Hufe sind so wichtig! Dein Pferd geht und steht auf ihnen. Ohne gesunde Hufe geht gar nichts. Deswegen ist es so wichtig sie gut zu pflegen. Dabei kannst du aber einiges falsch machen und viel richtig. Wir erklären dir jetzt im Artikel die wichtigsten DO’s und DONT’s der Hufpflege, klären über Huf-Mythen auf und sagen dir ob Barhuf wirklich so viel besser ist als das Hufeisen.

Huf Carsten

Carsten Schultze beantwortet alle Fragen rund um den Pferdehuf. Er ist Huf-Experte. Als staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied, Barhufpfleger und Mitglied bei Nordhuf weiß er genau, was er am Pferdehuf macht. Er macht auch Hufrekonstruktion nach Krankheitsfällen. Er ist also definitiv DER Mann für alle Huf-Fälle.

Nebenbei ist er noch in der EHE-Gruppe „Equine Hoof Equipe – Germany. Das sind Hufschmiede, Tierärzte und Osteopathen, die sich zusammengeschlossen haben, um über Pferdeanatomie und Pferdehufe aufzuklären und zu informieren.

Mehr über Carsten kannst du auch hier auf seiner Facebook-Seite erfahren: Hufbeschlag Carsten Schultze

Carsten ist auch Speaker bei PFERNETZT und erklärt dort, wie du den Pferdehuf richtig pflegen kannst, was es zu beachten gilt und wie der Huf anatomisch aufgebaut ist.

PFERNETZT 2017 ist der Pferdeevent für Pferdemenschen – am 06. und 07. Mai 2017 im Seminarhotel Fohlenweide bei FULDA.

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In spannenden Workshops, Vorträgen und Vorführungen bekommst Du Einblicke in die Arbeit von bekannten Pferdetrainern wie Arien Aguilar und Babette Teschen und in die unterschiedlichsten Trainingsmethoden und Themen rund ums Pferd.

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In drei verschiedenen Räumen auf der Fohlenweide wird es Vorträge geben zu Themen von feinem Reiten und vertrauensvoller Bodenarbeit über Kräuterfütterung bis zu Pferdeanatomie. Die Trainer werden dir nach den Seminaren für deine Fragen zur Verfügung stehen und wir alle freuen uns darauf, uns mit dir und den Trainern auszutauschen. Ich werde auch da sein und würde mich freuen dich dort zu treffen.

Interview über gute Hufpflege, Hufanatomie und die DO’s und DONT’s für gesunde Pferdehufe

Pferd Huf Anatomie

Hufanatomie

Pferdeflüsterei: Der Huf ist ein lebendes Gewebe – vergisst man ja ganz gerne mal, wenn man ihn sich so anschaut – wie genau ist ein Huf aufgebaut?

Carsten: Bilder sagen manchmal mehr als 1.000 Worte – deswegen hier ein Querschnitt für den Überblick

Huf-Zeichnung Querschnitt Anatomie Pferd
Pferdeflüsterei: Und was leistet er alles für das Pferd?

Carsten: Der Huf des Pferdes hat als Organ mehrere wichtige Funktionen.

  • Der Huf trägt in erster Linie das Gesamtgewicht des Pferdes als „nachwachsender Schuh“ und gewährleistet dem Pferd sicheren Halt auf allen in der Natur aufzufindenden Untergründen. Dabei dient er durch seinen weit strukturierten Aufbau zum einen als Rutschbremse und gibt dem Pferd zum anderen das zur sicheren Fortbewegung notwendige Gefühl und den Tastsinn für den jeweiligen Untergrund
  • Er dient als Schutz vor jeglicher mechanischen Beschädigung (Abnutzung) und vor Temperaturschwankungen
  • Als „nachwachsender Schuh“, den das Pferd nicht wechseln kann, erfüllt er also ein ausgedehntes Aufgabenspektrum.

Hufe

Pferdeflüsterei: Das da wäre?

