… und warum so ein Sperrriemen aus meiner Sicht ein absolutes NO-Go ist.

In Reitställen gibt es unglaublich viele verschiedene Reithalfter, Trensen und Zäumungen. In allen Farben und Formen. Von Western bis zum Englischen Reithalfter, von Gebisslos bis Kandare, vom schwedischen bis hannoveranischen Reithalfter. Gerade letztere haben eines gemeinsam: Den Sperrriemen. Er ist ab dem Laden schon dran und wenn er schon dran ist, dann kann man ihn auch am Reithalfter dran lassen… denken vermutlich viele Reiter, so oft wie man die Dinger an Pferdeköpfen sieht.

  • Das hat der Reitlehrer so gesagt…
  • Das war halt schon dran…
  • Das sieht doch hübsch aus am Reithalfter…
  • Das hilft meinem Pferd…

Halbsätze wie diese gibt es viele.

Trensen & Englisch & lauter Sperrriemen

Die Suche nach „Trensen Englisch“ via Google.de spuckt dann vor allem Bilder mit Sperrriemen aus. Irgendwie scheint er ein Basic geworden zu sein und ganz ehrlich? Kaum einer weiß warum. Und gute Gründe gibts eigentlich auch nicht. Denn der Nasenriemen gehört ursprünglich gar nicht zu Englisch Trensen dazu. Der Riemen um die Nase des Pferdes ist nämlich erst seit einigen Jahrzehnten zur Norm geworden.

Dann gibt es zum Beispiel noch das mexikanische oder das Hannoversche Reithalfter – Infos über die Wirkung und warum das nicht wirklich besser ist – findest du HIER

Viele wissen gar nicht, was er soll oder was er bewirkt und lassen ihn einfach dran. Das ist schade und das muss sich ändern. Denn die Tiere würden sich auch Studien zufolge eigentlich immer dagegen entscheiden. Schau deinem Pferd in die Augen und frage dich, was du da siehst, während es den Riemen ums Maul hat. Ich würde tippen auf Schmerz, Stress oder Resignation. Warum? Weil er mehr schadet als nützt. Warum? Das erkläre ich dir jetzt in diesem Artikel. Es gibt viele gute Gründe (auch anatomisch handfeste Gründe) die gegen den Sperrriemen sprechen und keinen wirklich richtigen Grund dafür.

herdis hiller - pferdeseele

Sperrriemen – ja oder nein?

Der Sperrriemen oder auch Nasenriemen wird diskutiert und zwar ziemlich heiß. Und ich finde, dass ist auch gut so. Denn wir müssen darüber reden, warum wir Ausrüstung benutzen und was sie bewirkt. Sie einfach zu nutzen, weil sie da ist, ist fahrlässig. Es ist nicht schlimm, wenn du das noch nicht weißt oder nicht hinterfragt hast, wir alle lernen dazu. Oder wenn du ausführlich recherchiert hast und nach dem Lesen verschiedener Studien, Testen verschiedener Reitweisen, Reithalfter und Zäumungen zu dem Schluss kommst, dass dein Pferd zufriedener damit ist – aber dann verschnalle ihn bitte nicht zu eng, sondern richtig und so wie er ursprünglich gedacht war. Dazu erzähle ich dir gleich mehr.

Wichtig ist einfach, dass wir über die Wirkung von Ausrüstung Bescheid wissen sollten, bevor wir sie nutzen. Denn die Pferde haben keine Wahl – egal um was es geht und egal welches Reithalfter wir ihnen um den Kopf schnallen.

Deswegen hoffe ich sehr, dass du nach dem Lesen dieses Artikels darüber nachdenkst, welche Hilfsmittel du aus deinem Stallschrank wirklich brauchst und was sie bewirken.

Auch der Sperrriemen. Es gibt viele Reiter, die viele Argumente dafür haben. Sätze wie „mein Pferd reißt ja immer das Maul auf und streckt die Zunge raus“, „es will die Trense irgendwie nicht im Maul haben“, „ist doch so schick“, „der Anfänger zerrt zuviel am Zügel und der Sperrriemen hält die Trense im Maul, so dass sie nicht durchs Maul gezogen werden kann und keine Schmerzen verursacht“ sind nur ein paar Beispiele. Darf ich ehrlich sein? Sie alle sind Quatsch! Es gibt kein Argument, das stichfest genug ist, um dafür zu sprechen.

Sperrriemen - No Go

Um nur die drei Beispiele zu entkräften:

Nummer 1 – Mein Pferd reißt ja immer das Maul auf und streckt die Zunge raus: Wenn das Pferd die Zunge rausstreckt, dann will es etwas damit sagen. Entweder schmerzt die Trense und das Reithalfter oder sie ist unangenehm oder die Art wie der Reiter sie nutzt ist unangenehm. Das wird nicht besser, wenn man das Maul mit einem Riemen zusperrt – der Mensch sieht es nur nicht mehr. Im Grunde wird das Pferd damit mundtot gemacht. Viel besser wäre es herauszufinden, warum das Pferd die Zunge rausstreckt.

Nummer 2 – Mein Pferd will die Trense nicht im Maul haben: Wenn es die Trense loswerden will, dann will es auch damit etwas sagen. Im Grunde kann ich die Sätze von Nummer 1 wiederholen. Vielleicht hat es Schmerzen, vielleicht hat es Entzündungen am Kiefer oder Zahnfleisch, vielleicht bekommt es Panik bei dem Gefühl von Metall im Maul, vielleicht ist das Gebiss nicht das Richtige oder die Reitweise. So oder so – sollte der Reiter zuhören und verschiedene Reithalfter ausprobieren und vielleicht auch über gebissloses Reiten nachdenken.

Nummer 3 – Die Anfänger zerren zuviel und die Sperrriemen halten die Trensen im Maul, so dass sie nicht durchs Maul gezogen werden können und keine Schmerzen verursachen: Okay, fassen wir zusammen. Ein ANFÄNGER sitzt auf dem Pferd und hat weder ruhige Hände noch einen ausbalancierten Sitz im Sattel. Was ist also die logische Folge: Er wird versuchen sich auch an den Zügeln festzuhalten. Ja, das reißt im Pferdemaul. Was ist also gut daran, das Pferdemaul zuzuschnüren? Das löst nicht das Problem des reißenden Anfängers. Kann das Reißen halt ein bisschen abgefangen werden. Viel besser wäre es, den Anfänger so lange an der Longe im Sattel in die Sitzschulung zu geben, bis er ruhige Hände hat und dann erst die Zügel in die Hand zu geben. Nein, da schnürt man dem Pferd lieber das Maul zu, um die Anfänger schön schnell in die Bahn schicken zu können.

So lässt sich im Grunde jedes fadenscheinige Argument entkräften und „das haben wir schon immer so gemacht“ oder „das war halt schon am Zaumzeug dran“ gelten gar nicht. Dafür haben wir ein Hirn, um es einzuschalten und zu denken.

