Trainingsplan Pferd

Die besten Tipps für einen sinnvollen Trainingsplan – inklusive kostenlosem Download

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Du fährst mehrmals pro Woche zu deinem Pferd und überlegst jedesmal wieder, was du eigentlich mit deinem Pferd trainieren sollst? Vielleicht hast du dein Pferd auch noch nicht so lange und bist dir gar nicht sicher, was man mit einem eigenen Pferd alles anstellen kann? Oder du tüddelst immer ein bisschen herum, kommst aber nicht wirklich weiter?

Ich bin im Herzen eigentlich Team-Tüddel und das ist zwischendurch auch mal fein, weil gemeinsame Tüddel-Zeit Pferd und Mensch und der Beziehung absolut gut tut. Aber richtig gut ist das für das Training und die Fortschritte natürlich nicht.

  • Sonst kommt man erstens nicht voran,
  • das Pferd bekommt zweitens nicht das richtige Training und
  • es fühlt sich drittens alles irgendwie ziemlich planlos an.

Damit die Dauertüddelei also ein Ende hat, habe ich irgendwann angefangen mir Trainingspläne zu machen. Das hat mir enorm weitergeholfen. Deswegen verrate ich dir jetzt meine besten Tricks und Learnings, damit du auch ein sinnvolles Training für dich und dein Pferd – mit Plan – umsetzen kannst. 

Trainingsplan Pferd

Warum Trainingspläne so genial sind

Gut durchdachte Trainingspläne bereiten dich ideal auf die gemeinsame Zeit mit dem Pferd vor, geben euch Struktur und Fokus und lassen euch zusammen wachsen. Außerdem kannst du am Ende des Jahres extrem gut überprüfen, wie weit du mit deinen großen Zielen gekommen bist.

Klingt megastrukturiert? Ist es auch ein bisschen, aber wenn du offen für Veränderungen bleibst, ist es eine absolut geniale und smarte Sache für ein besseres Pferdetraining und eine bessere Beziehung.

Denn Trainingspläne sind unglaublich hilfreich – aus verschiedenen Gründen:

  1. Dein Pferd ist ein Sportler, denn es soll dich tragen können. Sportler müssen aber ihre Muskeln passend zum Sport trainieren. Deswegen ist es wichtig dein Pferd kontinuierlich so zu trainieren, dass es dich auch tragen kann.
  2. Wenn du weißt, was du willst, wird dein Pferd deinem Wissen, deinen Gedanken und Gefühlen viel besser folgen können.
  3. Klare Ziele helfen dabei sich langfristig zu verbessern und verbessern letztlich auch die Beziehung, weil Pferde klare Persönlichkeiten und fokussiertes Miteinander lieben.
  4. Wenn du nicht verbissen an deinen Zielen und Plänen festhältst, sondern gleichzeitig offen für Tagesstimmungen, grundsätzliche Änderungen und Anpassungen bist – kannst du immens große Fortschritte machen, hast einen schönen Fahrplan, bringst geplant Abwechslung ins Training und wirst dadurch parallel die Beziehung zu deinem Pferd verbessern.

Dabei gibt es ein paar Tricks und Punkte, die du beachten kannst, damit der Trainingsplan dir und deinem Pferd wirklich weiterhilft.

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5 Tipps, damit der Trainingsplan ein echter Helfer wird

Ich gebe dir jetzt Basis-Tipps für das Thema „Trainingsplan Pferd“, beschreibe dir dann mein Modell der Aufteilung und gebe dir zum Schluss noch ein Beispiel für eine ganze Woche als downloadbares PDF.

Nummer 1: Wichtig ist, dass der Trainingsplan auf jeden abwechslungsreich gestaltet ist. Dein Pferd braucht eine gute Mischung aus Routinen und Abwechslung. Die Routinen geben deinem Pferd Sicherheit und sorgen für Fortschritte, weil wir nur besser werden, wenn wir Übungen immer wieder wiederholen. Klar, oder?

