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Tierkommunikation! Esoterischer Humbug oder wirklich hilfreich?

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Tierkommunikation funktioniert. Davon bin ich überzeugt. Aber vielleicht ein bisschen anders als du jetzt denkst, wenn du meinen ersten Satz liest. Ich glaube nämlich fest daran, dass die Tiere mit uns reden, dass sie kommunizieren und eine eigene Meinung und Persönlichkeit haben. Von Angesicht zu Angesicht. Ein anderes Thema ist für mich die Tierkommunikation aus der Ferne via Foto. Ich will dir in diesem Artikel erzählen, wie sie funktionieren soll, wie ich dieses Thema sehe und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe. 

Weil es wichtig ist zu wissen, wovon man spricht bevor man über etwas urteilt, will ich dir zuerst erklären, was damit gemeint ist, wie die Tierkommunikation funktionieren soll und warum ich selbst sie auch ausprobiert habe. Und natürlich wie ich abschließend darüber denke. Außerdem gibt es zwei Interviews. Ich lasse die zu Wort kommen, die sich damit beschäftigen. Zwei Tierkommunikatorinnen. Die Tierkommuikatorin Jessica von TIER-W-ISH erzählt, wie sie so eine Kommunikation angeht und die bekannte Tierkommunikatorin und Ausbilderin Karin Müller (www.karin-mueller.com) erklärt nächste Woche in einem Interview, wie sie von der einer wissenschaftlich ausgebildeten Journalistin und Skeptikerin zur Tierkommunikatorin wurde und wie du Tierkommunikation lernen kannst.

INFO: Ich will das Thema nicht komplett verneinen, denn nur weil ich skeptisch oder kritisch bin, bedeutet es ja nicht, dass ich Recht habe. Das ist auch der Grundgedanke dieses Artikels. Das Thema beschäftigt viele Menschen und deswegen landet es auch hier im Blog. Wie immer bekommst du meine möglichst offene, aber doch ehrliche Meinung und alle Fakten, die ich dazu weiß und recherchieren kann.

Es gibt für mich sehr viele Wenns und Abers an diesem Thema. Ich will ehrlich sein. Ich sehe es sehr kritisch und ich habe mich auf eine Tierkommunikation nur eingelassen, weil ich offen sein und kennen will worüber ich rede und weil ich wissen wollte, wie so etwas abläuft, bevor ich mein persönliches Urteil fälle. Das ist meine Grundphilosophie im Leben. Ich versuche immer einigermaßen offen zu bleiben und mich auf Neues einzulassen und ich denke auch, dass es viele Wege gibt, die nach Rom führen. Hier beschreibe ich meine Gedanken zum Thema. Das heißt aber nicht, dass mein Weg der Richtige und meine Einschätzung die einzig Wahre sein muss. Für mich gilt immer, dass das mein ganz individuelles Urteil ist: Nichts Allgemeingültiges und keine absolute Wahrheit. Nur meine persönliche Meinung. Du kannst sie annehmen, musst es aber nicht. So, das war die lange Vorgeschichte. Kommen wir erstmal zu den Fakten und dem Hintergrundwissen, das ich dir erklären will, bevor wir zu meiner Meinung und meinem abschließenden Fazit kommen – meine Antwort auf die Frage: Tierkommunikation – esoterischer Humbug oder wirklich hilfreich? Sie fällt ziemlich eindeutig aus. Später mehr dazu – jetzt legen wir erstmal mit den Fakten los.

Tierkommunikation! Esoterischer Humbug oder wirklich hilfreich? 1

Was ist Tierkommunikation

Tierkommunikation ist der Gedanke von Energien und Telepathie, die zwischen Mensch und Tier eine Verbindung schaffen können. Tierkommunikatoren gehen davon aus, dass wir Menschen alle einen sechsten Sinn besitzen. Über diesen berühmten sechsten Sinn können wir mit den Tieren kommunizieren, aber auch mit anderen Menschen. Über alle Orte und physikalischen Grenzen hinweg. Wie ein Telefonat. Nur dadurch, dass der Kommunikator die Worte, Gedanken und Energien des Lebewesens „empfängt“, das er anfunkt.

  • Tierkommunikation meint in diesem Sinne also immer die telepathische non-verbale Verbindung zwischen Tier und Mensch
  • Die Übertragung von Gedanken und Gefühlen von Lebewesen zu Lebewesen dank des sechsten Sinnes, den wir Menschen laut der Tierkommunikation immer mehr haben verkümmern lassen

Als Beispiel für die Echtheit dieses Sinnes werden Naturvölker genannt, die ihr Leben von diesem Sinn mitbestimmen lassen oder Mütter die intuitiv wissen, was ihr Baby braucht oder die Situation, dass man an jemanden denkt und genau diese Person sich dann kurze Zeit später meldet. Oder die Stimmungen, die wir von anderen Menschen auffangen können, ohne, dass sie diese geäußert haben.

Carey schnuppert freude

Kann jeder Tierkommunikation lernen?

Aus der Sicht vieler Tierkommunikatoren kann es jeder lernen. Es ist ein bisschen wie Meditieren lernen, sagen die Macher. Man sollte frei von Emotionen sein, die Natur und die Tiere lieben und wertschätzen und offen sein. Man muss sich darauf einlassen, die eigene innere Ruhe finden und sich öffnen. Dann würden die Gedanken des Tieres von alleine zu dem Kommunikator finden. Dafür braucht es nur ein Foto, den Namen und das Alter des Tieres, um das es gehen soll. Das müsse man dann oft genug üben. Zuerst an beweisbaren Aussagen wie Fütterung, Haltung oder Krankheiten des entsprechenden Tieres. Wenn da langsam Sicherheit kommt, könne man sich an die Nicht-Beweisbaren Aussagen herantasten. Wichtig ist wohl, dass man es unbedingt lernen will und bedingungslos daran glaubt. Zweifelt man, stehen die Zweifel der Kommunikation im Weg. So zumindest liest man das auf verschiedenen Webseiten und Expertenforen. Mehr zu der Frage, wie man Tierkommunikation lernen kann, erfährst du dann im zweiten Teil dieses Beitrags – die Ausbilderin Karin Müller erklärt in einem ausführlichen Interview wie du Tierkommunikation lernen kannst.

Tierkommunikation – ja oder nein?

Für mich ist diese Frage leicht zu beantworten. Ich bin durchaus ein Mensch, der an Energie und Schwingungen glaubt – aber für mich müssen alle Betroffenen anwesend sein. Dann kann diese Energie Schwingungen auslösen und Mikrobewegungen in Gesicht und Muskulatur auslösen, die wiederum intuitiv gelesen werden können. So funktioniert für mich Tierkommunikation vereinfacht gesagt. Ganz anders die Tierkommunikation über Entfernungen hinweg via Foto – zwischen Fremden. Nehmen wir mal die vorhin kurz angesprochenen Argumente für den sechsten Sinn. Die Naturvölker, die Mutter-Kind-Beziehung und die bedachte Person, die sich meldet. Alles Teil des sechsten Sinns? Wer weiß…Ich könnte an alle diese Dinge glauben und dann werde ich sie alle mit meinem sechsten Sinn deuten. Ich könnte sie aber auch mit dem Kopf durchdenken und widerlegen.

  • In dem ich zum Beispiel erwähne, dass die Naturvölker sich nicht von ihrem sechsten Sinn, sondern von ihrem Erfahrungsschatz und der gelebten Nähe zur Natur leiten lassen.
  • Ich könnte sagen, dass Mütter natürlich wissen, was ihr Baby braucht, weil sie von der Natur dafür gemacht wurden und mit der Zeit die Zeichen ihres Babys deuten lernen und Babys ehrlich gesagt auch nicht allzuviele verschiedene Bedürfnisse haben.
  • Und ich könnte fragen, ob sich die bedachte Person vielleicht auch meldet, weil man sich schon länger nicht gehört hat und es deswegen an der Zeit war oder man es nur dann verblüffend findet, wenn sie sich wirklich meldet – zufällig – aber die 10 mal, die man an sie gedacht hat und sie sich nicht gemeldet hat einfach vergisst.
  • Oder dass es nur normal ist Stimmungen von Menschen zu spüren, die um uns herum sind, weil sie diese Stimmungen durch Mikrogesichtsausrücke und Körpersprache vor sich hertragen.

Du siehst also – Tierkommunikation ist vor allem eines: Glaubenssache! Ich will dir diesen Glauben mit dem Artikel nicht nehmen, wenn du ihn brauchst oder schon in dir trägst. Warum ich diesen Artikel trotzdem schreibe? …fragst du dich vielleicht?

  • Weil dieses Thema unglaublich viele Menschen bewegt und interessiert
  • Weil ich denke, dass es wichtig ist auch die kritische Seite zu beleuchten
  • Weil das Thema Berechtigung hat, auch wenn es nicht MEIN Thema ist
  • Weil Tierkommunikation auch Gutes bewirken kann – auch wenn ich nicht daran glaube. Wie? Das verrate ich dir in meinem Fazit.
  • Weil es wichtig ist zu sagen, dass auch viele Scharlatane in dem Bereich unterwegs sind, die den Leuten nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen und man deswegen genau schauen muss, wem man sein Vertrauen und sein Geld gibt

Ich werde einfach schildern, wie ich die Tierkommunikation empfunden habe, auf die ich mich für den Artikel eingelassen habe und mein persönliches Fazit beschreiben sowie begründen. Wie ich das meine schreibe ich dir jetzt, nachdem ich dir meine Erfahrung geschildert habe.

Tierkommunikation! Esoterischer Humbug oder wirklich hilfreich? 2

Wie läuft Tierkommunikation ab – ein praktisches Beispiel

Jessica von TIER-W-ISH“ hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich über das Thema berichten will. Alles in mir hat sich erst dagegen gesträubt. Dann habe ich einige Tage darüber nachgedacht und mich mit dem Thema beschäftigt und beschlossen es doch zu machen. Warum? Weil ich finde, dass man erst über etwas urteilen soll, wenn man es ausprobiert hat. Und weil ich denke, dass es so viele Menschen interessiert – gerade Pferdebesitzer – dass ich eine Meinung dazu haben will, die auf Erfahrungen beruht und nicht auf Halbwissen und spontaner Ablehnung. Auf meine Frage, wie sie sich das vorstellt, weil sie ja mein Blog lesen und so sehr viel erfahren kann, meinte sie, dass sie bewusst nichts gelesen hat. Darauf habe ich mich einfach verlassen, mich darauf eingelassen und Jessica die gewünschten Daten geschickt.

Tierkommunikation – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Jessica wollte ein Foto meines Pferdes, seinen Namen und sein Alter wissen. Das sollte ich in einer ersten Email schicken. In einer zweiten Email sollte ich dann meine Fragen an mein Pferd schicken. Das sollte ich deswegen so handhaben, dass sie sich erst einmal auf eine „Unterhaltung“ mit einem Pferd einlassen kann, ohne durch meine Wünsche oder Fragen im Kopf vorbelastet zu sein. Hier ist das Foto, das ich ihr geschickt habe:

Carey Zauberpferd Pferd

Die weiteren Infos waren ihr Alter (5 Jahre) und ihr Geschlecht (Stute). Mehr Infos zu meiner Stute hat sie nicht bekommen. Hier sind meine Fragen an Carey:

  1. Wie findest du Ronja?
  2. Bist du glücklich in deiner Herde oder hast du Stress?
  3. Soll ich dich mehr fordern oder lieber weniger – körperlich wie in der Art der Kommunikation?
  4. Was wünscht du dir von mir in Sachen Verhalten und Kommunikation?
  5. Wenn du manchmal schlechte Laune hast oder kurz mal negative Energie loswirst – liegt es an körperlichen Problemen oder an etwas anderem?
  6. Wo zwickt es bei dir genau? Ist es wirklich der Magen? Oder die Schulter? Ahnst du woran es liegen könnte?

Zu der Frage 1 für dein Verständnis: Ronja ist Careys Boxennachbarin, mit der sie sich einen Laufstall teilt. Ronjas Besitzerin und ich haben sie aus einer großen Stutenherde zusammen in den Laufstall umgezogen und ich wusste nicht wie die beiden zueinander stehen. Zum Zeitpunkt der Tierkommunikation war der Umzug noch nicht vollzogen und die beiden standen noch zusammen in der großen Herde im alten Stall. Alle anderen Fragen erklären sich vermutlich einigermaßen von selbst. Einige Tage später kamen dann die „Antworten“ meines Pferdes in Form eines PDFs – Jessica hatte sozusagen nach eigenen Angaben die „Unterhaltung“ mit Carey handschriftlich mitgeschrieben. Ich packe dir das PDF in den Artikel mit rein – dann kannst du dir ein eigenes Bild davon mache, wie so eine fertige Kommunikation von Jessica aussieht und was Carey – meine Stute – ihr alles über sich erzählt haben soll. Als ich Jessica übrigens gefragt habe, ob es für sie okay wäre, dass ich dieses PDF veröffentlich, schrieb sie mir, dass sie erst Carey um Erlaubnis gebeten habe und diese geantwortet hat, dass es für sie okay sei und sie die Idee gut findet. Sonst hätte Jessica die Veröffentlichung abgelehnt, meinte sie. HIER kannst du dir die Kommunikation mit Carey anschauen – einfach auf den Link klicken und das PDF öffnen So – jetzt kennst du also die Fakten aus der Tierkommunikation.

Stimmt die Tierkommunikation mit der Realität überein?

Ich muss gestehen, dass Jessica mich erst ein bisschen verblüfft hat.

  • Die Charakterbeschreibung von Carey war ziemlich zustimmend und hat mir beim Lesen schon kurz ein merkwürdiges Bauchgefühl verschafft.
  • Carey ist eine sanfte Diva, sie kann manchmal ziemlich plötzlich explosiv sein und sie ist sich selbst ziemlich nahe. Definitiv nicht der mütterliche Typ und auch kein Pferd das gefallen will. Sondern ein Pferd, das selbstsicher, fein, sanft, aber auch bruddelig, explosiv, schlecht gelaunt und Divenhaft sein kann.
  • Sie ist bei der Freiarbeit meist gelassener als bei der Kappzaumarbeit oder am Knoti. Also Freiheitsliebe ist ein Thema bei Carey. Insofern lag Jessica da gar nicht so schlecht.

Andererseits – als Kritikerin, die ich bin – könnte ich auch sagen, dass ich ihr ein Foto meines Pferdes geschickt habe, das Carey ziemlich gut repräsentiert und ihren Charakter deutlich zeigt. Außerdem habe ich in einer Frage ja schon angedeutet, dass sie explosivere und schlecht gelauntere Momente haben kann. Plus: diese Charaktereigenschaften kann man natürlich bei vielen Pferden mehr oder weniger ausgeprägt entdecken. Nichtsdestotrotz war ich erst einmal ziemlich beeindruckt.

