Stell Dir vor, Du bist Dein Pferd. Dann stell Dir einen bunten und lauten Clown vor. Clowns sind unberechenbar. Er springt rechts und links vor Dir herum. Er schreit und dann ist er wieder ruhig, dann brüllt er verrückte Dinge. Dann steht er wieder ruhig da. In einem Moment wird er total laut, im nächsten springt er auf Dich zu. Dann wird er leise. Dabei wedelt er immer mal wieder mit einem Arm oder einem Seil. Dann winkt er Dich zu sich, um dich dann wegzustossen. Manchmal klopft er auf deine Schultern. Das ist unangenehm. Aber er lächelt dabei nett. Dann gibt er Dir eine Karotte einen Schokoriegel, weil Du auf ihn zuläufst, im nächsten Moment brüllt er Dich aber an, wenn Du auf ihn zuläufst und nach der Karotte fragst.

Das Ergebnis? Du hast keine Ahnung, was dieser verrückte Kerl eigentlich von dir will. Wie auch? Da kommen so viele Signale, dass Du sie gar nicht mehr deuten kannst. Dabei willst Du ihn so gerne verstehen. Ich weiß, dass ich kein verrückter Clown sein will.

Du auch?

Jetzt stell Dir vor. Da steht eine gelassene Persönlichkeit vor Dir. Sie steht ruhig da. Die Stimme ist ruhig und angenehm. Immer. Du läufst ungefragt auf sie zu. Die Stimme wird kurz lauter, sie sagt bestimmt „Stopp“, macht sich etwas größer. Du erkennst sofort, dass Du Abstand halten sollst. Du bleibst stehen und sie lobt dich mit einem freundlichen Wort. Die Grenze ist klar. Dann dreht sie sich ein bisschen ein. Nur ein kleines bisschen.

Eine Schulter dreht sich ein. Ein leises freundliches Stimmsignal sagt „komm“. Mehr nicht. Eine Einladung. Mehr nicht. Du siehst sofort, was sich verändert hat. Das Signal ist eindeutig, weil es das einzige ist, dass diese Persönlichkeit aussendet. Du hast verstanden. Sie bittet Dich herzukommen. Mehr nicht. Sobald Du bei ihr bist, steht sie wieder ruhig da, diese Persönlichkeit, wie ein Fels in der Brandung. Sie lobt Dich. Wow, Du weißt, dass Du etwas richtig gemacht hast. Du fühlst Dich gut. Du weißt sofort was sie von Dir will. Du freust Dich, weil Du sie verstehst. Du magst sie, weil Du Dich sicher fühlen kannst.

Fein!

Alles hat eine Bedeutung

Alles! Jedes Schulterzucken, jeder Fingerzeig, jeder Blick. Sogar die Art und Weise, wie Du Dein Pferd ansiehst, wie Du dich annäherst und was Du ihm damit signalisierst. Das ist schön, weil die Pferde uns verstehen wollen. Das ist aber auch schwer, weil wir Menschen gewohnt sind permanent viele Signale auszusenden und unsere Körpersprache nicht zur Kommunikation nutzen.

Wir haben ja die Worte. Jetzt muss also aus dem Clown eine Persönlichkeit werden. Vieles kommt dadurch, dass wir beobachten und machen. Trial and error. So banal das klingt. Aber es gibt natürlich auch hilfreiche Bücher zu Thema Körpersprache der Pferde:*

Der dritte Schritt zur Liberty Work:

Je mehr Du Dich und Deine Körpersprache im Griff hast, desto feiner wird die Kommunikation mit Deinem Pferd werden. Die Körpersprache ist im Grunde eines der Hauptinstrumente in der Freiarbeit. Ein Lesetipp: Kenzie Dysli hat ein tolles Buch und Video zu diesem Thema herausgebracht. Sie tanzt geradezu mit ihren Pferden. Wunderschön.

