Er steht für Horsemanship, für pferdefreundliches Training und für artgerechte Haltung. Alfonso Aguilar*. Der Buchautor und Horseman ist einer der besten Pferdetrainer weltweit. Wir haben einen Platz in seinem Kurs in der Schweiz gebucht. Es ist früh morgens. Wir haben Kaffee, Frühstück und Reitstiefel in den Kofferraum geworfen und sind in die Schweiz gefahren. 3 Tage Kurs, viele Erkenntnisse.

Alfonso Aguilar 3

Petra und weisses Pferd

Flurweid

Alfonso Aguilar im Stall und Zuchtbetrieb Flurweid

Das ist in der Nähe von Zürich. Die Pferde haben dort traumhafte Lebensbedingungen. Heidi hat ihren Pferden einen durchdachten Stall gebaut, der artgerechter kaum sein könnte.

Der perfekte Beispiel-Stall

  1. Dort gibt es Laufboxen mit verschiebbaren Wänden, so dass man jederzeit Abfohlboxen oder Einzelboxen für kranke Pferde daraus machen kann.
  2. Es gibt keine Sackgassen, damit kein Pferd das andere in die Ecke drängen kann.
  3. Die Heuraufen und Wassertränken sind weit verteilt, damit die Pferde viel laufen müssen.
  4. Es gibt Kratzbürsten, Knabberseile und großen Weideflächen.

Flurwald Weiden

Petra, Heidi und Pferd

Reithof Flurweid

Vor allem hat Heidi eine Freibergerzucht. Ihre Pferde dürfen auf der Weide und in der Herde groß werden, sie arbeitet sanft und geduldig mit ihnen und lässt sie so zu gelassenen Reitpferden heranwachsen. Außerdem lädt sie immer wieder Pferdegrößen zu Kursen ein. Diesmal ist es der amerikanische Pferdetrainer Alfonso Aguilar. Er legt viel Wert auf feine, freundliche und klare Kommunikation. Seine Bücher sind wegweisend und inspirierend

Da beschreibt er alles von der Bodenarbeit über die Erziehung bis zum Reiten. Er ist gelernter Tierarzt, ist mit Pferden groß geworden, arbeitet bis heute mit Universitäten zusammen – das alles mit einem Ziel: So pferdefreundlich wie möglich zu sein.

Alfonso Aguilar liebt die Pferde und das merkt man ihm zu jeder Sekunde des Kurses an. Er ist lustig, sympathisch, nahbar und kann sehr gut erklären.

Alfonso Aguilar und die Mähne

Der Kurs geht über 3 Tage. Ich werde Dir ALLES erzählen, Tag für Tag. In den kommenden Tagen geht es um Theoriewissen im Jungpferdetraining (Tag 1) und praktisches Arbeiten in Bodenarbeit, Vertrauen und Führungsqualität (Tag 2 und 3) 

Aber am ersten Tag gibt es einen Theoriepart. Allerdings nicht – wie oft üblich – mit Pferdebesitzern und ihren Problempferden. Diesmal drehte sich alles um die Jungpferdefrage. Immer mehr Menschen wollen kein fertig ausgebildetes Pferd, sondern zusammen mit einem Jungpferd lernen. Das ist ein Trend in der Reiterwelt, der sich in den letzten 10 – 15 Jahren verstärkt hat.

Vom Fohlen zum Reitpferd

Deswegen ist es Alfonso Aguilar besonders wichtig in Kursen zu erzählen, wie Jungpferdeaufzucht und Beritt im Idealfall aus seiner Sicht aussehen sollte. Damit am Ende der Ausbildung ein ruhiges und gelassenes Pferd steht. Das gelingt leider nicht jedem. Manch einer überschätzt sich und seine Fähigkeiten. Der Beritt ist eine wichtige Angelegenheit. Immerhin sind das die ersten Erfahrungen die ein Pferd mit dem Menschen macht und die setzen sich fest.