Carsten: Er ist Gefühlssensor für jeden Untergrund. Der Huf ist am Übergang von der Wandlederhaut zur Sohlenlederhaut am empfindlichsten, weil dort die Nerven des Hufes am dichtesten verlaufen. Die individuell ansprechbaren Hornröhrchen teilen jegliche Arten von Unebenheiten dem Kronwulst mit, woraufhin Sehnen und Bänder fixiert werden, um so ein Umknicken in den Gelenken zu vermeiden.

Das Pferd merkt genau, ob eine Unebenheit rechts, links, vorn oder hinten am Huf auftritt. Darum nehmen zum Beispiel Züchter ihren Zuchtstuten kurz vor dem Abfohlen die Eisen ab, damit die Stute es sofort merkt, wenn sie aus Versehen auf das Fohlen treten sollte.

Dann dient der Huf auch der Stoßdämpfung. Beim Auffußen des Pferdes kann es je nach Gangart zu einer Gewichtsbelastung von mehr als 1500kg kommen, diese Wuchtenergie wird zur Stoßdämpfung in Verformungsenergie umgewandelt. Der Huf dient durch seinen flexiblen Aufbau des Hufhorns (durch Kitthorn verbundene Spiralröhrchen) als Stoßdämpfer zum Abfangen der beim Auffußen auftretenden Energie.

Beim Auffußen wird der Huf durch das Pferdegewicht verformt, im Bereich des vorderen Kronrandes (Strecksehnenfortsatz, Ansatzpunkt des Muskulus Interossius) findet beim Auffußen eine Einziehung nach hinten – unten statt und die Hornwand dämpft diese Belastung durch Verschiebung der Hornröhrchen nach unten, die durch eine Längsverschiebung der Hornröhrchen(spiralförmige Anordnung) in der Hornwand kompensiert wird.

Hufmechanismus

Pferdeflüsterei: Das ist dann der berühmte Hufmechanismus?

Carsten: Ja genau. Durch die Entwicklung vom Mehrzeher zum Einzeher hat sich die kompakte Knorpelmasse des Mehrzehers im Zuge der Evolution zu den durch elastische Fasern miteinander verbundenen Hufknorpeln geteilt, was eine Spreizung der Schenkelenden (Trachten) ermöglicht und das Pferd so noch mehr Stoßdämpfung hat. Der gesamte Ablauf dieser verformenden Bewegungen im Huf nennt man den HUFMECHANISMUS.

Ein ebenfalls großer und wichtiger Aufgabenbereich des Hufes, bzw. des Hufmechanismus ist der Blut- und Nährstofftransport im Zuge mechanischen Verformung der Hufkapsel. Mit jedem Schritt, den das Pferd macht, wird eine gewisse Menge Blut durch das komplexe Venengeflecht des Hufes und seinen Lederhäuten transportiert … sinnbildlich dargestellt „gepumpt“ und der Herzkreislauf in gewissem Maße unterstützt. Dr. med. vet. Strasser definierte die hier angegebene Menge Blut mit 2cl (1 Schnappsglas). Was wiederum die Wichtigkeit von ausreichender und artgerechter Bewegung untermauert.

Pferdeflüsterei: Wieviel Huf wächst denn da pro Monat in etwa?

Carsten: Der Gesamtorganismus des Pferdes ist grundsätzlich darauf eingestellt, dass sich ca. 10mm Horn (Wandhorn) plus Sohlen-, Lamellen- und Strahlhorn im Monat produziert werden sollte. Strahl und Ballen bilden eine elastische Brücke zwischen den Schenkelenden (Eckstreben/Trachten) und verhindern ein Aufreißen des Hufes bei Belastung und der Ballen schützt die tiefe Beugesehne. Sie erlauben und dämpfen zusätzlich beide die Bewegung der Hufkapsel und ziehen diese wieder in ihre engste Form zurück.

Gesunde Hufe

Pferdeflüsterei: Wie muss ein guter gesunder Huf aussehen?

