Artikel aktualisiert am 27.02.2017

Philipp von Bassi - Pferdefotograf

Ein Gastbeitrag von Pferdefotograf Philipp von Bassi:

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich Pferde fotografiere. Immerhin wirke ich auf den ersten Blick nicht wie das typische Pferdemädchen mit Kamera. Bin ich doch gut zwei Meter groß und habe den Punk in mir nie ganz verloren.

Die Antwort ist einfach: Weil Pferde schön sind. Und genau das will ich mit meinem Bildern zeigen.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Dabei geht es nicht um die Inszenierung des Bildes, sondern darum das Pferd an sich in seiner ganzen Schönheit zu zeigen. Flatterkleidchen und Blumenkränze lenken da eher vom Thema ab. Generell versuche ich alles zu vermeiden, was von den einfachen Linien eines Pferdes ablenkt. Egal ob im Studio oder in der freien Natur, versuche ich Pferde mit möglichst wenig Zierrat zu fotografieren.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Ohne Sperrriemen, ohne alles

Bei Bildern mit Trense verzichte ich möglichst auf den Sperrriemen. Ohne eine Diskussion über Sinn und Unsinn anstreben zu wollen: er stellt einfach eine zusätzliche Linie da, die das Gesicht des Pferdes fragmentiert und damit optisch stört. Mein Ziel ist es immer die Pferde ohne Trense zu portraitieren.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Was mir bei meiner Arbeit oft auffällt

Viele meiner Kunden erzählen mir nach dem Shooting, wie selten sie ihr Pferd ohne etwas am Kopf betrachten – sei es Trense, Kandare oder Halfter – und was das doch allein schon optisch für einen Unterschied mache.

Einen Unterschied macht es aber auch ganz praktisch mit einem Pferd zu arbeiten, wenn es keine Zäumung mehr trägt. Wenn ich mit einem einfachen, offenen Strick auf meine Kunden zukomme und sie bitte, die Trense abzunehmen, kommt oft als Antwort: DAMIT kann ich mein Pferd aber gleich nicht mehr halten.

Besonders im Studio, das ja für die Pferde eine extrem ungewohnte Situation darstellt, unterstellen die meisten ihren Pferden, dass sie ihrem Fluchtinstinkt folgen, auf der Hinterhand kehrt machen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Das Gegenteil ist der Fall: gerade wenn die gewohnte Verbindung zwischen Maul und Hand entfernt wird, sprich Gebiss und Zügel wegfallen, sucht das Pferd auf einmal viel mehr die Orientierung bei seiner Bezugsperson und ein leichtester Zupfer am Strick bewirkt, dass das Pferd folgt und sich trotzdem klar und frei präsentieren kann.

Dazu gehört natürlich dann auch noch etwas Fotografen-Voodoo vorweg, weil ich es mir nicht nehmen lasse, die ersten paar Minuten mit dem Pferd alleine an der Hand zu „arbeiten“, um ihm die Angst vor der ungewohnten Situation mit dem Studio zu nehmen.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Dabei geht es aber eigentlich weniger darum etwas Ungewöhnliches mit dem Pferd anzustellen, sondern viel mehr darum grundsätzliche Fehler (die ich leider immer wieder beobachten musste) zu vermeiden, die oft in Situationen gemacht werden, die für Pferd und Reiter neu sind.

Zwei großte Fehler von Menschen, wenn Pferde auf eine neue Situation treffen:

  • „an der Türe / vor dem Hindernis stehen bleiben – jetzt schau dir erstmal alles aus der Entfernung an“
  • „mit der Stimme beruhigen, wenn sich das Pferd erschrickt“.

Beide Male ist genau das Gegenteil angesagt: Reingehen als wäre es das Normalste der Welt und das Pferd ignorieren solange es sich aufregt und mit Stimme oder Berührung – Aufmerksamkeit im Allgemeinen – belohnen, wenn es sich beruhigt. Das gilt aber nicht nur für das Fotografie-Setting, es gilt für alle Situationen zwischen Mensch und Pferd.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Generell gilt: das Pferd nicht vermenschlichen!

Es kann sich die Situation nicht selber erklären und braucht Führung. Eine souveräne Führung oder Anleitung für das Pferd macht in meinen Augen 90% der weiteren Reaktionen in neuen und ungewohnten Situationen für Pferde aus.

Diese innere Einstellung hilft nicht nur beim Fotoshooting. Auch im alltäglichen Umgang mit dem Pferd, beim Training, Führen, Putzen oder Ausreiten, ist eine bewußte Führung für das Pferd ein Schlüssel zu besserem gegenseitigem Verständnis, was letztlich zu mehr Entspannung und Zufriedenheit auf beiden Seiten führt.

Ich habe mich in all den Jahren, die ich mich jetzt schon mit Pferden verbringe, viel mit Verhaltenstheorien der Pferde auseinander gesetzt und vielleicht erklärt sich jetzt auch ein wenig mein Eingangszitat als Antwort darauf, warum ich Pferde fotografiere.

Text: Philipp von Bassi
Bilder: Philipp von Bassi

Philipp von Bassi - Pferdefotograf

Anmerkung der Redaktion: Philipp von Bassi kannst du auch als Pferdefotograf buchen, wenn du so atemberaubende Bilder von deinem Pferd oder deinem Pferd und dir haben möchtest. Er fährt durch ganz Deutschland für seine Shootings.Was ich besonders mag, ist dass er sehr viel Wert auf eine entspannte und schöne Stimmung für die Pferde legt. Es geht ihm darum die Pferde zu verstehen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, ihre Persönlichkeit zu zeigen.

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Klick dich einfach auf seine Facebook-Seite und kontaktiere ihn, wenn du Interesse an einem Shooting hast.

Seine Fotos sind wunderschön, finde ich. Und ich freue mich sehr, dass ich dir noch mehr von seinen Traumbildern zeigen darf.

Pferdefotografie – wunderschön natürlich inszeniert ohne die sonst übliche Inszenierung:

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Foto: Philipp von Bassi - Pferdefotografie

Wer ist der Zitategeber – Tim Walker*:

Tim Walker ist ein britischer Fashion Fotograf. Unter anderem für die Vogue. Er inszeniert gerne. Seine Bilder sind märchenhaft, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind Kunstwerke. Walker gilt als Meister des Surrealen. Er wächst im dörflichen England auf dem Land auf, wird nach seiner Ausbildung Modefotograf, dann Starfotograf, mittlerweile hatte er auch mehrere Ausstellungen und macht im Grunde Fotokunst.

“80 weiße Kaninchen, 20 Ballerinen, 17 verspiegelte Gänse, 250 (vergoldete) Straußeneier, ein Karton riesiger Plastikhandschuhe, 20 Weihnachtsbäume und ein Rolls-Royce” – so sah die Liste für die “Vogue”-Produktion von “Fashion Pantomime” aus.

Hier findest du noch mehr von Tim Walker*

 

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