Suchst du immer noch einen Sattel, der deinem Pferd endlich passt? Hast du wie ich vielleicht ein junges Pferd, das noch wächst und sich entwickelt und willst nicht alle 3 Monate einen neuen Sattel kaufen? Hast du auch irgendwann verzweifelt die Haare gerauft? Der Eine schreit: „Nur Lederbäume!“ – der Andere brüllt: „Ohne Holzbaum schadest du deinem Pferd“ – der Dritte ruft: „Fieberglas! Nichts anderes als Fieberglas!“ Die Auswahl ist riesig und die Masse der Möglichkeiten innerhalb der Auswahl ist noch größer.

Es gibt diverse Sattelmarken, es gibt billige Sättel von der Stange und deutlich teurere vom Sattler. Es gibt Maßanfertigungen und gebrauchte Sättel und am Ende stehst du da und weißt immer noch nicht, welcher Sattel der Richtige für dein Pferd ist. Das ist auch eine individuelle Entscheidung. Der Sattel muss deinem Pferd und dir passen. Aber ich werde dir verraten, welchen Sattel ich mir ausgesucht habe und warum.

Welcher Sattel fürs Pferd?

Genauso stand ich vor ein paar Wochen noch da. Und nach der ersten und zweiten Recherche war ich nicht wirklich schlauer. Weil sie alle gute Argumente haben. Dann hat mir meine Trainerin leise den Namen „Barefoot“ ins Ohr geflüstert. Da sie eine sehr pferdegerechte Trainerin ist, habe ich weiter recherchiert und bin mittlerweile wirklich begeistert.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Barefoot stellen u.a. Barebackpads und baumlose Sättel her

Wenn du nach „baumlose Sättel“ googelst, wirst du viel Begeisterung und viel Kritik finden. Lass dich davon nicht entmutigen, sondern überlege dir, was individuell für dich und dein Pferd das Beste ist.

  • Hat es eine schwierige Sattellage?
  • Ist es noch jung und wird sich stark weiterentwickeln?
  • Hat es vielleicht schon Stellen von Satteldruck oder läuft nicht entspannt unterm Sattel?
  • Hast du nicht genug Geld für einen 3000 oder 4000 Euro teuren Maßsattel?
  • Bist du nicht unter den Springreitern auf Profiniveau?
  • Reitest du gerne auch mal ohne Sattel oder magst du das Gefühl nah an deinem Pferd zu sein?
  • Willst du einen passenden Sattel, der keinen Druck erzeugt und soll dein Pferd maximale Bewegungsfreiheit haben?

Wenn du dir einige dieser Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, dann bist du ein Kandidat für einen baumlosen Sattel oder einen Lammfellsattel. Es gibt noch viele weitere Gründe für einen Baumlosen Sattel. Aber auch ein Sattel mit Baum kann in Ordnung sein – dann wenn er perfekt passt. für kurze Runden nehme ich gerne meinen Lammfellsattel, weil er so schön leicht und gemütlich ist. er hat auch eine Polsterung und konnte so an den Rücken meines Pferdes angepasst werden.

HIER im ersten und HIER im zweiten Teil meiner Sattelserie findest du noch mehr Infos zum Thema Baumlos oder mit Baum und Pferdeanatomie.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Ich habe mich nach meiner Recherche und dem Auseinandersetzen mit der Pferdeanatomie und den verschiedenen Sattelmodellen bewusst für einen baumlosen Sattel von Barefoot entschieden. Ich persönlich habe eines der Modelle der Westernreitsättel (Lazy Mountain), aber sie haben auch andere Modelle – sogar Kinderreitsättel.

Meine persönlichen Gründe:

  • Meine Stute ist noch jung, sie wird sich noch entwickeln
  • Ich reite gerne auch ohne Sattel und mag das Gefühl „nah“ mit den Hilfen bei meinem Pferd zu sein
  • Ich will meinen Sitz verbessern
  • Ich möchte, dass mein Pferd freie Schultern und eine bewegliche freie Wirbelsäule hat.

Das alles hat der Barefoot mit der neuen Sattelgeneration mit einem Schutzsystem, das eingebaut ist.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Deswegen habe ich mich dafür entschieden und werde den Sattel ausgiebig testen. Auch ob er bei langen Strecken hält was er verspricht und dem Rücken meines Pferde gut tut.

Ich habe mich gegen die anderen Modelle entschieden, weil mich das Wirbelsäulen-Schutz-System von Barefoot überzeugt hat. VPS heißt das Ding, das sich in jedem Sattel verbirgt. Das sind im Grunde mehrere Schichten aus verschiedenen Kunststoffen in unterschiedlicher Festigkeit. Sie stützten an der Steigbügelaufhängung besonders und natürlich dort, wo der Reiter sitzt – im Schwerpunkt des Pferdes. Das System lässt nach Angaben von Barefoot trotzdem an den Rändern Flexibilität und damit Schulterfreiheit. Um es mal kurz zusammenzufassen.

vps_System
Grafik von Barefoot

Jetzt habe ich aber endlich das Interview mit der Pferdephysiotherapeutin von Barefoot für dich. Daniela Müller ist bei Barefoot unter anderem für die Sattelberatung zuständig und hat bereitwillig alle meine Fragen beantwortet und Carey hat sich auch ausgezeichnet mit ihr verstanden 🙂

Knotenhalfter Pferd

Interview mit Daniela Müller, Pferdephysiotherapeutin und Sattelberaterin bei Barefoot über Baumlose Sättel, wie sie funktionieren und wie pferdegerecht sie wirklich sind

Pferdeflüsterei: Baumlos steht gerne in der Kritik den Rücken der Pferde nicht genug zu schonen. In den neuen Barefootsätteln steckt ein Spezialsystem “VPS” – das soll ja im Grunde der Baumersatz sein – was macht dieses System und wie ist es aufgebaut?

DanielaDas System ist so etwas wie ein flexibler Baum. Eine Stabilisierung im Sattel und vor allem im Bereich der Steigbügelaufhängung absolut notwendig. Die ersten Barefootsättel hatten das so noch nicht und waren etwas flexibler, seit 2008 haben die Sättel das VPS-System. Das sind mehrere Schichten aus unterschiedlichen Materialien. Festere und weichere Schichten, die sich entsprechend an den Pferderücken anpassen und besonders bei der Steigbügelaufhängung druckverteilend wirken. Eine Reitergewichtsbeschränkung haben wir nicht beim Barefoot-Sattel.

Pferdeflüsterei: Das System steckt also wie ein Baum im Sattel drin?

