Pferdebremse: Was wirklich gegen Bremsen am Pferd hilft

Inhalt
- Steckbrief: Was ist die Pferdebremse eigentlich für ein Tier?
- Das brauchst du für den entspannten Pferdesommer
- Was funktioniert bei Pferdebremsen garantiert nicht?
- Was hilft wirklich gegen die Pferdebremsen?
- Die TOP 9 Tipps gegen Pferdebremsen
- Pferdebremsenstich beim Menschen erkennen und behandeln: Was tun?
- Wie kannst du dem Bremsenstich vorbeugen?
- Häufige Fragen zu Pferdebremsen
Du stehst am Reitplatz, die Sonne steht hoch, und dein Pferd fängt an zu tänzeln. Der Schweif schlägt, ein Huf stampft, die Haut zuckt in kleinen Wellen. Und dann hörst du dieses tiefe, fiese Brummen, das jeder Pferdemensch im Sommer sofort erkennt. Die Bremse ist da, und dein Pferd wusste das schon lange vor dir. Der Stresspegel steigt und du bist genervt. Dein Pferd ist es auch. Das wollen wir nicht mehr - denn der Sommer könnte so schön sein, wenn die Pferdebremsen nicht wären.
Bremsen sind kein kleines Ärgernis, sondern ein echter Stressfaktor für dein Pferd - und genau deshalb lohnt es sich, sie zu kennen, damit du sie besser einschätzen und leichter loswerden kannst.
Ein einzelnes Wundermittel gegen Pferdebremsen gibt es leider nicht, und wer dir etwas anderes verspricht, lügt. Was wirklich hilft, ist die Kombination verschiedener Anti-Bremsen-Puzzleteilchen.
Die Bremsensaison läuft bei uns ungefähr von Mai bis September, mit dem Höhepunkt im Hochsommer. Kühle, windige Tage bringen dir und deinem Pferd sofort Ruhe. Und ja, du wirst Bremsen nie ganz loswerden. Aber du kannst dafür sorgen, dass dein Pferd nicht mehr den ganzen Sommer im Ausnahmezustand steht.
- Du verlegst dein Training in die kühlen Randzeiten des Tages, weil Bremsen zwischen etwa zehn und siebzehn Uhr am aktivsten sind.
- Du sorgst für Schatten und Luftzug, weil die Bremsen windige Ecken meiden.
- Du hältst dein Pferd möglichst schweißfrei, weil Schweißgeruch und Körperwärme genau die Signale sind, auf die eine Bremse zufliegt.
- Dazu kommt ein gut verträgliches Fliegenspray, eine passende Fliegendecke und ein geschützter Bauchbereich, damit die empfindlichen Stellen geschützt sind.
- Im Gelände bleibst du eher im flotten Trab als im gemütlichen Schritt.
- Du gibst deinem Pferd Futter, dass die Hautbarriere schützt, so dass die Auswirkungen der Bremsen weniger schrecklich sind und dein Pferd entspannter bleiben kann.
- Du hast eine gute Pflege am Stall, damit du dein Pferd unterstützen kannst, wenn die Bremse doch zugeschlagen hat - ich nehme mein Lieblingsspray von REiCO. Wenn du das auch haben willst, melde dich gerne - ich bin Partnerin und kann dir das Spray zeigen und erklären.

Wie kannst du sie easypeasy loswerden und deinem Pferd helfen? Wie können wir Menschen uns vor einem Stich der Bremsen schützen? Deswegen fassen wir jetzt für dich alle wichtigen Infos zusammen, so dass du eine Liste mit Ideen und Tricks gegen die Pferdebremsen hast.
Steckbrief: Was ist die Pferdebremse eigentlich für ein Tier?
- Name: Pferdebremse (Tabanus sudeticus), die größte heimische Bremsenart
- Größe: bis zu 2,5 Zentimeter lang
- Artenvielfalt: weltweit über 3500 Bremsenarten
- Flugzeit: etwa Mai bis September, Hauptaktivität zwischen 10 und 17 Uhr
- Lieblingswetter: heiß, schwül, windstill, hohe Luftfeuchtigkeit
- Verbreitung: vor allem Mitteleuropa, gerne an Wiesen, Wäldern und Gewässern
- Was sie anzieht: Körperwärme, Schweiß, Atemluft, Bewegung und dunkle Flächen
- Wer sticht: ausschließlich die Weibchen, weil sie Blut für ihre Eier brauchen
Das brauchst du für den entspannten Pferdesommer
Der perfekte Pferdesommer ist sonnig, warm und voll entspannter Momente – zum Beispiel dank einem natürlichen und wirksamen Fliegenspray, dank einer weichen und bequemen Fliegenmaske und dank einem entspannten Pferdemenschen, weil das Pony trotz Weidezeit nicht dick wird, sondern schlank und zufrieden über die Koppel sausen kann mit seiner Herde.