Aber wenn du immer das gleiche Programm abspulst, wird es langweilig und fordert dein Pferd nicht heraus. Wieviel Abwechslung und wieviel Prozent Routine deinen Trainingsplan ausmachen, sollte auch durch die Persönlichkeit deines Pferdes bestimmt werden. Es gibt Pferde die schlauer sind, schneller lernen oder schneller gelangweilt und ungeduldig werden als andere. Mehr über die Horsenality und Persönlichkeit deines Pferdes kannst du übrigens HIER herausfinden

Nummer 2: Idealerweise nimmst du dir 1-3 große Ziele vor und in welchem Zeitraum du sie erreichen willst. Bleib da unbedingt realistisch.

Nummer 3: Anschließend baust du dir Wochenpläne, in denen Vorbereitungen, Übungsanteile und Übungsschritte für diese großen Zielen sich mit deinen alltäglichen Trainingsroutinen abwechseln. So hast du große Ziele, auf die du zuarbeiten und auf den normalen Trainingsplan abstimmen kannst, aber diese großen Ziele in viele schöne kleine und vor allem machbare Schritte zerlegt. Außerdem schaffst du so eine Mischung aus Routinen und neuen Aufgaben.

Nummer 4: Bleibe offen und sei immer dazu bereit deinen Tagespunkt auch über den Haufen zu werfen, wenn es dir nicht gut geht oder dein Pferd dir anzeigt, dass es heute eine Stimmungslage hat oder ein körperliches Thema, das nicht zum Tagesziel passt.

Nummer 5: Halte deinen Trainingsplan schriftlich fest und setze dich einmal hin, um ihn zu bauen. Am Besten als hübsch gestalteten Ausdruck, den du dir an deinen Stallschrank pinnst. Die Dinge zu visualisieren hilft enorm weiter, sie auch umzusetzen.

 

Trainingsplan Pferd

Trainingsplan Pferd

Deine Schritt für Schritt Anleitung für einen perfekten Trainingsplan

Kommen wir jetzt zu deinem How To für einen individuellen und zu dir passenden Trainingsplan. Ich beschreibe dir, wie du das Thema Schritt für Schritt auflösen kannst, so dass du kinderleicht einen individuellen Trainingsplan für dich und dein Pferd zusammenstellen kannst.

Du kannst alles, was du mit deinem Pferd machst in große Oberthemen einteilen und benennen. Bei mir ist es zum Beispiel „Chillen“, „Bodenarbeit“ und „Reiten“. Anschließend überlegst du dir für diese Oberrubriken wiederum Unterrubriken.

Schritt 1: Du überlegst dir 1-2 große Ziele für das nächste halbe Jahr – beispielsweise: „Ich will mit meinem Pferd entspannt ausreiten können“ oder „Ich will, dass mein Pferd easy in den Hänger geht“ oder „ich will ein schönes Schulterherein und eine Transversale im Schritt und Trab reiten können“ – das werden deine 2 großen Ziele. In jeder Trainingswoche baust du mindestens 1-2 Einheiten zu diesen Themen ein. Wieviel Neues und Altes du kombinierst hängt von der Persönlichkeit deines Pferdes und der Menge an Tagen ab, die du beim Pferd bist.

Schritt 2: Du kannst dir deine typischen Trainingselemente in Basis-Einheiten einteilen und zuordnen, damit du eine schöne Abwechslung schaffen kannst. Was ich damit meine? Du kannst alles, was du mit deinem Pferd machst in große Oberthemen einteilen und benennen. Bei mir ist es zum Beispiel „Chillen“, „Bodenarbeit“ und „Reiten“. Anschließend überlegst du dir für diese Oberrubriken wiederum Unterrubriken.

Schritt 3: Du baust dir eine Vorlage für einen Wochenplan oder schnappst dir einfach mein PDF, das ich für dich vorbereitet habe. Das druckst du dir 4x aus – damit hast du deinen Monatsplan. Dann schreibst du Oberthemen so in den Plan, das du deinem Pferd eine schöne Abwechslung bietest und legst strategisch sinnvolle Unterpunkte zurecht. Du kannst natürlich auch zwei oder drei Punkte in einer Einheit mischen. Das liegt ganz bei dir. Aber dann hast du einen coolen Fahrplan, den du als Basis für die gemeinsame Zeit mit deinem Pferd nehmen kannst.

