Der ultimative Guide über Pferde Hufe

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Du erfährst in diesem Artikel von einem großen Fehler, den sehr viele Pferdebesitzer machen. Sie verschenken damit unglaublich viel Trainingspotential und spielen zum Teil auch mit der Gesundheit ihres Pferdes.

Worum es geht? Die Hufbearbeitung. Ganz ehrlich: Wie viel Beachtung schenkst du den Hufen deines Pferdes? Immerhin werden sie doch regelmäßig von einem fachkundigen Schmied oder Hufbearbeiter hübsch in Form gebracht, da braucht es doch nicht noch mehr Aufmerksamkeit, oder?

Hufe sind so wichtig! Dein Pferd geht und steht auf ihnen. Ohne gesunde Hufe geht gar nichts. Deswegen ist es so wichtig sie gut zu pflegen. Dabei kannst du aber einiges falsch machen und viel richtig. Wir erklären dir jetzt im Artikel die wichtigsten DO’s und DONT’s der Hufpflege, klären über Huf-Mythen auf und sagen dir ob Barhuf wirklich so viel besser ist als das Hufeisen.

Warum ich dir diese Frage stelle? Weil die Hufe viel zu oft unbeachtet „mitlaufen“ und das ist ein großer Fehler. Denn die Hufe sind das Fundament deines Pferdes und die Basis für den kompletten Bewegungsapparat. Sie haben eine unglaublich große und wichtige Position für die Gesundheit deines Pferdes.

Die 3 größten Gründe, warum Hufe so wichtig sind

Warum die Hufe sehr viel Beachtung verdient haben

  1. Die Hufe nehmen auf unglaublich viele Körperfunktionen deines Pferdes Einfluss. Leider werden sie von den meisten Tierärzten oder Experten – wenn dein Pferd Probleme bekommt – bei der Beurteilung fast nie ausreichend oder überhaupt nicht mit einbezogen. Deswegen ist es superwichtig, dass du mindestens eine Ahnung davon hast, was so ein Huf wirklich alles leistet und im wahrsten Sinne des Wortes trägt.
  1. Es gibt mittlerweile sehr viele Bearbeitungsstile. Wie das immer ist, gibt es in jedem dieser Bereiche richtig richtig gute Bearbeiter und – sagen wir mal – nicht so Gute. Es ist zwar schwer Bearbeitungsfehler zu erkennen, wenn man nicht so tief in der Materie ist, aber es hilft auf jeden Fall ein wachsames Auge zu entwickeln.
  1. Ich gebe zu über Punkt drei lässt sich streiten, aber ich möchte ihn dennoch erwähnen. Du solltest mehr über Hufe wissen, weil: Hufe einfach toll sind! Sie sind ein Wunderwerk der Natur. Sie sind DIE Basis auf der dein Pferd steht, durchs Leben geht und dich trägt. Sie verdienen allein deswegen ein bisschen mehr unserer Aufmerksamkeit.


Damit du zukünftig einen genaueren Blick auf den Huf deines Pferdes werfen kannst und dich auch mal traust deinem Hufbearbeiter über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen, bekommst du jetzt die wichtigsten grundlegenden Infos zur Funktion des Hufes.

Ich beschreibe dir außerdem an welchen Hinweisen du erkennen kannst, ob etwas bei den Hufen deines Pferdes gerade ganz schön aus dem Ruder läuft oder ob sie genau so sind, wie sie sein sollen.

Pferde Hufe Kratzer

Wunderwerk Hufe – Basiswissen zu den Funktionen des Hufes

Kurz zusammengefasst: Die wichtigsten Funktionen des Hufes sind folgende:

  • Die Hufe tragen das Gewicht des Pferdes
  • Die Hufe unterstützen den Blutkreislauf
  • Die Hufe dienen als Tastorgan

Ich erkläre dir jetzt zu jedem einzelnen Punkt ein bisschen mehr, damit du in die Tiefe gehen kannst. Außerdem kannst du damit auch mehr mitreden und weißt genau, was der Hufbearbeiter meint, wenn er von den unterschiedlichen Teilen des Hufes spricht und WAS WIE GENAU miteinander verwoben ist und miteinander arbeitet im Pferdehuf.

Jetzt kommt ein bisschen „trockene Theorie“ – aber es lohnt sich so sehr das alles einmal durchzulesen. Ich mache es auch kurz und einfach für dich – versprochen.

Punkt Nummer 1: Die Hufe tragen das Gewicht des Pferdes

Um zu verstehen wie das enorme Gewicht eines Pferdes von vier relativ kleinen Hufen getragen werden kann, muss man ein bisschen in die Anatomie der Pferde schauen.

Der unterste Knochen, der in der Hornkapsel steckt, nennt sich Hufbein. Um das gesamte Hufbein herum liegt die Wandlederhaut. Dieser Lederhaut ist über Faserbündel mit dem Hufbein fest verbunden.

Die Wandlederhaut selbst fächert sich in Primär- und Sekundärblättchen auf und sieht damit ein bisschen aus die ein Algenwald oder ein etwas verkorkster Tannenbaum.

Durch diese Auffächerung bekommt die Wandlederhaut eine sehr große Oberfläche.

Die Innenwand der Hornkapsel ist passend zur Wandlederhaut mit Hornblättchen ausgestattet, die ähnlich wie die Lamellen bei einem Pilz aussehen. Wie beim Schlüssel-Schloss Prinzip passen die Wandlederhautblättchen und die Hornblättchen perfekt ineinander.

Die vergrößerte Oberfläche und das perfekte Ineinandergreifen der Blättchen garantieren die große Haltekraft. Die Hufkapsel und das Hufbein lassen sich, bei einem gesunden Huf (!!!) selbst unter großem Kraftaufwand fast nicht voneinander trennen.