Ich habe ewig gesucht, bis ich die passende Trainerin gefunden habe und werde mich sicher nicht alleine daran wagen, sondern baue sehr auf ihre Unterstützung. Mindestens genauso wichtig ist es Erfahrungen und Meinungen zu sammeln, damit man das Beste für das eigene Pferd entscheiden kann, finde ich. Das ist unsere Verantwortung als Pferdebesitzer. Denn die felligen Pferdekinder hatten und haben keine Wahl. Sie müssen das tun, was wir für sie vorsehen. Deswegen müssen wir uns sehr gut überlegen, wem wir sie anvertrauen und wie sie ausgebildet werden sollen.

Wichtigste Maxime: Man darf ein junges Pferd weder über- noch unterfordern!

Beides passiert sehr schnell und wird für Unlust und eine schlechtere Einstellung dem Mensch gegenüber sorgen. Denn – und das ist wirklich erschreckend – junge Pferde merken sich wahnsinnig gut, was man ihnen beibringt. Egal ob Gutes oder Schlechtes. Ist das nicht grauenvoll?

Timing ist bei Pferden alles! Das hat Alfonso Aguilar in seinem Kurs heute nochmal deutlich gemacht. Das Jungpferd hat keine Wahl, ob sie zu Dir will oder nicht. Deswegen sollte man nur mit viel Erfahrung oder mit einem erfahrenen Trainer an der Seite ein junges Pferd trainieren.

Alfonso Aguilar hat viel von dem bestätigt, was so nach und nach auf meiner inneren To-Do-Liste aufgetaucht ist. Aber ich beschreibe Dir am Besten von Vorne, was wir alles gelernt haben. Ich habe ein bisschen mitnotiert, kann aber nicht versprechen, dass jeder Schritt absolut vollständig ist. Also nagele mich bitte nicht darauf fest.

Alfonso Aguilar Doppellonge

Wann fange ich an mit dem Fohlen zu arbeiten?

Alfonso Aguilar ist kurz auf das umstrittene „Imprinting“ eingegangen. Er hat die Warnung ausgesprochen, dass das Fohlen in den ersten 3 Stunden nach der Geburt am extremsten geprägt wird. Auch mit schlechten Dingen.

Du musst dir also gut überlegen, wann du eingreifst und wie du eingreifst.

Die ersten 3-10 Tage setzten sich Ereignisse besonders im Fohlenkopf fest. Das ist laut Alfonso Aguilar ein guter Zeitraum, um dem Pferdekind die ersten gemeinsamen Schritte und das Vertrauen in den Menschen näher zu bringen. Das alles aber bitte mit viel Vorsicht, Ruhe und Geduld. Außerdem nicht zu lange und nicht als Intensivtraining.

Es geht Alfonso Aguilar bei diesem Schritt erst einmal darum, dass das Fohlen die Dinge kann, die es aus gesundheitlichen Gründen vielleicht können muss. Wenn der Hufpfleger kommen muss, dann hat er keine Zeit dem Fohlen mit Geduld erst einmal das Hufe geben beizubringen. Das gleiche gilt für das Festgehalten werden, wenn zum Beispiel der Tierarzt kommen muss.

Schlimm, wenn das für das Fohlen gleich beim ersten Mal mit irgendwelchen Schmerzen oder Spritzen verbunden ist, weil der Mensch es ihm vorher nicht schon im Guten beigebracht hat.

  1. Das Pferd sollte ans Halfter gewöhnt werden
  2. Gewöhnung ans Seil mit Berührungen
  3. Hals ein bisschen biegen
  4. Hufe geben
  5. Vor- und Hinterhand verschieben
  6. In den Armen kurz gehalten werden
  7. Überall berührt werden
  8. Ein paar klitzekleine Schritte geführt werden.