Carey Pferd

Falsche Fakten in der Tierkommunikation

Dann aber kamen die Fakten und da lag Jessica mindestens bei der Hälfte falsch. Wenn du das PDF gelesen hast, dann weißt du ja, was meine Stute Jessica “erzählt” hat – ich schreibe hier also nur, was daran nicht gestimmt hat, um das Ganze etwas abzukürzen eine sehr geraffte Zusammenfassung der Punkte:

  • Punkt 1: Carey hat erzählt, dass sie zufrieden sei in der Herde und ihre Kumpels möge: Weder stand meine Stute jemals bei Wallachen. Noch war sie in ihrer Herde zufrieden. Sowohl ich, als auch mein Tierarzt als auch meine Osteopathin als auch der Hufpfleger haben unabhängig voneinander festgestellt, dass Carey unter Schmerzverspannungen und Stresssymptomen leidet. Sehr wahrscheinlich wegen der zu großen Herde auf zu wenig Platz und wegen falscher Fütterung. Aufgrund all dieser Dinge, die sich vor allem diesen Winter verschlechtert hatten, sind wir vor kurzem in einen anderen Stall gezogen. Seitdem geht es Carey besser. Die sich im alten Stall verschlechterte Herde und deren Missstimmungen untereinander war also Teil der Probleme im Schulter und Rückenbereich. Da Carey viel diskutieren musste und Magenprobleme hatte, strahlte das alles in diesen Bereich aus. Dass Jessica aber genau die Schulter als Schmerzbereich im Körperscan erwähnt verblüffte mich trotzdem nicht, ich hatte sie ja schon in eine meiner Fragen integriert.
  • Punkt 2: Carey hat von Ronja als mein Kind gesprochen: Auch bei Ronja lag sie falsch. Ronja ist nicht mein Kind, sondern ihre Stallgenossin. Eine Stute, mit der sie sich jetzt einen Laufstall teilt. Damals hatte ich die Frage eingebaut, weil ich neugierig war ob vielleicht doch eine Einschätzung kommt, die mir Beruhigung verschafft aufgrund des geplanten Umzuges.
  • Punkt 3: Carey soll von einem unpassenden Sattel erzählt haben: Bei dem Thema „unpassender Sattel“ konnte ich auch keine Übereinstimmung finden. Carey hatte bislang nur einen Fellsattel auf ihrem Rücken – der hat keinen Baum, kann also nicht drücken. Geritten wird sie bis heute nicht wirklich. Ich saß erst rund 10 mal auf ihrem Rücken und da bis auf einmal komplett ohne Sattel und auch nur für 3 – 5 Minuten. Da Carey diese merkwürdigen Schmerzsymptome zeigte, weshalb ich auch mit ihr umgezogen bin, hatte ich das Anreiten über den Winter wieder gestoppt. Zum Zeitpunkt der Tierkommunikation wurde sie also seit Monaten nicht geritten. Und davor auch so kurz und ohne Sattel, dass diese Gedanken einfach keinen richtigen Sinn ergeben haben.

Soweit also meine Erfahrung mit einer Tierkommunikation. Es gab Übereinstimmungen, aber auch falsche Fakten.

Mein Fazit – Tierkommunikation: Humbug oder Hilfreich?

Ich persönlich glaube auch nach der persönlichen Erfahrung nicht an die Tierkommunikation und fühle mich in meiner Haltung diesem Thema gegenüber bestätigt. Mir erscheint es absurd, dass jemand mit meinem Tier über die Ferne via „Foto telefonieren“ kann. Ich finde auch, dass die Tierkommunikation die Tiere in ihren Gedanken und der Art und Weise, wie zum Beispiel auch mein Pferd laut Jessica denken und reden soll, vermenschlicht. Allerdings verteufle ich es nicht und fand Jessica beeindruckend nett, unesoterisch und offen meiner Kritik gegenüber. Ich würde sie also unbedingt weiterempfehlen, wenn jemand das anders sieht als ich und eine Tierkommunikation machen möchte.

Trotzdem: Es gibt weder wissenschaftliche Studien zu diesem Thema, noch die Garantie, dass es funktioniert. Es ist etwas, das man glaubt oder nicht und irgendwie sprießen die Tierkommunikatoren geradezu aus dem Boden. Überall begegnet dir dieses Thema und jeder erzählt dir wie leicht man es lernen kann, weil es in uns allen liegen würde.

Neben der Tatsache, dass einige sehr esoterisch angehauchte Menschen gibt, die ganz schön viel Geld dafür nehmen, dass sie dir etwas von deinem Tier erzählen wollen. Es gibt da auch sogenannte Tierkommunikatoren die sich nicht scheuen konkrete gesundheitliche Ratschläge zu geben, bis hin zu medikamentösen Behandlungen. Dieser Schuss kann leider richtig nach hinten losgehen. Deswegen solltest du ganz genau schauen, wem du dein Vertrauen schenken willst und wem nicht und ob du alle Ratschläge annehmen willst, die dir da gegeben werden. Du solltest immer auch deinen gesunden Menschenverstand befragen und niemanden blind folgen. Aber das gilt ja für alles im Leben.

Ich denke, dass so eine Tierkommunikation viel mit menschlichem Einfühlungsvermögen des Tierkommunikators zu tun hat und mit selektiver Wahrnehmung. Der Mensch ist so verblüfft über die Aspekte, die stimmen könnten, dass er ganz übersieht, dass einiges auch nicht stimmt. Gleichzeitig gibt es ja immer eine Begründung, warum die Kommunikation doch stimmen könnte. Entweder sprechen die Tiere dann eben in Rätseln oder der Schmerzpunkt liegt vielleicht doch ein bisschen anders als gesehen oder wie im Fall von Ronja hat sich dann der Kopf der Tierkommunikatorin fälschlicherweise eingeschaltet. Das schrieb Jessica mir nämlich sehr ehrlich und selbstkritisch auf meine ehrliche Rückmeldung zur Kommunikation. Sie ist durchweg sympathisch, glaubt an das, was sie macht und will nur das Beste für die Tiere erreichen, Ein Teil ihres Honorars spendet sie zum Beispiel immer an gute Tierzwecke. Dann muss ich mich aber fragen, wie echt die Kommunikation sein kann und ob sie wirklich von meinem Pferd kommen kann, wenn der Kopf der Tierkommunikatorin dann etwas hört vom Pferd, was gar nicht stimmen kann – wenn sich also der Kopf einfach einschalten kann in die „Unterhaltung“.

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Welche Form der Tierkommunikation für mich funktioniert

Ich glaube vor allem an eine Form der Tierkommunikation: Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier vor Ort – wenn sie sich gegenüberstehen, aufeinander eingehen, die gegenseitige Körpersprache lesen und miteinander in einem Gespräch sind. Die Energie, die zwischen zwei Lebewesen schwingen kann, wenn sie zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind und so miteinander agieren.

Warum ich Tierkommunikation nicht komplett verteufele

Was ich aber auch sehe ist, was eine ehrliche und wertschätzende Tierkommunikation bewirken kann. Wenn jemand wie Jessica, die ja auch wirklich daran glaubt und mit Herzblut an die Sache herangeht, sich in den Menschen und das Tier einfühlt und dem Tier gefühlt eine Stimme verleiht. Meist melden sich ja sicher Menschen, die einfach ein Problem mit ihrem Tier haben und hoffen so mehr zu erfahren. Die vermeintlichen Gedanken des Tieres können den Menschen ja auch sensibilisieren dafür, dass Tiere eine Persönlichkeit haben und ich glaube schon, dass danach etwas mehr Achtsamkeit und Geduld und Verständnis im Raum sind, wenn Mensch und Tier zusammenarbeiten. Mehr als vorher vielleicht, wenn jemand daran glaubt. Bei Carey beispielsweise hat mich in der Kommunikation berührt – ob ich wollte oder nicht – dass ihr ihre Temperamentsausbrüche leid tun sollen und dass sie eine Aufgabe haben soll. Nämlich mich, indem sie mir durch ihren unerschütterlichen Egoismus meinen Perfektionsmus und meine Harmoniesucht spiegelt. Denn sie ist für mich so etwas wie ein Seelenpferd oder Herzenspferd. Bei all den anstrengenden Momenten, die so ein wildes freies und individuelles Wesen haben kann, ist sie mir sehr ähnlich. Und spiegelt mir deswegen einiges. Und sie ist, bei all ihrer Selbstliebe und Individualität und dem – ich nenne es mal – leichten Egoismus, doch sehr zugewandt. Kommt, wenn ich sie rufe, brummelt manchmal sogar, agiert anders bei Osteo und Co wenn ich dabei bin und gibt sich mehr Mühe bei mir als bei meiner Trainerin, wenn wir etwas probieren. Alles kleine Zeichen, dass ich ihr auf irgendeine Art und Weise etwas zu bedeuten scheine. Deswegen hat mich das schon auch ein bisschen berührt, was in dem „Gespräch“ zwischen ihr und Jessica zu lesen war. Gleichzeitig treffen diese Charaktereigenschaften ja irgendwie auf viele Pferde zu und ich kann mir ein bisschen das herauslesen, was ich ohnehin lesen will oder selbst schon glaube. Insofern ist so eine Kommunikation auch immer etwas vage und die Empfehlungen sind auch sehr allgemeingültig. Weil ich ein Freund der Wissenschaft bin und einiges stimmte, vieles aber nicht – glaube ich vielmehr, dass ganz viel selektive Wahrnehmung in so einer Tierkommunikation steckt und viel gute Intuition und Tiermimiklesen seitens der Tierkommunikatorin. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich glaube nach wie vor nicht daran, dass jemand mit meinem Tier reden kann – auf so menschliche Art und Weise zudem – der es noch nie gesehen hat und nur ein Foto in seinen Händen hält. Aber ich glaube trotzdem, dass das Thema seine Berechtigung hat und vielen Pferd-Mensch-Beziehungen helfen kann durch die Stimme, die Achtsamkeit und den Fokus, der für das Tier geschaffen wird. Jessica hat eine sehr wohlwollende Art die vermeintlichen Gedanken von Carey zu formulieren und das schafft wiederum eine wohlwollende Atmosphäre für Pferd und Mensch – wenn man daran glaubt. Und nur weil ich nicht daran glaube, will ich auch nicht verneinen, dass es nicht eine weitere andere Wahrheit geben kann.

INFO: Du kannst Jessica auch buchen, wenn du selbst dem Thema gegenüber offen ist oder interessiert bist und es anders siehst als ich. Sie ist sehr professionell und pro Tier. Ich kann sie also absolut empfehlen – auch wenn ich selbst nicht daran glaube. HIER auf ihrer Webseite findest du alle Informationen, die du brauchst.

Deswegen gibt es jetzt noch zwei Interviews für dich. Ein Interview mit der Tierkommunikatorin Jessica von tier-w-ish darüber, wie sie so eine Tierkommunikation angeht, warum sie daran glaubt und weshalb sie das macht. Und ein Interview mit Karin Müller, bekannte Buchautorin und Tierkommunikatorin und Ausbilderin in Sachen Tierkommunikation, darüber, wie man Tierkommunikation lernen kann – wenn man es denn will.

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Interview mit der Tierkommunikatorin Jessica von TIER-W-ISH über den praktischen Ablauf, ihre Grundsätze und Gespräche mit Tieren

Pferdeflüsterei.de: Starten wir mal in die Praxis: Du bekommst ein Foto und dann telefonierst du das Tier an – in meinem Fall habe ich dir ein Foto von Carey geschickt. Wie genau hast du Kontakt mit Carey aufgenommen? Jessica (TIER-W-ISH): Das ist ganz simpel, ich schaue mir das Bild an, begrüße das Tier und los geht’s… Tiere sind Experten auf dem Gebiet der Telepathie, weil sie sich viel dadurch verständigen und so ist es sehr einfach sich mit ihnen zu verbinden, wenn man in der Lage ist seinen Kopf auszuschalten. Pferdeflüsterei.de: Sitzt du dann da und starrst auf das Bild und wartest? Jessica (TIER-W-ISH): Ich schaue mir das Bild meist nur am Anfang und zwischendurch kurz an. Es geht nur darum zu wissen welches Tier genau gemeint ist – wie die von dir bereits angesprochene Telefonnummer. Warten muss ich selten. Pferdeflüsterei.de: Setzen wir mal voraus, dass du Recht hast und es wirklich funktioniert: Was kommt da bei dir an? Ganze Sätze? Gedanken? Oder einfach nur Gefühle? Wie Wörter in deinem Kopf?Jessica (TIER-W-ISH): Ich bekomme etwas erzählt mit der ganz individuellen und persönlichen Stimme des Tieres und das schreibe ich mit nach der Devise nichts hinzufügen, nichts weglassen. Wenn ich zwischendurch Bilder sehe – was bei mir eher selten vorkommt – schreibe ich das dazu und wenn ich ein körperliches Gefühl habe ebenfalls. Beim Körperscan kommt das öfter vor und ich kann das Tier dazu einladen mir mit meinem Körper zu zeigen wo der Schuh drückt. Bei anderen Tierkommunikatoren ist es jedoch andersherum der Fall, manche sehen nur Bilder oder bekommen in erster Linie die Empfindungen mitgeteilt. Jeder Kontakt zischen Mensch und Tier ist individuell. Was jedoch immer identisch und vorhanden ist, sind die Emotionen die ganz automatisch vermittelt werden, weil man mit dem Tier verbunden ist und somit in es hinein spüren darf. Pferdeflüsterei.de: Wie soll das denn funktionieren? Ich meine, du kennst das Tier nicht – das Tier kennt dich nicht – wie soll da bitte eine Verbindung entstehen nur durch ein Foto?Jessica (TIER-W-ISH): Durch Telepathie – es ist unser 6. Sinn der uns verbindet und es geht „nur“ darum diese Verbindung wahrzunehmen. Das Foto zeigt mit wem man sich verbinden möchte. Bei meinen eigenen Tieren benötige ich dementsprechend kein Foto, weil ich sie gut kenne und so automatisch immer beim richtigen Tier lande. Pferdeflüsterei.de: Ich finde ja auch verwunderlich, dass es IMMERIMMER klappen soll. Ich meine – um bei dem Telefonbild zu bleiben – manchmal will jemand ja auch keine Verbindung oder ist nicht anwesend oder hat keine Lust zu quatschen. Ist das nicht auch ein Zeichen dafür, dass alles in deinem Kopf entsteht?Jessica (TIER-W-ISH): Es kann durchaus sein, dass das vorkommt. Bei mir war es bis jetzt nicht der Fall. Ich glaube weil es für Tiere völlig normal ist auf diese Weise zu kommunizieren und auch weil sie sehr dankbar sind dafür, dass ihre Worte Gehör finden. Es gibt jedoch auch kurze Gespräche und sehr lange, nicht jedes Tier ist gleichermaßen mitteilungsfreudig und nicht jedes traumatisiertes Tier möchte über seine schlimmen Erfahrungen berichten, andere sind dankbar es loswerden zu können.Wenn in der Gruppe mit einem Tier gesprochen wird, kommt es durchaus häufiger vor, dass ein paar Tierkommunikatoren einen „Korb bekommen“ und das Tier nur kurz kundtut, dass es genug zu tun hat oder eben keinen Gesprächsbedarf mehr hat oder ähnliches.

