Sattelsuche! Warum ich bei einem Maßsattel gelandet bin

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Suchst du einen Sattel und hast vielleicht ein Pferd mit einer komplexen Sattellage? Oder hast du schon mehrere Sättel durch und keiner ist auf Dauer so richtig perfekt? Oder es passt irgendwie kein Sattel gleichzeitig deinem Pferd und dir? Es ist gar nicht so leicht den richtigen Sattel zu finden. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten und Wege zum perfekten Sattel. Ich beschreibe dir meinen Weg und erkläre alle Facts zum Thema Sattel. Denn die Sattelsuche ist ein echter Stressfaktor für Pferdemenschen. Aber vielleicht kann dir meine Erfahrung dabei helfen, den Stress zu minimieren und den richtigen Sattel für dich und dein Pferd zu finden. 

Letztlich habe ich nach diversen Sattelversuchen das richtige Modell für mein Pferd und mich gefunden. Ich schreibe dir jetzt also meinen persönlichen Weg zu Sattel – der übrigens sogar bei dem Modell, das es letztlich geworden ist, erstmal kurz nicht ganz ohne Komplikationen ablief.

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Deswegen beschreibe ich dir jetzt erst einmal kurz meinen Weg zu meiner Sattelmarke, warum ich mich für diesen Sattel entschieden habe, die kleinen Stolpersteine, die ich mit meinem Maßsattel kurz noch hatte und welche Lösung ich letztlich gefunden habe. 

Vorher bekommst du einen winzigen Wissenspart, weil es wichtig, dass du die grundlegende Facts kennst und dann selbst am besten entscheiden kannst, was das Richtige für dich und dein Pferd sein könnte.

Die vier großen Satteltypen

Letztlich gibt es ein paar verschiedene Basistypen von „Dingen“, die du auf den Pferderücken schnallen kannst: 

  1. Reitpad oder Fellsattel
  2. Baumloser Sattel
  3. Lederbaumsattel
  4. Sattel mit Baum respektive Maßsattel

Zu all den Typen gibt es bereits Artikel auf der Pferdeflüsterei, deswegen will ich dir in diesem Artikel nicht noch mehr Facts um die Ohren schlagen, sondern dir meinen Weg zum Sattel beschreiben und erklären, warum ich letztlich gegen meine erste Überzeugung beim Maßsattel gelandet bin. 

Video zum Thema Sattelfacts

Wir haben auch ein Video auf Youtube, in dem dir der Sattelexperte und Working Equitation Profi Stefan Baumgartner die 5 wichtigsten Fragen in Sachen Sattelwissen beantwortet: 

Mein Weg zum Sattel

Angefangen hat alles mit meiner jungen Stute. Ein Jungpferd ist großen Entwicklungsstufen unterworfen, weshalb ich von Anfang an auf ein baumloses Modell setzen wollte. DIE Marke unter den Baumlosen ist Barefoot. Deswegen ist erst einmal ein Barefoot Lady Mountain bei mir eingezogen, als meine Stute 4,5 Jahre alt war. 

Da ich das Anreiten nach einer intensiven Recherche und entgegen den Ratschlägen meiner damaligen Trainerin letztlich nochmal um 2 Jahre nach hinten verschoben habe, lag der baumlose Sattel dann erst einmal ein bisschen herum und sah einfach nur hübsch aus. Warum Jungpferde in aller Regel für mich mittlerweile nicht vor dem 5. Lebensjahr angeritten werden sollte, beschreibe ich dir HIER in einem Artikel ausführlich. 

Falls du dir jetzt nicht den ganzen Artikel reinziehen willst, fasse ich kurz zusammen:

  • Pferde entwickeln sich körperlich relativ spät
  • Die Wirbelsäule wächst beispielsweise bis zum 5., 6. und sogar 7. Lebensjahr – je nach Rasse
  • Sehnen und Bänder müssen sich entwickeln, genau wie die Knochen
  • Auch die Pferdeseele muss erst erwachsen werden
  • Damit das Anreiten trotzdem entspannt und easy gelingt, bedarf es dann eben einer ausführlichen vorbereitenden Bodenarbeit. Das war die kurze Zusammenfassung. 

Als meine Stute dann etwa 6,5 Jahre alt war, habe ich angefangen wenige Minuten alle paar Tage ohne Sattel zu reiten, um sie grundsätzlich daran zu gewöhnen, mich auf ihrem Rücken zu tragen, habe dann über ein Reitpad das Satteln und Gurten geübt und auch etwas längere Reitrunden eingebaut.