DanielaGenau, im Sattel. Da ist das VPS-System verbaut. Die verschiedenen Schichten sind so aufgebaut, dass sie flexibel genug sind, um sich dem Pferderücken in der Bewegung anzupassen, aber eben trotzdem so stabil wie nötig, dass wirklich keine Druckspitzen entstehen. Und zum Sattelsystem gehören dann noch eine polsterbare Sattelunterlage und ein austauschbarer Vordereinsatz.

Zwiesel Sattel

Pferderücken

Pferdeflüsterei: Du meintest gerade, dass der neue Barefoot vergleichbar ist mit einem flexiblen Baumsattel. Ist er wirklich so fest, wie ein Lederbaum oder Fieberglasbaum? 

DanielaNein, nicht ganz. Es ist vergleichbar. Der Sattel ist aber flexibler. Die meisten Lederbäume oder die flexiblen Bäume sind schon starrer als der Barefoot. Ein Beispiel: Selbst wenn du als Reiter im Barefoot sitzt, kannst du nach hinten unter den Sattel greifen und den Sattel zu dir heranziehen. Das geht mit einem Baumsattel nicht. Da ist bei unserem Sattel mehr Beweglichkeit drin. Das System soll ja so flexibel sein, dass der Sattel das Pferd in der Bewegung wirklich nicht einschränkt.

Pferdeflüsterei: So ein baumloser Sattel kann also nicht auf die Muskeln drücken?

Daniela: Doch, wenn er falsch angepasst ist, natürlich. Es kann sogar mit einem Fellsattel zu Satteldruck kommen. Es kann also auch Satteldruck mit einem Baumlosen Sattel entstehen. Das muss man schon so deutlich sagen und der Reiter darf nicht denken: Ich nehme jetzt einen baumlosen Sattel und schade meinem Pferd nie damit.

Pferdeflüsterei: Und lege den auf das erste Pferd und dann das andere Pferd und dann das dritte Pferd, egal wie…

DanielaDas ist wirklich ein grober Fehler. Das müssen die Leute auch wissen, weil oft noch so gedacht wird. Nein, der Sattel muss in der Regel individuell an jedes Pferd angepasst werden.

Pferdeflüsterei: Aber, wie kann ich denn gewährleisten, dass der Sattel sitzt?

DanielaÜber den auswechselbaren Vordereinsatz und über die verschiedenen Polstermöglichkeiten in der Sattelunterlage. Vor allem Kunden, die bei uns nach längerer Sattelodyssee landen, die haben oft Pferde mit einer schwierigen Sattellage. Die Pferde haben zum Teil schon ganz massive Muskel-Atrophien durch unpassende Sättel. Und da kann man nicht einfach sagen, ich lege jetzt einen Barefoot drauf und dann läuft das Pferd ohne Probleme.

Wenn ich als Mensch Rückenschmerzen habe und vielleicht sogar schon Fehlstellungen an der Wirbelsäule, dann kann ich mir zwar eine neue gute Matratze kaufen. Und damit schlafe ich dann vielleicht auch besser, aber meine Schmerzen sind deswegen nicht einfach weg. Sondern ich muss zusätzlich in die Physiotherapie und Übungen machen, um gezielt Muskulatur aufzubauen und der Fehlstellung entgegenzuwirken.

Das ist bei Pferden ja nicht anders. Du kannst nicht einfach einen Barefoot kaufen, auf das schwach bemuskelte Pferd legen und dann baut sich von alleine Muskulatur auf. Das funktioniert nicht ganz so einfach. Der Sattel muss korrekt angepasst werden und das Pferd sollte korrekt gymnastiziert werden.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wenn er aber passt – das Pferd trainiert ist – dann übt er keinen Druck auf die Muskeln auf, sagt ihr? Weil, als ich mit der Hand zwischen Sattel und Pferdeschulter durchgefahren bin, saß der schon fest auf den Muskeln…

DanielaDer Sattel sitzt nah am Pferd, ja. Aber auch der Vorderzwiesel ist nicht ganz starr sondern bewegt sich mit. Der Einsatz ist aus PU-Material, das nachgibt und im inneren eine Art federnde Verstärkung hat. Im Vergleich zu einem Kopfeisen, das deutlich starrer ist. Es gibt auch einen ganz weichen Softeinsatz, den man als Vorderzwiesel nutzen kann. Je nachdem wie die Rückenlinie des Pferdes aussieht, kann man auch damit arbeiten.

Gerade wenn wenig Muskulatur im Bereich des Trapezmuskels vorhanden ist oder das Pferd empfindlich ist, arbeite ich oft gerne damit. Dann ist wirklich nichts Starres im Sattel, was drücken könnte. Aber auch mit dem festen Vordereinsatz ummantelt der Sattel flexibel die Schulter, damit die freie Schultertätigkeit möglich ist. Wir haben zum Beispiel viele Reiter mit Isländern, die unter einem Baumsattel nicht tölten. Unter dem Barefootsattel den Tölt aber anbieten, weil sie im Bereich der Schulter dann den Raum dafür haben.

Pferdeflüsterei: Ihr sagt ja die ganze Zeit, dass der Druck schön verteilt wird, keine Druckspitzen mehr, Schulterfreiheit usw. Aber wie könnt ihr das denn wirklich gewährleisten? Habt ihr das mit Studien untersucht?

DanielaDas haben wir unter anderem in verschiedenen Druckmessungen getestet. Da kann man wirklich sehen, dass keine Druckspitzen entstehen. Das wurde von unabhängigen Testern mit verschiedenen Techniken getestet. Zum Beispiel mit Wärmebildkameras, mit Druckpolstern darunter und so weiter.

Druckmessungen
Bild von Barefoot

Pferdeflüsterei: Das ist ja gut und schön, aber wie lange liefen denn diese Tests? Denn die Bedenken bei baumlosen Sätteln sind ja vor allem, dass die punktuelle Belastung zu groß wird auf Dauer – im vergleich zu Sätteln mit Baum? Ein 20 Minuten Test bringt da ja noch nicht so viel..

DanielaDas ist richtig, ja. Zum Beispiel hat Frau Laun, eine Pferde-Osteopathin, mit der Firma Medilogic eine Druckmessung unter dem Barefoot in allen Gangarten durchgeführt, das kann man bei uns auf der Webseite bei den Experten nachlesen.

