Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi: Der Tierarzt war da, hat Bronchienerweiterer verschrieben und Schleimlöser dazu. Und weißt du was? Mein Pferd hat weiter gehustet. Wochenlang. Ich stand im Stall, habe auf meine Stute geschaut und gedacht: Irgendetwas stimmt hier nicht.
Vielleicht kennst du das? Du läufst durch die Stallgasse oder sitzt gemütlich bei einem Ausritt auf deinem Pferd und auf einmal hörst du dieses eine fiese Geräusch? Dieses E-I-N-E Gruselgeräusch, dass kein Pferdebesitzer hören möchte? Dein Pferd hustet!
Jeder kennt mindestens einen anderen Einsteller, dessen Pferd Husten hat und wenn der Husten mal da ist, ist es oft eine langwierige Angelegenheit. Genau deswegen graut es ganz vielen Pferdebesitzern besonders im Winter davor, dass ihr Pferd husten könnte.
Husten beim Pferd ist keine Kleinigkeit. Und was die meisten Pferdebesitzer nicht wissen: Die Standardbehandlung trifft oft am Problem vorbei, vor allem wenn das Pferd trocken hustet. Was wirklich dahintersteckt, warum Medikamente manchmal gar nichts bringen, und welche Kräuter meinem Pferd letztendlich wirklich geholfen haben, liest du hier. Außerdem findest du ein komplettes Experten-Interview, meine persönliche Hustengeschichte mit meiner Stute und ein DIY-Kräuterrezept für deine Stallapotheke.
Das Wichtigste vorab
- Mindestens jedes vierte Pferd ist anfällig für Atemwegserkrankungen – Tendenz steigend.
- Die häufigsten Auslöser sind schlechtes Heu, mangelnde Stallhygiene und zu wenig Frischluft.
- Bronchienerweiterer und Schleimlöser helfen nicht immer – besonders nicht bei trockenem Husten.
- Bei trockenem Husten braucht es schleimbildende Kräuter, nicht schlemlösende.
- Wertvolle Kräuterpräparate wie die von REiCO können die Atemwege sanft und nachhaltig unterstützen.
- Ein einzelner Huster ist kein Grund zur Panik – aber anhaltender Husten braucht immer Aufmerksamkeit.
- Spätestens nach drei Tagen ohne Verbesserung: Tierarzt rufen.
Wir drücken dir und deinem Pferd superfest die Daumen, dass ihr dem Schreckgespenst Husten nie begegnet. Weil man aber nie genug über Pferdegesundheit wissen kann, fassen wir dir das Thema „Pferde und Husten im Winter“ übersichtlich zusammen.
- Du bekommst eine Liste der möglichen Ursachen
- Du bekommst in einem Experten interview eine genaue Erklärung zu den anatomischen Besonderheiten der Atemwege bei Pferden
- Du bekommst Tipps und Hinweise von der Biologin und Pferdegesundheits-Expertin Sandra Löckener von , was du im Ernstfall am besten tun kannst
- Du bekommst Infos und Tipps was du tun kannst, damit dein Pferd gesund bleibt.
- Außerdem bekommst du ein persönliches Fallbeispiel und ich beschreibe dir, wie ich mit meinem Pferd wieder erfolgreich aus dem Husten-Problem rausgekommen bin.
Die besten Profi-Tipps zum Pferde Husten – Interview mit der Hustenexpertin
Sandra Löckener von „vomkrankenzumgesundenpferd.de„

Wie funktioniert die Atmung beim Pferd genau?
Pferdeflüsterei: Wie genau funktioniert die Atmung der Pferde?
Sandra Löckener: Gesunde Pferde atmen in Ruhe mit ca. 12 Atemzügen pro Minute durch die Nase ein. Sie können ausschließlich durch die Nase atmen. Die Luft wird dann durch die oberen Atemwege, die ziemlich schmal sind, den langen Weg zu den Lungen transportiert.
In der Lunge findet die O2-Aufnahme und die CO2-Abgabe statt. Ein Pferd verfügt über ca. 60% Muskelmasse und benötigt viel Sauerstoff, um sie zu versorgen.