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Ein Beispiel aus dem Training in Neuseeland: 

Wir gehen zu den Pferden und holen sie von der Weide. Aber wir rennen nicht auf sie zu, sondern betreten die Koppel und warten und fordern sie auf zu kommen. Sie kommen zu uns und wir können ihnen von der Seite den Halsring überstreifen. Dabei überfallen wir sie nicht, sondern gehen erst entspannt auf sie zu, lassen sie an der Hand schnuppern, sagen „Hallo“. Dann erst streifen wir den Halsring über. Da sie uns noch nicht so gut kennen, nehmen wir den Halsring zur Sicherheit mit. Dann führen wir sie zum Putzplatz und putzen sie. Dabei ist wichtig, dass wir die Pferde beim Putzen gleich untersuchen.

6 Fragen, die Du Dir immer stellen kannst beim Putzen:

  • Sind Muskeln verhärtet?
  • Wie reagiert das Pferd auf das Putzen?
  • Ist es unruhiger als sonst?
  • Wie reagiert es auf mich?
  • Wendet es sich mir zu, bleibt es bei mir?
  • Wo wird es gerne gekrault?

Das Putzen ist der erste Moment, in dem Du feststellen kannst, wie sich das Pferd fühlt, welchen Charakter es hat, wie die Stimmung ist. Dort kannst Du lernen, ihm zuzuhören, wenn es mit Dir spricht.

Darf ich vorstellen – Toedt, meine neuseeländische Trainingspartnerin für Tag 1:

Petra & Todt happy

Toedt, meine neuseeländische Trainingspartnerin für die erste Runde Bodenarbeit, zum Beispiel, will immer wegweichen, sobald ich an ihren Bauch will. Ich fahre also erst einmal ruhig mit meiner Hand an ihrem Rücken entlang, dann gehe ich nochmal ohne Bürste an ihren Bauch und stelle fest, dass er etwas härter ist. Ich massiere sie sanft, immer mehr, bis sie langsam den Kopf senkt und anfängt sich zu entspannen. Sie schnaubt kurz. Ich begreife, dass das frische Wintergras (hier in Neuseeland ist gerade Winter) vielleicht Blähungen hervorgerufen hat und massiere anschließend sanft mit der Bürste weiter, so lange bis sie sich entspannt.

Auch das gehört zur Freiarbeit dazu. Eine Verbindung aufzubauen. Schon am Putzplatz. Ich kenne das aus dem Natural Horsemanship. Auch da begrüßt man das Pferd durch Annäherung, man fragt nach, ob man „Hallo“ sagen darf. Man überprüft durch das Abstreichen und ausgiebige Putzen, ob es dem Pferd gut geht und baut so eine erste Verbindung auf.

Hat geklappt!

Dann geht es auf den Platz. Wir lernen die Körpersprache, die hier gilt. Die Pferde treten auf ein Küsschengeräusch und die Körperbewegung an. Ich muss meine Arme immer sehr deutlich mit mir nehmen, damit ich lerne den ganzen Körper zu bewegen. So bewege ich auch automatisch meine Schultern. Das Signal, auf das die meisten Pferde reagieren.

Ein Pferd wird Dir so lange folgen, solange Du Dir selbst sicher über den Weg sicher bist, den Du gehen willst. Deswegen weil Dein Körper die Richtung vorgibt und Du wirklich meinst, was Du anzeigst. Pferde sind Fluchttiere und geeicht auf die feinsten Signale. Sie spüren, wenn Du nicht wirklich meinst, was Du sagst. Dann werden sie Dir nicht freiwillig folgen.

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Nehmen wir ein einfaches, aber doch ziemlich schwieriges Beispiel, wenn man nichts hat, an dem man ziehen kann.

Nach Rechts abbiegen:

  1. Der Arm inklusive Hand bewegt sich jeweils deutlich in die Richtung in die ich als nächstes möchte.
  2. Ich habe einen Plan. Ich weiß wohin ich als nächstes will und zeige das rechtzeitig an. Denn nur dann kann das Pferd mit seinem langen Körper auch rechtzeitig reagieren, um mir folgen zu können.
  3. Ich MEINE wirklich, was ich zeige. Denn dann spürt das Pferd die entschlossene Energie, die ich reinlege in meinen Richtungszeig.
  4. Ich schenke nicht nur lustlos den Arm nach rechts, sondern ich bewege meinen ganze Körper in einer ruhigen und flüssigen Bewegung in die Richtung, in die ich als nächstes will. Schwenke ich nur den Arm, wird das Pferd mir nicht um die Kurve folgen, weil es auf die ganze Körpersprache reagiert. Bewege ich den ganzen Körper, reagiert das Pferd darauf.
  5. Irgendwann kann der Arm dann wegfallen. Weil wir die Körpersprache so gut im Griff haben. Anfangs hilft es den ganzen Arm zu nehmen.