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Schließlich habe ich mir fröhlich meinen mittlerweile eingestaubten Baumlosen Sattel geschnappt und – um es kurz zu machen – in nach einiger Zeit wieder frustriert abgegeben.

BArefoot Baumloser Sattel anpassen Lazy Mountain Fellsattel

Für meine Stute und mich – die wir beide intensives Bewegungsgefühl gewohnt waren und für die das Reiten und ein Sattel noch Neuland waren – war der Baumlose viel zu Thronig und schwammig. Wir waren beide jedesmal frustriert. 

Du findest HIER einen ausführlichen Artikel dazu

Kurz gesagt: Baumlos war nichts für uns – also kam der Lederbaumsattel zum Einsatz!

Lederbaum Sattel Pferd

Prinzipiell finde ich das eine grandiose Sache. Allerdings fand meine Stute das nicht. Dazu muss ich sagen, dass die Qualität und der Preis wirklich genial sind bei den guten Marken. 

Das Prinzip ist einfach: du hast einen Lederbaum aus mehreren Lederschichten im Sattel und klettere Kissen, die du nutzen kannst, um den Sattel an den Rücken deines Pferdes anzupassen. Da der Lederbaumsattel flexibel ist, drückt eigentlich nichts auf den Rücken, du hast aber eine gute Druckverteilung durch den eingearbeiteten Lederbaum. 

Ich persönlich fand das Sitzgefühl auch etwas schammig, aber deutlich besser als beim baumlosen Modell. Aber mein Pferd hat eine sehr schwierige Sattellage und einen empfindlichen Rücken. Egal wie ich die Kissen geklettet habe mit dem Lederbaumsattel: Sie fand den Sattel doof! 

Kurz gesagt: Lederbaum war auch nichts für uns! Also stand ich nun da…Ich wollte immer ein flexibles Modell für mein Pferd, weil ich eigentlich glaube, dass ein flexibles System „Pferd“ und ein starres System „Holzbaum“ nicht so 100% zusammenpassen.

Es sei denn: Der Sattel ist wirklich nach Maß gemacht. 

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Warum ein Maßsattel

So bin ich auf meinen aktuellen Maßsattel gestossen. Er hat nämlich ein verstellbares Kopfeisen und kann beliebig umgepolstert werden – ist also anpasspar. Der Baum ist aus „Plastik“ passend gegossen. 

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Was mich überzeugt hat – neben dem Style – ist vor allem die Tatsache, dass ich einen Sitz für mich aussuchen konnte und unabhängig davon einen Unterbau mit maximaler Bequemlichkeit für mein Pferd

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Das hat sich beispielsweise beim Probereiten gezeigt. Mein Pferd lief bei einem Sattel zufrieden, den ich unbequem fand und umgekehrt bei meinem Favoriten lief sie unzufriedener. Deshalb habe ich einfach „meinen Lieblingssitz“ mit „ihrem Lieblingsunterbau“ kombiniert. 

Ich konnte Pauschen, Sitztyp, Sitzbreite, Sitz an sich, Sattelblattform und noch viel mehr beeinflussen. 

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OFFTOPIC – bei meinem Lieblingsmodell war an dezenter Stelle ein leichter nerviger Druck zu spüren. Nach der vorsichtigen Frage meinerseits, ob man da was tun könne – wurde im vorderen Sattelbereich einfach etwas mehr Luft für mich und meine Bequemlichkeit reingebaut. 

Ich selbst sitze jetzt also in dem Sattel wie auf meinem Sofa und LIEBE das Reitgefühl. Es ist nicht wie bei meinem Filzpad, keine Frage. Natürlich lässt der Sattel weniger Bewegungsgefühl durch, er dämpft aber auch Druck und unausbalancierte Bewegungen von mir besser für mein Pferd ab. Das funktioniert also super mit meiner reittechnisch „noch jungen Stute“. 

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Trotzdem allem verlief das Ganze nicht problemfrei. Das will ich dir nicht verschweigen. 

Was war das Problem? Ich habe ein Pferd mit einer schwierigen Sattel- und Gurtlage: 

  1. Sie hat wirklich keinen Widerrist
  2. Sie hat eine sehr enge und knappe Gurtlage
  3. Sie hat einen kurzen Rücken
  4. Sie hat einen sehr runden Rücken
  5. Sie hat empfindliche – aber nicht besonders ausgeprägte Schultern

Mein Pferd hat also nahezu alles, was das Herz eines Sattlers nicht unbedingt höher schlagen lässt. 