Die Verbindung der Wandlederhaut mit dem Hufbein nennt man Hufbeinträger. Dieses Konstrukt ermöglicht die Tragkraft des Pferdegewichtes.

Punkt Nummer 2: Die Hufe unterstützen den Blutkreislauf

Auch wenn Pferdehufe auf den ersten Blick aussehen wie steinharte Hornklumpen, sind sie erstaunlich beweglich und flexibel.

Bei jedem Schritt den das Pferd auf den Boden setzt bewegt sich ungemein viel im Huf: die Lederhäute, die Hufkapsel, das Hufbein, die Hufknorpel und damit sind nur ein paar Komponenten erwähnt.

Die Hufkapsel kann sich nicht nur horizontal weiten, wie zum Beispiel wenn der hintere Bereich des Hufes sich beim Auf fußen spreizt, sondern es ist auch Bewegung in der Vertikalen möglich.

Je nach Bodenverhältnissen, Geschwindigkeit, Stellung des Hufes zum Boden wirken Kräfte von innen nach außen, von außen nach innen, von oben nach unten und anders herum und das alles wiederum in Kombination miteinander.

Dieses Ausmaß an Bewegung stimuliert die Durchblutung der Lederhäute und regt so eine gesunde Hornproduktion an. Außerdem werden über den Mechanismus Giftstoffe aus dem Huf abtransportiert und „altes“ Blut kann über die Gliedmaße nach oben zurück fließen.

Bist du noch da? Mega! Ich feiere dich einmal dafür, dass du dich so engagiert durch die Theorie arbeitest. Aber es wird sich lohnen und am Ende wirst du einige AH-Effekte mitnehmen. Deswegen machen wir weiter mit einem extrem faszinierenden Fakt.

Punkt Nummer 3: Die Hufe dienen als Tastorgan

Der Huf hat ja eine überraschend große Beweglichkeit. Warum? Weil es dem Pferd so easy möglich ist, sich innerhalb kürzester Zeit den unterschiedlichen Bodenverhältnissen entsprechend zu verhalten.

Mit jedem Schritt ertastet sich dein Pferd den Boden, spürt ob der Untergrund rutschig, fest, steinig oder nachgiebig ist und kann sich sicher und passend zum Untergrund bewegen.

Dein Pferd kann aber nicht nur die Struktur des Bodens erfühlen, sondern sogar selbst kleinste Erschütterungen über den Huf wahrnehmen.

Für ein Beutetier ist das eine sehr sinnvolle Sache.

Das erklärt auch, warum dein Pferd manchmal nicht weitergehen möchte, obwohl du als Reiter gerade überhaupt keine Gefahr siehst. Manchmal sieht, hört, riecht oder fühlt dein Pferd eben etwas, was du nicht wahrnimmst. Wie zum Beispiel die leise Erschütterung des Bodens über die Hufe.

Pferde Hufe

Barhuf oder Eisen?

Eine wichtige Grundsatz-Frage zum Thema Hufbearbeitung ist diese: Barhuf oder Eisen?

Aus meiner Sicht gibt es eigentlich nur einen Grund für die Nutzung von Eisen. Wenn die Abnutzung des Hufhorns schneller passiert als das natürliche Wachstum und eine Alternative – wie Hufschuhe – nicht möglich ist.

Leider sind viel zu viele Pferde beschlagen, die mit großer Wahrscheinlichkeit problemlos Barhuf laufen könnten. Wie viele Pferde stehen in kuschelweichen Boxen, traben über fluffigen Hallenboden und galoppieren im Gelände über samtige Wiesen? Da bräuchte es sicher keinen Hufbeschlag.

Schützt du mit dem Beschlag wirklich dein Pferd?

Viele Pferdemenschen glauben, dass sie mit dem Beschlag das Pferd schützen, werden aber selten über die negativen Konsequenzen des Hufbeschlags aufgeklärt:

  • Ein Huf mit Eisen beraubt das Pferd um sein wichtiges Tastorgan. Es kann die Bodenverhältnisse nicht mehr so schnell wahrnehmen und sich anpassen. Das erhöht die Verletzungsgefahr von Pferd und Reiter.
  • Das Eisen fixiert die eigentlich sehr flexible Hornkapsel. Die Hornkapsel fungiert als Stoßdämpfer. Das starre Material des Eisens unterbindet die Elastizität des Hufes. Deswegen sind dann die Gelenke und Sehnen des Pferdes den Unebenheiten des Bodens praktisch ohne „Stoßdämpfer“ ausgeliefert.
  • Die Bewegung der Hornkapsel ist stark eingeschränkt. Dadurch werden die Lederhäute weniger stimuliert und die Hornqualität kann leiden.
  • Weil das Eisen meist im vorderen Bereich des Hufes fixiert wird, bleibt im hinteren Trachtenbereich oft ein bisschen Beweglichkeit erhalten. Dann entsteht aber ein Hornabrieb, der nur hinten, aber nicht gleichzeitig auch vorne stattfindet. Das wiederum kann zu Stellungsproblemen wie zum Beispiel den berühmten „untergeschobenen Trachten“ führen.
  • Durch das Eisen findet keine oder kaum eine Abnutzung des Hufhorns statt. So ironisch das klingt, aber genau diese Abnutzung wird bei korrekter Hufbearbeitung dazu genutzt den Huf in eine Bahn zu lenken in der er sich selbst helfen kann. So lange der Beschlag aber am Huf ist, ist diese Form der Hilfe für dein Pferd und seine Hufe nicht möglich.

