ein 4-jähriger weniger als 15.000 Euro kostet, dann verliert der Züchter eher Geld damit. Ein Pferd kostet einfach einen Grundpreis und dann geht’s eben hoch und runter. Der Züchter verliert meistens Geld. Es ist für die Züchter Leidenschaft und Passion. Sie haben immer wieder ein sehr gutes Pferd und das reißt den Durchschnitt hoch.

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Pferdeflüsterei: Also eigentlich sollte ich nicht zum Händler gehen, sondern zum Züchter?

Lutz Leckebusch: Ich kaufe nur beim Händler. Bei einem guten Züchter zahlst Du viel Geld. Da gibt’s keine günstigen Pferde.

Pferdeflüsterei: Machst Du immer eine AKU?

Lutz Leckebusch: Meist ja – nicht immer. Bei den teuren Pferden mache ich immer eine AKU.

Pferdeflüsterei: Was heißt teuer bei Dir?

Lutz Leckebusch: Wenn ein Pferd über 10.000 Euro kostet.

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Pferdeflüsterei: Was würdest Du Privatleuten raten – immer eine AKU machen?

Lutz Leckebusch: Privatleuten würde ich immer zu einer normalen Ankaufsuntersuchung raten. Eine normale kleine Ankaufsuntersuchung machen mit Beugeprobe und allem. Dann je nach Preis des Pferdes auch Röntgenbilder und mehr. Auch abhängig davon, was man mit dem Pferd später machen möchte.

Vertrauen, Pferde und Respekt

Pferdeflüsterei: Oft ist es ja Liebe…dann wollen die Menschen das Pferd haben – komme was wolle..

Lutz Leckebusch: Das darf man nicht machen. Man muss das Pferd auch immer mit klarem Verstand betrachten. Man muss immer genug Pferde ansehen und wissen, was man selber will. Viele Leute haben gar keine Vorstellung davon, was sie wollen. Über 70 % der Kunden kaufen das falsche Pferd. Wenn man sie beraten könnte, würden sie unter Umständen oft ein ganz anderes Pferd kaufen.

Vertrauen, Pferde und Respekt

Pferdeflüsterei: Hast Du da Beispiele?

Lutz Leckebusch: Nervige Leute kaufen sich oft nervige Pferde, was nicht passt. Schüchterne Leute fühlen sich oft zu dominanten Pferden hingezogen. Viele Leute kaufen auch kranke Pferde. Weil sie offenbar lieber pflegen als Reiten wollen. Das würden sie so nicht sagen, aber ich hab manchmal das Gefühl. Ich finde wahnsinnig wichtig, dass die Pferde gesund sind. Man soll in der Pferdegesundheit wenig Kompromisse machen. Keine Allergiker kaufen zum Beispiel Das ist der größte Tipp: Kauft keine kranken Pferde.

Pferdeflüsterei: Chips zum Beispiel?

Lutz Leckebusch: Das kommt darauf an, wo sie liegen. Da muss dann der Tierarzt einschätzen, welche Folgen das haben könnte. Soweit er das kann. Das ist dann auch immer Ermessensfrage.

Pferdeflüsterei: Sind das für Dich Ausschlusskriterien?

Lutz Leckebusch: Für mich ja. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Hufrolle oder Spath. Das erkennt man an der Beugeprobe und an den Röntgenbildern. Gendefekte sind zum Beispiel auch Ausschlusskriterien. Bei Quarterhorsepferden kommt das oft vor. PSSM, HERDA, HYPP. Da gibt es mittlerweile einen Kombinationstest, das man alles mit einem Gentest nachprüfen kann. Das sollte man unbedingt bei einem Quarterhorse testen lassen. Zu viele haben es. Sie haben es schon immer, aber es wurde zu spät erkannt. Die Quarterhorses dürfen auch mit einem Gentest züchten. Das wurde zu spät erkannt. Sollte man durchtesten lassen.

Pferdeflüsterei: Wann ist ein Pferd ein gutes Pferd aus Deiner Sicht?

Lutz Leckebusch: Ich bin zu anspruchsvoll (lacht)

Pferdeflüsterei (lacht auch): Nehmen wir einen Privatmenschen – wann ist ein gutes Pferd, ein gutes Pferd?

