Pferdegesten, die Liebe zeigen: Die 7 größten Anzeichen dass Dein Pferd Dich mag

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Darum geht's in diesem Artikel

Du liebst dein Pferd, richtig? Vermutlich wünscht du dir auch, dass dein Pferd dich auch liebt und gerne Zeit mit dir verbringt. Vielleicht wartest du schon seit Monaten oder Jahren auf eure Fury-Momente und grübelst, ob das etwas zu bedeuten hat, wenn dein Pferd nicht ans Gatter galoppiert. Dabei geben uns die Pferde so viele kleine und große Zeichen, die uns ganz genau sagen können, ob sie uns gerade mögen oder gerne Zeit mit uns verbringen. Eine Liste dieser Zeichen, beschreibe ich dir gleich im Artikel – damit du zukünftig besser erkennen kannst, wie es um die Liebe deines Pferdes steht. Denn weil wir unsere Pferde lieben, stellen wir uns immer wieder die Frage: Was sind die Anzeichen dass mein Pferd mich mag?

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Wie du erkennst, ob dein Pferd dich mag

Es gibt verschiedene Pferdepersönlichkeiten und entsprechend der Persönlichkeiten auch unterschiedliche kleine und große Zeichen der Pferde für ihre Liebe. Nicht jedes Pferd reagiert gleich und zeigt dir mit dem berühmten Galopp ans Gatter, dass es dir zugewandt ist. Trotz allem stellen wir uns immer die Frage: Was sind die Anzeichen, dass mein Pferd mich mag? Antworten darauf gebe ich dir im Artikel.

Was für ein Typ ist dein Pferd? Wie begrüßt es dich? Schreib mir gerne in die Kommentare!
Dann sammeln wir so vielleicht noch mehr Zeichen zusammen.

Es gibt Pferde, die dir ihre Zuneigung dadurch zeigen, dass sie NICHT weglaufen, wenn du kommst. Manche Pferde zeigen ihre Zuneigung dadurch, dass sie brummeln, wenn du kommst. Bei manchen Pferden ist das gespitzte Ohr in deine Richtung ihr Zeichen der Zuneigung.

Wieder andere Pferde zeigen ihre Zuneigung durch ihr Vertrauen in deine Führungskompetenz in unsicheren Situationen oder dadurch, dass sie bei dir zu Aufgaben nicht „Nein“ sagen, die sie für andere nicht machen würden. Es gibt unzählige kleine und große Zeichen, an denen du die Zuneigung deines Pferdes ablesen kannst. 

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Wichtig: Warum du eure Beziehung langfristig betrachten musst

Wichtig ist auch, dass du euer Zusammensein in einer langfristigen Kurve betrachtest. Denn auch Pferde haben gute und schlechte Tage, hatten mal mehr oder weniger Stress in der Herde, sind müder oder wacher, haben unterschiedliche Tageszeiten mit unterschiedlichen Stimmungslagen und bei Stuten kommen auch noch Hormonschwankungen dazu. 

  • Deswegen lege nicht jeden einzelnen Tag zu sehr auf die Goldwaage und nimm nicht immer alles persönlich, sondern betrachte eure langfristige Kurve
  • Freue dich an den kleinen und großen Zeichen deines Pferdes
  • Erwarte nicht jeden Tag höchste Motivation und Freude
  • Genieße die Zeit auch einfach ohne große Erwartungen – denn Erwartungen sind Energie und Energie kann Druck machen 

Praktisches Beispiel Carey: wie das bei meinem Pferd aussieht

Ich weiß genau, wovon ich rede. Denn ich habe eine Stute an meiner Seite, die einen ziemlich ausgeprägten Charakter hat. Parelli würde sie vermutlich als „Left Brain Introvert“ bezeichnen und im TCM wäre sie der Leber-Typ.

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Ich musste mich auch von der Vorstellung meines persönlichen Furys verabschieden und lernen die vielen kleinen Zeichen zu sehen und zu erkennen, die sie mir täglich gibt, statt auf die großen Momente zu warten. Deswegen will ich dir mit diesem Artikel auch ein paar Hinweise mitgeben, damit du die Zeichen deines Pferdes besser lesen kannst. 