Bremsen meiden, bevor sie da sind – Timing ist alles
Bremsen sind tageszeitabhängig. Sie lieben Hitze, stehen auf stehende Luft und sind meist zwischen 10 und 17 Uhrbesonders aktiv.
Tipp: Verlege dein Training möglichst auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. An besonders heißen Tagen lohnt sich manchmal auch ein „freier Tag“ für dein Pferd – im Schatten oder in der Box, bevor es draußen leidet.
Schatten, Wind und Wasser – natürliche Bremsschutzräume
Bremsen fliegen ungern in luftigen, schattigen Bereichen.
- Baue einen Trainingsbereich unter Bäumen auf
- Plane kleine Wasserduschen vor dem Training – viele Bremsen mögen nasse Haut nicht
- Vergiss nicht dein Pferd einzusprühen mit einem natürlichen und guten Fliegenspray
Auch gezieltes Schwitzen vermeiden hilft. Bremsen fliegen besonders auf verschwitzte Pferde. Sanftes Training mit Pausen im Schatten kann viel bewirken.
Natürliche Mittel statt Chemie – Was wirklich wirkt
Nicht jeder Sprühstoß hilft deinem Pferd wirklich, auch wenn viele Mittel genau das versprechen. Viele handelsübliche Mittel enthalten leider aggressive Stoffe, die zum Teil als “potentiell Krebserregend” gelten und nur in Ausnahmefällen (wie in den Tropen gegen Malaria) genutzt werden sollten.
Ich werde nie verstehen, warum diese Stoffe in den meisten Fliegensprays mit einer Selbstverständlichkeit verwendet werden, aber da sie wirken und die Hersteller nicht angeben müssen, was enthalten ist, werden sie reingestopft als ob es kein Morgen gäbe. Leider unterliegen Pferdepflegemittel der Putzmittelverordnung und müssen deswegen kaum etwas auf der Verpackung deklarieren.
Meine Pferdeflüsterei-Lieblinge gegen Pferdebremsen (natürlich & pferdefreundlich):
- Kokosöl: enthält Laurinsäure, wirkt antibakteriell und gegen Bremsen
- Zitroneneukalyptusöl (PMD): wissenschaftlich belegt wirksam gegen Bremsen
- Apfelessig-Wasser-Sprays: verdünnt - dazu mit etwas Lavendel oder Teebaumöl (aber bitte richtig gutes dampfdestilliertes und nicht irgendein Kram)
- Neemöl: wirkt antiparasitär, aber sparsam verwenden
- Schwarzkümmelöl (innerlich & äußerlich): kann helfen, Bremsen abzuwehren
Achtung: Immer an kleinen Hautstellen testen – nicht jedes Pferd verträgt ätherische Öle oder Säuren gleich gut. Egal um was es geht bei Pflegemitteln: Immer vorher an einer kleinen Stelle testen und erst nach 24 Stunden großflächig verwenden. Ich habe schon Pferde erlebt, die allergisch auf Kokosöl reagiert haben.
GANZ WICHTIG: Manche Pferde reagieren sogar allergisch auf die Mittel und du solltest sie auch nie auf die Sattellage oder Gurtlage sprühen. Du weißt nicht, wie dein Pferd auf das Schutzmittel reagiert. Da wo Druck ist, kann es Reibung geben und das wiederum kann zu schlimmen Folgen führen. Bis hin zu Hautverätzungen.
Wie tickt die Pferdebremse und warum findet sie dein Pferd so schnell?
Pferdebremsen sind ziemlich durchdacht. Wären sie nicht so nervig und doof, wäre es richtig faszinierend, wie ausgeklügelt die Natur sie gebaut hat. Auf der ganzen Welt gibt es über 3500 verschiedene Bremsenarten. Ganz schön viele. Und sie alle können stechen. Wichtig für alle Pferdebesitzer ist vor allem die Pferdebremse.
Besonders gerne stechen die Pferdebremsen bei Kühen und Pferden zu. Da sind Bauch und der Bereich zwischen den Schulterblättern besonders beliebt, weil sie außerhalb des Pferdeschweifes liegen. Dein Pferd kann sich also besonders schlecht dagegen wehren. Gerade im Sommer oder bei einem Ausritt macht sich die Bremse besonders häufig bemerkbar, weil sie geradezu magisch vom Schweißgeruch des Pferdes angezogen wird.
Die wichtigsten Facts über die Pferdebremse:
- Über ihre Fühler nehmen sie die Stoffe im Schweiß und Atem der Pferde und die Körperwärme wahr.
- Sie können bis zu 6 km/h schnell fliegen.
- Sie nehmen die Gerüche über weite Entfernungen wahr.