Lutz Leckebusch: Wenn es lieb ist, wenn man sich damit wohl fühlt. Wenn es sich gut sitzen lässt und gut reiten lässt. Alles lieb mitmacht und gesund ist.

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Pferdeflüsterei: Bei einem Jungpferd – da kauft man ja die Katze im Sack? 

Lutz Leckebusch: Auch da kann man am Bewegungsablauf schon etwas erkennen. Das Gebäude, die Haltung, die es dem Menschen gegenüber hat. Viel Takt, gutes Preis-Leistungsverhältnis. Wenn es gute Füße hat und einen guten Bewegungsablauf. Aber ein Restrisiko ist bei Jungpferden immer dabei.

Pferdeflüsterei: Gibt es Dont’ts?

Lutz Leckebusch: Ich sage immer: Man sollte sich möglichst keinen Hengst kaufen. Dafür muss man sich schon sehr gut auskennen und man braucht die passenden Haltungsbedingungen für den Hengst. Viele Leute wollen Hengste. Ich mache sehr viel mit meinen Hengsten, aber das können die wenigsten Leute machen. Das ist meistens Quatsch. Meine Hengste dürfen auch mit anderen Pferden stehen. Sind sie zu hengstig, werden sie gelegt. Ich bin da relativ kompromisslos.

Pferdeflüsterei: Kommen wir wieder zum Thema Pferdekauf. Was gehört aus Deiner Sicht zu einem guten Kaufgespräch dazu?

Lutz Leckebusch: Ich bin oft erstaunt, dass viele Leute Pferde kaufen, die sich aber nicht unter den Bedingungen ausprobieren unter denen sie sie später halten wollen. Also zum Beispiel, dass sie ein Pferd fürs Gelände wollen, aber das Pferd gar nicht im Gelände ausprobieren. Weil sie sich vom Verkäufer unter Druck setzen lassen oder weil sie sich nicht trauen nachzufragen.

Oder sich das Pferd nur kurz ansehen und dann schon den Kaufvertrag unterschreiben. Mir ist wichtig, dass die Leute die Pferde wirklich ausprobieren können. Sie können zu mir kommen für ein paar Tage. Sie können drinnen reiten, ins Gelände gehen, an der Straße längs reiten. Wenn das Kind das Pferd reiten soll, dann muss auch das Kind das Pferd ausprobieren. Meine Pferde sind zwar oft schon gesattelt, damit es schneller geht. Aber wenn man das will, kann man sich auch das Satteln ansehen oder das Pferd putzen.

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Pferdeflüsterei: Also eigentlich soll man sich vorher überlegen: Was will ich von meinem Pferd und genau das dann in der Verkaufssituation abprüfen?

Lutz Leckebusch: Genau! Und dann darauf achten, dass sie lieb sind und dass sie Herdenkompatibel sind.

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Pferdeflüsterei: Gibt es auch schwarze Schafe? Also, was ist dran an den Horrorstories von den gedopten und sedierten Pferden im Handel?

Lutz Leckebusch: Das ist ja Betrug. Das kommt vor, aber eher selten. In Deutschland gibt es dafür richtig Ärger, wenn es raus kommt. Da hat man als Kunde rechtlich gesehen eine starke Absicherung. In Spanien und anderen Ländern passiert das viel häufiger. Man kann zum Beispiel auch ein Übergabeprotokoll machen. Da kann man genau festlegen, wie das Pferd an dem Tag des Verkaufs war, wer es ausprobiert hat und so kann man sich auch ein bisschen absichern. Aber am Ende ist der Pferdekauf auch immer eine Vertrauenssache. Da muss man auch immer auf sein Bauchgefühl hören.

(Link zum Pferdeflüsterei Shop)

Pferdeflüsterei: Thema Papiere – was brauche ich?

Lutz Leckebusch: Du brauchst nur einen Equidenpass. Wenn Du ein Zuchtpferd mit gutem Namen hast, brauchst Du noch die Verbandspapiere. Sonst kannst Du nicht zu den Verbandsturnieren und die Fohlen einer Zuchtstute bekommen keine Papiere. Das ist wichtig. Deswegen muss das im Kaufvertrag stehen. Damit man die Papiere bekommt, auch wenn der volle Preis schon bezahlt ist.

Pferdeflüsterei: Sollte ich als Käufer erst komplett bezahlen, wenn ich die Papiere habe?