Vorher noch ein Lesetipp: Ich habe dir 5 Fragen in diesem Artikel HIER zusammengefasst, die dir grundsätzlich dabei helfen können, dein Pferd besser zu verstehen

Ein paar Beispiele aus unserem Alltag – Anzeichen dass mein Pferd mich mag

  • Wir hatten exakt einen waschechten Furymoment in unseren gemeinsamen Leben, als meine Stute auf mich hochmotiviert zuggaloppiert ist. Sie war auf der Koppel und hat schon von weitem erkannt, dass ich mit der Fliegenmaske in meiner Hand winke – du kannst dir nicht vorstellen, wie motiviert und freudig sie auf mich zugaloppiert kam ;-) 
  • Manchmal trabt sie mir ein paar Schritte entgegen, manchmal läuft sie mir auch etwas weiter entgegen
  • Wenn meine Stute mich heftig anbrummelt, wenn ich komme, weiß ich mittlerweile, dass sie sich in dem Stall nicht wohlfühlt – weshalb wir auch ein paar Mal umgezogen sind….
  • Ich weiß auch, dass für sie in der Herde und mit der Haltung alles gut ist, wenn sie mich zwar begrüßt und den Kopf hochwirft, wenn ich sie rufe – vermutlich auch ein paar Schritte zu mir kommt – aber mehr auch nicht
  • Meine Stute ist einfach kein Fury und zeigt mir ihre Liebe mit anderen kleinen Zeichen
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Hast du einen Fury zuhause?

Wenn du die Frage mit JAAAA beantworten kannst ist das traumhaft. Extrovertierte Pferde sind, was das betrifft, etwas wunderschönes. Das kann der Seele sicher gut tun. Wenn du sie mit NEIN beantwortest, ist das auch okay. Ich tippe dir in den Artikel gleich noch ein paar Zeichen, an denen du auch ablesen kannst, ob dein Pferd dich mag. 

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Dann sammeln wir so vielleicht noch mehr Zeichen zusammen. 

Wir alle kennen die Bilder von Fury, der zu seinem kleinen Jungen galoppiert. Oder das Seelenpferd in dem Kinokitschfilm Ostwind. Über Meilen hinweg und mit treuem Herzen trennen sich diese Pferde für ihren Menschen von der Herde oder vom Gras.

Obwohl wir alle wissen, dass in Filmen getrickst und gemogelt wird, dass auf der Leinwand ganz viel Kitsch und Schmalz präsentiert wird für die gute Story, wünschen wir uns doch heimlich genau das. Genau das ist in unseren Köpfen und Herzen als DAS Zeichen für die Liebe eines Pferdes.

Aber wenn wir dann selbst zuhause keinen Fury haben, der ans Gatter galoppiert kommt macht sich eine leise Enttäuschung breit. Denn dieses Pferd hat vermutlich die Kindheit sämtlicher Pferdemädchen geprägt. Dabei steckt in den wenigsten Pferden ein Fury. 

Die Liebe deines Pferdes erkennen

Pferde zeigen ihre „Liebe“ und ihr Vertrauen mit unterschiedlichen kleinen und großen Gesten. Manche sind so offensichtlich, dass jeder sie sofort wahrnimmt. Manche sind so zart und fein, dass du ganz genau hinschauen musst. 

Warum der Galopp ans Gatter nicht immer etwas bedeutet

Wichtig: Alle Gesten und Zeichen, die ich dir beschreibe, können etwas bedeuten, müssen es aber nicht. Je nachdem, was für ein Typ dein Pferd ist und wie es individuell in der Situation reagiert, wie seine Körperspannung in verschiedenen Situationen und sein Grundtyp ist, kann es auch einfach sein, dass manche Zeichen nicht so viel bedeuten. Es ist also wichtig, dass du dir immer das ganze Pferd anschaust und mit einem offenen und wertneutralen Blick betrachtest. 

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Ein Beispiel: Das Pferd eines Einstellers kommt immer ans Gatter. Wow! Denkst du…. Das Pferd LIEBT seinen Besitzer ja richtig doll. Das kann natürlich sein, dass das Pferd einfach gerne kommt, weil es seinen Menschen wirklich mag und die Zeit immer schön ist. 