Carsten: Natürlich werden in der Fachliteratur gewisse Norm-Maße für den Pferdhuf definiert. Nur ist dieser Optimalfall in den seltensten Fällen erreichbar oder vorzufinden. Wenn auch laut Fachliteratur der Vorderhuf einen Zehenwinkel von ca. 45-50°, der Hinterhuf 50-55° (auch hier streiten sich Geister) aufweisen soll, kommt es immer wieder auf den Einzelfall und die Gesamtbeschaffenheit des Pferdes an.

Aber man kann schon ein paar Merkmale festlegen.

Ein gesunder Huf:

  • Ist harmonisch geformt (regelmäßig)
  • Besitzt einen prominenten Strahl, der im hinteren Drittel tragen kann
  • Gerade verlaufende, aufrecht stehende Eckstreben von der Trachte zur Strahlmitte verlaufend
  • Eine gleichmäßig verlaufende weiße Linie ohne Zusammenhangstrennungen, Fäulnis oder anderen Destruenten
  • Gleichmäßig umlaufende Wandstärken
  • Gerade bzw. gestreckte Wandverläufe
  • Die Trachten stehen im gleichen Winkel wie die Zehe
  • Es sind keine Zwangsituationen (Zwanghufigkeit) vorhanden.

Grundsätzlich ist ein Huf dann ein gesunder Huf, wenn das Pferd problemlos barhuf über alle Untergründe belastbar laufen kann.

Pferd richtig Putzen: Pferd Hufe kratzen

Hufpflege – so gehts

Pferdeflüsterei: Stichwort: Hornqualität – kann ich da was als Pferdebesitzer tun, um sie zu verbessern oder optimieren? Zusatzfutter zum Beispiel? Kuren, die du empfehlen würdest? Besonderes in der täglichen Pflege?

Carsten: Ich persönlich bin kein Fan von allgemeinen Zusatzfuttermitteln als „Hufkuren“. Grundsätzlich kommt es einfach auf eine ausgewogene, der Haltung und Nutzung angepasste Ernährung des Pferdes an. Zu diesem Punkt möchte ich keine Empfehlungen geben, weil das Thema komplex und individuell ist. Was die tägliche Pflege der Hufe angeht, kommt es in erster Linie auf die Stallhygiene an … hier können die ersten, gröbsten Fehler behoben werden.

  • Sauberes Boxenmanagement
  • Sorgfältige Auswahl der Einstreu
  • Akribische Boxenpflege

Pferdeflüsterei: Stichwort: Hufpflege – gibt es da Dos und DONTS für Pferdebesitzer?

Carsten: Klar gibts die. Also meine persönlichen Do’s und Dont’s.

  • Do ́s: Termine zur Hufbearbeitung einhalten, tägliches Auskratzen und Reinigen der Hufe, bei Unklarheiten den Hufbearbeiter des Vertrauens hinzuziehen.
  • Dont ́s: Fetten, Ölen, ohne Fachkenntnisse selbst Hand anlegen, und wenn doch … BITTE AUFHÖREN wenn die rote Kontrollflüssigkeit kommt! 😉

Pferdeflüsterei: Stichwort: Hufe waschen und fetten zum Beispiel?

Carsten: Waschen JA … fetten NEIN. Das fetten bildet einen feuchtigkeitsundurchlässigen Film auf der Hornkapsel und verhindert jegliches Eindringen von Feuchtigkeit, die immens wichtig für die Elastizität und Plastizität des Hufhorns ist und somit für den Hufmechanismus. Mein Rat lautet: „Wasser…Wasser…Wasser“ bei der täglichen Hufpflege … abduschen der Pferdebeine, waten in kleineren Gewässern und ausreichend Bewegung.

Pferdeflüsterei: Also Hufe wässern – soll man unbedingt?

Carsten: Grundsätzlich JA, es sei den die Hufsituation gibt etwas Anderes her … bitte das UNBEDINGT mit dem Bearbeiter des Vertrauens besprechen.

Pferdeflüsterei: Huffestiger – sind die eine gute Idee?