Schicke Kulisse

In Neuseeland mit Todt

Ob Du es gut machst zeigt Dir das Pferd

Es gibt Momente, da sind sie voller Aufmerksamkeit bei mir und es gibt Momente, da stehe ich plötzlich ohne Pferd da. Das Pferd ist abgedriftet.

Eine wichtige Grundregel ist also: Hab Deine Körpersprache im Griff. Und arbeite mit dem ganzen Körper. Spreche mit Deinem Pferd, mit Deinem ganzen Körper. Dann bist Du klar in den Signalen. Wenn Du Arme und Schultern und Hüfte unabhängig voneinander nach rechts und links schüttelst, bist Du ein Clown. Wenn Du den ganzen Körper fließend in eine Richtung bewegst, bist Du eine klare Persönlichkeit.

Hier ist nochmal der Buchtipp:*

Und eine weitere wichtige Grundregel: Möglichst nicht am Halfter ziehen! Pferde tun das auch nicht in der Herde. Sie drücken sich aus dem Weg, sie geben Körpersignale. Aber sie ziehen nicht. Mach so wenig am Kopf, wie möglich, wenn Du wirklich Richtung Freiarbeit gehen willst. Die Pferde in Neuseeland reagieren sehr fein. Das beeindruckt mich. Ich begreife aber sehr schnell, dass das auch sehr viel damit zu tun hat, dass sie kaum am Halfter oder Strick gearbeitet werden. Sie sind nicht abgestumpft oder desensibilisiert auf Halfter und Strick.

Sie haben gelernt sehr fein auf die Körpersprache zu achten. Am Anfang nehmen wir natürlich auch den Strick zur Hilfe, dann später ohne. Auch bei neuen Aufgaben oder wenn das Pferd nicht versteht, was ich von ihm will, kann ich anfangs die Übung mit Halfter und Strick aufbauen. Das ist durch die Hilfen manchmal weniger verwirrend für das Pferd und damit hilfreich.

Möhre war lecker

Das nächste Mal? Erkläre ich, wie wir unsere Pferde dazu bewegen können gerne bei uns zu sein.

Teil 4? Dann erkläre ich, wieso eine Methode nicht für alle Pferde funktioniert und wie du es schaffen kannst für dein Pferd spannend zu bleiben

Wichtig ist auch, dass wir die Aufmerksamkeit des Pferdes behalten. Wenn es die Wahl hat zu bleiben oder zu gehen, wird es nur bleiben, wenn Du ein sicherer und ein spannender Ort bist. Beides musst Du sein. Wie das geht erzähle ich beim nächsten Mal.

Alle Artikel zum Thema Liberty und Freiarbeit:

Teil 1? Die Basis der Freiarbeit – nur du und dein Pferd: Wie echte Kommunikation mit den Pferden funktioniert

Teil 2? Da erkläre ich, wie die richtige Atmung dabei helfen kann ein besserer Pferdemensch zu werden und warum Horsemanship eigentlich viel eher Humanship heißen müsste.

und:

Teil 4? Dann erkläre ich, wieso eine Methode nicht für alle Pferde funktioniert und wie du es schaffen kannst für dein Pferd spannend zu bleiben

Teil 5? Darin gibt es Tipps für Dehnungsübungen und die große Frage, wie wir an uns selbst arbeiten können um ein besserer Partner für das Pferd zu werden

Teil 6? Liberty: Die ersten Schritte zum Reiten mit dem Halsring

Autor: Petra

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

23 Kommentare zu “Bist Du ein Clown? Warum bei Pferden alles eine Bedeutung hat

  1. Saskia sagt:

    Liebe Petra,

    ein schöner Artikel zum Frühstückskaffee 🙂 Ich finde, dass wir Menschen auch stimmlich oft viel zu laut beim den Pferden sind. Die stehen schön angebunden am Putzplatz und wir krakelen über den Platz und erzählen, von den Problemen von der Arbeit o.ä. Was müssen unsere Pferde dabei von uns schreinenden Wesen auf zwei Beinen bloß denken?

