Artikel aktualisiert am 09.11.2017

Die Trainingsmethoden von Pferdeexperte Michael Geitner versprechen ein gelasseneres, besser ausbalanciertes und damit ein gesundes Pferd. Klingt super! …dachte ich und habe mir die Methoden für Dich in der Realität angesehen. Außerdem habe ich den Erfinder der Dualaktivierung zum Interview gebeten, weil ich mehr über seine Ideen und den Hintergrund der Trainingsmethoden erfahren wollte. 

Be Strict*“, „Dualaktivierung*“ und „Equikinetic*“ – drei schicke Namen für drei Trainingsmethoden. Vom Boden bis zum Sattel.

  1. „Be Strict!“ Es geht um Bodenarbeit, Fairness, Konsequenz und damit ein gelasseneres Pferd
  2. „Dualaktivierung“ Es geht um Gehirnjogging für das Pferd, Anti-Schreck-Training und damit mehr Balance
  3. „Equikinetic“ Es geht um Muskelaufbau und damit mehr Kraft für einen gesunden Pferderücken

Michael Geitner - Be Strict

Hier findest du Teil 2: Vom Boden bis zum Sattel! Gehirnjogging, Balance und Anti-Schreck-Therapie mit den Farben Blau und Gelb?

Video von Dualaktivierung und Be Strict

Damit du dir ein Bild von dem Training machen könnt, habe ich für dich Videos von einer lizensierten Trainerin zu „Be Strict“ und „Dualaktivierung“ online gestellt. Judith Wagner war mit 16 Jahren die jüngste zertifizierte Trainerin für Dualaktivierung Deutschlands. Mittlerweile ist sie Anfang 20, lebt immer noch in Bayern und arbeitet unter anderem mit verschiedenen Jungpferden, Trainingspferden und mit ihrer eigenen Stute Amy an deren Balance. Amy war ein Pferd mit keiner guten Vergangenheit als sie zu Judith kam. Mittlerweile geht sie auch gelassen auf Westernturniere, laut Judith. Ich habe meine Kamera mitgenommen und spontan eine Trainingseinheit mitgefilmt.

Dualaktivierung - Judith Wagner

Be Strict! Wer bewegt wen?

Das ist der Anfang von allem und es wird auch der Anfang unserer Serie. Wer bewegt wen? Das ist nach dem Geitnerschen System die Grundsatzfrage zwischen Pferden und damit auch die Grundsatzfrage zwischen Mensch und Pferd. So sieht Michael Geitner die Kommunikationsbasis zwischen uns, die wir immer im Hinterkopf haben sollten, wenn wir mit Pferden arbeiten.

„Be Strict“ hat er seine Trainingsbasis genannt und es erinnert mich im Grunde an Natural Horsemanship, also die Kommunikation mit dem Pferd. Erst einmal wird immer die Rangordnung geklärt. Das ist keine einmalige Sache. Sie wird in jeder Situation und Lebenslange immer wieder geklärt, je nach Pferd häufiger oder seltener. Und sie wird schon beim Abholen oder Putzen geklärt, nicht erst in der Reithalle.

Regel 1: Sei fair, klar und verantwortungsbewusst!

Pferde vertrauen demjenigen, der die besten Führungsqualitäten hat. Sie vertrauen demjenigen, der verantwortungsbewusst und fair ist. Das bedeutet, dass wir immer konsequent und klar sein müssen.

Denn es ist nicht fair, dem Pferd ständig Leckerli zu geben und ihm den Kopf zu kraulen wenn es so niedlich in den Taschen danach sucht und dann ein andermal sauer zu werden, wenn es kurz vor dem Turnier oder beim Führen auch vehement in den Taschen sucht. Woher soll es wissen, dass es einmal passend ist in den Taschen des Menschen zu suchen und einmal nicht?

Pferd putzen

Aus Pferdesicht ist es nicht klar und konsequent dieses Verhalten einmal zu belohnen und einmal zu bestrafen. Es geht darum, dass es ein paar Grundregeln geben sollte, die auf gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Höflichkeit basieren.

Regel 2: Ich remple nicht, also tust du es auch nicht. Ich achte auf dich, also achtest du auch auf mich

Damit das Pferd aber weiß, dass ich immer aufpasse und dass es mir Vertrauen kann, muss ich ihm beweisen, dass ich Bescheid weiß über die Welt und das wiederum kann ich am Besten in seiner Sprache. Also im: Wer bewegt wen? Das Pferd will in der Zusammenarbeit mit dem Menschen gerne wissen, ob der Mensch überhaupt dazu in der Lage ist, es im Ernstfall zu beschützen.

