Artikel aktualisiert am 25.06.2017

Schönes Fell und ein gesunder langer Schweif sind auch eine Sache der richtigen Pflege. Da ich bei meiner Stute auch an den Schweif ran musste, habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und will dir meine Recherche weitergeben. Damit du den Schweif deines Pferdes so pflegen kannst, dass er so puschelig und lang wird, wie er nur sein kann.

Ich werde dir Schritt für Schritt erklären, wie du dein Schweif deines Pferdes so pflegen kannst, dass er schön glänzend und puschelig wird. Und warum die richtige Fellpflege so wichtig ist.

Schweifpflege beim Pferd

Fangen wir also hinten an – beim Schweif: Der Schweif ist ja auch nicht ganz unwichtig, immerhin ist er Kommunikationsmittel und er hilft dem Pferd die lästigen Pferdebiester, die Fliegen und Bremsen und Mücken und all die anderen stechenden Plagegeister, loszuwerden. Im Winter hat er sogar eine Heizfunktion. Die Pferde stellen sich dann eng zusammen, Nase an Schweif, nebeneinander und hintereinander und wärmen sich so im Schweif des jeweils anderen. Der Schweif ist also wichtig. Darin sind wir uns einig.

MagicBrush Pflege 2017

HIER findest du noch mehr Infos und ein Experteninterview zum Thema „richtige Pferdepflege“

Du solltest dich jeden Tag um den Schweif kümmern. Je mehr du darauf achtest, desto besser wird es dem Schweif deines Pferdes gehen.Schweifpflege beim Pferd

Die täglichen Schritte zu einem hübschen und fluffigen Schweif:

  1. Geh zu deinem Putzkasten und wirf die übliche Schweif- und Mähnenbürste weg. Bitte! Wirklich! Tu mir den Gefallen. Du brauchst sie nicht. Außerdem sorgt sie mit dafür, dass der Schweif deines Pferdes vielleicht nicht so dick ist, wie du es gerne hättest. Warum, erkläre ich dir gleich. Aber jetzt – geh zu deinem Putzkasten und wirf die Mähnenbürste weg. Dann geh und hol dir eine weiche fluffige Bürste oder einen Kamm.
  2. Schnapp dir den Schweif vorsichtig und lese erst einmal alle Heuhalme, Ästchen und andere Fremdkörper raus. Bitte sei sanft und vorsichtig dabei und achte darauf, dass du deinem Pferd nicht die Schweifhaare mit herausziehst. Nur die Fremdkörper.
  3. Dann kannst du dich den einzelnen Schweifhaaren widmen und sie entwirren. So ein Schweif ist relativ lang, jedes Haar braucht also wirklich lange um wieder genauso nachzuwachsen. Deswegen ist es auch so wichtig, dass du den Schweif vorsichtig entwirrst und möglichst keine Haare herauszupfst
  4. Jetzt kannst du dir die weiche Bürste holen. Am Besten hältst du den Schweif am Ansatz fest. Achtung, die Schweifrübe ist ein lebendiges Stückchen Pferd mit Knochen, Muskeln und damit auch empfindlich. Sei auch da vorsichtig. Aber wenn du den Ansatz sanft festhältst, kannst du mit der Bürste den Schweif leicht bürsten, ohne deinem Pferd Haare auszureissen. Das dient nur dem Glanz, nicht dem entwirren des Schweifes. Denn du reisst dem Pferd sonst schneller die Haare aus, als sie nachwachsen können. Das ist der Grund, warum du deine alte Schweifbürste wegwerfen solltest.MagicBrush Pflege 2017
  5. Ist der Schweif sehr verklebt kannst du auch mal zu einem Pflegespray greifen, um deinem Pferd die Prozedur zu erleichtern. Daran musst du dein Pferd aber erstmal gewöhnen. Die meisten Pferde mögen weder das Geräusch besonders noch das Gefühl vom kühlen Spray auf ihrer Haut.

Mähnenspray beim Pferd

Mähnenspray beim Pferd

Was tun bei einem besonders schmutzigen Schweif?

Manchmal sind die Pferde ja dann auch wirklich so entspannt unverschämt und wälzen sich genüßlich in allem, was auch nur leise „Dreck“ ruft. Schlamm, Lehm, Pferdeäpfel – Möglichkeiten sind viele vorhanden und die Pferde lieben es. Dann hilft auch keine Bürste mehr. Wenn es nicht zu kalt ist, also nicht Winter, dann kannst du den Schweif auch erst einmal waschen.