    Mir fällt es auch oft sehr schwer nicht viel zu viel mit meinem Pferd zu kommunizieren. Die Atmung, der Blick, die Hände, Arme, unser Gang, unsere Stimmung, Worte und noch so Vieles mehr nehmen die wunderbaren Geschöpfe wahr und wir überfordern sie sicherlich auch dabei. Aber sich dessen bewusst zu sein, ist ja schon mal ein Anfang 🙂

    Liebe Grüße, Saskia

    • Petra sagt:

      Liebe Saskia, das stimmt – dieses Gebrülle am Putzplatz, das es manchmal gibt… und dann soll das Pferd aber immer genau wissen, wann wir es ansprechen und nicht den Tratschnachbar? Wir Menschen sind nicht immer einfach 😉 Ich rede auch gerne viel mit dem Pferd und bin immer wieder dabei mich zu fragen, was davon nötig ist und was nicht oder mich selbst zu beobachten, damit es nicht Überhand nimmt. Auch die Gesten, die Frau im Griff haben sollte, das ist ein langer Weg. Aber wie Du schreibst, sich dessen bewusst zu sein, ist der Anfang. Der Rest kommt dann nach und nach 🙂 Alles Liebe, Petra

  2. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    bei deinem heutigen Artikel fühle ich mich etwas ertappt.
    Mit meinem ersten Pferd habe ich eine zeitlang nach dem System von Parelli gearbeitet bis er mir gezeigt hat, was er davon hält. In dieser Zeit habe ich aber positiv mitgenommen das Thema Körpersprache, was mir vorher nicht bewusst war. Ich hatte konventionellen Reitunterricht und Bodenarbeit war da maximal longieren wo allerdings auch nie auf das Thema Körpersprache eingegangen wurde. Ich habe das Training nach Parelli bald sein lassen.
    Leider bin ich auch mit meiner Körpersprache wieder viel nachlässiger geworden. Bei meinem Pony war mir das anfangs gar nicht so bewusst. Ich habe wenig darauf geachtet und mich ganz auf die positive Bestärkung verlassen. Bei den ersten Übungen war das auch nicht weiter schlimm, aber mit dem Führtraining hätte ich das wieder mehr in den Fokus nehmen müssen bei mir. Habe ich anfangs aber nicht und es meinem Pony damit etwas schwer gemacht. Seit einigen Monaten (unter anderem durch deinen Blog wieder dazu angeregt) ist mir das Thema wieder bewusster und ich achte wieder mehr darauf. Und ich merke wieviel leichter es für mein Pony ist mich zu verstehen.
    Durch deinen Artikel ist mir das auch wieder mehr bewusst geworden. Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, Dein Weg erinnert mich manchmal so an meinen. Auch ich war erst in einer Reitschule, in der Bodenarbeit longieren war, mehr nicht. Aus heutiger Sicht für mich gar nicht mehr nachvollziehbar, wie man Körpersprache und Bodenarbeit so vernachlässigen kann. Ich bin so froh, dass ich das alles für mich entdeckt habe und es berührt mich wirklich sehr, wenn Du schreibst, dass die Artikel Dir das auch wieder bewusst gemacht haben. Danke dafür und dafür, dass Du immer wieder vorbeisurfst und die Seite mit Deinen Kommentaren bereicherst, you made my day! Alles Liebe und bis bald, Petra

  3. Veronika sagt:

    Mmmh, sorry, so wirklich passen tut der Vergleich mit einem Clown nicht. Ein (gelernter, ausgebildeter) Clown ist auch Meister der Körpersprache, sonst könnte er ja nicht mit seiner Mimik und Körpersprache die Geschichte erzählen die er rüberbringen möchte. Bei einem Clown liegt die Komik nicht in Worten sondern im Handeln. Ein Clown setzt seine Körpersprache bewusst ein. Er hat gelernt sich selber zu beobachten und auch mit feinsten Signalen zu arbeiten.