Lutz Leckebusch: Nein, das ist auch immer eine Vertrauensfrage. Wenn Du den Verkäufer kennst und ihm vertraust, kannst Du auch bezahlen und Dir die Papiere vom Verkäufer bei der Übergabe in die Hand drücken lassen. Wenn Du kein Vertrauen zum Verkäufer hast, dann gib ihm das Geld erst, wenn Du das Pferd abholst und die Papiere direkt in die Hand bekommst.

Pferdeflüsterei: Was sind die Fallen, die oft beim Verkauf passieren?

Lutz Leckebusch: Viele Leute lassen sich vertrösten beim Ausprobieren. Es gibt immer 1000 Ausreden dafür, warum das Pferd gerade etwas nicht machen kann. Ins Gelände gehen oder springen oder satteln. Man muss die Pferde ausprobieren. Deswegen kaufen viele Leute dann das falsche Pferd. Man kann lieber länger warten. Man hat das Pferd ja lange. Eben mal schnell ein Pferd kaufen, das geht nicht. Und nie Mitleidskäufe machen. Nie ein Pferd schenken lassen, vor allem die Mitleidsrunde. Das sind oft Pferde die krank oder sehr alt sind. Das kostet dann wahnsinnig viel am Ende an Tierarztkosten. Da verliert man den Spaß daran. Das ist frustrierend.

Der Kaufpreis ist das eine, das andere ist es ein Pferd zu unterhalten. Das ist wesentlich teurer als viele denken. Sobald Du dann noch anfängst Turniere zu reiten wird es noch teurer. Locker mal 1000 Euro im Monat. Der Vater muss das Auto verkaufen und dann ein Auto mit Hänger kaufen und und und. Lieber vorher darüber nachdenken und vielleicht auf guten Reitunterricht oder Reitbeteiligung setzen. Dann ganz in Ruhe suchen. Denn gekauft sind die Pferde schnell und danach hat man sie fast ein Leben lang.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für die Infos und das Interview!

Biografisches und Infos in Sachen Pferdehaltung von Lutz Leckebusch:

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Lutz Leckebusch hat schon als kleiner Junge seine Liebe zu den Pferden entdeckt. Hat dann über das Voltigieren und die klassische Reitweise, das Westernreiten entdeckt. Er hatte selbst lange einen eigenen Stall, eine Zucht und hat Pferde trainiert. Er hat im Profisport Turniere gewonnen, bis zu diversen Europameisterschaften. Futuritys und andere Meisterschaften. Er hat in seinem Leben tausende Pferde geritten und handelt heute mit Pferden.

Er kauft sie, trainiert sie und findet dann den richtigen Besitzer für das Pferd. Manchmal sucht er auch für Kunden das Wunschpferd. Außerdem gibt er Kurse für „gutes Reiten“. Seine Stichworte sind „Gesunderhaltung“ und „gute Gymnastizierung“. Moderner Reitunterricht ist für ihn, immer wieder Pausen zu machen, immer wieder in Dehnungshaltung zu gehen. Immer wenn man das Pferd annimmt, muss man dann auch wieder eine entsprechende entspannende Lösungsphase für das Pferd einbauen.

Er findet wichtig, dass man in Reitstunden das WIE, das WO, das WAS und das WARUM erklärt. Er reitet mit möglichst wenig Hilfsmitteln, will von den Pferden nur abverlangen, was sie auch geben können. Er reitet auch Gebisslos, draussen im Gelände und ohne Sattel. Seine Pferde würden alle Gebisslos gehen, aber er trainiert sie mit Gebiss, weil er davon ausgeht, dass sie so besser Gymnastiziert werden können. Er ist für Barhufige Pferde, weil er das als natürlich empfindet. Wenn es geht natürlich nur. Artgerechte Pferdehaltung ist für ihn Weidehaltung auf großen Wiesen. Geschlechtergetrennte Pferdehaltung – Stuten und Wallache getrennt. Umso größer die Wiesen, umso besser ist das.