Laut Michael Geitner, wird unter anderem auch über den Versuch getestet den Menschen zu bewegen oder sich eben nicht bewegen zu lassen. So ticken Pferde in der Natur und Herde untereinander und so trainiert Judith auch ihre Stute. Sie hat brav zu stehen beim Putzen, hat dann brav zu folgen und wird aber auch immer wieder dafür gelobt, wenn sie alles richtig macht.

VIDEO „Be Strict“ – von der Koppel bis zum Putzplatz

Ihr werdet in dem Video sehen, dass Judith sehr strikt mit ihrer Stute ist. Amy hat viele persönliche kleine Eigenheiten, das ist mir auch beim Dreh aufgefallen und Judith akzeptiert sie. Arbeitet aber nach und nach daran zu einem noch engeren Team mit Amy zu werden.

Ich denke, dass diese Kleinigkeiten bei Judith und ihrer Stute etwas mit der Vergangenheit der Stute zu tun haben. Die Stute war laut Judith ein schwieriges Pferd, das sich nicht anfassen und nicht reiten ließ, wahrscheinlich weil die Vorbesitzer zu viel Falsch gemacht haben. Amy ist seit etwa 3 oder 4 Jahren bei Judith und von einem schwierigen, gestressten Pferd zu einem braven Pferd geworden. Mehr zu Amys Vorgeschichte gibt es dann in Teil 2 der Videoserie in Kürze. 

Interview mit Michael Geitner, dem Erfinder der Dualaktivierung

Über die großen Fehler in der Pferd-Mensch-Kommunikation, Konsequenz, und wie man die Angst in der Zusammenarbeit mit Pferden bekämpfen kann

Pferdeflüsterei: Was heißt denn für dich „Strict“ oder „Streng“ sein. Es gibt die viel diskutierte Dominanztheorie, andere wollen nur positive Verstärkung, wieder andere clickern oder arbeiten mit Leckerli. Wie definierst du das für dich?

Michael Geitner: Das kann ich dir in wenigen Sätzen zusammenfassen. Es geht in der Pferde-Menschen-Welt um zwei Dinge.

  • Wer bewegt wen?
  • Du musst dem Pferd und das Pferd muss Dir die 100%ige Aufmerksamkeit schenken

Das war es für mich vor über 13 Jahren, als ich mein Buch zu dem Thema geschrieben hatte und das ist es für mich heute auch noch. Die Menschen machen sich viel zu viele Gedanken darüber wie sie sein müssen, wenn sie mit Pferden sind. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Konsequenz ist für mich die Tatsache, sich nicht bewegen zu lassen.

Die Menschen sich viel zu viele Gedanken wie sie ihr Pferd bewegen und zu wenig Gedanken darüber wie sie von ihrem Pferd bewegt werden. Derjenige der den anderen Bewegt und vor allem in unbedarften Momenten, das ist der, der die Führung hat unter Pferden. Das meist missbrauchte Wort in der Pferdewelt ist die „Partnerschaft“, da geht es meist um das Wohlfühlen des Menschen, nicht um das Wohlfühlen des Pferdes.

Da geht es nicht um Clickern und Steckchen mit denen man fuchtelt oder Raschelsäcke, wie sie der Geitner auch früher geschwenkt hat. Früher, viel früher, ist man Schulter an Schulter gelaufen, da ging es wirklich um Augenhöhe und Partnerschaft. Das ist das Wesentliche: Wer bewegt wen und zusammenarbeiten mit gegenseitiger Aufmerksamkeit.

Pferdeflüsterei: Also hältst du nichts vom Clickern?

Michael Geitner: Nein, nein, wir machen das ja auch bei der Equikinetic mit dem Piepston am Ende des Intervalltrainings. Das ist super! Aber was ich wichtig finde, dass ich „Nein“ sage, wenn ein Pferd etwas macht, was ich nicht will. Wenn ein Pferd mir auf den Fuß springt, bekommt es auch mal einen Klaps. Das ist in Ordnung, weil Pferde auch so untereinander miteinander sprechen. Wir müssen unsere Sichtweise auf die Pferde ein bisschen verändern. Die Menschen sind zu verunsichert und denken zu viel, weil sie mit zu viel Information überflutet werden.

Pferdeflüsterei: Zu dem Thema “Respekt” habe ich auch mal Bernd Hackl* interviewt. Der sagte, dass es ihm um gegenseitigen Respekt und Höflichkeit geht zwischen Mensch und Pferd und um klare Regeln. „Wenn das Pferd zu mir höflich ist, bin ich es auch.“ Das ist ein schönes Bild, finde ich…

Michael Geitner: Genau! Der Bernd hat auch mal so schön gesagt: Wir werden nie eine Leitstute sein, wir sehen schlechter, wir hören schlechter und wir sind auch langsamer als ein Pferd. Da hat er Recht! Für das Pferd ist es doch nett. Es hat immer jemanden an seiner Seite, der eher vom Löwen erwischt wird ;-)

Pferdeflüsterei: Es geht darum zu sagen: Was sind meine Grundregeln und was will ich und was will ich nicht. Und diese Regeln müssen immer gelten, um dem Pferd Sicherheit zu geben. 