Findest Du auch, dass es höchste Zeit ist etwas gegen Sperrriemen zu tun? Dann schenk diesem Artikel fünf Herzen und teile ihn weiter:

Geschichte des Sperrriemen

Bevor ich aber die Argumente aufliste, die gegen den Sperrriemen sprechen, erst einmal kurz etwas zu der Geschichte dieses „Hilfsmittels“.

Erfunden wurde er, um den Zug durch die Reiterhand auf das Gebiss durch die spezielle Verschnürung auf Nase und Gebiss zu verteilen. Der Leder Riemen wurde damals anders um die Zäumung und Gebiss herum gebaut und nicht so geschnürt und verschnallt wie heute. So sollte der Druck zwischen den Pferdenasen und den Trensen sozusagen aufgeteilt werden.

Heute läuft der Sperrriemen einmal um das Maul herum und nicht nur um die Nase und soll den Druck auch verteilen, heißt es so schön. QUATSCH! Er sperrt das Maul des Pferdes zu. Punkt. Wer etwas anderes behauptet redet sich das ganze Prozedere schön.

Heute wird einfach „nur“ zugeschnürt. Trotz allem scheint mir der Sperrriemen auch damals eher sinnlos gewesen zu sein, denn auch damals hätte lieber der Reiter an sich und seinen Händen arbeiten sollen oder dem Pferd für seine Ausbildung so viel Zeit geben sollen wie es braucht, statt Hilfsmittel zu erfinden, die den Druck verteilen.

INFO: Dazu sagte schon der alte Reitmeister aus der grichischen Antike, Xenophon, über Hilfsmittel: “Mach dir klar, dass die Lektionen der höheren Dressur keine Kunststücke sind, die du deinem Pferd mit Hilfe unnatürlicher Zwangsmittel beibringen kannst. Sie sind Formen der imponierenden Selbstdarstellung des Pferdes, die es in besonderen Erregungszuständen vor seinen Artgenossen von sich aus zeigt.” (Zitat Xenophon)

Zurück zum Sperrriemen und seiner Geschichte: Seine Erfolge feierte der Sperrriemen so richtig erst in Kriegszeiten. In der Kavallerie – gerade beim Sprung über den Schützengraben, haben die zum Teil schnell eingelernten Reiter die Lederzügel hochgerissen, um auf der anderen Seite des Schützengrabens wieder passabel gut zu landen – das hat zu einer sehr hohen Zahl an Unterkieferbrüchen der Pferde geführt, weil der Druck eine Hebelwirkung erzeugt und unmittelbar weitergegeben wurde. Der Sperrriemen war also eine Art Schiene gegen ungeübte Reiterhände und aufgesperrte Pferdemäuler in der Kriegssituation. Immerhin konnten so einige Pferde mehr den Krieg ohne Kieferbruch überleben. Schön ist das alles natürlich trotzdem nicht.

Und in Kriegszeiten befinden wir uns schon lange nicht mehr – gott sei Dank! Deswegen frage ich mich, warum so viele Reiter trotzdem aufrüsten als ob sie morgen mit ihrem Pferd in die Schlacht ziehen wollten.

HIER findest du einen Artikel über die alten Meister und warum es so wichtig ist, dass wir endlich den Friedensvertrag mit unseren Pferden unterschreiben müssen

Pullerriemen – das Gleiche?

Der Sperrriemen kommt übrigens manchmal auch als „Pullerriemen“ daher. Kommt von „to pull“ und bedeutet „ziehen“. Riemen, Zügel und Ziehen sollten aber sowieso nicht unbedingt in einem Satz vorkommen. Denn wenn der Reiter ziehen muss, ist er entweder noch nicht gut genug oder das Pferd nicht gut genug ausgebildet. Und wenn das Pferd zieht und sich auf das Gebiss legt, ist es wohl noch nicht geduldig genug ausgebildet worden und hat nicht verstanden, was das Ganze soll. So oder so ist das ein Kreislauf der besser mit umsichtigem Training durchbrochen werden sollte, als mit Druck und einem Riemen gelöst zu werden.

Wikipedia sagt übrigens dazu: „Es stellt ein pferdefreundliches, wirksames Hilfsmittel insbesondere für heftigere Pferde dar, die häufig den Zügel aus der Hand ziehen („pullen“).“

Da könnte ich direkt kotzen. Entschuldige bitte diese Ausdrucksweise. Aber wer diesen Artikel verfasst hat, hat keine Ahnung oder ein wirklich armes Pferd. Wie kann es sein, dass die Lösung für schlechte Ausbildung und Erziehung und fehlerhaftes Verhalten des Menschen, die dann zu einem Pferd führen das sich wehrt, ein Sperrriemen sein soll, der das Maul zuschnürt? Und wie kann man das Ganze dann noch im weltweit größten Online-Lexikon als „pferdefreundliches wirksames Hilfsmittel“ bezeichnen?

Sperrriemen - No Go

Und nein, das ist nicht wie bei Sporen oder der Gerte – die bei sanfter Verwendung feine punktuelle Hilfen geben können. Es ist beim Sperrriemen wie bei den Hilfszügeln (auch als Ausbinder bekannt) – sie greifen in die Pferdeanatomie ein und stören den Bewegungsablauf der Pferde dadurch. Das führt zu Verspannungen, Blockaden und verhindert natürliche Prozesse im Pferdekörper und das schadet den Pferden. Punkt. Egal wie korrekt jemand meint den Sperrriemen verschnallt zu haben.

Schluss mit dem Sperrriemen!

Das muss sich ändern. Deswegen will ich mit diesem Artikel aufklären über die Probleme, die dieses grauenvolle und bei Wikipedia als „pferdefreundliche“ Hilfsmittel bezeichnete Ding namens Sperrriemen verursacht.

HIER noch der Link zu einer Studie zum Thema

Jetzt kommen wir mal zu den Nachteilen des Sperrriemen:

