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Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Vielleicht kennst du das? Du läufst durch die Stallgasse oder sitzt gemütlich bei einem Ausritt auf deinem Pferd und auf einmal hörst du dieses eine fiese  Geräusch? Dieses E-I-N-E Gruselgeräusch, dass kein Pferdebesitzer hören möchte? Dein Pferd hustet!

Jeder kennt mindestens einen anderen Einsteller, dessen Pferd Husten hat und wenn der Husten mal da ist, ist es oft eine langwierige Angelegenheit. Genau deswegen graut es ganz vielen Pferdebesitzern besonders im Winter davor, dass ihr Pferd husten könnte.

Wir drücken dir und deinem Pferd superfest die Daumen, dass ihr dem Schreckgespenst Husten nie begegnet. Weil man aber nie genug über Pferdegesundheit wissen kann, fassen wir dir das Thema “Pferde und Husten im Winter“ übersichtlich zusammen.

  • Du bekommst eine Liste der möglichen Ursachen
  • Du bekommst in einem Experten interview eine genaue Erklärung zu den anatomischen Besonderheiten der Atemwege bei Pferden
  • Du bekommst Tipps und Hinweise von der Biologin und Pferdegesundheits-Expertin Sandra Löckener von , was du im Ernstfall am besten tun kannst 
  • Du bekommst Infos und Tipps was du tun kannst, damit dein Pferd gesund bleibt.
  • Außerdem bekommst du ein persönliches Fallbeispiel und ich beschreibe dir, wie ich mit meinem Pferd wieder erfolgreich aus dem Husten-Problem rausgekommen bin.

Wir starten mit dem Experteninterview mit der Pferdegesundheit-Expertin Sandra Löckener von „vomkrankenzumgesundenpferd.de

Sandra Lockener

Sandra Löckener ist Pferdetrainerin und Pferdegesundheits-Expertin.

Sie berät Pferdebesitzer ganzheitlich in Sachen Pferdegesundheit. Sandra arbeitet seit fast 20 Jahren in den Bereichen Tiermedizin und Biologie. Mit ihrem Konzept hat sie schon Hunderten von Pferden zur Genesung verholfen. Sie hält Vorträge, gibt Interviews und ist bekannt aus den Medien.

Sandra ist eine anerkannte Expertin für Pferde-Gesundheit.

“Ist ein Pferd krank oder befindet es sich gerade in einer Heilungsphase ist es primäres Ziel, dass sich der Organismus von Belastungen erholt und einen Zustand erreicht, der ein sorgenfreies Leben für Pferd und Reiter möglich macht.” 

Sandra Löckener

Interview mit der Gesundheitsexpertin

Die besten Profi-Tipps zum Pferde Husten

Pferdeflüsterei: Wie genau funktioniert die Atmung der Pferde?

Sandra Löckener: Gesunde Pferde atmen in Ruhe mit ca. 12 Atemzügen pro Minute durch die Nase ein. Sie können ausschließlich durch die Nase atmen. Die Luft wird dann durch die oberen Atemwege, die ziemlich schmal sind, den langen Weg zu den Lungen transportiert. 

In der Lunge findet die O2-Aufnahme und die CO2-Abgabe statt. Ein Pferd verfügt über ca. 60% Muskelmasse und benötigt viel Sauerstoff, um sie zu versorgen. 

Beim Pferd besteht die Besonderheit, dass Bewegung und Atmung synchronisiert sind. Besonders im Galopp findet eine 1:1 Synchronisation zwischen Atemfrequenz und Fußungsfrequenz statt. Je größer die Galoppade, desto tiefer die Einatmung. Für eine große Galoppade muss also auch die Lunge in der Lage zur entsprechend tiefen Einatmung sein. 

Weitere Besonderheiten sind die unterschiedlichen Strömungswiderstände der Atemwege und die unterschiedliche Dehnbarkeit der Alveolarbereiche der Pferdelunge. 

Heißt: Die eingeatmete Luft wird vorrangig in die Lungenareale transportiert, die einen niedrigen Atemwegswiderstand aufweisen und ein gut dehnbares Alveolargebiet besitzen. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Beatmung der sogenannten „dorsalen“ Lungenbezirke.

Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi 1

50 % aller Pferde haben Probleme mit Atemwegserkrankungen

Pferdeflüsterei: Ich habe irgendwo die Zahl gelesen, das 50% aller Pferde über 12 Jahren regelmäßig Probleme mit Atemwegserkrankungen bekommen sollen und kenne ehrliche gesagt auch selbst im Bekanntenkreis einige Pferdebesitzer, die mit Husten kämpfen – woher kommen diese krassen Zahlen? Weiß man da etwas?

Sandra Löckener: Experten gehen davon aus, dass mindestens jedes 4. Pferd anfällig für Atemwegsproblematiken ist. Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Pferden und bemerke, dass die Zahl steigt, allerdings steigt auch die Wahrnehmung der Pferdebesitzer.

Warum gerade Pferde so Hustenanfällig sind

Pferdeflüsterei: Warum sind gerade Pferde – anatomisch betrachtet – so anfällig für Atemwegserkrankungen?

Sandra Löckener: Pferde verfügen über eine relativ hohe Herzfrequenz. Das Blut verbleibt recht kurz in der Lunge. Die Phase, in der Sauerstoff aus der Atemluft aufgenommen werden kann, ist also nicht besonders lang. Bei großer Beanspruchung kann ein Pferd überanstrengt werden und durch die Überanstrengung können Atemwegsproblematiken entstehen.

Neben Überanstrengung gibt es aber noch weitere Faktoren, die ursächlich für Atemwegserkrankungen sind. Im Allgemeinen wird für Atemwegserkrankungen des Pferdes eine „familiäre Häufung“ beschrieben. —> So kann die Genetik eines Pferdes über die Anfälligkeit für Atemwegsproblematiken entscheiden. 

Dann wird die Entstehung von Atemwegserkrankungen noch von Umweltfaktoren beeinflusst und sogar Stress sowie Fütterung spielt eine Rolle. 

Als Hauptursache sehe ich aber die Haltungsbedingungen. Pferde haben einen großen Bedarf an frischer Luft, die Nase ist allerdings die meiste Zeit des Tages im Heu. Raufutter ist oft von Schimmel, Milben oder Pilzen befallen, wodurch die Atemwege der Pferde fortlaufend gereizt werden. Maßnahmen wie das Ausmisten oder das Einstreuen erhöhen zudem die Ammoniakkonzentration in der Umgebungsluft der Pferde zeitweise um ein Vielfaches.

Pferde Husten vorbeugen – Tipps vom Profi

Pferdeflüsterei: Was kann ich den machen, um einem Husten vorzubeugen?

Sandra Löckener: Um dein Pferd bestmöglich vor Husten zu schützen, kannst du möglichst viele Reize für die Atemwege aus der Umgebung deines Pferdes entfernen, die Bewegung an die Leistungsfähigkeit deines Pferdes anpassen und Infekte frühzeitig behandeln.

Pferdeflüsterei: Husten ist nicht gleich Husten – welche „Varianten“ der Atemwegserkrankungen gibt es?

Sandra Löckener: Zunächst ist für die Therapie entscheidend, zwischen einer akuten und einer chronischen Erkrankung zu differenzieren. 

Für die chronischen Erkrankungen existieren in der Wissenschaft verschiedene Definitionen. Die  „Chronisch Obstruktive Bronchitis“ (COB) bzw. im englischen Sprachgebrauch „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ (COPD) gilt als häufigste Ursache für chronisch hustende Pferde in Westeuropa. 

Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff in der Pferdemedizin einen Krankheitskomplex, der durch eine chronische Lungenerkrankung mit Einengung der Atemwege gekennzeichnet ist. 

Das Krankheitsbild zeigt sich klinisch teils sehr unterschiedlich.  

Als „Recurrent Airway Obstruction“ (RAO, deutsch: wiederkehrende Atemwegsobstruktion) wird eine Erkrankung des älteren Pferdes bezeichnet, die von wiederkehrender Bronchialobstruktion gekennzeichnet ist und durch Haltungsverbesserung oder Bronchodilatatoren therapiert werden kann.

Alle anderen Formen einer nicht-infektiösen chronischen Atemwegserkrankung werden unter dem Begriff „Inflammatory Airway Disease“ (IAD, deutsch: entzündliche Atemwegserkrankung) zusammengefasst. 

Pferdeflüsterei: Gibt es typische Symptome für die verschiedenen „Hustenkrankheiten“ – wie 1.Stauballergie? 2.Asthma? 3.Akuter Bronchitis? 4.Chronische Lungeninsuffizienz? 5.Dämpfigkeit? 6.COBD?