Pferdeflüsterei.de: Ich bin ja bekennende Skeptikerin und glaube trotz allem nicht daran, dass du wirklich Kontakt mit dem Tier aufnimmst, sondern vielmehr, dass das deine Interpretationen des Fotos sind, das ich dir geschickt habe. Nehmen wir das Bild als Beispiel: Da schaut mein Pferd ziemlich herausfordernd und frech in die Kamera. Natürlich bekommst du dann genau dieses Bild von ihrer Persönlichkeit. Ist es nicht vielmehr so, dass ich als Besitzer vielleicht ein Foto schicke, das mein Bauchgefühl bestätigen soll und die Tierkommunikation dann deswegen ein Stückweit funktioniert? Jessica (TIER-W-ISH): Ich habe oft Gespräche mit Tieren die eine lange traurige Vergangenheit haben von der auf einem Foto aus aktueller Sicht nichts zu erkennen ist und dennoch berichten sie mir davon. Es gibt andersrum Fotos aus glücklichen Zeiten und aktuelle Geschichten voller Trauer. Es ist dementsprechend egal, wie das Tier auf dem Foto aussieht. Die meisten Menschen stellen mir jedoch genau diese Frage, weil sie es sich anders nicht erklären können. Pferdeflüsterei.de: Jetzt stimmte ja etwa die Hälfte der Fakten nicht – wie erklärst du dir das? Jessica (TIER-W-ISH): Gar nicht :D Denn das kann ich gar nicht – ich bin nicht das Tier, d. h. ich muss nehmen was kommt ;-) Ich kann lediglich aus meiner Erfahrung heraus, wie sich in der Vergangenheit Dinge erklärt haben, zu einem Perspektivenwechsel anregen. Eigentlich ist es jedoch nicht meine Aufgabe zu bewerten oder interpretieren sondern lediglich die Empfindungen des Tieres weiterzugeben. Man muss immer bedenken, dass es bei den Tieren ist wie bei den Menschen, jeder lebt ein Stück weit seine eigene Realität. Ich habe viele Male erlebt wie mir Dinge berichtet wurden, die ich nicht wissen konnte und deshalb glaube ich an die Tierkommunikation und mein Fokus liegt auf den Dingen die passen und ich verlasse mich darauf, dass in dem Rest eine Wahrheit liegt, die wir momentan einfach (noch) nicht fassen können. Es ist schon vorgekommen, dass ein Tier etwas berichtet hat und es nicht gepasst hat und dann der Kumpel in der Box nebenan ein paar Tag später genau das beschriebene Problem hatte. Die Wahrheit liegt manchmal dazwischen und ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Pferdeflüsterei.de: Letztlich „vermenschlicht“ die Tierkommunikation die Tiere auch ein stückweit – war zumindest mein Gefühl beim Lesen des Textes, den Carey dir „diktiert“ haben soll. Du sprichst ihr Gedanken und Eigenschaften zu, die ziemlich Menschlich sind. Da kommt in meinem Kopf der Gedanke auf, dass auch das ein Zeichen dafür ist, dass viel aus dir kommen muss. Denn Pferde sind zwar Gefühlswesen und Harmoniewesen und haben Seele und Emotion, aber sie sind doch auch Instinktgeleitet und haben nicht so menschliche Gedankenwelten…Jessica (TIER-W-ISH): An dieser Stelle wäre die Antwort auf die Rückfrage woher du das weißt spannend ;) Denn ich bin absolut anderer Meinung. Jedes Tier hat seine Instinkte und handelt oft primär danach doch ich glaube die Seele macht keinen Unterschied in welchem Körper sie sich befindet. Natürlich steckt jedoch in jedem Gespräch auch etwas von mir sonst wäre nicht jedes Gespräch mit jedem Tierkommunikator anders. Es geht jedoch um das Gefühl und das große Ganze, das vermittelt wird. Pferdeflüsterei.de: Sprichst du auch mit deinen Tieren? Wie muss ich mir das dann vorstellen: Stellst du dich vor sie und meditierst oder ist Kommunikation da konkreter?Jessica (TIER-W-ISH): Ich spreche natürlich mit meinen Tieren, wahrscheinlich wie jeder Tierbesitzer, im alltäglichen Dialog. Doch bei einem „richtigen Gespräch“ ist es bei mir so, dass mir tatsächlich mein Kopf im Weg steht und ich mir selbst nicht recht traue. Anders ist es, wenn ich im Urlaub bin, weil ich dann weit genug weg bin und ich nicht weiß wie es aktuell bei meinen Süßen aussieht.

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Pferdeflüsterei.de: Verstehe mich nicht falsch – ich glaube absolut an Energie und Schwingungen und kleinste Körpersprachliche Zeichen. Ich bin mir absolut sicher, dass unsere Tiere mit uns kommunizieren – aber eben auf ihrer Ebene und mit ihrer Körpersprache oder mit den Antworten, die wir ihnen geben, wenn wir konkret vor ihnen stehen. Mein Kater sagt mir, wann er gebürstet werden will und meine Katze spürt auch, wenn es mir nicht so gut geht und tröstet mich dann mit einer Kuschelrunde. Mein Pferd sagt mir, was sie mag und was sie nicht mag und kann entspannen, wenn ich entspannen kann – das alles ist Fakt für mich. Aber ich kann einfach nicht daran glauben, dass mein Pferd einen „Anruf“ von dir bekommt und sich dann alles frank und frei in so konkreten Worten von der Seele quatschen soll…Jessica (TIER-W-ISH): Ich sehe es nicht als meinen Auftrag jemanden von der Tierkommunikation zu überzeugen, ich möchte den Menschen dieses Thema lediglich näher bringen um es ihnen als Möglichkeit aufzuzeigen. Es ist eine Möglichkeit etwas für das Tier und die Beziehung zwischen Mensch und Tier zu verbessern. Nicht alle Menschen haben eine klare Sicht auf die Dinge, viele sitzen viel zu dicht vor ihrer persönlichen Leinwand, um erkennen zu können was falsch läuft. Wenn man Skeptiker sein möchte, hat etwas wie die Tierkommunikation sicher keine Chance, weil man vieles zerreden und nichts beweisen kann. Es ist eine Entscheidung wie man die Welt sieht und was man für möglich hält und was nicht. Dasselbe Gespräch mit seinem Tier hat für jemanden der daran glaubt einen großen Wert und wird sich positiv auf sein Leben auswirken; für jemanden der nicht daran glaubt hat es wahrscheinlich gar keinen Wert. Möchte man sich, seinem Herzen, seinem Tier nun die Chance für einen positiven Wandel geben oder ist es einem wichtiger was der Verstand oder das Ego sagt? Es ist alles eine Sache der Perspektive – nicht nur bei der Tierkommunikation sondern immer. Pferdeflüsterei.de: Vielen Dank für das offene Interview und dass du dich auch auf meine kritische Sichtweise eingelassen hast.

HIER kannst du übrigens noch einen Artikel zum Thema nachlesen – bei Pferde-freunde.de

TIERKOMMUNIKATION LERNEN! WIE DU LERNST MIT DEINEM PFERD KONKRET ZU REDEN

Stell dir vor, du hebst den Hörer auf, wählst eine Nummer und hast dein Pferd oder deinen Hund oder deine Katze am anderen End der Strippe. Du stellst Fragen und bekommst Antworten. Wie oft denke ich, wie toll es wäre, wenn ich meine Stute fragen könnte, was sie bewegt und warum sie sich manchmal verhält wie sie sich gerade verhält. Es wäre so einfach, wenn wir mit unseren Tieren reden könnten. Genau darum geht es jetzt in diesem Artikel. Wie du lernen kannst mit deinem Tier zu sprechen. Schritt für Schritt. 

Die Tierkommunikation sagt, dass wir mit unseren Tieren in unserer Sprache reden können. Wir können ihnen Fragen stellen und bekommen ganz konkrete Antworten. Bis zu Tipps in Sachen Futter, ihre Wünsche an uns und Verletzungen oder Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme. Kein Rätselraten mehr. Tierkommunikatoren sagen auch, dass diese Fähigkeit in uns allen liegt und wir sie lernen können. Wie das genau gehen soll, frage ich gleich die Buchautorin und Tierkommunikatorin Karin Müller. Sie macht das schon seit vielen Jahren und ist auch eine der bekanntesten Ausbilderinnen zur Tierkommunikation in Deutschland. Du kannst mehr über sie auf ihrer Webseite karin-mueller.com erfahren – dort veröffentlicht sie auch Infos zu ihren Büchern und Kursen.

Karin Müller Tierkommunikation

Bevor ich wir aber zum Interview übergehen noch ein paar Gedanken von mir zum Thema. Ich glaube sehr daran, dass Tiere Gefühls- und Energiewesen sind. Ich glaube auch an eine feine und nonverbale Kommunikation, die fast schon Gedankenübertragung sein kann. An das Konzept von unserer inneren Haltung und dem Fokus, den unsere Tiere uns spiegeln glaube ich auch.

Von Angesicht zu Angesicht. Ich sehe das ganz pragmatisch: Unsere Gedanken werden in aller Regel zu Taten – nämlich zu kleinsten Muskulären Bewegungen, Gerüchen die wir ausströmen und Mikromimik in unseren Gesichtern. Diese Botschaften können unsere Tiere lesen, weil sie von der Natur mit viel feineren Instinkten und Sinnen ausgestattet wurden als wir Menschen.

Karin MÜller hat auch ein Buch über die Seele der Pferde geschrieben “Hippsophia” – dazu schreibe ich dir am Ende des Artikels noch ein paar Worte. Aber jetzt kommen wir zu unserem Thema des Artikels “Tierkommunikation lernen”.

MIT PFERDEN REDEN

Natürlich kommunizieren wir also mit unseren Tieren:

  • über unsere Körpersprache
  • über Worte und eine gemeinsam erarbeitete erlernte Sprache
  • über Energie und Gefühle

Ich persönlich bin sehr skeptisch was die Kommunikation via Telepathie und den berühmten sechsten Sinn betrifft. Das ist genau das, worauf die klassische Tierkommunikation aufbaut.

Dazu gibt es HIER noch einen ersten Teil – mit meinen Gedanken zum Thema, einem persönlichen Erfahrungsbericht und einem Interview mit einer von Karin Müllers Schülerinnen über die ganz praktische Durchführung einer Kommunikation

Jetzt kommen wir aber zu dem Interview. Da ich sehr skeptisch bin, musste sich Karin einige kritische Fragen gefallen lassen. Sie hat sich ihnen offen gestellt.

Karin Müller Tierkommunikation

INTERVIEW MIT DER EXPERTIN UND AUSBILDERIN IN SACHEN TIERKOMMUNIKATION – KARIN MÜLLER – ÜBER IHREN WEG VON DER SKEPTIKERIN ZUR TIERKOMMUNIKATORIN, ÜBER TIERKOMMUNIKATION AN SICH UND VOR ALLEM ÜBER DIE FRAGE, WIE MAN TIERKOMMUNIKATION LERNEN KANN:

Pferdeflüsterei.de: Fangen wir mal ganz vorne an, damit unsere Leser dich auch ein bisschen kennenlernen. Wie bist du denn zur Tierkommunikation gekommen?

Schon als kleines Kind hat mir meine Familie einen besonderen Draht zu Tieren nachgesagt. Ich habe verletzte Mauersegler und Tauben gesund gepflegt und bitterlich geweint, wenn jemand aus Achtlosigkeit Insekten zertreten hat. Vielleicht liegt bei uns in der Familie auch eine gewisse Begabung für Feinstoffliches. Allerdings kannte ich kein Wort dafür. Ich war immer schon sehr sensibel dafür, wie es einem Tier geht und wann es zum Tierarzt muss, oft lange bevor die Erwachsenen Symptome bemerkt haben.

Meine Eltern haben mich darin glücklicherweise immer ernst genommen und mir Bodenhaftung beigebracht. Für mich war es einfach normal zu wissen, was ein anderes Lebewesen fühlt, wie es ihm geht, oder wo es Schmerzen hat. Dass man diese Fähigkeit tatsächlich trainieren und verfeinern kann und dann „Tierkommunikation“ nennt, habe ich erst um die Jahrtausendwende erfahren – und auch, was schief gehen kann, wenn jemand die Bodenhaftung verliert.

Karin Müller Tierkommunikation

Pferdeflüsterei.de: Warst du sofort offen für das Thema oder auch eine Skeptikerin wie ich?

Ich war superskeptisch, aber auch neugierig, als ich auf die ersten sogenannten Tierdolmetscher traf, die Kurse anboten und behaupteten, mit (Haus)tieren kommunizieren zu können. Zu der Zeit war ich hauptberuflich Journalistin und ich hatte ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen. Natürlich wollte ich tiefer eintauchen, recherchieren, einen Artikel schreiben. Ich habe den Haken an der Sache nie gefunden. Aus dem Artikel sind über die Jahre sieben Bücher zum Thema geworden und ich begleite seit 18 Jahren Menschen darin, ihren eigenen sechsten Sinn wiederzubeleben.

Pferdeflüsterei.de: Was hat dich letztlich davon überzeugt, dass es funktioniert?

Die Erinnerung an meine Kindheitserlebnisse, die Trefferquote von völlig fremden Menschen bei Kommunikationen mit meinen Haustieren – und umgekehrt natürlich eigene Erlebnisse: Als mir erste konkrete Informationen zugeflossen sind, für die ich keine andere rationale Erklärung herleiten konnte. Zu meinem Selbstverständnis gehört aber auch, meine Arbeit immer wieder in Frage zu stellen und mich selbst zu überprüfen. Man trägt viel Verantwortung und sollte sich dessen stets bewusst sein.

Tierkommunikation lernen! Wie du lernst mit deinem Pferd konkret zu reden 1

WAS IST TIERKOMMUNIKATION UND WIE SOLL SIE FUNKTIONIEREN

Pferdeflüsterei.de: Kommen wir mal zu den Fakten – Was ist Tierkommunikation und wie soll sie funktionieren?

Es handelt sich um eine mentale Kommunikation, um Gedankenübertragung. Man kann über Hirnstrommessungen nachweisen, welche Bereiche im Gehirn dabei aktiv werden. In gewisser Weise ist es vielleicht eine Verfeinerung der Empathie, der Fähigkeit, uns in ein Gegenüber einzufühlen. Tierkommunikation wird oft mit Intuition verwechselt, aber das ist es nicht. Es ist eine Kommunikationsform zwischen den Seelensystemen zweier Individuen ohne Zuhilfenahme der übrigen fünf Sinne. Das ist meine Lieblingsdefinition.

Telepathie klingt nach Hollywood, nach Pauken und Trompeten. Nein, damit hat es nichts zu tun. Im Gegenteil: man muss leise sein können und ganz genau zuhören. Jeder gute Reiter kommuniziert mit seinem Pferd z.B. über Bilder: Er stellt sich vor, wie eine Figur, eine Bewegung aussehen soll. Wenn er das nicht hat, wird ihn sein Pferd nicht verstehen. Körperliche Hilfen sind nicht alles. Alles steht und fällt mit der Vorstellung, mit meinem Bild im Kopf. Das übermittle ich beim Reiten.

Es findet also eine Gedankenübertragung statt, nichts weiter. Und die funktioniert in beide Richtungen. Die meisten von uns stellen nur zu selten auf „Empfang“. Und wenn, dann tun wir es unbewusst und halten es für Zufall oder Glück, dass wir „einfach den Drang“ hatten, nochmal in den Stall zu fahren – und da einen Koliker vorfinden, oder ein neugeborenes Fohlen.

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Pferdeflüsterei.de: Viele Tierkommunikatoren sagen ja, dass jeder die Schwingungen anders interpretieren kann, die da vom Tier kommen, weshalb Tierkommunikation mit dem gleichen Tier bei unterschiedlichen Tierkommunikatoren unterschiedlich ausfallen können – ich würde ja böse sagen, dass das die perfekte Ausrede dafür ist, dass Tierkommunikation vor allem nette Interpretation des Tierkommunikators und des Fotos ist..

*lach* – das ist ein bisschen wie „Ärzte sagen immer“ oder „alle Reiter“ sind… – Auch und gerade bei Tierkommunikatoren gibt es große Unterschiede, was Ausbildung, Erfahrung und auch ethischen Anspruch betrifft. Ich kann nur für mich und meine Erfahrungen aus 18 Jahren Seminartätigkeit sprechen und ich lerne täglich dazu. Interpretation hat in unserer Arbeit eigentlich nichts verloren. Das ist nämlich der Job des Tierbesitzers.

Ich kann nur weitergeben, was und wie ich es empfange. Sicherlich nehmen wir alle Dinge unterschiedlich wahr und wir laufen immer Gefahr – da sind wir beim „eigentlich“ – eben doch etwas zu interpretieren, also womöglich sogar Übersetzungsfehler zu machen. Viel häufiger ist aber, dass verschiedene Dolmetscher einfach verschiedene Blickwinkel haben oder anders fragen, ihre Antennen quasi unterschiedlich ausrichten. Das könnte man mit einem Patienten vergleichen, der bei der Visite verschiedenen Ärzten vorgestellt wird.

Der Chirurg wird ihn anders betrachten als der Dermatologe, der Zahnarzt oder der Anästhesist. So hat eine Tierdolmetscherin ihren Fokus vielleicht eher auf der Vergangenheit eines Tieres, eine zweite erfasst die momentane psychische Verfassung, eine dritte körperliche Beschwerden. Oder, anderes Beispiel: Wie kann es sein, dass vier Dolmetscher vier unterschiedliche Aussagen bekommen, wenn sie ein Pferd fragen, ob es gern geritten wird? Ganz einfach: Eine hat bei ihrer Frage z.B. Dressuraufgaben im Hinterkopf, die zweite denkt an Strandritte ohne Sattel im Sonnenuntergang, eine dritte an Wanderritte und die vierte an ihren eigenen schmerzhaften Sturz über einem Sprung. Das Tier reagiert auf die jeweiligen Bilder und Emotionen der „Sender“ (also Fragesteller) und entsprechend unterschiedlich fallen die Antworten aus.