Es kann aber auch sein, dass der Besitzer immer einen Eimer Hafer dabei hat und das Pferd nicht genug Heu in der Gruppe bekommt oder seit Stunden nichts in seinem Magen hatte oder den Hafer SO sehr liebt, dass es wegen dem Futter kommt. Es kann auch sein, dass das Pferd ein superextrovertierter und verspielter energetischer Charakter ist und einfach Lust auf Menschen hat – egal welcher Mensch da kommt. Es kann sein, dass das Pferd sich in der Herde nicht richtig wohlfühlt und einfach jede Gelegenheit nutzen will, um rauszukommen. 

Du siehst also, dass der Galopp ans Gatter nicht immer ein Zeichen sein muss. Damit du jetzt ein paar Anhaltspunkte bekommst, schreibe ich dir ein paar kleine und feine Zeichen auf, an denen du auch erkennen kannst, ob dein Pferd dich mag.

Das sind natürlich nicht ALLE Zeichen, die es gibt, sondern nur eine Auswahl. Vielleicht hat dein Pferd auch ganz andere Zeichen und Gesten, das kannst du am Besten durch Beobachtung herausfinden. Zum Schluss schreibe ich dir noch ein paar Gedanken zur Pferdepersönlichkeit auf. Aber jetzt reden wir erst einmal über die möglichen Liebes-Zeichen der Pferde. 

7 Anzeichen dass mein Pferd mich mag – alle einzeln erklärt

Zeichen Nummer 1 = Nähe

Wenn das Pferd gerne bei dir ist oder dir sogar folgt, ist das ein ganz großes Zeichen seiner Bindung. Das kannst du natürlich nutzen und mindestens 2 oder 3 Mal pro Woche zu deinem Pferd gehen. Am Besten noch öfter. Im Idealfall verbringst du dabei manchmal auch einfach nur Zeit zusammen auf der Koppel und trainiert nicht immer. 

Zeichen Nummer 2 = Entspannung

Wenn dein Pferd in deiner Nähe entspannen kann ist das auch ein Zeichen für Zuneigung. Denn dein Pferd vertraut dir. Wenn ein Pferd entspannt ist, entlastet es beispielsweise ein Hinterbein oder es lässt die Unterlippe hängen, die Augen sind vielleicht halb geschlossen oder es atmet tief aus.

Zeichen Nummer 3 = Wenn du auf beiden Seiten stehen darfst

Wenn dein Pferd eher versucht dich auf seine linke Seite zu bekommen, hat es noch Stress mit dir. Was es mit seinem linken Auge sieht, landet im Gefühlszentrum des Pferdehirns und dort wird alles emotionale verarbeitet – besonders stressige und aufregende Dinge und Erlebnisse. 

Zeichen Nummer 4 = Begrüßung

Die Bandbreite ist groß. Das kann von einem ganz kleinen Zeichen reichen bis zum ganz großen Brummeln. Der Start einer positiven Begrüßung ist, dass das Pferd an deinem Handrücken schnuppert, wenn du ihm ihn hinhältst. Das ist wie ein Handschlag.

Weitere Steigerungen können sein, dass das Pferd dir einen Schritt entgegenkommt oder den Kopf hochnimmt, wenn du es von weitem rufst oder dir sogar entgegentrabt. Auch ein Brummeln kann eine positive Begrüßung sein. Wobei das schon GANZ groß ist, genau wie der Trab oder Galopp ans Gatter. 

Zeichen Nummer 5 = Vertrauen

Manche Pferde zeigen ihre Zuneigung auch durch ihr Vertrauen. Sie sind mit dem Menschen genauso wie in ihrer Herde. Sprich: Wenn du alleine mit deinem Pferd rauskannst und es mit dir alleine genauso entspannt im Gelände ist, wie mit anderen Pferden, dann ist das ein Zeichen der Zuneigung und des Vertrauens. 