Wir haben dort auch andere Berichte von unabhängigen Pferde-Experten oder auch Endkunden stehen die das Sattelsystem selbst nutzen und auf langen Ritten getestet haben, das kann man auch auf unserer Webseite nachlesen. Zum Beispiel eine Autorin und Distanzreiterin aus Schottland, die dort im Barefoot-Sattel mit ihren Highlandponys über die Bergwege reitet.

Dann gibt es in Südafrika ein Paar, die ein Pferdehilfsprojekt gestartet haben. Sie wollten auf eine Pferdekrankheit in Südafrika aufmerksam machen und sind dafür durch das Land geritten. Sie haben mit normalen Baumsätteln angefangen und hatten wirklich Probleme die Sättel für die verschiedenen Pferde passend zu bekommen. Sie haben nach Alternativen gesucht, im Internet Barefoot gefunden und bei uns angefragt, ob wir sie unterstützen würden. Wir haben ihnen dann zwei Barefoot-Sättel nach Südafrika geschickt.

Die Pferde sind mit dem Barefoot problemlos gelaufen, keines hatte Satteldruck, sie konnten auch ohne Probleme auf die verschiedenen Pferde wechseln und den Sattel schnell anpassen. Sie haben sogar ein Buch über diesen Ritt geschrieben: „Südafrika vom Sattel aus“* Es ist auch für uns immer schön, so tolles Feedback zu bekommen. Eben auch über längere Strecken im Barefoot.

Pferdeflüsterei: Das gilt aber nur für das neue VPS-System – also diese Langzeittests?

DanielaGenau. Das war mit dem VPS-System. Das hatten die ersten Barefoot-Sättel noch nicht. Wir haben Anfang 2008 auf VPS umgerüstet. Man kann den Unterschied schon sehen am alten Modell im Vergleich zu dem neuen Barefoot. Das alte Model ist vom Aufbau her niedriger und man sitzt näher am Pferd. So niedrig wird der VPS-Sattel auch nach der Einreitephase nicht werden. Der Barefoot ohne VPS ist deutlich flexibler und weicher. Für leichte Reiter und wenn man nicht so viel im Steigbügel steht ist das kein Problem. Aber für stärkere Belastungen wie Wanderritte, Distanzritte oder eben schwere Reiter haben wir den Sattel weiterentwickelt.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wie habt ihr da die Pferdeanatomie einbezogen? Also Punkte wie: Wirbelsäule liegt frei oder den Muskelaufbau der Pferde?

Daniela: Ursprünglich sind die Barefoots ja entstanden, weil Sabine Ullman (die Firmen-Gründerin) eine Stute hatte, der einfach kein Baumsattel passte. Sie hatte eine schwierige Sattellage, war empfindlich und hat sofort rückgemeldet, wenn irgendwas nicht gepasst hat. Frau Ullmann hat keinen Sattel für ihr Pferd gefunden, bei dem die Stute nicht verspannt war oder etwas drückte.

Alle Sattler, die am Hof zum Anpassen der Sättel waren, konnten ihr eben nicht plausibel erklären, wie man einen starren Sattel so an das Pferd anpassen kann, dass er wirklich jederzeit passt. Ein Pferd verändert sich immer wieder, auch jahreszeitlich bedingt. Es steckt ständig Bewegung im Rückenmuskel – da konnte kein Sattler wirklich erklären, wie das funktionieren soll. Das alles fand sie so unbefriedigend, dass sie eine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin gemacht hat.

Einfach weil sie mehr über die Anatomie der Pferde wissen wollte und hatte aber danach noch viel mehr Fragezeichen im Kopf. Je mehr sie über die Anatomie des Pferdes wusste, desto unlogischer war ihr der Aufbau mit den starren Sattelbäumen, die den Bewegungsablauf des Pferdes stören. Die herkömmlichen Baumsättel stammen ja eher noch aus den Kriegszeiten.

Pferdeflüsterei: Ahja, wie so oft. Da ist viel in Kriegszeiten entstanden, um auch den Soldaten das Leben schön einfach zu machen. Die Pferde spielten da wohl keine so große Rolle. Wie hat sich das bei den Sätteln entwickelt?

DanielaDamals musste ein Sattel stabil sein und Soldaten und Marschgepäck tragen. Wie es dem Pferd dabei ging, war erstmal egal, denn es war mehr Mittel zum Zweck und nicht Freizeitpartner wie heute. Es wurde auch weniger darauf geachtet, ob der Soldat reiten kann oder wie der Sattel liegt.

Die Pferde hatten damals auch massiven Satteldruck, das kann man zum Beispiel nachlesen bei Gustav Rau, „Altgolt – die Geschichte eines Kriegspferdes“. So hat sich der Sattel mit Baum dann eben historisch bedingt etabliert und gefestigt. Frau Ullmann hat nach ihrer Ausbildung angefangen bei einem Sattelhersteller zu arbeiten, aber sie hat dort ganz schnell gemerkt, dass es trotz ihres Wissens als Physiotherapeutin nicht optimal werden kann. Wenn Sie dann zu den Kunden vor Ort ist und den Sattel nach bestem Wissen und Gewissen anpassen wollte, hat sie immer wieder gemerkt, dass die Sättel einfach zu starr sind. Sabine Ullmann hat beschlossen etwas zu ändern und 2002 den ersten Barefoot entwickelt.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Barefoot war tatsächlich der erste Baumlose Sattel?

DanielaGenau, das war der erste baumlose Sattel auf dem Markt. Die ersten Modelle waren, wie gesagt, auch flexibler und weniger stabil. Dann haben wir aber gemerkt, dass wir noch nachbessern können, zum Beispiel wenn man länger im Sattel reitet. Dann braucht man eben doch mehr Stabilität. Also haben wir den Sattel weiterentwickelt bis zum VPS-System.

Pferdeflüsterei: So, wenn man sich mit Anatomie beschäftigt – und sich die Frage stellt: welcher Sattel tut meinem Pferd gut – dann ist natürlich auch wichtig, dass der Sattel stützt und die Wirbelsäule freilässt, damit sich das Pferd gut bewegen kann. Beim Barefoot ist der Kanal sehr schmal – warum?

DanielaDas hat etwas mit der Beweglichkeit zu tun. Die Wirbelsäulenfreiheit ist sehr wichtig, das stimmt. Die Sättel mit Baum haben einen deutlich breiteren Kanal. Den brauchen sie auch, weil der Sattel starr im Aufbau ist. Wenn sich das Pferd bewegt oder in die Biegung geht, müssen die Dornfortsätze einen Spielraum haben. Der Barefoot hat einen schmaleren Kanal, einfach weil er sich an die Bewegung anpassen kann.