„Meine Jungpferde dürfen gerne ganz draußen aufgezogen werden. Sie müssen nur genug Futter und Bewegung haben. Der nächste Schritt wären Aktivställe, dann Boxen mit Paddocks und normale Boxen sind mir schon zu wenig. Die Pferde müssen raus, es sind Lauftiere. Darüber muss man sich klar sein.“

Autor: Petra

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

13 Kommentare zu “Abenteuer eigenes Pferd: Die besten Tipps zum Pferdekauf

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich habe mein erstes Pferd gekauft, weil es krank war. Ich war vorher seine Reitbeteiligung und er hätte zum Schlachter sollen, weil er krank wurde. Ich wusste das und ich habe es nicht bereut ihn gekauft zu haben. Ich habe ihn nicht als Reitpferd gekauft, sondern ich wollte verhindern, dass ein Freund sterben muss weil er keine Leistung mehr bringt. Für mich war er auch kein Fehlkauf. Eine AKU habe ich nicht gemacht. Ich wusste ja schon von seinen Krankheiten.
    Bein meinem Pony habe ich mich vorher gut informiert was ich möchte. Ich hab mich bewusst für ein Shetlandpony entschieden. Ich hab sehr bewusst die Züchterin ausgesucht. Mein Pony und ich haben uns sofort entschieden. Für mich war klar, dass ich ihn nehme egal was ist. Deshalb habe ich auch hier keine AKU gemacht. Das war eine bewusste Entscheidung, denn ich wusste, dass ich ihn sowieso nehme.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, das kann ich sehr gut verstehen. Lutz ist PFerdehändler, da ist klar, dass seine Perspektive eine ganz andere ist als Deine. Aber mir wäre es ähnlich wie Dir gegangen – hätte ich meine Stute schon länger gekannt und gewusst, dass so ein Schicksal auf sie wartet, ich hätte sie auch ohne Wenn und Aber gekauft. Ich habe mich damals für eine AKU entschieden, weil sie bis dahin noch nicht eine „Freundin“ war und ich wusste, dass sie es so oder so bei Dyslis gut haben würde. Dort wird kein Pferd zum Schlachter geschickt, nur weil es nicht mehr funktioniert. Ich wollte einfach sicher gehen, dass sie nichts wirklich wirklich Schlimmes hat, bevor ich mein Herz und meinen Geldbeutel an sie hänge. Wäre ihr Schicksal davon abgehangen, hätte ich sie auch so oder so gekauft. Ich kann Dich also gut verstehen. Jetzt ist sie ohnehin Familienmitglied und egal was käme, sie darf immer bei mir bleiben. Liebe Grüße an Dich und Dein Pony, Petra

  2. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich glaube habe meinen Kommentar etwas zu emotional geschrieben. Ich kann die Position von einem Pferdehändler durchaus verstehen und er macht auch auf wichtige Dinge aufmerksam, denn man sollte sich wirklich viele Gedanken machen bevor man sich ein Pferd anschafft. Mein Pony wird mich mit Glück über 30 Jahre begleiten. Das ist eine lange Zeit, wenn einer von uns beiden unglücklich ist.
    Und ich finde es in den meisten Fällen auch sehr sinnvoll eine AKU zu machen. Ich brauchte es nicht, weil ich meine Entscheidung getroffen habe und ich habe mein Pony ausschließlich aufgrund seines Charakters und nicht für irgendeinen Zweck zu mir geholt. Deshalb habe ich es nicht gemacht. Ich hätte mich nicht umentschieden, denn er war vom ersten Augenblick an was Besonderes und so verrückt es klingt, aber von Anfang an war er mir zugewandt. Er war gerade am Trinken bei seiner Mutter. Ist weggegangen zu mir gekommen und die ganze Zeit bei mir geblieben. Hat an meinen Fingern genuckelt und sich nicht mal von seiner Mutter weglocken lassen und das obwohl er gerade ein paar Tage alt war.
    Ich habe momentan nur das Gefühl, dass oft vergessen wird, dass Pferde Lebewesen sind und dass sie eine Existenzberechtigung haben ohne einen Zweck erfüllen zu müssen.
    Aber wenn selbst im Fernsehen kommt, dass es völlig okay ist, ein Pferd zum Schlachter zu geben nur weil es nicht reitbar und nicht etwa krank ist, oder man ein Pferd einfach wieder zurück gibt, weil es dann doch nicht den Anforderungen entspricht und das obwohl ganz deutlich ist, dass es da wo es herkam nicht gut behandelt wurde. Pferde sind doch keine Jeans, die man zurückschickt, weil sie die falsche Größe haben.
    Liebe Grüße
    Miriam