Was du tun kannst, wenn das Eisen runter kommt

Wenn du dich dafür entscheidest deinem Pferd die Eisen abnehmen zu lassen solltest du unbedingt zwei Dinge mitbringen: Zeit und Geduld!

Warum? Manche Pferde kommen mit der Umstellung super zurecht, andere tun sich erst mal.

Woran liegt es, dass manche Pferde gut mit der Umstellung klarkommen und andere nicht?

  • Je nachdem wie die Hufqualität ist und wie lange das Pferd schon mit Eisen lief, muss es sich erst mal wieder an all das gewöhnen, was es plötzlich fühlen darf.
  • Eventuell ist auch die Hornqualität durch den Beschlag stark beeinträchtigt oder die Hufe sind rissig oder ausgebrochen. Das alles muss sich erst wieder einpendeln.
  • Man sagt, dass ein Huf, bis er einmal komplett neu von oben nach unten durchgewachsen ist, circa ein Jahr benötigt.

Es braucht einfach seine Zeit, bis der Huf seinen natürlichen Mechanismus wieder aufnehmen und gutes Horn produzieren kann.

TIPP: Falls dein Schmied keine Barhufpferde bearbeitet, solltest du dich nach einem guten Barhufbearbeiter umschauen. Du brauchst jemanden, der dir bei der Umstellung mit Rat und Tat zur Seite steht und euch auf diesem Weg begleitet.

Viele Schmiede schneiden auch Barhuf Pferde aus.

ABER: Du musst dann darauf achten, dass nicht zu viel Material „herunter geholt“ wird.

Weil: Der Huf deines Pferdes wird ab jetzt wesentlich mehr Hornabrieb haben.

Jetzt sind die Eisen runter und dein Pferd läuft fühlig – was tun?

Dieser Satz kommt superoft, wenn von Eisen auf Barhuf umgestellt wird.

Ich beschreibe dir, was du der Reihe nach machen kannst:

  1. Unterscheide ob dein Pferd Schmerzen beim Laufen hat oder es einfach nur den Boden „fühlt“. Ich weiß, dass sich das einfach anhört und in der Realität wirklich schwer ist.
  2. Beobachte dein Pferd aufmerksam, gib ihm Zeit und hör auf dein Bauchgefühl

Drei Tipps, wie du „Schmerz“ und „Fühlen“ unterscheiden kannst:

  1. Ein Pferd das Schmerzen hat, zuckt schon beim kleinsten Steinchen zusammen
  2. Es ist lauf unwillig
  3. Es steht und läuft verkrampft und ist nicht locker
  4.  

Wenn ich mit fünf Reitern losziehe die alle beschlagene Pferde haben, über Stock und Stein reiten und mein unbeschlagenes Pferd sich dann auf den geschotterten Wegen den weichen Grasrand zum Laufen aussucht, läuft es NICHT fühlig.

Es spürt einfach nur den unebenen Boden mit pieksigem Untergrund und entscheidet sich für den weicheren Untergrund und das ist völlig in Ordnung.

Du kannst deinem Pferd mit Hufschuhen weiterhelfen.

Stresspunkte am Huf - Woran du erkennst, dass mit dem Huf was schief läuft

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Erst einmal gebe ich dir ein paar Anhaltspunkte, wie ein gesunder Huf aussieht und dann reden wir über die wichtigsten Stresspunkte.

  1. Ein gesunder Huf hat eine glatte Oberfläche ohne Risse oder Furchen.
  2. Das Horn am Kronrand wächst weich, elastisch, ist eher glatt und nicht bröselig oder schuppenartig.
  3. Der Huf sieht von vorne gesehen gleichmäßig aus, die linke und rechte Seite unterscheiden sich in Breite und Höhe nicht wesentlich voneinander.
  4. Wenn du den Huf aufnimmst und von unten betrachtest, sehen die linke und rechte Hufhälfte einigermaßen gleich aus.
  5. Der Strahl ist gleichmäßig und pfeilartig geformt.
  6. Die Sohle ist glatt und zeigt keine knubbeligen Hornwülste.

Ein Huf der Stress hat, kann folgende Punkte aufweisen:

  • Die Hornkapsel hat grobe Risse und Spalten
  • Das Horn bricht aus
  • Die Zehe vorne sieht aus wie ein Entenschnabel
  • Die Hufwände spreizen sich einseitig oder beidseitig extrem auseinander
  • Der Strahl wirkt zusammengequetscht
  • Zwischen der Hufsohle und der Hufwand sind Löcher oder Furchen
  • Um den Huf herum sind Rillen zu erkennen und mit der Hand zu erfühlen
  • Eine Hufwand ist höher als die andere

3 wichtige Tipps: Worauf du bei einem Hufbearbeiter oder Schmied achten solltest


Strasser, Biernat, NHC, F-Balance… es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Bearbeitungsrichtungen und Stile und es ist wirklich nicht leicht DEN geeigneten Hufbearbeiter für dich und dein Pferd zu finden.

Man kann letztlich auch gar nicht sagen, dass DIE EINE Bearbeitungsweise richtig ist und DIE ANDEREN falsch sind. Für keine der genannten Methoden kannst du pauschal sagen, ob sie gut oder schlecht sind oder zu deinem Pferd und seinen Hufen passen.

Fakt ist: Auch wenn die Methoden sich teilweise stark unterscheiden, gibt es immer Hufbearbeiter die sich sehr stark an ihrer Methode orientieren und welche, die das weniger tun —> Manche machen zu viel von dem, was sie gelernt haben, manche zu wenig.

Beides kann unter Umständen problematisch werden. Wie du siehst, ist es leider eine sehr schwammige und individuelle Sache, weil jeder Huf anders ist und die eine Methode vielleicht besser zu diesem und die andere zu jenem Huf passt.