  1. Das Pferd ist ein in sich ausgeklügeltes System. Mutter Natur hat sich einiges bei seiner Entwicklung gedacht. Jeder Muskel greift in den anderen – wie bei einem Uhrenrädchen. Wenn der Kiefer durch den Sperrriemen festgebunden ist, also nicht so richtig locker ist, hat das Auswirkungen auf die umgebende Muskulatur. Die federt normalerweise in der Bewegung die Stöße des Körpers mit ab. Das Pferd muss im Grunde mit zusammengebissenen Zähnen zum Marathonläufer werden. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Wirbel der Wirbelsäule, die so bei jedem Schritt das abfangen müssen, was sonst die Muskulatur um den Kiefers abgefangen hätte. Die Folgen: Prellungen und Gelenkschäden.
  2. Oben zwischen Hals und Genick und Kopf des Pferdes ungefähr befindet sich die Ohrspeicheldrüse. Sie ist essentiell für das Pferd. Sie steuert unter anderem auch die Speichelproduktion des Pferdes, die absolut wichtig ist für die Pferdegesundheit. Kann der Kiefer nicht richtig bewegt werden, kann das die Ohrspeicheldrüse beeinflussen. Zumal sie besser nicht gedrückt werden sollte. Deswegen sind auch die Ausbinder, Hilfszügel oder sogar die Rollkur unter anderem schädlich für das Pferd. Mal ganz abgesehen davon, dass sie Schmerzen verursachen und als Tierquälerei bezeichnet werden können.
  3. Der Sperrriemen sperrt im wahrsten Sinne des Wortes das Pferdemaul zu. Das Pferd öffnet normalerweise das Maul etwas, wenn Druck auf die Trense ausgeübt wird, um auszugleichen. Das kann es logischerweise nicht, wenn das Maul zugeschnürt ist. Dazu kommt, dass ganz viele Nerven im Pferdemaul sitzen. Auch dort, wo der Trensendruck landet, wenn der Reiter die Zügel annimmt. Das hindert den Schluckreflex daran loszulegen und das wiederum blockiert den Kehlkopf. Wenn also ein Pferd so richtig schön schäumt ist das kein gutes Zeichen. Wird ja gerne so behauptet.
  4. Die Pferdeanatomie erlaubt Pferden übrigens nur fressen oder atmen gleichzeitig, das hat auch etwas mit Luft- und Speiseröhre zu tun, sagt der Forscher Robert Cook, der das Bitless Bridle daraufhin erfunden hat. Speichelt also das Pferd fröhlich und kann nicht schlucken, kann es auch schlechter Atmen. Pferde speicheln aber beim Laufen und können dann ihren Speichel nicht mehr richtig schlucken. Das erschwert wiederum das Atmen und es fühlt sich mehr als unangenehm an. Ist das Maul zugesperrt, wird das nicht besser. Kann man sich gut vorstellen, wenn man weiß, wie schnell ein fieses Gefühl entsteht, sobald wir unseren Gaumen „kitzeln“.
  5. Speichel ist aber nicht nur nass, er sorgt auch dafür, dass der Magen des Pferdes einwandfrei funktioniert. Der Pferdemagen arbeitet konsequent – 24 Stunden täglich – anders als bei uns Menschen. Deswegen ist es auch so wichtig, dass Pferde nie länger als 4 Stunden ohne Futter sind. Denn es schießt permanent Magensäure in den Magen ein. Ist da weder Futter noch schützender Speichel (der basische Mineralien enthält), dann greift die Magensäure zwangsläufig die Magenwand an. Das führt zu Magenproblemen und natürlich langfristig auch zu Schmerzen beim Pferd.
  6. Habe ich schon erwähnt, dass am ganzen Pferdekopf an verschiedenen Punkten empfindliche Nerven liegen? Deswegen ist es auch so wichtig, dass jede Zäumung wirklich gut und richtig sitzt. Da wo der Sperrriemen sich in aller Regel befindet, wächst ein empfindlicher Nerv aus dem Schädel der Pferde und verläuft quasi unter der Haut.

Dazu kommt die Zeit ist Geld-Mentalität vieler Reitschulen und auch Reiter. Der Sperrriemen, genau wie der Hilfszügel kaschiert vieles:

  • Schlechter Sitz in den Sätteln
  • Reiter hält sich über die Zügel fest oder sein Gleichgewicht
  • zu unruhige Hände
  • zuviel Einfluss über die Reiterhand und zu wenig über Gewicht und Schenkelhilfen
  • zu schlecht und schnell ausgebildete Pferde die über zu starke Einwirkung in die Übungen gepresst werden

Statt also all das mit dem Sperrriemen zu kaschieren, könnte man doch besser an der Ausbildung von Reiter und Pferd arbeiten, oder?  

Du siehst also, dass es viele anatomisch relevante Gründe gibt, die dagegen sprechen. Die Pferde sind im Grunde die ganze Zeit dabei sich mit ihrem Körper irgendwie gegen all die Schwierigkeiten zu gewöhnen, die ihnen der Sperrriemen macht – das bedeutet auch, dass sie mit dem Kopf nicht so sehr bei ihrem Reiter sein können, weil sie leiden. Es ist aber nicht wie mit den Kandaren, vielen anderen Reithalftern oder Sporen, dass der Nasenriemen eine Frage der weichen und sanften Reiterhilfen ist, sondern er ist grundsätzlich ein Hilfsmittel, das weder nötig ist, noch dem Pferd nutzt, sondern (betrachtet man all die Studien zu diesem Thema) dem Pferd eher schadet.

HIER in dem Buch findest du alles, was du über die Pferdeanatomie wissen musst:“Finger in der Wunde: Was Reiter wissen müssen, damit ihr Pferd gesund bleibt“*

Es wäre also nicht nur pferdegerecht und fair, sondern sogar noch egoistisch von dir den Sperrriemen sofort abzuschnallen – denn dein Pferd wird mehr Geist, Kopf und Energie haben, um sie in eure gemeinsame Zeit zu investieren, wenn es dieses unsägliche Ding nicht mehr ums Maul geschnürt hat.

Bestätigt wird das übrigens durch eine Studie des emeritierten Professor Dr. Holger Preuschoft von der Universität Bochum, der in einer mathematischen Studie berechnet hat, ob ein Sperrriemen einem Pferd anatomisch überhaupt all das erlauben kann, was es braucht um sich schmerzfrei und stressfrei unter dem Reiter bewegen zu können.

Wir müssen wieder zurück zum feinen Reiten, dem ausbalancierten Sitz, den Gewichts- und Schenkelhilfen.

Das Ergebnis zur Studie über Sinn und Unsinn des Sperrriemens

„Damit ein Pferd wirklich kauen und eine Belohnung aufnehmen kann, muss es seine Schneidezähne mindestens 16 Millimeter auseinander bewegen können. Festgeschnallte Nasenriemen sind nicht nur sinnlos, sondern ein Fall für den Tierschutz!“ (Zitat Holger Preuschoft)

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42 Kommentare zu “Sperrriemen

  1. Heike sagt:

    Das ist ein super Beitrag mit echtem anatomischem Hintergrundwissen!!!Endlich mal jemand der die Dinge beim Namen nennt….es wird Zeit das sich das Bild in den Reithallen zum Wohle unsere Pferde ändert!und reiterliche Defizite nicht mit mehr Leder; Gummi oder schärferen Gebissen ausgeglichen wird..ok es ist noch kein perfekter Reiter vom Himmel gefallen und es geht nicht von heute auf morgen aber an der Basis muss sich bereits was ändern und dann müssen die vermeintlich tollen Reiter mit ihren tollen Pferden( zumindest eine Zeit lang)bessere Beispiele abgeben.