Beim Pferd besteht die Besonderheit, dass Bewegung und Atmung synchronisiert sind. Besonders im Galopp findet eine 1:1 Synchronisation zwischen Atemfrequenz und Fußungsfrequenz statt. Je größer die Galoppade, desto tiefer die Einatmung. Für eine große Galoppade muss also auch die Lunge in der Lage zur entsprechend tiefen Einatmung sein.
Weitere Besonderheiten sind die unterschiedlichen Strömungswiderstände der Atemwege und die unterschiedliche Dehnbarkeit der Alveolarbereiche der Pferdelunge.
Heißt: Die eingeatmete Luft wird vorrangig in die Lungenareale transportiert, die einen niedrigen Atemwegswiderstand aufweisen und ein gut dehnbares Alveolargebiet besitzen. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Beatmung der sogenannten „dorsalen“ Lungenbezirke.
Sandra Löckener ist Pferdetrainerin und Pferdegesundheits-Expertin.
Sie berät Pferdebesitzer ganzheitlich in Sachen Pferdegesundheit. Sandra arbeitet seit fast 20 Jahren in den Bereichen Tiermedizin und Biologie.
„Ist ein Pferd krank oder befindet es sich gerade in einer Heilungsphase ist es primäres Ziel, dass sich der Organismus von Belastungen erholt und einen Zustand erreicht, der ein sorgenfreies Leben für Pferd und Reiter möglich macht.“
Warum hustet fast jedes vierte Pferd?
Pferdeflüsterei: Ich habe irgendwo die Zahl gelesen, das 50% aller Pferde über 12 Jahren regelmäßig Probleme mit Atemwegserkrankungen bekommen sollen und kenne ehrliche gesagt auch selbst im Bekanntenkreis einige Pferdebesitzer, die mit Husten kämpfen – woher kommen diese krassen Zahlen? Weiß man da etwas?
Sandra Löckener: Experten gehen davon aus, dass mindestens jedes 4. Pferd anfällig für Atemwegsproblematiken ist. Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Pferden und bemerke, dass die Zahl steigt, allerdings steigt auch die Wahrnehmung der Pferdebesitzer.
Wie kann ich Husten beim Pferd vorbeugen?
Pferdeflüsterei: Warum sind gerade Pferde – anatomisch betrachtet – so anfällig für Atemwegserkrankungen?
Sandra Löckener: Pferde verfügen über eine relativ hohe Herzfrequenz. Das Blut verbleibt recht kurz in der Lunge. Die Phase, in der Sauerstoff aus der Atemluft aufgenommen werden kann, ist also nicht besonders lang. Bei großer Beanspruchung kann ein Pferd überanstrengt werden und durch die Überanstrengung können Atemwegsproblematiken entstehen.
Neben Überanstrengung gibt es aber noch weitere Faktoren, die ursächlich für Atemwegserkrankungen sind. Im Allgemeinen wird für Atemwegserkrankungen des Pferdes eine „familiäre Häufung“ beschrieben. —> So kann die Genetik eines Pferdes über die Anfälligkeit für Atemwegsproblematiken entscheiden.
Dann wird die Entstehung von Atemwegserkrankungen noch von Umweltfaktoren beeinflusst und sogar Stress sowie Fütterung spielt eine Rolle.
Als Hauptursache sehe ich aber die Haltungsbedingungen. Pferde haben einen großen Bedarf an frischer Luft, die Nase ist allerdings die meiste Zeit des Tages im Heu. Raufutter ist oft von Schimmel, Milben oder Pilzen befallen, wodurch die Atemwege der Pferde fortlaufend gereizt werden. Maßnahmen wie das Ausmisten oder das Einstreuen erhöhen zudem die Ammoniakkonzentration in der Umgebungsluft der Pferde zeitweise um ein Vielfaches.
Pferde Husten vorbeugen – Tipps vom Profi
Pferdeflüsterei: Was kann ich den machen, um einem Husten vorzubeugen?
Sandra Löckener: Um dein Pferd bestmöglich vor Husten zu schützen, kannst du möglichst viele Reize für die Atemwege aus der Umgebung deines Pferdes entfernen, die Bewegung an die Leistungsfähigkeit deines Pferdes anpassen und Infekte frühzeitig behandeln.