Er ummantelt die Dornfortsätze ganz weich und schränkt nichts ein. Den Wirbelkanal müssen wir also nicht so breit machen wie bei einem herkömmlichen Sattel. Man kann das auch immer schön am Schweißbild sehen, dass die Wirbelsäule komplett frei bleibt. Dort wo die Dornfortsätze liegen – das ist ja ein paar Zentimeter breites Areal – bleibt es frei.

Pferdeflüsterei: Der Barefoot soll auch weiter vorne liegen, als die klassischen Sättel mit Baum. Warum ist das so?

Daniela: Er kann und darf weiter vorne liegen. Direkt hinter dem Widerrist würde man auch sitzen, wenn man ohne Sattel reitet.

Pferderücken

Pferdeflüsterei: Genau, da sitzt man ja eher immer ein bisschen weiter vorne als in üblichen Sätteln..

Daniela: …dann sucht man sich ja auch immer diesen Bereich und das ist von der Anatomie her auch der Schwerpunkt des Pferdes. Wenn ich als Reiter also im Schwerpunkt des Pferdes sitze, kann mich das Pferd besser ausbalancieren. Dadurch, dass der Barefoot flexibel ist, schränkt er die Schulterbewegung nicht ein. Man darf ihn also auf der Schulter satteln und die Schulter bleibt trotzdem frei unter dem Sattel.

Pferdeflüsterei: Der Barefoot bewegt sich ja mit – besteht denn die Gefahr, dass es zu Reibeflächen und ähnlichen Problemen kommen kann durch die Bewegungen?

Daniela: Das kann beim Winterfell schon mal passieren, dass ein bisschen Haarbruch im hinteren Bereich unter dem Sattel entsteht. Weil einfach die Gleitfähigkeit vom Winterfell weniger gut ist als beim kurzem und glatten Sommerfell. Der Barefoot-Sattel bewegt sich ja mehr mit der Bewegung des Pferdes mit. Aber da kann man abhelfen, indem man ein bisschen Mähnenspray auf den hinteren Bereich des Fells unter die Sattelauflage macht, dadurch kann die Bewegung besser auf dem Fell abgleiten. Das ist also kein Satteldruck, sondern einfach Haarbruch durch die rechts-links Bewegung des Sattels. Sieht nicht so hübsch aus, ist aber für das Pferd kein Problem.

Pferdeflüsterei: Hat denn ein Barefoot Sattel auch Nachteile? Nehmen wir erstmal den Reiter – so ein baumloser Sattel fühlt sich ja auch ein bisschen anders an..

Daniela: Naja, wenn der Sattel neu ist, liegt er erstmal etwas thronartig auf dem Pferd auf. Der Sattel braucht eine Einreitephase. Wir können den Sattel ja leider nicht eingeritten verkaufen. Der Sattel passt sich erst mit der Nutzung an die Rückenlinie des Pferdes an.

Das soll er ja auch, das ist ja einer der Hauptvorteile des Barefoots. Er braucht einfach etwas Zeit um sich anzupassen, weil er trotzdem eine Stabilität mitbringen muss. Dem Sattel bitte einfach etwas Zeit geben am Anfang, das Leder wird durch die Nutzung geschmeidiger und der Sitz formt sich aus. Wenn der Sattel ganz neu ist geht aufsteigen vom Boden aus daher oft noch nicht, weil der Sattel sonst verrutscht. Da braucht man am Anfang eine Aufsteigehilfe (die sowieso gesünder für das Pferd ist).

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wie lange dauert das ungefähr?

Daniela: Naja, man kann ungefähr sagen, nach fünfmal reiten – da reichen eigentlich auch reine Schrittrunden aus – sieht man schon eine deutliche Veränderung, dass sich der Sattel gesetzt hat. Der Sitz wird tiefer, formt sich aus. Das ist erst ein kleiner Nachteil, der aber eigentlich ein Vorteil ist. Dann sitzt man im Barefoot auch etwas breiter, als in Baumsätteln.

Die Baumsättel geben den schmalen Sitz durch die Form des Baumes vor und das hat man im Barefoot nicht. Menschen mit Hüftproblemen zum Beispiel, die können im Barefoot manchmal nicht reiten, weil sie nicht mehr so breit sitzen können. Auch das Reitgefühl ist anfangs ein bisschen anders. Manche Dressurreiter haben Anpassungsschwierigkeiten, weil sie gewohnt sind in den schmalen Sätteln zu sitzen. Die müssen oft ihren Sitz neu suchen, weil sie breiter gesetzt werden und mehr Bewegung des Pferdes spüren. Und im Barefoot auch einen etwas unabhängigen Sitzes erlernen können. Die Pferde reagieren oft von Anfang an gut auf den Sattel. Was dann den Reiter überzeugt dabei zu bleiben. Wenn man sich an das neue Sitzgefühl gewöhnt hat, dann ist auch das kein Problem mehr.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Verstehe ich dich richtig, dass der Barefoot einen auch in Richtung eines unabhängigen Sitzes schubst?

Daniela: Er schult absolut den Sitz. Für Reitanfänger super oder für Fortgeschrittene, die sich bisher von Pauschen sehr stark haben rahmen lassen oder dazu neigen mit den Knien zu klemmen. Das geht im Barefoot nicht so. Auch weil das Pferd viel mehr von den Gewichts- und Schenkelhilfen spürt, schult es einen dazu unabhängig zu sitzen.

Pferdeflüsterei: Das waren die Punkte, die die Reiter betreffen. Gibt es denn Pferde, die nicht mit einem Barefoot geritten werden können oder Nachteile für die Pferde mit dem Sattel?

Daniela: Eigentlich nicht. Eine Einschränkung ist Springreiten auf hohem Niveau. Da ist der baumlose Sattel nicht geeignet. Normale Hindernisse gehen mit dem Modell “Notting Hill” zum Beispiel aber schon. Aber richtig hohe Hindernisse sind nicht möglich mit einem Barefoot. Und eine Einschränkung ist vielleicht noch, das Reiten bei sehr schlecht bemuskelten Pferden. Da kann ich nicht einfach einen Barefoot drauflegen und sagen: So, der wird es schon richten. Das geht nicht.

Pferdeflüsterei: Aber das ist ja wieder ein anderes Thema. Das hat was mit guter Bodenarbeit und Gymnastizierendem Training zu tun. Beziehungsweise damit, dass das Pferd nicht korrekt trainiert wurde.