Aber ist nicht letztlich jedes Pferd individuell? Und macht es nicht genau deswegen Sinn auf einen Sattel zu setzen, der individuelle Lösungen ermöglicht? Da gibt es viele grandiose Marken und Sattlereien und wie oben schon beschrieben auch verschiedene Modelle – wichtig ist nur, dass du gut und fachkundig beraten wirst, damit der Sattel für dein Pferd wirklich bequem ist. Egal für was du dich entscheidest. 

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Wie läuft eine Sattelsuche ganz allgemein

  1. Du recherchierst verschiedene Marken und Modelle und lädst dir dann einen Sattler an den Stall ein, der diese oder mehrere deiner Wunschmarken vertritt. 
  2. In aller Regel zahlst du für diese Proberunde einen Betrag X – der kann variieren. Meist liegt er irgendwie zwischen 150 Euro bis 400 Euro. Dieser Betrag wird in aller Regel auf den Sattel angerechnet, wenn du dich für einen Sattel dieses Sattlers entscheidest. 
  3. Du reitest die Modelle Probe, die dir passend erscheinen oder die dir der Sattler für deine Wünsche und Vorstellungen empfiehlt. 
  4. Wenn du dich dann für einen der Sättel entscheidest, machst du eine Bestellung, wartest mehr oder weniger lange und darfst dich dann hoffentlich freuen, wenn der Sattel kommt. 
  5. In aller Regel kommt der Sattler mit dem Sattel nochmal zu dir, um ihn final auf dem Pferd anzupassen. 

Wie lief es bei uns? 

Wir haben den ganzen Weg der Sattelanprobe durch, den ich dir gerade oben beschrieben habe. Das läuft alles klassisch bei Signum, hat sehr gut geklappt und die Beratung war soweit super. Da meine Stute mit einer speziellen Schulterfreien Polsterung am zufriedensten lief, der Sattler aber aufgrund ihrer speziellen Anatomie ein Risiko gesehen hat, dass er in den schnelleren Gangarten mit dieser Polsterung rutschen könnte, haben wir uns trotzdem gemeinsam dafür entschieden es erst einmal so zu probieren. Im Zweifelsfall könne ich ihn ja nochmal Umpolstern lassen, wenn er doch rutschen sollte.  

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Es hat einige Wochen gedauert, bis der Sattler mit dem Sattel bei mir wieder aufgeschlagen ist und ich habe mich wahnsinnig gefreut. Mein Traum vom perfekt passenden Sattel, auf den ich steige und mein Pferd und ich Reiten wie auf Wolken durch die Bahn….

Leider lief der Proberitt minimal anders: Der Sattel ist nach den ersten Schritten gerutscht. Ich war definitiv mitschuldig, denn ich hatte einen Stretch-Gurt gekauft, damit meine Stute sich entspannter Gurten lässt, da ich sie damals mit einem Gurtzwang aus dem ersten Handling zurückbekommen hatte. 

Dazu kam aber die spezielle Polsterung, die den Sattel schon nach wenigen Schritten zum Rutschen gebracht hat. Ich habe mich also dafür entschieden lieber kontrolliert freiwillig vom Pferd rasant abzurollen, bevor meine Stute gestresst über den nach vorne rutschenden Sattel anfangen wollte richtig dynamische Hüpfer hinzulegen, während der Sattel langsam begann seitlich wegzugleiten. 

Ehrlich gesagt, war ich kurz gefrustet und dachte schon, dass meine ewige Sattelodyssee jetzt weitergehen würde. 

ABER: Spätestens jetzt hat sich gezeigt, dass meine Wahl mit Signum ziemlich perfekt ausgefallen ist. Denn erstens hat die Sattlerei das Experiment mit der speziellen Schulterpolsterung mitgemacht und zweitens ohne zu murren, den Sattel nochmal innerhalb weniger Wochen umgepolstert und mir wieder zugeschickt. 

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In der Zwischenzeit habe ich mich noch zusätzlich schlau gemacht und mir einen speziellen Gurt plus eine Sattelunterlage geshoppt, die besonders Anti-Rutsch ist. 