- Die Pferdebremse ist die Größte unter den Bremsen und wird bis zu 2,5 Zentimeter lang.
- Sie kommt vor allem in Mitteleuropa vor.
- Bremsen lieben Bewegung. So erkennen sie auch ihre Opfer. Wenn sich also mehrere Pferde bewegen, dann ist das spannend für die Bremse.
- Je schneller sich die Pferde bewegen, desto schneller bemerkt sie die Bremse.
- Sie ist tagsüber aktiv und brummt vor allem über Wiesen und Wälder.
- Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto wohler fühlt sich die Pferdebremse. Das wiederum ist schlecht für dein Pferd, denn die Bremsen ernähren sich durch Blutsaugen.
- Der Stich einer Pferdebremse ist deutlich schmerzhafter als der Stich einer Mücke, weil ihr Mund größer ist.
Warum haben Zebras eigentlich Streifen?
Das ist mehr als eine hübsche Laune der Natur. Forscherinnen und Forscher haben Pferde in gestreifte Decken gesteckt und beobachtet, was passiert. Ergebnis: Auf den gestreiften Flächen landeten deutlich weniger Bremsen als auf einfarbigen. Die Tiere fliegen zwar heran, bremsen aber im letzten Moment nicht richtig ab und prallen ab oder drehen wieder weg. Das Streifenmuster stört offenbar ihre Wahrnehmung kurz vor der Landung.
Für dich heißt das: Wenn du sowieso eine neue Fliegendecke brauchst, ist ein Zebramuster keine Spielerei, sondern ein kleiner zusätzlicher Schutz. Wunder erwarten würde ich davon nicht, weil eine Decke vor allem durch ihr Material und ihren Sitz schützt. Aber mitnehmen kannst du den Effekt gerne.
Pferdebremse, Regenbremse, Goldaugenbremse: Wer summt da eigentlich?
Wenn an der Koppel jemand sagt “da ist eine Bremse”, meint er meistens irgendein summendes Etwas. Tatsächlich hast du es im Sommer mit mehreren Arten zu tun, die sich unterschiedlich verhalten. Das ist kein Fachwissen um des Fachwissens willen, sondern praktisch: Die eine kommt bei Sonne, die andere ausgerechnet dann, wenn du denkst, du hättest wegen der Wolken Ruhe.
| Art | Aussehen | Flugzeit | Lebensraum & Verhalten |
|---|---|---|---|
| Pferdebremse (Tabanus sudeticus) | groß, bis 2,5 cm, dunkelbraun bis schwarz, kräftig gebaut | Juni bis September, tagsüber bei Wärme | Weiden, Waldränder, Nähe zu Pferden und Rindern, sehr schmerzhafter Stich |
| Regenbremse (Haematopota pluvialis) | kleiner, grau, gefleckte Flügel, marmorierte Augen | Mai bis September, auch bei bedecktem, schwülem Wetter | feuchte Wiesen, Gewässernähe, fliegt fast lautlos an, sticht besonders gern Menschen |
| Goldaugenbremse / Blindbremse (Chrysops) | klein, goldgrün bis bunt schillernde Augen, gemusterte Flügel | Juni bis August, sonnige Stunden | Moore, Teiche, feuchte Wälder, kreist gern um den Kopf |
Merke dir vor allem die Regenbremse, weil sie der Grund ist, warum dein Pferd auch an trüben, schwülen Tagen keine Ruhe hat. Genau dann sind viele Pferdemenschen überrascht und lassen das Fliegenspray im Spind. Aber die Regenbremse ist auch bei feuchtem wetter unterwegs. Deswegen macht es immer Sinn das Pferd einzusprühen.

Der Gruppengalopp und der flotte Trab beim Ausritt helfen der Bremse zwar dich und deine Mitreiter schneller zu entdecken, weil die Pferde dadurch schwitzen. Aber gleichzeitig sind genau das manchmal die schnellsten Sofort-Hilfe-Maßnahmen gegen die Pferdebremse. Denn sie kommen euch nicht hinterher und genau deswegen macht es trotzdem Sinn in flottem Trab und Galopp durch den Wald zu reiten im Sommer.
UND: Bremsen sind nicht gerade Schnellentwickler. Es gibt etwa eine Bremsengeneration pro Jahr. Wenn du sie also schnell und gut bekämpfst mit den verschiedenen Möglichkeiten, dann hast du im kommenden Jahr Glück und es schwirren vermutlich weniger um dich herum.