Zeichen Nummer 6 = Bindung

Wenn dein Pferd eine Bindung zu dir hat und sich in neuen und fremden Situationen an dir orientiert ist das auch ein Zeichen seiner Zuneigung. Meine Stute beispielsweise schaut in „schrecklichen“ Situationen zu mir und achtet auf meine Reaktion. Bleibe ich ruhig, macht sie es auch. Weil sie meinem Urteil vertraut. Habe ich Stress wegen irgendetwas, ist sie auch gestresst. 

Zeichen Nummer 7 = Höflichkeit

Wenn dein Pferd dir gegenüber freundlich und höflich ist, sind das auch Zeichen seiner Zuneigung. Senkt es den Kopf beim Putzen oder geht auch mal einen Schritt zurück in deiner Anwesenheit oder hat es neutrale Ohren, die es seitwärts stellt? Super! Es ist gerade höflich. Das kannst du dann auch loben. 

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Studie „Klare wissenschaftliche Zeichen für die Gefühle des Pferdes“

Für alle Zweifler an den Gefühlen der Pferde für Menschen, habe ich zum Schluss noch eine Studie. Forscher aus Italien haben herausgefunden, dass es zwischen Pferden und Menschen Situationen gibt in denen sich der Herzschlag synchronisiert. 

Sie haben dafür Pferde und ihren Herzschlag gemessen, während sie mit einer Bezugsperson zu tun hatten. 

Genau das gleiche Phänomen gibt es wohl auch zwischen verliebten Menschenpaaren. Schaut sich ein verliebtes Paar länger als 3 Minuten in die Augen, stimmt sich der Herzschlag aufeinander ab. 

Das ist im Grunde der Beweis dafür, dass es eine starke emotionale Verbindung zwischen Pferd und Mensch geben kann. Es gibt Studienergebnisse, die belegen, dass Pferde sich auch nach Monaten der Trennung noch an ihre Trainer oder Menschen und deren Stimme erinnern können. Oder Studien, die zeigen, dass Pferde die Gefühle der Menschen entschlüsseln können.

Alle Forscher kommen im Grunde aber auch immer wieder zu dem Ergebnis, dass die emotionale Bindung von Pferden an einen Mensch sehr stark an das Vertrauen gebunden sind, das sie in diesen Menschen haben. Das ist die Basis für Pferde. 

LESETIPP! HIER habe ich noch einen Lesetipp für dich – Tanja von Tash-Horseexperience hat noch eine Checkliste für dich

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Wie ist Deine Meinung?

  • Michelle sagt:

    Liebe Petra,
    Vielen Dank für diesen wie immer sehr schönen Artikel!:-)
    Ich habe vor kurzem mein RB Pferd gekauft das ich seit 8 Jahren reite und habe gemerkt was für einen riesen Unterschied es macht ob es wirklich das eigene Pferd ist oder eben "nur" die reitbeteiligung.

    Mein ganz besonderer Moment war vor einigen Wochen, als sie in der Sonne auf dem Boden lag und geschlafen hat. Sie hat mich ankommen sehen, ist aber liegen geblieben und ich durfte mich zu ihr setzen und ihr die Ohren kraulen.

    Oder letztens, als sie so mutig mit mir über diese gruselige Holzbrücke ging, die dieses laute Geräusch macht wenn ein Pferd drüber läuft und die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie hat nicht eine Sekunde gezögert, obwohl sie ganz alleine mit mir war. Wir üben gerade alleine raus zu gehen, das war in den letzten Jahren mit ihr nicht möglich.
    Jeder Schritt den sie alleine mit mir vom Stall weg macht ist für mich ein Geschenk und ein riesengrosser Vertrauensbeweis.

    Vorgestern waren wir alleine im Wald ausreiten und sie lief super entspannt am langen Zügel.

    Diese Momente sind für mich schon "liebes" Beweis genug.
    Und dafür lohnt es sich, die vielen Momente wegzustecken, in denen sie keinen Bock auf mich hat, in denen wir uns nicht auf einer Wellenlänge bewegen oder in denen sie zu mir ganz laut "nein" sagt.

