Egal ob du leise sprichst oder laut, egal ob du schreist oder flüsterst, für dein Pferd zählt etwas ganz anderes als die Laute, die du von dir gibst. Pferdeerziehung findet nicht beim Reiten oder im Training oder mit Gerte, Sporen und lautem Schreien statt, sondern vor allem tief in dir drin.

Oha…denkst du jetzt vielleicht. Wieso denn in mir drin? Wieso nicht beim Pferd in der Halle oder beim Reiten? Genau das werde ich dir im Artikel erklären und ich werde dir einen genialen Tipp geben, der dir zu einem willigeren und durchlässigerem Pferd verhelfen kann. Wenn du also ein ungezogenes Pferd an deiner Seite hast oder eines das irgendwie nicht so richtig zuhören will, dann bist du genau richtig. Du bekommst drei wichtige Tipps für deinen richtigen Umgang mit dem Pferd und ein PDF zum Download, wie du Schritt für Schritt in 5 Übungen mehr Respekt und eine feinere Kommunikation bekommen kannst.

Stallhalfter pferd
Knallerhalfter vom Lieblingslabel Hillbury aus unserem Shop – perfekt für brave und “ungezogene” Pferde ;-) Kannst du HIER entdecken

Ungezogenes Pferd – was tun?

Natürlich gibt es auch einfach Pferde, die in der Vergangenheit „falsches“ gelernt haben oder einen aggressiveren Grundcharakter mit sich herumschleppen oder schlechte Erfahrungen mit dem Menschen gemacht und sich dafür Überlebensstrategien zurechtgelegt haben. Aber auch da hilft mehr Lautstärke und eine fetzende Gerte in aller Regel auch nicht wirklich weiter, sondern gerade diese Pferde brauchen oft besonders viel Klarheit, Geduld und Verständnis. HIER habe ich dir im Artikel beschrieben, warum gerade „Leise“ Töne dir und deinem Pferd zu einer besseren Beziehung verhelfen.

Pferde gewaltfrei erziehen

Warum ist ein Pferd denn „ungezogen“? In aller Regel weil es nicht versteht, was der Mensch von ihm will, weil es keinen Sinn in der Aufgabe sieht, weil es körperlich die Aufgabe nicht erfüllen kann oder weil der Mensch  zwar etwas sagt, aber nicht meint – also verwirrende Signale aussendet.

Meist kommen dann Vorschläge von außen wie „setz dich mal so richtig durch“ oder „Brat dem Gaul mal eine über, dann fängt er endlich an dich zu respektieren“ oder „wenn du da nichts dagegen machst, wird dein Pferd richtig blöd“. 

Alle diese vermeintlichen Lösungsvorschläge haben mit Gewalt zu tun und darin liegt ein ganz großer Fehler. Denn mit Gewalt – die ohnehin in keinem Leben etwas zu suchen haben sollte – erreichst du kein braves und sicheres Pferd, sondern du bekommst ein Pferd das Angst hat. Diese Angst bringt das Pferd dazu vermeintlich brav zu handeln – denn es fürchtet die Konsequenzen. Das ist weder besonders schön, noch besonders sicher oder gar erstrebenswert. Das Pferd resigniert entweder oder wird irgendwann aggressiv. 

Fight, Freeze or Flight! Das sind die drei Verhaltenstypischen Reaktionen eines Fluchttieres auf Gefahr. Wenn du dein Pferd über Gewalt dominierst, wirst du zu einer potentiellen Gefahr für das Pferd. So einfach ist das.

  • Entweder wird es irgendwann aufgeben
  • Es wird dir davonlaufen
  • Oder es wird kämpfen

Und spätestens dann ist es nicht mehr nur ein „ungezogenes“ Pferd, sondern wird zum „Problempferd“. Dabei muss es nicht so weit kommen. Es ist traurig und schade, dass es oft genug in eine dieser Richtungen läuft. Dabei läge die Lösung für all diese Probleme in aller Regel so nahe.