- Du kannst deinem Pferd mit einem Insektenspray helfen, weil es den Schweißgeruch des Pferdes überdecken kann
- Du kannst ihm Schwarzkümmelsamen füttern, weil die Insekten den Geruch nicht so mögen
- Du kannst die natürliche Kraft des Hautstoffwechsels stärken mit dem richtigen Futter - wenn du wissen willst, was ich meinen Pferden im Sommer füttere, melde dich gerne bei mir und dann gebe ich dir meinen Sommermix weiter
- Du kannst eine Bremsenfalle am Stall aufstellen und damit auch einige der Pferdebiester abfangen
Hier gibt es einen Artikel zum Thema „Biologisches Insektenmittel” von Herzenspferd.de
Was funktioniert bei Pferdebremsen garantiert nicht?
FLOP Nummer 1
Du findest eine unfassbar große Zahl von Futterzusätzen, die alle gegen die lästigen Pferdebremsen und Mücken helfen sollen. Das alles sind aber keine Wundermittel. Leider.
Pferdebremsen fahren nämlich vor allem auf den Schweiß des Pferdes ab. Da hilft kaum eines der Wundermittelchen, sobald du und dein Pferd bei der gemeinsamen Arbeit im Sommer anfangt zu schwitzen.
Was du machen kannst ist die Hautbarriere, den Stoffwechsel und damit die Widerstandskräfte deines Pferdes zu stärken - da kann ich dir gerne verraten, was ich meinen Pferden im Sommer füttere - melde dich gerne bei mir
FLOP Nummer 2
Achtung auch bei Knoblauch. Er gilt als altes Hausmittel gegen die Insektenplage. Viele Pferdebesitzer füttern deswegen ihr Pferd mit Knoblauch. Das ist an sich noch nicht falsch. Auch wenn es keinerlei Beweis dafür gibt, dass es hilft. Aber du darfst nicht zu viel davon füttern. Wenn es also nicht wirkt, dann bitte nicht die Dosis ständig erhöhen. Viel hilft nicht viel. Zu viel und auch noch dauerhaft gefütterter Knoblauch kann eine vergiftende Wirkung haben.
Kommen wir zu den Tipps, wie du sie easy loswerden kannst. Jetzt erfährst du, was wirklich gegen die Pferdebremsen hilft.
Was hilft wirklich gegen die Pferdebremsen?
Ein Test bei menschlichen Anti-Mücken-Mitteln hat zum Beispiel ergeben, dass nur etwa die Hälfte der handelsüblichen Mückenmittel wirklich hilft. Egal ob Spray, Gel oder eine Lotion.
Es gibt natürlich auch extra für Pferde entwickelte Antimittel gegen die Pferdebremsen. Darauf würde ich als erstes bauen, wenn du ein Mittel für dein Pferd suchst. Ich gebe dir in den Tipps gleich noch Hinweise dazu welches Insektenspray ich gerne benutze, weil das so superwirksam bei uns ist.
Die TOP 9 Tipps gegen Pferdebremsen
Welchen Geruch mögen Bremsen nicht?
Bremsen finden dein Pferd über Geruch, Wärme und Bewegung. Genau da kannst du ansetzen, weil du den typischen Schweißgeruch überlagern kannst. Das ist kein Zauber, sondern schlicht eine Störung ihrer Orientierung, und deshalb wirkt es auch nie hundertprozentig, sondern reduziert.
- Essig, vor allem Apfelessig, verdünnt mit Wasser, weil er den Eigengeruch des Pferdes überdeckt
- Lavendel, angenehm für die meisten Pferdenasen und unbeliebt bei Stechinsekten
- Teebaumöl, sparsam dosiert und immer stark verdünnt
- Zitroneneukalyptus, der Klassiker unter den pflanzlichen Repellents
- Schwarzkümmel, innerlich gefüttert und äußerlich als Öl
- Nelke und Minze, für viele Pferde angenehm kühl, für Bremsen abschreckend
Teste jeden neuen Duft erst an einer kleinen Hautstelle und beobachte dein Pferd dabei. Manche Pferde drehen bei ätherischen Ölen den Kopf weg, und das ist eine klare Ansage, die du ernst nehmen darfst. Sicherheit statt Gehorsam gilt auch beim Fliegenspray.
Essigwasser
Reibe dein Pferd kurz vor dem Training mit Essigwasser aus Obstessig (wie Apfelessig) ab. Die Bremsen mögen den Geruch in aller Regel nicht. Außerdem ist das eine supersimple und geniale natürliche Fellpflege. Gleichzeitig hilft es aber auch den Juckreiz bei den vorhandenen Stichen zu minimieren und sie heilen schneller ab.
Fliegendecken
Fliegendecken und Ekzemerdecken sind ein echter TIPP. Letztere sind so dick, dass die Pferdebremse nicht mit ihren Werkzeugen zu deinem Pferd durchkommt.
Achte darauf, dass die Decke auf jeden Fall ein Halsteil hat und um den Bauch komplett geschlossen ist. Damit die Bremsen nicht an Bauch und Gurtlage kommen können.