    • Petra sagt:

      Liebe Veronika, „Sorry“ muss gar nicht sein 😉 Danke für Deinen Kommentar. Ich meine den Clown im übertragenen Sinn und nicht im wortwörtlichen. Der Clown ist für Zuschauer erst einmal nicht berechenbar und laut oder leise, innerhalb von Sekunden. Er stolpert und macht verrückte Dinge. Deswegen scheint er mir als Bild passend und eingängig für das, was ich sagen möchte. Dass ein Berufsclown natürlich genau weiß was er tut, lassen wir mal außen vor 🙂 Da hast Du Recht 🙂 Ganz liebe Grüße, Petra

  4. Urd Rupp sagt:

    Sehr schöner Text und ein sehr schöner vergleich mit dem Clown. Vielen Dank. Freue mich schon auf den nächsten Abschnitt. Danke auch für den Buchtipppppp.
    Wir geniesen es sehr oft, einfach in unserer Mustangherde zu sitzen und den Pferden bei ihrem Verhalten zuzuschauen und zu lernen. Pferde sind sehr fein, manchmal jedoch auch sehr hart und konsequent untereinander.
    Gerade bei den Hengsten sehen wir das Verhalten der Rangordnung sehr stark ausgeprägt.

    • Petra sagt:

      Das bei-den-Pferden-sitzen liebe ich auch sehr. Ich bemitleide die Menschen fast ein wenig, die immer nur reiten wollen. Es gibt so viel mehr. Eure Pferde sind übrigens traumhaft schön. Ich bin gerade auf eure Seite gesurft. Wenn ich nicht schon eine zauberhafte Herzensjungstute hätte, wäre ich bei euch vorbeigefahren um mich umzusehen. Wie haltet ihr eure Pferde denn? Und wie sieht bei euch das Jungpferdetraining und die Pferdeerziehung aus, wenn ich fragen darf? Ich bin sehr neugierig, aber ich finde toll, was ihr macht und wüsste gerne mehr 🙂 Alles Liebe, Petra

  5. Claudia sagt:

    Liebe Petra!

    Ich musste total schmunzeln! Man hat gleich ein Bild im Kopf.

    Das problem mit dem „schreien“ habe ich zwar weniger, dafür mit dem herum fuchteln. Da hast du mich erwischt! :O)

    Man merkt vieles Anfangs gar nicht und dann plötzlich, wenn man darauf achtet, wird einem so einiges klar.

    Ich arbeite derzeit sehr stark an mir beim führen, nämlich zu wissen wohin ich will. Für mich ist es sehr hart bei einer Sache zu bleiben und springe oft von einem zum nächsten, da ist es eine irrsinnige Herausforderung bei einer Sache zu bleiben und genau zu wissen wohin ich will. Kling leicht, ist verdammt schwer für mich.

    Danke für deinen Artikel, der bestärkt mich einmal wieder in meinem Weg!

    lg Claudia

    • Petra sagt:

      Liebe Claudia, das ist wirklich toll an den Pferden, dass sie jedem seine persönliche Baustelle zeigen. Ich zum Beispiel bin nicht gerne klar, weil ich vor lauter Höflichkeit und darüber nachdenken, was der andere brauchen könnte, ungerne klare Grenzen ziehe. Die Pferde bringen mir bei, dass man höflich aber deutlich „Nein“ und „Ja“ sagen kann und ich bin ihnen sehr dankbar dafür. Ich bin also auch manchmal ein Clown 😉 Ich glaube ja, wir alle sind manchmal Clowns. Alles Liebe, Petra P.S.: Danke für Deinen lieben Kommentar, es freut mich wirklich sehr, wenn die Artikel weiterhelfen. Das ist toll!