Sandra Löckener: Leider lässt ein Symptom meist nicht so einfach den Rückschluss auf die zugrundeliegende Erkrankung zu. Die klinische Untersuchung erfolgt deshalb sinnvollerweise mit Beurteilung des Gesamtbildes. 

Bei einer ganzheitliche Untersuchung des Pferdes werden diverse Faktoren einbezogen und auch äußere Faktoren wie die Haltungsbedingungen oder das Trainingsmanagement interpretiert.

Die größten Auslöser von Pferde Husten

Pferdeflüsterei: Was sind denn die größten Hustenauslöser?

Sandra Löckener: Staub, Schimmel, Milben, Pilze, Ammoniak und falsch angepasstes Training sind meiner Erfahrung nach die größten Hustenauslöser.

Pferdeflüsterei: Was kann man als Pferdebesitzer tun, wenn die Atemwege erkrankt sind? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? 

Sandra Löckener: Der Besitzer eines atemwegserkrankten Pferdes muss in erster Linie die Haltung verbessern. Ein akuter Infekt muss vom Tierarzt behandelt werden, dass er ausheilen kann. Sowohl bei akuten als auch bei chronischen Beschwerden kann die 

Inhalationstherapie Linderung verschaffen. 

Aber Vorsicht! Auch hier kann man einiges falsch machen. Es sollte daher nicht auf eigene Faust vom Besitzer entschieden werden, wie das Pferd inhaliert wird, sondern vom Therapeuten ein fundierter Plan erstellt werden.

Pferdeflüsterei: Ein Pferd ist ja ein in sich ausgeklügelter Organismus – wenn das Pferd jetzt also hustet und der Husten vielleicht sogar schon chronisch ist – muss ich mir dann noch andere Organe anschauen, die eventuell ihren Job nicht richtig machen und so die Atemwege negativ beeinflussen?

Sandra Löckener: Häufig ist im Verlauf der Therapie einer Atemwegserkrankung die Behandlung oder Unterstützung weiterer Organe nötig. Beispielsweise sind Leber und Darm durch eine Atemwegserkrankung stark gefordert und bedürfen oft einer Analyse. 

Ganz wichtig: auch die Psyche des Pferdes leidet massiv unter den Symptomen einer Atemwegserkrankung und muss in jedem Fall gestärkt werden. In meinen Behandlungsplänen ist die Psyche des Pferdes Hauptbestandteil der multifaktoriellen Therapie.

Ab wann bei Pferde Husten den Tierarzt rufen

Pferdeflüsterei: Ab wann sollte man bei einem hustenden Pferd den Tierarzt rufen?

Sandra Löckener: Ist das Allgemeinbefinden des Pferdes ungestört und zeigt es keine weiteren Symptome wie beispielsweise Fieber oder Atemnot, kann der Besitzer sein hustendes Pferd 3 Tage lang gut beobachten. 

Wird der Husten schlimmer, muss sofort ein Tierarzt gerufen werden. Verändert sich die Symptomatik drei Tage lang nicht, muss der Tierarzt nach 3 Tagen gerufen werden. Im Zweifelsfall sollte der Pferdebesitzer den Tierarzt immer um eine Einschätzung bitten.

Pferdeflüsterei: Viele Tierärzte empfehlen gerne und schnell den chemischen Hammer – aber gibt es auch gute „alternative“ medizinische Tipps? 

Sandra Löckener: Das kommt ganz auf die Erkrankung an und muss im Einzelfall beurteilt werden. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Ich habe noch kein Pferd zur Therapie bekommen, welches geschädigt war, weil es vom Tierarzt zu schnell mit “chemischen Hämmern” behandelt wurde. 

Aber einige Pferde, die Schäden von einer zu späten Behandlung davontrugen. Ich persönlich würde bei meinen Pferden nicht lange warten mit einer medikamentösen Therapie wenn mein Tierarzt sie empfiehlt, weil mir das Risiko einer Verschleppung zu groß wäre. Wichtig ist denke ich, sich grundsätzlich einen Tierarzt zu suchen, dem man im Ernstfall vertraut.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview und deine Tipps und Infos. 

Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi 2

Persönliche Erfahrungen zum Thema „Pferde Husten“ - inklusive Fallbeispiel

Der Weg von einem hustenden Winni zu einem hustenfreien Pferd

Jetzt kommen wir noch zu meiner individuellen Geschichte. Ich fasse dir all das Wissen und meine Erfahrungen zusammen, die ich dank der Hustenerkrankung meines Pferdes Winni machen musste. 