Carsten: Auch hier Absprache mit dem Hufbearbeiter.

Barhuf versus Eisen

Pferdeflüsterei: Barhuf ist trendy – ich finds super, weil es mir natürlich erscheint – was sind die Vorteile und was die Nachteile?

Carsten: Der Vorteil des Barhuflaufens liegt eindeutig in der Natürlichkeit des Pferdes und in der uneingeschränkten Funktionsfähigkeit des Pferdehufes. Diesen Satz braucht man auch nicht weiter auszuschmücken, er sagt meiner Meinung nach alles, was zu sagen ist.

Das Barhuflaufen ist das Ziel … kann ein Pferd barhuf nicht laufen, kann aber nach Aufbringung eines Beschlages laufen … haben wir zwar ein laufendes Pferd, aber noch nicht unbedingt ein gesundes Pferd. Und genau hier beginnt der leidige Streit über „Barhuf-das non plus ultra“ und das „T eufelswerk-Hufeisen“.

Wenn ich auch am Liebsten alle Pferde barhuf laufen lassen würde, habe ich im Laufe der Jahre die Grenzen der Barhufpflege erkannt. Zum Beispiel: Bei Reitsportdisziplinen, in denen ein Hufbeschlag ab einem gewissen Leistungsniveau der Sicherheit von Pferd und Reiter dient, wie Reining, Springreiten, Vieleitigkeit, Barrel-Race, Pole-Bending, Cutting, Fahrsport und andere Beispiele.

Dann gibt es Erkrankungen des Bewegungsapparates oder des Hufes, wo ein sach-, fach- und tiergerechter Hufbeschlag die Heilung beschleunigt und die Rekonvaleszenz verkürzen kann. Wohlweißlich dessen, dass es auch gute, erfolgreiche Wege in der Barhuftherapie gegeben hat und gibt, kommt man im Sinne des Tieres um einen Hufbeschlag manchmal nicht herum. Meine Meinung: Wenn möglich immer barhuf … wenn nicht, dann nicht.

Pferdeflüsterei: Was muss ich beachten bei der Barhufpflege?

Carsten: Mit der Barhufpflege verhält es sich gleich dem Hufbeschlag … regelmäßige, auf des Pferd und die Hufsituation abgestimmte Intervalle, so wenig wie möglich, soviel wie nötig. Da ist jeweils mit dem hinzugezogenen Experten individuell abzustimmen. In beiden Vorgehensweisen ist das erklärte Ziel, dass das bearbeitete Pferd nach der Bearbeitung mindestens genauso gut läuft wie vorher, oder besser … auf keinen Fall schlechter .

Pferdeflüsterei: Das Gleiche beim Eisen – Vor- und Nachteile?

Carsten: Es gibt heutzutage so eine große Vielzahl an Werkstoffen: Stahl, Aluminium, Kunststoff, Verbundwerkstoffe aus Kunststoff und Stahl, Kunststoff und Aluminium, Kupfer-Messing-Legierungen, kleben, nageln, beides etc. … die Verwendung für den Hufbeschlag muss immer eine Einzelfallentscheidung von Pferd zu Pferd sein und bedarf der Beurteilung verschiedenster Parameter, wie Hufform, Stellung, Bewegungsablauf, Fußung, Nutzung des Pferdes, Haltung des Pferdes, etwaige Erkrankungen, Verletzungen oder Fehlstellungen.

Der Nachteil von Beschlag liegt im Grunde in der Veränderung und Einschränkung der natürlichen Funktionen des Hufes. Wobei aber die meisten domestizierten Pferde nicht annähernd artgerecht gehalten und bewegt werden können. Diese Einschränkung der Natürlichkeit des Pferdes bringt unweigerlich auch Einschränkungen im Gesamtkonzept PFERD mit sich. Nicht jeder Pferdebesitzer kann die Haltung an die Bedürfnisse seines Pferdes anpassen … ob das mancher Pferdebesitzer auch will steht auf einem anderen Papier. Gibt die Haltung des Pferdes kein Barhuflaufen her, muss man sich auf Kompromisse einlassen.