Michael Geitner: Es gibt so viele verschiedene Thesen und Theorien und jeder sagt einem etwas anderes. Da tun mir die ganzen Reiter manchmal auch schon leid. Weil jeder einem seine Theorie um den Kopf haut, als ob sie das einzig Wahre wäre. Dabei lässt es sich wirklich auf eine Basis zurückführen. Es gibt nur ein Konzept: Wer bewegt wen. Da braucht man einfach verschiedene Techniken um das Pferd zu bewegen und dann hat man auch die Führungsqualität. Das findet übrigens oft auch in Situationen statt, in denen man nicht aufpasst.

TIPP: Das “Be Strict-Kit” mit Übungskarten:*

Pferdeflüsterei: Gibt es denn Dinge, die dir immer wieder auffallen, die falsch laufen? Oder Tipps?

Michael Geitner: Das Pferd lässt den Menschen immer anlaufen, obwohl in jeder Reitlehre steht, dass der Mensch das Pferd antreten lassen soll. Das haben wir komplett vergessen, das machen so viele. Laufen alle einfach los. Das Pferd kontrolliert oft das Tempo beim Gehen und beim Führen. Und zwar immer im Komforttempo des Pferdes. Das ist fatal, so kann es sich auf die Umwelt konzentrieren. Dann passieren auch mal Dinge und es begegnen einem vermehrt „Gespenster“.

Das lässt sich gut vermeiden, wenn man abwechselt zwischen schnellerem Tempo und langsamerem Tempo als dem Komforttempo des Pferdes. Dann laufen wir beim Seitenwechsel oft ums Pferd herum, anstatt das Pferd um uns herumzuschicken. Und was der absolute Tipp ist, egal welche Methode die Menschen verfolgen, beim Erziehen ihres Pferdes. Der wichtigste Fehler den alle machen: Sie glauben, dass das Beziehungstraining nur im Round-Pen oder in der Halle stattfindet. Das wäre so, als ob man sagt: Die Beziehung zwischen Mann und Frau fände nur im Bett statt. Nein! Es sind die ganzen Zwischentöne, die eine Beziehung ausmachen. Das findet im Alltag statt. Und genauso ist es beim Pferd.

Die halbe Stunde, die man mit dem Pferd aktiv arbeitet, wenn man trainiert – da nervt man das Pferd ja eher. Aber in der Zeit dazwischen. Da ist Friedenszeit, da könnte man mit dem Pferd arbeiten und die Führungsposition schon festigen. Wenn man plötzlich beim Dressurkurs fordert und davor und danach das Pferd alles entscheiden lässt. Das nervt die Pferde wirklich. Wenn man sie im entscheidenden Moment im Stich lässt. Und wenn das Pferd Dich im Stich lässt, wenn Du es brauchst – im Kurs. Aber das ist die eigene Schuld der Menschen, wenn sie vorher nicht richtig erzogen haben.

Pferdeflüsterei: Das ist für mich sehr logisch, Kindererziehung fängt ja auch nicht erst im Schulhaus statt…

Michael Geitner: Das ist eine ganz klare Geschichte. Genauso läuft es. Die Beziehung mit dem Pferd fängt da an, wo man den Stall betrifft und hört dann auf, wenn man ins Auto steigt. Da machen die Menschen die Fehler. Egal welche Methoden man liest und nutzen will. Da findet die Beziehung statt.

So viele Bücher, wie man sein Pferd versteht. Aber das Wichtigste ist, dass es Regeln gibt und Vorschriften, man darf sich vom Pferd nicht herumschubsen lassen und gleichzeitig sollte man dem Pferd auch Respekt entgegenbringen. Das ist eine Beziehung auf Gegenseitigkeit, die auf klaren Regeln beruhen sollte. Das ist für mich der Schlüssel. Davon bin ich tief überzeugt.

Pferdeflüsterei: Wo liegen für dich die größten Fehler?