Werfen wir zuerst einen Blick auf meine Hitliste der Ursachen und Auslöser von Husten beim Pferd.  Die Ursache für den Pferdehusten heraus zu finden ist mitunter das Schwierigste an dieser Erkrankung.

TOP 5 „Hitlist“ der Hustenauslöser beim Pferd

Die Palette der Ursachen ist leider sehr breit, darum habe ich dir hier meine Top-Five-Hitlist der Hustenauslöser zusammengestellt:

  • 1. Schlechte Heu Qualität
  • 2. Zu wenig Bewegung
  • 3. Das Pferd ist zu wenig an der frischen Luft
  • 4. Das Pferd reagiert auf Heu Staub oder Staub in der Halle
  • 5. Mangelnde Stallhygiene

Punkt 1: Schlechtes Heu

Jeder Stallbetreiber und bestimmt auch jeder Pferdebesitzer kennt das Dilemma mit der Heu. Ungünstige Wetterverhältnisse bei der Ernte und schwierige Lagerungsbedingungen machen es einem nicht leicht die perfekte Heuqualität zu liefern. 

Dabei ist Heu gerade im Winter das Futtermittel Nummer 1 und sollte immer in einwandfreiem Zustand sein. 

Woran erkennst du gutes Heu? 

  • Es hat eine kräftig grüne Farbe
  • Es ist nahezu staubfrei
  • Es riecht so frisch, dass man sich ein Bett darin bauen will
  • Auf keinen Fall darf es graue oder schwarze Stellen enthalten die muffig riechen

Außerdem findest du hier einen ausführlichen Artikel mit einem Interview von Heuexperten zum Thema „Gutes Heu – Schlechtes Heu“

Natürlich kann es mal vorkommen, dass ein Heuballen zum Beispiel wegen falscher Lagerung von Pilzen befallen ist oder Schimmelsporen aufweist. 

—> In solchen Fällen muss unbedingt der ganze Heuballen entsorgt werden. Denn wenn nur die Schimmelstellen entfernt werden und der Rest des Heuballens verfüttert wird, kann das trotzdem die Gesundheit deines Pferdes gefährden. 

ACHTUNG: Mit dem bloßen Auge kann man nicht erkennen wie weit sich die Schimmelsporen im Heu schon ausgebreitet haben. Sie können auch an Stellen vorkommen, die eigentlich noch gut aussehen. 

TIPP: Wenn du dir nicht sicher bist, ob das Heu wirklich gut ist, kannst du eine Heuprobe an ein Futtermittel Labor schicken. Zum Beispiel die LUFA Nord-West. Da bekommst du innerhalb weniger Tage eine super detailreiche Auflistung der Inhaltsstoffe und Infos zu den Schadstoffen – wie Schimmel oder Pilzen. Die Analyse kostet um die 40 Euro – das ist wirklich machbar.

Punkt 2: Zu wenig Bewegung

Auch wenn du keine trockene Halle oder ein fluffig sandiges Round-Pen zur Verfügung hast, kannst du dein Pferd fit halten. Viele Übungen die du normalerweise in der Halle oder auf dem Platz trainierst, kannst du auch im Gelände üben. Du findest garantiert überall einen rutschfesten sicheren Feldweg. 

Was dir dabei helfen kann auch bei schlechtem Wetter motiviert zu bleiben ist eine gute wetterfeste Ausrüstung und ein Trainingsplan. 

Wie sich so ein Plan kinderleicht erstellen lässt kannst du hier nachlesen.

Punkt 3: Das Pferd ist zu wenig an der frischen Luft

Steht dein Pferd in einem Offenstall oder hat ein großes Paddock? Wohooo! Damit ist schon supergut für die Gesundheit deines Pferdes. 

Aber auch wenn das nicht so ist, gibt es die Möglichkeit dein Pferd an die frische Luft zu bringen. Lange Spaziergänge bringen nicht nur Abwechslung in euren Trainingsplan, sondern sind auch Balsam für die Pferdelunge. 

Mit der richtigen Ausrüstung und mollig warmer Kleidung werden Ausritte auch im Winter super schön.

By the way: Damit du bei allen Stallaktionen oder auch im nicht-Pferde-Alltag warm und stylisch unterwegs bist, kannst du dich in unsere super weichen fair Fashion Sweatshirts kuscheln. Hier kannst du durch unsere Fashion für Pferdeladies stöbern.