  3. Robert Egle sagt:

    Die Regel erfahrener Reiter für junges Pferd bezieht sich auf den Sitz des Reiters, der in der Lage sein muss in der Ausbildung des Jungpferdes das Pferd bestmöglich zu entlasten um es nicht in der Bewegung zu behindern. Leider ist gerade bei der Signalreitweise der Westernreiter oftmals das Erlernen der Signale für Pferd und Reiter im Vordergrund, nicht aber der elastische und funktionale Sitz des Reitern. Daher kann man dem Prinzip des „gemeinsamen Lernens“ nur bedingt zustimmen, nämlich dann, wenn der Reiter wirklich das junge Pferde so im Rücken entlasten kann, dass die Belastungen unter dem Sattel zu keiner Beeinträchtigung der Bewegung des Pferdes führt. Und das ist bei Anfängern der Reitkunst wahrscheinlich eher selten an zu tefen.

    • Petra sagt:

      Da kann ich Dir gar nicht widersprechen, zumindest nicht komplett 😉 Der Sitz ist ohnehin das Wichtigste beim Reiten und den zu beherrschen ist vermutlich eine lebenslange Aufgabe. Umso besser der Sitz, umso besser für das Jungpferd und seine Balance – da hast Du Recht. Aber ich denke, dass der Spruch „Junger Reiter, erfahrenes Pferd“ sich auch auf den Umgang, die Erziehung und das richtige Timing bezieht und da kann man sicherlich gemeinsam lernen – wenn man jemand fundiertes an seiner Seite hat, der erstmal beibringt und festigt…würde ich sagen 🙂 Liebe Grüsse, Petra

    • rike sagt:

      Hallo,
      In deiner Aussage findet sich viel richtiges, aber auch einiges dem ich eher widersprechen würde.
      Ein ausbalancierter Sitz ist unglaublich wichtig, grade bei jungen Pferden, welche noch keine Hilfen kennen oder diese nur vom Boden aus verstanden haben und sich deshalb zu beginn nur über Gewichtshilfen „steuern“ lassen. Das dies grade im Westernreiten ein Problem ist sehe ich allerdings nicht.
      Als passionierte alt kalifornisch Reiterin versuche ich prinzipiell so viel wie möglich über Gewicht und Positionierung des Körpers zu machen und nicht mit programmierten Hilfen, welche allerdings sehr wichtig sind.
      Was meinst du mit Signalreiterei? Ja, ich benutze Hilfen nur als Impuls, aber jeder gut Dressurreiter hängt auch nicht im Zügel. Außerdem ist dauertreiben bei Hilfen erlernen bestimmt keine Erleichterung.

      Außerdem denke ich nicht, dass dieser Spruch nur auf dem Sitz bezogen ist.
      Ich denke viel mehr, dass es darum geht Pferde besser verstehen und lesen zu können um ihnen das lernen zu ermöglichen.
      Zu wissen wie das Pferd gestrickt ist, was es motiviert und wie es lernt sind da deutlich wichtiger. Natürlich braucht man einen guten Sitz, um das Pferd zur Belohnung auch in ruhe lassen zu können und ihm zu ermöglichen das gewünschte auch auszuführen, aber das ist eher ein Fallbeispiel als der einzige Grund.

      „Feel, Timing, Balance“ so fasst es Tom Dorrance zusammen und ich glaub das trifft es gut. Alles Dinge die man erlernen muss und das in vielen Bereichen und unterschiedlichen Situationen. Man muss auch lernen genau so schnell wie das Pferd sich an die Situation und dessen Emotion anzupassen.

      Und was vielleicht das wichtigst ist, man muss lernen die Versuche des Pferdes zu erkennen UND zu korrigieren ohne wütend oder aggressiv zu werden.

      Ich hoffe was ich sagen möchte ist verständlich geworden,
      LG Frederike

    • Petra sagt:

      Hi Frederike, das kann ich nur unterschreiben – alles 🙂 Du meinst mit Deinem Kommentar Robert nehme ich an? Weil das alles genau dem entspricht, was ich denke und versucht habe zu schreiben – nur Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht. Danke Dir für Deinen Kommentar 🙂 und liebe Grüße zurück, Petra

  4. denise sagt:

    Also das von Lutz hab ich jetzt noch nicht gelesen sondern erst mal nur deinen Text Petra und ich kann euch sagen ich habe so ziemlich alles falsch gemacht was man machen kann.