    • Petra sagt:

      Hallo Heike, das freut mich sehr. Danke für deinen Kommentar! Umso mehr Menschen laut werden dagegen, umso schneller ändert sich vielleicht etwas. Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Kristin sagt:

    Ich sehe das Thema Sperrriemen auch sehr kritisch. Ich bin sehr froh, dass ich auf einem Reiterhof das Reiten gelernt habe, auf dem alle Sperrriemen komplett entfernt wurde. Das würde ich mir für alle Höfe wünschen, die Anfänger ausbilden, um ihnen bzgl. des Sperrriemens ein Vorbild zu sein: Keinen verwenden!

    • Petra sagt:

      Liebe Kristin, auf unserem Reiterhof gibt es – soweit ich weiß – auch niemanden mit Sperrriemen oder Ausbindern. Auch deswegen weiß ich, dass es der passende Stall für uns ist. Ich möchte gar nicht auf einem Hof sein, indem die negative oder gestresste Stimmung durch Menschen, die Pferde herunterriegeln wollen, sich auf mich oder mein Pferd überträgt. Umso entspannter die Pferde und die Menschen mit den Pferden, um so schöner ist es für Mensch und Pferd, weil ja auch die Herde an sich zufriedener ist. Danke für deinen Kommentar, ich unterschreibe ihn sofort! Liebe Grüße, Petra

  3. simone zahn sagt:

    Toller Artikel. Man muss es wieder und wieder wiederholen. Es wäre vor allem aber gut, die Händler, die das Zeug verkaufen, aufzuklären. Ich habe meine erste Trense auch mit dem Ding gekauft – weil es so wunderschön sein sollte. Viele haben das Teil wirklich aus Unwissenheit dran.

    • Petra sagt:

      Absolut! Ich würde mir ja auch wünschen, dass Krämer und Co da mal ein bisschen Vorbild werden. Das wäre fein. Ganz liebe Grüße, Petra

  4. Freya sagt:

    Ich habe noch nie einen Sperrriemen verwendet und das auch bewusst nicht getan. Den Text finde ich super geschrieben und du hast an alles gedacht.
    Ich bin also ganz deiner Meinung, nur bei einem Punkt mit den Anfängern bin ich etwas stutzig geworden: Der Anfänger solle an die Longe genommen werden.
    Was wäre daran sinnvoll, einen Anfänger auf ein durchgehend gebogenes Pferd zu setzen?
    (Falls du mit "an die Longe" nicht gleich das Longieren gemeint hast, wäre es schön, wenn du das noch hinzufügst.)
    🙂

    • Petra sagt:

      Liebe Freya, danke dir 🙂 es freut mich! Danke auch für deine Ergänzung. Ich weiß was du damit meinst. Noch besser wäre, wenn der Reitlehrer mitgeht und führt. Mir geht es nur darum, dass das Argument "Anfänger könnten dem Pferd im Maul zerren und der Sperrriemen verhindere das" für mich nicht zählt. Denn solange ein Reiter dem Pferd im Maul zerrt, weil er sich festhalten muss an den Zügeln oder unruhige Hände hat, sollte er die Zügel einfach noch nicht in die Hand bekommen und an seinem Sitz arbeiten. Das passiert ja meist an der Longe. Insofern ergänze ich das noch 🙂 Danke dir! Liebe Grüße, Petra

  5. Hafdis sagt:

    Ich finde es gut, dass du den Sperrriemen nicht lobst. Ich benutze ihn nicht mehr, weil mein Pferd Probleme mit der Lunge hat und sonst nicht richtig abhusten könnte… Vorher, habe ich den Sperrriemen immer sehr locker gemacht, so dass meine Stute ihn fast nie bemerkt hat. Im großen und ganzen, ist der Sperrriemen nicht wirklich ein Nachteil

    • Petra sagt:

      das freut mich 🙂 Danke für deinen Kommentar. Ich denke, dass er anatomisch eher Schwierigkeiten liefert als Vorteile zu bieten, noch mehr nach der ganzen Recherche für die anatomischen Facts. Darauf wollte ich hinweisen – einfach nur, damit die Pferdeesitzer überlegen, warum sie ihn nutzen und ob sie ihn wirklich brauchen. Ganz liebe Grüße an Dich, Petra

  6. Sue sagt:

    Finde den Text grundsätzlich gut. Es gibt vieles in der Reiterei das nicht in Ordnung ist. Als ich noch 10-13 war, bin ich damals jedoch dankbar gewesen um den Sperrriemen. Ich hatte ein Pony geritten, welches ohne Sperriemen ständig den Kopf runter gerissen hat und gefressen hat. Ich finde ihn als solches Hilfsmittel zu benützen ist in Ordnung.

    • Petra sagt:

      Liebe Sue, das freut mich, dass du den Text magst. Ich würde dir aber widersprechen, was dein Pony betrifft. Bevor man euch auf dieses Pony gesetzt hat und den Sperrriemen "draufgeknallt" (entschuldige meine Ausdrucksweise), hätte man mit dem Pony am Boden und im Sattel an dem Thema "Grasen" arbeiten müssen. Statt ihm einfach den Mund zu verbieten. Du warst ja noch ein Kind, da macht man was die Erwachsenen sagen. Aber die Reitlehrer oder Pferdebesitzer, die den Sperrriemen als Lösung des Problems genommen haben, die hätten es besser wissen müssen. Danke aber für deine Gedanken zu dem Thema und liebe Grüße, Petra

    • Petra sagt:

      Liebe Heike, in der Wendy (die ich als Kind ganz gerne gelesen habe 😉 ) spielen Biomechanik und Pferdeanatomie keine große Rolle. Deswegen verstehe ich deinen Einwurf nicht ganz – ich schreibe nicht mit einer rosaroten Brille sondern von anatomischen Folgen und Problemen. Aber danke für dein Kompliment für die Schreibe, das freut das Jouranlistenherz 🙂 Liebe Grüße, Petra

  7. Anja sagt:

    Hallo Petra,

    danke für den Artikel.
    Wikipädia kann verändert werden. Bitte tue das, hab ich auch schon getan, weil mir etwas nicht gepasst hat, bzw. das Tierquälerei war, was da stand, was man tun sollte. Wiki ist keine zuverlässige Informationsquelle und sollte, wie alles auch immer hinterfragt werden.
    Liebe Grüße

    • Petra sagt:

      Hallo Anja, da hast du absolut Recht – es steht auf meiner To Do Liste – ich war ehrlich entsetzt als ich den Wikipedia-Text gelesen habe. Und zu viele Menschen glauben, was dort steht ohne es zu hinterfragen. Ich werde mich sobald es geht ransetzen und versuchen den Artikel anzupassen. Liebe Grüße und danke nochmal für deinen anspornenden Kommentar, Petra

  8. Svea sagt:

    Bin letztens das erste mal mit einer Freundin geritten, und fragte sie, warum sie denn den Sperrriemen der Trense nicht abmachen würde.
    Sie meinte, das es nur ihre Reitbeteiligung ist und sie deswegen nichts verändern will.
    Die Besitzerin ist eine Gute Trainerin mit einem Trainerschein und mehreren Pferden.
    Warum achten so wenige Leute uf das Wohl der Tiere?