Stallhalfter pferd kratzen kuscheln
Knallerhalfter aus unserem Shop – perfekt für brave und “ungezogene” Pferde ;-) Kannst du HIER shoppen

Die wichtigsten Tipps bei „ungezogenen“ Pferden

Gerade bei den sogenannten „ungezogenen“ Pferden ist es aus meiner Sicht nämlich besonders wichtig, dass du dir deiner selbst sehr bewusst bist. Meist sind nämlich nicht die Pferde einfach nur ungezogen, sondern sie können unsere Signale einfach nicht richtig entschlüsseln, wenn wir ein viel zu großes Grundrauschen mit uns herumtragen. Sie sind entweder unsicher oder verwirrt oder verärgert oder gestresst, weil sie ihr Gegenüber einfach nicht verstehen. 

Dein Pferd durchschaut dich schneller als du „Hier“ rufen kannst. Das passiert über deine Gefühle, deine Mikrobewegungen, deine Körpersprache, deine Stimmlage und vieles Mehr. Es kommt vor allem darauf an, dass du genau weißt, was du willst und wie du dich bewegst. 

Ein Beispiel: Wenn du in dir drinnen nicht sicher bist, ob du jetzt genau angaloppieren willst, dann kannst du noch so viel mit den Schenkeln treiben, dein Pferd hört vor allem das Nein in deinem Kopf, das sich auf deine Körpersprache auswirkt und es kann sein, dass es vermeintlich „ungezogen“ reagiert, weil das Nein in deinem Kopf lauter für dein Pferd ist als die Gerte oder der Schenkel. 

Bodenarbeit pferd
Knallerhalfter vom Lieblingslabel Hillbury aus unserem Shop – perfekt für brave und “ungezogene” Pferde ;-) Kannst du HIER entdecken

Noch ein Beispiel: Wenn wir zum Beispiel mit Problemen im Kopf an den Stall gehen, dann krümmen wir unter Umständen leicht unseren Rücken und die Gesichtsmuskeln sind verspannter. Wir sind ungeduldiger und ungehaltener und strahlen den Stress aus. Das liest dein Pferd und hat ebenfalls keine Lust mitzumachen. Es weiß ja letztlich auch nicht, dass der Stress, den du mitbringst etwas mit deiner Arbeit, dem Partner oder etwas anderem außerhalb zu tun hat und fragt sich, ob Gefahr in Verzug ist oder findet dich schlicht und einfach nicht besonders schön. Pferde lieben Ruhe, den Zenmodus und Harmonie – denn das ist der Energiesparendste und angenehmste Zustand für sie. Je näher du diesem Zustand kommen kannst, desto spannender wirst du für dein Pferd. Desto weniger Gründe hat es „ungezogen“ zu sein.

Gleich geht es weiter mit den drei großen Tipps die ich dir für deine Pferdeerziehung mitgeben möchte, aber vorher packe ich dir schon einmal das versprochene Übungsblatt in den Artikel. Dann kannst du es dir schon einmal runterladen und gemütlich weiterlesen:

Klicke einfach mit der Maus (Rechtsklick) auf das Bild und dann kannst du dir dein Übungsblatt als PDF auf den Rechner laden, ausdrucken und an den Stall mitnehmen oder einfach aufs Handy speichern

Für die Übungen brauchst du nur ein paar Tools:

Luna und Stormy Kuscheltier leckerli
Biostickes (HIER zum gucken) schmecken auch Fairtrade Kuscheltieren und Glitzereinhörnern (hier shoppen für dein Pferdemädchen oder deinen Pferdejungen)

Drei Punkte, die du in der Pferdeerziehung brauchst

Kommen wir also zu den großen Punkten, an denen wir arbeiten müssen, damit wir ein motiviertes und braves Pferd bekommen. Die Lösung liegt nämlich nicht nur deinem Pferd, sondern auch in dir! Wenn du ein Pferdefreund sein willst und wenn du gleichzeitig ein motiviertes und gut erzogenes Pferd an deiner Seite haben möchtest, dann bist unter anderem auch du der Knackpunkt.