    Ganz liebe grüsse

    Michelle

    • Petra sagt:

      Perfekte Einstellung – genau das zählt doch. Wie schön, dass sie so viel Vertrauen hat – alles Liebe, Petra

  • Laura sagt:

    Liebe Petra, was für ein schöner Artikel, danke dafür! Nach solchen Infos bin ich süchtig, da ich tief im Innern immer noch das kleine 8jährige Mädchen bin, dessen großer Traum das eigene Pferd ist, welches mit mir durch dick und dünn geht. Dieser Wunsch hat sich bis heute nicht geändert und dadurch habe ich mir vor 2 Jahren meinen Lebenstraum vom eigenen Pferd erfüllt – mit meiner Paint Horse Stute Funny. Was ich sehr interessant finde ist, wie sich mit dem EIGENEN Pferd (ich hatte immer Reitbeteiligungen, die oft sogar wie mein eigenes Pferd waren, da die Besitzer sich nicht wirklich viel gekümmert haben – aber dennoch waren sie "nur" eine Reitbeteiligung) meine Einstellung/Erwartungen an mich und auch an meine inzwischen 5jährige Stute, veränderten. Ich wollte in innerhalb weniger Monate, wenn nicht sogar nur Wochen, diese "Fury-Bindung" haben. Ich achtete auf jegliche Stimmungsänderungen bei Funny und nahm alles seeeehr persönlich. Meine Stute ist ein starker Charakter, die deutlichst Nein! sagt, was am Anfang dazu führte dass ich weinend und verzweifelt Zuhause sahs und nicht wusste wie ich mit diesem, für mich, emotionalen Desaster umgehen sollte. Ich wollte doch nur dass sie mich genauso lieb hat, wie ich sie. Am Anfang wurde ich regelrecht ignoriert wenn ich an den Stall kam – kein Liebesbeweis, keine Freude, gar nichts. Der Schlüsselpunkt war dann eine Video von Kenzie Dysli, die darin meinte, dass es keine lange Zeit ist, wenn man sein Pferd seit 1 Jahr hat und da hat sie vollkommen Recht. Ich fing an endlich los zu lassen und meine Stute so zu nehmen wie sie ist. Klug, aufgeweckt, neugrieg aber auch grumpy, launisch und sehr deutlich wenn ihr was nicht passt, denn was solls, wir finden schon zusammen und wir kennen uns ja noch nicht lang. Was uns auch in unserer Beziehung weit voran gebracht hat, war endlich der richtige Stall an dem wir uns beide wohl fühlen. Nun habe ich ein Pferd, dass sogar vom Heu weg geht wenn ich sie rufe, nicht immer, aber immer öfter :-D An guten Tagen bekomme ich ein brummeln, an sehr guten Tagen ein freudiges wiehern und an manchen Tagen sehe ich es schon an ihrer Körperhaltung, dass heute schlechte Laune angesagt ist, da kommt dann das Grumpy-Gesicht, die angelegten Ohren (sie würde nie etwas tun, aber das sind die seeeehr deutlichen Zeichen) und der "Lass mich blos in Ruhe" Blick. Das sind die Tage an denen wir eig gar nichts machen oder ab und zu, irgendwas schönes, wie grasen gehen. Manchmal komme ich an den Stall und Funny kommt zu mir bleibt neben mir stehen und fängt an zu dösen. Ich liebe es wenn sie das macht, da ich dann das Gefühl habe ich mache vielleicht doch auch Sachen richtig ;-D, denn ich denke Sie hat nicht das Gefühl dass sobald ich komme, es heißt und Loooos!!!.. jetzt wird gearbeitet, sondern Sie neben mir auch Pferd sein darf und entspannen und dösen kann. Wir stehen dann oft 20 Minuten einfach nur da und das ist für mich mit unter einer der größten "Liebesbeweise". Danach fahre ich dann wieder nach Hause und hole sie nicht aus der Herde, das ist mein "Liebesbeweis" an sie, neben all den Küssen auf die sooo weiche Pferdenase, bei denen sie weiß, sie kommt nicht drum rum und es wohl mehr akzeptiert als mag :-D und den lecker Karotten.
    Unsere Bindung wächst stetig und nach jedem Down, das wir nach wie vor haben und bestimmt auch immer haben werden, denn dafür sind wir uns beide zu ähnlich.. wir nehmen sogar die selben Globolis, die wir jeweils unabhängig von ihrer und meiner Heilpraktikerin verschrieben bekommen haben :-D , habe ich das Gefühl sie ist noch stärker als zuvor.
    Ganz liebe Grüße
    Laura