    Ich habe mich vorher nicht informiert es war eher zufall das ich dazu kam und als ich ihn sah wusste ich das wir uns verstehen würden……was habe ich gegrübelt und herum gerechnet ob sich das wohl alles so ausgehen könnte…..ich hatte keine Ahnung und einen mega Zeitdruck da sich schon zwei weitere gemeldet haben die ihn anschauen wollten und sie meinte ich müsse mich bald entscheiden sonst könnte er weg sein, sie hat mich schon sehr gedrängt zu dem ganzen.

    Dann hab ich einfach ohne Prüfung ohne alles sofort zugesagt das ich ihn nehmen wolle und zwei Tage danach schon unterschrieben!

    Ich kann euch sagen ich liebe ihn aber ich kann nur froh sein das ich es gut erwischt habe, er ist ja noch klein irgendwelche Schäden konnte ich nicht feststellen……..aber würde ich je wieder ein Pferd kaufen dann erst nach genauer Prüfung nun weiß ich auch besser Bescheid und kann jedem nur raten schaut euch alles genau an und lasst euch nicht unter Druck setzen.

    Auch ich hatte die Zusage das ich natürlich von der Verkäuferin Hilfe bei der Erziehung usw. bekomme. Was leider nicht gehalten wurde……ich habe nun einmal nachgefragt und nun sagte sie mir sie könne mir natürlich gegen einiges an Geld helfen 😉 natürlich will sie nun für jede Kleinigkeit Geld und ich merke immer mehr wie sehr sie mich nach und nach ausgenommen hat und das ausgenutzt hat das ich soooo Ahnungslos war…….mit dem ist nun Schluss.

    Also bitte vorher genug Erfahrung sammeln dann Pferd kaufen auch wenn es noch so verlockend ist :-). Nachher ist man immer klüger ich hab nach meinem Bauchgefühl gehandelt.

    • Petra sagt:

      Hach Denise, aber was soll man gegen die Liebe tun? 😉 Nein, im Ernst – ich war auch schwer verknallt und hätte mein Pferd vermutlich auch einfach so bei einem Händler mitgenommen. Insofern hatte ich das Glück, dass mein Traumpferd gerade an der richtigen Stelle stand und die Züchterin mir alle Zeit der Welt gelassen hat. Ich habe auch sehr viel recherchiert zu dem Thema, weil ich nichts falsch machen wollte und war permanent verunsichert. Deswegen wollte ich all die gesammelten Infos mit Euch teilen. Aber am Ende wird ja doch immer alles gut und ich freue mich, dass bei Dir alles gut geworden ist und Du hoffentlich auch mittlerweile Trainer und Ansprechpartner gefunden hast, denen Du vertrauen kannst? Alles Liebe und ich freue mich darauf wieder von Dir zu lesen, Petra

  5. Mary sagt:

    Liebe Petra,

    auch ich habe mich, nachdem ich mein erstes Pferd schweren Herzens verkauft habe, für ein junges, noch völlig unverbrauchtes Pferd entschieden.
    Ich mache dass mit 50 wahrscheinlich nur einmal, und möchte, wie du, von Anfang an wissen und entscheiden, wo und wie er „groß“ werden wird, und dann in Ruhe dieses Pferd unter Anleitung für mich auf ein Leben als Reitpferd vorbereiten.
    Ich habe alle Zeit der Welt, bin das Gegenteil von „beratungsresistent“, allerdings hinterfrage ich fast alles, um es besser zu verstehen.In Sachen Bodenarbeit traue ich mir einiges zu, und wenn es dann ans Anreiten geht, werde ich mir den Trainer genau aussuchen, er/sie muss mit uns auf einer Wellenlänge sein.
    Bei meinem ersten Pferd wurde ordentlich in der Grundausbildung „geschlampt“, wir haben 7 Jahre rumgebastelt, viele haben mir geraten, ihn abzugeben.
    Man hat immer wieder Kompromisse geschlossen und es hat lange gedauert, bis ich mich tatsächlich entschlossen habe.
    Er gehört jetzt einem 12-jährigen Mädchen und ich kann nur staunen, wie „eins“ diese Beiden sind, zumal dieses „Frauchen“ vor nicht all zu langer Zeit durch einen Reitunfall sehr ängstlich war…..Ich habe sehr guten Kontakt zu Ihnen und mittlerweile reitet sie ihn mit Halsring……..ein kleines Traumpaar……die Mutter ist Züchterin und von ihr habe ich nun einen kleinen Junghengst aus 2013.
    Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt, und der Spruch eines Trainers:“jedes Pferd hat einen Job“ habe ich mir hinter die Ohren geschrieben.
    Es ist was dran, dass man sich immer wieder für den gleichen Schlag Pferd entscheidet, allerdings kann man nach einer gewissen Zeit seinen eigenen Charakter am Pferd ablesen……Ich wünsche auch dir eine spannende Zeit mit deiner sehr süßen Stute, lasst euch Zeit beim Zusammenwachsen und ich verfolge Herrn Freyr Ausbildung auf Schritt und Tritt…..
    LG Mary