Pferde brauchen:

  1. Einen guten und fairen Chef  
  2. mit Einfühlungsvermögen
  3. der Kommunikation, Respekt und Vertrauen nicht als Einbahnstrasse betrachtet.

Das ist meine tiefe innere Überzeugung. Was heißt das?

  • Wenn wir nicht klar und bestimmt sind, geben wir unseren Pferde nicht die Sicherheit die sie in der Herde brauchen. Und wenn wir sie mit uns nehmen, dann sind wir für diesen Zeitraum ihre Herde. <- Pferde brauchen einen guten und fairen Chef!
  • Wenn wir rein technisch trainieren und immer nur fordern und Befehle geben, nicht auf die Gefühlslage und Wünsche des Pferdes hören, dann sind wir vielleicht klar für die Pferde und sie wissen was sie von uns bekommen, aber es macht auch nicht wirklich viel Spaß mit uns. Im Gegenteil: Wir können zu einem unbequemen und stressigen Ding für die Pferde werden <- Pferde brauchen Einfühlungsvermögen von uns!
  • Wenn wir unseren Pferden nicht zuhören, vertrauen und auch ihre Bedürfnisse und Persönlichkeiten wertschätzen und respektieren, wie können wir dann Respekt und Vertrauen erwarten? <— Pferde brauchen ein Gegenüber, das Vertrauen und Respekt nicht als Einbahnstrasse betrachtet. 

Respekt bedeutet nämlich nicht, dass mein Gegenüber Angst vor mir hat, sondern  dass wir uns wertschätzen und wahrnehmen, die Grenzen des anderen beachten und auch unsere eigenen Grenzen klarmachen können – auf eine respektvolle Art und Weise. Beide. Pferd und Mensch. 

Bodenarbeit pferd
Knallerhalfter vom Lieblingslabel Hillbury aus unserem Shop – perfekt für brave und “ungezogene” Pferde ;-) Kannst du HIER entdecken

Was macht einen guten und fairen Chef aus?

Er weiß was er will, er ist sicher und stark, er hat einen Plan, gibt klare und verständliche Anweisungen, ist nicht zögerlich oder schüchtern und gleichzeitig kann er Verantwortung übertragen, schenkt seinen Mitarbeitern Vertrauen und möchte, dass es ihnen auch gut geht. Jeder Chef interpretiert seine Chefpersönlichkeit natürlich auch individuell und ein bisschen anders. Genau das kannst du auch machen und für dein Pferd eine individuelle Chefpersönlichkeit werden. Aber ein bisschen Chef musst du sein – das denke ich zumindest – denn wenn du nicht weißt, was du willst, dann wirst du zum „Unsicherheitsfaktor“ für dein Pferd. Das was Pferde aber am meisten LIEBEN ist Sicherheit.

  • Du brauchst also eine gute Balance aus JA und NEIN. 
  • Du brauchst eine klare und tief in dir drin sichere Haltung. 
  • Du brauchst eine klare und einfache Kommunikation. 
  • Du brauchst eine gute Balance aus „Chefsein“ und „Kumpelsein“.
  • Du brauchst das richtige Mindset. 

Wenn du dein Pferd aus der Herde holst, dann wirst du seine Herde während eurer gemeinsamen Zeit. Dann ist dein Mindset und deine Gefühlslage unglaublich wichtig. Weil Pferde über Emotionen, Energie und Gedanken miteinander reden, ist das auch die Sprache die dein Pferd bei dir anwendet. Es liest dich in jeder Sekunde eurer gemeinsamen Zeit. 