Schlecht sitzende Decken können scheuern und dem Pferd so wunde Stellen verpassen. Es kann sich irgendwo verfangen oder die Bremsen können in die Decke krabbeln, das Pferd so trotzdem stechen und vielleicht sogar für eine Panikattacke des Pferdes sorgen.
Fliegenmasken
Fliegenmasken bieten auch sehr gut Schutz gegen die Pferdebremse. Aber sie müssen dem Pferd wirklich gut passen. Denn es soll seinen Tag auf der Weide ja ganz und gar genießen können. Und auch hier sollte es weder drücken, noch scheuern, aber auch nicht so schlabbern, dass die Bremsen einfach in die Maske krabbeln können.
Für sensible Pferde oder besonders aggressive Bremsenphasen sind Fliegendecken mit Halsteil, Fransenmasken oder Fliegenausreitdecken ein echter Segen. Wichtig: Decke und Maske müssen gut sitzen, atmungsaktiv sein und dürfen das Pferd in der Bewegung nicht stören.
Profi-Tipp: Die Fransen über der Stirn bei Fliegenmasken sind keine Deko – sie halten Bremsen fern vom empfindlichen Augenbereich, wo sich viele Insekten gerne aufhalten.
Fliegensprays
Repellents heißen übersetzt „Schreckstoffe“. Sie sollen die Pferdebremsen abschrecken.
Das sind Spezialsprays gegen die Bremsenplage, Fliegen und Stechmücken. Viele sind leider sehr chemisch und oft auch ziemlich giftig. Du solltest also genau schauen, welche du verwendest. Wir haben bewusst nur Insektensprays aus natürlichen pflanzlichen Ölen – hochkonzentriert – ohne DEET, Icaridin oder Permetrin. Schwangere sollten zum Beispiel gar keinen Kontakt mit DEET bekommen. Auch nicht beim Einsprühen des Pferdes. Das sagt doch schon einiges über die Heftigkeit dieses Mittels aus.
Du kannst also viel besser auf die pflanzlichen Sprays setzen, weil auch die pflanzlichen Sprays supergute Dienste leisten. Diese Sprays können bis zu sechs Stunden Wirkung zeigen. Ihre Wirkung wird aber bei hoher Feuchtigkeit vermindert. Wenn also zum Beispiel die Luft sehr feucht ist oder dein Pferd stark schwitzt, halten sie nicht ganz so lange.
Die Insektensprays sollten aber so oder so weder in die Augen noch in die Nüstern gelangen – egal ob pflanzlich oder chemisch.
Tempo runter
Die Bremsen lieben den Pferdeschweiß. Umso weniger das Pferd also schwitzt, um so weniger Angriffsfläche bietest du den Bremsen. So viel Verzicht das auch sein mag, aber wenn du in der Bremsen-Hochzeit vor allem im langsamen Schritt in kleinen Gruppen ausreitest, wirst du damit auch einige der Bremsen los. Sie entdecken dich und dein Pferd nämlich gar nicht so gut.
Kühlgel
Wenn die Bremse zugeschlagen hat, kannst du die Stichwunde und Schwellung natürlich pflegen, so dass es weniger unangenehm für dein Pferd ist.
Wir nutzen die biologische Kühlgel Essigsaure Tonerde. Egal ob es um eine große Schulung am Pferdekörper oder eine kleine Schulung durch einen Insektenstich geht. Die Kräuter und die Tonerde wirken kühlend und beruhigend, und die enthaltene Minze und andere Pflanzenpower kühlt, wenn du eine gute Essigsaure Tonerde hast.
Wann ist eine Bremsenfalle sinnvoll?
Bremsenfallen kennst du vielleicht als große schwarze Kugel, die an einem Gestell hängt und sich in der Sonne aufheizt. Genau darauf fliegt die Bremse, weil warm und dunkel für sie nach großem Tier riecht. Sie landet, sucht die Wärmequelle, fliegt nach oben ab und landet im Auffangbehälter.
Ehrlich gesagt: Eine Falle ersetzt kein Spray und keine Decke, weil sie nur die Tiere fängt, die ohnehin schon auf deiner Koppel unterwegs sind. Aber sie kann den Druck über die Saison senken, gerade weil es pro Jahr nur etwa eine Bremsengeneration gibt. Stell sie in die Sonne, mit Abstand zur Herde und zum Zaun, damit die Bremsen zur Falle fliegen und nicht zu deinem Pferd.
Hausmade Mix
Mein Hausmade-Anti-Mittel (das du übrigens auch super mit deinem pflanzlichen Insektenspray mischen kannst, um es noch mehr zu pimpen) ist selbst hergestellter Knoblauchessig. Du nimmst circa 1 Liter naturreinen Obstessig – wie den hautfreundlichen Apfelessig – vermischst ihn mit circa 10 Zehen gehacktem Knoblauch und lässt das Ganze etwa 1 Woche stehen.