Punkt 4: Das Pferd reagiert auf Heustaub

Sobald die Umstellung von der frischen Graskoppel auf die ausschließliche Heufütterung erfolgt, gehen bei einigen Pferdebesitzern schon die Alarmglocken an. Weil: Manchmal hilft selbst die beste Heuqualität nichts. 

Der kleinste Krümel scheint die Pferdelunge zu provozieren und das Pferd beginnt zu husten. 

Jetzt erfährst du, was du tun kannst, um dein Pferd während dieser Phase zu unterstützen. 

Ganz konkret gibt es für den Umgang mit der Heufütterung folgende Lösungen: 

  • Das Heu wird angefeuchtet bzw. gewässert (Achtung bei zu kalten Temperaturen, das Heu darf nicht gefrieren)
  • Die Heuraufen/Futterstellen müssen konsequent gereinigt und staubfrei gehalten werden

Je nach Futterraufe kann es passieren, dass Staub und kleinste Fasern durch das Gitter fallen oder auf dem Boden liegen bleiben. Diese Krümel sind perfekt dafür geeignet die vielleicht eh schon angeschlagene Pferdelunge zu ärgern. 

Wenn die Futterstelle so weit es geht krümel- und staubfrei ist, hilft das deinem Pferd schon enorm. 

Punkt 5: Mangelnde Stallhygiene

Was für unsere Nasen schon unangenehm riecht ist für die Pferdelunge pures Gift: Ammoniak. Saubere und frische Einstreu und Liegeflächen sollten in jedem Stall Standard sein. 

Gerade bei Pferden mit Hustenproblemen sind Lösungen wie eine „Matratzenstreu“ nicht die Besten. 

TIPP: Staubfreie Einstreu wie zum Beispiel aus Hanf ist da viel besser. Sie verringert die Staubentwicklung im Stall mehr und hilft deinem Pferd so besser über die Wintermonate.

Jetzt nehme ich dich noch mit in meine persönliche Hustengeschichte mit meinem Pferd – ich beschreibe dir Schritt für Schritt, wie wir das Problem erfolgreich angegangen sind. So kannst du dir die Tipps schnappen und deinem Pferd so hoffentlich helfen. 

Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi 3

Fallbeispiel Pferde Husten - Wallach Winni

Leider kann ich, was den Husten beim Pferd angeht, wirklich aus dem Nähkästchen plaudern. Vor ungefähr 8 Jahren hat uns das Schreckgespenst eingeholt und seit dem habe ich so einiges ausprobiert und unternommen um den Husten bei meinem Wallach wieder los zu werden. 

Das Gute daran: Ich kann dir meine Best Practice Tipps weitergeben. 

Die Hustengeschichte meines Wallachs Winni begann vor 8 Jahren urplötzlich im Winter in einem Offenstall. Nach den ersten Tierarztbesuchen und der Gabe von Medikamenten wurden die Symptome zwar kurzzeitig besser, aber kaum abgesetzt, kam der Husten wieder. 

Zu dem Zeitpunkt habe ich mich, leider, zu sehr auf die Aufmerksamkeit und das Verantwortungsbewusstsein der Stallbesitzer verlassen und nicht gleich penibel das Heu gecheckt. 

Es sah auch auf den ersten Blick nicht schlecht aus, aber als mir so langsam die Ideen für die Ursachen ausgingen, habe ich dann doch eine Heuprobe eingeschickt und das Ergebnis war erschreckend: Das Heu war durchsetzt von Schimmel, Pilzsporen und schädlichen Hefen, die ganze No-goNo-go Palette eben. 

Großartig, und was nun? 

Winni Pferd Koppel

Natürlich konnten wir unseren Pferden nicht über Nacht das Heu entziehen und ein neuer Lieferant war so schnell auch nicht zu finden.

Dazu kam, dass das Heu in der Raufe auf ein Gitter gelegt wurde, durch das Krümel und Staub durchrieseln konnten. Im Grunde gut. Aber auch nur dann, wenn die Ansammlung an Staub auch regelmäßig entfernt wird. Leider ist auch das nicht geschehen. 

—> Das Problem mit der Heu-Qualität ließ sich für uns leider nicht schnell genug lösen, damit blieb für mich nur ein Weg: Der Umzug. 

