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Exmoor Pony

Sie sind klein, kompakt, garantiert braun und ohne Abzeichen: Das Exmoor Pony ähnelt in seinem Körperbau und Fellfarbe dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ob es ein direkter Nachfahre ist oder ob andere Hauspferde ihre genetischen Spuren hinterlassen haben, ist nicht ganz klar. Die Rasse ist jedoch sehr ursprünglich geblieben, gilt als nervenstark und trittsicher. Damit kann ein Exmoor Pony ein richtig gutes Freizeitpony werden.

Das Wildpferd unter den Ponys: Exmoor Pony

In Süden Englands wachsen Exmoor Ponys nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark auf. Werden die Tiere nicht früh an den Menschen gewöhnt, bleiben sie scheu. Eine Zucht und Selektion findet trotzdem statt. Exmoor Ponys sind wegen ihrer Größe und Gelassenheit gute Kinderponys. Sie wissen aber durchaus, was sie wollen (und was nicht).

Größe

Exmoor Ponys haben ein Stockmaß von 120 bis 130 Zentimetern.

Farbe

Sie sind Falben, Braune und Dunkelbraune mit Mehlmaul und ohne Abzeichen. Auch rötliche Brauntöne kommen vor. Exmoor Ponys haben außerdem Aufhellungen am Bauch und den Innenseiten der Beine sowie einen Aalstrich.

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Körperbau: kompakt und robust

Das Exmoor Pony ist eine sehr ursprüngliche und homogene Rasse mit einem kräftigen, gedrungenen Körper in rechteckigem Format.

  • Das Exmoor Pony hat eine breite Stirn mit knöchernen Wulsten über den Augen, kurze Ohren mit schwarzen Spitzen und kräftige Kiefer.
  • Hals und Rücken sind kräftig, die Hinterhand ist muskulös und rund. Die Ponys besitzen eine breite Brust und einen großen Rumpfumfang. Die Beine sind kurz und stabil mit starken Gelenken und dicken Röhrbeinen. Die Hufe sind hart.
  • Die Ponys haben eine dichte Mähne und einen dichten Schweif. Sie bewegen sich weich und fließend mit flachen Gängen.

Wesen und Einsatz: gelassen und intelligent

Exmoor Ponys gelten als ruhig und nervenstark. Sie sind menschenfreundlich, willig und aufmerksam. Ihre Unerschrockenheit kann sich durchaus auch als Eigenwilligkeit zeigen.

Die kleinen Ponys sind sehr trittsicher und besitzen weiche Gänge.

Sie werden zum Beispiel in der Landschaftspflege und im Naturschutz eingesetzt. Pflanzenfresser wie die Ponys leisten einen Beitrag zur Biodiversität. Auch im Rahmen von Beweidungsprojekten in Deutschland wird die Rasse von Naturschutzverbänden genutzt.

Die Ponys aus England kommen aber auch als Kinderpony oder Kutschpony zum Einsatz. Auch als Freizeit- oder Therapiepferd und beim Wanderreiten können die Tiere ihre Stärken zeigen. In England ist es üblich, dass auch Erwachsene die Ponys reiten – dafür gibt es sogar ausgewiesene Shows und Turniere.

Die Rasse wird in gezielter Zucht in andere Ponyrassen eingekreuzt, ist selbst aber wahrscheinlich frei von fremden Einflüssen geblieben.

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Geschichte: Eine uralte Rasse – vielleicht sogar ein echtes Wildpferd

Das Exmoor Pony ist im Exmoor, einem Nationalpark im südwestlichen England, genauer der Grafschaft Somerset zuhause. Das Gebiet ist eine karge Hochebene, hügelig, voller Heide und Büsche. Landwirtschaft ist hier nicht möglich.

Ist das Exmoor Pony ein echtes Wildpferd? Es ist nicht klar, ob es in Großbritannien durchgehend seit der Urzeit Wildpferde gab oder ob diese ausstarben und die heutigen wilden Pferde auf ausgewilderte Hauspferde zurückgehen. Genforscher sagen, dass die DNA von Exmoor Ponys mit der der meisten anderen Hauspferde identisch sei.

Nichtsdestotrotz: Die heutigen Exmoor Ponys gehen auf das wilde nordeuropäische Urpferd zurück und wurden kaum von anderen Rassen oder Einkreuzungen beeinflusst. Sie gelten deswegen als eine der wilden Pferdepopulationen in Europa, die am längsten zurückverfolgbar ist: Erwähnt wurde die Rasse zuerst von Wilhelm dem Eroberer 1086.

Die wilden Ponys wurden teilweise gezähmt, aber auch von Bauern gezüchtet und als Zugtiere eingesetzt. Da die Tiere gerade im 19. und 20. Jahrhundert auch zur Zucht mit anderen Rassen eingesetzt wurden, um sie härter und robuster zu machen, begannen die verschiedenen Ponyrassen wie Darmoor oder Welsh sich zu ähneln. Andere Rassen beeinflussten das Exmoor dagegen kaum – die Kreuzungen überlebten nicht.

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Rasse fast ausgestorben – nur rund 50 Tiere überlebten. Mit ihnen war die Farbvielfalt der Rasse ausgestorben. 2010 wurde der Bestand weltweit auf etwa 800 Pferde geschätzt. Die Exmoor Pony Society gründete sich 1921 – die Besitzer der Ländereien, auf denen die Ponys lebten, schlossen sich zusammen, um die Rasse zu erhalten.

Heute leben die Ponys nach wie vor als freie Herden, sie haben aber Eigentümer. Gezielt eingesetzte Hengste laufen mit – die Fohlen werden eingefangen und registriert.

Exmoor Ponys gibt es auch in Schweden, Deutschland, den Niederlanden, der USA und der Tschechischen Republik.

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