Alfonso AguilarWie geht es danach weiter

Schritt 2 ist für Aguilar dann im Alter von ca. 6 Monaten angesagt. Dazwischen darf das Kleine einfach fröhlich auf der Weide herumspringen und wird auch gar nicht groß belästigt oder in irgendeiner Form trainiert. Dann holt man das Fohlen wieder über einen Zeitraum von 6, 7, 8, 9, 10 Tagen täglich und übt spielerisch ein bisschen.

  1. Hufe geben
  2. Vor- und Hinterhand verschieben
  3. Überall berührt werden
  4. Ein paar klitzekleine Schritte geführt werden
  5. Weichen vom Seil und um das Fohlen herum spazieren
  6. Auch mal über eine Plastikplane geschickt werden

Alfonso zieht - Bloglside

Der nächste Schritt

Der kommt dann im Alter von etwa 12 Monaten. Wichtig ist dabei aber, dass es keine genauen Regeln gibt. Das eine Fohlen ist etwas früher bereit, das andere braucht ein paar Wochen länger, bis es in die nächste Grundschulklasse kann.

  1. Vorbereitungen zum Anbinden
  2. Überall berührt werden – aber jetzt mit Seil und Stick
  3. Vor- und Hinterhand verschieben und auch Hals biegen
  4. Einfache Hindernisse überwinden, wie eine Plastikplane oder anderen Schnick-Schnack
  5. In den Anhänger einsteigen
  6. Erste Vorbereitungen zum Longieren
  7. Das Seil sollte überall fröhlich um den Pferdekörper geschwungen werden können, daran muss das Kleine jetzt langsam gewöhnt werden
  8. Gewöhnung an die Satteldecke
  9. Oooooh und gewöhnt Eure Pferde immer an verschiedene Farben und Muster in Seil und Satteldecke. Alfonso Aguilar hat von einem Pferd erzählt, dass tiefenentspannt die ganze Seilerei mit dem immer gleichen schwarzen Seil ertragen hat, bis seine Besitzerin mit einem neuen blauen Seil um die Ecke kam und plötzlich gabs die Panikattacke

Alfonso Aguilar lässt schnuppern

Und jetzt?

Natürlich darf das Pferd dann wieder ab auf die Weide. Alfonso Aguilar meinte, dass er die Pferde lieber einige Tage am Stück trainiert. Dadurch setzt sich das Lernergebnis fest und bleibt im Pferdekopf verankert. Das ist besser, als einmal pro Woche über einen längeren Zeitraum zu trainieren. Dann setzt es sich nicht fest und das Pferd verliert die Lust.

Lieber einige Tage am Stück immer wieder trainieren und dann wieder auf die Weide entlassen, ist seine Maxime.

Sobald alles gut funktioniert, darf das Pferd wieder zurück zu den Kumpels und das Pferdeleben genießen. Das nächste Mal holt er seine Pferde dann erst wieder mit gut 2 Jahren zurück auf den Arbeitsplatz. Dann gehts langsam los mit den ersten Schritten zu einem Reitpferd.

  1. Das Pferd soll an den Gurt gewöhnt werden (bitte so entspannt wie möglich, einfach nichts besonderes aus der Situation machen, sondern so gurten, als ob man das schon 1000 Mal gemacht hätte)
  2. Vor- und Hinterhand sollten sich zusammen, getrennt und in allen Variationen verschieben lassen.
  3. Das Pferd sollte jetzt Hindernisse durchlaufen lernen, die etwas schwieriger sind, als nur eine Plastikplane
  4. Dann geht es mit dem „Reiten“ vom Boden aus los. Also mit Zügeln zeigen, wohin man das Pferd lenken will. Mit dem Körper an der Stelle leichte Drucksignale übermitteln, an der später der Schenkel wäre. Alle Richtungen, vorwärts, Rückwärts und Stop so lange üben, bis das Pferd verstanden hat, was der Mensch von ihm will
  5. Das Pferd muss natürlich erstmal an das Zaumzeug der Wahl gewöhnt werden.
  6. Und dann kommt das Handpferdedasein ins Spiel. Die Bodenarbeit wird dann noch vom Pferd aus weitergeübt. Das hat den Sinn und Zweck, dass das Pferd den Menschen schon mal oben sieht, aber eben auf einem anderen erfahrenen Pferd, dass das vollkommen normal findet. Plus: Das Pferd lernt, dass die Befehle auch von oben kommen können.