    • Petra sagt:

      Liebe Svea, das ist wirklich traurig. Würde ihr die Besitzerin denn zuhören, wenn sie etwas sagen dürfte? Manchmal sagt man ja auch nichts, weil man ohnehin meint zu glauben, dass es nichts bringen wird. Ich glaube, dass wir alle meinen, dass wir das Richtige tun. SOnst würden wir es ja nicht tun – nur manchmal ist das scheinbar Richtige vielleicht auch etwas Falsches. Und das zu erkennen muss man bereit sein und Veränderungen wollen. Dann stecken wir eben fest. Ich finde aber gut, dass du nachhakst, auch das kann zum nachdenken anregen. Ganz liebe Grüße und danke dir, Petra

  9. Claudia Wegner sagt:

    Ich verfolge die Diskussion um den Sperriemen schon lange und habe daher auch diesen Artikel mit großem Interesse gelesen. Ich elbst verwende keinen, wohl aber ( korrekt verschnalltes, heißt 2 aufgestellte Finger auf dem Nasenbein) Reithalfter. Was die Ausführungen über die fatale Wirkung des Sperriemens und der viel zu engen Verschnallung dieser und auch des Reithakfters angeht, finde ich den Artikel super.
    Aaaber….zwei Dinge sind mir aufgefallen.
    Ersten wird immer wieder behauptet, der Sperriemen sei eine Erfindung des Militärs mit der oben beschriebenen Absicht, Kieferbrüche zu verhindern. Diese Annahme hält sich hartnäckig jedoch habe ich dafür noch nie eine zuverlässige Quelle gefunden. In allen histrorischen Dokumentationen über die Reiterei des Militärs und der Kavalleriereitschulen habe ich nie auch nur einen einzigen Sperriemen gesehen. Weder auf Fotos oder Videos der einfachen berittenen Truppen, nich bei der Jagdreiterei der Offiziere. Oft tragen die Pferde gar keine Reithakfter oder aber, so weit erkennbar, recht lockere Nasenriemen. Aber nie Sperriemen wie er heute bentzt wird. Das Hannoversche sieht man ab und zu und dessen ‘Erfindung’ ist auch historisch bekegt als weine ‘Weiterentwicklung’ des Kappzaumes. Meine Frage also an die Autorin, haben sie belegbare Quellen für diese Aussage zum Sperriemen? Ich suche schon lange danach.
    Das Zweite ist, die Bezeichnung Pullerriemen. Dieser bezeichnet eigentlich eben nicht den heute üblichen Sperriemen sodern den, ebenfalls beschriebenen, Riemen, der ausschließlich über die Nase läuft.

    • Petra sagt:

      Hallo Claudia, danke für die Hinweise. Soweit ich weiß, wurde der Sperrriemen damals auch anders benutzt als heute und anders verschnallt. Zu dem Thema Sperrriemen / Pullriemen findest du hier genaue Informationen: http://friederike-uhlig.de/bakarbeit_uhlig.pdf da wird klar, dass damit letztlich das gleiche gemeint ist – zumindest in seinen Anfängen. Ich habe diverse Seiten – aber hier findest du auf jeden Fall auch noch Informationen dazu: http://desmondobrien.de/wissenswertes/reithalfter Aber ich kann dir jetzt keinen Bildband aus der Zeit nennen, in dem das aufgeführt ist. Ganz liebe Grüße, Petra

  10. Akito sagt:

    Ich wollte damals für meinen Haflinger extra eine Trense ohne Reithalfter kaufen.
    Daraufhin fragte mich die Verkäuferin des Reitsportgeschäftes, warum ich das denn wolle und sagte, dass ich dann später sowieso eins nachkaufen würde.
    Daraufhin bin ich zu einem Westerladen gefahren und habe dort eine schöne Westerntrense gekauft.
    Hat vom Stirnriemen her eh besser gepasst. Den Kehlriemen habe ich einzeln gekauft, weil der von der Westerntrense zu eng war.

    • Petra sagt:

      Hallo Akito, ja verrückt oder? Warum man fast nicht die Wahl hat. Sehr schade. Aber ich finde toll, dass du dich nicht hast beirren lassen. Ganz liebe Grüsse, Petra

  11. Akito sagt:

    Hallo Petra!
    Ja, ich hatte auch mal eine Reitbeteiligungspferd, dass ich von der Reitlehrerin (nicht die Besitzerin) aus, mit eng zugeschnürtem Sperrriemen reiten musste. Angeblich würde es sonst die Hilfen nicht richtig wahrnehmen.
    Einen Unterschied zu sonst habe ich jedoch nicht bemerkt.

    • Petra sagt:

      Hallo Akito, das ist wirklich haarsträubend – warum sollen Hilfen besser ankommen, wenn man einen Sperrriemen umschnürt? Da möchte ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und mich fragen wie die Reitlehrerin auf so etwas kommt. Ganz liebe Grüße, Petra

  12. julia lebeiner sagt:

    Hallo Petra 🙂

    Ich habe deinen Artikel mit großem Interesse gelesen. Endlich mal ein Bericht nach meinem Geschmack!

    Ich (17 Jahre) bin damals noch im Schulbetrieb geritten und habe mir nie Gedanken über jegliche "Hilfsmittel’ gemacht. Waren ausbinder drauf, dann war es so. War ein sperriemen dran, dann war es so. Auf Nachfragen, wieso die Pferde denn abkauten oder schaum um das maul hatten, bekam ich die Standard-Antwort: Das ist ein gutes Zeichen. Das heißt das Pferd ist zufrieden. " Und ich glaubte den Reitlehrern. Auf die Idee zu kommen, die Pferde zu fragen wie sie sich fühlen wäre ich nie gekommen. Ich habe die Dinge nicht hinterfragt, deshalb deutete ich das nervöse Schweifschlagen und Ohrenspiel, die durch Anspannung verkürzten Schritte, das Kopfschlagen – die Pferde haben so deutlich laut gesagt dass sie schmerzen haben – auch ganz falsch.
    Als ich anfing mich zu informieren, die Dinge zu hinterfragen, mich mit der Anatomie zu beschäftigen und Bücher zu lesen war ich schockiert zu erfahren, wie viel Schaden unter anderem auch ich den Pferden zugefügt hatte. Ich war wütend auf die Reitlehrer mir falsche Dinge weiszumachen, denn ein schäumendes maul oder das abkauen haben die pferde wahrscheinlich so gemeint: Der sperriemen nimmt mir die Luft, das Schlucken ist schwer" und "Ich möchte das Gebiss in seiner Lage verschieben, es tut weh wie du an den Zügeln ziehst". Als mir bewusst wurde was ich getan hatte auch wenn es nicht meine Schuld war, ließ ich den Tränen freien Lauf.
    Das positive an allem ist, dass ich angefangen habe den Pferden zuzuhören und nicht den ‘Experten’. Ich werde nie verstehen, wieso mam den Anfängern im Reitbetrieb ein mit Sperriemen aufgetrenstes Pferd in die Hand drückt. Ich plädiere sehr für zügelunabhängiges Reiten für Reitanfänger, das leider fast nirgends durchgeführt wird.