Pferdeflüsterei: Husten ist nicht gleich Husten – welche „Varianten“ der Atemwegserkrankungen gibt es?
Sandra Löckener: Zunächst ist für die Therapie entscheidend, zwischen einer akuten und einer chronischen Erkrankung zu differenzieren.
Für die chronischen Erkrankungen existieren in der Wissenschaft verschiedene Definitionen. Die „Chronisch Obstruktive Bronchitis“ (COB) bzw. im englischen Sprachgebrauch „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ (COPD) gilt als häufigste Ursache für chronisch hustende Pferde in Westeuropa.
Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff in der Pferdemedizin einen Krankheitskomplex, der durch eine chronische Lungenerkrankung mit Einengung der Atemwege gekennzeichnet ist.
Das Krankheitsbild zeigt sich klinisch teils sehr unterschiedlich.
Als „Recurrent Airway Obstruction“ (RAO, deutsch: wiederkehrende Atemwegsobstruktion) wird eine Erkrankung des älteren Pferdes bezeichnet, die von wiederkehrender Bronchialobstruktion gekennzeichnet ist und durch Haltungsverbesserung oder Bronchodilatatoren therapiert werden kann.
Alle anderen Formen einer nicht-infektiösen chronischen Atemwegserkrankung werden unter dem Begriff „Inflammatory Airway Disease“ (IAD, deutsch: entzündliche Atemwegserkrankung) zusammengefasst.
Pferdeflüsterei: Gibt es typische Symptome für die verschiedenen „Hustenkrankheiten“ – wie 1.Stauballergie? 2.Asthma? 3.Akuter Bronchitis? 4.Chronische Lungeninsuffizienz? 5.Dämpfigkeit? 6.COBD?
Sandra Löckener: Leider lässt ein Symptom meist nicht so einfach den Rückschluss auf die zugrundeliegende Erkrankung zu. Die klinische Untersuchung erfolgt deshalb sinnvollerweise mit Beurteilung des Gesamtbildes.
Bei einer ganzheitliche Untersuchung des Pferdes werden diverse Faktoren einbezogen und auch äußere Faktoren wie die Haltungsbedingungen oder das Trainingsmanagement interpretiert.
Was sind die größten Hustenauslöser beim Pferd?
Pferdeflüsterei: Was sind denn die größten Hustenauslöser?
Sandra Löckener: Staub, Schimmel, Milben, Pilze, Ammoniak und falsch angepasstes Training sind meiner Erfahrung nach die größten Hustenauslöser.
Pferdeflüsterei: Was kann man als Pferdebesitzer tun, wenn die Atemwege erkrankt sind? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Sandra Löckener: Der Besitzer eines atemwegserkrankten Pferdes muss in erster Linie die Haltung verbessern. Ein akuter Infekt muss vom Tierarzt behandelt werden, dass er ausheilen kann. Sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden kann die
Inhalationstherapie Linderung verschaffen.
Aber Vorsicht! Auch hier kann man einiges falsch machen. Es sollte daher nicht auf eigene Faust vom Besitzer entschieden werden, wie das Pferd inhaliert wird, sondern vom Therapeuten ein fundierter Plan erstellt werden.
Pferdeflüsterei: Ein Pferd ist ja ein in sich ausgeklügelter Organismus – wenn das Pferd jetzt also hustet und der Husten vielleicht sogar schon chronisch ist – muss ich mir dann noch andere Organe anschauen, die eventuell ihren Job nicht richtig machen und so die Atemwege negativ beeinflussen?
Sandra Löckener: Häufig ist im Verlauf der Therapie einer Atemwegserkrankung die Behandlung oder Unterstützung weiterer Organe nötig. Beispielsweise sind Leber und Darm durch eine Atemwegserkrankung stark gefordert und bedürfen oft einer Analyse.
Ganz wichtig: auch die Psyche des Pferdes leidet massiv unter den Symptomen einer Atemwegserkrankung und muss in jedem Fall gestärkt werden. In meinen Behandlungsplänen ist die Psyche des Pferdes Hauptbestandteil der multifaktoriellen Therapie.
Ab wann sollte ich bei Pferde Husten den Tierarzt rufen?