Michael Geitner: Die Pferde werden so ausgequetscht von uns und in Schubladen gesteckt. Aber ich bin tief davon überzeugt: Das Allerbeste, was man für ein Pferd tun kann ist, dass man ganz klare Führung übernimmt. Das Pferd weiß, dass es sich auf Dich verlassen kann. Es ist so wichtig sich immer gleich zu verhalten, in jeder Situation. Das ist meine Definition von „Strenge“, auch „Strenge“ gegen sich selbst.Pferdeohren

Pferdeflüsterei: Das ist für mich eine schöne Definition von „Strenge“. Sie ist gewaltfrei und es geht um die innere Stärke…

Michael Geitner: Das ist bei einem männlichen Pferd aber anders als bei einer Stute. Die Jungs rumpeln auch mal untereinander und dann muss man wie unter Kumpels zurückrumpeln und dann ist wieder alles gut. Bei Stuten ist das schon anders. Sie sind, im Gegensatz zu den männlichen Pferden, verschieden sozialisiert und reagieren viel mehr auf Energie. Mir ist es mittlerweile wichtig, dass Pferde gerne mit mir arbeiten. Dass sie sagen: Geitner, ich arbeite gerne mit dir!

Pferdeflüsterei: Wie erreichst du das?

Michael Geitner: Indem ich die Stute frage. Ich achte darauf, wie sie das haben möchte. Beim Longieren zum Beispiel. Ich frage einfach, ob sie lieber 10 Zentimeter mehr Abstand haben möchte oder weniger. Und schon gehen die Ohren nach vorne. Und dann weiß ich, was funktioniert. Man muss nur auf seinen gesunden Menschenverstand hören, sich trauen Fehler zu machen und seinen eigenen Weg zu gehen. Hört auf Euer Gefühl. Die Leute haben so viel Angst, dass sie alles kaputt machen und machen damit am meisten Kaputt.

Pferdeflüsterei: Und wenn man Angst hat davor? Das spüren die Pferde doch…

Michael Geitner: Das gilt auch, wenn man in Situationen Angst hat. Solange man derjenige ist, der entscheidet, wer sich wohin bewegt. Ja und? Natürlich hat man manchmal Angst, aber das ist okay für die Pferde. Wenn man dazu steht und trotzdem strikt mit Ihnen arbeitet.

Ein Chef in der Firma ist doch nicht deswegen ein schlechter Chef, weil er vor etwas Angst hat. Wenn er ansonsten gute Führungskompetenzen hat. Das ist alles nicht schlimm. Schlimm ist nur, wenn der Mensch versucht, keine Angst zu haben. Das kann das Pferd nicht einsortieren. Das Pferd wird die Angst verstehen, als Fluchttier, wenn man als Partner trotzdem klar und konsequent bleibt für das Pferd, wird es das akzeptieren.

Weiter geht’s mit Teil 2: Vom Boden bis zum Sattel! Gehirnjogging, Balance und Anti-Schreck-Therapie mit den Farben Blau und Gelb?

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21 Kommentare zu “Vom Boden bis zum Sattel! Mit „Be Strict“ zu einem gelasseneren Pferd

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    hier sind glaube ich ein paar ganz wichtige Dinge gesagt worden.
    Ich teile die Einstellung von Herrn Geitner, dass Konsequenz wichtig ist. Dass ich immer klar und ehrlich bin. Meiner Erfahrung nach ist es auch gar nicht schlimm, wenn ich mal Angst habe. Da habe ich bessere Erfahrungen gemacht, wenn ich bei meinem Pferd zugebe, dass ich grad Angst habe, statt diese verstecken zu wollen. Die Pferde spüren doch sowieso was ich wirklich fühle, aber wenn ich mich dann anders verhalte, dann werde ich unglaubwürdig und verwirre mein Pony.
    Ich versuche bei meinem Pony ausschließlich mit positiver Bestärkung zu arbeiten und clickere auch wie du ja weißt, trotzdem bin ich konsequent. Es gibt z.B. die Regel es gibt von meiner Hand nichts zu fressen, außer als Belohnung für etwas. Was bedeute das. Ich gebe nie ein Begrüßungsleckerlie. Ich gebe ein Leckerchen, wenn ich ihn rufe und er kommt dann, aber wenn er kommt, obwohl ich ihn nicht gerufen habe, dann freue ich mich zwar, aber es bekommt nichts dafür. Auch gibt es zwischendurch für süß gucken nichts und ich lasse auch niemand anderen mein Pony von der Hand füttern, weil er grad ein Leckerchen in der Hosentasche gefunden hat. Das gibt es bei uns nicht. Das Resultat: Ein Pony bei dem man mit essbarem in der Hand stehen kann und was nicht seine Nase in Taschen steckt.
    Ich bin auch konsequent darin wie er das Futter nimmt.Schnappt er dabei nach meiner Hand oder ist grob, bekommt er es einfach nicht. Nimmt er das Futter brav und vorsichtig kann er es haben.
    Dadurch, dass meine Regeln immer gleich sind, bin ich ganz klar für mein Pony. Es gibt keine Ausnahmen egal wie süß ich ihn finde oder wie arg er mich bedrängt. Und dadurch vertraut mir mein Pony und dann brauche ich ihn auch nicht im Round Pen durch die Gegend scheuchen, sondern kläre wichtige Dinge nebenbei im Alltag.
    Ein wichtiger Satz finde ich auch, dass es wichtig ist, dass das Pferd gene mit einem zusammen arbeitet. Da liegt bei mir der Fokus drauf. Ich persönlich habe keinen Spaß am Zusammensein mit einem Pferd, was das von sich aus nicht möchte. Ich fahre ab und zu auch in den Stall freue mich auf die Zeit mit meinem Pony und bekomme dann eine Absage. Manchmal kommt er dann kurz zum Kuscheln, aber manchmal noch nicht mal das. Dann bin ich hingefahren und kann wieder wegfahren oder äpple eben die Weide ab. Diese Tage sind selten, aber es gibt sie und ich respektiere das, weil mir einfach wichtig ist, dass mein Pony gerne mitkommt.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Miriam sagt:

      Liebe Petra,

      jetzt habe ich doch tatsächlich vergessen zu schreiben wie toll ich dein Video finde. Sieht ja richtig professionell aus :).

      Sprichst du den Hintergrundtext? Ist ne total angenehme Stimme :).

      Liebe Grüße
      Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, immer wenn ich Deine Kommentare lese, dann bin ich mir absolut sicher, dass Du den perfekten Weg für Dich und Dein Pony gefunden hast. Es ist so schön zu lesen, wie Du mit ihm umgehst und was ihr euch erarbeitet. Dieses Ding mit den Grundregeln ist sehr wichtig, das denke ich auch. Wenn ich mal ja und mal nein sage in einer Situation, dann darf ich mich nicht wundern, wenn mein Pferd verwirrt ist und mir nicht zuhören möchte. Darüber machen sich viel zu wenige Menschen Gedanken, habe ich das Gefühl. Das ist so viel wichtiger als die passende Schabracke oder der schicke Zaum. Ich wünschte mir, dass alle Pferdebesitzer die Prio mehr auf solche Aspekte legen würden. Deswegen habe ich mich auch sehr über das Interview mit Mike Geitner gefreut und werde bei nächster passender Gelegenheit auch unbedingt mal einen Kurs bei ihm besuchen. Die nächsten beiden Interviewteile sind auch so spannend, ich habe sie mir immer wieder durchgelesen und immer wieder spannende Aspekte für mich entdeckt. Alles Liebe und iebe Grüße an Dein Pony, Petra
      P.S.: Danke für Dein liebes Kompliment zu dem Video. Das ist tatsächlich meine Stimme – ich habe die Texte geschrieben und gesprochen :-)

  2. Claudia Wittenberg sagt:

    Liebe Pferdeflüsterin,
    Super schöner interessanter Artikel! Macht mir wieder bewußt, was wirklich wichtig ist im Umgang mit meinem Pferd! Toller Tipp, die Situation am Putzplatz! Da haben wir noch ne gewisse Unruhe drin, auf Kopf runter bin ich noch nicht gekommen, klasse, danke!
    Allerdings würde mich stören, wenn mein Pferd weg geht wenn ich ihn hole. Veneroso kommt auf Ruf auch von weiter weg und dreht mir niemals den Hintern zu . Sie hat es zwar erklärt, aber ich würde es nicht durchgehen lassen. ;-)
    Ich freue mich auf die Fortsetzung!
    Liebe Grüße, Claudia

    • Petra sagt:

      Liebe Claudia, das freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefallen hat :-) immer her mit so schönen Kommentaren ;-) Das Kopf-Runter wurde mir auch auf einer Farm in Namibia beigebracht (Artikel folgt nächste Woche) und ich fand es wirklich nett zu sehen, wie viel einfacher es für Pferd und Mensch ist aufzuhalftern, wenn das Pferd einen kurzen Moment ruhig den Kopf unten hält. Kein Gezerre an den Ohren, kein Hin- und Hergewackel – einfach ein Moment der Ruhe. Das die Stute erst einmal weggegangen ist sieht wirklich ein bisschen komisch aus. Ich hab es im Artikel nochmal ergänzt, weil ich vergessen hatte, dass die Vorgeschichte der beiden erst im zweiten Teil der Serie aufkommt. Judith hat Amy vor wenigen Jahren als rohes und problembehaftetes schreckhaftes Pferd übernommen und arbeitet seitdem daran die ganzen Fehler der Vorbesitzer wieder loszuwerden. Deswegen hat Amy so viele Eigenheiten und darf sie auch haben :-) Aber normalerweise hast Du Recht, das sieht Judith auch so – deswegen hatte sie es erklärt :-) Liebe Grüße und bis zum nächsten Teil, Petra