Das Buch fasst das richtige Putzen und die Pflege übrigens auch sehr gut zusammen*

So wäschst du den Pferdeschweif richtig:

  1. Wenn dein Pferd Wasser gewohnt ist und für in Ordnung befunden hat, kannst du den lauwarmen Wasserstrahl von der Schweifrübe abwärts den Schweif herunterlaufen lassen.
  2. Wenn du im Winter nicht darum herum kommst den Schweif zu waschen, dann nimm dir einen Eimer Wasser und tauch den Schweif darin ein – so kannst du ihn zumindest notdürftig sauber machen, so dass er für dein Pferd wieder einigermaßen funktionsfähig ist

Die Schweifrübe ist sowieso etwas, das immer wieder einen Blick wert ist. Gerade im Sommer zum Beispiel kann sie sich auch mal offene Stellen haben, weil die ganzen Fliegen und Stechbiester sich gerne darauf niederlassen. Das juckt und die Pferde kratzen sich. Da kannst du deinem Pferd helfen, indem du die Schweifrübe zum Beispiel mit Kokosfett einschmierst, das mögen die meisten stechenden Biester nicht. Du kannst sie immer gut pflegen. Sollte dein Pferd zu Ekzemen neigen und richtige Schwierigkeiten haben, kannst du auch mit biologischen Pflegemitteln entgegensteuern.

HIER findest du Hausmittel, die gegen die nervigen Pferdebiester helfen

Du kannst übrigens auch einzelne Massage-Runden miteinbauen. Die Pferd wird sich sehr freuen. HIER findest du eine Beschreibung für die richtige Pferdemassage – Schritt für Schritt

Pferdemassage richtig machen

Pferdemassage richtig machen

Nochmal zusammengefasst  – die fünf wichtigsten Tipps für die richtige Schweifpflege

Und jetzt habe ich noch einfache Pflegetipps für dich, damit der Schweif deines Pferdes zum puscheligsten und dichtesten des ganzen Stalles wird:

  1. Du kannst den Schweif gerne täglich „verlesen“, aber bitte nicht bürsten. Maximal mit einer weichen Bürste über das Haar fahren, nachdem du den Schweif schon ausgelesen und ent“dreck“t hast. So ein Schweifhaar ist einfach zu schade um ausgerissen zu werden, denn es dauert viele Jahre bis es wieder komplett nachgewachsen ist
  2. Du kannst nicht nur den Rest deines Pferdes massieren, sondern auch seine Schweifrübe. Das löst zum einen die Muskeln und verbessert die Durchblutung und das wiederum fördert das Haarwachstum
  3. Wenn dein Pferd zu Juckreiz neigt und sich die Schweifrübe immer wieder blutig scheuert, unbedingt den Tierarzt rufen und checken, woran es liegt. Du kannst die Schweifrübe gerade im Sommer zum Beispiel mit Ekzemerlotionen einreiben. Das kann den Juckreiz lindern
  4. Du kannst den Schweif deines Pferdes auch ab und an mit Hilfe eines Wassereimers waschen. Dazu lässt du Wasser in den Eimer, packst vielleicht das superduperbiokräuter-öko-Spezialshampoo dazu, das du dir für besonders harte Fälle besorgt hast und tunkst den Schweif in den Eimer. Danach wäschst du den Schweif wirklich gründlich wieder aus.

HIER findest du noch mehr hilfreiche Tipps zur Pferdepflege

Und natürlich habe ich auch wieder Lesetipps für dich zum Thema*

Helfen dir diese Artikel weiter?

6 Kommentare zu “Schneiden, Waschen, Legen? Wie du den Schweif deines Pferdes richtig pflegst

  1. Nessa sagt:

    Also auch wenn ich den Kern dieses Artikels fast teile, so finde ich manche Statements so falsch, dass ich sie kommentieren möchte.
    1. Pferde sind sehr wohl Chemie. Keine Ahnung, woher diese unbegründete Angst vor Chemie kommt, aber ALLES ist Chemie, auch das Wasser, mit dem du dein Pferd abspritzt und auch die Vitamine, die es für ein schönes Fell braucht – wir bestehen aus chemischen Verbindungen und es laufen permanent in uns und in unseren Pferden chemische Prozesse ab. Da muss man schon konkreter werden und begründen, warum etwas nicht ans Pferd soll.
    2. Kein verdreckter Schweif der Welt wird von Wasser wieder sauber. Geht einfach nicht. Und wenn man sich mal angewöhnen würde, nur den unteren Schweifteil zu waschen, hätte man auch kein Problem mit aufgescheuerten Schweifrüben mehr.
    3. Ich bewundere Leute, die den Schweif des Pferdes per Hand verlesen, aber ich kann mich nicht täglich ne Stunde an den Hintern meines Pferdes stellen, also bürste ich eben doch – aber mit einem groben Metallkamm und von unten nach oben und schon reißt man auch keine Haare mehr aus.