Lieblingszügel aus leichter und griffiger Baumwolle für die ganz feine und gute Kommunikation – bekommst du HIER

Das richtige Mindset

Es liest, ob du Zweifel hast, ob du falsche Glaubenssätze hast, ob es dir gut geht oder nicht, ob du dir sicher bist oder unsicher, hob du Angst hast oder Mut, ob du Freude hast oder Stress. Diese Sprache ist für dein Pferd so viel lauter als deine Stimme oder deine Gerte. 

Weil für dein Pferd vor allem du zählst! Nur du! Deine Gedanken, deine Gefühle, deine innere Einstellung und dein Fokus. Nennen wir es im Folgenden einfach Mindset. Wenn ich dieses Wort verwende, dann weißt du ab jetzt genau, was ich meine. Dann spreche ich von deinem Seelenleben und deiner Gefühlslage, von deiner Persönlichkeit und deiner Tageslaune.

Denn das Mindset ist alles, was uns ausmacht:

  • Deine Glaubenssätze
  • Deine Gefühle
  • Deine Erfahrungen
  • Deine Persönlichkeit
  • Deine Stimmungslage
  • Deine Erlebnisse

Wenn ich dein Mindset anspreche, dann meine ich im Grunde all das, was sich in dir abspielt. Gestern, Heute und Morgen. 

Das Grundrauschen deiner Seele

Das alles läuft immer mit, wenn du zu deinem Pferd gehst. Es ist wie ein mehr oder weniger lautes Grundrauschen, das deine Botschaften an dein Pferd verwässert und es deinem Pferd viel schwerer macht deine Ansagen und Signale zu lesen. Je klarer du in deiner Haltung und deinem Mindset, aber auch deiner Körpersprache, wirst, desto klarer wird dein Pferd all das lesen und sehen können. Desto schneller und williger wird es deinen Ansagen auch folgen. Und damit wirst du nach und nach ein Pferd bekommen, das nicht „ungezogen“ ist oder unwillig oder aggressiv. 

Wenn du dir das bewusst machst und daran arbeitest – denn das geht, weil unser Gehirn immer auf der Suche nach einem komfortablen und guten Zustand für uns ist – kannst du dich nach und nach neu programmieren.

  • Dein Pferd sieht in dir genau den sicheren und klaren Ort, den es braucht um sich voll und ganz auf dich einlassen zu können.
  • Nur dann kannst auch du deinem Pferd entsprechend sicher und gelassen sagen, wo deine Grenzen sind, welche Regeln für euch gelten und warum du dir absolut sicher bist, dass diese Regeln immer gelten müssen – ganz gewaltfrei und leise.
  • Nur dadurch, dass du dir all dessen so unglaublich sicher bist und genau diese Sicherheit ausstrahlst.
  • Dadurch werden deine Bitten und Wünsche an das Pferd so klar und deutlich und ohne jedes Grundrauschen für dein Pferd lesbar, dass es ihnen viel williger und freundlicher folgen wird. 
  • Denn dann wird auch deine Körpersprache klarer und eindeutiger.
  • Deine Signale kommen klarer und schneller und sind damit verständlicher für dein Pferd.
Sidepullknoti! SO IN LOVE – damit kannst du Reiten und Bodenarbeit gleichzeitig machen.
Du kannst es dir HIER genauer anschauen

Was (ungezogene) Pferde wollen

Alle Pferde wollen:

  • Dass wir ihnen nicht feindlich gegenüber treten
  • Dass ihnen in unserer Nähe nichts geschieht
  • Dass von uns keine Bedrohung ausgeht
  • Dass wir Herr unserer Emotionen sind („Master Yourself“)
  • Dass wir souverän Entscheidungen treffen
  • Dass wir in Gefahren Situationen ruhig und sicher vorangehen
  • Dass wir respektvoll und höflich kommunizieren
  • Dass wir immer freundlich bleiben

Aber letztlich zeigt sich der Respekt und die Achtsamkeit deines Pferdes auch daran, wie gut ihr das alles miteinander meistern könnt. Das muss auch nich gleich heute oder in einem Tag klappen. Wichtig ist, dass du dir Zeit dabei lässt und das ganze als Prozess betrachtest, den du mit Liebe, Geduld und einem Lächeln auf den Lippen gestaltest. 

