Pferdisch lernen ist wichtig. Damit du dein Pferd verstehst und damit dein Pferd dich versteht. Das ist Pferdeflüstern. Kommunikation. Zuhören und miteinander sprechen. Dazu muss man aber die Sprache des anderen beherrschen. Warum du trotzdem nicht versuchen sollst wie ein Pferd zu sein und wie genau das dann mit der Sprache und Kommunikation funktioniert, erklärt Pferdeprofi Bernd Hackl im zweiten Teil des Interviews mit der Pferdeflüsterei.

Bernd Hackl ist Autor des Buches Basistraining für Pferde: Richtig ausbilden | Problemen vorbeugen* und Pferdeexperte bei den VOX Pferdeprofis*.

Hier findest Du eine Rezension dazu: “Reiten im Sinne des Pferdes” von Bernd Hackl

Bernd Hackl Buch

Interview: SO geht “Pferd”: Bernd Hackl erklärt warum du nicht wie ein „Pferd“ sein sollst

Bernd Hackl beantwortet Petras FragenPferdeflüsterei.de: Wir wollen doch alle gerne den Pferden in ihre Köpfe schauen und wissen, wie sie ticken. Du beschäftigst Dich intensiv mit den Tieren. Was glaubst Du, wie denken die Pferde untereinander und über uns Menschen?

Bernd Hackl: Wie Pferde wirklich denken, weiss ich nicht – ich war noch kein Pferd (muss lachen). Es gibt auch ganz viele verschiedene Theorien, wie Pferde wirklich denken. Da hat jeder Wissenschaftler seine eigene Theorie, beweist sie dann und wird dann widerlegt von einem anderen Forscher.

Ich glaube, dass wir nie wirklich in ihre Köpfe sehen werden. Aber ich weiss, dass die Charaktere ganz verschieden sind. Und ich weiß, dass es nicht stimmt, wenn es heisst, ein Pferd würde nie aus eigenen Stücken etwas gegen den Menschen machen. Ich denke, es ist eine charakterliche Sache.

Wenn Menschenkinder zur Welt kommen, dann hast ddu 10 verschiedene Kinder mit 10 verschiedenen Charakteren. Und egal, wo sie aufwachsen, der eine hat eine kriminellere Ader, der andere ist eher ein Weichei. Wenn das Weichei zu einem Boxer kommt und der Boxer zieht ihn groß, dann wird er vielleicht zu einem Schläger, weil er so erzogen wurde.

Wenn der Kriminelle zu einer Familie kommt, die Autos klaut, dann wird er wahrscheinlich in die Fussstapfen seines Vaters treten und Autos klauen. Wenn er aber irgendwohin kommt, wo sie ihm Werte beibringen, und sagen: Pass auf! Geklaut wird nicht! Dann ist das vielleicht in der Erziehung ein härterer Weg, aber wenn die Eltern und das Umfeld darauf achten, dass er ein verantwortungsvoller Mensch wird, dann wird er mit Sicherheit ein ganz normaler Erwachsener.

Pferdeflüsterei.de: Klar, da hast du Recht. Wir können sie nicht alle über einen Kamm scheren. Aber wir wollen trotzdem versuchen ein bisschen in ihren Kopf zu schauen, um sie besser zu verstehen. Hast du einen Tipp für uns?

Bernd Hackl: Dazu sollten wir uns einfach ihr Verhalten anschauen. Das ist etwas, das ganz viele Menschen nicht beachten. Zum Beispiel das Thema: Handfütterei! Wie komme ich auf die Idee, wenn ich mich dafür interessiere, wie ein Pferd denkt, dass ich ihm etwas aus der Hand gebe.

Ich kenne keine Pferdemutter, die zu ihren Fohlen läuft, ein Büschel Gras auskotzt und sagt: Schau, weil Du so brav warst. Das gibt es nicht! Das ist rein Menschengemacht. Der Mensch denkt, er weiß wie Pferde denken, also gibt er ihnen zu fressen, ordnet sich damit unter und macht das Problem schlimmer als es war.

Pferdeflüsterei.de: Gut, dass sehe ich anders. Wir geben ja auch Hafer und Heu ab. Ich denke, dass Leckerli eine tolle Sache sind. Aber das ist meine Meinung und hier geht es ja um deine Trainingsideen. Was sind denn dann neben der Handfütterei Punkte in Sachen Pferd?