Pferdeflüsterei: Ab wann sollte man bei einem hustenden Pferd den Tierarzt rufen?
Sandra Löckener: Ist das Allgemeinbefinden des Pferdes ungestört und zeigt es keine weiteren Symptome wie beispielsweise Fieber oder Atemnot, kann der Besitzer sein hustendes Pferd 3 Tage lang gut beobachten.
Wird der Husten schlimmer, muss sofort ein Tierarzt gerufen werden. Verändert sich die Symptomatik drei Tage lang nicht, muss der Tierarzt nach 3 Tagen gerufen werden. Im Zweifelsfall sollte der Pferdebesitzer den Tierarzt immer um eine Einschätzung bitten.
Pferdeflüsterei: Viele Tierärzte empfehlen gerne und schnell den chemischen Hammer – aber gibt es auch gute „alternative“ medizinische Tipps?
Sandra Löckener: Das kommt ganz auf die Erkrankung an und muss im Einzelfall beurteilt werden. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Ich habe noch kein Pferd zur Therapie bekommen, welches geschädigt war, weil es vom Tierarzt zu schnell mit „chemischen Hämmern“ behandelt wurde.
Aber einige Pferde, die Schäden von einer zu späten Behandlung davontrugen. Ich persönlich würde bei meinen Pferden nicht lange warten mit einer medikamentösen Therapie wenn mein Tierarzt sie empfiehlt, weil mir das Risiko einer Verschleppung zu groß wäre. Wichtig ist denke ich, sich grundsätzlich einen Tierarzt zu suchen, dem man im Ernstfall vertraut.
Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview und deine Tipps und Infos.
Warum Bronchienerweiterer und Schleimlöser nicht immer helfen
Das hier ist mir wichtig. Ich möchte ehrlich mit dir sein, weil ich genau das selbst erlebt habe.
Der Tierarzt kommt, schaut sich das hustende Pferd an und greift sehr häufig zu zwei Mitteln: Bronchienerweiterer und Schleimlöser. Bronchienerweiterer weiten die Atemwege, damit das Pferd leichter Luft bekommt. Das klingt erstmal logisch. Und bei bestimmten Erkrankungen wie der RAO ist das tatsächlich ein sinnvoller Ansatz.
Bei meiner Stute Carey hat das allerdings nicht funktioniert. Der Tierarzt hatte Bronchienerweiterer und Schleimlöser verschrieben, aber beide Mittel zeigten kaum Wirkung. Wochen sind vergangen. Der Husten blieb.
Warum? Weil ein Schleimlöser nur dann Sinn ergibt, wenn auch Schleim vorhanden ist, der gelöst werden kann. Bei feuchtem, produktivem Husten macht das absolut Sinn. Bei trockenem Husten, also wenn die Atemwege gereizt und entzündet, aber nicht verschleimt sind, verpufft der Schleimlöser wirkungslos. Er hat schlicht nichts zum Lösen.
Was bei trockenem Husten stattdessen hilft, sind schleimbildende Kräuter. Sie legen sich wie ein Schutzfilm auf die gereizten Schleimhäute, beruhigen die Entzündung und helfen dem Atemweg, sich selbst wieder zu erholen. Pflanzenstoffe wie Eibischwurzel, Spitzwegerich oder Isländisch Moos sind genau dafür bekannt. Sie bilden Schleim, statt ihn zu lösen, und genau das braucht eine gereizte, trockene Lunge.
Das ist kein Plädoyer gegen den Tierarzt. Bitte hol dir immer tierärztliche Unterstützung, wenn dein Pferd hustet. Aber es ist ein Plädoyer dafür, auch zu fragen: Was für ein Husten ist das überhaupt? Und dann gezielt zu behandeln.
Schau dir deinen Pferd beim Husten genau an. Hustet es produktiv und zeigt anschließend Auswurf oder Schniefen? Dann könnte Schleimlöser ein sinnvoller Baustein sein. Hustet es trocken, ohne Nasenausfluss und ohne Auswurf? Dann denk über schleimbildende Kräuter nach und sprich mit deinem Tierarzt darüber.