Alfonso Aguilar Hindernisse

Alfonso Aguilar mit Jungpferd 2

Wie sieht Beritt im Idealfall nach dem System von Alfonso Aguilar aus?

Jetzt ist das eigene Jungpferd 3 Jahre alt oder älter. Jetzt wird’s Ernst!

  1. Alfonso Aguilar macht auch nochmal Bodenarbeit
  2. Er fährt das Pferd vom Boden aus – arbeitet mit dem inneren und äußeren Zügel
  3. Man setzt sich auch mal ohne Sattel auf das Pferd. Aber nicht einfach so, sondern entspannt und nach und nach. Also Alfonso Aguilar springt erstmal am Boden neben dem Pferd. Sobald das entspannt geht, legt er sich mit dem Bauch auf den Rücken und streichelt das Pferd. Sobald das entspannt geht, schwingt er auch mal sein Bein rüber. Und so weiter und so weiter und das auch nicht alles in einer halben Stunde, sondern auch da nach und nach, mit viel Geduld – solange bis das Pferd signalisiert, dass es soweit ist.
  4. Er steigt mehrfach auf und ab
  5. Er legt den Sattel auf. Das Pferd darf vorher schnuppern und erkunden, dann wird der Sattel auf den Rücken gelegt, dann wieder weg, dann wieder auf den Rücken. Erst wenn das geht, wird nach und nach auch mal der Gurt angezogen. Auch das bitte mit viel Vorsicht und Geduld. Die Pferde haben empfindliche Bauchmuskeln und durch zu unsensibles schnelles festzurren, kann der berühmte Gurtzwang entstehen.
  6. Er führt das Pferd durch normale Hindernisse, aber eben mit dem Sattel auf dem Rücken
  7. Irgendwann steigt er auf und Reitet immer mal wieder 10-15 Minuten. Hat das Pferd seinen Job gut gemacht, dann bekommt es eine Pause und darf chillen.

Alfonso Aguiar springt

Alfonso 4

Alfonso Aguilar steigt auf

Entspannt schnaufen und schnauben

Das war der Theorieteil. Das ganze hat der Pferdetrainer mit einem Beamer an die Wand geworfen und ausführlich erklärt. Aber natürlich bleibt es nicht bei der puren trockenen Theorie. Dann durften wir zusehen, wie Aguilar mit Jungpferden arbeitet und zwar mit zwei 6 Monatigen, zwei 12 Monatigen, 2 2-jährigen und einem 4 jährigen. So konnten wir die ganzen Entwicklungsstufen nochmal live sehen und das mit jeweils zwei unterschiedlichen Charakteren.

Außerdem konnten wir genau sehen, wie Alfonso Aguilar mit den unterschiedlichen Pferden umgegangen ist. Das eine Pferd brauchte etwas länger für die Aufgaben, das andere kürzer. Das eine war sturer, das andere ängstlicher. Es war schön zu beobachten, dass Aguilar immer die Ruhe und sein Lächeln bewahrt und zwischendurch immer mal wieder sehr bewusst ausatmet.

Das ist wie so eine Art „Jaja, ist doch alles gut, entspann Dich“-Seufzen. Das war im Grunde sein Zeichen an sich selbst und an die Pferde, dass es jetzt eine kleine Verschnaufpause gibt. So ein „Alles ist gut“-Ausatmen. Das hat jedes mal wieder perfekt funktioniert. Nach jeder Action-Runde hat Alfonso Aguilar sich vor das Pferd gestellt und einmal entspannt geseufzt und schwups, schon ging der Pferdekopf entspannt Richtung Boden und das Pferd hat sich mindestens genauso entspannt hingestellt und über die gelungene Herausforderung gefreut.