Die Vorteile des permanenten Hufschutzes liegen meiner Meinung nach in erster Linie in der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und/oder der Hufe. In der akuten Phase einer Sehen- oder Bandverletzung kann mit einem Hufbeschlag ein weitaus höheres Maß an Entlastung der geschädigten Strukturen herbeigeführt werden, als es barhuf möglich ist. Es können Abrollpunkte präziser und effektiver optimiert werden und das Einsinkverhalten des Hufes kann gezielter gesteuert werden.

Pferdeflüsterei: Hast du noch ein Beispiel?

Carsten: Beispiel „Hufrehe“ oder „Hufbeindurchbruch“. Mit einem nach Röntgenbefund angefertigten Beschlag kann der schmerzhaft entzündliche Bereich der Sohle gezielter entlastet und das absinkende Hufbein unter Verwendung eines ebenfalls nach Befund angefertigten Polsters effektiver Unterstützt werden.

Natürlich hängt das IMMENS von der fachgerechten Ausführung des Beschlages und der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Besitzer, Tierarzt und Hufschmied ab.Mir ist sehr wohl bewusst, dass eine Vielzahl solcher Erkrankungen auch barhuf erfolgreich behandelt werden, jedoch habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass man hier in den meisten Fällen den schnelleren Heilungsverlauf unter Verwendung eines Hufbeschlages verzeichnet.

Pferdeflüsterei: Wie oft muss ein Fachmann Hand anlegen am Pferd – alle vier, sechs oder sogar nur alle zehn Wochen?

Carsten: In der Regel redet man hier von einem Regelintervall von sechs bis acht Wochen. Aber auch da gilt wieder der Grundsatz: Jeder Fall eine Einzelfallentscheidung! Es gibt Pferde, wo die Hufsituation kürzere Intervalle erfordern (durch erhöhtes Hornwachstum, wenig bis kein Abrieb, Fehlstellungen, Erkrankungen etc.). Was man im Fohlenalter versäumt, holt man am adulten Pferd nur beschwerlich wieder auf! Daher korrigiere ich beispielsweise Fohlen gerne öfter und bringe sie so auf den Weg zu gesunden Hufen … um das mal als Bespiel anzuführen.

Pferdeflüsterei: Und was darf der Pferdebesitzer von sich aus ohne Bedenken machen in der Zwischenzeit? Bisschen Feilen? Oder kann man damit schon was falsch machen?

Carsten: Ja man kann auch mit ein „bisschen feilen“ was falsch machen!!! Natürlich ist es immer gut, wenn ausgebrochene Bereiche direkt „beigefeilt“ werden, da spricht in Maßen auch nicht gegen. Fragt Euren Hufbearbeiter diesbezüglich … er/sie wird Euch da beraten ggf. Tipps und Anleitung geben.

Hufmythen – da ist wirklich was dran

Pferdeflüsterei: Oder Mythen, die dir immer wieder begegnen und die du gerne abschaffen würdest?

Carsten: Auch die gibts zu Hauf!

  • helle Hufe sind weicher als dunkle Hufe
  • Hufeisen machen Hufe eng
  • Hufeisen machen Pferde krank
  • Hufschmiede können keine kompetente Barhufbearbeitung
  • JEDES Pferd kann barhuf laufen

Pferdeflüsterei: Sieht die gute Hufpflege im Winter anders aus als im Sommer?

Carsten: Grundsätzlich, meiner Meinung nach, nicht.

Pferdeflüsterei: Was sind typische Hufkrankheiten und wie kann ich sie im Vorfeld vermeiden / vorbeugen?

Carsten: Die oben angeführten „Do ́s“ … niemand kann ich die Beine oder Hufe hinein schauen. Beobachtet Eure Pferde, nehmt Veränderungen wahr, zieht entsprechende Fachleute hinzu. Lieber einmal mehr nachgeschaut als einmal verpennt. Je früher gehandelt wird umso höher sind Erfolgschancen.