Nicht Lauter, sondern anders!

Eine schlichte Regeln möchte ich dir aber zum Abschluss noch mitgeben: Wenn dein Pferd etwas nicht versteht, dann versuche nicht es lauter zu erklären, sondern anders. 

Denn in aller Regel ist es entweder dein „Mindset“ das mitschwingt und als Grundrauschen alle anderen Botschaften verwässert, die du über deine Signale gerade an das Pferd senden willst oder du warst du großschrittig in deiner Erklärung oder alte Erfahrungen deines Pferdes schwingen mit – immer vorausgesetzt, dass alle körperlichen Punkte vorher abgeklärt worden sind. Manchmal können es ja auch schlicht und einfach körperliche Blockaden sein, die zu „ungezogenem“ Verhalten führen.

Ein Beispiel: Wenn ein Pferd bockt beim Reiten, kann es sehr gut sein, dass es Rückenprobleme hat, der Sattel nicht gut sitzt oder es irgendwelche Blockaden aus dem letzten Herdenstreit hat. Dann wäre es nicht besonders fein trotzdem zu trainieren, denn du willst ja nicht, dass dein Pferd Schmerzen hat in eurer gemeinsamen Zeit. 

Lesetipps zum Thema „Ungezogenes Pferd“

HIER geht es um die Frage, was du tun kannst, wenn dein Pferd sich widersetzt und Nein sagt

HIER dreht sich alles um die Frage, wie du mehr Bindung und Vertrauen bekommen kannst

HIER erklärt die Pferdetrainerin Alessa Neuner, wie du einen sanften Weg im Umgang mit vermeintlichen Unarten deines Pferdes finden kannst

HIER beschreibt die Pferdepsychologin Herdis Hiller wie feine Kommunikation zwischen Pferd und Mensch erreicht werden kann

Helfen dir diese Artikel weiter?

Wie findest du den Beitrag?
Du darfst diesen Artikel gerne verlinken

Wo teilst du am liebsten gute Artikel mit deinen Freunden?

https://www.pferdefluesterei.de/ungezogenes-pferd-die-besten-tipps-fuer-deine-pferdeerziehung/

↑Kopier dir diesen Link um ihn z.B. in Foren oder Kommentarfeldern einzufügen↑ 

<a href="https://www.pferdefluesterei.de/ungezogenes-pferd-die-besten-tipps-fuer-deine-pferdeerziehung/">Pferdeflüsterei.de: Ungezogenes Pferd? Die besten Tipps für deine Pferdeerziehung</a>

↑Kopier Dir einfach diesen HTML-Code um ihn in deiner Webseite einzufügen↑


4 Kommentare zu “Ungezogenes Pferd? Die besten Tipps für deine Pferdeerziehung

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich kann diesem Artikel wieder mal voll zustimmen. Das sind auch meine Erfahrungen. Pferdetraining ist eigentlich Persönlichkeitstraining. Meine drei Ponys zeigen mir in der Regel sehr deutlich, wenn ich in alte Verhaltens- und Denkmuster zurück falle. Meine sonst so brave, motivierte und neugierige Ponys werden dann meist das Gegenteil und benehmen sich schrecklich.
    Durchsetzen musste ich mich bei meinen Ponys noch nie. Ich bestehe nicht auf das Durchführen einer Übung, ich kläre keine Rangfolge und trotzdem habe ich in der Regel Ponys mit denen einfach umzugehen ist und ich bekomme regelmäßig Lob von Hufpfleger, Tierarzt, Zahnarzt und Heilpraktiker, was für gut erzogene Ponys ich habe.
    Mein erstes Pferd hat mir beigebracht, dass man Probleme nicht mit Strenge und Gewalt lösen kann, sondern dass es Arbeit an mir selbst bedeutet. Erst als ich meine Ängste, Kontrollzwänge und die Einstellung, dass er tun muss was ich will, losgelassen habe, war es möglich mit diesem Pferd gefahrlos umzugehen. Je mehr ich versucht habe streng zu sein, Regeln durchzusetzen und ihn trainieren wollte, umso mehr hat er sich dagegen gewehrt.
    Achtsamkeit, Freundschaft und Selbstbewusstsein sind für mich mittlerweile die Schlüssel zu einem guten Umgang mit meinen Tieren.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Miriam, dein Kommentar ist wie immer eine wunderschöne Ergänzung. DU bist schon sehr weit auf diesem Weg und ich bewundere wie klar und gelassen du mit den Pferden bist. Ich bin ja immer noch und immer wieder eine Suchende – aber bei dir, habe ich das Gefühl, dass du deinen Weg gefunden hast. Das ist wunderschön. Alles Liebe, Petra