Wenn Kräuter mehr können als man denkt
Nachdem mir Medikamente allein nicht geholfen haben und ich angefangen habe, selbst tiefer in die Materie einzutauchen, bin ich irgendwann auch auf natürliche Futterergänzungen gestoßen. Und ich bin seitdem Partnerin von REiCO, einem Anbieter für hochwertige, natürliche Pferdezusatzfutter, von dem ich wirklich überzeugt bin. Der Gründer war einer der ersten Tierheilpraktiker Deutschlands und das merkt man dem Futter an.
REiCO hat ein speziell auf die Atemwege ausgerichtetes Kräuterpräparat im Sortiment, das ich mittlerweile als festen Bestandteil in meiner Stallapotheke betrachte. Was ich besonders schätze: Die Kräutermischungen sind sorgfältig zusammengestellt, naturbelassen und auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Pferdeorganismus ausgerichtet. Keine synthetischen Füllstoffe, keine unnötigen Zusätze, sondern konzentrierte Pflanzenkraft, die greift.
Gerade für Pferde, die zu trockenem Reizhusten neigen oder nach einem Infekt wieder aufgebaut werden müssen, ist eine Kräuterunterstützung über das Futter ein sanfter, aber wirksamer Weg. Natürlich ersetzt das keine tierärztliche Diagnose und keine akute Behandlung. Aber als ergänzende Maßnahme und zur langfristigen Stabilisierung der Atemwege macht es aus meiner Erfahrung absolut Sinn.
Du möchtest wissen, ob ein REiCO-Kräuterpräparat auch für dein Pferd geeignet sein könnte? Ich berate dich gern kostenlos und unverbindlich als REiCO-Partnerin und kann das Futter bei Bedarf auch direkt für dich vermitteln. Schreib mir einfach eine kurze Nachricht.

TOP 5 „Hitlist“ der Hustenauslöser beim Pferd
Die Palette der Ursachen ist leider sehr breit, darum habe ich dir hier meine Top-Five-Hitlist der Hustenauslöser zusammengestellt:
- Schlechte Heu Qualität
- Zu wenig Bewegung
- Das Pferd ist zu wenig an der frischen Luft
- Das Pferd reagiert auf Heu Staub oder Staub in der Halle
- Mangelnde Stallhygiene
Punkt 1: Schlechtes Heu
Jeder Stallbetreiber und bestimmt auch jeder Pferdebesitzer kennt das Dilemma mit der Heu. Ungünstige Wetterverhältnisse bei der Ernte und schwierige Lagerungsbedingungen machen es einem nicht leicht die perfekte Heuqualität zu liefern.
Dabei ist Heu gerade im Winter das Futtermittel Nummer 1 und sollte immer in einwandfreiem Zustand sein.
Woran erkennst du gutes Heu?
- Es hat eine kräftig grüne Farbe
- Es ist nahezu staubfrei
- Es riecht so frisch, dass man sich ein Bett darin bauen will
- Auf keinen Fall darf es graue oder schwarze Stellen enthalten die muffig riechen
Natürlich kann es mal vorkommen, dass ein Heuballen zum Beispiel wegen falscher Lagerung von Pilzen befallen ist oder Schimmelsporen aufweist.
—> In solchen Fällen muss unbedingt der ganze Heuballen entsorgt werden. Denn wenn nur die Schimmelstellen entfernt werden und der Rest des Heuballens verfüttert wird, kann das trotzdem die Gesundheit deines Pferdes gefährden.
ACHTUNG: Mit dem bloßen Auge kann man nicht erkennen wie weit sich die Schimmelsporen im Heu schon ausgebreitet haben. Sie können auch an Stellen vorkommen, die eigentlich noch gut aussehen.
TIPP: Wenn du dir nicht sicher bist, ob das Heu wirklich gut ist, kannst du eine Heuprobe an ein Futtermittel Labor schicken. Zum Beispiel die LUFA Nord-West. Da bekommst du innerhalb weniger Tage eine super detailreiche Auflistung der Inhaltsstoffe und Infos zu den Schadstoffen – wie Schimmel oder Pilzen. Die Analyse kostet um die 100 Euro – das ist wirklich machbar.