Danach filterst du es durch ein Tuch und kannst es dann mit deiner Sprühflasche nutzen.
Pferdebremsenstich beim Menschen erkennen und behandeln: Was tun?
Jetzt haben wir so viel über dein Pferd gesprochen, kommen wir noch zu dir. Du bist im Sommer jeden Tag draußen, auf der Weide, im Gelände, mit nackten Armen und kurzer Hose. Und irgendwann erwischt es dich, meistens genau in dem Moment, in dem du beide Hände am Pferd hast. Deshalb bekommst du hier, woran du den Stich erkennst und was du sofort tun kannst.
Woran du den Stich der Pferdebremse erkennst
Der Biss der Pferdebremse ist richtig fies. Sie hat sehr große Kauwerkzeuge. Entsprechend schmerzhaft ist es, wenn sie dich sticht. Das spürst du, weil es wirklich stark brennt und juckt.
- Der Stich ist wie ein kleiner scharfer Schmerz. Du spürst ihn sofort.
- Die Haut ist sehr schnell gerötet und schwillt an der entsprechenden Stelle an.
- Es entstehen Quaddeln um die Stelle des Einstichs.
- Er ist deutlich langanhaltender als jeder Mückenstich.
- Das kann schon mal bis zu zwei Wochen dauern, bist Du ihn wieder los bist.
Was du gegen den Pferdebremsenstich tun kannst
- Du kannst den Stich erst einmal kühlen – ich nehme tatsächlich auch das Lavendelgel, das ich für mein Pferd benutze – auch wenn es nicht ausgewiesen für Menschen gemacht ist. Aber das ist meine persönliche Herangehensweise, die ich dir ohne ärztliche Expertise nenne. Du kannst dir natürlich auch zur Vorsicht eine entsprechende Salbe oder ein Gel aus der Apotheke holen und vorsorglich am Stall bunkern. Das hilft gegen den Schmerz und lässt die Schwellung kleiner werden.
- Du kannst dir eine Zwiebel aufschneiden und mit einem Verband am Stich festbinden. Die Zwiebel zieht die schlechten Stoffe aus der Wunde und wirkt entzündungshemmend.
- Du kannst den Stich auch mit kaltem Wasser kühlen – als erste Hilfe.
Wenn die Schwellung sehr groß wird, sich stark rötet, warm wird oder du dich unwohl fühlst, gehörst du zum Arzt. Ein Bremsenstich ist eine offene Wunde, weil das Tier die Haut aufschneidet statt nur einzustechen, und das kann sich entzünden.
Wie gefährlich ist ein Bremsenstich für dein Pferd?
Für die meisten Pferde bleibt es beim Schmerz, bei Quaddeln und bei Unruhe. Manche reagieren allergisch mit starker Schwellung, dann gehört ein Tierarzt dazu. Und es gibt noch einen Punkt, der selten offen ausgesprochen wird: Bremsen saugen Blut und wechseln dabei zwischen Wirtstieren, deshalb gelten sie als mögliche mechanische Überträger von Krankheitserregern.
Diskutiert werden dabei unter anderem Borrelien und die Infektiöse Anämie der Einhufer. Die Übertragung durch Bremsen ist wissenschaftlich nicht in dem Maße belegt wie bei Zecken, deshalb bleibe ich hier bewusst vorsichtig. Der Hauptüberträger der Borreliose ist und bleibt die Zecke, und was du da wissen und tun kannst, findest du ausführlich im Artikel über die Zecke beim Pferd. Beobachte deshalb Einstichstellen, die nicht abheilen, ungewöhnlich anschwellen oder von Fieber und Lahmheit begleitet werden, und ruf im Zweifel lieber einmal zu früh beim Tierarzt an.

Wie kannst du dem Bremsenstich vorbeugen?
- Du kannst dich auch mit einem Insektenspray einsprühen – dazu gibt es eine große Auswahl in der Apotheke.
- Du kannst dich auch mit dem ätherischen Öl der Zitronenmelisse betupfen. Stechende Pferdebiester, wie die Pferdebremse, mögen den Geruch nicht besonders.
- Einfach, ganz ohne Spray: Du kannst aber auch einfach erst zu den späteren Abendstunden ausreiten. Denn dann geht die Pferdebremse langsam schlafen und du wirst zusammen mit deinem Pferd den Ausritt besser genießen können.
Jetzt gibt es noch einen Funfact zum Schluss: Es gibt die „Bootylicious Beyonce“!