Hast du Erfahrung mit Jungpferdetraining? Wie siehst du die Schritte von Alfonso Aguilar? Kennst du andere Systeme? Ich freue mich auf deinen Kommentar und deine Erfahrungen in Sachen Jungpferdeberitt

Morgen gehts weiter, mit BodenarbeitBodenarbeit, Gymnastizierung, Anti-Schreck-Training und korrekter Umgang mit Rope und Knotenhalfter

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Autor: Petra Haubner

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

12 Kommentare zu “Die wichtigen ersten Schritte: Jungpferdetraining a la Alfonso Aguilar

  1. Eva H. sagt:

    Hallo, wünsche dir eine schöne Zeit bei deinem Kurs!

    Ich habe auch 2 Jungpferde, sie sind 4 Jahre und als Jährling haben sie mich gefunden und sind zu mir gekommen.

    Meine Erfahrung ist, je entspannter ich bei der Arbeit bin desto besser ist es. Wir haben keinerlei Probleme Gott sei Dank. Wie Alfonso Aguilar, wenn sie sich entspannen sollen und ich natürlich auch, schnaube ich wie ein Pferd ab. sofort sind sie gelöst. Ich arbeite meine Pferde so, wie ich es in mir fühle und wie ich sehe, habe ich nicht viel falsch gemacht. Das Ziel von mir ist eine Partnerschaft mit dem Pferd ein Geben und Nehmen beiderseits. So erreichte ich eine natürliche Autorität, die die Pferde annehmen.

    • Petra sagt:

      Hallo Eva, vielen lieben Dank! Der Kurs war toll. Ich bin immer noch beschwingt und lasse die wunderbare Stimmung in mir nachwirken. Sowohl der Stall Flurweid, als auch Alfonso Aguilar sind 150 % empfehlenswert. Ich mag Deine Formulierung, dass sie Dich gefunden haben. Meine Kleine hat mich auch gefunden, würde ich sagen. Das Schnauben funktioniert wirklich. Ich glaube, das ist so ein Spiel auf gegenseitigkeit. Man gibt sich und dem Pferd eine Pause und sagt sich und dem Pferd damit "Och, ist doch alles ganz easy". Das baue ich ab jetzt auch bei mir mit ein. Hast Du noch mehr Tipps, wie Du mit Deinen Jungpferden umgehst? Ich nehme alles entgegen und freue mich über jede Info in Sachen Pferdewissen 🙂 Ich wünsche Dir eine schöne Woche und schicke liebe Grüße, Petra

  2. Caro sagt:

    Hallo Petra,

    ein spannender Bericht!

    Ich finde die Idee mit dem Handpferd sein auf dem Platz total gut. Da wäre ich so jetzt nicht drauf gekommen aber es macht total Sinn, finde ich.

    Ich persönlich finde, das so ein Jungpferd mit 2 – 3 Jahren noch nicht zum Reitpferd werden muss. Ich finde es immer schön wenn sie die ersten Jahre erstmal Pferd sein dürfen.

    Bin schon gespannt auf die Praxisteile! 🙂
    Liebe Grüße
    Caro

    • Petra sagt:

      Hallo Caro, mir ging es auch so, dass ich die Idee mit einem Handpferd sehr logisch fand. Das Pferd hat im Kurs auch sehr positiv darauf reagiert, dass ein Pferdekumpel neben ihm war und es sich so langsam an einen Reiter von oben gewöhnen konnte. Für mich und meine Kleine geht es auch erst mit 3,5 Jahren los. Ich denke, dass es ihr nicht schadet, wenn sie "erst" mit 3,5 langsam angeritten wird, vorherige Bodenarbeit inklusive. Aber da soll man – laut Alfonso – von Pferd zu Pferd schauen. Das mochte ich an ihm und seinem Ansatz sehr. Er hat keine Pauschalmaximen herausgegeben, sondern nur Ideen, die dann aber an jedes Individuum angepasst werden sollen. Hab noch einen schönen Abend und Liebe Grüße, Petra