  6. Anna sagt:

    Hallo Petra,

    vielen Dank für diesen tollen, verständlichen und hilfreichen Artikel. Schon am nächsten Tag konnte ich eine Veränderung an mir und meiner Stute entdecken, indem ich auf meine Konsequenz geachtet habe. Ich lerne so viel aus den ganzen tollen Pferdeblogs. Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt. 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

    • Petra sagt:

      Hallo Anna, sehr sehr gerne 🙂 Wie toll, dass Du eine Veränderung gemerkt hast. Das freut mich wirklich sehr. Wie alt ist Deine Stute denn und wie lange seid ihr zwei schon ein Team? Ich bin (mal wieder) neugierig 😉 Alles Liebe und bis bald, Petra

  7. Herzenspferd sagt:

    Hallo liebe Petra,

    das ist so ein toller, wichtiger Artikel! <3
    Ich muss mir da auch immer wieder selbst auf die Finger klopfen, es ist der Wahnsinn wie wenig wir uns manchmal unseres Körpers bewusst sind. Dann stehe ich da und wundere mich warum das Pony etwas ganz anderes macht als ich will. Und merke plötzlich, dass ich eine Schulter hochziehe oder einen krummen Rücken mache. Eigentlich kleine Dinge, aber das Pony reagiert sofort darauf =)
    Vielen Dank, dass du das so gut und mit dem schönen Clown-Beispiel in Worte gefasst hast!

    Viele liebe Grüße,
    Christina

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Christina, <3 <3 das ist ein extragroßes Lob, wenn es von Dir kommt. Ich liebe Deine Artikel!

      Das ist so verrückt, gell? Wie viel Bewegung und unkontrollierter Körpersprache in uns steckt. Wahnsinn, denke ich immer wieder. Ich bin ja auch immer sehr begeistert, wenn mir jemand von außen zuguckend sagt, wenn ich irgendetwas mache. Wir Menschen sind so Bewegungsgewohnt, dass man immer irgendetwas hat, das einem gar nicht richtig auffällt. Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  8. Nina sagt:

    Hallo Petra,

    ich musste gerade laut lachen als ich folgendes gelesen habe: „Manchmal klopft er auf deine Schultern. Das ist unangenehm. Aber er lächelt dabei nett.“

    Ich glaube jedem meiner „Schüler“ musste ich sagen, dass sie nicht klopfen sollen, sondern die Belohnung auch einfach mal nur „in Ruhe lassen“ sein kann.

    Ein toller Artikel, die scheinst wirklich eine wundervolle, lehrreiche Zeit in Neuseeland verbracht zu haben. Lustig, dass was du hier beschreibst, habe ich auch erst damals bei meinem ersten Besuch in Kanada gelernt. Kaum habe ich das alles verinnerlicht, standen zappelige Pferde beim Putzen ruhiger und vorher fremdelnde Pferden folgten auf einmal.

    Sich selbst bewusst zu werden, vor allem auch die eigene Atmung kontrollieren zu können, finde ich wahsinnig hilfreich. Gerade in brenzligen Situationen 😉

    Liebe Grüße
    Nina

    • Petra sagt:

      Hallo Nina, das Beispiel sollte zeigen, wie viele Menschen „klopfen“ ohne nachzudenken. Selbst ganz tolle Pferdetrainer sehe ich dann klopfend. Kennst Du die Aktion „Streicheln statt Klopfen“. „Hallo Pferd“ hatte sie glaube ich mal ins Leben gerufen. Wir haben den Gedanken alle entschlossen weitergeteilt. Wenn man genau darüber nachdenkt, macht das Klopfen aus Pferdesicht ja so gar keinen Sinn und ist wieder ein Beispiel dafür, dass die Pferde uns schon sehr tolerant hinnehmen. Ich liebe ja auch das „Streicheln“ – das ist bei mir meist kombiniert mit der Pause, weil ich so gerne knuddle. Ich muss mich selbst dann auch immer zurückhalten, den Pferden nicht das Fell wegzukraulen 😉 Aber eigentlich hast du Recht. „Einfach nur in Ruhe lassen“ kann eben wirklich das beste Lob sein. So eine Auslandsreise kann sehr lehrreich sein. Deine Berichte aus Kanada klingen auch so inspirierend. Ich würde gerne einmal mitkommen 🙂 Ganz liebe Grüße, Petra

  9. Thomas Uplegger sagt:

    Hallo Petra,
    eine wunderschöne Artikelserie – danke dafür, mach weiter so.