  3. Mary Lechtenboehmer sagt:

    Liebe Petra!
    Mal wieder ein wunderbares Interview……ich habe vor Jahren mal einen WE-Kurs in Sachen Positionsarbeit bei Michael belegt und viele Dinge, die man vielleicht unbewusst aus dem Bauch heraus mit seinem Pferd macht, wurden nochmal untermauert.Das Erste, was ich mit meinem Pferd gemacht habe, als ich wieder daheim war, ich habe mir einen kleinen Taschenspiegel eingesteckt, habe mein Pferd vom Paddock geholt und habe an diesem Tag nur "Führ-Training" gemacht.Dabei habe ich ihn genau mit meinem "Rückspiegel" beobachtet und schon nach ein paar Minuten war er extrem aufmerksam, wie konnte es sein, dass sein Mensch auf einmal "Augen im Rücken" hat und alles mitkriegt??Jedes zur Seite gucken, auf Grashalme schielen usw. wurde quittiert.Natürlich war ich nicht allein auf dem Hof und Einige haben geschmunzelt……"ach ja, Mary hat mal wieder einen Kurs besucht….."Aber der Erfolg war super!!!Und so ganz nebenbei, ich finde, Mike ist ein absolutes Motivations-Talent…….
    LG Mary

    • Petra sagt:

      Liebe Mary, das ist eine geniale Idee – die Sache mit dem Rückspiegel. Ich finde ohnehin, dass die (auf den ersten Blick) unkonventionellen Dinge (wie Fahrräder zu streicheln oder Taschenspiegel mitzunehmen) oft die Besten sind. Das werde ich auch ausprobieren, wenn meine Kleine dann bei mir ist. Manchmal wurde ich bei meinem alten Stall auch beschmunzelt, weil ich die Ideen der sanften Horsemen viel spannender fand als klassische Hilfsmittel und das reine Reiten. Weil ich zum Beispiel ewig früh da war zum Putzen des Schulpferdes. "Meditierst Du mit Deinem Pferd, oder was?" Wurde ich mal gefragt, weil ich dem Pferd ewig das Kinn gekrault hatte ;-) Ich hab mit Mike ganz schön lange gesprochen für das INterview und fand jedes seiner Worte spannend. Er bringt es toll auf den Punkt und erklärt es so, dass einem vieles klarer wird. Ich will unbedingt auch mal einen Kurs bei ihm besuchen. Ich bin schon gespannt, wie Dir die anderen beiden Teile dieser Serie gefallen. Liebe Grüße und bis bald, Petra

    • Petra sagt:

      Hi Nadja, danke Dir :-) Ich fand das Gespräch mit Mike Geitner auch sehr wohltuend pragmatisch und Pferdeorientiert. Es freut mich, wenn es Dir als Natural Horsemanship-Expertin auch so geht. Bis bald und Liebe Grüße, Petra

  4. Denise sagt:

    Dieser Satz gefällt mir besonders gut:Die Leute haben so viel Angst, dass sie alles kaputt machen und machen damit am meisten Kaputt. Auch das Angst haben ab und zu völlig ok ist. Vielen dank für diesen tollen Beitrag :-) und macht bitte unbedingt weiter, freue mich immer wieder von dir/euch zu lesen.

    lg denise

    • Petra sagt:

      Hey Denise, danke Dir!! Ich fand die Aussagen von Mike auch so schön klar und deutlich. Mir spuken seit dem Interview einige Sätze in meinem Kopf herum. Auch dieses "Wer bewegt wen" finde ich ganz spannend. Und natürlich haben mich besonders die Unterschiede zwischen Stuten und Wallachen interessiert ;-) Was macht Dein Kleiner? Liebe Grüße und bis bald, Petra

  5. Denise sagt:

    Ja stimmt ist halt wie bei uns Menschen da gibts zwischen Frau und Mann auch klare Unterschiede….schon alleine beim reiten da würd ich ja behaupten das Männer nicht so viel denken und grübeln wie wir Frauen. :-).

    Ja mein kleiner Racker bereitet mir etwas Kopfzerbrechen…..er wetzt ein bisschen und hatte hinterm Ohr einen Hügel (war geschwollen) was mittels Zugsalbe besser geworden ist. Mal sehen wie es ihm heute so geht, ich freue mich schon wahnsinnig auf unserem Umzug und ich bin sicher das es uns beiden dann besser geht. Aber er ist total lieb wenn er mich nur sieht kommt er schon angelaufen um mich zu begrüßen und läuft mir nach…..also auch wenn ich ein anderes pferd hole will er immer mit und dann ist es schwierig ihn los zu werden, was mich natürlich sehr freut.