Aber bitte sei jetzt nicht frustriert, dass es keine simple Gleichung gibt.

Und mal ehrlich: Wann gibt es schon simple Gleichungen bei Pferden? 

Aber trotz Methoden-Dschungel gibt es ein paar Punkte, an denen du dich grob orientieren kannst. Ich beschreibe sie dir jetzt, um für dich ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Du musst nicht selbst Experte werden und eine Ausbildung zum Hufbearbeiter machen, aber du kannst mit diesen 3 Punkten lernen deinen Hufbearbeiter besser einzuschätzen.

„Dein Pferd sollte nach der Bearbeitung besser laufen oder zumindest NICHT schlechter.“

Sarah Barwinski – Hufexpertin

Huf-bearbeiter finden - Dein Check-up

PUNKT 1: Wie gut fühlst du dich von deinem Hufbearbeiter/ Schmied beraten?

Nimmt er sich Zeit für dich und dein Pferd? Beantwortet er deine Fragen?

Man muss sich vor Augen halten, dass ein Hufbearbeiter meist einen strengen Zeitplan hat und nicht für jeden Kunden 30 Minuten Beratungsgespräch einplanen kann. Aber für grundsätzliche Fragen sollte sich jeder Hufbearbeiter Zeit nehmen. Und mit grundsätzlichen Fragen meine ich nicht: „Ich hab da mal gegoogelt, was meinst du dazu?“ sondern „Hey ich sehe da wächst etwas schief, oder da ist ein Riss, ist das schlimm und wie kommt das?“.

Trau dich ruhig auch mal deinem Hufbearbeiter über die Schulter zu schauen. Frage nach, wenn dich etwas interessiert und warum er was macht. Die meisten fühlen sich dadurch nicht bewertet oder kritisch hinterfragt, sondern geben gerne Auskunft. Wer dir keine Antworten geben will, kennt die Antwort vielleicht nicht oder passt dann unter Umständen nicht so gut zu euch. Denn es ist dein gutes Recht Fragen zu stellen.

PUNKT 2: Der Hufbearbeiter war nun schon zweimal da und der Huf wird nicht besser

Wenn die Hufe deines Pferdes in einem schlechten Zustand sind, kann man leider auch vom besten Hufbearbeiter keine Zauberkunst erwarten. Hufe zu korrigieren braucht Zeit. Darum solltest du deinem Hufbearbeiter auch die Chance lassen auf eine Verbesserung hinzuarbeiten.

Wenn du nach 5-6 Terminen noch immer keine positive Entwicklung sehen kannst, könnt ihr vielleicht auch erst einmal im Gespräch erörtern woran das liegen könnte.

PUNKT 3: Mein Hufbearbeiter war da und mein Pferd läuft nicht mehr

Tatsächlich kann es in seltenen Fällen passieren, dass bei der Korrektur der Hufe ein so starkes Eingreifen notwendig ist, dass es deinem Pferd erst einmal schwierig macht zu laufen. Zum Beispiel wenn Teile der Sohle oder des Strahls stark von Bakterien befallen waren und sie entfernt werden mussten.

Oder dein Pferd hat eine extrem empfindliche Sohle und es läuft die ersten Tage nach der Bearbeitung vorsichtig.

Grundsätzlich gilt aber: Dein Pferd sollte nach der Bearbeitung besser laufen oder zumindest NICHT schlechter.

Was ich dir beschrieben habe, sind wirklich seltene Fälle und nicht die Regel. Wenn ein Hufbearbeitungssystem von Anfang an mit einpreist, dass bei ihrem System die Pferde Anfangs deutlich schlechter laufen, lahmen oder Schmerzen haben könnten, solltest du sehr hellhörig werden.

Wenn dein Pferd nach jeder Bearbeitung extrem vorsichtig läuft oder schon beim Anblick des Hufbearbeiters unruhig hin und her trippelt, würde ich aufmerksam werden.

Du solltest auch hellhörig werden bei Hufbearbeitern, die ihre Bearbeitungsmethode anpreisen und verherrlichen als seien sie Anhänger einer Sekte und neben sich keine Alternative dulden.

Extrem dogmatische Ansichten, die kein Hinterfragen oder Reflektieren zulassen, bringen meist nichts Gutes mit sich.

Interview mit dem Hufexperten Carsten Schultze

Weil es nie schaden kann mehrere Meinungen zu haben – findest du jetzt noch ein Interview mit dem Hufexperten Carsten Schultze zum Thema Hufe

Als staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied, Barhufpfleger und Mitglied bei Nordhuf weiß er genau, was er am Pferdehuf macht. Er macht auch Hufrekonstruktion nach Krankheitsfällen. Er ist also definitiv DER Mann für alle Huf-Fälle.

Nebenbei ist er noch in der EHE-Gruppe „Equine Hoof Equipe – Germany. Das sind Hufschmiede, Tierärzte und Osteopathen, die sich zusammengeschlossen haben, um über Pferdeanatomie und Pferdehufe aufzuklären und zu informieren.

Hufanatomie

Pferdeflüsterei: Der Huf ist ein lebendes Gewebe – vergisst man ja ganz gerne mal, wenn man ihn sich so anschaut – wie genau ist ein Huf aufgebaut?

Carsten: Bilder sagen manchmal mehr als 1.000 Worte – deswegen hier ein Querschnitt für den Überblick

Huf-Zeichnung Querschnitt Anatomie Pferd

Pferdeflüsterei: Und was leistet er alles für das Pferd?

Carsten: Der Huf des Pferdes hat als Organ mehrere wichtige Funktionen.