Pferdeflüsterei.de: Ich hatte ja eine Tierkommunikation mit Tierwish.de, weil ich immer denke, dass man etwas ausprobieren sollte, bevor man es bejaht oder verneint. Da stimmte etwa die Hälfte und einige Infos waren auch komplett falsch. Spielt nicht auch selektive Wahrnehmung des Tierhalters eine Rolle? Weil – ich habe mich auch dabei ertappt, dass ich so positiv überrascht war, dass einiges stimmte, dass ich die falschen Fakten am  liebsten überlesen hätte…

*lach* oft ist es genau umgekehrt. Da hängt sich der Tierhalter an einer Antwort auf, die er – vielleicht noch – nicht versteht, und dann stimmt für ihn plötzlich auch der ganze Rest nicht mehr. Selektive Wahrnehmung spielt immer eine Rolle, klar, bei allen Beteiligten. Und es ist tatsächlich der Job des Tierhalters die Aussagen zu interpretieren, womöglich zwischen den Zeilen zu lesen, nicht meiner. Damit meine ich nicht schönreden, was nicht stimmt, sondern „um die Ecke denken“. ich als Mensch habe den Job, mich in die Perspektive und unter Umständen verschwurbelte Ausdrucksweise des Tieres hineinzuversetzen.

Manchmal ist es schwierig, ein Bild oder ein Gefühl in Worte zu fassen. Dabei können Missverständnisse entstehen. Mein Lieblingsbeispiel ist eine Katze, die sehr vehement übermittelt hat, dass sie ins Licht möchte und dass ihre Menschen ihr das verstellt haben. Es ging aber gar nicht um Sterben und Loslassen, sondern darum, dass buchstäblich der Lieblingssonnenplatz auf der Fensterbank mit einer neuen Zimmerpflanze besetzt worden war.

Oder: Eine Seminarteilnehmerin stritt mal heftig ab, dass es nicht sein könne, dass ihr Pferd sich rechteckige Leckerlies aus ihrer lila Jacke wünscht. So eine hätte sie nämlich gar nicht und solche Leckerlies schon gar nicht – und vier Wochen später bekam ich eine reumütige Mail: Es handelte sich um ihre alte Winterjacke, die sie weggehängt und total vergessen hatte – ebenso wie die Leckerlies darin. Manchmal wird ein Hund oder eine Ziege als „sehr kleines komisches Pony“ beschrieben oder ein Flugzeug als stinkender, lauter Vogel. Ein Tier berichtet immer aus seiner Lebenswelt, aus seiner Perspektive. Und das, was ihm wichtig ist, muss nicht deckungsgleich sein mit dem, was für uns wichtig ist oder wie wir etwas sehen.

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Pferdeflüsterei.de: Zumal ich doch auch mit meinen Fragen, die ich stelle, eine Richtung vorgebe und dem Tierkommunikator so unter Hand Infos liefere, die er dann einfließen lassen kann in die Worte des Tieres?

Deswegen sehe ich mir Fragen des Besitzers immer erst in meinem zweiten Arbeitsschritt an. Zuerst will ich völlig unvoreingenommen an eine Kommunikation herangehen. Oft ist dann die Hälfte der Fragen bereits beantwortet.

Umgekehrt: Wenn es ein konkretes Problem gibt, ist es durchaus sinnvoll, das zu benennen. Sonst stochere ich im Nebel und frage womöglich Dinge, die gar nicht zielführend für die Not des Besitzers sind. Es geht ja beim Auftrag eines Klientenbesitzers nicht darum, meine Fähigkeiten beweisen zu wollen oder zu sollen (dann wäre etwas grundlegend falsch), sondern, im Sinne und für das Wohl des Tieres gute Arbeit zu leisten. Beim Arzt schildere ich ja auch meine Symptome, damit er eine Ursache findet. Ich arbeite mit und gehe nicht in die Sprechstunde nach dem Motto: Such doch, du hast ja Medizin studiert.

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WIE REDEN TIERKOMMUNIKATOREN MIT DEM TIER?

Pferdeflüsterei.de: Kommen wir mal zur Kommunikation – Wie soll das gehen, dass du mit einem Tier „sprechen“ kannst, das du nie gesehen hast und nur von einem Foto kennst?

*Lach*, und da habe ich bereits einen dicken Vorsprung, wenn ich an all die Telefonate denke, die wir ganz selbstverständlich mit  wildfremden Menschen führen. Von denen habe ich nur eine Zahlenkombination und dazu ein drahtloses, flaches Blechkästchen mit Mikrochips. Das  fängt plötzlich an zu vibrieren oder zu tönen und wenn ich einmal über die Glasscheibe wische, erklingt die Stimme von jemandem, der Hunderte Kilometer weit weg ist und wir führen ein Gespräch – kein Draht, keine sichtbare Verbindung. Magie, oder? Das stellen wir nie in Frage. Wir sind da genauso reingewachsen, wie andere Kulturen in telepathische Kommunikation. Die kennen wir von Aboriginals auf der ganzen Welt. Aber die haben ja auch weniger Handys als wir ;-)

Spaß beiseite. Ich vergleiche Tierkommunikation wirklich gern mit dem telefonieren. Ich muss wissen, wen ich anrufen will, ich brauche ein Telefon, eine Leitung, eine Vorwahl und eine Rufnummer.  Das Foto hilft mir einfach mich zu fokussieren. Es ist meine Telefonnummer, nichts weiter. Ich rede ja nicht mit einem beschichteten Stück Papier oder ein paar Pixeln.

Wenn du mir sagst, sprich mit meiner Schimmelstute Lady, dann ist die Adresse zu ungenau. Es gibt sicher jede Menge weißer Ladys da draußen. Durch das Foto kann ich mir im Wortsinn ein Bild machen, um welche konkrete Stute es sich handelt. Ich fahre meine Antenne dann ganz gezielt nur in ihre Richtung aus.

Pferdeflüsterei.de: Und was kommt da bei dir an, wenn du mit einem Tier „sprichst“?

Das ist ganz unterschiedlich. Was sind Gedanken? Letztlich elektrische Funken, Momentaufnahmen. Die fange ich auf, mein Gehirn übersetzt sie zurück in Verwertbares. Gedanken können unterschiedliche Formen haben: Gefühle, Emotionen, Körperwahrnehmungen, Bilder, innere Filme, Geruch, Geschmack, Wortfetzen bis hin zu Sätzen …

Ich schreibe alles mit, was mir ab dem Moment, in dem ich mich auf das Tier eingestimmt und fokussiert habe, in den Sinn kommt. Ich lasse nichts weg, ich füge nichts hinzu, ich formuliere nichts um.

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Pferdeflüsterei.de: Warum kannst du mit jedem Tier „sprechen“, von dem dir ein Foto geschickt wird? Mit dem der Mensch aber oft nicht sprechen kann obwohl er ihm gegenübersteht. Gibt es dein NIENIE ein Tier, das die Kommunikation verweigert?  Mich macht ja allein dieser Fakt schon ein bisschen skeptisch…

Zunächst mal: Es macht keinen großen Unterschied, ob ich einem Tier gegenüber stehe oder über ein Foto arbeite. Die Arbeit mit dem Foto hat ganz pragmatische Gründe: Entfernungen zum Beispiel.  Außerdem kann ich dann freier die Zeit wählen, in der das Tier ansprechbereit ist, es öfter versuchen, Pausen machen etc.

Ich spreche ja auch nicht mit einem Tier, ich höre ihm zu und ich schreibe mit, wie eine Sekretärin im Diktat. Das ist ein sehr stiller Prozess. Es gelingt nicht, wenn ich oder das Tier aufgeregt oder nervös sind. Und entspannt sind wir beide am ehesten ungestört in unserer jeweiligen vertrauten Umgebung. Dazu kommt: Bei meinem eigenen Tier bin ich womöglich emotional befangen und viel aufgeregter, vor allem, wenn es sich nicht um Small talk handelt, sondern um ein wirkliches Problem. Dann stehe ich zu dicht an der Leinwand, um das ganze Bild erfassen zu können. Mir kommen Ängste, Hoffnungen oder Befürchtungen in die Quere.

Natürlich gibt es auch Tiere, die sich nicht mitteilen möchten. Das kommt immer wieder vor. Auch inhaltlich, dass ein Tier z.B. nicht über seine Vergangenheit kommunizieren möchte. Das respektiere ich. Auch Tiere haben einen freien Willen, sich mitzuteilen oder nicht. Oft hat das direkt oder indirekt mit ihrem Menschen zu tun. Manche haben einfach schlechte Erfahrungen gemacht, sind resigniert oder zu oft enttäuscht worden. Warum sollten sie mir vertrauen, wenn sie fürchten, dass ihr Mensch doch nichts umsetzen wird von ihren Wünschen, ihre Ängste nicht wirklich ernst nimmt, oder wenn eine Entscheidung in Wirklichkeit schon längst getroffen worden ist…

Darum möchte ich vom Klientenbesitzer als erstes wissen, wie es um seine Änderungsbereitschaft steht, auch für den Fall, dass eine Antwort über seine Komfortzone hinausgeht. Ich lehne durchaus auch Kommunikationsanfragen ab oder breche ab, wenn ich das Gefühl habe, dass nicht mit offenen Karten gespielt wird oder es nicht wirklich um das Wohl des Tieres geht.  Mein Klient ist das Tier selbst. Sein Wohl steht für mich im Vordergrund und da möchte ich mit seinem Halter an einem Strang ziehen.

Tierkommunikation lernen! Wie du lernst mit deinem Pferd konkret zu reden 3

GEHT TIERKOMMUNIKATION WIRKLICH?

Pferdeflüsterei.de: Viele – wie ja auch ich im Grunde – sagen, dass es nicht funktionieren kann und sprechen sogar von esoterischem Kram – was sagst du den Skeptikern?

Das kommt immer auf den Zusammenhang an. Zum Glück leben wir in einem Land, wo jeder eine freie Meinung haben darf. Ich möchte nicht überreden, nicht mal überzeugen und schon gar nicht missionieren. Ich mag ja auch nicht von irgendetwas überfrachtet werden, was mich nicht interessiert. Und so wie ich unterschiedliche Meinungen respektiere, wünsche ich mir das andersherum auch. Ich habe nicht das Bedürfnis, jemandem etwas beweisen zu wollen. Das dient dem Tier nicht.

Hinter abwertenden Bewertungen steckt oft einfach Angst vor dem Unbekannten. Davor, dass es funktionieren könnte. Was dann? Rupert Sheldrake hat einmal sinngemäß gesagt: Wenn wir es als wahr hinnehmen würden, dass unsere Tiere die gleichen Gefühle, Ängste, Nöte und Wünsche haben wie wir, und sich darüber auf diesem Weg mitteilen könnten, dann müssten wir uns damit auseinandersetzen, was wir ihnen antun, wie oft wir uns darüber hinwegsetzen, und dass wir letztlich in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft der Tierhaltung leben. Und dann wiederum müssten wir in letzter Konsequenz alle zu militanten Tierschutzaktivisten werden. Spannender Gedanke, oder?

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Pferdeflüsterei.de: Es gibt ja auch viele Scharlatane – wie kann ich – wenn ich denn nun eine Kommunikation möchte – gute von schlechten Tierkommunikatoren unterscheiden?

Genauso, wie ich mir auch einen guten Arzt, Schmied oder Steuerberater suchen würde: Mundpropaganda, Recherche und Bauchgefühl. Ich möchte wissen, welche Erfahrungen und Qualifikationen dieser Mensch hat – ob er mir sympathisch ist, was mein Bauchgefühl mir sagt: Bin ich da gut aufgehoben oder stimmt die Chemie nicht. Manchmal ist auch die Preisgestaltung aufschlussreich. Was bekomme ich für mein Geld? Ist da jemand mit „Schnäppchen“ auf Kundenfang oder soll ich für jede einzelne Frage, Zeile oder Minute am Telefon extra zahlen.

Pferdeflüsterei.de: Es gibt ja sogar Tierkommunikatoren, die behaupten mit verstorbenen Tieren reden zu können – wie siehst du das?

Diffizil. Aber vor allem aus ethischen Gründen. Es schlägt seltsame Früchte. Wie die Engländer sagen: Not my cup of tea. Ich respektiere die Totenruhe. Bei solchen Anfragen geht es ganz pragmatisch in 99,9% der Fälle nicht mehr um das Wohl des Tieres, sondern um die Not des Menschen. Darum bin ich seit elf Jahren staatlich geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie: Wenn der Halter ein Problem hat oder Unterstützung bei der Trauerarbeit wünscht, arbeite ich mit ihm. Dafür muss ich niemanden aufwecken, der schlafen möchte. Das mag ich ja auch nicht.

Pferdeflüsterei.de: Die Tierkommunikation ist schon eine ganz andere Welt, als die wissenschaftliche Forschung. Hast du wissenschaftliche Fakten, die deine Ideen untermauern könnten? Oder gibt es da auch Forschungszweige oder Studien, die unterstützen, was du sagst und woran Tierkommunikation glaubt?

Es gibt jede Menge Literatur, viel empirische Forschung, Studien etc. und natürlich den ganzen Bereich der Quantenphysik. Bei mir stehen bestimmt drei Regalreihen voller Sekundärliteratur. Zum Einlesen würde ich Rupert Sheldrake empfehlen. Der englische Biologe und Verhaltensforscher hat über den Sechsten Sinn in vielen Büchern ganz wunderbar publiziert. Darüber hinaus fasziniert mich immer wieder, wie sich altes Wissen und moderne Wissenschaft quasi gegenseitig belegen.

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TIERKOMMUNIKATION LERNEN – SO GEHTS!

Pferdeflüsterei.de: Gehen wir mal davon aus, dass es geht (ich stelle jetzt meine ganze Skepsis für diesen Part des Interviews hinten an ;-) ) – wenn sich jetzt jemand dafür interessiert und es lernen will, wie kann man es lernen?

Ich würde immer einen fundierten Kurs bei einem erfahrenen Dozenten empfehlen, weil er oder sie mir auch beibringt, wie ich mich abgrenze, die Bodenhaftung bewahre und verantwortlich mit dieser Fähigkeit umgehe.

Pferdeflüsterei.de: Ist es einfach zu lernen?

So einfach und so schwer wie reiten. Die einen benötigen mehr Longenstunden, die anderen weniger. Training und Übung gehören unbedingt dazu und: man lernt nie aus :-)

Pferdeflüsterei.de: Was muss man mitbringen als Mensch um die Kompetenzen zu haben? Kann es jeder lernen oder muss man zum Beispiel besonders sensibel sein?

Wenn wir den landläufigen Begriff von Gesundheit zugrundelegen, sind wir alle mit den entsprechenden Hirnarealen auf die Welt gekommen. Wir brauchen sie nur wieder freizuschaufeln und unsere Synapsen entsprechend verknüpfen. Ich bringe den Menschen in meinen Seminaren nichts Neues bei, ich helfe ihnen dabei, sich an Angeborenes zu erinnern, sich die scheinbaren „Zufälle“ wieder bewusst zu machen, zu filtern und steuern zu lernen.

Karin Müller Tierkommunikation

Pferdeflüsterei.de: Wie lange dauert es, die Tierkommunikation zu lernen?

Keine Ahnung, ich bin noch lange nicht fertig :-)

Pferdeflüsterei.de: Wie gehe ich konkret vor? Buche ich einfach ein paar Wochenendkurse und dann klappts?

Das ist sicher ein guter Anfang. Hast du so reiten gelernt? ;-) Theorie und erste Praxis sind immer nur ein Anfang. Das kann ein Seminar mir eröffnen. Dann bin ich dran: Üben, üben, üben. Das hört nie auf. Dadurch entscheidet jeder sein Tempo selbst.

Pferdeflüsterei.de: Wie läuft so ein Kurs ab? 