    Das mit der Körpersprache ist keine so einfache Sache. Damit tue ich mir auch immer noch schwer und meine Frau schimpft immer, das ich so steif da stehe oder mich bewege. Durch ihre über Jahre gesammelte Erfahrung vom Tanzen hat sie hier eine wesentlich bessere Ausgangsposition. Wie das im Artikel auch gut beschrieben ist, helfen anfangs ausladende Bewegungen ein Gefühl dafür auf zu bauen. Schlussendlich ist es aber keine Frage des antrainierens von Bewegungen. Das Pferd nimmt ja z.B. nicht nur eine Armbewegung wahr, die eine Richtung anzuzeigen soll, sondern den kompletten Ausdruck unseres ganzen Körpers. Körpersprache ist demnach der Audruck unseres inneren Zustands. Wenn man Angst denkt, dann kann das Pferd diese Angst warnehmen. Der Gedanke allein verändert die Körperspannung. Am Boden, wie auch beim Reiten ist es ausreichend das passende Bild im Kopf zu haben, das ein Abbiegen nach rechts darstellt, um es geschehen zu lassen – da muss ich auch noch heftig dran arbeiten. Probier es aus. Es funktioniert. Ein fantastisches, interessantes Thema.
    Ist dir das nicht auch schon mal passiert, das du sowas gedacht hast wie – jetzt müssten wir ganz schnell davorne bei der Reitergruppe sein um sie einzuholen – und es ist in diesem Moment einfach passiert, das dein Pferd in den Galopp gewechselt hat und beim Erreichen der Gruppe in den Schritt zurück gefallen ist ?

    • Petra sagt:

      Hallo Thomas, danke für deinen lieben Kommentar. Genau das was du beschreibst, erlebe ich auch immer wieder und immer öfter. Es ist ja vor allem die Arbeit an uns selbst, die so wichtig ist und das ist ein Weg. Ich musste das erst einmal erkennen, ganz am Anfang meiner Pferdezeit und habe dann Gott sei dank nach und nach die richtigen Pferdemenschen getroffen. Ich kenne das Gefühl auch. Wenn ich an etwas glaube, dann passiert es auch mit meinem Pferd. Wenn ich es uns nicht zutraue, geht es schief. Weil Pferde als Muskelleser jede Regung lesen können. Es ist faszinierend, wie wenig man Körpersignale braucht, wenn man ganz im hier und jetzt ist und in Bildern denkt. Du weißt bestimmt, was ich meine. Ganz liebe Grüße, Petra

  10. Kristina Hackl sagt:

    Liebe Petra!
    Als ich auf Facebook das Bild von dem Pferd gesehen habe, war mein erster Gedanke „Wow – die sieh genau so aus wie Toad“
    Nachdem ich einige Zeilen deines tollen Artikels gelesen habe, war für mich klar,dass wir auf der selben Farm in Neuseeland waren.
    Ich hatte das Glück 3 Wochen lang bei Jo zu bleiben und mit ihren Pferden arbeiten zu dürfen. Das war eine wahnsinns Erfahrung!
    Meine Freundin und ich durften sogar in ihrem Video mitwirken 🙂
    Wäre schön, falls du mir antworten würdest und wir uns noch etwas austauschen könnten ☺
    Liebe Grüße,
    Kristina

    • Petra sagt:

      Hallo Kristina, wie lustig – ja, das war Toedt und wir waren bei Jo 🙂 Das Video kenne ich gar nicht – hast du da einen Link? Ich habe mir einiges aus der Zeit mitgenommen. Und darf ich fragen wo du den Artikel auf Facebook entdeckt hast? Bin neugierig 🙂 Ganz liebe Grüsse, Petra

  11. Peter von Kruse sagt:

    Hallo Petra,
    Deine Beiträge sind sehr interessant und anregend!
    Allerdings kann man auf Teil 1 nicht mehr zurückgreifen / anschauen. Da kommt eine Fehlermeldung.
    Auch Teil 1 würde mich interessieren.
    Herzliche Grüße,
    Peter

    • Petra sagt:

      Hallo Peter, oh danke für die Rückmeldung. Die Technik macht manchmal was sie will. Ich habe das an meinen Mann – den Technik-Tom – weitergegeben, der sich das Dilemma anschauen wird. Dann ist Teil 1 hoffentlich bald wieder verfügbar. Ganz liebe Grüße, Petra

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