  2. Andrea sagt:

    Liebe Petra,

    ich finde es wunderschön, wie Du das immer alles zusammenfasst. In der Theorie stimme ich Dir zu 100 % zu, in der Praxis gebe ich mein Bestes, stoße aber doch öfter an meine Grenzen. Ich habe zu meiner 3-jährigen nach einem gemeinsamen halben Jahr eine ziemlich gute Beziehung. Wir meistern gruselige Themen wie Verladen, Flattertor und Ähnliches gemeinsam und sehr vertrauensvoll. Wir haben lange Führtraining gemacht und daran gearbeitet, dass sie meinen persönlichen Bereich kennt und respektiert. Das klappt in der Regel gut, aber wenn etwas sie aus der Fassung bringt, z.B. eine Gruppe Reiter, die vom Ausritt zurückkommen – da muss sie unbedingt schauen und zappeln und am besten hin und sie begrüßen. Dabei ist es ihr dann auch sehr egal, ob ich ihr irgendwo im Weg stehe oder was ich gerade von ihr möchte. Sie läuft in diesen Momenten glatt durch mich hindurch und blendet mich komplett aus und – auch wenn das wahrscheinlich anders besser zu lösen wäre – das ist genau die Grenze, in der ich dann sehr deutlich und laut werde. Sicherheit gibt ihr das leider nicht, denn in der aufgeregten Stimmung fange ich dann auch noch an zu zetern und zupfen, was es erst mal nicht besser macht. Hättest Du hier vielleicht irgendeinen Tipp?
    Ich habe leider zusätzlich das Problem, dass die "Kleene" eine ziemlich Große ist und ihr Kopf in interessierter (um nicht zu sagen aufgeregter) Aufrichtung mit dem Maul auf Höhe meines Kopfes ist. Das "durch-mich-hindurch"- bzw. "über-mich-hinweg"-Schauen/Gehen ist also besonders leicht möglich :-). Sobald die "Gefahrensituation" (oder auch nur interessante Situation) vorbei ist, steht sie mit hängendem Kopf und hängenden Ohren da und macht gut Wetter (frei nach dem Motto: ups, da warst ja DU! Hab ich gar nicht bemerkt! War nicht so gemeint. Wollen wir kuscheln?)…

    Tipps herzlich willkommen!

    Liebe Grüße und danke!
    Andrea

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Andrea, letztlich können wir nicht immerimmer leise und superwattebauschig sein, dann wenn das Pferd den Respekt vergisst zum Beispiel und schubst oder beisst – wäre für mich auch eine Grenze. Und dann sage ich auch laut Nein. Deine Kleine ist ja noch jung und muss das vermutlich erst noch lernen. Vielleicht könntest du im training ein signalwort etablieren, dass bedeutet „Abstand bitte“ und das du so extrem oft trainierst, dass es wirklich automatisch sitzt. Und das du dann in solchen Situationen abrufst? Nur so ein Gedanke :-) Ganz liebe Grüsse, Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.