  1. Ich musste mich leider von meiner geliebten Lammfell-Schabracke verabschieden, weil das supersofte auf dem Fell schön gleitende Lammfell auf der Unterseite nichts für die Sattellage meiner Stute ist und habe auf den Naturstoff FILZ gesetzt. 
  2. Außerdem habe ich mir einen Filzgurt aus unserem Shop geschnappt, weil Filz als Material besonders rutschfest ist – den Gurt kannst du dir HIER genauer ansehen 
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Zusammen mit dem umgepolsterten Sattel ist das eine Spitzenkombination für schwierige Sattellagen. Jetzt sitzt er bombenfest und meine Stute läuft mit mir zufrieden Runde um Runde um den Platz. 

Sollte sie sich durch das vermehrte Reiten noch verändern – zum Beispiel endlich abnehmen und mehr Muskeln aufbauen – kann ich den Sattel jederzeit durch das verstellbare Kopfeisen und neue Polsterung gegen einen kleinen Obolus anpassen lassen. 

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Der Maßsattel aus der Sicht des Sattlers 

Interview mit dem Working Equitation Profi und Gründe von Signum Sattelservice – Gernot Weber – über den Sattel, der es bei mir geworden ist. Nein – für den Artikel habe ich kein Extrageld bekommen ;-) Ich habe den Sattel bei Signum gekauft und freue mich sehr über diese grandiose Kooperation. Weil ich die Qualität so schätze haben wir mittlerweile auch die megagenialen Gurte von Signum bei uns in den Pferdeflüsterei Shop aufgenommen. 

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Gernot in Action beim Working Equitation Turnier

Pferdeflüsterei: Reden wir kurz über eure Sättel, damit alle Sattelsuchenden, denen das Konzept gefällt, wissen, was eure Sättel anders macht. Was unterscheidet die Signum-Sättel von einem klassischen Sattel? 

Gernot Weber: Im Vergleich zu klassischen Sätteln gibt es bei unseren Maßsätteln einige Unterschiede im Aufbau und in Bezug auf die Anpassbarkeit. Anstelle festgelegter Modelle bieten wir individuelle Maßsättel für Pferd und Reiter. Jeder Sattel wird entsprechend der Anatomie des Pferdes, den reiterlichen Wünschen an das Sitzgefühl und dem vorgesehenen Einsatzschwerpunkt gefertigt. 

Pferdeflüsterei: Ist dann jeder wirklich anders oder gibt es auch Gemeinsamkeiten im Aufbau? 

Gernot Weber: Da gibt es natürlich schon auch Gemeinsamkeiten. Alle gemeinsam haben eine breite Auflagefläche, den semiflexible Anatomic-Sattelbaum mit verstellbarem Kopf- und Rippenbogeneisen, die große Schulterfreiheit, den extra breiten Wirbelsäulenkanal, die Softfoamkissen und natürlich das individuelle Design. Damit der Sattel auch im Laufe des Pferdelebens immer wieder an Veränderungen des Pferdes angepasst werden kann, sind alle in der Lederhülle verbauten Teile beliebig oft veränderbar oder sogar ganz austauschbar. 

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Pferdeflüsterei: Was heißt das in Bezug auf Druckverteilung und Pferdeglück?

Gernot Weber: Unsere extra breite Auflagefläche mit den flach, konkav geformten Kissen vermeidet unangenehme Druckspitzen für das Pferd. Die breite Auflagefläche sorgt einfach für eine gleichmäßige und schonende Druckverteilung auf dem Pferderücken. Die orthopädischen, flach konkaven Softfoamkissensind deutlich breiter als die oft üblichen balligen mit Polsterwolle gefüllten Sattelkissen eines klassischen Sattels. Unsere Formkissen werden aus unterschiedlichen Schaumstoffschichten aufgebaut und behalten im Gegensatz zu einer klassischen Füllung aus Polsterwolle dauerhaft ihre Form und Stabilität. Das Material setzt sich nicht und kann keine Knäulchen oder Verhärtungen bilden. Ddurch  entfällt übrigens auch das regelmäßige „Aufpolstern“ und wir können die Polsterung millimetergenau fertigen oder im Laufe der Zeit gezielt verändern. Die Sattelkissen sind dabei so positioniert, dass sie einen besonders großen Wirbelsäulenkanalbilden, der bis zu 12cm breit sein kann.