  • Der Huf trägt in erster Linie das Gesamtgewicht des Pferdes als „nachwachsender Schuh“ und gewährleistet dem Pferd sicheren Halt auf allen in der Natur aufzufindenden Untergründen. Dabei dient er durch seinen weit strukturierten Aufbau zum einen als Rutschbremse und gibt dem Pferd zum anderen das zur sicheren Fortbewegung notwendige Gefühl und den Tastsinn für den jeweiligen Untergrund
  • Er dient als Schutz vor jeglicher mechanischen Beschädigung (Abnutzung) und vor Temperaturschwankungen
  • Als „nachwachsender Schuh“, den das Pferd nicht wechseln kann, erfüllt er also ein ausgedehntes Aufgabenspektrum.

Pferdeflüsterei: Das da wäre?

Carsten: Er ist Gefühlssensor für jeden Untergrund. Der Huf ist am Übergang von der Wandlederhaut zur Sohlenlederhaut am empfindlichsten, weil dort die Nerven des Hufes am dichtesten verlaufen. Die individuell ansprechbaren Hornröhrchen teilen jegliche Arten von Unebenheiten dem Kronwulst mit, woraufhin Sehnen und Bänder fixiert werden, um so ein Umknicken in den Gelenken zu vermeiden.

Das Pferd merkt genau, ob eine Unebenheit rechts, links, vorn oder hinten am Huf auftritt. Darum nehmen zum Beispiel Züchter ihren Zuchtstuten kurz vor dem Abfohlen die Eisen ab, damit die Stute es sofort merkt, wenn sie aus Versehen auf das Fohlen treten sollte.

Dann dient der Huf auch der Stoßdämpfung. Beim Auffußen des Pferdes kann es je nach Gangart zu einer Gewichtsbelastung von mehr als 1500kg kommen, diese Wuchtenergie wird zur Stoßdämpfung in Verformungsenergie umgewandelt. Der Huf dient durch seinen flexiblen Aufbau des Hufhorns (durch Kitthorn verbundene Spiralröhrchen) als Stoßdämpfer zum Abfangen der beim Auffußen auftretenden Energie.

Beim Auffußen wird der Huf durch das Pferdegewicht verformt, im Bereich des vorderen Kronrandes (Strecksehnenfortsatz, Ansatzpunkt des Muskulus Interossius) findet beim Auffußen eine Einziehung nach hinten – unten statt und die Hornwand dämpft diese Belastung durch Verschiebung der Hornröhrchen nach unten, die durch eine Längsverschiebung der Hornröhrchen(spiralförmige Anordnung) in der Hornwand kompensiert wird.

Hufmechanismus

Pferdeflüsterei: Das ist dann der berühmte Hufmechanismus?

Carsten: Ja genau. Durch die Entwicklung vom Mehrzeher zum Einzeher hat sich die kompakte Knorpelmasse des Mehrzehers im Zuge der Evolution zu den durch elastische Fasern miteinander verbundenen Hufknorpeln geteilt, was eine Spreizung der Schenkelenden (Trachten) ermöglicht und das Pferd so noch mehr Stoßdämpfung hat. Der gesamte Ablauf dieser verformenden Bewegungen im Huf nennt man den HUFMECHANISMUS.

Ein ebenfalls großer und wichtiger Aufgabenbereich des Hufes, bzw. des Hufmechanismus ist der Blut- und Nährstofftransport im Zuge mechanischen Verformung der Hufkapsel. Mit jedem Schritt, den das Pferd macht, wird eine gewisse Menge Blut durch das komplexe Venengeflecht des Hufes und seinen Lederhäuten transportiert … sinnbildlich dargestellt „gepumpt“ und der Herzkreislauf in gewissem Maße unterstützt. Dr. med. vet. Strasser definierte die hier angegebene Menge Blut mit 2cl (1 Schnappsglas). Was wiederum die Wichtigkeit von ausreichender und artgerechter Bewegung untermauert.

Pferdeflüsterei: Wieviel Huf wächst denn da pro Monat in etwa?

Carsten: Der Gesamtorganismus des Pferdes ist grundsätzlich darauf eingestellt, dass sich ca. 10mm Horn (Wandhorn) plus Sohlen-, Lamellen- und Strahlhorn im Monat produziert werden sollte. Strahl und Ballen bilden eine elastische Brücke zwischen den Schenkelenden (Eckstreben/Trachten) und verhindern ein Aufreißen des Hufes bei Belastung und der Ballen schützt die tiefe Beugesehne. Sie erlauben und dämpfen zusätzlich beide die Bewegung der Hufkapsel und ziehen diese wieder in ihre engste Form zurück.

Pferdeflüsterei: Wie muss ein guter gesunder Huf aussehen?

Carsten: Natürlich werden in der Fachliteratur gewisse Norm-Maße für den Pferdhuf definiert. Nur ist dieser Optimalfall in den seltensten Fällen erreichbar oder vorzufinden. Wenn auch laut Fachliteratur der Vorderhuf einen Zehenwinkel von ca. 45-50°, der Hinterhuf 50-55° (auch hier streiten sich Geister) aufweisen soll, kommt es immer wieder auf den Einzelfall und die Gesamtbeschaffenheit des Pferdes an.

Aber man kann schon ein paar Merkmale festlegen.

Ein gesunder Huf:

  • Ist harmonisch geformt (regelmäßig)
  • Besitzt einen prominenten Strahl, der im hinteren Drittel tragen kann
  • Gerade verlaufende, aufrecht stehende Eckstreben von der Trachte zur Strahlmitte verlaufend
  • Eine gleichmäßig verlaufende weiße Linie ohne Zusammenhangstrennungen, Fäulnis oder anderen Destruenten
  • Gleichmäßig umlaufende Wandstärken
  • Gerade bzw. gestreckte Wandverläufe
  • Die Trachten stehen im gleichen Winkel wie die Zehe
  • Es sind keine Zwangsituationen (Zwanghufigkeit) vorhanden.