Anfängerkurse dauern bei mir in der Regel anderthalb Tage. Am wichtigsten ist die Nacht dazwischen, um das Gehörte und Erlebte überschlafen und sacken lassen zu können. Ich vermittle viel Theorie, Verantwortung und Ethik, weil mir das wichtig ist, ebenso wie Übungen und Hintergrund zu Schutz und Erdung. Und dann machen wir natürlich auch viele praktische Übungen. Niemand soll etwas „glauben“, sondern selbst ausprobieren und erfahren. Das ist, was zählt, oder?

Pferdeflüsterei.de: Habt ihr so etwas wie Qualitätskriterien oder ethische Richtlinien oder eine Art Regelwerk der Do’s und Dont’s unter Tierkommunikatoren?

Auch hier kann ich nur für mich sprechen. Meine Seminarteilnehmer (AnimalBalance Communication) bekommen von mir keine Teilnahmebestätigung, einfach dafür dass sie im Kurs gewesen sind. Das hat keine Aussagekraft. Sie können sich aber ein Zertifikat erwerben, indem sie über den Zeitraum von mindestens einem halben Jahr umfangreiche Referenzen sammeln und mir inklusive der Protokolle und Feedback der Tierbesitzer vorlegen. Da steckt viel Arbeit drin und das Ergebnis ist authentisch, das ist mein Qualitätsanspruch. Genauso wie ethische Richtlinien als Standard zu vermitteln. Leider gibt es keine übergeordnete Tierdolmetschervereinigung. Es ist kein geschützter Begriff.

Wir haben hohe ethische Ansprüche an uns und unsere Arbeit. Aber mein Anliegen setzt schon früher an. Jedem Tierhalter sollte klar sein, dass keine Tierkommunikation der Welt vernünftige Haltungsbedingungen, artgerechten Umgang, Fachwissen oder den Gang zum Schmied, Zahnarzt, Sattler, Tierarzt oder Reitunterricht  – und gesunden Menschenverstand ersetzen. Der sechste Sinn ist für mich eine Ergänzung der übrigen fünf Sinne. Er ersetzt sie aber niemals und er wird aus einem 600 kg Fluchttier keinen Plüschteddy machen.

Pferdeflüsterei.de: Wie viele Jahre, Wochen oder Monate hast du geübt bis es funktioniert hat?

Ich übe noch – und an dem Tag, an dem ich mir sicher wäre, dass ich es kann, würde ich ganz dringend und sofort aufhören. Dann hätte ich die Bodenhaftung verloren und die ist mir wichtig.

Pferdeflüsterei.de: Hast du dir einfach alle Tiere aus dem Bekanntenkreis geschnappt und der Reihe nach mit ihnen gesprochen?

Die Menschen sind auf mich zugekommen, weil sie gesehen haben, dass bei uns irgendwas anders ist. So habe ich angefangen, Fragen zu beantworten.

Pferdeflüsterei.de: Vielen Dank für deine Offenheit und das spannende und sympathische Interview

Wer mehr über Karin Müller erfahren oder einen Kurs bei ihr buchen will, kann das über ihre Webseite tun: www.karin-mueller.com

HIPPSOPHIA – EIN BUCH ÜBER DIE WEISHEIT DER PFERDE

Pferde wünschen sich von uns, gesehen zu werden. Als das, was und wer sie sind und nicht für eine Leistung“, sagt Karin Müller bevor wir anfangen über die Weisheit der Pferde zu sprechen. Ich liebe diesen Satz, weil so unglaublich viel darin steckt. Genau wie in ihrem Buch. Darin liegen Gedanken, Ideen und Inspirationen wie kleine Schätze auf dem Leseweg, während man Seite um Seite blättert und in die Weisheit der Pferde eintaucht.

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Das Buch beschäftigt sich mit der Seele der Pferde, der Wirkung die Pferde auf uns haben können, liefert Tipps und Hinweise, wie wir den Alltag mit unseren Pferden bewusster wahrnehmen und die Persönlichkeit unserer Pferde mehr schätzen und kennenlernen können. 

PFERD ALS THERAPEUTEN FÜR UNSERE SEELE UND DEN KÖRPER

Es geht auch um Pferden als Therapeuten – für Seele und Körper und um einen anderen, sanfteren und freundlicheren Weg mit den Pferden. Denn letztlich ist der Umgang mit Pferden so viel mehr als nur Reiten. Wer die Pferde nur als Reittiere betrachtet, missachtet ihre Würde und verpasst das größte Geschenk, das uns die Pferde machen.

Ruhe, Zufriedenheit, Glück, Liebe, Vertrauen, Gelassenheit, Erkenntnis über uns selbst, die Welt, das Leben. Es liegt an uns, den Pferden zuzuhören, ihre Weisheit zu erkennen und dadurch mit den Pferden in unserem Leben zu wachsen.TIPP: Das Buch “HippoSophia: Warum Pferd und Mensch sich gut tun” gibt es HIER*

„HippoSophia – Warum Pferd und Mensch sich gut tun“ – Darüber habe ich mit der Autorin, Karin Müller, gesprochen. Sie ist Tierkommunikatorin, Pferdefrau und Buchautorin. HIER auf ihrer Webseite kannst du übrigens mehr über Karin Müller erfahrenAber jetzt reden wir erst einmal über die Weisheit der Pferde mit ihr.

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INTERVIEW ÜBER „HIPPOSOPHIA“ – DIE WEISHEIT DER PFERDE MIT KARIN MÜLLER:

Petra (Pferdeflüsterei.de): Diese besondere Weisheit der Pferde – wann hast du diese Weisheit das erste Mal gespürt?

Karin: Da gibt es so viele Momente, das ich gar keinen ersten Moment festmachen kann. Auf jeden Fall waren das immer ganz besondere Augenblicke, in denen mich diese Geschöpfe zum Staunen gebracht haben: Wenn ein bockender Irrwisch sich einem Kleinkind plötzlich ganz vorsichtig blubbernd und mit gesenktem Kopf nähert.

Wenn ich mich mit 40 Grad Fieber in den Stall geschleppt habe und die Tiere deutlich spürbar Rücksicht darauf nahmen. Die sensible Arbeit von Therapiepferden und von jedem einzelnen Schulpferd im Verein. Und natürlich der legendäre Olympiaritt von Halla und Hans Günter Winkler, der mich als Kind schwer beeindruckt hat.

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Pferdeflüsterei.de: Was macht diese besondere Weisheit für dich aus?

Karin: Für mich ist es die Fähigkeit des Pferdes, sich so hochsensibel und fein auf seinen Menschen einzustellen. Sich auf ihn einzulassen und ihn zu spiegeln, sogar möglicherweise zu therapieren durch diese unwillkürliche Reflexion. Der Umgang mit Pferden – oder besser von Pferden mit uns – hat für mich viel mit Hingabe und Demut zu tun.

Und umgekehrt mit Achtung und Respekt vor einem Tier, dessen Reaktionsschnelligkeit und Gewicht uns um ein Vielfaches überlegen ist. Pferde bringen uns an unsere Grenzen und tragen uns weit darüber hinaus, wenn wir sie nur lassen.

Pferdeflüsterei.de: Das ist wirklich ein großes Geschenk, wenn wir das bewusst wahrnehmen. Das kennen viele Pferdemenschen. Du hast für dein Buch deine eigenen Erfahrungen zusammengefasst, aber auch mit vielen Experten, wie Sybille Wiemer oder Linda Tellington Jones, gesprochen – nach welchen Kriterien hast du dir diese Pferdemenschen ausgesucht? Also, was mussten sie haben um zu diesem Titel „Weisheit der Pferde“ zu passen?

Karin: Ich habe mir für dieses Buch den Luxus und die Freiheit genommen meine Lieblingsexperten quasi virtuell an einen runden Tisch zu setzen und verschiedenste Aspekte mit hineinzunehmen, quasi „unabhängig und überparteilich“. Damit meine ich über die Grenzen von Reitweisen oder Philosophien hinaus.

Dadurch, dass ich den Bogen so weit vom Horseman bis zur Olympionikin, vom Ethnologen bis zur Feng Shui Beraterin gespannt habe, hoffte ich, auch bei den Lesern Interesse für den ein oder anderen neuen Aspekt zu wecken. Ich wollte andere Perspektiven aufzeigen und neue Ideen mitgeben.

Es tut gut auch mal die eigene Komfortzone zu verlassen. Denn eins haben all diese Menschen, die ich in HippoSophia zu Wort kommen lasse, gemeinsam: Sie setzen sich auf ihre Weise, durch ihr Wissen und ihre Vorbildfunktion bestmöglich für das Wohl von Pferden ein.

Pferdeflüsterei.de: Haben sie dir neue Weisheiten erzählt, die dir auch Inspiration waren oder einen anderen Blickwinkel geschenkt haben?

Karin: *lacht* Ja, genau darum habe ich sie eingeladen mitzumachen. Weil sie mich inspiriert haben und ich die Leser daran teilhaben lassen wollte.TIPP:Das Buch “HippoSophia: Warum Pferd und Mensch sich gut tun” gibt es HIER*

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Pferdeflüsterei.de: Was macht denn einen guten Pferdemenschen aus deiner Sicht aus?

Karin: Dass er sein Pferd als Partner begreift, der Bedürfnisse und Gefühle hat, die denen von uns Menschen gleichwertig und ebenso wichtig sind. Dass er erkennt, dass diese Bedürfnisse pferdisch sind und nicht menschlich und entsprechend artgerecht handelt. Und dass er verstanden hat, dass sein Pferd keine Tablette ist, kein Ersatz für ein Defizit oder ein Sportgerät – sondern eine kostbare Leihgabe auf Zeit – und ein Geschenk des Himmels.

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Pferdeflüsterei.de: „Pferde spiegeln uns“ – ein ganz einfacher Satz, den man in seiner Tiefe aber erst begreifen muss, finde ich. Wie würdest du diesen Satz jemandem erklären, der die Weisheit der Pferde noch nicht für sich entdeckt hat?

Karin: Ein Spiegel zeigt einfach das, was ist. Abhängig davon, wer hineinsieht, wird das Spiegelbild ausfallen. Heißt, Pferde werfen uns wie Spiegelbilder auf uns selbst zurück. Sie reagieren direkt und unmittelbar auf unsere Körpersprache, Mimik, unser Verhalten, unsere nonverbalen Signale – auf das, was wir ausstrahlen.

Abhängig von der Sensibilität des Tieres und der Enge der Beziehung geht das allerdings noch viel tiefer: Bis hin zur Symptomebene. Es geht soweit, dass Pferde scheinbar sogar versuchen, uns etwas abzunehmen, für uns etwas zu tragen oder stellvertretend etwas zeigen.

  • Also nicht nur: Reiter schiefe Hüfte – Pferd schiefe Hüfte oder Reiter gestresst – Pferd gestresst
  • Sondern sogar: Reiter lässt sich im Alltag unterbuttern – Pferd zeigt sich auffällig aggressiv

Wenn aber der Reiter erkennt, dass dieses Thema mit ihm zu tun hat und etwas für sich tut, wird sich in der Folge auch das Verhalten des Pferdes ändern. Womit wir wieder beim Spiegel sind: gehe ich zum Frisör und lasse mir die Haare schneiden, wird mir auch mein Spiegelbild keine alten Zöpfe mehr präsentieren.

Pferdeflüsterei.de: Dieses Spiegeln ist ein Teil der Weisheit, die Pferde besitzen, finde ich. Weil sie in uns so viel mehr sehen und erkennen, als wir selbst oft wahrnehmen. Sie stoßen uns mit der Nase auf uns und unser Leben. Wenn wir lernen wollen, diese Weisheit anzunehmen und wahrzunehmen, wie müssen wir aus deiner Sicht dann sein? Was müssen wir uns erarbeiten?

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Karin: Ich glaube, so lange wir offen und lernbereit sind, ist das eine gute Voraussetzung. Unser Bewusst-Sein ist gefragt. Eine zweite Voraussetzung ist für mich, dem Wesen Pferd achtsam zu begegnen. Es wertzuschätzen für das, was es für uns tut. Und das sollte sich auch darin zeigen, wie wir es halten und mit ihm umgehen.

Wir sollten öfter mal die „Menschenbrille“ abnehmen und die „Pferdebrille“ aufsetzen. Öfter mal hinterfragen, „was man schon immer so gemacht hat“, wieso wir welches Equipment benutzen und wie. Neue Wege gehen. Auch mal raus aus der bequemen Komfortzone.

Und vor allem: Uns öfter mal ehrlich und nach bestem Gewissen fragen: Wenn ich mein Pferd wäre, würde ich gern bei diesem Menschen sein? In diesem Stall? Mit diesen Aufgaben und diesem Leben? Würde ich mich hier wohlfühlen? Und was hätte ich gern anders? Wo fange ich als Mensch an, auf mein Pferd zu projizieren oder zu kompensieren, mein Pferd als Lückenbüßer oder Sündenbock zu benutzen?

Pferdeflüsterei.de: Ganz oft sind es ja die ganz kleinen Momente – abends eine halbe Stunde beim Pferd sitzen und da sein. Ein gespitztes Ohr wahrnehmen und darauf reagieren. Ein Nein auch mal akzeptieren und nachfragen. Miteinander arbeiten und nicht gegeneinander. Weniger wollen und mehr annehmen und und und – hast du da auch noch Momente, die dir einfallen – die Menschen bewusster wahrnehmen könnten für mehr Harmonie mit dem Pferd?

Karin: Es ist genau wie du sagst: Es sind die kleinen Dinge, die unsere gemeinsame Zeit so wertvoll machen. Wenn wir Entschleunigung beim Pferd finden wollen, dann sollten wir einmal mehr „nichts wollen“. Einfach nur da sein. Ganz bewusst. Im Augenblick sein, genießen, ohne gleich wieder in gehetzten Aktionismus zu verfallen.

Auf die Reaktionen des Gegenübers eingehen. Ohne stur vorgefertigte Abläufe, Schablonen und Denkmuster durchziehen und erfüllen zu wollen. Einfach nur mal b e w u s s t langsam tun. Beim Pferd sitzen, es bürsten, uns tragen lassen. Gemeinsam Wolken beobachten an der Weide. Ihm beim Fressen zuhören. Nichts tun.

Zuschauen. Berühren. Atmen. Genießen. Abschalten. Auch das Handy. Qualitätszeit beim Pferd ist Qualitätszeit beim Pferd. Aber das setzt voraus, dass wir da sind. In diesem Augenblick. Nicht bei der Konferenz morgen oder dem Streit vom Vormittag.

Pferdeflüsterei.de: Pferde sind so sanft und weise – da stimme ich dir 100% zu – und doch werden sie so oft missverstanden. Da ist dann von dem „Gaul“ die Rede, der “verarscht“ oder Reiter, die ihr Pferde in die Box stellen und das so schön gemütlich finden oder Pferdemenschen, die es in Ordnung finden, ihr Pferd mit Sporen vorwärtszutreiben und einen Ausbinder anzuschnallen – wieso benehmen wir Menschen uns so oft daneben mit Pferden, was glaubst du?

Karin: Wenn Pferde nicht so unglaublich geduldig wären, würde sicher noch einiges mehr an sogenannten Unfällen passieren. Es muss schon einiges zusammenkommen, bis ein Pferd sich mit Zähnen und Hufen wehrt. Und in den allermeisten Fällen wird es „widersetzlich“, weil es schlicht Schmerzen hat oder komplett überfordert ist.

Zu den dunklen Seiten im Menschen gehört vermutlich, dass er seine Unzufriedenheit, Wut oder Hilflosigkeit eher an denen auslässt, die sich in unseren Raubtieraugen schwach verhalten. Und ein Pferd als Fluchttier ist immer defensiv, wenn es die Wahl hat und wir es nicht in die Enge treiben oder getrieben haben. Für mich gibt es keine Problempferde, sondern nur Problemmenschen.TIPP: Noch ein Lesetipp zum Thema: “Die Intelligenz der Pferde: Ein kluger Kopf unter jedem Schopf” bekommst du HIER*

Pferdeflüsterei.de: Ich denke, ein Stückweit ist es auch die Angst vor Kontrollverlust, vor der Stärke dieser Tiere. Reitsport gilt als eine der gefährlichsten Sportarten, aber am Ende müsste sie das gar nicht sein. Wenn wir nur lernen würden, mit den Pferden richtig umzugehen. Was macht dieses „richtig“ aus deiner Sicht aus?