Pferdeblick unsicherBernd Hackl: Ich sollte mir einfach anschauen, wie mein Pferd auf mich reagiert? Wendet mein Pferd den Kopf ab, wenn ich komme? Spitzt er die Ohren? Schaut er mich an?

Was ich zum Beispiel gerne mache, wenn ich ein Pferd aus der Box oder von der Koppel hole. Wenn er den Kopf zu mir wendet, dann wende ich mich ab und gehe wieder. Ich gehe nicht weit, aber ich drehe meinen Körper und lade ihn ein, zu mir zu kommen. Es geht mir darum, dass er nicht stehen bleibt und merkt, ich missachte seine Signale.

Er schaut mich an und sagt: Ich hab dich wahrgenommen, ich sehe dich, was willst du von mir. Wenn ich das einfach missachte und sage: Ich lege dir einfach ein Halfter an und ziehe dich von der Koppel. Dann ist das Pferd wahrscheinlich enttäuscht. Wenn er aber sieht: Aha, der Mann reagiert auf mich und körpersprachlich wende ich mich ein bisschen ab von ihm und sage: Komm mit mir, ich weiß was. Dann wird er sich darauf einlassen und wird sich mir anschließen und sagen: Hey, da kommt der Kumpel wieder, ist ja super.

Mensch, da hat er mich gesehen, jetzt gehe ich mal zu ihm und schaue, was wir machen. Das ist ein ganz anderes Beobachten eines Pferdes. Hat er den Kopf abgewandt und schaut er in der Gegend herum, weil er mich ignoriert. Dann nehme ich meinen Führstrick, klopfe damit auf den Boden und scheuche ihn weg und sage zu ihm: Dicker, wenn ich komme, hast du zu sehen, dass ich komme, dann hast du mich zu beachten, nicht zu ignorieren. Das gehört für mich zum Respekt!

Pferdeflüsterei.de: Wie sage ich zum Beispiel einem Pferd im Idealfall “Hallo”, wenn ich dann vor ihm stehe. Es gibt Menschen, die sagen, man solle den Pferden leicht in die Nüstern blasen, weil Pferde das untereinander machen – was denkst du darüber?

PferdenaseBernd Hackl: Pferde gehen aufeinander zu und dann bringen sie Spannung in den Hals, aber dann blasen sie sich nicht in die Nüstern. Der Mensch macht *Pfffffff* und bläst ein bisschen.

Die Pferde nehmen die Nüstern zusammen, nehmen ihren Geruch wahr. Der eine kommt zum anderen und beriecht ihn. Der Dominantere von beiden fängt dann nicht an zu blasen, sondern macht laute Fauchgeräusche.

Das ist ein Dominanzverhalten. So, jetzt komme ich zu meinem Pferd, sage “Hallo” auf pferdisch und das Pferd wird dominant. Was mache ich dann mit einem dreijährigen Junghengst? Er wird dominant, weil ich ihn ja auf pferdisch begrüßt habe. Er rechnet mit einer pferdischen Antwort. Die pferdische Antwort von einem Unterlegenen wäre abzuhauen. Das wäre auch ratsam, wenn so ein dominanter Junghengst vor einem steht.

Warum soll ich mein Pferd auf pferdisch begrüßen? Ich begrüße ihn auf menschlich. Ich sage: Hey Dicker, ich bin da! Er kommt und sagt: Och, da kommt der Alte mit zwei Beinen, lauf ich mal rauf, der ist immer recht lustig. Ich habe einen komplett anderen Ansatz, ich sage nicht – ich begebe mich in die Welt der Pferde, sondern ich erwarte von meinem Pferd, dass es mich akzeptiert als Mensch und sich mir unterordnet.

Als Pferd habe ich schlechte Karten. Ein Wettrennen verliere ich, eine Beisserei verliere ich, ein Wetthören verliere ich, selbst ein Wettgucken verliere ich. Ich bin kein Pferd und ich will auch keines werden.

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Pferdeflüsterei.de: Ich glaube, das Schwierigste ist für viele die Kommunikation. Pferde haben ihre Sprache untereinander, wir haben unsere Sprache. Aber wir müssen ja irgendwie zusammenkommen. Wenn man sagt, ich begebe mich nicht ins pferdische, weil ich kein Pferd sein möchte – wie kommuniziere ich dann mit ihnen, damit sie mich verstehen?

Bernd Hackl: Ganz einfach, wenn ich irgendwo auftauche, sage ich meinem Pferd: Weiche, wenn ich da hin will. Gehe weg, wenn ich dorthin hin will. Oder auf ein gewisses Signal, zum Beispiel abwenden: Folge mir. Indem ich mein Pferd einlade. Ich hole mir den Kopf, wende mich ab und nehme ihn mit.