    Seit 3 Jahren habe ich ein Pony, das ich nun mit seinen 5 Jahren mithilfe einer Trainerin schonend anreite. 1 Jahr seines Lebens musste mein Pony in Boxenhaltung leben, gezwungenermaßen. Nun lebt er aber zufrieden mit Herde in einem Offenstall. Artgerechte Haltung steht nämlich für mich an erster Stelle. Und an zweiter ein gesunder Reitstil. Ich werde meine vorwissenschaftliche Arbeit in der Schule auch über ‘die Leiden der Sportpferde" und deren psychischen und physischen Auswirkungen schreiben. Denn ich möchte mich immer mehr informieren und mehr wissen, damit ich den Pferden etwas zurückgeben kann. Wenn ich eines weiß, dann,dass mein Pony nie einen Sperriemen ums Maul geschnürt kriegt geschweige denn andere Hilfsmittel. Denn sollte ich welche brauchen müssen, dann brauche ich sie und nicht mein pferd. Es liegt an mit besser zu werden und nicht an meinem Pferd. Ich kenne in meinem Umfeld viele Menschen, für die das naturlichste auf der Welt ist, das Pferd zu schlagen, sperriemen ums maul und hilfszügel dran machen. Ich habe schon etliche Diskussionen gehabt, und deren Argumente waren ähnlich wie du geschrieben hast! Entweder "der war schon dran" oder "mein pferd reißt das maul auf" oder "alle reiten mit sperriemen und mein reitlehrer sagt das ist gut" habe ich zu hören bekommen. Argumente, die neben meinen dann ziemlich lächerlich und nicht besonders aussagekräftig waren. Doch das schlimmste an allem ist, dass diese Menschen nicht lernen wollen. Ich habe den Eindruck, diese Menschen wollen das nicht hören. Wollen ihren Pferden nicht zuhören. Weil es vielleicht leichter und bequemer ist dem pferd das maul zuzuschnüren, lediglich die symptome zu bekämpfen? Doch die Ursache bekämpft man dadurch nicht. Und das müssen wir uns zur Aufgabe machen …
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel :))

    Ganz liebe Grüße
    Julia

    • Petra sagt:

      Liebe Julia, danke für deinen wunderbaren Kommentar. Ich kann dich sehr gut verstehen – ich finde auch ganz grauenvoll, wie immer und immer wieder die gleichen falschen Sachen beigebracht werden. Ich war auch bei einem Reitlehrer mit Gummi-Ausbindern – und habe da ein halbes Jahr Reitunterricht genommen. Bis ich nachgefragt und gelernt habe und festgestellt habe, dass es falsch ist. Es ist ein Weg und man muss bereit sein Fragen zu stellen – dann kommt man sehr schnell auf die richtigen Informationen – aber man muss aktiv werden. Denn in viel zu vielen Schulen werden die falschen Dinge unterrichtet. Umso mehr freut mich, dass du nachgefragt hast und einen anderen Weg gehst. Ich glaube dein Pony wird sehr von deinen Erfahrungen profitieren und auch wenn ich schade finde, wie wenig Menschen zuhören wollen, sage ich es immer wieder – denn immer wieder sind auch Menschen dabei, die es nicht besser wussten und offen sind. Aber missionieren und überzeugen, wer nicht überzeugt werden will – macht leider keinen Sinn. So traurig das ist – aber das müssen wir wohl akzeptieren und die Information ausstreuen und hoffen, das möglichst viele Menschen sie finden. Ganz liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar, Petra

  13. Sophie sagt:

    Liebe Petra, danke für diesen wirklich schönen Artikel! Ich finde es super das du die Leute schulen und aufklären willst. Und danke auch für eure vielen anderen Artikel! Man findet doch immer wieder etwas wo man umdenken und ausprobieren kann!
    Jetzt hätte ich eine Frage… Ich rechtfertige mich zu diesem Thema seit Jahren und hätte gerne deine Meinung (soweit das aus der Ferne geht natürlich)…
    Ich besitze einen mittlerweile 7 järhiger Arabermix. Er gehört mir seit 5 Jahren. In jungen Jahren hatte er einen ekelhafter Unterhals und die ersten Reitversuche erinnerten mehr an Giraffe als an Pferd. Mein Pony ist entgegen dem Ruf der Rasse unglaublich faul. Mit nettem aber durchaus konsequentem Unterricht braucht man nur 10g am Zügel und das Pony läuft wunderschön am Zügel, nicht zu hoch nicht zu tief. Faul ist er immer noch (immer entsprechend der aktuellen Fitness) aber die Hilfen kennt er und auch aus Zeitlupentrab springt er ordentlich in den Galopp an. Wir haben mit Sporen (Stübben Soft Touch) ausgebildet, ich versuche es immer erstmal ohne und hin und wieder schaffen wir auch eine Reitstunde komplett ohne Sporen. Meine RL macht eine sehr lange Entspannungs- und Lösungsphase in allen Gangarten und nur die letzten 20 Minuten heißt es wirklich Aufrichtung, Pony zusammen stellen, Last auf die Hinterhand, Aussitzen etc. Mein Sattel ist eine Maßanfertigung von Prestige (relativ großer Popo auf kleinem Pferd welches kurze Sattelblätter braucht), ich habe sicherlich 10 Gebisse ausprobiert bevor ich das gefunden hab womit er zufrieden vor sich hin kaut, nicht knirscht, das er auch freiwillig schluckt wenn man es ihm vor die Nase hält. Das Araberpony darf im Gelände auch mal Freudensprünge machen, ehrlich gesagt lobe ich ihn dafür sogar weil ich mich selbst so freue, wir fahren oft allein nach Holland und drehen da unsere Touren. Pferd steigt freiwillig und entspannt ein und aus, ist im Gelände dort fast eine Lebensversicherung. In den ersten zwei Jahren bin ich fast täglich runter gefallen (wenn man schlechte Laune hat bockt man halt einfach mal drauf los, jugendlicher Leichtsinn was auch immer). Im großen und ganzen hat er es mir bis jetzt nicht so einfach gemacht, steigen, beißen, treten gehörte auch eher zur Regel früher. Jetzt, also nach 5 Jahren im perfekten Stall begrüßt mich ein wieherndes gut gelauntes Pferd wenn ich komme und macht mich einfach unglaublich glücklich, auch wenn wir uns gerade mal auf einigermaßen ordentlichem E Niveau befinden.
    So jetzt mal zum eigentlich Thema, dem Sperrriemen.. Ich nutze eine ganz klassische englische Trense, mit Sperrriemen… Den entferne ich immer mal wieder habe aber jedes Mal das Gefühl er schnüttelt öfter mal den Kopf, lässt mich nicht so ganz sensible Hilfen geben, knirscht sogar hin und wieder. Meinen Nasenriemen habe ich lockerer verschnallt als es die Norm ist, sowie auch den Sperrriemen (man kann fast die ganze Hand zwischen Nase und Sperrriemen schieben). Er kann mit komplett angelegter Trense trinken, Heu fressen, grasen, Leckerchen nehmen und auch von einer Birne abbeißen. Mit Gebissloren Zäumungen lässt er sich genauso ordentlich reiten wie mit Gebiss, ich finde nur auf dem Aurigan Gebiss kaut er friedlicher herum. Ich hab auch irgendwie den Eindruck, dass mein Gebiss (Sprenger RS Dynamics) ruhiger liegt wenn der Sperrriemen dran ist. Ich gebe mir wirklich Mühe ein selbstbewusstes Pony zu erziehen, dass auch durchaus seinen Unmut zeigen darf (das tut er auch wenn er sich ungerecht behandelt fühlt, hatte die Erfahrung bei einer RB), ich probiere viel aus (wir springen z.B. obwohl das überhaupt nicht meins ist, macht ihm aber mega Spaß), ich habe Jahre gebraucht um mein Zubehör soweit zusammen zu finden etc pp. Bin ich jetzt ein Tierquäler weil ich von diesem blöden Sperrriemen nicht weg komme? 🙁 Ich fordere regelmäßig Sitzlonge bei meiner RL ein, kontrolliere den Sattel zweimal im Jahr, die Zähne werden zweimal gemacht… Was vergesse ich? Tut mir leid für den langen Text, es beschäftigt mich einfach unglaublich viel mittlerweile.. 🙁
    Liebe Grüße
    Sophie