Karin: Die Kantsche Regel – die besagt im Grunde: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Ich habe für HippoSophia sehr viel recherchiert und hochinteressante Studien gefunden, die belegen zum Beispiel ganz klar, dass ein Pferd, das genug Platz hat, um auszuweichen, niemanden tritt – auch keinen Menschen.

Oder wie oft unterschätzt wird, wie viel Bewegung ein Pferd wirklich braucht, wie viel Sozialkontakt, um gesund und ausgeglichen zu sein und unbedingt zeitlich unbegrenzten Zugang zu Raufutter. Daher ist Boxenhaltung in den Augen vieler Experten allein unter diesem Aspekt indiskutabel und muss zu Verhaltensaufälligkeiten und / oder Krankheit führen.

Ein Wildpferd benötigt keine Bespaßung durch Menschen, um glücklich und zufrieden zu sein. Aber eine rechteckig abgesteckte Hochleistungsgrasparzelle ohne Baum und Strauch, stundenweise mit ein oder zwei vom Menschen vorgesetzten, fremden Wesen, die zufällig auch Pferd sind – das hat nichts mit Herdenverband oder naturnaher Haltung zu tun.

Pferdeflüsterei.de: Dominanz wird immer wieder heiß diskutiert – ich persönlich mag das Wort nicht. Und denke eher in Verantwortungsbewusstsein oder Geradlinigkeit. Welche Rolle spielt die „Dominanz“ in deinem Zusammensein mit den Pferden?

Karin: Ich mag das Wort nicht. Ich möchte niemanden dominieren, also beherrschen im Sinn von bedingungslosem Gehorsam. Natürlich wahre ich „meinen Tanzbereich“ und bemühe mich umgekehrt auch den meines Pferdes zu respektieren. Sicherheit steht an erster Stelle. Auch Sicherheit im Sinne von Souveränität, Vertrauen und Gelassenheit.

Wenn ich mich ständig meiner Autorität versichern muss, kann es damit in Wahrheit nicht weit bestellt sein. Mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich mit der Idee zu Pferd gehe, ausreiten zu wollen und die wieder verwerfe, weil mein Pferd etwas anderes anbietet. Jeder darf mal einen schlechten Tag haben. Ich bemühe mich, auf mein Gegenüber einzugehen.

Ich wünsche mir, dass mein Pferd mit Freude bei mir ist. Also verhalte ich mich so, dass auch ich selbst als Pferd gern mit mir zusammen wäre. Das ist der Idealfall. Und ich arbeite daran, dem möglichst nah zu kommen. Auch das ist ein Geschenk unserer Pferde für uns: Sie formen, fördern und fordern unseren Charakter und unsere Persönlichkeit.

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Pferdeflüsterei.de: Dann gibt es eine andere Diskussion: Positive versus negative Verstärkung – Was ist es aus deiner Sicht und nach all den Gesprächen, die du für das Buch geführt hast, was die Pferde von uns brauchen?

Karin: Genau die Ausstrahlung dieser Sicherheit, Souveränität und die Fähigkeit zu leiten. Damit wir ihr Vertrauen in uns nicht enttäuschen. Ich darf auch nein sagen. Ich muss es manchmal sogar. Aber man kann zusammen auch jede Menge Spaß haben. Wirklich zusammen – und nicht nur einseitig.

HIER gibt es einen Artikel in der Pferdeflüsterei zum Thema “Pferd widersetzt sich: Warum Pferde auch mal Nein sagen dürfen”

Pferdeflüsterei.de: Turniersport, Boxenhaltung – der Umgang mit Pferden sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Heute dreht es sich auch endlich um die richtige Haltung und den richtigen Umgang – ändert sich gerade in den letzten Jahren der Blickwinkel auf die Pferde vielleicht auch weil die Gesellschaft andere Prioritäten setzt?

Karin: Ganz bestimmt. Wir haben eine Sehnsucht nach heiler Welt, nach Natur und Entspannung. Wenn wir den Wald zubetonieren, werden wir darin nicht mehr gut atmen können. In einem Zoo, der aus Gitterstäben und Stacheldraht besteht, fühlen wir uns auch als Besucher nicht mehr wohl.

Wir begreifen endlich, dass wir der Natur auch etwas zurückgeben müssen für das, was sie für uns tut. Dass wir sie nicht länger unbeschadet einfach konsumieren können nach dem Motto, was kostet die Welt und nach uns die Sintflut. Der erste Schritt zu HippoSophia ist die Erkenntnis, dass es so zurück schallt, wie wir in den Wald – oder ins Pferd – hineinrufen.

Pferdeflüsterei.de: Zu oft mißachten wir die Pferde. Wir wollen etwas von ihnen – Reiten, Erholung, Liebe – was auch immer. Aber mir fällt immer wieder auf, dass das „zurückgeben“ eine deutlich kleinere Rolle bei vielen Menschen spielt. Ich frage mich woher das kommt? Wieso viele scheinbar in Ordnung finden, das Pferd mit Sporen zu „hacken“ oder in Rollkur zu reiten oder über Buckeln und Bocken „hinwegzutrainieren“. Dass das falsch ist, ist klar. Was würdest du dir für einen Umgang wünschen?

Karin: In zwei Worten: Achtsam und Bewusst. Wir haben die Fähigkeit zur selektiven Wahrnehmung. Das ist Segen und Fluch zugleich. Leider bedeutet das nämlich auch, dass wir einfach ausblenden können, was für uns unangenehm oder unbequem ist oder mit Aufwand verbunden wäre. Anders kann ich mir auch Massentierhaltung, Umweltverschmutzung oder den Raubbau an unserem eigenen Körper nicht erklären.

Kennst du die Bedürfnispyramide nach Maslow*? Wir wissen genau, was uns gut tut und was nicht. Und doch sägen wir so oft den Ast ab, auf dem wir sitzen. Wir verschieben auf morgen, auf nächsten Monat, auf den Ruhestand. Wir wissen auch um die Bedürfnisse unsere Pferde. Sollten wir zumindest. Wenn nicht, sollten wir uns schleunigst damit auseinandersetzen. Und entsprechend danach handeln. Zu Glück ist der Mensch ja bis ans Lebensende lernfähig.

Pferdeflüsterei.de: Wir brauchen letztlich einen neuen Blickwinkel – denke ich oft – und würde mir wünschen, dass alle Pferdemenschen auf dieser Welt erkennen, dass sie das größte Geschenk der Pferde verpassen, während sie versuchen das Pferd zu kontrollieren. Wie hast du dich auf den Weg begeben, die Weisheit der Pferde zu erkennen?

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Karin: Ich glaube, da war ich höchstens vier oder fünf Jahre alt. Mein Vater hat mich auf einem Leihpony durch die Weinberge am Neusiedler See spazieren geführt. Hanno hieß der Schecke und ich wollte unbedingt selber reiten. Ich wollte, dass wir’s schön haben, gemütlich und nett. Ich wollte ihn auf keinen Fall so schweißnass und erschöpft wieder zurückbringen, wie ich es kurz zuvor bei einem anderen Pony gesehen hatte.

Ich wollte es anders machen. Und ich wollte allein reiten. Doch sobald mein Vater die Zügel losließ, latschte Hanno an den Wegrand, wo saftiges Gras stand. Hanno war es schnuppe, was auch immer ich auf seinem Rücken veranstaltet habe. Ob ich gebrüllt, gezerrt, gebolzt habe – denn das war alles, was mir einfiel. Da habe ich einsehen müssen, dass ich mit Gewalt nicht weiter komme. Und dass ich, um anders zu sein, mich auch anders verhalten muss.

Ich kann ein Pferd nicht zwingen. Ich kann mir seine Aufmerksamkeit verdienen. Ich kann es motivieren. Das setzt voraus, dass ich es verstehe und akzeptiere, dass es stärker ist – und Gras attraktiver als ein nerviges kleines Mädchen. Wir haben einen guten Kompromiss gefunden damals. Hanno durfte eine Weile fressen und ich habe währenddessen Voltigieren geübt: auf dem Pferd zu stehen, verkehrt herum zu sitzen, Fahne und all sowas. Und dann ging es weiter. Leckerlis haben auch geholfen.

Pferdeflüsterei.de: Wenn sich nun jemand auf den Weg begeben möchte, dieses Geschenk der Pferde zu sehen und anzunehmen, vielleicht etwas mit seinem Pferd verändern möchte – welche Tipps hast du für Pferdemenschen? Wie können sie anfangen damit? Was sind erste Schritte?

Karin: Jeder Schritt abseits der ausgetretenen Pfade ist gut: Scheinbar Altbewährtes hinterfragen und neu hinschauen: Dient das, was ich tue dem Wohl des Pferdes, meinem inneren Schweinehund oder jemand anderem? Auch kleine Dinge können viel bewirken!

Wenn ich bereit bin, mich selbst in Frage zu stellen, ist das ein guter Anfang. Wenn ich selbst mich in meinem Stall nicht wohl fühle, dann wird es vermutlich auch mein Pferd nicht tun. Ein Eimer Farbe, ein Fenster, wo jetzt noch eine triste Wand ist, gutes Heu zur freien Verfügung, weg mit einem unnützen Sperrriemen, oder doch der längst überfällige Stallwechsel – alles kann ein erster Schritt sein.

Und nicht zuletzt: Zum Geschenk der Pferde gehört auch, dass ich mich darüber freue, dass wir schon ganz schön viel geschafft haben. Dass ich aus vollem Herzen all die schönen Momente überhaupt wahrnehme, annehme, dankbar und bewusst genieße: Dass mein Pferd mir Heilzeit schenkt. Jetzt und Hier. In jedem einzelnen Augenblick unseres gemeinsamen Seins: Wenn ich nur hinschaue und dieses Geschenk nicht gleichgültig liegen lasse, sondern von ganzem Herzen annehme. Das ist HippoSophia.

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Feines Pferdewissen für Pferdefreunde

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Kommentare (38)

Ich finde dieser Bericht ist sehr einseitig durch Deine schlechte Erfahrung. Alles hat Energie und ist miteinander verbunden. unabhängig ob man sich sieht oder nicht. Pferdeflüsterei oder genauer ausgedrückt Verhaltensforschung hat mit Körpersprache zu tun, wo wir glauben alles zu wissen, was leider nicht der Fall ist. TK dagegen kann auf die Ferne oft besser funktionieren, da man nicht abgelenkt oder voreingenommen ist durch die Körpersprache der Tiere. Nur daran zu glauben würde keine übereinstimmenden Ergebnisser bei der TK erzielen. Wenn die Aussagen, Anhaltspunkte übereinstimmen welche nur der Besitzer wissen kann, dann ist der Beweis gegeben. Und ich weiss dass es funktioniert. Wenn aber jemand wie Du sehr kritisch gegenüber diesem Thema steht sind auch die Schwingungen um das Tier nicht frei genug um alle Informationen zu kommen. TK setzt man nicht ein um sich beweisen zu lassen ob es funktioniert, evt. auch noch mit irgend welchen Fangfragen. Es wäre dasselbe wenn Du an
Körpersprache der Tiere unterrichtest und ich Dich teste indem ich Dir ein Pferd vorstelle dessen Verhalten sehr Eigen ist.. Toll dass Du von Deiner Arbeit so überzeugt bist und doch finde ich sind Deine Erfahrungswerte rund um die TK zu wenig recherchiert um darüber dieses Urteil zu fällen. Menschen die mit diesen Schwingungen arbeiten müssen sich selbst ständig weiter entwickeln und offen sein, da kann man nicht auf einer Therorie beruhen, die mal irgend ein Verhaltensforscher entwickelt. hat. Das ist doch auch beim reiten so, viele erfüllen die Vorgaben doch für ein glückliches Team zu werden braucht es wesentlich mehr als feine Hilfen und Bodenarbeit. Der Reiter ist meistens glücklich und das Pferd macht es dann nur wegen dem Leckerli hinterher oder weil es gar keine andere Wahl hat und weil der Mensch seine Körpersprache gegenüber dem Pferd so einsetzt um dem Pferd vestehen zu geben hier bin ich der Chef. Wenn dann alles gut gelingt ist der Mensch glücklich uns seine Bedürfnisse gestillt. Reiten, Pferde und Tiere allgemein kann man nur fühlen wenn man es lebt und sich von A-Z um die Tiere und dessen Bedürfnisse kümmert. Es muss ein Lebensinhalt werden, nicht nur Freizeitbeschäftigung. Tiere haben andere Wünsche als wir Menschen und da fängt das Problem schon an…

Bin mal gespannt ob nun auch mein kritischer Bericht auf der Webseite erscheint ;-)

Hallo liebe Iris, dein kritischer "Befund" (wobei ich es eher einen Kommentar nennen würde) erscheint natürlich :-) Ich mag Meinungsvielfalt, so lange sie nett und höflich ist :-) Ich finde aber beispielsweise genau deinen Punkt, dass wenn "jemand wie Du sehr kritisch gegenüber diesem Thema steht sind auch die Schwingungen um das Tier nicht frei genug um alle Informationen zu kommen." ist für mich wieder der Beweis, dass es ganz viel in den Köpfen der Menschen abläuft, die daran glauben. Denn, wenn ein Tierkommunikator mit Tieren auf die Ferne sprechen kann, dann müsste er das können, egal ob die Schwingungen vom Besitzer gut oder schlecht sind – denn: er spricht ja mit dem Tier und dessen Schwingungen. Was deinen Vergleich betrifft: Wenn du einen guten Pferdetrainer hast und ihm zum Beweis seiner Kompetenzen ein Pferd vorstellst, dass sehr Eigen ist, würde ich davon ausgehen, dass er das erkennt und im Training damit umgeht. Also insofern halte ich diesen Vergleich tatsächlich für kontraproduktiv, wenn du mich von der TK überzeugen wolltest ;-) Worin wir uns einig sind ist, dass Tiere andere Bedürfnisse als Menschen haben, aber ich kenne sehr viele Pferdemenschen die auf das Glück ihrer Tiere genauso achten, wie auf das eigene. Und ja: Man muss es Leben und mit offenem Herzen auf die Tiere und das Miteinander zugehen. Das hat aber nichts damit zu tun, ob ich an TK glaube oder nicht :-) Auf jeden Fall lieben Dank für deine Gedanken und ich finde vollkommen okay, dass du daran glaubst. So will ich aber auch nicht daran glauben dürfen :-) Ganz liebe Grüße, Petra

Hallo liebe Petra,
ich stimme dir 100%ig zu! Genau wie du war ich sehr skeptisch, habe mich aber dennoch offen gezeigt in der Hoffnung, dass ich vielleicht doch überzeugt werde. Das Gegenteil war der Fall. Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Schon mehrmals habe ich mich auf TK mit Foto etc. eingelassen und ich konnte alles und nichts aus den Antworten lesen. Manches war sogar falsch und hat mich extrem entsetzt. Ich fühlte mich regelrecht veräppelt und das Geld war auch weg.
Ich lebe sehr eng mit meinen Tieren (Pferde, Hund, Katzen) zusammen und verstehe recht gut, was sie mir zu sagen haben – allein durch Beobachtung und tägliches, stundenlanges Zusammensein. Dieses Glück hat nicht jeder. Aber ich denke, ein Tag im Wald in Stille mit deinem Pferd und/oder Hund lässt dich näher kommen als es dir jeder andere von der Ferne erzählen kann. Die Zeit muss man sich allerdings nehmen und die innere Ruhe haben.
Probiert es aus, es ist zudem noch kostenlos!
Liebe Grüße Andrea