    Das Parabene an keinen Körper gehören, kann man begründen, Silikone sind Ansichtssache – aber beide Wörter tauchen hier nicht auf, nur die böse Chemie und sowas kann ich einfach nicht so stehen lassen.

    • Petra sagt:

      Liebe Nessa, erst einmal freut es mich, dass du den Kern des Artikels teilst. Das ist schön. Das Wörtchen "falsch" finde ich falsch, weil es impliziert, dass du absolut richtig liegst – und wie wir wissen, gibt es in der Pferdewelt tausend Wege und Ansichten, Meinungen und Möglichkeiten – je nachdem welche Erfahrungen man individuell gemacht hat. Zu deinen Punkten: Klar ist H2O auch Chemie und in einer Seife stecken Na+ – Kationen ohne Ende. Aber das ist ja nicht der Punkt und ich glaube, dass du das auch ganz genau weißt. Es geht mir darum, dass wir chemisch hergestellte Stoffe an den natürlichen Organismus Pferd lassen. Ich glaube, dass vollkommen klar ist, was ich damit sagen will. Parabene, Silikone, Aromen – all die vielen Kleinigkeiten, mit denen die Pferde in der Natur nicht in Kontakt kommen würden. Silikone gehören aus meiner Sicht übrigens Definitiv nicht ans Pferd. Aber das ist meine persönliche Meinung dazu. Grundsätzlich nochmal zum Thema "Chemie": Ich traue meinen Lesern durchaus zu, dass sie wissen, was damit gemeint ist. Zu deinem zweiten Punkt: Genau den Vorschlag mache ich ja – nur den unteren Teil waschen, in dem man im Winter zum Beispiel den Schweif in einen Wassereimer taucht. Im Sommer aber kann man auch mit Wasser den oberen Teil mitwaschen. H2O – kennst du ja ;-) Ich verlese den Schweif meiner Stute mit Hand, brauche aber keine Stunde dafür, weil sie ein Pferd ist und als das muss sie nicht geschniegelt aussehen. Stört sie aber gar nicht ;-) Nun hoffe ich, dass du das jetzt so stehen lassen kannst und schicke dir liebe Grüße,
      Petra

  2. Sarah sagt:

    Liebe Petra!

    Toller Artikel! Ich habe zwar noch kein eigenes Hü, aber da ich einer Freundin mit ihrem Pferd helfe, ist das auch schonmal sehr viel wert. Ich habe eine Frage an dich: Ebenjenes Pferd, eine Friesen-Isi-mix-Stute, schubbert sich seit ein paar Tagen den Schweif auf. Der ist schon richtig ausgefranst und sieht struppig aus und die Haare brechen ab. Das Pferd ist kein Ekzemer und mit Fellwechsel und allem durch und auch ansonsten topfit und ausgelastet. Sie wäscht den Schweif die nächsten paar Tage erstmal mit klarem Wasser durch und ich habe ihr diesen Artikel geschickt, insbesondere die Stelle mit dem Kokosfett. Da Mittwoch der Tierarzt in den Stall kommt, wird sie ihn auch nochmal fragen, sollte sich nichts gebessert haben. Hast du Tipps zur Pflege wenn der Schweif schon so aufgeschubbert ist (ist noch ohne offene Wunden, keine trockenen Stellen. Nur der Schweif ist "kaputt")

    Alles Liebe,

    Sarah

    • Petra sagt:

      Liebe Sarah, hmmm – es ist ja immer schwierig da etwas zu sagen und sehr gut und richtig, dass ihr den Tierarzt geholt habt. Das kann ja alles sein. Vielleicht auch Milben? Oder ein Pilz? Das kann nur der Tierarzt testen. Aber ich würde es mit Schwarzkümmelöl oder Emiko Fellpflege oder Pflegecreme versuchen – in Absprache mit dem Tierarzt am Besten. Das ist aber das, was ich bei meinem Pferd testen würde und keine Garantie auf irgendwas und ich würde ersteinmal an einer kleinen Stelle testen für 1-2 Tage – nicht, dass das Pferd allergisch gegen irgendetwas davon ist und es dann nur noch schlimmer wird. Wenn es aber an der kleinen Stelle nicht reagiert, dann dürfte es auch nicht allergisch gegen die Pflege sein. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen und schicke viele liebe Grüße, Petra

  3. Britta sagt:

    Simple Schmierseife hilft oft Wunder – probier es damit. Und – eventuell die tägliche Futterration überdenken – zu viel an eiweißreichem Futter kann auch zum Scheuern führen!

    • Petra sagt:

      Der Hinweis mit dem Futter ist super – bei Kernseife und schmierseife sollte man wissen, dass oft Aromen zugesetzt werden, sie oft aus qualitativ minderwertigen Fetten hergestellt werden und stark entfettend wirken können. Also genau schauen, wo und wie man sie anwendet :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.