Grundsätzlich ist ein Huf dann ein gesunder Huf, wenn das Pferd problemlos barhuf über alle Untergründe belastbar laufen kann.

Pferdeflüsterei: Stichwort: Hornqualität – kann ich da was als Pferdebesitzer tun, um sie zu verbessern oder optimieren? Zusatzfutter zum Beispiel? Kuren, die du empfehlen würdest? Besonderes in der täglichen Pflege?

Carsten: Ich persönlich bin kein Fan von allgemeinen Zusatzfuttermitteln als „Hufkuren“. Grundsätzlich kommt es einfach auf eine ausgewogene, der Haltung und Nutzung angepasste Ernährung des Pferdes an. Zu diesem Punkt möchte ich keine Empfehlungen geben, weil das Thema komplex und individuell ist. Was die tägliche Pflege der Hufe angeht, kommt es in erster Linie auf die Stallhygiene an … hier können die ersten, gröbsten Fehler behoben werden.

  • Sauberes Boxenmanagement
  • Sorgfältige Auswahl der Einstreu
  • Akribische Boxenpflege

Pferdeflüsterei: Stichwort: Hufpflege – gibt es da Dos und DONTS für Pferdebesitzer?

Carsten: Klar gibts die. Also meine persönlichen Do’s und Dont’s.

  • Do ́s: Termine zur Hufbearbeitung einhalten, tägliches Auskratzen und Reinigen der Hufe, bei Unklarheiten den Hufbearbeiter des Vertrauens hinzuziehen.
  • Dont ́s: Fetten, Ölen, ohne Fachkenntnisse selbst Hand anlegen, und wenn doch … BITTE AUFHÖREN wenn die rote Kontrollflüssigkeit kommt! ;-)

Pferdeflüsterei: Stichwort: Hufe waschen und fetten zum Beispiel?

Carsten: Waschen JA … fetten NEIN. Das fetten bildet einen feuchtigkeitsundurchlässigen Film auf der Hornkapsel und verhindert jegliches Eindringen von Feuchtigkeit, die immens wichtig für die Elastizität und Plastizität des Hufhorns ist und somit für den Hufmechanismus. Mein Rat lautet: „Wasser…Wasser…Wasser“ bei der täglichen Hufpflege … abduschen der Pferdebeine, waten in kleineren Gewässern und ausreichend Bewegung.

Pferdeflüsterei: Also Hufe wässern – soll man unbedingt?

Carsten: Grundsätzlich JA, es sei den die Hufsituation gibt etwas Anderes her … bitte das UNBEDINGT mit dem Bearbeiter des Vertrauens besprechen.

Pferdeflüsterei: Huffestiger – sind die eine gute Idee?

 

Carsten: Auch hier Absprache mit dem Hufbearbeiter.

Der ultimative Guide über Pferde Hufe 1

Barhuf Versus Eisen

Pferdeflüsterei: Barhuf ist trendy – ich finds super, weil es mir natürlich erscheint – was sind die Vorteile und was die Nachteile?

Carsten: Der Vorteil des Barhuflaufens liegt eindeutig in der Natürlichkeit des Pferdes und in der uneingeschränkten Funktionsfähigkeit des Pferdehufes. Diesen Satz braucht man auch nicht weiter auszuschmücken, er sagt meiner Meinung nach alles, was zu sagen ist.

Das Barhuflaufen ist das Ziel … kann ein Pferd barhuf nicht laufen, kann aber nach Aufbringung eines Beschlages laufen … haben wir zwar ein laufendes Pferd, aber noch nicht unbedingt ein gesundes Pferd. Und genau hier beginnt der leidige Streit über „Barhuf-das non plus ultra“ und das „T eufelswerk-Hufeisen“.

Wenn ich auch am Liebsten alle Pferde barhuf laufen lassen würde, habe ich im Laufe der Jahre die Grenzen der Barhufpflege erkannt. Zum Beispiel: Bei Reitsportdisziplinen, in denen ein Hufbeschlag ab einem gewissen Leistungsniveau der Sicherheit von Pferd und Reiter dient, wie Reining, Springreiten, Vieleitigkeit, Barrel-Race, Pole-Bending, Cutting, Fahrsport und andere Beispiele.

Dann gibt es Erkrankungen des Bewegungsapparates oder des Hufes, wo ein sach-, fach- und tiergerechter Hufbeschlag die Heilung beschleunigt und die Rekonvaleszenz verkürzen kann. Wohlweißlich dessen, dass es auch gute, erfolgreiche Wege in der Barhuftherapie gegeben hat und gibt, kommt man im Sinne des Tieres um einen Hufbeschlag manchmal nicht herum. Meine Meinung: Wenn möglich immer barhuf … wenn nicht, dann nicht.

Pferdeflüsterei: Was muss ich beachten bei der Barhufpflege?

Carsten: Mit der Barhufpflege verhält es sich gleich dem Hufbeschlag … regelmäßige, auf des Pferd und die Hufsituation abgestimmte Intervalle, so wenig wie möglich, soviel wie nötig. Da ist jeweils mit dem hinzugezogenen Experten individuell abzustimmen. In beiden Vorgehensweisen ist das erklärte Ziel, dass das bearbeitete Pferd nach der Bearbeitung mindestens genauso gut läuft wie vorher, oder besser … auf keinen Fall schlechter .