Pferde sind ja Herdentiere, sie suchen immer einen Anschluss. Er wird sich nicht dem anschließen, der am dominantesten ist, sondern dem, der am Besten auf ihn aufpasst, der die meiste Obhut gibt. Und da bewahrheitet sich wieder diese Theorie mit dem “Menschlich bleiben”. In meiner Welt, in der es Traktoren oder Rasenmäher gibt, wo es Strassenverkehr gibt, braucht er kein zweites Pferd, weil das in meiner Welt keine Ahnung hat.

Er braucht mich als Mensch, der sich dort bewegt, der so ein Auto fahren kann, der weiß, wie das Ganze funktioniert. Wie kann ich einen Traktor abwenden? Ich kann mit den Händen winken, ich kann etwas machen, er nicht. Er kann höchstens den Schwanz einklemmen und abhauen. Also verlässt er sich mehr auf den Menschen und sagt: Hey cool, der Typ hat Ahnung. Genauso mache ich dem Pferd klar: Pass auf, ich bin da! In dem ich meine Arme nutze, mal ein Geräusch mache, einfach auf ihn zutrete, mal mit den Armen wedele und ihn wegschicke. Dann wieder einlade, ihn einfach von mir wegbewege und zu mir hinziehe.

Ich arbeite mit zwei Arten von Druck. Einmal der direkte Druck. Direkter Druck ist zum Beispiel, wenn mein Führstrick am Hintern anklopft und das Pferd vorwärts soll. Der indirekte Druck ist einfach ein Gefühl. Wenn ich das Gefühl habe, mein Pferd schaut mich an, ich wende mich ab und nehme diesen Blick mit. D.h. der Blick und der ganze Körper wenden sich zu mir und er folgt mir.

Im Training ist es am Anfang so, dass ich 80 Prozent direkten und nur 20 Prozent indirekten Druck ausübe, mit der Zeit sucht man 50 / 50 und dann sollte der Sprung kommen, dass man sagt, okay – jetzt arbeite ich mit indirektem Druck und nur noch 20 Prozent mit direktem Druck

Pferdeflüsterei.de: Das haben wir auch mal gesehen bei den Vox Pferdeprofis. Da gab es eine Folge, mit einem weißen Andalusier-Wallach. Du warst im Roundpen, hast ihn getrieben und dann gab es einen Moment, da hast du dich weggedreht. Man hat von außen gesehen: Okay, das Pferd hat in dem Moment angefangen nachzudenken, als du dich weggedreht hast. Du hast genau diesen Moment erwischt. Woran erkenne ich diesen Moment. Pferde “reden” schließlich schon mit Ohren, Augen, Nase, Körper – von Kopf bis Schwanz – was kann ich da an Emotionen ablesen?

Bernd Hackl: Das war Carlos. Er ist ein sehr dominantes Pferd, ein spät kastrierter Wallach. Seine Besitzerin hat ihn als Problempferd gekauft. So ein Pferd hat eine ganz eigene Ausdrucksweise. Carlos läuft da im Roundpen und ich warte auf einfache Signale.

Das einfachste Signal ist, erstens wenn die Ohren nicht mehr nach außen tendieren, sondern das innere Ohr sich leicht zu mir dreht mit der Ohrmuschel, damit er mich erst einmal hört. Er muss mich nicht sehen, er muss nur das Ohr drehen.

Ein zweites sehr sicheres Signal, dass er langsam zuhört, ist, wenn der Kopf sich senkt. Carlos läuft erst mit durchgedrücktem Hals, der Rücken ist auch durchgedrückt und die Schweifrübe fest. Damit sagt er: Du kannst mir gar nichts! Wenn er nicht laufen müsste, wäre es ihm lieber. Aber ich habe ihn angetrieben und dann geht er eben gnädigerweise. Aber irgendwann hat er festgestellt: Der Typ hört nicht auf. Was muss ich verändern, damit der Typ in der Mitte sich verändert.

Dann hat er angefangen nach mir zu schauen mit dem Ohr, dann habe ich noch gewartet, bis der Hals tiefer kam, er Spannung verlor. Dann habe ich mich abgewandt und gesagt: Schau, wenn d so bist, wenn du dich entspannst und sagst, ich drohe dir nicht mehr, dann wende ich mich ab und nehme den Druck weg.