  3. Janine sagt:

    Hallo Petra,
    ich habe mir Alfonso im April 2014 in einem Kurs angeschaut. Vorher habe ich sein zweites Buch gelesen und viel daraus mit genommen. Ich habe meinen Kleinen komplett selbst ausgebildet mit Hilfe von Horsemanship-Trainern und Reittrainer. -Bei uns lief bisher alles problemlos *klopfaufHolz*
    Vertrauen ist dabei alles. Egal, was wir machen, mein Pferd muss erst entspannt sein. Damals war es das Aufsteigen heute ist es das Galoppiern im Gelände.
    Ich freue mich schon darauf, weitere Berichte zu lesen!
    Viele Grüße, Janine

    • Petra sagt:

      Wie toll, dass es bei Euch so gut läuft. Ich bin mal gespannt, ob ich das in zwei Jahren auch von mir behaupten kann, wenn meine Kleine dann in der Ausbildung steckt. Ich habe eine Trainerin an meiner Seite, die sich auf Pferdegrundschule spezialisiert hat. Dein Grundsatz: Egal was Du machst, Dein Pferd muss entspannt sein – finde ich super! Das macht Alfonso auch so. Wenn er das Gefühl bekam in dem Kurs, dass ein Pferd das gewünschte gerade nicht leisten kann, weil es überfordert wäre, dann hat er es gelassen. Du siehst, ich bin ein echter Aguilar-Fan 🙂 Liebe Grüße, Petra

  4. Heidi sagt:

    Liebe Petra
    Liebe Pferdefreunde

    Vielen Dank liebe Petra für den tollen Bericht über die Kurstage bei uns in der Schweiz. Nicht nur der Bericht, deine ganze Seite finde ich ganz toll! Ich bin noch nicht einmal mit allen Seiten durch, bin aber schon ein Fan :)!

    Ich habe noch eine Anmerkung zum Beitrag von Caro, den ich hier unbedingt loswerden möchte! Liebe Caro, du hast sehr recht. Ein 2,5 bis 3 jähriges Pferd muss noch nicht unbedingt geritten werden. Auch wir würden gerne länger am Boden und an der Hand mit unseren Pferden arbeiten, bevor wir ihnen das Reitergewicht zumuten. Aber die Freiberger müssen in der Schweiz mit 3 Jahren den Feldtest machen, wo sie geritten und gefahren vorgestellt werden müssen. Ich tue mich sehr schwer mit dieser Prüfung, weil sie meiner Meinung nach die Pferde überfordert und man sie so sehr schwer schonend und korrekt ausbilden kann. Wir mussten daher ein System finden, wie wir das tun können, ohne dem Pferd zu schaden. Das Trainingssystem von Alfonso funktioniert da sehr gut, weil das Pferd sehr früh lernt, mit dem Mensch zusammen zu arbeiten und darauf vertraut, dass ihm nichts angetan wird, was ihm schaden könnte. Wäre ich nicht an den Feldtest gebunden, würde ich nicht vor dem 3. Geburtstag auf meine Pferde sitzen, aber ganz sicher am Boden mit ihnen arbeiten. Man schickt ja Kinder auch nicht einfach mit 17 Jahren zur Uni, sondern sie lernen in kleinen Schritten, von Mama und der Familie getrennt zu sein und werden dann im Kindergarten und der Grundschule langsam an neue Themen heran geführt. In der Pferdeausbildung ist das nicht anders.

    Auch wenn wir bereits mit ca 2 3/4 Jahren mit dem Anreiten beginnen (müssen), werden die Pferde schrittweise daran gewöhnt. Mehr als drei Mal die Woche 10 bis 20 Minuten werden sie nicht geritten. Auch die 3,5 Jährigen Pferde werden nie mehr als drei Mal die Woche geritten. Der Rest der Arbeit besteht aus verschiedener Bodenarbeit, Handpferde-Ausflüge, Doppellonge etc.. Und was auch wichtig ist: Nie zu lange mit jungen Pferden (und älteren!) Lektionen üben! Ein motiviertes Pferd erhält man, wenn es lernt, dass ganz schnell Pause ist, wenn es gut mitmacht.