Das ist eine seltene Pferdebremse, die nach der berühmten Sängerin benannt wurde. Wofür ist die amerikanische Sängerin vor allem bekannt? Für ihren knackigen runden Hintern. Das wiederum hat einen australischen Forscher inspiriert. Er hat eine seltene Pferdebremse entdeckt und sie nach der Sängerin Beyonce benannt.
„Scaptia (Plinthina) beyonceae“
…heißt die Bremse mit dem Knackarsch ganz genau.
„Ich konnte das Hinterteil ohne Mikroskop sehen“, so der australische Wissenschaftler als Begründung für seine Namensfindung. So gesehen hätte ja auch eine „Scaptia (Plinthina) Jennifer Lopae“ daraus werden können oder einen „Scaptia (Plinthina) Aretha Franklinae“. Da würden mir noch so einige Namen einfallen.
Es gibt übrigens nur drei dieser Pferdebremsen weltweit. Wäre das nicht schön, wenn man das von allen Pferdebremsen behaupten könnte?
Du wirst Bremsen nie ganz loswerden. Aber du kannst deinem Pferd und dir den Sommer deutlich erleichtern, wenn du nicht auf ein einziges Wundermittel hoffst, sondern mehrere Bausteine kombinierst:
- Zeiten clever wählen und in den kühlen Randstunden arbeiten
- Natürliche Gerüche nutzen, die Bremsen nicht mögen
- Schatten und Wind suchen, weil Bremsen beides meiden
- Schutzdecken und Masken gezielt einsetzen, gut sitzend und mit Halsteil
- Schwitzen reduzieren, weil Schweiß der stärkste Lockstoff ist
- Fallen als Ergänzung sinnvoll platzieren, nie als Ersatz
So entsteht aus Frust ein Plan – und dein Pferd kann durchatmen, statt wild um sich zu schlagen.
Häufige Fragen zu Pferdebremsen
Was hilft am besten gegen Bremsen beim Pferd?
Am besten wirkt die Kombination aus einem pflanzlichen Fliegenspray, einer gut sitzenden Fliegendecke mit Halsteil und geschlossenem Bauch sowie Training in den kühlen Tagesrandzeiten. Ein einzelnes Mittel reicht nicht, weil Bremsen dein Pferd über Wärme, Schweiß und Bewegung finden und du deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzen musst.
Wann verschwinden die Bremsen wieder?
Die Bremsensaison startet je nach Wetter im Mai, hat ihren Höhepunkt im Juli und August und klingt im September deutlich ab. Mit den ersten kühlen Nächten und Temperaturen dauerhaft unter etwa fünfzehn Grad hat der Spuk ein Ende. Einzelne Tiere fliegen an warmen Oktobertagen noch, aber der große Druck auf der Koppel ist dann weg.
Zu welcher Tageszeit sind Bremsen am aktivsten?
Zwischen etwa zehn und siebzehn Uhr, besonders bei Hitze, Schwüle und Windstille. Früh am Morgen und abends nach Sonnenuntergang hast du am meisten Ruhe. Wind ist dein bester Verbündeter, weil Bremsen schlechte Flieger sind und windige Flächen meiden.
Welchen Geruch mögen Bremsen nicht?
Bremsen meiden Essig, Lavendel, Teebaum, Zitroneneukalyptus, Nelke und Minze. Der Grund ist simpel: Diese Gerüche überlagern den Schweißgeruch, an dem sich die Tiere orientieren. Verdünne alles gut und teste an einer kleinen Stelle, weil nicht jedes Pferd ätherische Öle gleich gut verträgt.
Wie lange dauert ein Bremsenstich beim Menschen?
Rötung und Schwellung zeigen sich sofort, der Juckreiz hält oft mehrere Tage an, und bis die Stelle ganz verschwunden ist, können ein bis zwei Wochen vergehen. Kühlen hilft in den ersten Stunden am meisten. Wenn die Schwellung stark wächst, sich heiß anfühlt oder Fieber dazukommt, gehst du damit zum Arzt.
Warum stechen Bremsen so schmerzhaft?
Weil sie nicht stechen wie eine Mücke, sondern die Haut mit kräftigen Mundwerkzeugen aufschneiden und das austretende Blut auflecken. Deshalb spürst du den Stich sofort, deshalb brennt er, und deshalb reagiert dein Pferd auch so heftig mit Schweifschlagen und Hufstampfen. Das ist keine Empfindlichkeit, das ist echter Schmerz.
Welcher Trick hat bei deinem Pferd wirklich gewirkt und was hast du schon frustriert wieder in die Ecke gestellt? Schreib es mir gern in die Kommentare, weil davon alle hier etwas haben.

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12 Kommentare
- Miriam
Liebe Petra,
wieder ein sehr interessanter Artikel.
Was ich noch ergänzen würde, ist, den Wald zu meiden. Meine Erfahrung ist, dass im Sommer die Biester sehr viel häufiger im Wald oder am Waldrand auftauchen als im freien Feld.