Punkt 2: Zu wenig Bewegung
Auch wenn du keine trockene Halle oder ein fluffig sandiges Round-Pen zur Verfügung hast, kannst du dein Pferd fit halten. Viele Übungen die du normalerweise in der Halle oder auf dem Platz trainierst, kannst du auch im Gelände üben. Du findest garantiert überall einen rutschfesten sicheren Feldweg.
Was dir dabei helfen kann auch bei schlechtem Wetter motiviert zu bleiben ist eine gute wetterfeste Ausrüstung und ein Trainingsplan.
Wie sich so ein Plan kinderleicht erstellen lässt kannst du HIER nachlesen.

Punkt 3: Das Pferd ist zu wenig an der frischen Luft
Steht dein Pferd in einem Offenstall oder hat ein großes Paddock? Wohooo! Damit ist schon supergut für die Gesundheit deines Pferdes.
Aber auch wenn das nicht so ist, gibt es die Möglichkeit dein Pferd an die frische Luft zu bringen. Lange Spaziergänge bringen nicht nur Abwechslung in euren Trainingsplan, sondern sind auch Balsam für die Pferdelunge.
Mit der richtigen Ausrüstung und mollig warmer Kleidung werden Ausritte auch im Winter super schön.
Punkt 4: Das Pferd reagiert auf Heustaub
Sobald die Umstellung von der frischen Graskoppel auf die ausschließliche Heufütterung erfolgt, gehen bei einigen Pferdebesitzern schon die Alarmglocken an. Weil: Manchmal hilft selbst die beste Heuqualität nichts.
Der kleinste Krümel scheint die Pferdelunge zu provozieren und das Pferd beginnt zu husten.
Jetzt erfährst du, was du tun kannst, um dein Pferd während dieser Phase zu unterstützen.
Ganz konkret gibt es für den Umgang mit der Heufütterung folgende Lösungen:
- Das Heu wird angefeuchtet bzw. gewässert (Achtung bei zu kalten Temperaturen, das Heu darf nicht gefrieren)
- Die Heuraufen/Futterstellen müssen konsequent gereinigt und staubfrei gehalten werden
Je nach Futterraufe kann es passieren, dass Staub und kleinste Fasern durch das Gitter fallen oder auf dem Boden liegen bleiben. Diese Krümel sind perfekt dafür geeignet die vielleicht eh schon angeschlagene Pferdelunge zu ärgern.
Wenn die Futterstelle so weit es geht krümel- und staubfrei ist, hilft das deinem Pferd schon enorm.
Punkt 5: Mangelnde Stallhygiene
Was für unsere Nasen schon unangenehm riecht ist für die Pferdelunge pures Gift: Ammoniak. Saubere und frische Einstreu und Liegeflächen sollten in jedem Stall Standard sein.
Gerade bei Pferden mit Hustenproblemen sind Lösungen wie eine „Matratzenstreu“ nicht die Besten.
TIPP: Staubfreie Einstreu wie zum Beispiel aus Waldboden ist da viel besser. Sie verringert die Staubentwicklung im Stall mehr und hilft deinem Pferd so besser über die Wintermonate.
Jetzt nehme ich dich noch mit in meine persönliche Hustengeschichte mit meinem Pferd – ich beschreibe dir Schritt für Schritt, wie wir das Problem erfolgreich angegangen sind. So kannst du dir die Tipps schnappen und deinem Pferd so hoffentlich helfen.
Fallbeispiel Pferde Husten – Stute Carey
Leider hatte auch meine Stute Carey schon einmal Husten. Sie begann nach einer Influenza Impfung und die üblichen Medikamente des Tierarztes haben leider nicht geholfen. Der Tierarzt verschrieb Bronchienerweiterer und Schleimlöser, aber beide Mittel zeigten kaum Wirkung. Nachdem sich die Hustenphase gefühlt eeeeeewig zog, habe ich angefangen mich selbst mehr in die Materie einzulesen, zu recherchieren und einfach nach dem Trial and Error Prinzip zu testen was funktioniert.
Die Tierheilpraktikerin kam auch vorbei und hat mit Akupunktur gearbeitet, das hat es etwas gebessert aber nicht gelöst.