    Also ich kann nur sagen unsere Beziehung könnte zur Zeit besser nicht sein, die Pause und die hat er ja erst zwei Monate hat ihm schon sehr gut getan. Man merkz wirklich das er schon wieder lust hätte was zu machen….den wenn ich ihn draußen habe dann geht er nur ungern wieder in den Stall zurück.

    ganz liebe Grüße Denise

    • Petra sagt:

      Ohje, das klingt aber so als ob der Stallwechsel eine sehr gute Idee ist. Wetzen, genau wie andere Verhaltensauffälligkeiten, hat ja oft etwas mit Stress und / oder Langeweile zu tun. Wenn der neue Stall besser zu euch passt, wird das sicher auch besser, bevor er eine Stereotypie entwickeln kann und es chronisch wird. Aber das wird bei euch sicher nicht passieren, zumal der Umzug ja schon geplant ist. Ich drücke die Daumen, dass alles sehr gut klappt!! Und freue mich, dass ihr zwei schon eine so tolle Beziehung entwickelt habt. Ich wünsche mir genau das auch für meine Kleine und mich, wenn sie im Sommer kommt. Ganz liebe Grüße und einen guten Umzug, Petra

  6. Denise sagt:

    Ja das denke ich auch das es höchste Zeit war diese Entscheidung zu treffen. Einen neuen fixen Stall müssen wir erst finden, aber über den Sommer sind wir versorgt und da wird ihm sicher nicht langweilig mit den anderen 3 und 4 Jährigen :-)……

    Ja ich denke auch dass das wetzen nur aus Langeweile enstanden ist vl. hatte er auch einen leichten Vitaminmangel….ich füttere jetzt Kurweise Vita Vet und seit dem sieht sein Fell das erste Mal richtig toll aus wie ein Teddybär :-). Der verdächtige Hügel hinterm Ohr ging mit der Zugsalbe super weg….ende dieses monats ist es dann endlich so weit wir kommen in den neuen Stall für einen Monat und dort ist die Wiese dann zu Fuß erreichbar.

    Ja so eine Beziehung jetzt zu ihm zu haben erfreut mein Herz wahnsinnig das ist so schön :-D das wünsche ich dir auf jeden Fall auch.

    Ende April haben wir unseren ersten NHS Kurs zusammen für Anfänger mal sehen was er dazu sagt und dann gehts ab auf die Wiese zum spielen.

    • Petra sagt:

      Klingt toll! Auch das mit NHS, wenn Du magst, dann schreib gerne hier, wie es euch dabei ergangen ist. Bei wem seid ihr denn im Kurs? Und alles andere wird sich sicher ergeben und vor allem mit dem Umzug besser werden. Ich drücke euch die Daumen und schicke ganz liebe Grüße, Petra

  7. denise sagt:

    Hallo

    ja gerne werd ich euch ein bisschen über diesen Kurs berichten…vielen Dank für die Einladung dazu.

    Der Kurs ist mit Markus Duscher es sind 4 Einheiten auf zwei Tage aufgeteilt ich werde jedoch nur 2 Einheiten machen da ich ihn nicht überfordern möchte und der Kurse auch teuer ist…..ich meine der Kurs ist sicher sein Geld wert aber trotzdem ;-) zwei Einheiten werden uns fürs erste Mal sicher reichen und ich kann dann auch noch zusehen.

    • Petra sagt:

      Klingt super :-) Markus Duscher kenne ich noch nicht, werde aber gleich mal Googeln gehen und dann freue ich mich natürlich auf Deinen Kursbericht hier. Diese Aktivkurse sind ja selten recht billig. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie mir immer viel gebracht haben. Gut finde, dass du auch für Deinen Kleinen nur die Halbzeit machst. Ich hatte bei einem Kurs mit Alfonso Aguilar einmal netterweise eine Jungstute von der Züchterin "zur Verfügung gestellt" bekommen. Wir haben insgesamt auch weniger als Team gemacht, als die anderen – einfach weil Nayla (so hieß die Hübsche) sich nicht ganz so lange konzentrieren konnte, wie die älteren Pferde. Aber es war eine tolle Erfahrung :-) Viel Spaß bei Deinem Kurs und liebe Grüße, Petra

  8. Sabine Reitinger sagt:

    Liebe Petra,
    unser Pferd muss dringend gymnastiziert werden und suche deshalb nach einer guten Methode, damit ich nichts falsch machen kann oder das Pferd überbelaste, oder…Da bin ich auf Equikinetic gestoßen und ich denke, dass es das richtige für unsere Kaishana wäre. Nun habe ich in deiner Seite auch darüber gelesen und auch über Dualaktivierung. Ich verstehe aber nicht ganz den Unterschied zwischen Equikinetic und Dualaktivierung. Sind das zwei verschiedene Techniken oder geht man von Dualaktivierung zur Equikinetic über? Und kannst du mir vielleicht einen guten Kappzaum empfehlen?