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Dann haben unsere Sättel eine extragroßeSchulterfreiheit. Sie wird durch eine speziell geformte Polsterung in Kombination mit einer zurückgesetzten Position des Kopfeisens und der anatomischen Form des Sattelbaums im Schulterbereich ermöglicht. Je nach Anatomie des Pferdes kann die Form der Sattelkissen in der Schulterpartie besonders weich oder auch stark zurückgeschnitten sein, um die Schulterfreiheit bis weit unter den Sattel zu ermöglichen.

Pferdeflüsterei: Das haben wir ja bei mir versucht ;-) Aber ich weiß ja, dass wir trotz des leicht veränderten Neuaufbaus immer noch viel Schulterfreiheit haben. Das war mir ein ziemlich wichtiger Punkt an euren Sätteln. Was ist noch gut fürs „Pferdeglück“ bei den Sätteln?

Gernot Weber: Im Vergleich zu klassischen Sätteln haben wir nicht nur ein Kopfeisen in einem definierten Maß – wir haben gleich zwei beliebig oft veränderbare Maße: Die Winkelung der Kammerweite im vorderen Bereich wird über ein stufenlos verstellbares Kopfeisen eingestellt. Die Auflagefläche im Bereich des Rippenbogens wird in der Winkelung durch das verstellbare Rippenbogeneisen eingestellt. Weil nur wenn die gesamte Auflagefläche parallel zum Pferderücken aufliegt, können wir die Druckverteilung optimal steuern.

Pferdefllüsterei: Was für ein Baum steckt im Signum-Sattel drin?

Gernot Weber: Weil wir selbst mit all den klassischen Bäumen unzufrieden waren, haben wir einfach selbst einen entwickelt und hergestellt – der Anatomic-Sattelbaum mit einer besonders großen Auflagefläche. Wir haben eine eigenen Sattelbaumproduktion, damit jedes Pferd mit jeder Sattellage am Ende happy wird. Wir können Form, Größe, Schwung, Breite und so weiter einfach auf die Anatomie des Pferdes abstimmen.

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Verglichen mit einem traditionell aus Holz gefertigten Sattelbaum ist der Kunststoff-Sattelbaum besonders leicht und deutlich flexibler. Mit dem semiflexiblen Anatomic Sattelbaum können wir das Reitergewicht gezielt verteilen, aber dem Pferd parallel schön Bewegungsfreiheit durch die  Torsionsfähigkeit geben, weil der Sattelbaum eine „Verdrehung“ des vorderen Teils des Sattels unabhängig vom hinteren ermöglicht.

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Stylischer Gurt mit praktischem Klettverschluss für die Gurtstrupfen ist auch von Signum und – tadaaaaaa – gibts bei uns im Shop, weil wir die Qualität MEGA finden – Kannst du dir HIER genauer anschauen

Pferdeflüsterei: Ehrlich gesagt war das – neben der Schulterfreiheit und den großen Sattelkissen – der Hauptgrund eure Sättel zu testen und mich für euch zu entscheiden. Ich selbst wollte ja eigentlich immer einen baumlosen Sattel, weil ich mir mehr Bewegungsfreiheit für mein Pferd wünsche. Bin da aber nun einmal leider nicht fündig geworden und jetzt sehr happy mit diesem Zwischending von meinem Sattel. Aber trotzdem muss ich nochmal nachhaken: Ein Sattel mit Baum = Starres System – kommt auf ein Pferd = bewegliches und sich stetig veränderndes System – wie geht ihr damit um? 

Gernot Weber: Wir haben lange getüftelt bis wir den für uns perfekten Grad zwischen Stabilität und Flexibilität gefunden haben. Unsere Lösung: Ein semiflexibler Sattelbaum, der mit einem beliebig oft verstellbaren Kopfeisen und Rippenbogeneisen ausgestattet ist und ein beliebig häufig veränderbares Sattelsystem. Alle Parameter, die wir über den Sattelbaum, das verstellbare Kopfeisen, das verstellbare Rippenbogeneisen oder die Polsterung auf Maß einbauen, können beliebig oft verändert werden. So kann die Passform des Sattels immer die stetigen Veränderungen des Pferdes angepasst werden. Selbst bei größeren Veränderungen beispielsweise bei einem noch jungen Pferd, durch Sommer-Winter-Umstellungen, durch eine Krankheitsphase können wir jedes Bauteil unabhängig voneinander verändern. Der Sattel des Pferdes kann also beliebig oft an das bewegliche und sich stetig verändernde Pferd angepasst werden.