    Ich wünsche allen viel Spass mit ihren Pferden und freue mich sehr, dass es so engagierte Menschen in der Pferdewelt gibt wie Petra! Alles Gute und bis bald! Heidi

  5. Petra sagt:

    Liebe Heidi, wie schön von Dir zu lesen 🙂 Der Kurs war so entspannt, lustig und lehrreich, wir denken immer wieder gerne daran und freuen uns, dass wir dabei sein konnten. Sagst Du Nayla liebe Grüße von mir? Sie ist so eine Süße! Wer auch immer irgendwann ihr Besitzer sein wird, wird viel Freude mit ihr haben. Und sie ist der Beweis dafür, dass das Jungpferde-System a la Flurweid und Aguilar sehr gut funktioniert. Sie ist so gelassen, lieb und selbstbewusst. Das wird ein Pferd wahrscheinlich vor allem, wenn es vom Menschen nur Gutes erfahren hat. Das ist so wichtig! Danke nochmal und wir wollen auf jeden Fall wiederkommen. Bis (hoffentlich) bald und liebe Grüße an alle, Petra

  6. Jana sagt:

    Hallo Petra,

    na das klingt ja nach einem spannenden Kurs 🙂
    Ich selbst habe eine Tinkerstute (6 Jahre alt) und ihre Jährlingsstute.
    Leider wurde die Große viel zu früh in Irland "eingeritten", weshalb ich mit ihr ganz von vorne beginne. Auch habe ich mir vorgenommen, die Kleine nicht vor Ihrem 5. Lebensjahr anzureiten, da Wachstumsfugen erst sehr spät schließen und Tinker sich eh recht spät entwickeln und lange wachsen.
    Ich bin froh, dass die Große noch recht unverdorben ist und wir entspannt von vorne beginnen können, da man ihr das frühe, nicht professionelle Einreiten schon anmerkt.
    Ich hab das Buch "Professionelle Ausbildung am Boden" von Alfonso Aguilar, welches ich nach und nach umsetze, ganz in dem Tempo meiner lieben Stute 🙂

    • Petra sagt:

      Aaaah, da steht die Antwort auf meine vorherige Frage. Du hast zwei Pferde 🙂 Tinker sind tatsächlich etwas später dran? Spannend, wie unterschiedlich die Rassen sind. Ich habe eine Quarterstute, die zählen zu den Frühentwicklern. Viele werden schon mit zwei Jahren angeritten, grauenvoll. Aber meine Kleine darf 3,5 Jahre alt werden, bevor sie in die Grundschule kommt und dann auch sehr langsam, sehr viel Bodenarbeit und entspanntes kurzes Anreiten. Meine Trainerin Sabine hat eine Serie hier. Sie beschreibt alle zwei Wochen die Ausbildung eines jungen Islandwallachs. So ähnlich wird das dann auch bei meiner kleinen Ablaufen. Machst Du denn alles alleine? Wie lange "arbeitest" Du schon mit Pferden? Alles Liebe, Petra