Damit dir klarer wird, was ich mit “Oberrubriken” und “Unterrubriken” meine – nehmen wir einfach das Beispiel Bodenarbeit und wie ich es mir aktuell einteile: 

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Das ist nur eine kleine Auswahl, weil es natürlich noch viel mehr Spielarten der Bodenarbeit gibt und du jeden Unterpunkt noch weiter verfeinern kannst. Aber so kannst du dir für dich und dein Pferd zu jedem Oberpunkt passende Unterpunkte zurechtlegen und innerhalb der Unterpunkte wieder Ziele und Übungsthemen definieren.

  • Beispielsweise kannst du bei dem Unterpunkt Longenarbeit das biomechanische Longieren, Dualaktivierung, Equikinetic, Konditionstraining oder Balancearbeit festlegen.
  • Oder beim Punkt Zirkuslektionen kannst du dir verschiedene Lektionen abspeichern in deinem Kopf vom Verbeugen über das Kompliment bis zum schnellen „Lächel-Trick“.

Du ahnst, was ich meine? Je nachdem, was deine großen Ziele sind und was du und dein Pferd schon könnt, könnt ihr so eine schöne Mischung aus Routinen, neuen Zielen und sinnvollem Training zusammenstellen.

Schnapp dir hier dein kostenloses PDF mit einer Vorlage für deinen Wochenplan zum Selbstausfüllen

In dem Plan findest du eine Vorlage für deinen Wochenplan – inklusive einem Feld für deine Notizen und Gedanken. Außerdem habe ich dir eine Vorlage für einen Masterplan und für deine Bausteine gemacht. Ich habe sie Reiten, Chillen und Bodenarbeit benannt. Aber wenn du gerne andere möchtest, habe ich dir hinten noch eine komplett leere Vorlage für deine Bausteine dazugepackt.

So kannst du dir alles genauso gestalten, wie du möchtest – melde dich einfach für unsere unverbindliche Info-Mailserie an und hol dir deine kostenlose Trainingsplan-Vorlage: 

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1 Woche Trainingsplan - ein aktuelles Praxisbeispiel

Damit du dir eine Vorstellung davon machen kannst, wie ich das angehe, habe ich jetzt noch eine Zusammenfassung meiner letzten Woche. Ich bin aktuell leider nur 4 bis 5x pro Woche bei meinem Pferd.

Genau das beschreibe ich dir jetzt:

Tag 1 - REITEN auf dem Platz

  • Ich starte mit einer Aufwärmphase vom Boden aus, wie immer beim Training und speziell beim Reiten.
  • Anschließend grooven wir uns mit einfachen Bahnfiguren wie Schlangenlinien, Volten und Zirkeln ein.
  • Es folgen Tempiwechsel in den Gangarten und Gangartenwechseln und schließlich kommen wir zum Punkt des Tages:
  • Dressur Reiten (erste Lektionen wie Schulterherein und Stellung abfragen)

Tag 2 - CHILLEN

Heute machen wir einen Spaziergang - wir streifen einfach zusammen durch die Natur. Zwischendurch darf sie Grasen. Wir traben auch mal eine Strecke. Ansonsten einfach schlendern zusammen.

Tag 3: BODENARBEIT

Wir starten mit den Lockerungsübungen a la Hero Merkel. Anschließend machen wir Stangentraining - zum Beispiel das Stangen-„L“ und, Schritt und Trab über die Stangen und zum Schluss Rückwärts und Seitwärts über die Stangen weichen.

Tag 4: REITEN - im Gelände

Wir üben Ausreiten. In aller Regel alleine um das Miteinander im Gelände zu verfeinern. Dabei Schritt, Trab und Galopp. Wenn der Boden es zulässt.

Tag 5: BODENARBEIT

Ein bisschen Gymnastizierung mit Schulterherein und Kruppeherein

Danach Lockerung an der Longe und Konditionstraining durch Trab-Galopp-Übergänge

Basisfakten zum guten Trainingsplan

Wieviel du verlangen kannst und wie klein oder groß deine Schritte sein dürfen, wie viele Wechsel du innerhalb einer Trainingseinheit einbaust und wie lange eine ideale Trainingseinheit ist, entscheidet letztlich dein Pferd. Je nachdem wie lernfähig, schlau oder konzentrationsfähig und konditioniert es ist, kannst du mehr oder weniger machen.