Die typischste VERMEIDBARE und zusätzlich SCHLIMMSTE Hufkrankheit und zweithäufigste Euthanasie-Ursache ist in Europa die Hufrehe … diese kann durch ausgewogene und auf Haltung/Nutzung/Futtrigkeit/Typ abgestimmte Ernährung in ca. 90% der Fälle vermieden werden. Manchmal ist weniger mehr.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview!

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Autor: Petra

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

6 Kommentare zu “Der Huf! Was du alles wissen musst – PLUS: Die wichtigsten Tipps für gesunde Hufe

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,
    mit dem Thema Hufe haben wir schon einiges durch.
    Mein erstes Pferd war leider krank und ich hatte mich damals sehr auf meinen Hufschmied verlassen. Im Nachhinein leider, denn ich bin heute davon überzeugt, dass seine Behandlung dazu geführt hat, dass es ihm schneller schlechter ging. Irgendwann wollte er meinem Pferd sogar 2 Eisen auf einen Huf nageln. Das war der Moment wo ich „Stopp“ gesagt habe und mich selber mit dem Thema beschäftigt habe. Barhuf war bei seiner Krankengeschichte und dem durch die vorherige Hufbearbeitung schlechten Zustand seiner Hufe leider keine richtige Option mehr.
    Der Ponymann hat noch nie in seinem Leben ein Hufeisen an seinem Huf gehabt und wenn es nach mir geht, dann bleibt das auch so. Viele haben sich gewundert, dass ich soviel Zeit und Geld in die Hufpflege für ein Mini-Shetty Fohlen investiere. Das finde ich ehrlich gesagt schade. Von den Hufpflegern wird mir immer wieder berichtet, dass gerade Shetlandponybesitzer es nicht einsehen hierfür Geld zu bezahlen. Das Pony ist meist nur Beisteller oder Rasenmäher und soll bitte möglichst wenig kosten. Das tut mir jedes Mal im Herzen weh.
    Wir hatten lange einen Bearbeitungsrhythmus von 4 Wochen. Er hat eine angeborene leichte Fehlstellung bei den Hinterbeinen und wir haben das so gut in den Griff bekommen. Aktuell haben wir auf alle 6 Wochen gewechselt. Ein größeres Intervall käme für mich und meine Ponys nicht in Frage auch wenn ich ganz oft höre, dass bei manchen der Hufbearbeiter nur so alle 12 Wochen kommt. Für die Fehlstellung meines Ponymanns hab ich von einem Hufschmied ungefragt den Tipp bekommen ich solle meinem 6 Monate alten Pony doch Eisen drauf machen, dann würde sich das geben und anders wäre es auch nicht in den Griff zu bekommen. Ich glaube die Hufe meines Ponymanns heute zeigen, dass es auch anders geht.
    Die Mädels haben leider momentan noch unter den Folgen von schlechter Hufbearbeitung zu leiden. Beide haben recht verformte und schlechte Hufe, sie sind nicht regelrecht und schon gar nicht fachgerecht bearbeitet worden. Der Hufschmied der kam, hat einfach vorne abgeschnitten und die Hufe etwas rund gefeilt. Das war alles. Bei unserer einen Stute ist der Strahl fast vollständig im Sohlenhorn versunken. 🙁
    Ich bin eher gegen Hufeisen weil sie für mich in der Regel mehr Nachteile wie Vorteile bringen. Zwei angebliche Vorteile der Hufeisen kann ich nicht nachvollziehen. Der eine ist, dass das Pferd fühlig läuft ohne Eisen und man so nicht über jeden Weg reiten kann. Erst mal muss ich sagen bin ich froh, wenn mein Pferd beim Laufen etwas fühlt. Es ist für mich sogar ein Sicherheitsthema, dass das Pferd den Weg auf dem es läuft auch fühlen kann. Dadurch laufen die Pferde sicherer. Meine frühere Reitbeteiligung und ich sind lange Wanderritte ohne Eisen gegangen. Wir hatten Hufschuhe dabei falls ich längere Straßenabschnitte oder Schotterwege habe, damit der Huf sich nicht zu stark abnutzt. Ansonsten habe ich ihn entscheiden lassen ob er auf dem Grünstreifen oder dem Schotterweg gehen möchte, wo es möglich war. Durch das ständige Barhuflaufen hatte er harte, gesunde Hufe und konnte auch über Schotter gehen. Wollte er nicht, haben wir einen anderen Weg gesucht oder die Hufschuhe angezogen falls ich es nicht vermeiden konnte.
    Der zweite angebliche Vorteil den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, dass ich auf Grund meiner Nutzungsvorstellungen dem Pferd Eisen an die Hufe nageln lasse. Da stell ich mal die provokante Frage, wie weit es mit der Zuneigung und Liebe zum Pferd her sein kann, wenn dieses, weil ich ein bestimmtes Hobby ausüben möchte, mit den ganzen Nachteilen der Hufeisen leben muss.
    Ganz liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, jaja die Hife sind eine never ending Story. Bei uns gott sei dank nicht mehr, seit wir unsere aktuelle Hufpflegerin haben. Sie ist klasse und weiß genau was sie tut. Es ist schon erschreckend, wie Hufe innerhalb von Monaten mit der falschen Pflege verkommen können. Danke für deine Geschichte und Erfahrungen zu dem Thema – umso mehr Wissen wir sammeln, umso besser für die gesunden Hufe der Pferde. Viele liebe Grüße, Petra