    Liebe Grüße
    Sabine und Nahalie

    • Petra sagt:

      Liebe Sabine, im Grunde baut beides aufeinander auf. Das eine ist eine Art intensives "Intervalltraining" – weil der Abstand der Gassen deutlich geringer ist. Diese 8m-Volte bei der Equikinetic ist einfach viel anstrengender für das Pferd und deswegen Intensivtraining. Deswegen ist es auch so wichtig dieses Training immer nur in kurzen Zeitintervallen zu machen. Das Modell basiert im Grunde auf dem isokinetischen Training bei Menschen, da trainierst du im Minutentakt alle Muskelgruppen durch. So ähnlich ist das dann auch bei der Equikinetic durch den engen Zirkel. Das wird auch nur in Schritt und Trab gemacht, weil der Galopp auf so einem engen Zirkel in Biegung zu schwer ist und nicht so gut.

      Die Dualaktivierung basiert eher auf den "Normalen" Bahnfiguren – da geht es um Balance und eine bessere Verknüpfung beider Gehirnhälften durch das beidseitige Training in den blau-gelben Gassen. Auch um Gymnastizierung und Muskelaufbau, dadurch, dass du mit den Gassen die verschiedenen Bahnfiguren aufbaust. Es ist also beides gut, weil es dir bei der Dualaktivierung klare Rahmenlinien gibt und dem Pferd eine gute Grundbalance und Gymnastizierung und die Equikinetic ist dann das Hochleistungstraining zum Muskelaufbau :-) Du kannst beides kombinieren – aber als Einstieg ist wahrscheinlich die Dualaktivierung ganz gut und dann später die Equikinetic dazu zunehmen. Wobei Geitner sagt, dass auch die Equikientic von Anfang an gut ist, man muss sie dann nur deutlich kürzer machen. Ich persönlich würde erstmal mit der Dualaktivierung anfangen. Bei beidem gilt aber, dass du ja die gleichen Gassen und Hütchen hast und auch testen kannst, wo dein Pferd sich leichter einfindet. Super ist die Methode deswegen auch, weil du ja eine Piepser mit Timer dabei hast, wenn du es strikt nach Geitner machst und der sorgt dafür, dass du die Zeiten genau einhältst und dein Pferd eben nicht überbelastest. Anfangs kannst du auch mit kürzeren Perioden einsteigen und dann nach und nach steigern. Ich persönlich habe einen Kappzaum von SABRO, den ich super finde. Weil er eine Lederpolsterung am Genick und um das Maul hat, er ist leicht nachgiebig, aber trotzdem fest und du kannst ihn an verschiedenen Punkten feinjustieren, den kann ich dir sehr empfehlen – ich habe das Modell hier: http://www.sabro.de/Pferd/Angebote/Kappzaum-Light/100000 Ich hoffe, dass dir das weiterhilft und schicke Liebe Grüße, Petra P.S.: Wenn du noch Fragen hast, melde dich gerne :-)

  9. Fleflopa sagt:

    Danke für den tollen Artikel ^^
    Meine Freundinn und ich haben seit kurzem zwei Pflegebeteiligungen übernommen, jedoch haben wir im Moment etwas Problem, dein Artikel hat mir dabei sehr weitergeholfen. Besonder mit dem jüngerem von beiden(6) der noch sehr schrekhaft ist und beim Führen immer wieder versucht mir in den Arm zu zwicken, was wohl seine Methode ist mir zu sagen das er keine lust hat😅. Unser größtes Problem ist jedoch das die Besitzerin der beiden Pferde bis jetzt erst einmal mit war und wir nicht wirklich wissen wie wir diePferde behandel sollen(jeder setzt andere Grenzen) wir hoffen das sich das demnächst löst wenn sie nochmal mitkommt. Bis dahin werden die Tipps hoffentlich helfen.

    • Petra sagt:

      Hallo ihr Lieben, das wird bestimmt noch. Und wenn ihr authentisch, klar aber freundlich seid, dann wissen die Pflegebeteiligungen irgendwann auch sehr schnell, dass bei euch bestimmte Regeln gelten. Pferde können da sehr gut von Mensch zu Mensch unterscheiden :-) Liebe Grüße, Petra

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