    • Petra sagt:

      Liebe Sophie, also ein Tierquäler bist du auf keinen Fall. Ich finde auch toll, dass du dir so viele Gedanken machst. Klar sitzt die Trense ruhiger im Maul mit Sperrriemen, er hält sie ja an Ort und Stelle. Vielleicht hat er deswegen auch ohne mehr Raum um zu knirschen und zu spielen. Das ist aus der Ferne ganz ganz schwer zu beurteilen. Vielleicht wäre auch etwas wie ein LG-Zaum das Richtige für euch? Gebisslos, aber mit Einwirkungen für feine Hilfen und damit für die Dressur, die ihr zusammen macht? Das wäre der einzige spontane Gedanke, den ich äußern kann – ohne einfach in die digitale Ferne wahrzusagen. Viele liebe Grüße und entschuldige bitte, dass ich dir da gar nicht konkreter helfen kann – aber das wäre aus der Ferne einfach nicht richtig, Petra

  14. Katja sagt:

    Interessanter Beitrag!
    Ich bin bei meinem ersten und letzten offiziellen Dressurturnier ohne den Sperrriemen gestartet.
    Meine Reitbeteiligung wird schon immer ohne geritten. Die Richterin meinte dann, ich solle doch als Dressurreiterin bitte diesen Sperrriemen reintun, sie sieht, dass eine Schlaufe vorhanden wäre dafür. Wieso ich den Riemen denn raus genommen habe. Ich hatte keine Lust auf eine längere Diskussion und antwortete kurz und knapp: "Weil die Besitzer das so wollen."
    Sie warf mir entgegen es sei "Blödsinn" ohne den Sperrriemen zu reiten. Das sei wie ein Auto, bei dem man die Servolenkung durch eine veraltete Lenkung ersetze. Es erschwere alles nur. Ich wünschte ich hätte ihr einige Argumente aus diesem Beitrag entgegnen können!

    • Petra sagt:

      Liebe Katja, Hut ab vor deinem Mut und Engagement – nicht viele würden einer Richterin Paroli bieten und trotz Diskussion auf den Sperrriemen verzichten. Ich finde es toll, wenn Menschen mit gutem Beispiel vorangehen. Und mir geht es wie dir: ich kann nicht verstehen, warum daraus so ein Zwang und eine Religion gemacht wird. Wieso nicht einfach ohne? Das Argument der Richterin finde ich haarsträubend und erschreckend. Allein ein Pferd mit einem Auto zu vergleichen zeigt eine gewisse Herzlosigkeit, die wiederum eine Grundeinstellung widerspiegelt, die bei einer Turnierrichterin nichts verloren hat. Aber es gibt ja erschreckend viele Pferdemenschen, die die Tiere mehr als Gegenstände, denn als Lebewesen betrachten… Vielen Dank für deine Gedanken zum Thema und ganz liebe Grüße, Petra

  15. Kim sagt:

    Ein für mich sehr Hilfreicher Artikel

    Ich bin 13j und reite seit fast 4j , in dieser Zeit hatte ich insgesamt 4 Reitbeteiligungen, jedes Pferd/ Pony wurde mit einer anderen Reitweise geritten und das war für mich eine riesen Umstellung, ich bin fast 2j Englisch geritten, jetzt habe ich mein Traumpferd gefunden, er wird Western geritten, dadurch ab ich das Gefühl das ich das Pferd spüre, ich benutze keine Hilfen wie z.B. Gerten, Sporen oder Martingall .
    Ich reite in einer Reitgruppe und mache Übungen und gebe Anweisungen, dass ist eine riesen Verantwortung, Gestern hat sich jemand aus meiner Gruppe eine Trense gekauft, ich hab ihr geraten den Sperrungen ab zu machen, dann ha ich ihr meine Meinung darüber gesagt, ich und meine Reitbeteiligung haben das schon hinter uns, er ist mit mir über den ganzen Reitplatz gebuckelt und ich habe ihr gesagt, dass sie ihr Pferd zu nt zwingen soll, sie soll ihn schon zurecht weisen, aber ich würde nie sagen das sie jetzt eine Gerte oder Sporen nehmen soll, weil ich damals selbst sehr schlechte Erfahrungen gemacht gemacht hab, ich habe mich überwunden​und. Bin mit Gerte geritten, er ist mir mir durch gegangen und dann bin ich schwer gestürzt.
    Deshalb möchte ich dich fragen ob es das richtige war oder nicht.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe KIM, das überwinden, das kenne ich auch. Das Kind vermutlich jeder Reiter. Weil jeder einen Reitlehrer hatte der das einmal quer über den Platz gerufen hat. Gottseidank kann man über diesen Punkt hinweg kommen und dazu lernen. Das ist für Pferde definitiv sehr viel besser schöner und angenehmer. Vor allem wenn man auf der Suche nach einer Freundschaft ist und nicht der Suche nach einem Sportgerät. Viele liebe Grüße und bis bald, Petra