3 Persönliche Tipps gegen den Husten beim Pferd
Ich habe dann selbst recherchiert und in einem ersten Schritt festgestellt, dass Carey einen trockenen Husten hatte. Was auch der Tierarzt hätte bemerken können und weshalb das schleimlösende Medikament natürlich nicht wirken konnte.
- Achte deswegen darauf, ob dein Pferd Schleim beim Husten hat oder trockenen Husten als ersten Schritt. Leider schauen nicht alle Tierärzte darauf und verschreiben immer den Bronchienerweiterer mit Schleimlöser.
2. Wir haben dann auf ein Hustenfutter meines liebsten Futterdealers gesetzt. Schreib mir gerne HIER und ich kann es dir auch vermitteln
3. Ich habe das Heu täglich mit einer Oregano-Kochsalzlösung besprüht. Kannst du dir HIER anschauen
Außerdem hat sich der regelmäßige Einsatz von hochwertigen Atemwegskräutern über das Futter für mich absolut bewährt. Ich nutze dafür mittlerweile die Kräuterpräparate von REiCO, einem Anbieter für natürliche Pferdeergänzung, bei dem ich auch Partnerin bin. Gerade in den Übergangsjahreszeiten, wenn das Wetter spinnt und die Stallluft trockener wird, gebe ich meinen Pferden vorbeugend eine Kräuterunterstützung. Das ist kein Hexenwerk, aber es macht einen Unterschied.

Möchtest du wissen, welches REiCO-Produkt bei deinem Pferd sinnvoll sein könnte? Schreib mir gern – ich berate dich kostenlos und unverbindlich als REiCO-Partnerin und kann das Futter auch direkt für dich vermitteln.
Hattest du auch schon Hustenprobleme mit deinem Pferd und hast schon das ein oder andere Mittel versucht? Schreib mir deine Geschichte gern in die Kommentare.
Zum Schluss bekommst du noch ein Rezept für einen DIY-Hustensaft für deine Stallapotheke
Die Pferdelunge ist sehr sensibel und bei andauerndem Husten können sich irreparable Lungenschäden einstellen. Nun heißt aber ein einzelner Huster nicht, dass gleich Antibiotika, Cortison und Co zum Einsatz kommen müssen. Oft helfen Kräuter sehr gut die Atemwege des Pferdes wieder zu befreien. Hier ein Rezept für einen Hustensaft, den jeder selber machen kann.
Gerade im Winter, wenn das Wetter so oft zwischen wärmer und kälter hin- und herwechselt ist Husten bei vielen Pferden fast schon vorprogrammiert. Da eine Pferdelunge ganz schön groß ist, kann das auch gut 10 Tage dauern, bis der Husten wieder komplett verschwunden ist. Wichtig ist, sofort etwas dagegen zu tun und nicht lange zu warten. Denn so ein Husten kann sich richtig festsetzen und zu einer langwierigen Angelegenheit werden.
Hustensaft fürs Pferd
Eine der wirkungsvollsten Pflanzen bei Husten ist der bekannte Thymian. Nach folgendem Rezept kann man selbst eine Kräutertinktur ansetzen:
- Ein Schraubdeckelglas locker mit frischem Thymiankraut oder halb voll mit getrockneten Thymiankraut füllen.
- Auf das geschnittene oder getrocknete Kraut 40-%igen Wodka oder Korn geben und die Mischung 40 Tage ziehen lassen.
- Das Glas soll an einem sonnengeschützten kühlen Ort aufbewahrt werden. Die Mischung einmal täglich kurz aufschütteln. Nach 40 Tagen die Flüssigkeit abfiltern und diese in eine Tropfflasche geben. Nun kann das Pferd behandelt werden.
- Die Tinktur mit etwas Wasser mischen und diese mit einer Aufziehspritze direkt ins Maul spritzen.
Der Thymian löst den Schleim und erleichtert das Abhusten. Nach diesem Grundrezept können auch andere Pflanzen zu Tinkturen verarbeiten. Salbei ist zum Beispiel auch ein tolles entzündungshemmendes Kraut*
Aber ACHTUNG: Dieser Hustensaft ersetzt natürlich nicht den Tierarztbesuch bei schwerwiegenden Atemwegserkrankungen des Pferdes.

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