Daniela: Ja, aber das ist oft das Problem. Die Pferde sind falsch gymnastiziert, sie werden falsch geritten, haben vielleicht noch einen unpassenden Sattel, die Muskelfasern sind über Jahre regelrecht verklebt. So kann sich keine Muskulatur aufbauen. Und ich empfehle in der Beratung dann erstmal: Bitte macht Gymnastizierung und Training nur vom Boden aus, ohne Reitergewicht.

Das Pferd ist aus meiner Sicht nicht reitbar. Erst dann, wenn sich wieder etwas Muskulatur aufgebaut hat und die schmerzhaften Verspannungen und entzündlichen Veränderungen auskuriert sind, können wir mit einem Barefoot beginnen. Es gibt wirklich schlecht bemuskelte Pferde, die offensichtliche Probleme haben – da lehne ich dann eine Sattelberatung ab und möchte auch keinen Barefoot verkaufen. Das ist nicht das wofür wir stehen. Wir wollen ja pferdegerecht sein. Ich kann auch einen Barefootsattel nicht guten Gewissens auf ein Pferd legen, das nur unter Schmerzen geritten werden kann.

Pferdeflüsterei: Da gilt dann aber auch der Punkt, dass auf solche Pferde gar keine Sättel gehören.

Daniela: Genau, da sage ich als Pferdephysiotherapeutin, dass auch ein Barefootsattel das nicht alleine richten wird. Da muss erstmal der Pferdebesitzer ran. Ich würde aber sagen: Der Barefoot passt auf jedes reitbare Pferd.

Baumloser Sattel Barefoot Pferd

Pferdeflüsterei: Wie passe ich den Sattel denn Schritt für Schritt an mein Pferd an?

Daniela: Erstmal macht es Sinn, dass der Reiter bei Barefoot eine Sattelberatung macht, zum Beispiel über unsere Onlineberatung über Fotos des Pferdes. So wie du sie auch gemacht hast, bevor wir dir dann zu deinem Sattelmodell geraten haben. Oder durch unsere Vertriebspartner, die vor Ort in den Stall kommen und den Sattel am Pferd anpassen. Durch die Flexibilität des Sattels reicht oft eine Online-Beratung aus. Das Sattelsystem ist so konzipiert, dass du das mit wenigen Handgriffen selbst anpassen kannst, wenn du verstanden hast, auf was du bei deinem Pferd achten musst.

Pferdeflüsterei: Worauf muss ich denn da achten?

Daniela: Es gibt zwei Komponenten mit denen du den Sattel für jedes Pferd anpassen solltest. Das ist einmal der auswechselbare Vordereinsatz, den es in verschiedenen Größen und Materialien gibt. Und es gibt verschiedene Sattelunterlagen mit unterschiedlichen Polstermöglichkeiten. So kannst du den Sattel individuell anpassen und wenn du das beachtest, funktioniert auch das Sattelsystem.

Deswegen ist es schon wichtig, sich vor dem Kauf beraten zu lassen. Damit du weißt, welchen Sattel, welche Satteleinlagen und welches Polster brauche ich für mein Pferd. Die Online-Beratung bei uns direkt ist kostenlos und unverbindlich. Die Händler handhaben es zum Teil so, dass sie die Vorort-Beratung dann beim späteren Sattelkauf auf den Sattel anrechnen.

Pferdeflüsterei: Wenn ich jetzt mit dir ne Onlineberatung mache und dann passt es doch nicht oder mein Pferd braucht was anderes, was dann?

Daniela: Wir beraten auch nach dem Sattelkauf natürlich weiter. Innerhalb von 14 Tagen kann der Reiter aber den Sattel samt Zubehör wieder zurückgeben oder umtauschen. Der Sattel darf in dieser Zeit dreimal ausgiebig geritten werden in allen Gangarten. Wenn der Reiter dann nicht zufrieden ist, kann er ihn entweder umtauschen oder ihn komplett zurück geben und muss nur die Portogebühren bezahlen, sozusagen als Nutzungsgebühr für den Sattel.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview. 

INFO: Die Onlineberatung bei Barefoot könnt ihr übrigens HIER machen. Ich habe sie auch gemacht, bevor ich mir dann ein Sattelmodell ausgesucht habe. Ich bin dem Rat von Daniela gefolgt, die mir aufgrund der Anatomie und des Alters meines Pferdes zu einem anderen Sattel geraten hatte, als den den ich eigentlich wollte. Du schickst Fotos deines Pferdes ein und bekommst dann eine wirklich lange Email mit allen Infos, die für dich wichtig sein könnten. Dann kannst du Fragen stellen und so weiter.

 

 

 

Wie findest du den Beitrag?
Du darfst diesen Artikel gerne verlinken

Wo teilst du am liebsten gute Artikel mit deinen Freunden?

https://www.pferdefluesterei.de/baumlose-saettel-pferdegerecht/

↑Kopier dir diesen Link um ihn z.B. in Foren oder Kommentarfeldern einzufügen↑ 

<a href="https://www.pferdefluesterei.de/baumlose-saettel-pferdegerecht/">Pferdeflüsterei.de: Sind baumlose Sättel wirklich gesund für den Rücken deines Pferdes?</a>

↑Kopier Dir einfach diesen HTML-Code um ihn in deiner Webseite einzufügen↑


19 Kommentare zu “Sind baumlose Sättel wirklich gesund für den Rücken deines Pferdes?

  1. Tanja sagt:

    Liebe Petra!

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel… ich überlege derzeit, mir einen Barefoot Sattel zu kaufen. Den Herrn hast du ja schon gesehen, für ihn ist es wirklich schwierig, einen passenden Sattel zu finden. Zwar habe ich ein Fellpad, das alleine macht mich aber auch nicht glücklich. Also bin ich jetzt guten Mutes und werde mich näher mit den baumlosen Modellen beschäftigen. 😀

    allerliebste Grüße
    Tanja

    • Petra sagt:

      Liebe Tanja, oh – ich bin gespannt, was es bei dir wird. Die Online-Beratung ist wirklich super. Da kannst du auch Fotos einschicken lassen, Maße nennen und dann wird dir auch beratend gesagt, welches Modell gut zu euch passen könnte. Basierend auf Rückenlänge und Sattellage usw. Ich wollte eigentlich einen anderen (teureren) Sattel haben, mir wurde aber basierend auf den Fotos und Careys Alter ein günstigeres Modell als das bessere für uns genannt. Das hat man auch nicht immer, dass der Verdienst zugunsten des Pferdes geschmälert wird – ich fand das super. Ich drücke euch beiden die Daumen, dass du und der kleine Herr einen passenden Sattel findet. Ich bin sehr zufrieden. Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Mia sagt:

    Schöner Bericht! Wir waren auch Jahre mit Barefoot unterwegs, eben der auch von Dir genannten und ausführlich erklärten Dinge (Pferd verändert sich…). Dennoch sind wir mittlerweile wieder zum "normalen Baumsattel" zurück gekehrt, da meine Tochter nicht mit der breiteren Sitzposition klar kam.
    Ich muss allerdings ankreiden das ein baumloser Sattel auch Sitzprobleme mit sich bringen kann, sollte der Reiter nicht ausbalanciert sitzen

    • Petra sagt:

      Hallo Mia, das stimmt – der Baumlose Sattel "zwingt" den Reiter mehr in Richtung unabhängiger Sitz. Das ist kurzfristig vielleicht schwieriger, aber langfristig doch gar keine so schlechte Sache – das sollte ja ohnehin das langfristige Ziel jedes Reiters sein: Ausbalanciert zu sitzen. Das kann man so auch gut lernen. Ich reite gerne auch mal ohne Sattel oder mit einem Barebackpad (kurze Runden natürlich nur) – auch als Schulung für meinen Sitz 🙂 Die breitere Sitzposition scheint wirklich Geschmackssache zu sein. Ich lese das immer wieder. Da ist ja auch wichtig, dass der Reiter sich wohlfühlt im Sattel – beide müssen gut damit zurechtkommen. Sonst verspannt man auch und das ist nicht gut. Insofern freue ich mich, dass ihr jetzt den passenden Sattel für euch gefunden habt 🙂 Liebe Grüße, Petra

  3. Tiertherapie Nadine Petry sagt:

    Hallo. Sehr guter Bericht. Ich nutze selbst seit Jahren beruflich und privat Barefoot Sättel und empfehle Sie auch meinen Kunden. Ich stehe absolut hinter dem System, welches Muskeln frei arbeiten lässt. Leider sehe ich beruflich sehr viele unpassende Sättel, meist sogar von Sattlern angepasst bzw. kontrolliert. Es braucht noch ganz viel Aufklärung über das Thema zum Wohle der Pferde.

    Liebe Grüße Nadine

    • Petra sagt:

      Hallo Nadine, das freut mich sehr zu lesen. Ich mag auch die Idee, dass die Muskeln frei arbeiten können und trotzdem eine Stütze für Rücken und Wirbelsäulenfreiheit da ist. Gerade bei meinem Jungen Pferd ist es mir wichtig, dass sie sich entwickeln kann ohne Druckspuren oder Sattelzwänge. Deswegen haben mich die baumlosen von Barefoot jetzt überzeugt. Schön zu lesen, dass es dir als Therapeutin und Fachfrau auch so geht. Liebe Grüße, Petra

  4. Eva sagt:

    Wie du schon erwähnt hast gibt es Lob und Kritik was die Barefootsättel angeht. Ich hatte selber einen, den Barrydale. Auf langen Ausritten toll zu sitzen und von der Idee her sicherlich nicht schlecht. Allerdings habe ich feststellen müssen, dass es sehr aufs Reiter Pferd Paar ankommt, ob man auch langfristig zufrieden ist. Meine Stute ist leider in sich schief, was ich vorher nie gedacht hätte. Wir machen viel Bodengymnastik und die Muskeln wurden unter dem Barefoot auch besser. Jedoch hatten wir nach ca 9 Monaten das Problem eines schiefen Sattels mit unterschiedlich langen Steigbügeln. Hinzu kam der breite Sitz, der mich in der Hüfte sehr blockiert hat.
    Ich habe ihn letztendlich wieder verkauft. Ich denke er passt gut für Leute mit gerade Pferden, die viel ins Gelände gehen und eher weniger Dressur machen. Das ist mein Fazit. Aber wie gesagt die Idee und die Umsetzung von Barefoot sind nicht schlecht.

    • Petra sagt:

      Liebe Eva, da hast du auch Recht. Der Sattel muss immer auch zu Reiter und Pferd passen. Das ist ganz wichtig. Ich habe auch lange überlegt welches Modell und welche Form zum Beispiel am Besten zu Carey und mir passen könnte. Als gute Aternative erscheinen mir noch die Sättel mit einem flexiblen Baum. Wenn man keinen passenden baumlosen Sattel für sich und sein Pferd findet. Es gilt am Ende immer – egal bei welcher Sattelmarke: Der Sattel muss passen und beide (Pferd und Reiter) müssen sich wohl fühlen und frei bewegen können damit. Ganz liebe Grüße, Petra

  5. Luisa sagt:

    Liebe Petra,
    diese kleine Sattelserie gefällt mir wirklich sehr gut! Bei mir wird es zwar erst 2017 ans Reiten gehen, aber ich habe mich trotzdem schon einmal vor etwas längerer Zeit mit dem Thema befasst – damals bin ich von den baumlosen Sätteln abgekommen, weil mich die fehlende Wirbelsäulenfreiheit gestört hat. Ich habe seitdem ein Auge auf den Quantum von D&P mit Flexbaum geworfen.
    Deine Artikel haben das Thema aber jetzt nochmal neu aufgerollt bei mir 😉 Das neue System von Barefoot klingt wirklich toll und ich freue mich sehr darauf zu verfolgen, wie deine Erfahrungen sein werden. Vor allem interessiert mich, wie es bei längeren (Aus-)Ritten sein wird. Ich selbst möchte irgendwann einmal längere Wanderritte machen und war immer skeptisch, ob baumlose Sättel da die richtige Wahl sind.
    Viele Grüße,
    Luisa

    • Petra sagt:

      Liebe Luisa, das fret mich – vielen Dank! Ein flxibler Baum ist sicher auch keine schlechte Sache. Ich habe mich nach längerem Überlegen für den baumlosen Sattel entschieden. Aber aus genau den Gründen die du aufführst für ein Barefoot-Modell. Wegen der Wirbesäulenfreiheit und dem Stützsystem. Ob das für längere Ausritte reicht, werde ich dir dann irgendwann im nächsten Jahr sagen können, weil wir die Ausbildung sehr langsam angehen. Aber das ist ein Punkt, der mich auch interessiert und bei dem ich noch den eigenen Praxistest abwarte. Auch wenn ich due Studien von Barefoot zu dem Thema ganz spannend und positiv fand. Ich werde dann berichten. Wanderritte interessieren mich nämlich auch 🙂 Viele liebe Grüße, Petra