Pferdeflüsterei: Das Gleiche beim Eisen – Vor- und Nachteile?

Carsten: Es gibt heutzutage so eine große Vielzahl an Werkstoffen: Stahl, Aluminium, Kunststoff, Verbundwerkstoffe aus Kunststoff und Stahl, Kunststoff und Aluminium, Kupfer-Messing-Legierungen, kleben, nageln, beides etc. … die Verwendung für den Hufbeschlag muss immer eine Einzelfallentscheidung von Pferd zu Pferd sein und bedarf der Beurteilung verschiedenster Parameter, wie Hufform, Stellung, Bewegungsablauf, Fußung, Nutzung des Pferdes, Haltung des Pferdes, etwaige Erkrankungen, Verletzungen oder Fehlstellungen.

Der Nachteil von Beschlag liegt im Grunde in der Veränderung und Einschränkung der natürlichen Funktionen des Hufes. Wobei aber die meisten domestizierten Pferde nicht annähernd artgerecht gehalten und bewegt werden können. Diese Einschränkung der Natürlichkeit des Pferdes bringt unweigerlich auch Einschränkungen im Gesamtkonzept PFERD mit sich. Nicht jeder Pferdebesitzer kann die Haltung an die Bedürfnisse seines Pferdes anpassen … ob das mancher Pferdebesitzer auch will steht auf einem anderen Papier. Gibt die Haltung des Pferdes kein Barhuflaufen her, muss man sich auf Kompromisse einlassen.

Die Vorteile des permanenten Hufschutzes liegen meiner Meinung nach in erster Linie in der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates und/oder der Hufe. In der akuten Phase einer Sehen- oder Bandverletzung kann mit einem Hufbeschlag ein weitaus höheres Maß an Entlastung der geschädigten Strukturen herbeigeführt werden, als es barhuf möglich ist. Es können Abrollpunkte präziser und effektiver optimiert werden und das Einsinkverhalten des Hufes kann gezielter gesteuert werden.

Pferdeflüsterei: Hast du noch ein Beispiel?

Carsten: Beispiel „Hufrehe“ oder „Hufbeindurchbruch“. Mit einem nach Röntgenbefund angefertigten Beschlag kann der schmerzhaft entzündliche Bereich der Sohle gezielter entlastet und das absinkende Hufbein unter Verwendung eines ebenfalls nach Befund angefertigten Polsters effektiver Unterstützt werden.

Natürlich hängt das IMMENS von der fachgerechten Ausführung des Beschlages und der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Besitzer, Tierarzt und Hufschmied ab.Mir ist sehr wohl bewusst, dass eine Vielzahl solcher Erkrankungen auch barhuf erfolgreich behandelt werden, jedoch habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass man hier in den meisten Fällen den schnelleren Heilungsverlauf unter Verwendung eines Hufbeschlages verzeichnet.

Pferdeflüsterei: Wie oft muss ein Fachmann Hand anlegen am Pferd – alle vier, sechs oder sogar nur alle zehn Wochen?

Carsten: In der Regel redet man hier von einem Regelintervall von sechs bis acht Wochen. Aber auch da gilt wieder der Grundsatz: Jeder Fall eine Einzelfallentscheidung! Es gibt Pferde, wo die Hufsituation kürzere Intervalle erfordern (durch erhöhtes Hornwachstum, wenig bis kein Abrieb, Fehlstellungen, Erkrankungen etc.). Was man im Fohlenalter versäumt, holt man am adulten Pferd nur beschwerlich wieder auf! Daher korrigiere ich beispielsweise Fohlen gerne öfter und bringe sie so auf den Weg zu gesunden Hufen … um das mal als Bespiel anzuführen.

Pferdeflüsterei: Und was darf der Pferdebesitzer von sich aus ohne Bedenken machen in der Zwischenzeit? Bisschen Feilen? Oder kann man damit schon was falsch machen?

Carsten: Ja man kann auch mit ein „bisschen feilen“ was falsch machen!!! Natürlich ist es immer gut, wenn ausgebrochene Bereiche direkt „beigefeilt“ werden, da spricht in Maßen auch nicht gegen. Fragt Euren Hufbearbeiter diesbezüglich … er/sie wird Euch da beraten ggf. Tipps und Anleitung geben.

Hufmythen - da ist wirklich was dran

Pferdeflüsterei: Oder Mythen, die dir immer wieder begegnen und die du gerne abschaffen würdest?

Carsten: Auch die gibts zu Hauf!

  • helle Hufe sind weicher als dunkle Hufe
  • Hufeisen machen Hufe eng
  • Hufeisen machen Pferde krank
  • Hufschmiede können keine kompetente Barhufbearbeitung
  • JEDES Pferd kann barhuf laufen

Pferdeflüsterei: Sieht die gute Hufpflege im Winter anders aus als im Sommer?

Carsten: Grundsätzlich, meiner Meinung nach, nicht.

Pferdeflüsterei: Was sind typische Hufkrankheiten und wie kann ich sie im Vorfeld vermeiden / vorbeugen?

Carsten: Die oben angeführten „Do ́s“ … niemand kann ich die Beine oder Hufe hinein schauen. Beobachtet Eure Pferde, nehmt Veränderungen wahr, zieht entsprechende Fachleute hinzu. Lieber einmal mehr nachgeschaut als einmal verpennt. Je früher gehandelt wird umso höher sind Erfolgschancen.

Die typischste VERMEIDBARE und zusätzlich SCHLIMMSTE Hufkrankheit und zweithäufigste Euthanasie-Ursache ist in Europa die Hufrehe … diese kann durch ausgewogene und auf Haltung/Nutzung/Futtrigkeit/Typ abgestimmte Ernährung in ca. 90% der Fälle vermieden werden. Manchmal ist weniger mehr.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für das Interview!