Alles in allem kann man sagen, langfristig bleibt nur die Lederhülle des Sattels dieselbe. Alle anderen Elemente in dieser Lederhüllen werden durch Nachjustierungen des Sattels im Laufe der Zeit immer wieder an die Bedürfnisse von Pferd und Reiter angepasst und auf den neusten Stand der Technik gebracht.

Hat dir dieser Artikel weitergeholfen? Oder findest du, dass ihn deine Pferdefreunde unbedingt lesen müssen?  

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Was denkst du über dieses Thema?

  • Jessica sagt:

    Hallo Petra,
    mich hat das Sattelthema auch lange beschäftigt. Ich bin jetzt (obwohl ich keine Westernreiterin bin) bei einem Westernsattel gelandet. Ich habe mir das laaaaaange überlegt und habe nachgelesen und mich erkundigt, etc.. Wollte aber keinen Sattel mit Kopfeisen. Da diese wohl sehr häufig für Athrophien des Trapezmuskels verantwortlich sind. Er ist zwar recht schwer der Westernsattel (flexibler Baum – kein Holzbaum), aber dafür sehr schön.

    Ich habe noch einen Iberischen Lederbaumsattel von Equinate, der ist nicht schlecht für den Übergang, aber es gibt qualitativere und bequemere. Vor allem rutscht der immer wieder nach vorne.
    Mit den Signumsätteln habe ich auch sehr geliebäugelt, aber leider haben die keine Lederbaumsättel. Vielleicht hast Du da noch eine Idee oder einen Tipp. Die einzigen, die ich noch kenne sind Hidalgo.
    .
    Grüße aus München, Jessica

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Jessica, Hidalgo finde ich auch klasse. Haben wir sogar ein Interview mit der Gründerin auf der Webseite, weil sie hochwertige Lederbaumsättel machen. Meinen Signumsattel liebe ich sehr. Aber Hidalgo ist wirklich einen Blick wert. Ludomar habe ich gerade leihweise. Der sitzt super auf meinem Pferd und sie läuft sehr zufrieden damit. Falls dir das weiterhilft..Ganz liebe Grüße, Petra

  • Carina sagt:

    Das Thema mit dem Maßsattel finde ich auch sehr interessant. Auf der Internetseite hört sich alles ziemlich schlüssig an. Wie viel hast du für den Sattel am Ende bezahlt?

    • Petra sagt:

      Puuh – da fragst du mich was. Ich meine es waren um die 3800 Euro? Aber nagle mich bitte nicht darauf fest :-) Da jeder Sattel auch ein bisschen anders ist und ich das Komplettpaket mit Logo-Bestickung und Steigbügeln und allem PiPaPo wollte ;-))) Ganz liebe Grüße, Petra

  • Julia sagt:

    Was mich interessieren würde, da ich die Technologie dahinter sehr interessant finde, ob sich damit auch eine Art Vielseitigkeitssattel oder Springsattel anfertigen lässt? Bei Signum selbst auf der Seite sind alle Sättel eher für die Dressur bzw. Setzten alle Sättel eher auf einen tiefen Sitz, den man ja bei Springsätteln nicht immer findet.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Julia, huuuuh – das ist eine gute Frage. Ich reiche sie an die Signum Sattler weiter. Da die Sattlerei auch sehr viel individuelle Wünsche erfüllt, könnte ich mir schon vorstellen, dass sie da auch eine gute Idee haben. Aber ich kenne das Innenleben nicht gut genug, um dir diese Frage beantworten zu können. Ganz liebe Grüße, Petra

    • Hallo Julia – es freut uns, dass unser Sattelkonzept dir so zusagt. Du hast Recht, dass wir selbst bisher keine Vielseitigkeits oder Springsättel anbieten – unser Schwerpunkt liegt bei Freizeitsätteln, Working Equitation Sätteln, Dressursätteln, Barocksätteln, Vaquerosätteln und Wanderreitsätteln. Grundsätzlich ließe sich das Konzept sicherlich auch auf Spring- und Vielseitigkeitssättel übertragen, müsste jedoch hierfür sorgfältig konzipiert, entwickelt und getestet werden. Da wir jedoch schon jetzt an den Kapazitätsgrenzen arbeiten ist es uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, unser Sattelsortiment um einen ganz neuen Zweig zu erweitern. Denn diesen würden wir nur dann aufnehmen, wenn wir die Zeit für die entsprechende Entwicklungsarbeit haben und allen interessierten Kunden auch den entsprechenden Service dazu anbieten können :)