  2. Lena sagt:

    Liebe Petra,

    wieder einmal ein toller Artikel, vielen Dank!
    Und wieder einmal lässt er mich nachdenken. Carsten sagt: "Grundsätzlich ist ein Huf dann ein gesunder Huf, wenn das Pferd problemlos barhuf über alle Untergründe belastbar laufen kann." Das würde aber ja heißen, dass mein Pferd automatisch eine Huferkrankung bzw. keinen gesunden Huf hat, weil er auf gröberem Schotter oder splittigem Asphalt deutlich "autscht" und lieber an der Seite gehen will?! Er hat meines Erachtens nach eine super Hornqualität, trotzdem mache ich im Gelände Hufschuhe drauf, um es ihm ein wenig angenehmer zu machen. Wenn ich das mal vergleiche, je nach Schuhwerk autscht es mich auch auf grobem Untergrund, das möchte ich meinem Pferd nicht antun…

    • Petra sagt:

      Liebe Lena, das Lob gebührt Carsten, der die Fragen alle so ausführlich und fundiert beantwortet hat. Hufe sind schon wirklich spannende kleine Dinger. Viele liebe Grüße, Petra

  3. Sabrina sagt:

    Hi,

    ich finde diesen Artikel richtig toll und er bestätigt mich sehr. Ich hab eine Tennessee Walker Stute die vorne eine Fehlstellung hat. Bei uns kommt die Barhufpflegerin alle 4 Wochen, damit sie gar nicht in die Fehlstellung rein kommt. Wenn wir lange trockenes Wetter hatten und es dann wieder regnet muss auch ich Hand anlegen (natürlich ist dies auch alles mit der Barhufbearbeiterin abgesprochen), da ihr Huf mit der zusätzlichen Feuchtigkeit sehr schnell wächst und sie wieder in die Fehlstellung fällt. Ihre Hornqualität ist echt super und sie kann auf jedem Boden laufen. Auch die Fehlstellung wird immer besser.

    Freue mich schon auf weitere Beiträge = )

    Liebe Grüße
    Sabrina

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Sabrina, auch ich bin überzeugte Barhuflerin – finde aber gut, dass Carsten im Artikel nicht nur die Vorteile aufzählt. Am Ende hängt es von so viele Kleinigkeiten ab, was das Richtige für Pferd und Mensch ist. Viele liebe Grüße an euch zwei, Petra

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