Wir sollten immer eine Balance aus sinnvoll fordern versus fördern und Überforderung beziehungsweise Unterforderung finden. Das gilt sowohl für den Kopf als auch für den Körper.

Es macht außerdem Sinn, dass du dir vorher überlegst, wo du was genau trainieren willst. Ich versuche immer eine Mischung aus Platztraining und Geländetraining zu finden. Pferde sind nicht gerne immer auf dem Platz und es gibt nichts schöneres als mit dem Pferd durch die Natur zu streifen. Gleichzeitig kannst du und auch dein Pferd sich auf dem Platz sicher etwas besser konzentrieren als im Gelände.

Trainingsplan Pferd

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3 spannende Lesetipps

Hier findest du zum Beispiel ein cooles Trainingsplan-Beispiel für ein Führtraining und wie man es Schritt für Schritt schön aufbauen kann - KLICK AUF DEN TEXT

Hier findest du einen Artikel, warum Trainingspläne so genial sind - KLICK AUF DEN TEXT

Hier ist noch ein spannender Post zum Thema Trainingsplan und Muskelaufbau - KLICK AUF DEN TEXT

Tipp für mehr Abwechslung und Fokus im Training

Mache eine Themenwoche mit einem bestimmten Fokus

Praktisches Beispiel für einen Trainingsplan für eine Themenwoche „Kommunikation“:

Ich gehe einmal eine mögliche Themenwoche mit dir durch. Dabei versuchst du dir zu überlegen, was alles an Übungen zu dem Oberthema passen könnte und wie du das Ganze mit Abwechslung und Training für dich und dein Pferd schön kombinieren könntest:

Tag 1: Du schnappst dir dein Pferd und machst Führtraining – dabei achtest du genau darauf, wie gut oder schlecht einzelne Übungen funktionieren. HIER findest du eine Liste von Übungen für Führtraining

Tag 2: Du schnappst dir die „schlechteste Übung“ und übst genau diese, bis du eine kleine Vermessung siehst

Tag 3: Du stellst dich neben dein Pferd, versuchst seinen Lieblingskratz- oder Streichelpunkt zu finden. Das schaffst du, indem du sein Gesicht beobachtest. Wann schaut es genussvoll, wo schiebt es deine Hand vielleicht durch seine Körperbewegungen hin? Zeigt es dir mit dem Maul vielleicht wo es gerne gekratzt werden möchte? Genau dort kratzen und miteinander reden.

Tag 4: Du gehst nochmal auf den Platz und machst Bodenarbeit mit deinem Pferd und lässt dich dabei filmen. Danach analysierst du deine Körpersprache und die Körpersprache deines Pferdes

Tag 5: Du reitest – im Idealfall mit einem Pad – und versuchst die Zügel aus der Hand zu legen. Dein Pferd lenkst du nur über Gewichts und leichte Schenkelhilfen durch einen kleinen Parcour, den du dir vorher zurechtlegen kannst. Schlangenlinien durch 3 Pylonen. Stopp an einem bestimmten Punkt. 2-3 Schritte Rückwärts nach dem Stopp und eine Volle an einem anderen Punkt.

Tag 6: Du gehst zu deinem Pferd und sagst ihm Hallo. Dabei achtest du genau auf seine Kommunikation und versucht in ein schönes Gespräch mit ihm zu kommen, indem ihr einfach nur relaxt nebeneinander steht.

Tag 7: Ihr probiert euch in der Freiarbeit – wenn das noch nicht geht, kannst du es auch mit Halsring und Strick versuchen als Starter – und du versuchst mit deinem Pferd frei und ohne Halfter, Strick oder Kappzaum auf dem Platz zu kommunizieren, dich für dein Pferd interessant zu machen und in ein Gespräch zu kommen.

Falls das noch gar nicht dein Thema ist, kannst du auch etwas anderes machen. Wenn du gerne einsteigen willst, gibt es ein supercooles Youtube-Video von meiner Trainerin Hero Merkel für dich:

Traumpferd finden Carolin Burgert Foto

“Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen.”

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

Petra und Carey

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