Schon wenige Wochen nach dem Einzug in den neuen Stall hat sich gezeigt: der Husten war fast verschwunden. Das Heu roch frisch, war staubarm und aller Wahrscheinlichkeit nach enthielt es keine Schadstoffe. So verging der erste Winter und auch der zweite. 

Im dritten Winter musste der Stallbesitzer aufgrund der schlechten Heuernte auf Heu aus dem Ausland zurück greifen. Während die erste Ladung noch in Ordnung war, sah die zweite schon etwas grauer und muffiger aus und kaum angeknabbert, war unser alter Feind, der Husten, wieder da. 

Der Tierarzt verschrieb Bronchienerweiterer und Schleimlöser, aber beide Mittel zeigten kaum Wirkung. Nachdem sich die Hustenphase gefühlt eeeeeewig zog, habe ich angefangen mich selbst mehr in die Materie einzulesen, zu recherchieren und einfach nach dem Trial and Error Prinzip zu testen was funktioniert. 

Damit du von dieser monatelangen Testorgie profitieren kannst, zähle ich dir auf, was wirklich super geholfen hat

5 Persönliche Tipps gegen den Husten beim Pferd

Viel Bewegung

  • Trotz Offenstall hatte ich den Eindruck, dass mein Pferd sich nicht ausreichend bewegte. Wann immer es mir möglich war, habe ich lange Spaziergänge unternommen oder ihn frei auf dem Platz laufen lassen, damit er seine Winter-Power auslassen kann

Schwarzkümmel

  • DAS non plus ultra bei Husten wie sich heraus gestellt hat. Ich gestehe, ich habe es selbst probiert und bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an den intensiven Geschmack denke, ABER: Mein Pferd liebt Schwarzkümmel! Schwarzkümmel ist nicht nur DAS Power-Mittel zur Unterstützung der natürlichen Kraft der Atemwege, es unterstützt nebenbei noch die natürlichen Abwehrkräfte deines Pferdes. Mehr dazu kannst du auch hier nachlesen und das Wundermittel auch für dein Pferd shoppen.

B-Vetsan

Dieses homöopathische Mittel ist ein Segen und das nicht nur für mein Pferd. Ich habe es von einer Tierärztin empfohlen bekommen und es erst einmal halbherzig in meine „Wir probieren alles aus – Liste“ aufgenommen. Mittlerweile bin ich absolut begeistert. Es hilft schon nach kurzer Zeit den Schleim zu lösen, mein Pferd kann viel leichter abhusten und wenn der Husten sich gerade erst anbahnt, bekomme ich ihn mit B-Vetsan schon nach einigen Tagen sehr gut in den Griff. Tatsächlich weiß ich mittlerweile von einigen Pferdebesitzern, dass sie ebenfalls extrem positive Erfahrungen mit diesem Mittel gemacht haben.

Bronchialkräuter und Immunsystem-Stärkung

Ich habe mir angewöhnt bereits im Herbst mein Pferd mit einer extra Ladung Immunstärkung zu versorgen. Gut geeignet findet ich hierfür Kräutermischungen, die die Abwehrkräfte unterstützen. So eine Power-Kräuter-Mischung findest du hier im Shop. Zusätzlich gebe ich gern immer mal wieder Thymian mit ins Futter. Thymian ist eine der wichtigsten Heilpflanzen wenn es um das Thema Husten und Desinfektion geht. Wenn du bei einer dicken Erkältung und gereiztem Hals schon einmal eine heiße Tasse Thymian Tee getrunken hast, wirst du wissen was ich meine. 

Pferdeinhalation im Soleanhänger

Immer beliebter wird die Vermietung sogenannter Sohleanhänger, die idealerweise für mehrere Tage gebucht werden können. Diese speziell umgebauten Sohle-Hänger ermöglichen dem Pferd eine wohltuende Sole-Rauminhalation ohne Maske. Ein Kurzurlaub wie an der Nordsee in einem Pferdehänger sozusagen. Finden sich an deinem Stall genug Interessenten lässt sich so ein Termin problemlos planen und die Kosten können geteilt werden.

Nun gehört mein Wallach leider nicht in die Kategorie „super chilliges Pferd“ und geht nicht so mir nichts dir nichts in einen Hänger. Darum habe ich mich für eine noch mobilere Lösung entschieden. Da ich aber aus erster Hand super positive Erfahrungsberichte bekommen habe, wollte ich diesen Punkt nicht auslassen. 