  7. Jana sagt:

    Oh je mit 2 schon?? Furchtbar!
    Ich war mal eine Zeit lang in einem Traberstall wo ich mich um ein paar der Jungpferde gekümmert habe…mit spätestens 2 Jahren landen sie dann direkt im Training und gehen dann mit 6 als "Freizeitpferde" wieder raus…mit Glück finden einige immer einen Liebhaber, der die Zeit und Geduld hat sich ihrer anzunehmen.
    Oh ja, die Serie verfolge ich auch immer 🙂 Viele wertvolle Tipps, vor allem, weil es meine ersten Jungpferde sind und ich dementsprechend natürlich nicht sooo erfahren bin. Ich muss allerdings sagen, dass wir bis jetzt sehr gut voran kommen. Ich mache das meiste nach Bauchgefühl und je nach Reaktion des Pferdes…Natürlich lese ich sehr viel und spreche mit vielen erfahrenen Leuten auf dem Gebiet, muss aber sagen, dass ich mir darauf meist einen eigenen Weg bilde, da mir viele "Methoden" einfach nicht zusagen…im Stall bin ich dafüt schon als komisch abgestempelt 😉
    Auch das späte Anreiten und das ich nun von vorne angefangen habe versteht keiner so recht…ich möchte nur einfach alles möglichst richtig machen und auch das Reiten irgendwann für sie positiv gestalten und nicht als notwendiges Übel.
    Bekommen habe ich sie vor ca 1 Jahr, da kam die Kleine gerade auf die Welt (Import-Ü-Ei).
    Die Mami ließ sich nicht anfassen, nicht putzen und erst recht nicht aufhalftern.
    Ich war viele Tage einfach nur bei denen auf der Weide, bis sie das erste Mal neugierig wurde und näher kam. Nach und nach haben wir dann eine echt tolle Beziehung aufgebaut und noch immer ist es so, dass sie anderen Menschen sehr skeptisch gegenüber ist, für mich aber mittlerweile das perfekte Verlasspferd 🙂
    Sie kommt mir freudig entgegengetrabt wenn sie mich sieht und ist sehr rücksichtsvoll und mit ihrer Aufmerksamkeit immer bei mir. Ich genieße jede Minute mit ihr, auch wenn unser Weg lange dauert und viel belächelt wird…im Endeffekt stauenen doch recht viele wie sie sich entwickelt hat.

    • Petra sagt:

      Ich finde toll, dass Du Deinen eigenen Weg gehst. Wirklich!! Ich wurde auch schon als Wattebauschwerferin und Ponyhofmädchen bezeichnet. Mir hat schon mal jemand sarkastisch zugerufen: Ach, machst Du mal wieder Pferdemeditation!" als ich mein Schulpferd ausgiebigst gekrault hatte beim Putzen, während die Person ihren Sattel im Sekundentakt auf den Pferderücken geworfen hat. Dass ich das Pferd mit Ruhe und Zeit gerade an den Öhrchen entspanne, weil es sich dort nicht so gerne anfassen liess und am Ende der Woche Reiturlaub durfte ich sofort an die Öhrchen, kraulen und es hatte den Kopf entspannt tief für mich…hat die Dame nicht bemerkt. War mir aber auch egal. Ich habe nur gelächelt und weitergemacht. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, aber ich denke oft, dass die Menschen die sich nicht so viele Gedanken machen auch sehr viel verpassen. Traurig ist es nur für die Pferde, die leider darunter leiden müssen. Deswegen schreibe ich auch hier. Ich mache auch sehr viel nach Bauchgefühl, kann nicht immer alles begründen und vieles versuche ich mir bei Trainern erklären zu lassen, die ich wirklich sehr gut finde. Das alles ergibt nach und nach ein Bild. Mit Jungpferden habe ich auch noch keine Erfahrung, das wird dann kommen, wenn meine Kleine im Sommer kommt und von Sabine trainiert wird 😉 Ich finde toll, dass Du das Vertrauen mit Deiner Stute erarbeitet hast und am Ende zählt ja nur, wie Du und Dein Pferd miteinander klar kommt und nicht, ob jemand schräg schaut. Auch wenn das sicher nicht immer leicht ist und auch offenbar eine merkwürdige Sache in der Reiterwelt.. Ich glaube sogar manchmal, dass die Menschen Deinen Weg nur belächeln, weil sie insgeheim neidisch sind und Angst haben erkennen zu müssen, dass sie viel falsch gemacht haben oder mit ihrem Pferd nicht an so einen Punkt kommen werden. Da ist es doch viel leichter das zu belächeln, als über sich selbst nachzudenken. Alles Liebe und ich freue mich sehr, dass DU hierher gefunden hast, Petra

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