Liebe Andrea, was für ein wunderschöner Ansatz! Da bin ich immer gerne dabei :-) Alles Liebe und danke für deine Gedanken, Petra

Deine Gedanken zu dem Thema könnten glatt von mir stammen! Ich denke mir auch, dass man mit seinem Tier sowieso unbewusst kommuniziert, indem man beispielsweise über die Körpersprache etwas aussendet.
Ich habe mittlerweile drei TK-Kurse besucht. Und was soll ich sagen? Ich habe es als einzige in den Kursen nie geschafft, mit einem Tier Kontakt aufzunehmen. Bei allen anderen Teilnehmern hatte es geklappt, vielleicht weil sie auch nicht so viel hinterfragen. Also vielleicht stehe ich mir einfach selbst im Weg.
Meine Überlegung war: Wenn Tierkommunikation wirklich funktioniert, dann müsste ja jeder Tierkommunikator dasselbe von meinem Tier empfangen. Ich habe jetzt insgesamt drei verschiedene Leute durch (Claudi Widder (sie ist die beste von denen), Heike Deubel, Steffi Stromann) und alle haben etwas anderes angeblich empfangen. Wenn man sie darauf anspricht, heißt ist, dass eine TK ja nur eine Momentaufnahme ist und sich die Meinung des Tieres ja jederzeit ändern kann. Nur manche Sachen können sich nicht ändern – beispielsweise ob mein Vogel fliegt oder nicht (er kann aus gesundheitlichen Gründen nicht fliegen).
Oder ein Beispiel eines Mannes, dessen Papagei entflohen ist: Er hatte auch mit drei verschiedenen Tierkommunikatoren Kontakt. Einmal hieß es, dass Tier lebt nicht mehr, dann dass es noch lebt, aber in schlechter Haltung und einmal, dass es in guter Haltung lebt. Nur Person 1 kann ja nicht sagen, dass das Tier nicht mehr lebt und Person 2 sagt einen Tag später, dass es doch noch lebt.
Von daher sind meine immer noch vorhandenen Zweifel berechtigt. Allerdings habe ich gemerkt, dass Tierkommunikatoren es nicht mögen, wenn man zu lange Zweifel hat. Deshalb wollte meine erste Tierkommunikatorin (Claudi Widder) keine Gespräche mehr mit meinen Tieren führen, weil sie merkt, dass ich immer noch Zweifel habe,
Ich möchte nicht sagen, dass Tierkommunikation nicht funktioniert, aber ich selbst habe es noch nie bei mir erlebt, dass es klappt. Ich habe einmal einen kritischen Kommentar unter einem Facebook-Posts einer Tierkommunikatorin geschrieben und wurde aufgefordert, ihn zu löschen.
Ich würde mir so wünschen, dass es wahr wäre. Mein leider verstorbener Vogel möchte laut TK zu mir zurückkehren in meinem neuen Körper (wieder als Vogel). Das wäre mein allergrößter Wunsch, aber wir soll das denn gehen? Angeblich würde ich es spüren, wenn es soweit ist und in der Zoohandlung instinktiv den richtigen Vogel wählen, der dann mein alter Vogel sein soll. Ich bitte also jetzt in regelmäßigen Abständen eine Tierkommunikatorin, mit meinen geliebten Vogel im Himmel Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob er schon wiedergeboren ist Leider warte ich darauf seit zwei Jahren vergeblich und ich habe das Gefühl, dass es nie soweit sein wird.
Auf jeden Fall habe ich mit den Kursen zusammen mehrere hunderte Euro ausgegeben für etwas, was meines Erachtens nicht nachweisbar funktioniert :(

Hallo liebe Eileen, so schade, dass du so schlechte Erfahrungen machen musstest. Ehrlicherweise halte ich persönlich es auch für Humbug und denke, dass Kommunikation über "Telepathie" über ein Foto nicht funktionieren kann. Aber das ist meine persönliche Meinung. Ich denke schon, dass der Gedanke mit dem Tier reden zu können vielen helfen kann. Aber ich sehe auch die Gefahr, die in solchen Themen liegt. Danke für deine ehrlichen Zeilen und ganz liebe Grüße, Petra

Sehr interessanter Artikel!
Auch ich möchte noch meine Erfahrung mit dir Teilen:
Ich war auch lange Zeit Skeptiker. Vor ein paar Jahren dachte ich mir, ich will jetzt mal testen, ob die Tierkommunikation etwas taugt oder nicht. Ich habe die Anfrage nur per Mail gemacht, bei einer Tierkommunikatorin in der Schweiz. Was da rauskam hat mich schon sehr überrascht. Sie wusste Sachen, die sie nicht wissen konnte! z.B. Dass meine Katze vor kurzem die Pfote gestaucht hat. Dies habe ich ihr im Mail nicht geschrieben!
Dieses Erlebnis faszinierte mich sehr. Seiter liess ich nun schon einige Kommunikationen machen.

Ps. Würde gerne mal einen Artikel von dir über die Tiertherapie (Kinesiologie usw.) lesen. Deine Meinung interessiert mich sehr!

Letztlich ist ganz viel eine Frage des Glaubens – deswegen funktioniert oft, woran wir glauben und wir bestimmen durch unser Mindset, was wir daraus machen. Solange die Menschen immer auch ihren gesunden Menschenverstand einschalten, kann es nicht schaden – denke ich. Ich habe mich mit der Kinesiologie noch nicht beschäftigt. Deswegen kann ich dir nichts genaues dazu sagen. Vielleicht kommt das noch. Auf jeden Fall alles Liebe, Petra

Hallo Jan

Kannst du mir sagen, mit welcher Tierkommunikatorin du gesprochen hast? Wäre sehr dringend.

Vielen Dank

Hallo liebe Petra, ich möchte gerne meine Erfahrung mit dir Teilen. Ich habe nämlich vor ein paar Monaten die Hilfe einer Tierkommunikatorin aufgesucht. Kurz die Vorgeschichte. Ich stand vor ein paar Monaten mit meiner kleinen Stute etwas vor einer Sackgasse, oder zumindest fühlte es sich so für mich an. Nicht im Training, eher die Beziehung zwischen uns machte mir Sorgen. Ich ging mit Kummer ins Bett und stand auch mit Kummer wieder auf. Ich holte erstmal meine Osteopathin weil ich mir erst dachte, dass vielleicht körperlich etwas nicht stimmt. Da war aber alles in Ordnung. Ich klagte ihr etwas mein Leid und meine Sorgen, als sie dann zu mir meinte ob ich es nicht mal mit einer Tierkommunikation versuchen wollte, verneinte ich das erstmal, da ich daran nicht wirklich glaubte, ich bin definitv sehr esotherisch, aber das ging mir sogar zu weit. Als ein paar Tage vergangen waren und mich der Gedanke daran nicht los ließ dachte ich mir, was soll schon passieren. Also kontaktierte ich die Kommunikatorin bei der ich das beste Gefühl hatte und vereinbarte ein Telefonat mit ihr. Ich schickte ihr das Bild von meiner Stute und wir machten einen Termin aus. Ich muss sagen, vor dem Telefonat war ich etwas nervös :D
Wir telefonierten ca 50 Minuten und was soll ich sagen, ich war am Ende sowas von baff.. 90% von dem was sie sagte, stimmte zu. Sie beschrieb mein Pferd mit so einer treffenden Genauigkeit das ich immer wieder sprachlos war. Mir kamen auch oft die Tränen, im positiven. Sie half mir aus dieser Sackgasse und ich fasste neuen Mut. – Mein Fazit, ob es nun der Wahrheit entsprach was sie sagte oder alles nur Humbuk war, es hat MIR geholfen und letzendlich auch meinem Pferd, da ich mit neuem Mut und positver Energie an den Stall kam und nunja, dein Pferd ist dein Spiegel. Ich glaube am Ende war sie eher Therapeutin für mich :) was ich aber noch erwähnen möchte, es ging nicht um die Gesundheit meines Pferdes, da kommt für mich nur eine Heilpraktikerin oder in ernsten Fällen natürlich ein Tierarzt in Frage. Es ging ausschließlich nur um die Beziehung zu meiner Stute, das Seelenlebenvon ihr und die Wünsche von ihr an mich. Also wenn jemand gar nicht mehr weiter weiß und nicht ganz verschlossen vor dem Ganzen ist, dann ist es immer noch eine zusätzliche Möglichkeit.
Ganz liebe Grüße
Laura

Hallo liebe Laura, erst einmal finde ich wunderschön, dass es euch geholfen hat – vermutlich, weil sie bei dir gut Sachen herauslesen konnte

Ich möchte etwa szu Deinem Fazit sagen, obwohl ich selber (noch)nicht mit Tieren kommunizieren kann. Ich habe dies aber schon in Anspruch genommen und eine Freundin von mir redete mit meinem Hund.
Sie sagte nur, man kann nicht immer alles so wörtlich nehmen, da die Tiere sich manchmal nicht richtig ausdrücken können, bzw. man bekommt ja nur Bilder und Emotionen geschickt und "interpretiert" diese zu einer Aussage. Wenn Deine Carey "Kind" sagt muss sie kein Kind meinen – es kann sich auch um ein jüngeres Pferd handeln. Wie alt ist Ronja? Jünger als Carey – verspielter als sie? Wie oft sagen wir: der ist doch noch ein Kind?! Das selbe mit dem Ausdruck "Kumpels" evtl. hat Jessica dieses Wort verwendet, da Carey ihr Bilder von anderen Pferden gezeigt hat.
Stress kann auch durch andere Dinge entstehen, nicht nur durch die Herde! Es können auch Umwelteinflüsse, die nun im Stall nicht mehr da sind zu Stresserkrankungen geführt haben oder evtl. hat sich Dein Stress auf sie übertragen? Oftmals spiegeln unsere Tiere uns, in meinem Fall ist dies nämlich so!
Ich war auch zuerst sehr perplex als ich mein "Gesprächsprotokoll" gelesen habe – aber ich denke man muss etwas anders rangehen, als hätte man mit einem Menschen geredet.
Als angehende Tierheilpraktikerin habe ich einen ganzheitlichen Blick auf jedes einzelne Tier – da zählt nicht nur da Tier selbst, sondern auch der Besitzer und die Umgebung – alles wirkt auf den Zustand eines Tieres….

Hallo liebe Kati, ganz viel ist ja auch Glaubenssache und ich will niemandem meinen Glauben aufdrücken. Ich schreibe nur, was ich denke. Ich sehe genau wie du, dass man Besitzer und Tier anschauen muss und ganzheitlich denken sollte. Ich LIEBE meine Tierheilpraktikerin. Aber bei mir ist die Grenze eben bei Telepathie und echten "Gesprächen" mit Tieren über Fotos erreicht. Für mich persönlich wirken diese Aussagen, dass "Tiere" anders reden und man nicht alles wörtlich nehmen solle, wie die perfekte Ausrede für alles Fabulieren und Fantasieren. Denn letztlich kann man so alles solange drehen, bis es irgendwie stimmt. Ich will damit auch niemanden angreifen oder seinen Glauben nehmen – das ist nur meine persönliche Meinung, die keinen Anspruch auf Wahrheit hat. Alles Liebe, Petra

Noch was, es geht ja bei der Tierkommunikation um Telepathie und man tritt über das Foto in Kontakt. Ich glaube auch an Energie und Schwingung, man ist tagtäglich damit in Kontakt. Aber man stellt fest, was ich wahrgenommen über einen Menschen ist nicht zwingend bei dem andern so und nicht jeder ist zu jeder Zeit empfänglich. Aber es gibt ganz besonders empathische Menschen. Aber telepathische Fähigkeiten zu erlernen, da bin ich sehr skeptisch. Die Theorie dazu reicht dazu nicht aus. Menschen müssen wieder lernen an sich und ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben und daran arbeiten und vielleicht dort Geld investieren. Und sich mit seiner Tierrasse intensiv beschäftigen, bevor man sich ein Tier anschafft.

Guter Punkt, liebe Corinna, lieber werden wir alle zu Kommunikatoren unserer Tiere, indem wir uns mit ihrem Verhalten beschäftigen, statt über Telepathie mit Fremden zu reden – das ist ein wirklich guter Gedanke – danke dir für deine Ergänzung und liebe Grüße, Petra

Ich bin zu 100 % deiner Meinung und wenn man sensible Antennen hat und sehr viel Empathie besitzt, wird man die Sprache lernen inform von unterschiedlichen Tönen, Gesichtsausdruck, Bewegung und Verhalten. Man muss sein Tier halt wahr nehmen. Aufgrund dessen, dass mein damaliger Kater sich nicht wie gewohnt zwischendurch bei mir blicken ließ, habe ich ihn gesucht und auch gefunden, eingekuschelt und eingekringelt im Bett. Aber er reagierte nicht wie gewohnt, diese liebevolle ahhh und schnürt du bist es :-) Intuitiv nahm ich seinen Kopf hoch und sein Gesicht sah schief aus. Ich rief den not ärztlichen Tierarzt an, die war klasse, schnell kam sie auf einen Insektenstich im Maul. So war es, er hatte den Stachel noch im Zahnfleisch. Den ich ihm natürlich entfernt habe. Nicht kommunizieren ist auch Kommunikation.
Ich bin auch sehr skeptisch was diesen Berufszweig angeht, es sind bestimmt Menschen dabei, die es gut meinen, aber eben auch andere. Dieses Spiel funktioniert doch nur mit Menschen, die Tiere zwar halten, aber keinen tiefen Kontakt auf tierischer Ebene führen.

Mein kleiner Hund ist vor ca. 3 Jahren von drei Hunden angefallen worden. Sie haben ihn gejagt, es war der Horror. Ich habe Angst gehabt, dass ich ihn nicht mehr lebend finde. Die Hundebesitzerin ist nachdem ihre Hunde wieder da waren geflüchtet, während ich meinen Hund gesucht habe. Ich habe sie nach einer Woche ausfindig machen können, mit einer Anzeige, Plakaten und letztendlich führte eine Internetseite als Tierflüsterin zu Ihrer Anschrift. In der Anzeige stand, schicken Sie mir ein Bild von Ihrem Tier und ich sage, wie es sich fühlt. Schock. Denn meinem Hund ging es beschissen, er zitterte über Stunden und war erschöpft. Dieser Frau war es so was von egal. Ich habe soviel von dieser Frau erfahren und ahnungslose Menschen schicken ihr Bilder und sie verdient ihr Geld damit. Sie hat keine Empathie für andere Tiere in der realen Welt, wie soll das anhand eines Fotos gehen. Daran sieht man, dass das jeder machen kann und von niemandem geprüft wird und man bezahlt dafür für gedachtes. Ich kann nur empfehlen sich von Tierfreunden bestenfalls von Fachleuten beraten lassen, dort wird man nicht nur über sein Tier etwas erfahren, sondern auch lernen es selbst zu verstehen.