Dann ist er dankbar nach innen gewendet und hat gesagt: Auja, cool! Bin ich froh, wenn ich Pause machen kann. Wird er wieder dominant, bekommt er wieder Spannung und drückt gegen mich. Schicke ich ihn wieder raus und sage: So brauchst du mit mir hier drinnen nicht reden. Der alte Spruch: Solange du die Beine unter meinen Tisch streckst…. Aber so ist es! Wenn du hier in der Mitte mit mir stehen willst und chillen, dann nach meinen Regeln. Ohne Körperspannung, ohne bullig gegen mich zu sein, ohne den Hengst zu markieren. Pferde sind Stromsparer, sie wollen nicht arbeiten, also macht er irgendwann, was ich will.

Pferdeflüsterei.de: Wenn man von Carlos weggeht und ein „normales“ Pferd nimmt. Von Kopf bis Schweif – gibt es Körpersignale, Ohr nach hinten zum Beispiel heisst …. Ganz groß machen heisst…. Wenn der Schweif schlägt heisst….

Bernd Hackl: Schweif schlagen ist meist ein Zeichen von Unwohlsein, Kopfschütteln ist ein Zeichen von Widerwillen. Spannung im Pferdekörper heisst, er wartet auf irgendetwas. Er ist auf Anspannung. Ein Ohr das sich zu mir dreht, er beachtet mich langsam, er schaut langsam nach mir. Und ganz wichtig: Das Lippen lecken. Wenn Pferde sich die Lippen lecken.

Sie haben eine Gehirnhälfte, die ist für Flucht zuständig. Das heisst, das Pferd presst den Kiefer aufeinander als Fluchttier, beisst die Zähne zusammen, die Arschbacken auch und weg. Weil: jetzt muss ich flüchten. In dem Moment, in dem die Flucht aufhört, das hat man bei Forschung mit Zebras herausgefunden – sämtliche Fluchttiere, Rehe und Hasen machen das auch – schaltet er quasi die Gehirnhälften um und geht von der Fluchthälfte, die die Muskulatur anspannt, auf die Fresshälfte, die die Muskulatur entspannt. Folge dessen, wird der Unterkiefer weich und locker, er fängt an abzukauen. Die Zunge leckt über die Lippen, die Zähne knirschen kurz mal.

Man hat auch festgestellt, dass die Pferde wahnsinnig schnell ihren Puls hochtreiben. Sobald sie aber abkauen sind sie sofort genauso schnell wieder unten. Er kann sich wahnsinnig schnell aufregen, er kann aber auch ganz schnell wieder runterfahren und ganz gechillt sein. Das ist auch etwas, das Menschen oft missverstehen, weil sie sagen: Oh mein Pferd regt sich auf. Angeblich regt sich das Pferd eine Stunde auf. Das ist aber Quatsch, weil er innerhalb von Sekunden aufgeregt und entspannt sein kann, aufgeregt und entspannt. Das was ihn in der Aufregung hält, ist der Mensch.

Pferdeflüsterei.de: Weil der Mensch weiterhin aufgeregt ist und damit das Pferd wieder aufregt

Bernd Hackl: Genau! Wenn Du mal überlegst, unsere Korrekturen für Pferde.  Ein Pferd macht irgendetwas und regt sich auf. Was macht der Pferdebesitzer? Er möchte korrigieren. Er sagt zackig: Nein! Höööööör auf! Das ist alles mit zuviel Druck. Ich schiebe ihn dabei aber immer mehr an die Spitze. Ich kann schon sagen: Nein hör auf. Dann sage ich es aber nicht mit Druck, sondern ich sage freundlich: Nein, hör mir zu, wir machen einfach weiter. Das ist eine ganz andere Klangfarbe.

Ich unterscheide in Klangfarben, die einen reden im roten Bereich mit viel Druck, die anderen reden im grünen und blauen Bereich. Sie nehmen ganz viel Druck raus. Wir funktionieren oft genau verkehrt herum für Pferde*

In seinem Buch findest du noch mehr Tipps und Infos darüber, was Pferde wirklich brauchen.

Bernd Hackl Buch

Pferdeflüsterei.de: Kleiner Schlenker, was verstehst du dann unter Horsemanship, also dem guten Umgang mit Pferden?

Bernd Hackl: Natural Horsemanhsip könnte man übersetzen mit “Fairem Umgang”. Jemand der wirklich ein Horseman ist, beobachtet sein Pferd und weiß: Wieviel Druck hält er aus, wieviel kann ich ihm abverlangen und wo muss ich im Training ansetzen, damit ich ihn weiter fördere und weiter bringe in der Leistung. Das ist Horsemanship. Es ist keine Magie.

