Artikel aktualisiert am 14.02.2017

Regeln sind alles! Punkt! Dominanz ist der einzige Weg. Nochmal Punkt. NEIN! schreien die anderen: Clickern, Leckerli und Liebe. Immer nett sein und zuhören. Das ist der Weg. Punkt. Du stehst dazwischen und fragst dich was richtig ist? Ich denke da gibt es nur eine Lösung.

Carey Slider Pferd

Die goldene Mitte. Die Balance aus Ja und Nein. je nach Pferd und Persönlichkeit mehr Ja oder mehr Nein. Mehr regeln oder mehr Freiheit. Mehr Pflichten und weniger Leckerli oder umgekehrt. Das ist der Weg. Weder streicheln bis das Fell weg ist, noch Vermenschlichen oder Verhätscheln, noch dominieren und ignorieren.

Ein bisschen wie die perfekte Mutti. In Balance sein. Ich persönlich glaube weder an Antiautoritäre noch an autoritäre Erziehung. Ich vermeide Extreme und versuche die liberale innere Mitte zu finden. In meinem Alltag, in meinem Job und bei meinen Tieren.

Pferde sind Pferde und wir müssen sie genauso behandeln. Du musst Mensch bleiben und das Pferd muss Pferd bleiben dürfen. Das ist eine Gratwanderung. Ich zeige dir, wie du sie gehen kannst.

Wir wollen viel zu oft unsere Sprache mit den Pferden sprechen beim Reiten und beim Umgang mit ihnen. Das ist  falsch.

  • Wenn ich ständig zurückweiche, zeige ich damit auf pferdisch, dass ich rangniedrig bin und kein Standing habe
  • Aber wenn ich zu zackig und dominant bin, zeige ich natürlich auch, dass ich keine Verantwortung übernehmen kann, weil ich zu herrschsüchtig bin

Also musst du beim Reiten und im Umgang mit Pferden vor allem klar, ruhig, gelassen und fair sein. Du musst wissen wer du bist und was du willst. Pferde spüren deine inneren Grenzen und Unsicherheiten sofort. Weil sie unglaublich fein sind. Das ist eine Gefahr und das ist eine Chance. 

  • Fragst du dich auch immer sofort, ob du etwas falsch gemacht hast?
  • Überlegst du zu sehr, was jetzt das richtige Signal wäre? Und ob das Pferd gerade reagiert, wie es reagiert, weil du etwas Falsch gemacht hast.

Willkommen in der Welt der Pferdemenschen! Das ist auch in Ordnung. Es ist okay sich zu hinterfragen, den Fehler auch bei sich zu suchen. Nur so wirst du lernen und wachsen. Dein Pferd wird dir sagen, wo deine Baustellen sind. Das ist gut so und das ist das eigentliche Geschenk der Pferde an uns Menschen. Mehr als die Stunden auf dem Rücken, der Galopp in der Bahn oder die perfekte Volte. 

Aber es ist genauso wichtig, dass du weißt, was du willst, eine klare Idee von eurer gemeinsamen Zeit hast und dein Pferd sich bei dir sicher und aufgehoben fühlen kann. Das bedeutet manchmal eben auch, dass wir Nein sagen müssen. Streng sein müssen und Grenzen setzen müssen. Auch wenn es schwer ist.

 

Die Botschaft: Weniger denken, mehr fühlen! Weniger Kopf, mehr Bauch!

Das erreichst du auch, in dem du weniger denkst und mehr fühlst. Das ist ein Weg. Klare Linien, Freundlichkeit, Liebevoller Umgangston. Meine, was du sagst und sei dir deiner Schritte sicher. Dann wird das Pferd dich akzeptieren und respektieren. 

DAS sagt der Pferdetrainer Arien Aguilar übrigens zur richtigen Balance im Pferdetraining

Sind Pferde Kuscheltiere?

“Setz dich durch!” Das wirst du oft in der Pferdewelt hören. Das war und ist immer noch schwierig für mich und ich glaube nicht, dass das der ausschließliche Weg ist. Aber es ist ein Teil des Ganzen. Es ist auch eine Frage des Timings. Wann musst du dich durchsetzen, damit das Pferd dir vertrauen kann und wann darfst du nachgeben.

Das ist eine Sache der Erfahrung, des Gefühls und des Pferdes, das vor dir steht. Aber bitte nie mit Zwang oder Gewalt. Das ist Tierquälerei. Du kannst dich auch durchsetzen mit deiner Energie. Wenn du weißt, was du willst. Du musst nur klar und schnell sein.

3 Sekunden! So lange ist die Reaktionszeit der Pferde ungefähr. Alles, was du danach machst, verbindet das Pferd nicht mehr mit seiner Handlung. Das gilt auch für Lob und erst Recht für eine Bitte.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach:

  • Es gibt Regeln für beide
  • Es gibt gegenseitigen Respekt und Höflichkeit
  • Wenn beide sich daran halten, ist alles gut.
  • Wenn nicht, dann liegt es in deiner Verantwortung, dem Pferd freundlich aber konsequent zu sagen, dass es sich bitte an seine Verantwortung erinnern soll.

Fehlverhalten sofort unterbinden

Am allerbesten unterbindest du Fehlverhalten sofort. Aber bitte leise, sanft, freundlich und höflich. Tust du das nicht, wird dein Pferd dein “Nichtstun” unter Umständen als Belohnung begreifen. Das ist die Idee der negativen Verstärking.

INFO: Pausen oder das Ende von “Druck” sind eine Belohnung. Du sagst deinem Pferd ungewollt durch dein Nichtstun, dass es etwas gut gemacht hat. Du belohnst es also für etwas, das du nicht haben willst.

Trotzdem gilt: Suche den Fehler immer zuerst bei dir. Du solltest dich als Reiter immer zuerst fragen, ob das Pferd gerade etwas gemacht hat, weil du ein falsches Signal gegeben hast.

Ein Beispiel: Wenn du zum Beispiel ein Pferd hast hat, das losläuft, obwohl es gerade stehen soll… und du das Pferd dann nicht höflich zurückkorrigierst, wird es das nächste Mal nicht nur einen Schritt machen sondern zwei oder drei. Und dann wird es irgendwann nicht mehr verstehen, warum es das jetzt nicht mehr darf.

Wie du das lösen kannst? Dein Pferd läuft einfach los. Du bittest es sanft aber bestimmt wieder an seine Position zurückzugehen. Macht es das, lobst du es. Macht es das nicht, bleibst du bei deiner Bitte solange bis es wieder in der gewünschten Position steht.

Es ist in eurem Duo im Grunde dein Job, deinem Pferd in jeder Situation durch Ruhe und Konsequenz zu zeigen, dass du die richtige Person bist, um es zu führen.

Dein AHA-Erlebnis fürs Reiten

Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz! Ruhe, Ruhe, Ruhe! Klare Signale! Klare Signale! Klare Signale! Lächeln! Lächeln! Lächeln! Mach es mit Liebe und Geduld!

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