Liebe Grüße
Miriam
- PetraPferdeflüsterei
Hallo liebe Miriam, absolut guter Punkt :-) Danke dir und viele liebe Grüße, Petra
- Erich
Hallo Petra,
danke für diesen umfassenden und guten Artikel. Das ist wirklich schön zusammengetragen.
Eine kleine, wichtige Anmerkung muss ich dennoch loswerden: im Speichel der Pferdebremse Tabanus Sudeticus befindet sich ein spezifisches Protein, das für die Blutverdünnung beim Biss sorgt. Die Bremse injiziert es beim Biss. Deswegen bluten diese Verletzungen auch so häufig und lange. Kühlen ist da allerdings tatsächlich erst einmal kontraproduktiv, weil dieses Protein hitzeempfindlich ist und ab ca. 42° C zerfällt. Man sollte daher einen frischen Biss bei Mensch und Pferd zuallererst erwärmen. Ich benutze immer ein großes Glas heißes Wasser und zwei Esslöffel, die ich in das Wasser stelle und so anwärme. Groß ist das Glas deshalb, damit ich möglichst viel Volumen habe und das Wasser nicht zu schnell abkühlt. Abwechselnd drücke ich dann mit den beiden Löffeln (mit der Löffelrundung) auf den Stich, ungefähr im Wechsel von ca. 30 Sekunden. In dieser Zeit kühlt der benutzte Löffel wieder ab und heizt sich der andere im heißen Wasser wieder auf. Das mache ich ca. 3 bis 4 Minuten. Danach ist auch der Schmerz so gut wie weg, es hat aufgehört zu bluten und dann kommt das kühlende Gel drauf. Euer eigenes Rezept ist übrigens toll. Danke.
Viele Grüße vom Erich
- PetraPferdeflüsterei
Hallo lieber Erich, das liest sich superspannend! Danke für die wunderbare Ergänzung – werde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Ganz liebe Grüße, Petra
- Anuvali
Liebe Petra,
Danke für deine tollen Infos !
Stechen denn die Bremsen nicht durch die „zweite Haut“ deiner Lieblingsfliegenmaske durch ???
lieben Gruß, Anuvali von der EPONA Ranch
- PetraPferdeflüsterei
Liebe Anuvali, die Erfahrung mache ich tatsächlich nicht. Das Lycra ist weich und fein, aber scheint mir dicht genug und das übliche Netz um Augen Ohren schützt supergut, wie bei allen Fliegenmasken :-) Liebe Grüße, Petra
- Christiane Hagemann
Bremsenfalle Tabanus-Trap Edge Insekten Falle Bremsen Pferd Fliegenfalle für die Pferdekoppel Pferdeweide Insektenschutz für Pferde.
Dazu möchte ich jeden Pferde- und Naturliebhaber hinweisen, dass diese Bremsenfalle nicht nur Bremsen anlockt und auf Weideflächen die zur FFH (Flora-Fauna-Habitat) gehören NICHT zugelassen sind. Man macht sich nicht sonderlich beliebt wenn man diese Falle verwendet und im Umkreis von 1 Hektar sämtliche Bremsen, Bienen und Schmetterlinge bedroht und womöglich tötet!
Darüber sollte sich jeder Pferdeliebhaber bzw. Besitzer informieren bevor diese Bremsenfalle gekauft und aufgestellt wird!
- PetraPferdeflüsterei
Hallo liebe Christiane, ein super Hinweis :-) Danke dir! Es ist immer wieder spannend, wenn du und andere Leser Ergänzungen schreibt – die total klar in meinem Kopf sind und ich deswegen gar nicht erwähne bzw. daran denke sie zu erwähnen. Klar ist das immer eine Waagschale zwischen Nutzen und Schaden und man muss schauen, wo sich die Koppel in welchem Umfeld befindet. Danke dir :-) Liebe Grüße, Petra
- sven
Lavendelöl ist sehr gut geeignet um Narben weich zu machen.Nach einer OP zB die Narrbe täglich einreiben!Das wilde Fleisch wird dadurch weicher und die gesamte Narbe angenehmer! Lavendelöl ist unbedenklich PS Lavendel schmeckt auch im Salat!
- PetraPferdeflüsterei
Nur sollte man bei Lavendel (wie bei allen ätherischen Ölen, aber bei Lavendel besonders) einmal checken, ob eine Allergie vorhanden ist :-)
- Mary
Dieses Jahr fliegen die Pferdebremsen auch spät abends noch überall und im Stall auch tagsüber. Da hilft nur töten, auch wenn es weh tut. Mein neuer Begleiter: ein alter Schuh zum Draufschlagen.
- PetraPferdeflüsterei
Ein grossartiger Begleiter ;-)))