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Laura, was für ein wunderschöner Kommentar – ich danke dir und schicke dir alles Liebe und deiner Funny. So sollte es sein. Alles liebe, Petra

  • Miriam sagt:

    Liebe Petra,
    ich habe ja drei Ponys und jedes ist ein ganz eigener Charakter. Unsere Pferdedame brummelt uns entgegen, kommt an und ist sehr extrovertiert. Wer sich jetzt darüber freut hat allerdings Pech. Denn das macht sich nach kürzester Zeit bei jedem Menschen. Sie will einfach Futter haben. Sie ist das Pony was eindeutig am wenigsten Bindung zu uns hat.
    Aber natürlich ist auch Bindung von ihr zu uns da. Das merke ich daran, dass sie beim Spazierengehen bei uns mal die Kontrolle über die Situation mir überlassen kann. Damit tut sie sich als langjährige Herdenchefin und Mutter von 5 Fohlen sehr schwer. Hier muss man also ganz genau hinsehen was wirklich ein Zeichen für Zuneigung ist. Das Ankommen und Brummeln ist es nicht. Obwohl sie immer Heu zur Verfügung haben, hat sie einfach mal in einem Stall Hunger gehabt und will deshalb ständig frisches Futter haben. Das ist tief in ihr drin und das steckt auch hinter ihrem Brummeln.
    Der Ponymann und ich haben eine besondere Bindung zueinander. Er ist sehr auf mich geprägt und orientiert sich stark an mir. Niemals habe ich ihn ans Gatter galoppieren sehen, oder brummeln gehört. Dafür ist er nicht der Typ. Aber er geht mit mir ganz anders um als mit allen anderen Menschen. Nur meine Frau hat noch eine Chance bei ihm. Der Rest der Menschen ist ihm einfach egal. Hier sehe ich die Zuneigung darin, dass er sich für mich zu Dingen überwindet auf die er nicht so viel Lust hat, dass er mit mir kooperiert, dass er meine Nähe sucht und Trainingszeit mit mir einfordert.
    Unser kleines Wildpferd ist wieder anders. Sie hat einen enormen Freiheitsdrang. Sie kommt manchmal an und brummelt vor Freude. Aber ehrlich gesagt ist das die Freude aufs Training, wenn ihr gerade in der Herde etwas langweilig ist. Das würde sie aber nie bei Fremden machen. Zu denen hält sie sowieso gerne erstmal Abstand. Während sie bei uns mittlerweile liegen bleibt und ich sogar schon ihren Kopf auf meinem Schoß hatte, braucht sie mit fremden Menschen Abstand. Aber auch wir müssen genaue Regeln bei ihr einhalten, wer das nicht tut, ist sowieso unten durch. Bei ihr merke ich ihre Zuneigung dadurch, dass sie sich in Angstsituationen an mir orientiert und dass sie Nähe bei mir zulässt, wo sie es bei anderen nicht duldet.
    Ich habe also zwei Pferde die mich anbrummeln, was positives bedeutet es aber nur in einem Fall. Und das Pony was mich eigentlich nie anbrummelt, hat die engste Bindung zu mir. Es kommt für mich auf die vielen kleinen Gesten im Alltag an. Meine Ponys sind höflich und respektvoll zu mir, sie vertrauen mir und meiner Einschätzung und das sind die Punkte, die ich wichtig finde. Wir können einfach nebeneinander auf dem Paddock stehen und den Sonnenuntergang genießen. Da merke ich die Verbindung zu meinen Pferden.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Miriam, das ist bei dir wirklich sehr witzig, weil die drei so unterschiedlich sind – du aber immer die gleiche Pferdefrau bleibst. Also ganz lieben Dank für deine schöne Ergänzung, sie ist für mich der beste Beweis, dass wir individuell schauen müssen, um die Gesten der Liebe wirklich zu erkennen. Ganz liebe Grüße, Petra