  16. Bianca sagt:

    Einfach nur Danke für diesen Artikel. Wieder einmal spricht es mir aus der Seele.
    Ich habe vor 5/6 Jahren bei meiner RB einfach mal den Sperriemen weggelassen, weil sie sich auf der Wiese einen Kratzer zugezogen hat. Und prompt festgestellt, dass sie sich deutlich angenehmer Reiten ließ. An der Stelle habe ich angefangen, viele Standards zu hinterfragen und eines habe ich festgestellt: bisher hat sich jedes Pferd ohne Sperriemen "besser" Reiten lassen. Egal, ob es Leistungsbereitschaft, Konzentration, Durchlässigkeit, Stellung/Biegung oder tatsächlich weniger "Ängstlichkeit" ist.
    Traurig ist, dass sich wirklich wenige Gedanken machen und einfach mit der Masse mitschwimmen, weil man es eben so macht, und unsereins schon mal belächelt wird, weil man zu weich sei. Wenn ich mit Wattebäuschen um mich werfe und die Pferde trotzdem oder gerade deswegen gut mitarbeiten, kann es nicht falsch sein und ich bin sicher, die Gesundheit und das gesamte Pferd danken es einem bis ins Alter hinein.
    Vielleicht einmal den Leistungsdruck ausschalten und das Geühl ein, dann wäre vielen Pferden geholfen.
    Und ich bin dankbar für meine Pferdebesitzer, die dem gegenüber offen sind.
    Das musste ich einfach loswerden 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Bianca, sehr gerne. Ich freue mich dass der dicke dir gefallen hat. Ich finde auch traurig, wie wenige sich Gedanken machen und einfach mit der Masse mit schwimmen oder gar nichts hinterfragen was an ihrem Equipment dran ist. Und warum ist vielleicht dran ist. Persönlich wäre auch mit Wattebäuschlein und bei dem Bild zu bleiben aber das mache ich sehr gerne und davon lass ich mich auch nicht abbringen. Bekomme dafür ist nun ein Pferd das mir am Gatter entgegenkommt und das gerne mitarbeitet. Viele liebe Grüße und mach einfach weiter suchen was

  17. Lena sagt:

    Hallo 🙂
    Ich finde diesen Artikel super und stimme alldem total zu! Jetzt habe ich nur das Problem, dass ich eine Reitbeteiligung habe, der ich die Ausrüstung ja nicht selber kaufen kann. Sie hat ein mexikanisches Reithalfter, bei dem ja auch in gewisser Weise der Sperrriemen dran ist. Hilft es wenn ich ihn immer sehr locker schnalle? Ich habe das extra mal ausprobiert und mein Pferdchen bekommt das Maul so noch sehr gut auf und kann auch gut auf dem Gebiss kauen. (Dass ich denke, dass das Gebiss zu groß ist, ist eine andere Sache… :(..)
    Schadet das lockere Verschnallen denn bei der mexikanischen Trense?
    Wäre super wenn du mir antworten könntest 😀
    Lg, Lena

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Lena, wenn du es so locker verschnallst – als ob keines da wäre, dann schadet es dem Pferdchen auch nicht. Ich finde toll, dass du so mitdenkst und es anders machen willst, lass dich da ja nie beirren 🙂 Viele liebe Grüße, Petra

  18. Nina sagt:

    Hallo ich finde deinen Artikel der beeindruckend und auch hervorragend recherchiert dennoch habe ich ein paar Anmerkungen : zum einen finde ich das du das ganze ein wenig überspitzt darstellst. Es sein einmal dahingestellt ob man Sperriemen gut oder schlecht findet doch soweit ich es deinem Text entnehmen kann sind für dich alle Sperriemen extrem eng eingestellt so dass sie keine Möglichkeit für das Pferd zum kauen geben. Doch das ist so ja nicht korrekt denn ein richtig eingestellter Sperriemen sollte so locker sein das noch 2 Finger zwischen ihn und das Pferd passen das ist eindeutig genug damit das Pferd sein Maul die von dir erwähnten 16 mm auf machen kann. Außerdem hast du oben erwähnt das beim googlen von Englischen Reithalfter Sperriemen aufgetaucht sind – was ich auch glaube – ich wollte nur anmerken das es sich dabei dann nicht mehr um ein englisches Reithalfter handelt da dieses per Definiton kein sperriemen besitzt. Das was dir eingeteigt wurden sind kombinierte Reithalfter (Englisches Reithalfter + Sperriemen )
    Trotzdem großes Lob für die Arbeit
    Gruß Nina

    • Petra Haubner sagt:

      Hallo Nina, danke dir – das freut mich sehr. Tatsächlich sehe ich den Sperrriemen so 100% kritisch, ich weiß was du meinst mit den 2 Fingern und dem möglichen Platz. Wobei sich das Pferd auch damit schlechter entziehen kann, wenn der Reiter wiederum Zug ausübt. Du hast absolut Recht mit dem kombinierten Reithalfter – das sind sie. Aber sie tauchen bei der Googel-Suche eben nicht als kombinierte Variante auf – sondern als "Englisches Reithalfter" so dass googelnde Menschen denken, so müsste das sein und das finde ich sehr schade. Sorry, wenn ich das missverständlich formuliert hatte. Viele liebe Grüße, Petra

  19. Cara sagt:

    Hey,
    Ich finde deinen Artikel sehr bemerkenswert und freue mich diesen gefunden zu haben. Ich habe jedoch noch eine Frage. Ich bin 16 Jahre alt und reite an einem Isländer Stall es wird jedoch nur Freizeit mäßiger Reitunterricht gegeben. Wir haben an unserem Stall auch nur Trensen im Westernstil jedoch haben wir auch Reithalfter (sie werden kaum benutzt nur manchmal und auch nur bei ein paar Pferden) , sie werden so verschnallt dass eine Faust dazwischen passt. Die Reithalfter haben keine Sperrriemen ist das trotzdem noch schädlich?
    PS: Unsere Reitlehrerin achtet auch sehr auch Reiten mit Gewichts- und Schenkelhilfen und behandelt die Pferde sehr gut sie achtet darauf was sie wollen und hört ihnen zu. Wenn ein Reiter ein Pferd zu schlecht behandelt muss er runter vom Pferd. Da ich weiß das sie ihre Pferde liebt und sich gut um sie Kümmert kann ich mir nicht vorstellen das diese Reithalfter schädlich sind wollte trotzdem mal nachhacken 🙂

    • Petra sagt:

      Hey liebe Cara, danke erst einmal für deine lieben Worte. Zu deiner Frage: Was meinst du denn damit, dass ihr Reithalfter habt? Welche genau? Und was genau meinst du damit, dass sie keine Sperrriemen haben? Und was genau und wo werden sie so verschnallt, dass eine Faust dazwischen passt? Ich verstehe noch nicht ganz, wie euer Konstrukt aussieht .-) Sorry, wenn ich so blöd nachfrage, aber ich will dir ja auch richtig antworten können. Oder schick mir doch mal ein Foto per Email: petra@pferdefluesterei.de Viele liebe Grüße, Petra

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Maria, was für ein Wort 😉 "ennervierend" – aber das Gute ist ja, dass du den Text nicht lesen musst, wenn du den Stil nicht magst 🙂 Aber ich freue mich sehr, dass dir der Inhalt an sich gefällt. Viele liebe Grüße, Petra

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