  6. Sternchen sagt:

    Hey Petra,
    Du hast einen schönen Artikel zum Thema Baumlose Sättel geschrieben.:) Ich überlege mir, auch einen Batefoot Sättel zu holen. Das Problem ist: Meine Stute ist bereits 31, aber trotzdem noch voll "funktionsfähig", sie geht alle 3 Gangarten und noch mehr. 😉
    Durch ihr Alter hat schon die Rückenmuskulatur zurückgebildet und Sternchen hat einen Blähbauch bekommen. Passt so ein Sattel trotzdem meiner Stute?
    LG, Frosti

    • Petra sagt:

      Hallo Sternchen, danke – es freut mich, wenn der Artikel dir weitergeholfen hat. Es ist schwierig das aus der Ferne und ganz ohne Bilder zu beurteilen. Aber ich denke, wenn dein Pferd keine Rückenmuskeln hat solltest du grundsätzlich vorsichtig mit dem Reiten sein. Die Muskeln sind der Körperteil, der dich tragen sollte. Ich würde erst einmal – soweit es bei einem Rentner von 31 Jahren geht – am Boden am Muskelaufbau langsam und entspannt arbeiten. Bodenarbeit kann auch ganz toll sein und viel Spaß machen. Und dann sehen wohin es euch führt und was ihre Muskeln dann sagen. Aber ganz sicher kann es dir Daniela von Barefoot sagen. Im Artikel findest du einen Link zur Onlineberatung – dort kannst du dich melden und Fotos von deiner Stute einschicken. Sie können dir dann sagen, wie sie die Lage einschätzen. Die Beratung ist kostenlos – du kannst also nichts verlieren, wenn du dich dort meldest 🙂 Ich drücke euch die Daumen und schicke dir liebe Grüße, Petra

  7. Katrin sagt:

    Toller Artikel, nur sollte vielleicht mehr drauf hingewiesen werden, dass ein baumloser Sattel körperliche Dysbalancen des Reiters ungefiltert an das Pferd weitergibt und außerdem gerade jungen Pferden das etwas schwammig-schwankende Gefühl auf dem Rücken Schwierigkeiten bereiten kann.

    • Petra sagt:

      Liebe Katrin, danke dir für dein Lob. Das freut mich sehr. UNd auch für deine Ergänzungen. DU hast schon ein Stückweit recht – je nachdem wie der baumlose Sattel aufgebaut ist, mehr oder weniger. Die Barefoots haben ein integriertes Stützsystem, das einiges auffängt – ich würde micht nicht für alle baumlosen Sättel so uneingeschrönkt begeistern 🙂 auch aus den Gründen, die du genannt hast. Der Punkt mit dem Jungpferd ist absolut wichtig. Andererseits erlaubt der baumlose natürlich auch eine uneingeschränkte Entwicklung der Muskeln. Es hat immer alles Vor- und Nachteile. Aber ich nehme den Punkt demnächst nochmal in den Text auf. Ich dachte, dass das mitschwingen würde. Ganz liebe Grüße, Petra

  8. Andrea sagt:

    Liebe Petra! Ich finde Deinen Artikel ganz große Klasse. Ich wollte im Internet über Erfahrungswerte mit Barefoot-Sätteln nachlesen, weil ich im Stall eher Negativbeispiele gesehen hatte und mir selber ein Bild machen wollte, was alles hinter der Barefoot-Idee steckt. Ich bin seit vielen Jahren Bereiterin, gehe auf die 50 zu (Pferdewirtin SP Reiten) und muss zugeben, dass ich den baumlosen Sätteln bislang eher skeptisch gegenüber stand. Wir haben sehr viele Einsteller stehen, die ich zu den reinen "Freizeitreitern" ohne Turnierambitionen zählen würde. Ich finde es persönlich sehr schön, wenn man auch noch im Erwachsenenalter den Partner Pferd für sich entdeckt. Leider musste ich aber in der letzten Zeit immer häufiger erkennen, dass diverse "Reiter-Neulinge", die niemals zuvor in ihrer Jugend Unterricht oder ähnliches hatten, sich ein Pferd zulegen (häufig ein sehr sehr junges Tier…. oder Handicappferd) und dann einen gebrauchten Barefoot aus dem Internet kaufen/ersteigern. Sorry, aber was ich da schon gesehen habe war meiner Meinung nach eher kontraproduktiv. Daher war es wirklich super, den Artikel zu lesen, wie wichtig doch eine fachgerechte Anpassung ist. Ich denke beinahe, die Firma Barefoot sollte ein wenig Aufklärungsarbeit betreiben, dass man tatsächlich nicht jeden beliebigen Sattel auf jedes Pferd auflegen kann und ebenfalls auf den Sitz des womöglich ungeschulten Reiters eingehen sollte. Hätte ich nicht diesen Artikel gelesen, wäre ich bald zu der Meinung übergegangen "Hände weg". Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was ich mittlerweile alles in der Halle gesehen habe. Zur Seite rutschende Reiter, sichtbar schiefe Sättel ohne Tiefpunkt, da wo er hingehören könnte, völlig verspannte Pferde (teilweise 3-Jährige, die im Aufbau sind)…. Und dann wieder einen völlig gelassenen Reiter im Gelände, dessen Pferd mit dem Barefoot einfach nur zufrieden und schön vor sich hintrottete. Allerdings sah ich leider mehr Negativbeispiele als Positives. Der Barefoot muss angepasst werden! Genauso wie es herkömmliche Sättel auch sollten. Und der Barefoot muss immer wieder kontrolliert werden, wenn eine Veränderung beim Pferd eintritt. Also auch wie herkömmlich. Aber ich habe es bei uns im Betrieb eher so erleben müssen, dass die Mentalität Einzug gehalten hat "Och, ich hole mir einen Barefoot, der passt schon und alles ist supi". Ich schätze mal, ich werde für eines meiner eigenen Pferde demnächst mal selbst eine Barefoot-Sattelberatung machen lassen. Das VPS-System scheint mich überzeugen zu können. Viele Grüße Andrea

    • Petra sagt:

      Liebe Andrea, das ist wirklich verrückt – viele Menschen denken wohl tatsächlich, dass man den Barefoot einfach auf jeden Pferderücken werfen kann. Dabei haben die einzelnen Sattelmodelle erst einmal unterschiedliche Ausformungen. Da kann man schon einiges feinjustieren und dann kann man über die mitgelieferten Einsätze auch noch regulieren, wie der Sattel sitzen soll. Man muss den Barefoot leider auch einreiten – bis er sitzt richtig setzt – aber etwas höher als auf einem "normalen" Sattel sitzt man dann schon. Das nur als Info für dich 🙂 Der ganz alte Barefoot ist aus meiner Sicht auch im Grunde nur ein "hübsches Reitpad", weil er so gut wie keine Stütze hatte. Den würde ich zum Beispiel nicht nehmen. Wenn dann Menschen so einen alten gebraucht kaufen und damit reiten, wie mit einem normalen Sattel – ist das ähnlich "rückenfördernd" wie das Reiten mit Pad…Also gar nicht. Aber der neue hat dieses integrierte Stützsystem – und von dem bin ich ziemlich überzeugt. Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich erst den Westernsattel hatte für meine Kleine, der saß aber nicht so gut an ihr und setzte sich nicht genug. Jetzt habe ich nochmal geswitcht und hole mir den Lammfellsattel sobald wir loslegen mit dem anreiten. Wenn du bei Barefoot direkt bestellst, gibt es "nur" eine Online-Beratung. Wenn du also eine Sattelanpassung und Beratung vor Ort willst, müsstest du einen Barefoot-Händler in deiner Nähe kontaktieren. Ich würde das auf jeden Fall machen, weil ich beim anpassen festgestellt habe, dass es trotz der wenigen Stellschrauben gar nicht so einfach ist. Und habe mir Rat von Barefoot geholt. Ich bin gespannt, wie es dir gefällt und schicke dir liebe Grüße, Petra

  9. Lena sagt:

    Hallo liebe Petra,
    bei meinen Recherchen zum Thema Barefoot/Baumlossattel bin ich nun über Deinen Text gestolpert – und bin wirklich begeistert! Ein tolles Interview, was viele Fragen schlüssig beantwortet. Trotzdem bin ich nun noch nicht wirklich schlauer, was mein Sattelproblem betrifft. Vielleicht hast Du ja noch einen nützlichen Tipp?
    Mein Ponymann hat eigentlich eine sehr dankbare Sattellage (recht gerader Rücken, wenig Schwung, nicht zu kurz und nicht zu lang, etwas Widerrist, aber: für seine Hühnerbrust eine ausgeprägte Schulter), trotzdem will ihm einfach kein Sattel so richtig passen, bzw. wenn einer passt, dann nur wenige Monate, denn dann ist "zu viel" Muskelaufbau da, der Sattel drückt und schon sind die Muskeln wieder weg. Es ist ein Teufelskreis, und jetzt bin ich an dem Punkt angelangt, dass ich beschlossen habe, erstmal auf das Reiten zu verzichten und ausschließlich Longen- und Bodenarbeit zu machen, um eine Grundstabilität in den Rücken zu bekommen. Meine Idee war, dass ich, sobald der Rücken wieder stabil ist, "zweigleisig fahre": einen Dressur-Baumsattel und einen "Ausreitsattel". Ich sitze einfach im Englischsattel nicht so gerne, aber im Westernsattel klassische Dressur reiten ist auch nicht das Gelbe vom Ei, außerdem brauche ich einen Sattel, in den ich meinen Mann für gemütliche Ausritte sicher setzen kann, der purer Anfänger ist. Und da ist ein Englischsattel meiner Meinung nach so gar nicht für geeignet. Aber einen Westernsattel, der langfristig gut passt, finden wir für den Ponymann einfach nicht, und so habe ich angefangen, über Barefoot nachzudenken. Ein weiterer Punkt, der mich nicht loslässt: Ich bin mit gut 80 kg und 1,80 m Größe nicht das zierlichste Reiterlein, und die baumlosen Sättel haben ja den Ruf, dass gewichtigere Reiter auf Dauer dem Pferd eher schaden. Vor einigen Jahren hatte ich mal einen baumlosen Barefoot-Nachbau mit Schaumeinlagen für die Wirbelsäulenfreiheit und HAF-Pad zum testen da, und das Sitzgefühl war super. Ponymann ist zufrieden und frei gelaufen, auch seine Eskapaden waren sicher zu sitzen. Aber: beim Leichttraben hatte ich das Gefühl, bei jedem Mal, wo ich aufstehe, taucht das Pferd bzw. der Pferderücken unter mir weg. Das war auch der Grund, warum ich den Sattel dann letztendlich wieder abgegeben habe und das Thema "baumlos" für mich erledigt war. Dein Artikel hat mich jetzt wieder etwas näher an das Thema gebracht, so dass ich eben jetzt überlege, ob es sinnvoll ist für den Ponymann.
    Was mich auch noch interessieren würde: Barefoot bietet ja die Online-Beratung an – kostenlos. Weißt Du, wie sich das Ganze dann finanziert? Denn so arg teuer sind die Barefoot-Sättel ja nicht (im Vergleich zu herkömmlichen Baumsätteln), und ich kenne ehrlich gesagt keinen Sattler, der kostenfrei berät (höchstens als Freundschaftsdienst etc, aber das ist ja nicht die Regel…). Von irgendwas müssen die guten Menschen ja auch leben…? Diese Frage hat mir Dein Interview leider noch nicht beantworten können.
    Jetzt hoffe ich, dass Du aus meinem Sermon schlau wirst, und vielleicht hast Du ja noch den ultimativen Tipp für mich B-) Fachkundige Beratung bzw. Anpassung ist für mich selbstverständlich! Auf eigene Faust wird da nix ausprobiert…
    Herzliche Grüße, Lena (und Ponymann Lucca, um den es ja schließlich geht)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hol dir unseren
Pferdeflüsterei
Newsletter
Ich bin dabei!
*Pflichtfelder
close-link
Mehr pferdefreundliche News
mit Bernd Hackl,
Sandra Schneider 
und vielen anderen tollen Pferdemenschen?
Hol dir den Pferdeflüsterei Newsletter
Ich bin dabei!
*Pflichtfeld
close-link
Hol ihn dir:
DEINEN
NEWSLETTER
Pferdefreundliches Know-how, Gedanken & Tipps
Ich bin dabei!
*Pflichtfeld
Pferde verstehen -
Vertrauen gewinnen

 
Mit unserem kostenlosen Pferdeflüsterei Newsletter lernst du Schritt für Schritt dein Pferd besser zu verstehen.
Willst Du mitmachen?
Ja, ich will!
Nein danke.

*Pflichtfeld
close-link
Pferde verstehen -
Vertrauen gewinnen

 
Mit unserem kostenlosen Pferdeflüsterei Newsletter lernst du Schritt für Schritt dein Pferd besser zu verstehen.
Willst Du mitmachen?
Ja, ich will!
close-link