Danke, dass du deine Erfahrungen so offen teilst. Wirklich schön, wie du zugleich aufgeschlossen, respektvoll und doch kritisch mit dem Thema umgehst! Da bin ich voll bei dir!
Ich habe zwar keine eigene Erfahrung mit Tierkommunikation gemacht – möchte ich aber tatsächlich auch nicht mehr. War einmal kurz davor, zu einem Kurs zu gehen, doch schon mein erster Kontakt zu der Tierkommunikatorin hat mich denken lassen: „nee, dein Geld kannst du sinnvoller investieren“.
Dabei glaube ich auch stark an die Energien zwischen uns. Glaube auch, dass es viele Dinge gibt, die wir Menschen verlernt haben und viele Dinge gibt, die wir nicht (mehr) verstehen.
Aber bei der Arbeit mit Tieren und vor allem auch bei der Beratung von anderen Tierhaltern kann ich nur das guten Gewissens anwenden, was mir die Wissenschaft und das artspezifische Ausdrucksverhalten bestätigen.
Etwa das erste, was ich in meiner Ausbildung gelernt habe, war „nicht vermenschlichen“… Nun, genau das tut die Tierkommunikation halt. ;)
Dennoch bin ich froh, wenn es jemandem hilft. Wenn der Fokus mehr aufs Tier gerichtet wird. Und überhaupt sollte niemand eine einzelne Wahrheit beanspruchen. :)
Insofern nochmal danke für deinen (bestätigenden) Artikel :)

Liebe Beatrice, es freut mich, dass du den Artikel so empfunden hast – genau das war meine Idee. Ich selbst glaube nicht daran, wollte aber unvoreingenommen testen. Letztlich fühlte ich mich bestätigt in meiner Meinung, aber ich will auch niemandem nehmen, für den es funktioniert oder schon Gutes gebracht hat :-) Danke dir für deinen tollen Kommentar und alles Liebe, Petra

Hi guten Abend, da ich mich generell für Tierkommunikation interessiere, fand ich diesen Artikel als kritischer Mensch sehr gut und konnte damit weitestgehend übereinstimmen. Ich glaube ebenso, dass jeder durch Achtsamkeit seine Intuition oder auch sein Bauchgefühl aktivieren kann. Durch Gestik, Mimik, Sprache und Körperhaltung kann man intuitiv sehen wie sich ein Lebewesen gerade fühlt. Das wird im eingeschränkten Maße auch mit einem Foto möglich sein, wenn man auf den Gesamteindruck achtet. Das denke ist zum Thema Fernkommunikation. Ebenso wenn zwei Menschen per Telefon miteinander sprechen. Allerdings glaube ich, dass dies nur mit existenten Lebewesen möglich ist, also nicht mit übernatürlichen Wesen wie Gott oder ähnliches, da dieser ja auch nicht beweisbar ist in dem Sinne. Bei alledem kann ich ebenfalls sagen, dass sowohl Religion als auch Tierkommunikation eine Überzeugung von Menschen ist, an die man entweder glaubt oder eben nicht. Daher fand ich diesen Artikel sehr hilfreich und nicht aufdringlich, sondern eine Sichtweise eines Menschen, der sehr offen wie auch skeptisch ist und seine persönliche Meinung ausdrückt. Danke für den sehr schönen und gut recherchierten Artikel.

Hallo liebe Kathrin, danke dir für deinen lieben Worte. Was ich denke, steht ja im Artikel, aber ich finde wichtig, dass wir immer offen bleiben, neugierig und uns austauschen im Leben. Ob man nun daran glaubt oder nicht, ist ein ganz anderes Thema.

ganz liebe Grüße, Petra

Liebe Petra

Vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich als sehr logisch denkender Mensch, habe Tierkommunikation wie du sie beschreibst auch immer als nicht seriös angeschaut, nichts desto Trotz habe ich es ausprobiert, als vor kurzem mein geliebtes Pferd gestorben ist. Ich dachte mir, das ist nun mal die Möglichkeit, auszuprobieren, wie und ob das funktioniert.

Wie du geschrieben hast, habe ich auch nur den Namen, das Alter und zwei Fotos von meinem Wallach gesendet und ich erhielt anschließend ein ausgefülltes Protokoll.

Im ersten Moment sind nur die Tränen geflossen, weil einfach der Schmerz noch sehr tief drin war. Ich habe dann das Protokoll eine Woche später ein zweites Mal gelesen und musste feststellen, dass sehr vieles nicht stimmt und der Rest des Textes so allgemeine Aussagen waren, welche quasi auf alle Pferde zutreffen können.

Mein Fazit, es kann auf Distanz (Foto) nicht funktionieren, trotzdem kann es den Besitzern helfen, indem sie liebe Worte und die Bestätigung erhalten, dass sie alles richtig gemacht haben und ihr Pferd sie sehr geliebt hat.

Ich habe bei der Tierkommunikatorin nachgefragt wegen den "falschen" Aussagen – aber leider kein Feedback mehr darauf erhalten.

Hallo liebe Karli, es ist traurig, dass Menschen ihr Geld mit den Erwartungen anderer machen. Ich denke schon, dass es Tierkommunikatoren gibt, die es wirklich ernst meinen und irgendwie auch etwas für Pferd und Mensch tun. Auch wenn ich nicht daran glaube, dass sie wirklich mit dem Tier reden können, aber vielleicht können sie ein Reminder sein empathischer mit dem Tier umzugehen. Aber dann gibt es auch viele Scharlatane da draussen. Leider. Auf jeden Fall liebe Grüße und danke für deinen Erfahrungsbericht, Petra

Tja, was soll ich sagen… ich bin hin- und hergerissen bei dem Thema. Kommunikation zwischen Tier und Mensch findet auf jeden Fall statt. Ich kann auch viel über ein Foto herausfinden: Als ich damals in Pferd suchte, habe ich eins(!) per Foto aus der Unmenge an Angeboten herausgesucht und mir angesehen. Nach dem Probereiten habe ich es gekauft. 12 Jahre lang war die Zeit bei ihm die schönste des Tages. Dieses Pferd war ausgesprochen kommunikationsstark: Oft hatte ich das Gefühl, es spricht zu mir. Aber es ging immer nur um uns selbst. Ein Pferd zu fragen, ob es etwas dagegen hat, dass seine Gedanken veröffentlicht werden, übersteigt meiner Meinung nach seinen Intellekt. Woher soll es eine Idee von Öffentlichkeit haben?! Ich glaube schon, dass man anhand eines Fotos viel über den Charakter und auch Gesundheitszustand sehen kann, aber das, was die Tierkommunikatorin Jessica geschrieben hat halte ich – mit Verlaub – für Humbug.

Hallo liebe Cristine, im Grunde sprichst du mir aus der Seele und beschreibst genau das was ich denke :-) also ganz lieben Dank für deinen Kommentar – er ergänzt den Artikel auf wunderbare Weise. Viele liebe Grüße, Petra

Ich bin sehr zufrieden, diese Seite hier gefunden zu haben.
Habe mich gestern auf Tierkommunikation aus der Ferne eingelassen. Im Angesicht des Todes greift man wirklich nach jedem Halm.

Dann nachmittags beim Tierarzt hat sich herausgestellt, dass die Aussagen der Tier-Sprecherin falsch waren.

Wenn es nach ihr gegangen wäre hätten wir unseren Hund gestern einschläfern sollen.
Sie ist zwar krank, aber hat nur leichte Schmerzen, die medikamentös eine ganze Weile in Zaum gehalten werden können. Unser Hund ist lebenslustig und agil, laut Kommunikation aber müde und des Lebens satt.

Danke Petra

Hallo liebe Rene, wie schrecklich! Da zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist, dass wir genau hinsehen und es auch viele Scharlatane überall gibt. Ich finde aber auch schrecklich und unverantwortlich, dass diese "sogenannte Tierkommunikatorin" solche Aussagen von sich gibt… Gut, dass ihr auf euer Herz gehört habt! Viele liebe Grüße, Petra

Hallo liebe Petra,
was soll ich sagen :) Unsere Hündin hatte 1) Schilddrüsenunterfunktion und 2) Spätfolgen der Cortisonbehandlung. Nun, 8 Monate später, ist es wieder ganz meine alte Hündin, lebensfroh, verfressen und kerngesund. Wollte ich dir nur nochmal mitteilen.

Liebe Grüße aus Stahnsdorf

Hallo liebe Rene, wie schön, dass es für euch so gut ausgegangen ist und gut, dass ihr auf euer Bauchgefühl und den Tierarzt gehört habt. Das ist schon extrem verantwortungslos und schrecklich von der Tierkommunikatorin gewesen, solche Behauptungen in die Welt zu setzen. Ganz liebe Grüße an euch und danke für die Rückmeldung, Petra

Schon mal Careys Zähne kontrolliert?

Ja, regelmäßig :-) wieso? Liebe Grüße, Petra

Mein Aaron, seines Zeichens Haflingerwallach, lebt jetzt seit 2 1/2 Jahren mit 6 anderen Pferden zusammen in einem Offenstall! Als ich ihn kaufte, war er schon 16 Jahre alt und wahrscheinlich schon durch viele Hände gegangen! Da im Impfpass nur der Tierarzt, der ihn in der Erstuntersuchung erfasst hatte und die vorletzte Besitzerin eingetragen waren, ließ sich leider nicht nachvollziehen, wie viele Besitzer er schon gehabt hatte und wo er schon alles gewesen war! Von der letzten Besitzerin wusste ich auch nur, dass sie ihn von der Halterin davor nach nur einem halben Jahr gekauft hatte und das Anfangs alles gefährlich mit ihm war, sei es das Holen von der Weide oder das Putzen und die anderen eigentlich selbstverständlichen Dinge!
Vor etwas mehr als einem Jahr bekamen wir dann eine neue Einstellerin in unsere Gruppe und sie war grade dabei, sich in Sachen Tierkommunikation selbstständig zu machen! Aus reiner Neugier bat ich sie dann eines Tages mal, um eine solche Kommunikation mit meinem Aaron! Ihr selbst hatte ich vorab nichts erzählt, was ich über die Vorbesitzerin wusste und so ging sie also völlig unvoreingenommen an die Sache heran!
Nachher erzählte sie mir dann, dass Aaron schon im Fohlenalter früh von seiner Mutter getrennt wurde und dass er in einem Stall mit Betonwänden gehalten und auch geschlagen wurde! Auch von einem längeren Transport erzählte sie mir!
Mit diesen Informationen wandte ich mich dann nochmals an seine Vorbesitzerin und erfuhr dann von ihr, dass er wohl über einen Tiertransport aus Polen zu der Besitzerin vor ihr gekommen war!
Zusammen mit ihrer Info, dass anfangs alles mit Aaron gefährlich war, ergab das schon ein passendes Gesamtbild! Und darüber war ich dann schon verblüfft, zumal es auch, wie in deinem Fall, eine Kommunikation über ein Foto war!
Informationen über Aarons Charakter bekam ich nicht, nur halt noch die Aussage, dass er die jetzige Herde und den Offenstall "okay" findet!
Ich nahm diese ganzen Infos dann einfach nur für mich, um ihn und manche seiner Verhaltensweisen besser zu verstehen, um ihn in einem richtigeren und gelasseneren Licht zu betrachten! Und heute, nach fast 2 1/2 Jahren, kann ich sagen, dass sich gegenüber der Anfangszeit vieles verbessert hat und ich auch einfach fühle, dass er inzwischen wirklich heimisch geworden ist und sich somit wahrscheinlich auch wohl fühlt!
Ich kann mir unter`m Strich schon vorstellen, dass Pferde auch eine "Sprache" neben der Körpersprache haben, die wir nur leider nicht sprechen und verstehen können und es gibt immer wieder Situationen, in denen ich denke "wenn du mir jetzt mit Worten sagen könntest, was ich falsch mache oder wie es dir geht"!
Und ganz von der Hand weisen kann ich aus eigener Erfahrung nicht, dass Tierkommunikation nicht funktioniert! Aber interessant ist es schon, es auszuprobieren!

Liebe Ricarda, auch das ist ein spannender Erfahrungsbericht. Letztlich denke ich auch – egal ob man daran glaubt oder nicht – lässt es das Pferd irgendwie in einem sanfteren Licht erscheinen, einfach nur weil es eine Stimme bekommen hat und auch das ist ja schon etwas Wert. Ganz liebe Grüße, Petra

Liebe Petra,
vielen Dank für diesen Artikel! Er kommt für mich gerade zur richtigen Zeit. Toll dass dein Artikel so viel Transparenz zulässt.
Ich muss sagen, ich stehe dem ganzen Thema recht offen gegenüber, wenn es um einem persönlich bekannte Tiere geht. Ich glaube an die Komminukation zwischen Mensch und Tier, auf der Ebene, auf der du sie auch in vielen deiner Berichte beschreibst und ich glaube auch dass es mehr gibt, als für uns sichtbar ist. So beschäftige mich in letzter Zeit auch mit dem Thema der Tierkommunination – in dem ich mich durchs Internet lese und auch mal ein kostenloses Webinar mitmachte. (Ein Praxisbuch oder kostenpflichtigen Kurs habe ich mir nicht geleistet, weil ich nicht ganz überzeugt bin.) Doch war es für mich immer sehr undurchsichtig und das förderte meine Skepsis eher. Für mich ist die Sache mit dem Foto auch sehr schwierig zu glauben, denn das würde ja bedeuten, dass man mit dem Foto auch die Seele eines Tieres ablichtet. Andernfalls könnten es ja häufig zu Verwechslungen kommen. Viele Tiere ähneln sich sehr und sind anhand eines Fotos nicht auseinander zu halten. (Man bedenke hier nicht nur Pferde sondern auch Igel, Raben uvm)
Ich denke in gewisser Weise kann es schon funktionieren, wenn man sich auf sein innerstes und ursprünglichstes Gefühl einlässt und sich so seinem eigenen Tier gedanklich annähert.
Man merkt, ich selbst bin noch zu keiner gefestigten Meinung gekommen.
Ich freue mich umso mehr auf das nächste Interview!

Hallo liebe Jule, wir sehen das im Grunde ähnlich. Ich glaube an Energie und nonverbale Kommunikation, wenn man sich gegenüber steh, aber ich tue mich schwer damit daran zu glauben, dass jemand anhand eines Fotos mit meinem Pferd sprechen kann und meine Stute dann auch noch so menschliche Formulierungen und Gedanken wählen würde. Aber letztlich werden wir es wohl nie genau wissen ;-) Ganz liebe Grüße, Petra

Manchmal wünschte ich mir, dass ich mit meinen Tieren sprechen könnte. Dass sie mir Antworten auf Fragen geben könnten. Aber ehrlich gesagt ich glaube nicht daran. Ich glaube daran, dass man, wenn man dafür offen ist sehr viel von seinen Tieren erfährt und dasss diese leiseste Schwingungen wahrnehmen. Ich glaube an Achtsamkeit und gegenseitiges Spiegeln. Aber ich glaube nicht, dass Tiere in dieser Art reden. Wenn ich meine Tiere untereinander beobachte, stelle ich fest, dass sie "Sprache" nicht benötigen. Sie reden über Körpersprache miteinander und gehen nach den Empfindungen des anderen.
Ich finde es okay, wenn jemand dran glaubt und dadurch die Beziehung zu seinen Tieren verbessert wird, aber ich persönlich kann damit nichts anfangen und denke ganz einfach, dass ich auf der Ebene mit meinen Tieren kommuniziere, die wir zur Verfügung haben.
Liebe Grüße
Miriam

Liebe Miriam, ohja – wie oft ich mir das wünsche. Es wäre so schön und so einfach. Aber ich denke im Grunde genau wie du. Ausprobieren wollte ich es trotzdem, einfach um mir eine konnkrete Meinung bilden zu können. Auf jeden Fall bis bald und liebe Grüße an dich und deine Fellbande, Petra

Vielen Dank für diesen sehr ausführlichen und differenzierten Bericht. Danke auch für die Kommentare und die dortigen Erfahrungen. Ich denke die Tierhalter sind oft so verblüfft über „Treffer“ dass sie die falschen, nicht stimmenden Aussagen (anfangs) nicht wahrnehmen.
Die Kommunikation soll ja über Telepathie funktionieren, dazu habe ich unter Telepathie Wikipedia folgenden sehr interessanten Abschnitt gefunden:
„Seit 1922 werden von verschiedenen Organisationen Preisgelder für den Nachweis von parapsychologischen Fähigkeiten ausgeschrieben. Aktuell existieren weltweit mehr als 20 verschiedene Organisationen, die eine Gesamtsumme von über 2,4 Millionen US-Dollar ausgeschrieben haben. Das höchste Preisgeld für den Nachweis von übersinnlichen Fähigkeiten wie Telepathie wird aktuell mit einer Million US-Dollar von der James Randi Educational Foundation ausgeschrieben. Seit 1922 war kein einziger durch diese Organisationen durchgeführter Test auf paranormale Fähigkeiten erfolgreich.“
Viele Grüße Petra

Hallo liebe Petra, danke für deinen Kommentar – gerade den Abschnitt finde ich MEGAspannend. Ich bin total d’accord. Ganz liebe Grüße, Petra

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