Heutzutage ist es ein abgedroschener Begriff, es ist ja alles Horsemanship. Ich habe mittlerweile Leute, die anrufen und sagen: Ich trainiere jetzt seit drei Jahren Horsemanship. Was genau trainieren die? Ich kenne kein Trainingssystem Horsemanship. Ich kenne nur die innere Einstellung “Horsemanship”, nämlich Fairness dem Pferd gegenüber. Dann rücken sie an mit Kandaren und unmöglichen Zäumungen, dann werden die Pferde longiert, heruntergebunden und ausgebunden, aber sie trainieren ja alle Horsemanship. Das ist mir absolut unverständlich.

Bernd Hack Interview

13 Kommentare zu “SO geht “Pferd”: Bernd Hackl erklärt warum du nicht wie ein „Pferd“ sein sollst

    • Petra sagt:

      Hey Denise, danke Dir! 🙂 Es sind die Kleinigkeiten, die uns an der Perfektion hindern 😉 Werden wir ausbessern, liebe Grüße, Petra

  1. Farkas Therese sagt:

    ich habe ein junges Pferd mit 21/2 und bin für jeden Denkanstoß dankbar…
    lese mit großem Interesse eure Artikel

    Gruß Therese

  2. Sady sagt:

    Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht wo ich hier anfangen soll …
    Bernd möchte also sagen, wir sind keine Pferde, also sollen wir uns auch nicht wie welche benehmen. Okay, da gehe ich mit! Aber wenn es seiner Arbeit dient, dann greift er dabei gerne auf "pferdische" Erklärungen zurück, insbesondere wenn es um das Thema positive Verstärkung geht, das er offenbar fast ablehnt. Schließlich belohnen sich Pferde auch nicht untereinander… Ja, wen interessiert es denn? Wir sind doch keine Pferde … Oder sind wir dann "wie Pferde", wenn wir Druck oder Strafe anwenden und dieses legitimieren wollen? Wahrscheinlich folge ich nur einer anderen wissenschaftlichen Lehre, nämlich der Ethologie und Lernbiologie, die so natürlich ist, wie sie funktioniert.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Sady, da kann ich dir gar nicht widersprechen 🙂 Ich arbeite auch mit Leckerli und freue mich über die Motivation, die sie auslösen können. Da bin ich also nicht Bernds Meinung. Aber ich glaube, dass er mit dem "nicht wie Pferde sein" meint, dass wir uns schon auf ihre Sprache und Kommunikation einlassen sollen und sie kennen sollen, aber dabei nicht vergessen sollten, dass wir eben doch auch Menschen sind, die den Pferden in der Menschenwelt eine ganz andere Sicherheit bieten können. Aber ich denke auch, dass du Recht hast, damit, dass ihr unterschiedliche Lerntheorien und Wege verfolgt. Ich finde beide Wege interessant und sehe die Vorteile bei beiden Richtungen, dann wenn sie konsequent und sanft verfolgt werden. Ich persönlich mag Druck nicht besonders gerne und arbeite lieber in klitzekleinen Schritten, andererseits kann ich auch nachvollziehen, dass es manchmal Pferde gibt, bei denen im Vorfeld so viel schief gelaufen ist, dass ein bisschen Druck notwendig ist, um den Kreislauf zu durchbrechen und wieder Rahmenlinien zu geben. Die sogenannten "Problempferde", die ja richtig gefährlich werden können. Nicht weil sie böse sind, sondern weil sie zuviel falsches erlebt haben. Da kann man viel Falsch machen. Aber eben auch viel richtig. Ich habe Bernd schon mit Pferden erlebt und er war immer sehr zugewandt und fair. Gleichzeitig habe ich auch schon mal geclickerte Pferde gesehen, die dauergestresst waren, weil sie permanent auf die Futterbelohnung gewartet haben. Weil das Timing nicht stimmte oder die Pferde zu futterfixiert als Typen waren. Ich glaube, dass es kaum falsche und richtige Methoden gibt, sondern vor allem falsche Anwendungen oder Methode und Pferd passen nicht so recht zusammen. Deswegen finde ich wichtig, viele Meinungen zu kennen, darzustellen und daraus für sich selbst den Weg zu finden. Vielleicht müssten wir zwei auch einfach mal ein Interview über deine Lerntheorie machen? Schreib mir gerne! Ich würde mich freuen, weil ich auch deinen Blog und deine Bücher spannend finde. Liebe Grüße, Petra