Ein Inhalationsgerät

Lange habe ich mich dagegen gesträubt, ich gebe es zu. Die Vorstellung, dass mein Pferd verkabelt über Schläuche an so einem surrenden Dampfding still stehen soll trieb mir den Schweiß auf die Stirn.

Aber nach etwas Recherchearbeit habe ich herausgefunden: Diesen Heilsbringer gibt es auch Akku betrieben ohne Kabel. Ja, sie sind teuer und ja, man sollte sich die Anschaffung gut überlegen, aber es muss vielleicht auch nicht gleich ein eigenes Gerät sein. Wichtig war für mich, dass es sich um ein Gerät mit Ultraschallvernebler handelt, da diese die Wirkstoffe in so kleine Teilchen zersetzen, dass sie wirklich bis in die Lungenbläschen vordringen können.

Es gibt viele Angebote sich ein Inhalationsgerät zu leihen und manchmal schüttelt sogar der eigene Tierarzt eines aus dem Ärmel.

Für mich war klar, mein Pferd hat Bedarf und zwar oft. Im Frühling wenn die Pollen fliegen, im Sommer wenn der Boden zu staubig wird, im Herbst wenn der kühle Wind bläst und im Winter einfach vorsorglich. 

Nachdem wir nun in einen anderen Stall umgezogen sind, der Heu in allerfeinster Bio Qualität selbst herstellt, haben wir dem Dauer-Husten ein Ende gesetzt. 

Trotzdem möchte ich meinen Inhalator nicht missen, denn er vermittelt mir das Gefühl, dass ich meinem Pferd helfen kann und zwar immer genau dann, wenn es notwendig ist. Neben normaler Kochsalzlösung gibt es auch eine Sole-Lösung die über den Inhalator verdampft werden kann. Damit bekommt mein Pferd ab und an ein paar Minuten Nordsee Feeling im heimischen Stall. 

Hattest du auch schon Hustenprobleme mit deinem Pferd und hast schon das ein oder andere Mittel versucht? Schreib mir deine Geschichte gern in die Kommentare!

Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi 4

Mit Pferden Zeit zu verbringen bedeutet für mich hautpsächlich, einfühlsame wunderbare Wesen um mich zu haben, die mich immer wieder ins Hier und Jetzt holen.

Sie lehren mich mehr als jeder Yoga Kurs oder Personal Coach achtsam und dankbar zu sein. Durch sie bin ich zu der wunderbaren Tätigkeit der Hufbearbeitung gekommen.

Die Hufe unserer Pferde verdienen unsere allergrößte Anerkennung, denn sie tragen unsere Pferde durchs Leben. Hufe wollen geliebt werden.

Sarah und Winni

Pferdeflüsterei Crew

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2 Gedanken zu „Pferde Husten! Die besten Tipps vom Profi“

  1. Monika Rittersberger

    Wir hatten mit unserer Stute Kate massive Hustenprobleme und Blähungen als die Wiese aufgemacht wurde. Da sie ja auf der Wiese mehr Bewegung hat und an der frischen Luft ist, dachten wir zuerst an eine allergische Reaktion. Der Tierarzt hat sie auch dahingehend behandelt mit einer Spritze, Schleimlöser und Mittel um die Bronchien zu erweitern. Wir sind die komplette Wiese abgelaufen um nach Pflanzen zu suchen, die da vielleicht nicht hingehören, haben aber nichts auffälliges gefunden. Nachdem es nicht besser wurde, haben wir eine Bronchoskopie machen lassen, aber auch hier war bis auf den Schleim alles in Ordnung. Mehrfach mussten wir noch den Tierazt kommen lassen, was aber immer nur vorübergehend zur Besserung beitrug.
    In Absprache mit den Stallbesitzern wurde dann ihr Abendheu gewässert und ich habe ihr jeden Tag eine Handvoll frisch gepflückten Spitzwegerich gefüttert. Zudem habe ich ihr täglich Echinacea-Globuli verabreicht und das hat dann zusammen mit mehreren Tagen Regenwetter den gewünschten Erfolg gebracht.

    1. Hallo liebe Monika, danke für deine Geschichte und den Gesundungsweg deiner Stute – bei diesem Thema KANN man sich gar nicht genug austauschen :-) Supergut, dass es bei euch geholfen hat. Viele liebe Grüße und bis bald, Petra

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