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Fazit zum Thema Hufe beim Pferd

Ich fasse die wichtigsten Fachs für deine Entscheidungen in Sachen Huf noch einmal für dich zusammen:

1. Die gesündeste Form eines Pferdehufes ist ganz sicher die ohne Eisen. Wenn dein Pferd doch welche trägt, solltest du dich fragen warum das so ist. Hat das orthopädische und damit gesundheitliche Gründe? Hast du ein Kutschpferd das einfach viel auf hartem Boden läuft und damit extrem viel Abrieb hat?

Oder hast du ein Freizeitpferd mit dem du über Stock und Stein reiten möchtest ohne auf die Wege achten zu müssen? In so einem Fall wären kannst du auch auf Hufschuhe setzen. Sie schützen den Huf, wenn es notwendig ist und überlassen ihn danach wieder seiner natürlichen Funktion. Du kannst den Stoffwechsel und den Körper deines Pferdes auch grundlegend mit Futter unterstützen – eine Powerpflanze für dein ganzes Pferd ist zum Beispiel Hanf – mehr dazu, kannst du HIER im Artikel nachlesen

2. Auch bei Barhufpferden lohnt es sich ab und an einen kritischen Blick auf die Hufe zu werfen. Sehen sie gleichmäßig und stabil aus oder brechen regelmäßig Hornteile aus?

3. Ist es wirklich notwendig die Bearbeitung alle 4-6 Wochen machen zu lassen? Der Huf „sieht doch eigentlich noch ganz gut aus“… Was für den Besitzer aber „noch gut“ aussieht, kann beim Hufbearbeiter schon Gänsehaut auslösen, weil er sieht, was schon alles für Stress am Huf sorgt.

Außerdem sollten die Hufe nicht erst dann bearbeitet werden, wenn sie schlimm aussehen. Dann ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen.

Ideal ist definitiv ein regelmäßiges Bearbeitungsintervall, das dafür sorgt, dass die Hufe gar nicht erst aus der Form geraten.   

Zwei Lesetipps zum Schluss: 

  1. HIER findest du noch mehr Facts aus tierärztlicher Sicht
  2. HIER findest du ein Interview zum Thema Hufschuhe
Sarah und Winni

Mit Pferden Zeit zu verbringen bedeutet für mich hautpsächlich, einfühlsame wunderbare Wesen um mich zu haben, die mich immer wieder ins Hier und Jetzt holen.

Sie lehren mich mehr als jeder Yoga Kurs oder Personal Coach achtsam und dankbar zu sein. Durch sie bin ich zu der wunderbaren Tätigkeit der Hufbearbeitung gekommen.

Die Hufe unserer Pferde verdienen unsere allergrößte Anerkennung, denn sie tragen unsere Pferde durchs Leben. Hufe wollen geliebt werden.

Sarah und Winnie

Hufexpertin

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Kommentare (6)

Guten Morgen;

ein tolles Interview mit wichtigen Informationen. Ich bin dann auf den Link der Seite des Tierarztes gegangen und dort vom Glauben abgefallen . Er empfiehlt einmal in der Woche den Huf zu Fetten….

Man verzweifelt langsam wenn man Probleme bei seinem Pferd angehen möchte — drei „Spezialisten“ vier Meinungen 🙈.

LG Heidi

Huiiii – das ist aber nicht gut – das wäre ja absoluter Quatsch. Einfetten ist ja eher kontraproduktiv. Zumindest nach all den Ansichten all der Hufexperten, die ich sonst kenne. Aber es ist wirklich manchmal wie verhext. Da sagt einer viel Gutes und dann doch wieder eine Sache, die verwirrend oder "falsch" ist. Da der Rest des INterviews absolut sinnvoll ist und er es nicht bei uns auf der Seite sagt, will ich das mal so stehen lassen. Alles Liebe, Petra

Hallo,
ein super wichtiges Thema sehr gut erklärt, Danke.
Für viele wäre es mal wichtig sich damit mal zu beschäftigen!
Wenn ich so manche Sachen in meinem Reitstall beobachte frage ich mich des öfteren ob sie sich überhaupt schon mal damit beschäftigt haben. Wenn der Schmied nicht mal erkennt das der Huf Strahlfäule hatt ist das schon Grotten schlecht.
Meine Stute ist ein Barhufpferd und das ist gut so. Auch habe ich eine sehr gute Hufplegerin die ich immer alles fragen kann und die mir auch Tipps gibt in Bezug auf die Fütterung oder besondere Kräuter die gerade gut wären im Zusammenhang auf Jahreszeit und Zustand des Pferdes.
Ein Glücksgriff, denn jemand gutes zu finden ist nicht einfach. Ist ja auch Vertrauenssache.
Annette

Es ist wirklich so so schwer jemand Gutes zu finden – aber ich freue mich, dass du jemanden hast :-) Alles Liebe, Petra

Hach das Thema Hufe ist ein schwieriges Thema.
Unser kleines Wildpferd kam mit schlechten Hufen zu uns und aufgrund ihrer Angst vor Menschen war es fast ein Jahr bei uns nicht möglich die Hufe bearbeiten zu lassen.
Dadurch haben sich die Hufe natürlich nicht sehr positiv entwickelt.
Nun sind wir seit ca. einem Jahr dran die Hufe in den Griff zu bekommen. Es sieht schon viel besser aus, aber nach wie vor sind die Hufe noch nicht wirklich gut. Aber so eine Veränderung braucht eben Zeit und man muss etwas Geduld haben.
Liebe Grüße
Miriam

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