    • Nina sagt:

      Hallo Sady, für Pferde ist das GRÖßTE Lob die PAUSE und somit auch positive Verstärkung. Die Pause kommt fürs Pferd also noch deutlich vor dem Leckerlie. Denn Pferde "belohnen" sich so auch gegenseitig, indem sie den Druck rausnehmen, sobald der andere tut, was er von ihm möchte, z.B. gibt es Druck, wenn der andere weichen soll, sobald er gewichen ist, kommt ja auch der Druck raus. Und da wir Menschen ja auch weitermachen wollen, ist es quasi eine Pause.

    • Petra sagt:

      Hallo ihr Lieben, manchmal denke ich ja auch, dass die Abwesenheit von Futter auch Druck ist. Im Grunde ist dann also das "Nicht-Geben" von Leckerli oder das weggehen auch negative Verstärkung – wenn man es so sehen will. Ich denke, dass keine Methode richtig oder falsch ist – wenn man achtsam, fair und klar bleibt und die negativen Emotionen rauslässt. Das nur als ein Gedanke zu diesem Thema – alles Liebe, Petra

  3. Sady sagt:

    Hallo Petra,
    ich glaube, dass es gerade bei den so genannten Problempferden fatal ist, wenn man die durch Druck gemachten Probleme mit noch mehr Druck versucht zu lösen. Ich habe ja durchaus auch das ein oder andere "Problempferd" in meinem Kundenkreis gehabt und die waren alle sehr dankbar für einen anderen Umgang. Aber er ist eben nicht konventionell und bedeutet zunächst erstmal das loslösen von Ansprüchen gegenüber dem Pferd. Und da fängt das Dilemma eben häufig schon an … Clickertraining und positive Verstärkung ist ein ganzheitliches Konzept und sollte nicht nur auf wenige Übungen beschränkt werden, wenn man ernsthaft die Beziehung verbessern möchte. Das Produziert dann unter Umständen das von dir genannte Bild: gestresste Pferde. Der Stressfaktor Futter und die damit verbundene eher schlechte Impulskontrolle des Pferdes führen sehr leicht zu stress, wenn man nicht bereits zu Beginn auch für eine entsprechende Entspannung sorgt. 🙂
    Meine Lerntheorie ist übrigens rein wissenschaftlicher Natur, science based horsetraining sozusagen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mal Lust habt, etwas in dieser Richtung zu machen und habe dich bei Facebook kontaktiert.
    LG Sady

  4. petra strobel sagt:

    einen wunderschönen guten tag,
    ein wirklich schöner bericht, wie viele andere zuvor. es ist mir eine freude, dass es noch menschen gibt , die ein pferd ein pferd sein lassen und eine offene und ehrliche arbeit machen. mehr kompliment gibt es für einen pferdemann nicht der ein gutes auge bewiesen hat. würde mir wünschen das sich viele menschen vor dem meckern die zeit nehmen und schon mal lernen genauer hin zu sehen, hilft ja im anschluss auch beim pferd. liebe grüße petra strobel (qcvsaddlery)

    • Petra sagt:

      Liebe Petra, danke für deinen lieben Kommentar. Ich denke ähnlich. Ich muss nicht alles mögen, was Bernd macht und sagt, aber ich finde vieles nachvollziehbar und kann ihn als Pferdemann mit Fachwissen und Gefühl für die Pferde achten und respektieren. Liebe Grüße und bis bald, Petra

  5. Marissa De Wever sagt:

    Hallo Petra, ich finde den Artikel gut und mag deinen Blog wirklich sehr gerne. Wie bei jeder Arbeitsweise/Einstellung von einem Trainer kann man nicht 100% einverstanden mit allem sein. Aber das Schöne ist ja das man sich aus jeder Art und Weise das für sich und sein Pferd Passende herausnehmen kann. Ich bin nicht mit allem einverstanden was der HacklBernd so vermitteln möchte, habe aber auch schon das ein oder andere mitgenommen und damit echte Erfolge erzielt. 🙂 LG Marissa

    • Petra sagt:

      Hallo Marissa, so geht es mir auch. Mir wäre Bernds Art zu strikt – ich bastle auch anders mit Pferden. Aber einige Ideen finde ich gut. Nur wenn man viel kennt, kann man die richtige Balance für sich selbst finden. Viele Liebe Grüße, Petra

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