    • Petra sagt:

      Liebe Mary, ich habe mich sehr über Deinen Kommentar gefreut. Ich denke auch oft, dass es bei Tieren ist, wie auch bei Menschen. Man ist mit manchen Menschen schneller auf einer Wellenlänge und mit manchen nicht. Ich werde – genau wie Du – auch alles versuchen, damit meine Stute sich wohlfühlt bei mir und zufrieden ist mit unserer Teamarbeit. Aber es muss irgendwann eine Freundschaft daraus entstehen. Ich kann verstehen, dass Du Dein erstes Pferd irgendwann nach viele vielen Versuchen abgegeben hast an jemanden, mit dem es sich gut versteht. Manchmal ist das dann einfach die verantwortungsvollere Entscheidung, als ewig weiter miteinander zu kämpfen. Aber es war sicher nicht leicht, nehme ich an? Immerhin hast Du es über 7 Jahre versucht. Ich habe auch sehr lange Trainernamen in meinem Kopf gewälzt und gesucht, bis ich Sabine Wendland gefunden habe, die eine wirklich wunderbare Pferdefrau ist. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn es diesen Sommer dann mit ihr und meiner Kleinen losgeht. Da will ich mir dann auch alle Zeit der Welt mit ihr lassen, lieber in kleinen aber guten Schritten, als zu schnell zu viel erreichen wollen – das ist das Motto, das ich uns gesetzt habe 😉 Ich freue mich darauf vielleicht noch mehr von Dir und Deinem Junghengst hier zu lesen, wenn Du magst, und schicke Dir ganz liebe Grüße, Petra

  6. Bianca sagt:

    Hallo. Wir haben im Mai einen 3 jährigen Hengst aus Italien geholt Selbst ausgesucht. AKU. Ich kenne den Züchter und den Bruder des Hengstes. Alles perfekt. 3 Monate lief alles perfekt. Das Traumpferd. Plötzlich lahmte er. Diagnose Ataxie. Eine darauffolgende Op hat er leider nicht überlebt. In der Klinik wurde mir gesagt, dass gerade die barocken Rassen häufiger dieses Problem haben. Gerade bei Jungpferden kann man das vorher nicht wissen. Das Risiko ist bei jedem Pferdekauf gigantisch. Mit oder ohne AKU. Icg bin erstmal kuriert.

    • Petra sagt:

      Hallo Bianca, das tut mir wirklich leid – wie traurig. Das war sicher nicht leicht für euch. Ich würde dir auch Recht geben, dass Pferdekauf immer auch ein kleines Risiko birgt – je nach Größe der AKU mehr oder weniger. Bei richtig teuren Turnierpferden sind ja sogar ausführlichste Blut- und Gentests üblich. Je mehr man Absicherung will, desto teurer die AKU. Manches lässt sich auch nur sehr schwer oder gar nicht diagnostizieren. Und gerade bei Jungpferden ist das noch schwieriger, weil sie noch in der Entwicklung sind. Aber ich würde das Risiko nicht als gigantisch bezeichnen. Sehr oft geht auch alles gut. Es ist natürlich trotzdem sehr sehr traurig, dass du so viel Pech hattest. Ich hoffe, dass du das überwinden und dich vielleicht noch irgendwann mal trauen kannst. Es kann auch gut gehen. Ganz liebe Grüße an dich, Petra

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